(19)
(11) EP 3 031 371 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.06.2016  Patentblatt  2016/24

(21) Anmeldenummer: 15198254.3

(22) Anmeldetag:  07.12.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47K 3/40(2006.01)
A47K 3/17(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 10.12.2014 DE 102014118370

(71) Anmelder: Mauersberger, Falko
09123 Chemnitz (DE)

(72) Erfinder:
  • Mauersberger, Falko
    09123 Chemnitz (DE)

(74) Vertreter: Pöhner, Wilfried Anton 
Patentanwalt Dr. W. Pöhner Kaiserstrasse 33
97070 Würzburg
97070 Würzburg (DE)

   


(54) MONTAGEFERTIGE UND BODENEBENE DUSCHFLÄCHENEINHEIT


(57) Die Erfindung betrifft eine Duschflächeneinheit für den bodenebenen Einbau umfassend eine wenigstens zweischichtig aufgebaute Duschtasse mit einer Oberseite und einer Unterseite, wobei die obere Schicht die Oberseite ausbildet und die untere Schicht, welche die Unterseite ausbildet, aus Kunstharz besteht und eine Randverstärkung aus Kunstharz aufweist und einen Montagerahmen, welcher auf der Unterseite der Duschtasse angeordnet ist, mit der Randverstärkung verbunden ist und gegenüber der Unterseite der Duschtasse höher ausgebildet ist, wobei die untere Schicht und die Randverstärkung eine Schicht ausbilden. Zudem betrifft die Erfindung ein Herstellungs- und Montageverfahren dafür.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Duschflächeneinheit für den bodenebenen Einbau umfassend eine wenigstens zweischichtig aufgebaute Duschtasse mit einer Oberseite und einer Unterseite, wobei die obere Schicht die Oberseite ausbildet und die untere Schicht, welche die Unterseite ausbildet, aus Kunstharz besteht und eine Randverstärkung aus Kunstharz aufweist und einen Montagerahmen, welcher auf der Unterseite der Duschtasse angeordnet ist, mit der Randverstärkung verbunden ist und gegenüber der Unterseite der Duschtasse höher ausgebildet ist. Zudem betrifft die Erfindung ein Herstellungs- und Montageverfahren dafür.

[0002] Ebenerdige Duschflächeneinheiten erfreuen sich nicht nur in öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Schwimmbädern, Sportstätten oder Krankenhäusern, sondern auch zunehmend in privaten Haushalten immer größerer Beliebtheit. Dies liegt nicht nur darin begründet, dass sie aufgrund eines barrierefreien Zugangs zahlreiche Vorteile bieten. So ermöglicht eine bodenebene Dusche die Nutzung ohne fremde Hilfe, was insbesondere für Personen mit körperlichen Einschränkungen von Bedeutung ist. Zudem wird durch Glaswände und transparente Duschvorhänge eine dezente, lichtdurchlässige Integration der Dusche in den Raum ermöglicht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine Vielzahl bodengleicher Duschen aus dem Stand der Technik bekannt ist.

[0003] Bei dem Einbau einer bodenebenen Dusche ist auf eine gute Abdichtung des Bodens und ein stetiges Bodengefälle von mindesten 2% längs und quer zum Ablauf, sowie eine rutschhemmende Oberfläche zu achten. Um die Abdichtung sicherzustellen, sind im Stand der Technik verschiedene Möglichkeiten bekannt. Üblicherweise wird der geflieste und verfugte Boden auf einer Dichtfolie oder Dichtbeschichtung auf oder unter einer Estrichschicht angebracht.

[0004] Nachteilig bei einer derartigen Ausgestaltung der Dusche ist jedoch deren aufwendige Erstellung. Zudem besteht die Gefahr der unbemerkten Durchfeuchtung des Bauwerks, wenn Feuchtigkeit durch porös oder rissig werdende Fugen eindringen kann. Überdies werden Fugen mit zunehmendem Alter unansehnlich, was in deren erschwerten Pflege und der daraus resultierenden mangelnden Hygiene liegt.

[0005] Um diesem Problem zu entgehen, schlägt die Offenlegungsschrift DE 197 23 153 A1 eine einteilige bodenebene Duschtasse vor, welche lediglich noch umfangseitig, gegebenenfalls gegenüber festen Seitenwänden und dem angrenzenden Bodenbereich verfugt werden muss. Um die Abdichtung zu erhöhen, weist die Duschtasse an ihrem Umfang umlaufende Dichtlippen auf.

[0006] Nachteilig ist hier jedoch, dass eine umfangseitige Verfugung an dem angrenzenden Bodenbereich durchgeführt werden muss und dass eventuell auftretendes Kriechwasser, welches bei einer defekten Abdichtung durch die Fuge dringt, nicht abgeleitet wird und somit in das Bauwerk eindringen kann. Zudem erfordert die Montage der Duschtasse aufgrund der umlaufenden Duschlippen sehr viel Zeit und ein handwerkliches Feingefühl, um eine langfristige und wartungsfreie Dichtigkeit der Dusche sicherzustellen.

[0007] Auch die Offenlegungsschrift EP 1 388 317 A2 schlägt eine bodenebene Duschtasse vor, welche mit einfachen konstruktiven Mitteln so ausgestaltet ist, dass der Tassenkörper einfach und feuchtigkeitsdicht versetzt werden kann. Diesbezüglich weist der Tassenkörper zur Oberfläche der Tragplatte parallele und mit der Umfangsfläche der Tragplatte bündig abschließende Randabschnitte auf, zwischen welchen die Dichtungsbänder plattenparallel abstehen.

[0008] Bei der vorgeschlagenen Duschtasse besteht allerdings das Problem, dass die Dichtungsbänder die erforderliche Abdichtung zwischen den Randabschnitten und einem unebenen Bodenbelag nicht gewährleisten können, so dass eine zusätzliche Dichtfolie notwendig ist.

[0009] Zusätzlich zu dem vorgenannten Problem der Dichtigkeit einer bodengleichen Duschtasse treten vor allem bei der Montage immer wieder Probleme hinsichtlich der Ausrichtung und der Höhenjustage auf. Die richtige Einstellung der Höhe ist nicht nur sehr wichtig, um einen gleichmäßigen und gerichteten Ablauf des Duschwassers sicherzustellen, sondern erfordert auch allerhand Feingefühl. Dies liegt darin begründet, dass die Höhenverstellung in der Regel unterhalb der Duschtasse angeordnet ist und somit nach deren Einbau nicht mehr zugänglich ist. Daher schlägt die Patentschrift DE 10 2007 010 625 B4 eine Duschtasse vor, welche die Zugänglichkeit zu einem unterhalb der Duschwanne liegenden Siphon gewährleistet.

[0010] Hierbei hat es sich allerdings als nachteilig erwiesen, dass die Duschtasse aus Gewichtsgründen zweiteilig, d.h. aus einem Duschplateau und einem Rahmen, aufgebaut ist. Dadurch ist eine weitere Möglichkeit gegeben, an welcher bei nicht ordnungsgemäßer Abdichtung Kriechwasser eindringen kann.

[0011] Es besteht daher ein großer Bedarf an einer einfach und leicht verlegbaren, sowie montagefertigen und absolut dichten Duschflächeneinheit. Die Erfindung hat sich somit die Aufgabe gestellt, eine bodenebene Duschflächeneinheit bereitzustellen, um die oben genannten Schwierigkeiten zu überwinden und um vor allem die Montage und langfristige, sowie wartungsfreie Abdichtung dieser mit dem Bodenbelag zu erleichtern. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Herstellen einer derartigen Duschflächeneinheit und ein Verfahren zum Montieren bereitzustellen.

[0012] Diese Aufgabe wird auf überraschend einfache, aber wirkungsvolle Weise durch eine Duschflächeneinheit für den bodenebenen Einbau gelöst, indem die untere Schicht und die Randverstärkung eine Schicht ausbilden. Zudem wird die Aufgabe durch die Verfahren mit den Merkmalen in den Ansprüchen 12 und 13 gelöst.

[0013] Es wird eine Duschflächeneinheit für den bodenebenen Einbau vorgeschlagen, welche eine wenigstens zweischichtig aufgebaute Duschtasse mit einer Oberseite und einer Unterseite und einen unterseitig angeordneten Montagerahmen umfasst. Typischerweise bildet die Duschflächeneinheit dabei eine bodenseitige flächige Einheit einer Dusche für die Aufnahme und die Ableitung von Duschwasser aus.

[0014] Unter dem Begriff "Duschtasse" versteht sich der eigentliche Tassenkörper einer Dusche, welcher für die Aufnahme und die Ableitung von Duschwasser verantwortlich ist. Die Tasse ist dabei typischerweise schalenartig ausgebildet und im Vergleich zu seinen Dimensionen dünnwandig aufgebaut. Um einen bodenebenen Einbau und damit einen barrierefreien Zugang zu der Dusche zu gewährleisten, ist der schalenartige Aufbau der Tasse verständlicherweise sehr flach und dabei gleichzeitig leicht und stetig längs und quer zum Ablauf geneigt. Diese Neigung stellt eine gute Ableitung des Duschwassers sicher. Zudem weist die Tasse eine Ablauföffnung auf, an der ein Ablauf montiert werden kann.

[0015] Im Rahmen der Erfindung ist die Duschtasse wenigstens zweischichtig aufgebaut und weist eine Oberseite und eine Unterseite auf. Die wenigstens zwei Schichten können dabei aus einem oder aus mehreren Kunststoffen bestehen, die formschlüssig, kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden sind, und dienen der Stabilisierung der Duschtasse. Dadurch ist es möglich, dass die Duschtasse trotz einer geringen Dicke und eines geringen Gewichtes eine sehr hohe Stabilität und/oder Belastbarkeit aufweist.

[0016] Bevorzugt bildet die obere Schicht die Oberseite der Tasse somit die Benutzungsoberfläche aus, wohingegen die sich hieran anschließende untere Schicht die Unterseite der Tasse ausbildet. Auf der Oberseite der Duschtasse steht ein späterer Benutzer in der Dusche. Um Gewicht einzusparen ist die obere Schicht meist nur sehr dünnwandig. Zudem kann es vorkommen, dass diese Schicht unterseitig eine strukturierte Oberfläche aufweist.

[0017] Die untere Schicht besteht dabei aus Kunstharz und weist eine Randverstärkung aus Kunstharz auf. Wichtig dabei ist, dass die untere Schicht und die Randverstärkung eine Schicht ausbilden und in einem Arbeitsschritt gemeinsam aufgetragen werden. Die Randverstärkung aus Kunstharz befindet sich am Randbereich der Tasse.

[0018] Die untere Schicht und die Randverstärkung tragen dabei wesentlich zur mechanischen Stabilisierung des Tassenkörpers bei. Gegebenenfalls kann die untere Schicht der Duschtasse durch Glasfasern und/oder ein anderes Material verstärkt sein. Auf diese Weise wird es erreicht, dass die dünnwandig aufgebaute Tasse noch stabiler wird.

[0019] Die untere Schicht und die Randverstärkung sind dabei bevorzugt stoffschlüssig mit der oberen Schicht der Duschtasse verbunden, insbesondere angegossen, indem das Kunstharz in nichtausgehärteter Form an den Tassenkörper gebracht wird und dort aushärtet. Dadurch passt sich das flüssige Kunstharz perfekt an die Oberflächenstruktur der oberen Schicht an, so dass die erreichte Verbindung stoffschlüssig ist. Zudem wird erreicht, dass lediglich der Randbereich der Duschtasse effektiv verstärkt wird. Eine stabile und gute Verbindung ist besonders wichtig, da die obere Schicht unterseitig unterschiedlich ausgestaltet sein kann, beispielsweise kann diese eine raue und/oder kompliziert geformte Oberflächenstruktur aufweisen. Dabei führt das Vorliegen einer besonders rauen Oberfläche des Tassenkörpers zu einer noch besseren Verbindung, da hierbei Oberflächenstrukturen vom Kunstharz umgriffen werden können.

[0020] Es ist aus dem Stand der Technik ja bekannt, dass viele Kunstharze selbstnivellierend sind und somit in flüssigem Zustand eine ebene Oberfläche ausbilden, die auch beim Erstarren erhalten bleibt. Diese Eigenschaft der Kunstharze wird ausgenutzt, indem erst durch die untere Schicht und die Randverstärkung aus Kunstharz eine geeignet geformte, d.h. glatte und/oder waagerechte, Oberfläche für eine oder weitere Verbindungen bereitgestellt wird. Überdies werden die untere Schicht und die Randverstärkung aufgrund der stoffschlüssigen Verbindung des Kunstharzes mit der oberen Schicht ein Teil der Duschtasse.

[0021] Dabei ist die Randverstärkung wiederum mit einem Montagerahmen verbunden, wobei eine stabile und sichere Verbindung zwischen dem Montagerahmen und einer typischerweise dünnwandigen und/oder rauen oberen Schicht der Duschtasse ohne das Vorhandensein der erfindungsgemäßen Kunstharzschicht kaum zu bewerkstelligen wäre. Die Verbindung der Randverstärkung mit dem Montagerahmen kann dabei formschlüssig, kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig sein.

[0022] Die Randverstärkung dient somit nicht nur der Stabilisierung des Randbereichs der Duschtasse, indem der Randbereich hinsichtlich seiner Dicke verstärkt und damit gleichzeitig eine Verbindung zu dem Montagerahmen ermöglicht wird. Zudem bietet die Randverstärkung den Vorteil, dass die Tasse bei sehr geringem Gewicht und/oder Materialeinsatz in der Herstellung sehr stabil und belastbar ist. Ein geringes Gewicht hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, da die Duschtasse so einfach von einer einzigen Person ohne große Mühe transportiert und/oder montiert werden kann. Damit verringern sich nicht nur die Montagekosten, sondern auch die Kosten für deren Herstellung.

[0023] Der Begriff "Montagerahmen" betrifft einen Rahmen, welcher dazu vorgesehen ist, die Duschtasse zu tragen und/oder zu stabilisieren, sowie die Montage der Duschflächeneinheit zu erleichtern. Dabei stützt der Rahmen die Duschtasse in montiertem Zustand zuverlässig ab, indem er dessen unmittelbares Auflager bildet und der Kraftfluss zwischen der Tasse und dem Boden, beispielsweise eines Badezimmers, über den Montagerahmen verläuft. Diesbezüglich ist es wichtig, dass der Montagerahmen dabei gegenüber der Unterseite der Duschtasse höher ausgebildet ist.

[0024] Der Montagerahmen ist dabei auf der Unterseite der Duschtasse angeordnet und mit der Randverstärkung verbunden. Da sich die Randverstärkung am Randbereich der Duschtasse und somit im Bereich dessen späterer Einbauposition befindet, ist der Montagerahmen ebenfalls in diesem Bereich der Tasse angeordnet. Dabei ist die Verbindung des Rahmens mit der Duschtasse über die Randverstärkung gegeben, wobei die Verbindung formschlüssig, kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig sein kann.

[0025] Der erfindungsgemäße Montagerahmen kann aus einem beliebigen Material bestehen. Es ist im Rahmen der Erfindung jedoch erkannt worden, dass der Montagerahmen aus statischen Gründen aus einem metallischen Werkstoff bestehen sollte. Um Gewicht einzusparen, ist es beispielsweise denkbar, dass der Rahmen aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist, wobei insbesondere die Profilteile aus Stahl, insbesondere rostfreiem Edelstahl, oder Aluminium, bestehen.

[0026] Der Rahmen kann zudem einteilig oder mehrteilig ausgestaltet sein, d.h. aus einem oder mehreren Rahmensegmenten zusammengesetzt sein. Im Falle der einteiligen Ausgestaltung ist der Rahmen bevorzugt umlaufend ausgestaltet, so dass sich die einzelnen Segmente des Rahmens unmittelbar berühren und/oder miteinander verbunden sind. Bei der mehrteiligen Ausgestaltung müssen die einzelnen Segmente dabei nicht unmittelbar miteinander verbunden sein. So ist es beispielsweise denkbar, dass der Rahmen einer Duschtasse mit quadratischem Grundriss vollständig umlaufend ausgebildet ist oder aus vier, sich an den Enden nicht berührenden bzw. nicht miteinander verbundenen Rahmensegmenten besteht, welche an den jeweiligen Seiten des Quadrates angeordnet sind und zusammen den Montagerahmen bilden.

[0027] Die erfindungsgemäße Duschflächeneinheit bringt gegenüber dem Stand der Technik mehrere Vorteile mit sich. So ist der Randbereich der Duschtasse deutlich stabilisiert, so dass es auch bei Belastung zu keiner nennenswerten Verformung kommt. Dies hat einen weiteren positiven Effekt, nämlich die langfristige und wartungsfreie Sicherstellung der Dichtigkeit im Anschlussbereich. Zudem ermöglicht die Zwischenschaltung der Randverstärkung aus Kunstharz an die obere Schicht eine sichere Anbindung des Montagerahmens an den Tassenkörper.

[0028] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Duschflächeneinheit bereits montagefertig umfassend eine Duschtasse und einen Montagerahmen bereitgestellt wird, wodurch bei der Montage nicht nur Zeit, sondern auch zusätzliches Personal eingespart werden kann. Dies liegt darin begründet, dass die erfindungsgemäße Duschflächeneinheit trotz ihrer hohen Stabilität und Belastbarkeit ein sehr geringes Gewicht aufweist.

[0029] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung, welche einzeln oder in Kombination realisierbar sind, sind in den Unteransprüchen dargestellt.

[0030] In einer Weiterbildung der Erfindung umfasst der Montagerahmen unterseitig stufenlos verstellbare Rahmenfüße, so dass die Duschflächeneinheit vor Ort einfach aufgestellt und an einen Ablauf angeschlossen werden kann. Die Rahmenfüße gewähren der Duschflächeneinheit dabei aufgrund ihrer individuellen Einstellmöglichkeit einen stabilen und sicheren Stand, da mühelos und einfach Unebenheiten und/oder ein Gefälle im Boden ausgeglichen werden kann. Diesbezüglich ist es wichtig, dass mindestens zwei, bevorzugt jedoch mehr Rahmenfüße umfasst sind.

[0031] Die Rahmenfüße können aus einem beliebigen Material bestehen, aus Stabilitätsgründen sind sie jedoch zumindest teilweise aus einem metallischen Werkstoff gefertigt. Es hat sich dabei herausgestellt, dass der Teil des Rahmenfußes, welcher mit dem Boden in Kontakt kommt, d.h. die Rahmenfußkappe, aus Kunststoff, Gummi und/oder einem Gemisch gefertigt sein kann. Dadurch wird es zusätzlich erreicht, dass die Füße auch ohne ein Additiv, wie beispielsweise einen Klebstoff, Silikon und/oder Acryl, rutschfest auf dem Boden am Montageort aufstehen.

[0032] Es ist des Weiteren denkbar, dass der Montagerahmen gar keine Rahmenfüße aufweist, sondern lediglich Vorrichtungsstellen für einen einfachen und schnellen Anschluss von Rahmenfüßen. Diese können dann fest oder lösbar befestigt sein, wie beispielsweise eingesteckt, angeklebt, angeschweißt oder eingeschraubt.

[0033] Weiterhin umfasst der Montagerahmen wenigstens ein Stahlprofil, insbesondere ein feuerverzinktes Stahlprofil und/oder ein Stahlprofil aus rostfreiem Edelstahl, an welchem die Rahmenfüße befestigt sind. Es ist dabei denkbar, dass das Stahlprofil ein beliebiges Profil aufweist, wobei die Rahmenfüße in das Profil eingreifen und daran befestigt sind. Bevorzugt ist das Stahlprofil allerdings ein U-Profil oder C- Profil.

[0034] Die Rahmenfüße können fest oder lösbar mit dem Stahlprofil verbunden sein. Eine lösbare Verbindung wird beispielsweise durch Verschrauben oder Verspannen erreicht.

[0035] Es ist im Rahmen der Erfindung als erfindungswesentlich erkannt worden, dass eine stoffschlüssige Verbindung zwischen der Randverstärkung und Montagerahmen zahlreiche Vorteile bringt. Für eine stabile stoffschlüssige Verbindung ist es zudem vorteilhaft, wenn die Verbindungsstelle zuvor entfettet und/oder angeschliffen wird. Dies erhöht die Haltbarkeit der Verbindung. So ist es in einer alternativen Weiterbildung vorgesehen, dass zwischen der Randverstärkung, welche eine glatte Oberfläche aufweist, und dem Montagerahmen zusätzlich ein Dichtvlies angeordnet, insbesondere angeklebt, ist. Diesbezüglich ist es denkbar, einen beliebigen, einem Fachmann bekannten Klebstoff zu verwenden.

[0036] Vorteilhafterweise wurde im Rahmen der Erfindung herausgefunden, dass die Verwendung eines dauerelastischen Klebstoffs, beispielsweise eines Polymerklebstoffs, positive Nebeneffekte mit sich bringt. Ein dauerelastischer Klebstoff zeichnet sich dadurch aus, Vibrationen auffangen zu können sowie unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten von Rahmen und Randverstärkung ausgleichen zu können. Ein weiterer Vorteil eines dauerelastischen Klebstoffs liegt darin, den von der Duschtasse ausgehenden Körperschall zu dämpfen und somit für ein angenehmes Duscherlebnis zu sorgen.

[0037] Unter einem "Dichtvlies" versteht sich ein Vliesstoff, d.h. ein größtenteils flexibles textiles Flächengebilde, welches sich aufgrund seiner Struktur hervorragend als Dicht-, Dämm- und/oder Polsterstoff eignet. Bevorzugt ist das Dichtvlies daher ein Sanitärdichtvlies. Die Hauptfunktion des Dichtvlieses liegt somit nicht nur in einer Abdichtung der Unterseite, sondern auch darin, Vibrationen und/oder Stöße eines Benutzers abzufangen. Damit trägt das Dichtvlies entscheidend zu einem angenehmes Duscherlebnis bei. Es versteht sich dabei, dass das Dichtvlies im Randbereich der Duschtasse angeordnet ist.

[0038] In einer Alternative der vorliegenden Erfindung ist die obere Schicht der Duschtasse aus Polymethylmethacrylat. Polymethylmethacrylat ist ein synthetischer, thermoplastischer Kunststoff, der in verschiedensten Bereichen seinen Einsatz findet. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften eignet sich Polymethylmethacrylat besonders für Sanitär- und/oder Einrichtungsbauteile, wie beispielsweise Badewannen und/oder Duschtassen.

[0039] Da die Oberseite der Duschtasse aus Polymethylmethacrylat besteht, ist sie rutschfest und/oder rutschhemmend und ermöglicht einen sicheren und zuverlässigen Stand des Benutzers. Somit wird ein Ausrutschen und/oder Schlittern auch bei feuchter Oberfläche verhindert. Zudem ist Polymethylmethacrylat leicht reinigbar, kratzfest, farbecht, farbstabil und/oder stoßfest.

[0040] Weiterhin ist es denkbar, dass zwischen der oberen Schicht und der unteren Schicht der Duschtasse ein Haftvermittler angeordnet ist, welcher zu einer Verstärkung der Haftung zwischen den beiden Schichten führt. Diesbezüglich ist es ratsam, die Rückseite der oberen Schicht vor dessen Auftrag zu entfetten und/oder anzuschleifen, um eine stabilere Verbindung herzustellen.

[0041] Unter einem "Haftvermittler" versteht ein Fachmann eine Substanz, die dazu eingesetzt wird, die Haftfestigkeit von Verbünden zu verbessern und/oder zu beschleunigen. Daher finden Haftvermittler ihren Einsatz bei stark beanspruchten Verklebungen und Beschichtung. Einem Fachmann sind geeignete Haftvermittler bekannt.

[0042] Eine Ausgestaltung der Duschflächeneinheit schlägt vor, dass die durch den Montagerahmen eingegrenzte Unterseite der Duschtasse durch ein Sandwich-Kunstharzsystem verstärkt ist. Ein derartiges Sandwicht-Kunstharzsystem weist eine hervorragende mechanische Festigkeit, d.h. Steifheit, auf, so dass die Duschtasse beständig gegenüber Deformationen ist, die durch Unterschiede und/oder Veränderungen zwischen den einzelnen Schichte, dem Montagerahmen und/oder dem Montageort hervorgerufen werden können.

[0043] In einer Weiterbildung der Ausgestaltung umfasst das Sandwich-Kunstharzsystem zwei Kunstharzlaminatschichten und eine dazwischen angeordnete Bodenplatte, wobei der Mittelfuß unterseitig des Sandwich-Kunstharzsystems befestigt ist.

[0044] Die Verwendung einer Bodenplatte aus Holz oder einem Holzwerkstoff ist bereits aus dem Stand der Technik bekannt und dient der weiteren Stabilisierung des Tassenkörpers. Dazu ist die Bodenplatte von wenigstens zwei Kunstharzlaminatschichten umschlossen, sowie über eine Kunstharzlaminatschicht an der Duschtasse, insbesondere der unteren Kunstharzschicht, befestigt.

[0045] Eine derartige Bodenplatte verhilft nicht nur der Erhöhung der Stabilität und/oder Belastbarkeit der Duschflächeneinheit, sondern ermöglicht auch die Befestigung wenigstens eines Mittelfußes, welcher beispielsweise mittels einer Mittelfußplatte einfach in der Bodenplatte verankert und/oder verschraubt werden kann. Verständlicherweise ist es auch möglich, den Mittelfuß mittels der Mittelfußplatte mit der Kunstharzschicht zu verkleben, beispielsweise mit einem dauerelastischen Klebstoff.

[0046] Weiterhin ist es denkbar, dass die Unterseite der Duschtasse wenigstens einen stufenlos verstellbaren Mittelfuß umfasst, welcher mittig der Duschtasse angeordnet und unterseitig des Sandwich-Kunstharzsystems befestigt ist. Der Mittelfuß dient dabei der Abstützung des zentralen Bereichs der Duschflächeneinheit und stabilisiert diese zusätzlich. Je nach Größe der Einheit kann auch mehr als ein Mittelfuß erforderlich sein.

[0047] Der Mittelfuß besteht aus einem beliebigen Material und ist aus Stabilitätsgründen zumindest teilweise aus einem metallischen Werkstoff gefertigt. Dabei kann der Teil des Mittelfußes, welcher mit dem Boden in Kontakt kommt, d.h. die Mittelfußkappe, aus Kunststoff, Gummi und/oder einem Gemisch gefertigt sein. Dadurch wird es zusätzlich erreicht, dass die Füße auch ohne ein Additiv, wie beispielsweise einen Klebstoff, Silikon und/oder Acryl, rutschfest auf dem Boden am Montageort aufstehen.

[0048] In einer Alternative ist der Mittelfuß und/oder die Rahmenfüße höhenverstellbar und/oder seitlich verstellbar. Die Höhenverstellung ist auf unterschiedliche Weise realisierbar, beispielsweise durch einen Spindeltrieb, d.h. einen Gewindestab und eine hiermit zusammenwirkende Mutter. Allerdings ist auch eine andere beliebige und einem Fachmann bekannte Möglichkeit der Höhenverstellung denkbar.

[0049] Zudem ist es im Rahmen der Erfindung vorgesehen, das der Mittelfuß und/oder die am Montagerahmen angeordneten Rahmenfüße seitlich verstellbar sind. Dies ist denkbar, indem beispielsweise die Mittelfußplatte und/oder das Stahlprofil des Montagerahmens als eine Art Gleitschiene für die Füße dient, um auf diese Weise die Füße in einer gewünschten Position durch Festspannen zu arretieren.

[0050] Mittels der erfindungsgemäßen Einstellmöglichkeit der Füße wird eine noch optimalere Anpassung der Duschflächeneinheit an den Boden am Montageort erreicht, um beispielsweise Ungleichheiten und/oder Höhenunterschiede des Bodens für einen sicheren und stabilen Stand der Einheit optimal auszugleichen.

[0051] In noch einer Weiterbildung der Erfindung ist es denkbar, dass das Kunstharz unterschiedlichster Art sein kann, wie beispielsweise ein Phenoplast, Aminoplast, Epoxidharz oder Polyester-Harz. Typischerweise wird bei der Herstellung ein 2-Komponenten-System verwendet, bestehend aus Harz und Härter, durch deren Vermischung das Kunstharz gebildet wird.

[0052] Erfindungsgemäß können verschiedene Kunstharze zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Polyesterharze, Polyurethanharze, Epoxidharze, Silikonharze, Vinylesterharze, Phenolharze oder Acrylharze. Bevorzugt ist das Kunstharz allerdings ein Gießharz, insbesondere ein Polyurethan-Gießharz. Das Polyurethan-Gießharz basiert in der Regel auf einem 2-Komponenten-System aus einem Polyester und einem Härter, wie beispielsweise Polyisocyanat.

[0053] Es wird davon ausgegangen, dass die Definitionen und Ausführungen der oben genannten Begriffe für alle in dieser Beschreibung im Folgenden beschriebenen Aspekte gelten, sofern nichts anders angegeben ist.

[0054] Die Erfindung stellt des Weiteren ein Verfahren zum Herstellen einer Duschflächeneinheit zur Verfügung. Hierbei wird zunächst ein Duschtassenrohling bereitgestellt, welcher lediglich aus der oberen Schicht, d.h. der Oberseite, besteht und noch relativ unstabil ist. Dabei wird die obere Schicht zunächst durch Verformen einer vorgefertigten Platte, beispielsweise aus Polymethylmethacrylat, hergestellt.

[0055] Zur Erhöhung der Stabilität und/oder Belastbarkeit der oberen Schicht wird als nächstes auf deren Rückseite eine untere Schicht und eine Randverstärkung auf den Duschtassenrohling aufgetragen. Dies ist am besten durch ausgießen mit einem selbstnivellieren Kunstharz, beispielsweise einem Polyurethan-Gießharz, realisierbar. Diese Schicht aus Kunstharz kann zusätzlich durch Glasfasern und/oder ein anderes Material verstärkt werden. Mit den vorgenannten Schritten wird somit eine Duschtasse aus dem Duschtassenrohling hergestellt.

[0056] Allerdings kann es sein, dass die hergestellte Duschtasse nicht die richtige Größe aufweist. Daher ist es weiterhin möglich, die Duschtasse vor der Weiterverarbeitung auf das passende Format zuzuschneiden, indem die Duschtasse im Bereich der Randverstärkung mittels eines geeigneten Werkzeuges und/oder einer Vorrichtung geschnitten wird. Derartige Werkzeuge und/oder Vorrichtungen sind einem Fachmann bekannt. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Randverstärkung nicht zu sehr verkürzt wird.

[0057] Es ist dabei erfindungswesentlich, dass zusätzlich die Möglichkeit eines Zuschnitts der Duschtasse bereitgestellt wird, ohne, dass die Oberfläche abplatzt. Dies wird durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Duschtasse bestehend aus oberer Schicht, beispielsweise aus Polymethylmethacrylat, einem optionalem Haftvermittler und der unteren Schicht mit Randverstärkung aus Kunstharz erstmals erreicht. Aufgrund des Aufbaus der Duschtasse ist es nun möglich, die Duschtasse zu schneiden und/oder zu fräsen, was auf aktuellem Stand der Technik nicht denkbar ist.

[0058] Weiterhin erfolgt nach einem Anschleifen und/oder Entfetten der unteren Schicht ein Anordnen eines Montagerahmens an der Randverstärkung der Duschtasse, welcher der Abstützung und/oder dem Tragen des Tassenkörpers dient. Diesbezüglich kann zuvor an der Randverstärkung ein Dichtvlies, beispielsweise ein Sanitärdichtvlies, angeklebt werden, wofür sich beispielsweise ein dauerelastischer Klebstoff eignet. Zuletzt muss der Montagerahmen noch mit der Randverstärkung der Duschtasse verbunden werden. Diese Verbindung kann ebenfalls mit einem dauerelastischen Klebstoff hergestellt werden.

[0059] Bevorzugte Ausgestaltungen des Verfahrens entsprechen den bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Duschflächeneinheit.

[0060] In einer Weiterbildung des Verfahrens wird zusätzlich der Schritt durchgeführt, dass ein Haftvermittler aufgetragen wird. Dabei ist der Haftvermittler bevorzugt zwischen der oberen Schicht und der unteren Schicht des Duschtassenrohlings bzw. der hergestellten Duschtasse angeordnet und führt zu einer Verstärkung der Haftung zwischen den beiden Schichten. Diesbezüglich ist es ratsam, die Rückseite der oberen Schicht vor dessen Auftrag zu entfetten und/oder anzuschleifen, um eine stabilere Verbindung herzustellen.

[0061] Mittels des Haftvermittlers wird es erreicht, dass die untere Schicht viel besser haftet. Zudem wird es ermöglicht, dass die Duschtasse geschnitten und/oder gefräst werden kann, ohne dass die obere Schicht abplatzt.

[0062] Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Montieren einer Duschflächeneinheit. Hierbei werden zunächst die Rahmenfüße der Duschtasse eingestellt, d.h. die Rahmenfüße werden entsprechend der Beschaffenheit und/oder Ausgestaltung des Bodens am Montageort seitlich und/oder in der Höhe verstellt. Dies ist wichtig, um einen sicheren und stabilen Stand der Duschflächeneinheit und einen gleichmäßigen und gerichteten Ablauf des Duschwassers sicherzustellen. Zudem wird der wenigstens eine Mittelfuß der Duschtasse eingestellt, d.h. seitlich und/oder in der Höhe verstellt. Bei dem Mittelfuß ist darauf zu achten, dass dieser eine geringere Höhe als die Rahmenfüße aufweist, um einen einfachen und schnellen Aufbau sicherzustellen.

[0063] Als nächstes ist es erforderlich, eine mit dem Mittelfuß verbundene Zugschnur nach außen zu verlegen und anschließend die Duschtasse auf dem Montageort aufzustellen. Im Rahmen der Erfindung ist es dabei erkannt worden, dass die Duschtasse aufgrund ihrer Ausgestaltung und der an den Füßen angebrachten Kappen bereits ohne zusätzliche Additive, wie beispielsweise Klebstoffe, Silikon oder Acryl, fest und sicher steht. Es ist natürlich auch möglich, vor dem Aufstellen der Duschtasse zusätzlich ein Haftadditiv auf die Kappen der Füße aufzubringen, um ein versehentliches Verrutschen des Tassenkörpers auf dem Boden zu vermeiden.

[0064] Als letztes erfolgt noch die Einstellung des Mittelfußes, indem an der Zugschnur solange gezogen wird, bis keine Bewegung des Mittelfußes mehr erfolgt und der Mittelfuß in Bodenkontakt gebracht ist.

[0065] Bevorzugte Ausgestaltungen des Verfahrens entsprechen den bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Duschflächeneinheit.

[0066] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Unteransprüchen. Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder zu mehreren in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren schematisch dargestellt. Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen dabei gleiche oder funktionsgleiche bzw. hinsichtlich ihrer Funktion einander entsprechende Elemente.

[0067] Im Einzelnen zeigen:

Figur 1 eine Schnittdarstellung der Duschtasse;

Figur 2 eine Schnittdarstellung der Duschtasseneinheit; und

Figur 3 eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Duschflächeneinheit.



[0068] In Figur 1 ist eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Duschtasse (110) in einer detaillierten Schnittdarstellung dargestellt. Die Duschtasse (110) ist für die Aufnahme und die Ableitung von Duschwasser verantwortlich ist und dabei typischerweise schalenartig und dünnwandig ausgebildet. Um einen bodenebenen Einbau und damit einen barrierefreien Zugang zu einer Dusche zu gewährleisten, ist der schalenartige Aufbau der Duschtasse (110) verständlicherweise sehr flach.

[0069] Die erfindungsgemäße Duschtasse (110) ist dabei zweischichtig aufgebaut und weist eine Oberseite (111) und einer Unterseite (113) auf. Die beiden Schichten (111, 113) sind mittels eines Haftvermittlers (112) stoffschlüssig miteinander verbunden und dienen der Stabilisierung der Duschtasse (110). Der Haftvermittler (112) führt zu einer Verstärkung der Haftung zwischen den beiden Schichten (111, 113).

[0070] Die obere Schicht (111) bildet die Oberseite (111) der Duschtasse (110) somit die Benutzungsoberfläche aus, auf welcher ein Benutzer beim Duschen steht. Daher ist es wichtig, dass die Oberfläche der oberen Schicht (111) rutschhemmend ausgestaltet ist. Diesbezüglich empfiehlt es sich, dass die obere Schicht (111) der Duschtasse (110) aus dem synthetischen, thermoplastischen Kunststoff Polymethylmethacrylat hergestellt ist, welcher die gewünschten Oberflächeneigenschaften wie Haptik, Optik und hinreichende Abriebfestigkeit gewährleistet.

[0071] Die sich anschließende untere Schicht (113) bildet die Unterseite (113) der Duschtasse (110) aus. Die untere Schicht (113) besteht dabei aus einem selbstnivellierenden Kunstharz und weist eine Randverstärkung (114), ebenfalls aus Kunstharz, auf. Es ist dabei erfindungswesentlich, dass die untere Schicht (113) und die Randverstärkung (114) eine gemeinsame Schicht ausbilden und in einem Arbeitsschritt gemeinsam aufgetragen werden. Diese Schicht trägt wesentlich zur mechanischen Stabilisierung des dünnwandigen Tassenkörpers (110) bei. Die Randverstärkung (114) aus Kunstharz befindet sich am Randbereich der Duschtasse (110).

[0072] Aufgrund des beschriebenen Aufbaus der Duschtasse (110) ist es erstmals möglich, die Duschtasse (110) entlang einer definierten Kante zu schneiden (115) und/oder zu fräsen, ohne, dass die Oberfläche abplatzt.

[0073] Figur 2 zeigt eine detaillierte Schnittdarstellung einer Ausgestaltung einer Duschtasseneinheit (100), welche eine Duschtasse (110), einen Montagerahmen (120) mit einem Rahmenfuß (130) und einen Mittelfuß (140) umfasst.

[0074] Die Duschtasse (110) ist weist eine dünnwandige obere Schicht (111) aus Polymethylmethacrylat und eine untere Schicht (113) auf, wobei die obere Schicht (111) die Oberseite (111) der Duschtasse (110) somit die Benutzungsoberfläche und die untere Schicht (113) die Unterseite (113) der Duschtasse (110) ausbildet. Die untere Schicht (113) besteht dabei aus einem selbstnivellierenden Kunstharz und weist eine Randverstärkung (114), ebenfalls aus Kunstharz, auf. Die beiden Schichten (111, 113) sind mittels eines Haftvermittlers (112) stoffschlüssig miteinander verbunden und dienen der Stabilisierung der Duschtasse (110).

[0075] Die Randverstärkung (114) ist wiederum mit dem Montagerahmen (120) mittels eines der Abdichtung und Dämmung dienenden Dichtvlieses (123) verbunden, wobei die Verbindung stoffschlüssig ist und durch ankleben mit einem dauerelastischen Polymerklebstoffs (122) erfolgt. Diesbezüglich ist es notwendig, dass die Randverstärkung (114) eine glatte Oberfläche aufweist, was durch die Verwendung eines selbstnivellierenden Kunstharzes in flüssigem Zustand gegeben ist, da sich eine waagerechte, sehr ebene Oberfläche ausbildet, die beim Aushärten erhalten bleibt. Die sehr glatte, ebene Oberfläche der Randverstärkung (114) bildet eine optimale Anlagefläche für den Montagerahmen (120).

[0076] Der Montagerahmen (120) ist dazu vorgesehen, die Duschtasse (110) zu tragen und/oder zu stabilisieren, sowie die Montage der Duschflächeneinheit (100) zu erleichtern. Daher ist der Montagerahmen (120) auf der Unterseite (113) der Duschtasse (110) angeordnet, mit der Randverstärkung (114) verbunden und gegenüber der Unterseite (113) höher ausgebildet.

[0077] Der Montagerahmen (120) weist ein Stahlprofil (121) auf, an welchem unterseitig ein stufenlos verstellbarer Rahmenfuß (130) angeordnet sind,

[0078] Der seitlich und/oder höhenverstellbare Rahmenfuß (130) dient der Auflage der Duschflächeneinheit (100), so dass diese vor Ort einfach aufgestellt und an den Montageort angepasst werden kann, indem Unebenheiten und/oder ein Gefälle im Boden ausgeglichen werden können. Zur Verstellbarkeit umfasst der Rahmenfuß (130) einen Gewindestab (133), an dem endseitig eine der Rutschhemmung dienende Rahmenfußkappe (131) angeordnet ist. Der Rahmenfuß (130) ist drehfest mit einer auf dem Gewindestab (133) aufsitzenden Rahmenfußmutter (132) verbunden. Durch Drehen des Rahmenfußes (130) erfolgt somit eine Höhenverstellung desselben. An dem im Inneren des Stahlprofils (121) angeordneten Teil des Gewindestabs (133) ist eine Zahnmutter (124) aufgeschraubt, die durch ihre Dimensionierung drehfest in das Stahlprofil (121) eingreift. Auf der Außenseite des Stahlprofils sind eine Lochscheibe (125) und eine weitere Mutter (126) angeordnet, mittels denen der Gewindestab (131) an dem Stahlprofil (121) arretierbar ist. Durch Lösen der Mutter (126) kann der gesamte Rahmenfuß (130) seitlich entlang des Stahlprofils (121) verschoben werden.

[0079] Die Unterseite (113) der Duschtasse (110) ist im zentralen, sich zwischen den Montagerahmen (120) befindlichen Bereich mittels eines ein Sandwich-Kunstharzsystems verstärkt. Ein derartiges Sandwicht-Kunstharzsystem weist eine hervorragende mechanische Festigkeit auf, so dass die Duschtasse (110) beständig gegenüber Deformationen ist. Das Sandwich-Kunstharzsystem umfasst dabei zwei Kunstharzlaminatschichten (117) und eine dazwischen angeordnete Bodenplatte (118), an welcher unterseitig der Mittelfuß (140) befestigt ist. Der Mittelfuß (140 ist dabei mittels einer Mittelfußplatte (142) einfach in der Bodenplatte (118) verankert und/oder verschraubt.

[0080] Auch der Mittelfuß (140) ist in der Höhe verstellbar und weist eine der Rutschhemmung dienende Mittelfußkappe (141) auf. Zudem umfasst der Mittelfuß (140) einen Gewindestab (143) und eine Spule (144). Durch Ziehen an einer auf der Spule (144) aufgewickelten Zugschnur (145) kann die Spule (144) in Drehung versetzt werden, was eine Höhenverstellung des Mittelfußes (140) bewirkt.

[0081] In Figur 3 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Duschflächeneinheit (100) in perspektivischer Ansicht von schräg unten gezeigt. Somit ist die Unterseite (113) der Duschflächeneinheit (100) zu sehen, welche sich in vorgesehener Einbauposition unten, d.h. in Richtung des Bodens, befindet.

[0082] Die Duschflächeneinheit (100) umfasst dabei eine Duschtasse (110), welche eine Oberseite und eine Unterseite (113) aufweist und der eigentlichen Aufnahme und Ableitung von Duschwasser dient, welches durch eine Ablauföffnung (116) abgeleitet wird. Die Unterseite (113) weist zudem eine sehr glatte, ebene Oberfläche und eine Randverstärkung auf, welche eine optimale Anlagefläche für einen Montagerahmen (120) bietet.

[0083] Es ist in Figur 3 deutlich zu erkennen, dass der der Montagerahmen (120) randseitig und umlaufend angeordnet ist. Der Montagerahmen (120) besteht aus Stahlprofilen und ist mittels eines dauerelastischen Polymerklebstoffs mit der Randverstärkung verklebt. Die Stahlprofile können dabei untereinander, beispielsweise durch Verschrauben oder Verschweißen, verbunden sein. In die Stahlprofile greifen eine Reihe von Rahmenfüßen (130) ein, die zur Auflage der Duschflächeneinheit (100) auf dem Boden eines Badezimmers vorgesehen sind. Die Rahmenfüße (130) sind seitlich und/oder in der Höhe verstellbar, wobei die Höhenverstellung mittels des Gewindestabs (133) erfolgt. Endseitig des Rahmenfußes (130) ist eine Rahmenfußkappe (131) angeordnet.

[0084] Die Duschflächeneinheit (100) ist im zentralen, sich zwischen den Montagerahmen (120) befindlichen Bereich mittels eines ein Sandwich-Kunstharzsystems verstärkt, welches zwei Kunstharzlaminatschichten (117) und eine dazwischen angeordnete Bodenplatte (118) aufweist. In die Bodenplatte (118) ist ein Mittelfuß (140 mittels einer Mittelfußplatte (142) verankert und/oder verschraubt. Der Mittelfuß (140) ist ebenfalls in der Höhe verstellbar und weist eine der Rutschhemmung dienende Mittelfußkappe (141) auf. Zudem umfasst der Mittelfuß (140) einen Gewindestab (143) und eine Spule (144), auf welcher eine Zugschnur (145) aufgewickelt ist.

[0085] Der Vorteil der dargestellten Duschflächeneinheit (100) liegt in der montagefertigen Auslieferung. Am Montageort ist es lediglich notwendig, die Füße (130, 140) auf die gewünschte Höhe bzw. auf die gewünschte seitliche Position einzustellen. Durch die individuelle Höhenverstellung ist es möglich, Bodenunebenheiten optimal und einfach auszugleichen. Dabei sollte der Mittelfuß (140) eine geringere Höhe als die Rahmenfüße (130) aufweist, um einen einfachen und schnellen Aufbau sicherzustellen. Als nächstes wird die mit dem Mittelfuß (140) verbundene Zugschnur (145) nach außen verlegt und anschließend die Duschtasse (100) auf dem Montageort aufgestellt.

[0086] Um ein versehentliches Verrutschen der aufgestellten Duschflächeneinheit (100) zu verhindern, ist es möglich, auf die Fußkappen (131, 141) einen Montagekleber aufzutragen. Aufgrund der rutschhemmenden Eigenschaften der Fußkappen (131, 141) ist dies allerdings nicht zwingend nötig. Danach wird die Zugschnur (145) so weit abgewickelt, dass der Mittelfuß 20 auf eine etwas geringere Höhe eingestellt ist als die Füße 12

[0087] Als letztes erfolgt noch die Einstellung des Mittelfußes (140), indem an der Zugschnur (145) solange gezogen wird, bis keine Bewegung des Mittelfußes (140) mehr erfolgt und der Mittelfuß (140) in Bodenkontakt gebracht ist.

Bezugszeichenliste



[0088] 
100
Duschflächeneinheit
110
Duschtasse
111
Oberseite; obere Schicht
112
Haftvermittler
113
Unterseite; untere Schicht
114
Randverstärkung
115
Zuschnittkante
116
Ablauföffnung
117
Kunstharzlaminatschicht
118
Bodenplatte
120
Montagerahmen
121
Stahlprofil
122
dauerelastischer Klebstoff
123
Dichtvlies
124
Zahnmutter
125
Lochscheibe
126
Mutter
130
Rahmenfuß
131
Rahmenfußkappe
132
Rahmenfußmutter
133
Gewindestab
140
Mittelfuß
141
Mittelfußkappe
142
Mittelfußplatte
143
Gewindestab
144
Spule
145
Zugschnur



Ansprüche

1. Duschflächeneinheit (100) für den bodenebenen Einbau umfassend

- eine wenigstens zweischichtig aufgebaute Duschtasse (110) mit einer Oberseite (111) und einer Unterseite (113), wobei die obere Schicht (111) die Oberseite (111) ausbildet und die untere Schicht (113), welche die Unterseite (113) ausbildet, aus Kunstharz besteht und eine Randverstärkung (114) aus Kunstharz aufweist; und

- einen Montagerahmen (120), welcher auf der Unterseite (113) der Duschtasse (110) angeordnet ist, mit der Randverstärkung (114) verbunden ist und gegenüber der Unterseite (113) der Duschtasse (110) höher ausgebildet ist;

dadurch gekennzeichnet, dass die untere Schicht (113) und die Randverstärkung (114) eine Schicht ausbilden.
 
2. Duschflächeneinheit (100) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen (120) unterseitig stufenlos verstellbare Rahmenfüße (130) umfasst.
 
3. Duschflächeneinheit (100) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagerahmen (120) wenigstens ein Stahlprofil (121) umfasst, an welchem die Rahmenfüße (130) befestigt sind.
 
4. Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Randverstärkung (114) und dem Montagerahmen (120) ein Dichtvlies (123) angeordnet ist.
 
5. Duschflächeneinheit (100) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Schicht (111) der Duschtasse (110) aus Polymethylmethacrylat ist.
 
6. Duschflächeneinheit (100) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der oberen Schicht (111) und der unteren Schicht (113) der Duschtasse (110) ein Haftvermittler (112) angeordnet ist.
 
7. Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durch den Montagerahmen (120) eingegrenzte Unterseite (113) der Duschtasse (110) durch ein Sandwich-Kunstharzsystem verstärkt ist.
 
8. Duschflächeneinheit (100) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Sandwich-Kunstharzsystem zwei Kunstharzlaminatschichten (117) und eine dazwischen angeordnete Bodenplatte (118) umfasst.
 
9. Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite (113) der Duschtasse (110) wenigstens einen stufenlos verstellbaren Mittelfuß (140) umfasst, welcher mittig der Duschtasse (110) angeordnet und unterseitig des Sandwich-Kunstharzsystems befestigt ist.
 
10. Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelfuß (140) und/oder die Rahmenfüße (130) höhenverstellbar und/oder seitlich verstellbar ist.
 
11. Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunstharz ein Gießharz, insbesondere ein Polyurethan-Gießharz ist.
 
12. Verfahren zum Herstellen einer Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche umfassend die Schritte:

- Bereitstellen eines Duschtassenrohlings;

- Auftragen einer unteren Schicht (113) und einer Randverstärkung (114) auf den Duschtassenrohling;

- Herstellen einer Duschtasse (110) aus dem Duschtassenrohling;

- Anordnen eines Montagerahmens (120) an der Randverstärkung (114) der Duschtasse (110); und

- Verbinden des Montagerahmens (120) mit der Randverstärkung (114) der Duschtasse (110).


 
13. Verfahren nach Anspruch 12 umfassend den Schritt:

- Auftragen eines Haftvermittlers (112).


 
14. Verfahren zum Montieren einer Duschflächeneinheit (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche umfassend die Schritte:

- Einstellen der Rahmenfüße (130) und/oder des Mittefußes (140) einer Duschtasse (110);

- Verlegen einer Zugschnur (145);

- Aufstellen der Duschtasse auf einen Montageort; und

- Einstellen des Mittelfußes (140).


 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente