Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Setzgerät für Befestigungselemente, mit einem Treibkolben,
der mit einem primären Antrieb antreibbar ist, und mit einem sekundären Antrieb. Die
Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Setzgeräts.
Stand der Technik
[0002] Aus der deutschen Patentschrift
DE 103 25 920 B4 ist ein über expandierbare Gase antreibbares Setzgerät für Befestigungselemente bekannt,
mit einer Kolbenführung, in der ein Treibkolben versetzbar gelagert ist und mit einer
Kolbenrückführeinrichtung, über die der Treibkolben nach einem Setzvorgang wieder
in eine Ausgangsstellung bewegt wird, wobei die Kolbenrückführeinrichtung ein elektromotorisches
Antriebsmittel und wenigstens eine Transmissionseinrichtung zur Übertragung der motorischen
Stellkraft auf den Treibkolben aufweist.
Darstellung der Erfindung
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein leichtes und handliches Setzgerät zu schaffen,
das die Bereitstellung einer großen Setzenergie ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe ist bei einem Setzgerät für Befestigungselemente, mit einem Treibkolben,
der mit einem primären Antrieb antreibbar ist, und mit einem sekundären Antrieb, dadurch
gelöst, dass der primäre Antrieb in einem Hybridantrieb für den Treibkolben so mit
dem sekundären Antrieb kombiniert ist, dass der Treibkolben antriebsmäßig sowohl mit
dem primären als auch mit dem sekundären Antrieb antreibbar ist. Der sekundäre Antrieb
wird nicht nur, wie bei dem aus der deutschen Patentschrift
DE 103 25 920 B4 bekannten Setzgerät, zur Rückführung des Treibkolbens verwendet. Gemäß einem wesentlichen
Aspekt der Erfindung ist der sekundäre Antrieb in dem Hybridantrieb so mit primären
Antrieb kombiniert, dass der sekundäre Antrieb auch zusätzlich, zumindest unterstützend,
oder alleine zum Beschleunigen des Treibkolbens verwendet werden kann.
[0005] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Setzgeräts ist dadurch gekennzeichnet, dass
der primäre Antrieb ein Gasantrieb ist. Der Begriff Gasantrieb bedeutet in Zusammenhang
mit dem Setzgerät, dass der Treibkolben über ein expandierbares Gas angetrieben wird.
Eine definierte Menge des expandierbaren Gases wird vorzugsweise in einer Brennkammer
durch eine geeignete Zündeinrichtung, wie eine Zündkerze, gezündet. Dann expandiert
das expandierbare Gas schlagartig, wodurch der Treibkolben beschleunigt wird.
[0006] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Setzgeräts ist dadurch gekennzeichnet,
dass der sekundäre Antrieb ein elektromotorischer Antrieb ist. Der elektromotorische
Antrieb wird nicht nur zum Aufbringen einer Stellkraft auf den Treibkolben verwendet,
sondern besonders vorteilhaft zum Aufbringen einer Antriebskraft auf den Treibkolben,
um diesen zu beschleunigen. Der elektromotorische Antrieb kann aber auch dazu verwendet
werden, den Treibkolben in Richtung eines Brennraums zu bewegen, um expandierbares
Gas in dem Brennraum zu komprimieren, insbesondere vorzukomprimieren oder aufzuladen.
[0007] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Setzgeräts ist dadurch gekennzeichnet,
dass der sekundäre Antrieb antriebsmäßig mit einer Kolbenstange des Treibkolbens verbunden
ist. Die antriebsmäßige Verbindung zwischen dem sekundären Antrieb und der Kolbenstange
des Treibkolbens kann zum Beispiel durch ineinandergreifende Verzahnungen oder durch
ein Reibradgetriebe dargestellt werden.
[0008] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Setzgeräts ist dadurch gekennzeichnet,
dass der primäre und der sekundäre Antrieb steuerungsmäßig mit einer gemeinsamen Steuereinheit
verbunden sind. Über die gemeinsame Steuereinheit wird zum Beispiel der als Gasantrieb
ausgeführte primäre Antrieb, insbesondere ein Verbrennungsvorgang in dem Brennraum
des primären Antriebs, gesteuert. Zur Steuerung der Verbrennung wird insbesondere
die Gasdosierung und Zündung des expandieren Gases in dem Brennraum gesteuert. Zur
Steuerung des elektromotorischen Antriebs, der vorzugsweise den sekundären Antrieb
darstellt, ist zum Beispiel mindestens ein Elektromotor steuerungsmäßig mit der gemeinsamen
Steuereinheit verbunden. Die Steuerung der beiden Antriebe über die gemeinsame Steuereinheit
erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit von einem aktuellen Eintreibenergiebedarf.
[0009] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Setzgeräts ist dadurch gekennzeichnet,
dass dem sekundären Antrieb eine Kupplung zugeordnet ist, die ein Abkoppeln des sekundären
Antriebs von dem Treibkolben ermöglicht. Das liefert den Vorteil, dass der sekundäre
Antrieb, insbesondere der elektromotorische Antrieb, bedarfsabhängig ein- oder ausgekuppelt
werden kann.
[0010] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben eines vorab beschriebenen
Setzgeräts. Durch die erfindungsgemäße Kombination der beiden Antriebe in dem Hybridantrieb
für den Treibkolben werden Betriebsarten des Setzgeräts ermöglicht, die mit herkömmlichen
Setzgeräten nicht darstellbar sind. Das wirkt sich besonders vorteilhaft auf einen
im Hinblick auf den benötigten Energiebedarf optimierten Betrieb des Setzgeräts aus,
der insbesondere in Abhängigkeit vom aktuellen Eintreibenergiebedarf gesteuert wird.
[0011] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass
das Setzgerät mindestens eine erste Betriebsart, in welcher der Treibkolben alleine
durch den primären Antrieb beschleunigt wird, und mindestens eine zweite Betriebsart
aufweist, in welcher der Treibkolben durch den primären und den sekundären Antrieb
beschleunigt wird. Die erste Betriebsart entspricht einem Standard-Verbrennungsantrieb.
Nach einem Setzvorgang kann der Treibkolben durch eine bei Gasgeräten übliche thermische
Kolbenrückführung und/oder durch den sekundären Antrieb wieder in eine Ausgangslage
zurückgestellt werden. Die zweite Betriebsart wird auch als Hybridantrieb bezeichnet.
In der zweiten Betriebsart wird der Treibkolben vorzugsweise durch den vom primären
Antrieb bereitgestellten Verbrennungsdruck und durch den elektrischen Antrieb, der
den sekundären Antrieb darstellt, beschleunigt.
[0012] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass das Setzgerät mindestens eine dritte Betriebsart aufweist, in welcher der Treibkolben
alleine durch den sekundären Antrieb beschleunigt wird. Diese Betriebsart wird auch
als Elektroantrieb bezeichnet. Die dritte Betriebsart eignet sich besonders vorteilhaft
für Anwendungsbereiche, in denen eine relativ geringe Setzenergie benötigt wird.
[0013] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass der sekundäre Antrieb verwendet wird, um einen Brennraum des primären Antriebs
mit Hilfe des Treibkolbens aufzuladen. Diese Betriebsart wird auch als Verbrennungsantrieb
mit Aufladung bezeichnet. Der sekundäre Antrieb wird dabei verwendet, um expandierbares
Gas in dem Brennraum des primären Antriebs zu komprimieren, insbesondere vorzukomprimieren.
Eine anschließende Kolbenbeschleunigung des Treibkolbens erfolgt dann durch den in
Folge der Aufladung erhöhten Verbrennungsdruck. Dadurch kann mehr Setzenergie freigesetzt
werden als mit herkömmlichen Setzgeräten.
[0014] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass der primäre Antrieb, insbesondere eine Gasdosierung und/oder eine Zündung des
primären Antriebs, über eine gemeinsame Steuerung gesteuert wird, über die auch der
sekundäre Antrieb gesteuert wird. Die gemeinsame Steuerung ermöglicht auf einfache
Art und Weise den Betrieb des Setzgeräts in Abhängigkeit vom Eintreibenergiebedarf
energetisch zu optimieren.
[0015] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Computerprogrammprodukt mit einem Programmcode
zum Durchführen des vorab beschriebenen Verfahrens, insbesondere, wenn das Programm
in der gemeinsamen Steuerung des Setzgeräts ausgeführt wird.
[0016] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele
im Einzelnen beschrieben sind.
[0017] Die einzige beiliegende Figur zeigt eine vereinfachte Darstellung eines erfindungsgemäßen
Setzgeräts.
Ausführungsbeispiele
[0018] In der beiliegenden Figur ist ein Setzgerät 1 mit einem Gehäuse 2 stark vereinfacht
dargestellt. Das Gehäuse 2 umfasst einen (nicht dargestellten) Handgriff, an dem das
Setzgerät 1 zum Eintreiben eines Befestigungselements 6 anpackbar ist, das an einem
Setzende 5 aus dem Setzgerät 1 austritt und in einen (ebenfalls nicht dargestellten)
Untergrund eintreibbar ist.
[0019] Die verwendeten Befestigungselemente 6 werden vorzugsweise über ein geräteinternes
(nicht dargestelltes) Magazin bereitgestellt, das in der Nähe des Setzendes 5 an dem
Setzgerät 1 angebracht ist. Aus dem Magazin werden die Befestigungselemente 6, vorzugsweise
einzeln, automatisch entnommen und in einer Elementführung 4 am Setzende 5 bereitgestellt.
[0020] Zum Eintreiben der Befestigungselemente 6 in den Untergrund benötigte Energie wird
über einen Treibkolben 7, der in einer Kolbenführung 3 geführt ist, auf das Befestigungselement
6 in der Kolbenführung 3 übertragen.
[0021] Zum Eintreiben der Befestigungselemente 6 in den Untergrund benötigte Energie wird
zum Beispiel in einem Brennstoffbehälter 8 im Inneren des Setzgeräts 1 bereitgestellt.
Bei dem Brennstoff in dem Brennstoffbehälter 8 handelt es sich vorzugsweise um ein
expandierbares Gas, wie Flüssiggas. Daher wird der Brennstoffbehälter 8 auch als Gasdose
oder Gaskartusche bezeichnet.
[0022] Der Brennstoffbehälter 8 ist über eine verstellbare beziehungsweise regelbare Dosiereinrichtung
10 und eine Verbindungsleitung 11 mit einer Brennkammer oder einem Brennraum 12 verbindbar.
Die Dosiereinrichtung 10 ist vorzugsweise als Dosierventil ausgeführt.
[0023] In dem Brennraum beziehungsweise der Brennkammer 12 wird Brennstoff, also Gas, aus
dem Brennstoffbehälter 8 mit Luft zu einem brennfähigen Gemisch vermischt, das durch
eine Zündeinrichtung 14 gezündet wird, um ein Befestigungselement 6, wie einen Bolzen
oder einen Nagel, aus der Elementführung 4 am Setzende 5 in den Untergrund einzutreiben.
Die zum Eintreiben benötigte Energie wird beim Betätigen eines Abzugs oder Triggers
des Setzgeräts 1 über den Treibkolben 7 von der Brennkammer 12 auf das Befestigungselement
6 am Setzende 5 übertragen.
[0024] Zu Steuerungszwecken ist in dem Setzgerät 1 eine Steuerung oder Steuerungseinheit
20 angeordnet. Von der Steuerung 20 erstreckt sich eine Steuerleitung 16, die auch
als Zündkabel bezeichnet wird, zu der Zündeinrichtung 14 im Brennraum 12. Über das
Zündkabel 16 wird das zündfähige Gemisch im Brennraum 12 mit Hilfe der Zündeinrichtung
14 gezündet. Über eine Steuerleitung 17 ist die Dosiereinrichtung10 steuerungsmäßig
mit der Steuerung 20 verbunden.
[0025] Die Brennkammer 12, die Zündeinrichtung 14 und die Dosiereinrichtung 10 mit dem Brennstoffbehälter
8 stellen einen primären Antrieb 21 für den Treibkolben 7 dar. Der primäre Antrieb
21 ist in einem Hybridantrieb für den Treibkolben 7 mit einem sekundären Antrieb 22
kombiniert.
[0026] Der sekundäre Antrieb 22 ist als elektromotorischer Antrieb mit einer elektrischen
Energieversorgungseinrichtung 23 und einem Elektromotor 24 ausgeführt. Die elektrische
Energieversorgungseinrichtung 23 ist zum Beispiel als Batterie beziehungsweise Akkumulator
ausgeführt und über eine Energieversorgungsleitung an dem Elektromotor 24 angeschlossen.
[0027] Darüber hinaus ist der Elektromotor 24 über eine Steuerleitung 18 steuerungsmäßig
mit der Steuerung 20 verbunden. Somit stellt die Steuerung 20 eine gemeinsame Steuerung
für den primären Antrieb 21 und den sekundären Antrieb 22 dar.
[0028] Der den sekundären Antrieb 22 darstellende elektromotorische Antrieb ist über eine
Kopplungseinrichtung 25 antriebsmäßig mit einer Kolbenstange 30 des Treibkolbens 7
verbunden. Die Kopplungseinrichtung 25 umfasst ein drehfest mit einer Antriebswelle
des Elektromotors 24 verbundenes Zahnrad 26.
[0029] Das Zahnrad 26 hat eine Außenverzahnung 27, die sich mit einer linearen Verzahnung
28 in Eingriff befindet, die an der Kolbenstange 30 des Treibkolbens 7 ausgebildet
ist. Die Kopplungseinrichtung 25 kann mit einer (nicht dargestellten) Kupplung kombiniert
sein, die ein Einkuppeln und Auskuppeln des Elektromotors 24 ermöglicht.
[0030] Durch ein mit der Steuerung 20 verbundenes Rechteck 34 ist ein Display des Setzgeräts
1 angedeutet. Durch ein ebenfalls mit der Steuerung 20 verbundenes Rechteck 35 ist
eine Eingabeeinrichtung des Setzgeräts 1 angedeutet. Über das Display 34 werden betriebsabhängige
Informationen des Setzgeräts 1 außen für eine Bedienperson sichtbar dargestellt. Über
die Eingabeeinrichtung 35 können von der Bedienperson Eingaben an dem Setzgerät 1
getätigt werden.
[0031] In der beiliegenden Figur ist durch eine Linie 38 eine erste Position oder Ausgangslage
des Treibkolbens 7 angedeutet. Durch eine Magneteinrichtung 40 wird der Treibkolben
7 in seiner ersten Position oder Ausgangslage gehalten. Die Magneteinrichtung 40 umfasst
zum Beispiel zwei Magnete, deren Nord- und Südpole durch Rechtecke angedeutet sind.
Alternativ oder zusätzlich kann der Treibkolben 7 durch Reibung in seiner Ausgangslage
oder ersten Position 38 gehalten werden.
[0032] Durch den primären Antrieb 21 und/oder den sekundären Antrieb 22 kann der Treibkolben
7 aus seiner ersten Position oder Ausgangslage 38 in seine in der Figur dargestellte
zweite Position bewegt werden. Durch die damit verbundene Beschleunigung des Treibkolbens
7 kann das Befestigungselement 6 am Ende 5 des Setzgeräts 1 in den Untergrund eingetrieben
werden.
[0033] Nach dem Setzvorgang kann der Treibkolben 7 durch die bei Gasgeräten übliche thermische
Kolbenrückführung oder durch den sekundären Antrieb 22 mit dem Elektromotor 24 und
der Kopplungseinrichtung 25 wieder in seine Ausgangslage oder erste Position 38 gebracht
werden.
[0034] Der den sekundären Antrieb darstellende elektromotorische Antrieb 22 kann, wie dargestellt,
über die an der Kolbenstange 30 mechanisch angreifende Motoreinheit 24 erfolgen. Alternativ
oder zusätzlich können der elektrische Antrieb über ein (nicht dargestelltes) Spulensystem
auf der Kolbenführungsseite und einen entsprechenden Gegenpart auf der Kolbenseite,
zum Beispiel in Form eines Tauchankers, erfolgen. Diese Art des elektrischen Antriebs
ähnelt einem Hubkolbenmagnet.
[0035] Das erfindungsgemäße Setzgerät kann in fünf verschiedenen Betriebsarten betrieben
werden. In einer ersten Betriebsart, die auch Standard-Verbrennungsantrieb bezeichnet
wird, wird der Treibkolben 7 ausschließlich über den mit dem primären Antrieb 21 bereitgestellten
Verbrennungsdruck beschleunigt.
[0036] Der Treibkolben 7 befindet sich vor der Verbrennung in seiner Ausgangslage oder ersten
Position 38, die auch als hinterste Position bezeichnet wird. Durch das Zünden des
brennfähigen Gemischs in der Brennkammer 12 mit Hilfe der Zündeinrichtung 14 wird
der Treibkolben 7 schlagartig in die in der Figur dargestellte zweite Position bewegt,
wobei der Treibkolben 7 beschleunigt wird.
[0037] In einer zweiten Betriebsart, die auch als Hybridantrieb bezeichnet wird, wird der
Treibkolben sowohl durch den mit dem primären Antrieb 21 bereitgestellten Verbrennungsdruck
als auch durch den elektrischen Antrieb beschleunigt, der den sekundären Antrieb 22
darstellt. Dabei wird der Verbrennungsprozess im Hybridantrieb genauso wie in der
ersten Betriebsart gestartet. Durch die gemeinsame Steuerung 20 für die beiden Antriebe
21 und 22 wird bei der Kolbenbeschleunigung zusätzlich der Elektromotor 24, der dem
sekundären Antrieb 22 zugeordnet ist, zugeschaltet.
[0038] In einer dritten Betriebsart wird der sekundäre oder elektromotorische Antrieb 22,
der auch als elektrischer Antrieb bezeichnet wird, zur Vorkompression des brennfähigen
Gemischs im Brennraum 12 verwendet. Die Kolbenbeschleunigung erfolgt durch den in
Folge der Aufladung erhöhten Verbrennungsdruck. Die dritte Betriebsart wird auch als
Verbrennungsantrieb mit Aufladung bezeichnet.
[0039] Der Treibkolben 7 befindet sich anfänglich in seiner in der Figur dargestellten zweiten
Position vor der hinteren Stellung 38. Zum Erreichen einer höheren Sauerstoffkonzentration
in der Brennkammer 12 bewegt der elektromotorische Antrieb 22 den Treibkolben 7 nach
hinten, das heißt auf die Brennkammer 12 zu. Dadurch wird die Luft im Brennraum 12
komprimiert.
[0040] Gleichzeitig erfolgt die Einspritzung des Gases aus dem Brennstoffbehälter 8 über
die Dosiereinrichtung 10 in den Brennraum 12. Dann erfolgt die Zündung durch die Zündeinrichtung
14. Die anschließende Verbrennung mit dem Druckaufbau beschleunigt den Kolben und
bewegt den Kolben 7 aus seiner Ausgangslage 38 wieder in seine zweite in der Figur
dargestellte Position.
[0041] Der elektromotorische Antrieb 22 ist in der dritten Betriebsart vorzugsweise nur
während der Aufladungsphase mit dem Treibkolben 7 gekoppelt. Anschließend wird der
Treibkolben 7 mechanisch oder elektrisch gesteuert außer Eingriff mit dem Treibkolben
7 gebracht. Dadurch wird auf einfache Art und Weise eine unerwünschte Fehlbelastung
während des Arbeitshubs des Treibkolbens 7 verhindert.
[0042] In einer vierten Betriebsart wird der Treibkolben 7 zusätzlich durch den elektrischen
Antrieb 22 auch in Arbeitsrichtung beschleunigt. Das Vorkomprimieren der Luft in dem
Brennraum 12 erfolgt wie in der dritten Betriebsart. Bei der Beschleunigung des Treibkolbens
7 wird aber zusätzlich der elektromotorische Antrieb 22 zum Beschleunigen des Treibkolbens
7 zugeschaltet. Die vierte Betriebsart wird auch als Hybridantrieb mit Aufladung bezeichnet.
[0043] In einer fünften Betriebsart wird der Treibkolben 7 ausschließlich durch den elektromotorischen
Antrieb 22 beschleunigt. Die fünfte Betriebsart wird auch als Elektroantrieb bezeichnet.
Die fünfte Betriebsart mit dem Elektroantrieb eignet sich besonders für Anwendungsfälle,
in denen nur eine relativ geringe Setzenergie benötigt wird, um das Befestigungselement
6 in den Untergrund einzutreiben. Der Treibkolben 7 befindet sich zu Beginn des Elektroantriebs
ebenfalls in seiner ersten Position oder Ausgangslage 38.
[0044] Das erfindungsgemäße Setzgerät 1 mit dem Hybridantrieb kann leichter als ein herkömmliches
Gasgerät und auch leichter als ein batteriebetriebenes Setzgerät ausgeführt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Setzgerät 1 können durch den Hybridantrieb höhere Setzenergien
erreicht werden als mit herkömmlichen Setzgeräten.
[0045] Die verschiedenen Möglichkeiten zum Kombinieren der einzelnen Antriebe 21 und 22
ermöglicht eine sehr große Variation der Setzenergie. Bei reduzierter Setzenergie
kann gegenüber Standardenergieeinstellungen, wie zum Beispiel einer Kolbenvorlaufverstellung,
Gas beziehungsweise Akkukapazität eingespart werden.
1. Setzgerät (1) für Befestigungselemente (6), mit einem Treibkolben (7), der mit einem
primären Antrieb (21) antreibbar ist, und mit einem sekundären Antrieb (22), dadurch gekennzeichnet, dass der primäre Antrieb (21) in einem Hybridantrieb für den Treibkolben (7) so mit dem
sekundären Antrieb (22) kombiniert ist, dass der Treibkolben (7) antriebsmäßig sowohl
mit dem primären (21) als auch mit dem sekundären (22) Antrieb antreibbar ist.
2. Setzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der primäre Antrieb (21) ein Gasantrieb ist.
3. Setzgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Antrieb (22) ein elektromotorischer Antrieb ist.
4. Setzgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Antrieb (22) antriebsmäßig mit einer Kolbenstange (30) des Treibkolbens
(7) verbunden ist.
5. Setzgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der primäre (21) und der sekundäre (22) Antrieb steuerungsmäßig mit einer gemeinsamen
Steuereinheit (20) verbunden sind.
6. Setzgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem sekundären Antrieb (22) eine Kupplung zugeordnet ist, die ein Abkoppeln des sekundären
Antriebs (22) von dem Treibkolben (7) ermöglicht.
7. Verfahren zum Betreiben eines Setzgeräts (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Setzgerät (1) mindestens eine erste Betriebsart, in welcher der Treibkolben (7)
alleine durch den primären Antrieb (21) beschleunigt wird, und mindestens eine zweite
Betriebsart aufweist, in welcher der Treibkolben (7) durch den primären (21) und den
sekundären (22) Antrieb beschleunigt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Setzgerät (1) mindestens eine dritte Betriebsart aufweist, in welcher der Treibkolben
(7) alleine durch den sekundären Antrieb (22) beschleunigt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Antrieb (22) verwendet wird, um einen Brennraum (12) des primären Antriebs
(21) mit Hilfe des Treibkolbens (7) aufzuladen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der primäre Antrieb (21), insbesondere eine Gasdosierung und/oder eine Zündung des
primären Antriebs (21), über eine gemeinsame Steuerung (20) gesteuert wird, über die
auch der sekundäre Antrieb (22) gesteuert wird.
11. Computerprogrammprodukt mit einem Programmcode zum Durchführen eines Verfahrens nach
einem der Ansprüche 7 bis 10, insbesondere, wenn das Programm in der gemeinsamen Steuerung
(20) des Setzgeräts (1) ausgeführt wird.