TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Transport- und Lagerbehälter für einen Flugkörper.
Insbesondere betrifft die Erfindung einen intelligenten Transport- und Lagerbehälter
für einen Flugkörper.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Bekannt sind Lager- und Transportbehälter für militärische Zwecke. Derartige wiederverwendbare
Behälter sind fallfest, bruchsicher, wasserdampfdicht und druckdicht. Sie schützen
das in ihnen aufgenommene Material weitestgehend vor Umgebungseinflüssen. Diese Spezialbehälter
schützen den Inhalt bei Langzeitlagerung, aber insbesondere auch während des Transportes
gegen Stoß und Schlag beim Fall, gegen Vibration, gegen Feuchtigkeit und Nässe bei
Wechselklima und extremen klimatischen Einwirkungen und gegen Staub. Es sind auch
Behälter bekannt, die mit Druckausgleichsventil und Feuchtigkeitsanzeiger ausgestattet
sind.
[0003] Umweltbedingungen bei Transport und Lagerung beeinflussen die Verwendbarkeit und
Restlebensdauer von Munition, insbesondere von mit Munition ausgestatteten Flugkörpern,
sowie die Funktionsfähigkeit von Flugkörpern. Derartige Flugkörper müssen daher turnusmäßig
auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden. Solche Funktionstests sind auch nach einem
Transport des Flugkörpers, beispielsweise aus einem Depot in ein Einsatzgebiet, durchzuführen.
STAND DER TECHNIK
[0004] Aus der
DE 10 2008 016 821 A1 ist ein Verfahren zur Überwachung des Zustandes von Umweltbelastungen ausgesetzter
Munition oder Munitionsteilen bekannt. Um den Zustand von Umweltbelastungen ausgesetzter
Munition oder Munitionsteile zu überwachen, schlägt die Erfindung vor, mit Hilfe an
sich bekannter Messeinrichtungen die Umwelteinflüsse (Temperatur, Luftfeuchtigkeit,
Vibrationsereignisse etc.) zu messen, welche während des Transportes zum oder im Einsatzgebiet
sowie während des Einsatzes auf die Munition einwirken. Basierend auf diesen Daten
werden dann Analysen mittels eines Zentralrechners durchgeführt, um Erkenntnisse hinsichtlich
des aktuellen Zustandes der Munition zu erlangen.
[0005] Die
DE 10 2008 053 200 A1 zeigt und beschreibt eine Vorrichtung zur Überwachung der Lagerung und des Transports
von durch Umwelteinflüsse sich ändernden Gütern. Diese Vorrichtung weist eine digitale
Logik mit Datenspeicher, mehrere Sensoren zur Messung unterschiedlicher Lager- und
Transportbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtintensität, Erschütterung
..), eine Sende- und Empfangseinrichtung für die Nahfeldkommunikation mit mindestens
einer als Spule ausgebildeten Antenne und nachgeschaltetem Schaltkreis zum Senden
und Empfangen und einen aufladbaren Energiespeicher sowie einer bistabilen Anzeige
auf, wobei alle Bauelemente zur Bildung einer flachen Einheit auf einem Schaltungsträger
angeordnet sind und wobei die digitale Logik abhängig von den Sensorsignalen eine
den Zustand der Güter betreffende Auswertung vornimmt, deren Ergebnis an die bistabile
Anzeige lieferbar ist.
[0006] Aus der
DE 10 2008 054 264 B4 ist eine multifunktionale Service- und Testeinrichtung für unbemannte Flugkörper
bekannt, die ein an einen Flugkörper anschließbares Servicegerät aufweist, an welches
ein externer Computer angeschlossen ist. Das Servicegerät ist mit einem Kommunikations-
und Steuerungsrechner zur Kommunikation mit dem Flugkörper und mit dem externen Computer
und zur Steuerung von zum Servicegerät gehörenden Hardware-Komponenten ausgestattet.
[0007] Die
DE 10 2009 040 304 B4 zeigt und beschreibt eine Vorrichtung zur Steuerung von Funktionstests und/oder Serviceprozeduren
für von Luftfahrzeugen absetzbare unbemannte Flugkörper, die Systeme zum Test von
Waffen (Flugkörpern) umfasst. Diese Systeme umfassen eine Flugkörpersimulationseinrichtung
und/oder ein am Flugkörper anbringbares Test- und Servicegerät.
[0008] Alle diese bekannten Vorrichtungen zum Testen und Warten von Flugkörpern erfordern,
dass der Flugkörper aus dem Depot geholt, aus seinem Lagerbehälter entnommen und auf
einer Testbank platziert wird, wo dann die Funktionstests und /oder der Service durchgeführt
wird. Dafür wird eine besondere Infrastruktur (Platz zum Testen) benötigt und es sind
zusätzliche Geräte und Ausstattungen erforderlich wie beispielsweise ein Gabelstapler,
ein Kran, eine geeignete Testfläche oder ein geeigneter Testraum mit einer Ablagevorrichtung
für den Flugkörper und einem Tisch für die Test-/Servicegeräte.
[0009] Diese bekannte Vorgehensweise ist nicht nur zeit- und arbeitsaufwändig, sondern erfordert,
insbesondere bei lethalen Flugkörpern, zudem die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine platzsparende, weniger zeit- und
kostenaufwändige Möglichkeit bereitzustellen, einen Flugkörper während der Lager-
und Transportphase seiner Lebensdauer auf seine Einsatzbereitschaft hin testen und
überwachen zu können, und die außerdem an keine besondere Infrastruktur gebunden ist.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Transport- und Lagerbehälter für zumindest
einen Flugkörper mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
[0012] Dieser erfindungsgemäße Transport- und Lagerbehälter für zumindest einen Flugkörper
ist versehen mit einem Behältergehäuse, das zumindest eine mit einem Deckel verschließbare
Beladungsöffnung aufweist, durch die der Flugkörper einsetzbar und entnehmbar ist,
und mit einer Flugkörper-Testeinrichtung, die in das Behältergehäuse integriert oder
integrierbar ist und die mit dem im Behältergehäuse enthaltenen Flugkörper funktional
verbindbar ist.
VORTEILE
[0013] Dieser Transport- und Lagerbehälter enthält bereits die für die Durchführung von
Funktionstests erforderliche Flugkörper-Testeinrichtung, die beispielweise bereits
beim Einsetzen des Flugkörpers in den Behälter mit dem Flugkörper verbunden wird,
so dass der Flugkörper jederzeit getestet werden kann, ohne ihn aus dem Depot oder
aus dem Transport- und Lagerbehälter entnehmen zu müssen. Dies beschleunigt sowohl
die turnusmäßige Überwachung des Flugkörpers als auch die Durchführung spezieller
Funktionstests, beispielsweise vor der Auswahl des Flugkörpers für einen Einsatz.
[0014] Die Grundidee der Erfindung besteht somit darin, einen Transport- und Lagerbehälter
für zumindest einen Flugkörper um funktionale Eigenschaften zum Testen des Flugkörpers
zu erweitern.
[0015] Weitere bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale des erfindungsgemäßen
Transport- und Lagerbehälters sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 15.
[0016] Vorzugsweise weist die Flugkörper-Testeinrichtung ein Bedienterminal auf, das durch
die Beladungsöffnung oder durch eine von einer Gehäuseklappe verschließbare Serviceöffnung
in der Wandung des Transport- und Lagerbehälters zugänglich ist. Das Vorsehen eines
solchen Bedienterminals gestattet es, die Bedienung der integrierten Testeinrichtung
direkt am Transport- und Lagerbehälter vorzunehmen, ohne dass es eines extern anschließbaren
Computers bedarf.
[0017] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist im oder am Transport- und Lagerbehälter
zumindest ein Testhilfsmittel zum Testen von Funktionen des im Transport- und Lagerbehälter
aufgenommenen Flugkörpers vorgesehen.
[0018] Als Testhilfsmittel sind bevorzugt ein Zielsimulator und/oder ein Rollsimulator und/oder
ein Radarreflektor vorgesehen oder im Testhilfsmittel enthalten.
[0019] Vorzugsweise ist der Transport- und Lagerbehälter mit einer Satelliten-Navigationsantenne
versehen oder er weist einen Anschluss zum Anschließen einer externen Satelliten-Navigationsantenne
auf.
[0020] Es ist weiterhin von Vorteil, wenn der Transport- und Lagerbehälter mit einer Kühlvorrichtung
versehen ist oder Anschlüsse zum Anschließen einer externen Kühlvorrichtung aufweist.
Eine solche Kühleinrichtung, die zum Beispiel für einen Infrarot-Suchkopf erforderlich
ist, gestattet auch das Testen des Suchkopfes.
[0021] Bevorzugterweise ist der Transport- und Lagerbehälter mit einer Datenkommunikationseinrichtung
versehen oder ausrüstbar, die mit der Flugkörper-Testeinrichtung zum Datenaustausch
verbunden oder verbindbar ist. Diese Datenkommunikationseinrichtung ermöglicht es,
die Flugkörper-Testeinrichtung mit einer Wartungsdatenbank zu verbinden, um einerseits
Testergebnisse in der Wartungsdatenbank abspeichern zu können und andererseits Daten
der Wartungs- und Reparaturhistorie des Flugkörpers aus der Wartungsdatenbank abrufen
zu können.
[0022] Auch kann der Transport- und Lagerbehälter mit einer Funkfernsteuerungseinrichtung
versehen sein, mit der die Flugkörper-Testeinrichtung fernsteuerbar ist. Eine solche
Fernsteuerbarkeit ermöglicht es, eine Fernwartung des Flugkörpers durchzuführen.
[0023] Von Vorteil ist weiterhin, wenn im oder am Transport- und Lagerbehälter zumindest
ein Sensor zur Erfassung von exogenen Einflüssen, die während des Transports und/oder
der Lagerung auf den Flugkörper einwirken, vorgesehen ist. Diese Ausführungsform gestattet
es, eine indirekte Zustandsüberwachung des Flugkörpers vorzunehmen, indem exogene
Einflüsse, die insbesondere beim Transport auf den Flugkörper einwirken, erfasst werden.
[0024] Bevorzugt ist der Sensor zumindest ein Temperatursensor, der im Inneren des Behältergehäuses
und/oder außen am Behältergehäuse angeordnet ist.
[0025] Alternativ oder zusätzlich können auch ein Feuchtigkeitssensor und/oder ein Beschleunigungssensor
und/oder ein Schwingungssensor vorgesehen sein.
[0026] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zusätzlichen Ausgestaltungsdetails
und weiteren Vorteilen sind nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben und erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0027] Es zeigt:
- Fig. 1
- ein schematisches Schaubild eines erfindungsgemäßen Transport- und Lagerbehälters
und
- Fig. 2
- eine abgewandelte Ausführungsform des Transport- und Lagerbehälters, der zu Trainingszwecken
konfiguriert ist.
DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0028] Eine umfassende Ausführungsform des erfindungsgemäßen Transport- und Lagerbehälters
besitzt in den Behälter integrierte Testhilfsmittel (zum Beispiel Zielsimulator, Rollsimulator,
Radarreflektor, GPS-Antenne, Kühlung etc.) zum Prüfen des im Behälter lagernden Flugkörpers
sowie eine in den Behälter integrierte Sensoreinrichtung zur Vermessung von exogenen
Einflüssen, die während Transport und Lagerung auf den Flugkörper einwirken, um beispielsweise
die Lagerungshistorie abbilden zu können.
[0029] Ein solcher erfindungsgemäßer intelligenter Transport- und Lagerbehälter ist schematisch
in Fig. 1 gezeigt. Der Transport- und Lagerbehälter 1 weist ein Behältergehäuse 10
auf, das mit einer Beladungsöffnung 12 versehen ist, die mittels eines Deckels 14
verschließbar ist. Im Inneren des Behältergehäuses 10 ist ein Aufnahmeraum 16 für
einen (schematisch darstellten) Flugkörper 2 vorgesehen. Dieser Aufnahmeraum 16 ist
durch die Beladungsöffnung 12 zugänglich, so dass der Flugkörper bei geöffnetem Deckel
14 durch die Beladungsöffnung 12 in den Aufnahmeraum 16 eingeschoben werden kann.
[0030] Der Flugkörper ist an seiner Oberseite mit einer elektrischen Kontakteinrichtung
20 versehen, die in dem in Fig. 1 dargestellten in den Aufnahmeraum 16 eingeschobenen
Zustand des Flugkörpers 2 mit einer Kontakteinrichtung 18 an der Innenwand 17 des
Aufnahmeraums 16 in Eingriff steht und elektrische Verbindungen zwischen dem Flugkörper
2 und einer im Behältergehäuse 10 vorgesehenen Flugkörper-Testeinrichtung 3 herstellt.
[0031] Das Behältergehäuse 10 ist weiterhin mit einer Gehäuseklappe 15 versehen, die eine
Serviceöffnung 13 in der Wandung 11 des Behältergehäuses 10 verschließt. In der Serviceöffnung
13 ist ein Bedienterminal 30 der Flugkörper-Testeinrichtung 3 angeordnet und durch
die Serviceöffnung 13 hindurch zugänglich.
[0032] Die Flugkörper-Testeinrichtung 3 umfasst einen Steuerungscomputer (Controller) 31,
eine Stromversorgungseinheit 32, das Bedienterminal 30 und eine Druckluftversorgungseinrichtung,
die einen Kompressor 33, eine Ventileinrichtung 34 und einen Druckluftanschluss 35
für von außen zugeführte Druckluft aufweist. Der Druckluftanschluss 35 ist mit einem
Filter 35' versehen, von dem aus eine Druckluftleitung 35" zur Ventileinrichtung 34
verläuft. In der Druckluftleitung 35" ist ein Druckluft-Temperatursensor 35"' vorgesehen.
Der Kompressor 33 saugt durch einen Filter 33' durch eine Saugleitung 33" Außenluft
an und leitet die komprimierte Luft an die Ventileinrichtung 34 durch eine Luftdruckleitung
33"' weiter. Von der Ventileinrichtung 34 verläuft eine Druckluftleitung 34' zu einem
Druckluftanschluss 22 des Flugkörpers 2, der beim Einschieben des Flugkörpers 2 in
den Aufnahmeraum 16 automatisch mit der Druckluftleitung 34' gekoppelt wird. In der
Druckluftleitung 34' ist ein weiterer Sensor 34" vorgesehen, der die Temperatur der
Druckluft sowie den Durchfluss durch die Leitung 34' ermittelt. Der Kompressor 33
sowie die Ventileinrichtung 34 werden vom Steuerungscomputer 31 gesteuert.
[0033] Weiterhin steht der Steuerungscomputer 31 mit dem Bedienterminal 30 und der Stromversorgungseinheit
32 in Datenkommunikationsverbindung. Zwischen dem Steuerungscomputer 31 und der internen
Elektronik des Flugkörpers 2 bestehen über die elektrische Anschlussschnittstelle
(Kontakteinrichtungen 18, 20) weitere Datenkommunikationsverbindungen 31' zur Datenkommunikation
zwischen dem Steuerungscomputer 31 und einem internen Bordcomputer 24 des Flugkörpers
2 sowie einem bildgebenden Suchkopf 26 in der Spitze des Flugkörpers 2. Die internen
Datenverbindungen im Flugkörper 2 sind in der Fig. nur schematisch dargestellt.
[0034] Die Stromversorgungseinrichtung 32 versorgt den Flugkörper 2 über eine Stromversorgungsleitung
32' mit elektrischer Energie. In der Stromversorgungsleitung 32' ist ein Spannungs-
und Stromsensor 32" vorgesehen. Die Stromversorgungseinrichtung 32 bezieht ihre elektrische
Energie entweder über einen Stromanschluss 32"' von außen oder von einem im Transport-
und Lagerbehälter 1 vorgesehenen elektrischen Stromspeicher 36, beispielsweise einem
Akku.
[0035] Der Transport- und Lagerbehälter 1 ist weiterhin mit einem RFID-Transponder 37 versehen,
der mit dem Steuerungscomputer 31 in Datenkommunikationsverbindung steht. Über diesen
RFID-Transponder kann ein Datenaustausch mit einem externen RFID-Lesegerät 4 durchgeführt
werden. Außerdem kann der Transport- und Lagerbehälter 1 einen Netzwerkanschluss 38
aufweisen, über den eine externe Computereinrichtung an den internen Steuerungscomputer
31 anschließbar ist. An den Netzwerkanschluss 38 kann beispielsweise auch eine Datenfunkeinrichtung
5 angeschlossen werden, über die eine Funkverbindung zu einer zentralen Flugkörper-Datenbank
6 zum Zwecke des Datenaustausches aufgebaut werden kann. Alternativ kann ein Transceiver
einer solchen Datenfunkeinrichtung 5 auch in das Behältergehäuse 10 eingebaut sein.
[0036] Der Transport- und Lagerbehälter 1 ist weiterhin mit einer Mehrzahl von Testhilfsmitteln
7 versehen, die zum Testen des Flugkörpers 2 erforderlich sind. Zu diesen Testhilfsmitteln
7 gehören beispielsweise ein Zielsimulator 70 und ein Kollimator 72, die jeweils über
einen Antrieb 71 bzw. 73 parallel zur Flugkörper-Längsachse X verschiebbar sind. Die
Antriebe 71, 73 können vom Steuerungscomputer 31 mit Antriebssignalen beaufschlagt
werden. Der Zielsimulator 70 ist mit einem Temperatursensor 70' versehen. Der Transport-
und Lagerbehälter 1 weist zudem eine Satelliten-Navigationsantenne 8 auf, die ebenfalls
mit dem Steuerungscomputer 31 zum Datenaustausch verbunden ist.
[0037] Schließlich ist der Transport- und Lagerbehälter 1 noch mit einer Vielzahl von Sensoren
zur Erfassung von exogenen Einflüssen versehen, die während des Transports und/oder
der Lagerung auf den Flugkörper 2 einwirken. Derartige Sensoren sind beispielsweise
ein Außentemperatursensor 90, ein Innentemperatursensor 91, ein Beschleunigungssensor
(Schocksensor) 92, ein Vibrationssensor 93 und ein innerer Feuchtesensor 94 sowie
gegebenenfalls auch ein äußerer Feuchtesensor. Alle diese Sensoren stehen ebenfalls
mit dem Steuerungscomputer 31 zur Datenkommunikation in Verbindung.
[0038] Dieser erfindungsgemäße Behälter weist mit dem integrierten Steuerungscomputer 31
der Flugkörper-Testeinrichtung 3 ein "Embedded System" zur Steuerung der integrierten
Sensoren und der Testhilfsmittel 7 auf, das Life-Cycle-Management-Funktionen (Munitions-Disposition,
Monitoring, Prognostik) steuern kann. Die Kommunikationsverbindungen nach außen dienen
zum Austausch von Daten (Synchronisation mit der zentralen Flugkörper-Datenbank 6),
zur Fernsteuerung und/oder Fernwartung und zur schnellen, berührungslosen Abfrage
des Bereitschafts-Status' des Flugkörpers. Das am oder im Behälter integrierte Bedienterminal
30 wird beispielsweise von einem Touchscreen mit intuitiver Bedienerführung gebildet.
Eine autarke Energieversorgung ist für die integrierten Steuerungscomputer, die Sensoren
und das Bedienterminal vorgesehen. Energie und Kühlung des lagernden Flugkörpers und
der Testhilfsmittel sind von außen zuführbar. Somit ergibt sich eine Synthese eines
Transport- und Lagerbehälters und eines Flugkörpertestsystems zu einem intelligenten
Transport- und Lagerbehälter.
[0039] Bereits beim Einlagern des Flugkörpers 2 in den Transport- und Lagerbehälter 1 wird
der Flugkörper 2 vom Steuerungscomputer 31 erkannt und der Steuerungscomputer 31 lädt
automatisch über beispielsweise die Datenfunkverbindung 5 dem Flugkörper 2 zugeordnete
und in der externen zentralen Flugkörper-Datenbank 6, die auch eine Wartungsdatenbank
aufweist, gespeicherte Testdaten vergangener Tests, Belastungsdaten aus der Vergangenheit
sowie andere Daten der Flugkörperhistorie in seinen Arbeitsspeicher oder in einen
anderen lokalen Speicher. Durch diese Eingangs-Synchronisation der Flugkörperdaten
sind im Transport- und Lagerbehälter 1 alle individuellen Daten des Flugkörpers 2
vorhanden und stehen für künftige Tests und Auswertungen des im Transport- und Lagerbehälter
1 befindlichen Flugkörpers 2 lokal zur Verfügung.
[0040] In entsprechender Weise werden Daten, die vom Steuerungscomputer 31 des Transport-
und Lagerbehälters 1 während des Aufenthalts des Flugkörpers 2 im Transport- und Lagerbehälter
1 gesammelt und lokal gespeichert worden sind, automatisch zur externen zentralen
Flugkörper-Datenbank 6 übertragen und dort gespeichert, wenn der Flugkörper wieder
aus dem Transport- und Lagerbehälter 1 entnommen und beispielsweise wieder in einen
einfachen Lagerbehälter umgelagert wird. Durch diese Ausgangs-Synchronisation der
Flugkörperdaten ist gewährleistet, dass die während des Aufenthalts des Flugkörpers
2 im Transport- und Lagerbehälter 1 gesammelten Daten des Flugkörpers 2 sowie die
Daten über die von den Sensoren erfassten und auf den Flugkörper einwirkenden exogenen
Einflüsse in der externen zentralen Flugkörper-Datenbank 6 gespeichert werden und
keine Lücke in der Datenhistorie des Flugkörpers 2 entsteht.
[0041] Der Steuerungscomputer 31 ist dazu so ausgestaltet, dass die Eingangs-Synchronisation
und die Ausgangs-Synchronisation automatisch durchgeführt werden wenn der Flugkörper
2 in den Transport- und Lagerbehälter 1 eingesetzt beziehungsweise wieder aus ihm
entnommen wird.
[0042] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßer Transport- und Lagerbehälter 1 gezeigt, der anstelle
des in Fig. 1 gezeigten scharfen Flugkörpers 2 einen Trainingsflugkörper 2' enthält,
der zu Trainingszwecken in den Aufnahmeraum 16 eingesetzt ist. Dieser Trainingsflugkörper
2' ermöglicht es, einen Flugkörpertest mittels der im Transport- und Lagerbehälter
1 enthaltenen Flugkörper-Testeinrichtung 3 zu trainieren. Der Trainingsflugkörper
2' weist einen Bordcomputer 24' sowie eine mit diesem verbundene Last 25 und ein Ventil
27 auf, das mit dem Druckluftanschluss 22 verbunden ist. Der Bordcomputer 24' des
Trainingsflugkörpers 2' kann mittels eines externen Bedienpanels 28 programmiert werden,
um ein bestimmtes Verhalten des Trainingsflugkörpers 2' zu simulieren, so dass eine
mit der Flugkörper-Testeinrichtung 3 übende Person entsprechende Tests simuliert durchführen
kann.
[0043] Die Erfindung ist nicht auf das obige Ausführungsbeispiel beschränkt, das lediglich
der allgemeinen Erläuterung des Kerngedankens der Erfindung dient. Im Rahmen des Schutzumfangs
kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vielmehr auch andere als die oben beschriebenen
Ausgestaltungsformen annehmen. Die Vorrichtung kann hierbei insbesondere Merkmale
aufweisen, die eine Kombination aus den jeweiligen Einzelmerkmalen der Ansprüche darstellen.
[0044] Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich
dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
1. Transport- und Lagerbehälter (1) für zumindest einen Flugkörper (2), mit
- einem Behältergehäuse (10), das zumindest eine mit einem Deckel (14) verschließbare
Beladungsöffnung (12) aufweist, durch die der Flugkörper (2) einsetzbar und entnehmbar
ist, und
- einer Flugkörper-Testeinrichtung (3), die in das Behältergehäuse (10) integriert
oder integrierbar ist und die mit dem im Behältergehäuse (10) enthaltenen Flugkörper
(2) funktional verbindbar ist
dadurch gekennzeichnet,
- dass im oder am Transport- und Lagerbehälter (1) zumindest ein Testhilfsmittel (7) zum
Testen von Funktionen des im Transport- und Lagerbehälter aufgenommenen Flugkörpers
(2) vorgesehen ist, wobei das Testhilfsmittel (7) einen Zielsimulator (70) aufweist.
2. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Flugkörper-Testeinrichtung (3) ein Bedienterminal (30) aufweist, das durch die
Beladungsöffnung (12) oder durch eine von einer Gehäuseklappe (15) verschließbare
Serviceöffnung (13) in der Wandung (11) des Transport- und Lagerbehälters (1) zugänglich
ist.
3. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Testhilfsmittel (7) einen Rollsimulator aufweist.
4. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Testhilfsmittel (7) einen Radarreflektor aufweist.
5. Transport- und Lagerbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Transport- und Lagerbehälter (1) mit einer Satelliten-Navigationsantenne (8)
versehen ist oder einen Anschluss zum Anschließen einer externen Satelliten-Navigationsantenne
aufweist.
6. Transport- und Lagerbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Transport- und Lagerbehälter (1) mit einer Kühlvorrichtung versehen ist oder
Anschlüsse zum Anschließen einer externen Kühlvorrichtung aufweist.
7. Transport- und Lagerbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Transport- und Lagerbehälter (1) mit einer Datenkommunikationseinrichtung (5)
versehen oder ausrüstbar ist, die mit der Flugkörper-Testeinrichtung (3) zum Datenaustausch
verbunden oder verbindbar ist.
8. Transport- und Lagerbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Transport- und Lagerbehälter (1) mit einer Funkfernsteuerungseinrichtung versehen
ist, mit der die Flugkörper-Testeinrichtung (3) fernsteuerbar ist.
9. Transport- und Lagerbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im oder am Transport- und Lagerbehälter (1) zumindest ein Sensor zur Erfassung von
exogenen Einflüssen, die während des Transports und/oder der Lagerung auf den Flugkörper
(2) einwirken, vorgesehen ist.
10. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor zumindest ein Temperatursensor (90, 91) ist, der im Inneren des Behältergehäuses
(10) und/oder außen am Behältergehäuse (10) angeordnet ist.
11. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor ein Feuchtigkeitssensor (94) ist.
12. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 9, 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor in Beschleunigungssensor (92) ist.
13. Transport- und Lagerbehälter nach Anspruch 9, 10, 11 oder 12
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor ein Schwingungssensor (93) ist.