[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wännedämmverbund, insbesondere einen plattenförmigen
Wärmedämmverbund. Ferner betrifft die Erfindung ein Wärmedämmverbundareal, insbesondere
Wärmedämmplattenareal, umfassend Wärmedämmverbünde bzw. Wärmedämmplatten. Auch betrifft
die Erfindung einen Wandaufbau, umfassend mindestens einen Wärmedämmverbund oder ein
Wärmedämmverbundareal. Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
von Wandaufbauten.
[0002] In verstärktem Umfang werden Gebäude nachträglich mit einer Wärmedämmung ausgestattet.
Auch bei Neubauten wird der Wärmedämmung zwecks Energieeinsparung besonderes Augenmerk
geschenkt. Die Fassadendämmung, d.h. die an der Außenseite der Gebäudeaußenwand angebrachte
Wärmeisolierung ist bereits seit Jahrzehnten etabliert. Vorgaben des Denkmal- und
Ensembleschutzes sowie anderweitige Verordnungen oder Wünsche des Bauherrn lassen
jedoch eine solche außenseitige Fassadendämmung häufig nicht zu. In diesen Fällen
gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, auf die Innendämmung von Gebäuden, d.h. auf
die Anbringung der Wärmedämmung an der Innenseite der Gebäudeaußenwand zu wechseln.
[0003] Bei der Ausführung der Innendämmung ist aus unterschiedlichsten Gründen wichtig,
auf eine fachgerechte Ausführung zu achten. Grundsätzlich stehen für die Innendämmung
verschiedene Systeme zur Verfügung, beispielsweise solche mit und ohne Dampfbremsen
bzw. -sperren, kapillarleitende Dämmstoffe sowie Verbundplatten mit integriertem Dämmstoff.
Dampfdichte Innendämmungen haben den Nachteil, dass sie schon bei kleinen Reparaturen
oder Installationen leicht beschädigt werden können und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.
Des Weiteren ist zu beachten, dass der Feuchtehaushalt einer Gebäudeaußenwand, insbesondere
Schlagregenwand durch eine Innendämmung merklich zum Nachteil beeinflusst werden kann.
Denn eine Gebäudefassade nimmt im Laufe eines Jahres Wasser auf, was solange keine
Schäden verursacht, wie das feuchte Mauerwerk im Sommer nach innen abtrocknen kann.
Nach Anbringen einer dampfdichten Innendämmung ist dies nicht mehr möglich. Es kommt
zur Ansammlung von Feuchtigkeit hinter dem Dämmmaterial, und das Mauerwerk wird kontinuierlich
nasser. Hiermit steigen die Gefahr der Schimmelbildung und auch das Frostschadenrisiko.
Bauschäden sind dann nicht mehr auszuschließen.
[0004] Kapillaraktive bzw. -leitfähige Innendämmungen verwenden keine Dampfsperre. Die vorangehend
geschilderten Nachteile treten bei einer solchen Innendämmung regelmäßig nicht oder
nur abgeschwächt auf, je nach Güte der Innendämmung.
[0005] Zur kapillaraktiven Innendämmung werden z.B. homogene offenporige mineralische Platten
eingesetzt. Hierzu gehören Calciumsilikatplatten wie das kommerziell erhältliche Produkt
Calsitherm, mineralische Dämmstoffe, die als Füllstoff Perlite enthalten, z.B. das
Produkt Tectem, und der Porenbeton Multipor. In diesem Zusammenhang sei auch auf die
DE 197 23 426 C1 und die
DE 10 2010 005 361 A1 verwiesen. Die wesentliche Gemeinsamkeit dieser Dämmplatten ist, dass das homogene
Material gleichzeitig die beiden Funktionen Wärmedämmung und kapillare Leitfähigkeit
erfüllen muss, es stellt somit zwangsläufig nur einen Kompromiss dar. Diese Platten
haben im Allgemeinen eine Rohdichte von ca. 120 bis 300 kg/m
3 bei einer Wärmeleitfähigkeit (trocken) von ca. 0,045 bis 0,065 W/mK.
[0006] Des Weiteren werden zur kapillaraktiven Innendämmung Platten aus geblähtem Kork,
wie in der
DE 10 2007 025303 A1 beschrieben, eingesetzt, deren durch die ganze Platte hindurchgehende Hohlräume unter
Vakuum mit modifiziertem Lehm verfüllt worden sind. Während das erste Material für
die Wärmedämmung verantwortlich ist (Kork), dient das weitere Material (Lehm) für
die Kapillarleitfähigkeit. Die Rohdichte der gefüllten Korkplatte beträgt 120 bis
150 kg/m
3 bei einer Wärmeleitfähigkeit (trocken) zwischen 0,04 bis 0,06 W/mK. Gewünscht sind
regelmäßig bessere Wärmedämmwerte.
[0007] In der
EP 2 447 431 A2 dient eine Platte aus expandiertem Polystyrol, deren einzelne vorgeschäumte Kugeln
noch weitgehend rund sind und nur wenig von der sonst üblichen Polyederform in Polystyrolplatten
angenommen haben, als für die Wärmedämmung zuständige Komponente. Diese Platte ist
mit durchgehenden und teilweise verbundenen Hohlräumen durchzogen, die, ähnlich wie
in
DE 10 2007 025 303 A1, unter Vakuum mit einer Zusammensetzung auf Kalk/Zementbasis als kapillarleitfähigem
Material verfüllt worden sind. Wesentliches Merkmal der vorangehend beschriebenen
Ausgestaltung von Dämmplatten ist, dass im Grunde genommen zwei einzelne anisotrope
Gerüste, eines zuständig für die Wärmedämmung und eines für die kapillare Leitfähigkeit,
ineinander gestellt sind. Demzufolge gibt es weder für die Wärme- noch für die Kapillarleitung
eine Vorzugsrichtung.
[0008] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung können Dämmplatten, wie der
EP 86 681 B1 zu entnehmen ist, auch über schachbrettartig angeordnete Dämmplattenabschnitte verfügen,
die über kapillaraktive quaderförmige Stege verbunden sind. Dämmplatten mit quaderformigen
kapillarleitfähigen Stegen finden sich auch in der
DE 10 2010 044 791 A1 und
DE 10 2010 044 789 A1 offenbart. Die Stege sind aus Calciumsilikat hergestellt, bei den Dämmplatten handelt
es sich um Vakuumisolationspaneele und alukaschierten Polyurethanhartschaum.
[0009] In der
WO 92/10624 wird eine Dämmplatte mit durchgehenden Bohrungen versehen, die nach dem Anbringen
an die Wand mit kapillarleitfähigem Material zu befüllen sind. Dämmplatten mit mit
kapillaraktivem Material gefüllten durchgehenden Bohrungen werden auch in der
DE 10 2007 040 938 A1,
EP 2 183 099 A1,
DE 10 2007 040 938 und
DE 10 2011 050 830 A1 beschrieben. Darüber hinaus wird in der
EP 2 183 099 A1 und der
DE 10 2007 040 938 empfohlen, sowohl die Sichtseite, d.h. die nach dem Einbau dem Innenraum zugewandte
Seite der kapillaraktiven Dämmplatte, als auch deren Tauwasserseite, d.h. die nach
dem Einbau regelmäßig der Innenseite einer Gebäude(außen)wand zugewandte Seite jeweils
mit einer kapillarleitfahigen Beschichtung zu versehen, um einen Flüssigkeitstransport
zu bewerkstelligen. Diese Art der beidseitigen Beschichtung bringt insbesondere bei
Einbringung größerer Mengen an Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit über die Gebäudeaußenwand
in die beschriebene kapillaraktive Dämmplatte die Gefahr der Fleckenbildung bzw. der
Abzeichnung der kapillarleitfähigen Durchtritte bzw. der Abzeichnung der kapillarleitfähigen
Fugen dieser kapillarleitfähigen Dämmplatte auf der Sichtseite, beispielsweise auf
einem auf der kapillarleitfähigen Beschichtung der Dämmplatte aufgebrachten Oberputz
oder einem auf dieser Beschichtung aufgebrachten Farbanstrich, z.B. bedingt durch
lokalen Flüssigkeitsdurchtritt und/oder durch Tauwasseranlagerung, mit sich.
[0010] Viele Dämmmaterialien, die aus Fasern hergestellt sind, sind häufig nicht oder nicht
ausreichend kapillarleitfähig, obwohl sie eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aufweisen.
Auch sie bedürfen der zusätzlichen Ausrüstung mit einem kapillarleitfähigen Material,
was ebenfalls durch entsprechend gefüllte Löcher sichergestellt werden kann.
[0011] Die bislang verfügbaren kapillaraktiven Dämmplatten weisen unterschiedlichste Mängel
auf.
[0012] Dämmstoffe, wie in der
DE 197 23 426 C1 und
DE 10 2010 005 361 A1 offenbart, sind verhältnismäßig schwer und haben im trockenen Zustand deutlich schlechtere
Dämmeigenschaften als die für die Außendämmung üblichen Dämmstoffe (wie EPS, PU oder
PF). Aufgrund ihrer hohen Rohdichte und der wegen der nur mäßigen Wärmedämmung benötigten
höheren Plattendicke für eine vergleichbare Energieeinsparung ist auch der Ressourcenverbrauch
bei den vorangehend genannten Dämmstoffen hoch. Diese Dämmstoffe sind zudem in der
Regel mechanisch kaum belastbar, was sich an den häufig kleinen Plattenmaßen zeigt,
die in der Praxis angewendet werden müssen. Es kommt nicht selten bei der Erstellung
einer gedämmten Innenwand zu Aus- und Abbrüchen, besonders an Plattenecken, die dann
häufig mit Mörtel verfüllt werden, der jedoch keine wärmedämmenden Eigenschaften hat,
mithin eine Wärmebrücke darstellt. Herstellungsbedingt können außerdem großflächig
Risse und Blasen nicht ausgeschlossen werden. In diesen Bereichen ist die Kapillarleitung
unterbrochen.
[0013] Dämmstoffe, wie in der
WO 92/10624 beschrieben, setzen im Allgemeinen nicht geringe Mengen an kapillarleitendem Material
ein. Damit wird wertvoller Platz für die wärmedämmende Komponente verschenkt. Auch
ist die Herstellung dieser Dämmstoffe häufig nicht trivial. Zudem ist der maschinelle
Aufwand hoch. Aufgrund des erforderlichen Vakuums können die Anlagen nur kleindimensionierte
Blöcke mit dem kapillaraktiven Material befüllen.
[0014] Bei den Dämmplatten gemäß
DE 10 2007 040 938 A1 und
DE 10 2011 050 830 A1 hat man festgestellt, dass sich kühlere Stellen, d.h. die Bereiche der Durchbrüche
enthaltend kapillaraktives Material, erfahrungsgemäß mit der Zeit dunkel abzeichnen.
Auf der Innenseite der Wand entsteht dann ein unerwünschtes Muster. Zur Vermeidung
dieses Effekts ist es deshalb regelmäßig erforderlich, eine mindestens 5 bis 10 mm
dicke Endbeschichtung eines gut wärmeleitenden Materials vorzusehen. Gemäß der
DE 10 2010 44 791 A1 und
DE 10 2010 044 789 A1 wird hierfür auf ca. 10 mm dicke Deckplatten zurückgegriffen.
[0015] Es wäre wünschenswert, auf Dämmstoffe bzw. Dämmplatten zurückgreifen zu können, welche
nicht mehr mit den Nachteilen des Stands der Technik behaftet sind und die insbesondere
eine durchgehend gute Wärmedämmung sicherstellen. Der vorliegenden Erfindung lag daher
die Aufgabe zu Grunde, Dämmstoffe zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile des
Stands der Technik überwinden und die insbesondere eine Gebäudeinnendämmung ermöglichen,
die konstruktiv leicht umzusetzen ist und die gleichzeitig die Gefahr von Wärmebrücken
minimiert bzw. vollständig ausschließt, und zwar ohne auf eine Dampfsperre angewiesen
zu sein. Der vorliegenden Erfindung lag ferner die Aufgabe zu Grunde, eine Innendämmung
verfügbar zu machen, die preiswert ist und die das Problem der Tauwasserbildung und/oder
das Problem der Schimmelbildung minimiert bzw. eliminiert. Ferner lag der Erfindung
die Aufgabe zu Grunde, Dämmmaterialien bzw. Dämmstoffe zur Verfügung zu stellen, die
sich durch eine gute Biegefestigkeit auszeichnen. Eine Aufgabe der Erfindung war weiterhin,
baustellengerechte, schnell zu verlegende große Plattenmaße zu ermöglichen und eine
baustellengerechte Stabilität zur Verfügung zu stellen. Aufgabe der Erfindung war
auch, eine leicht schleifbare Oberfläche zur Verfügung zu stellen, um die Entfernung
von Unebenheiten nach Aufkleben der Dämmplatten auf die Innenseite der Außenwand bequem
zu ermöglichen. Ferner war es eine Aufgabe der Erfindung, mit Hilfe einer Innendämmung
ein unabhängig von der Jahreszeit angenehmes Raumklima zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten.
Insbesondere lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Dämmmaterialien
für die Innendämmung zur Verfügung zu stellen, die auf der Sichtseite keine Abzeichnungen
bilden und die nicht zur Bildung von Feuchteflecken oder -linien oder Salzausblühungen
neigen und mit denen gleichzeitig das Problem der Tauwasserbildung und das Problem
der Schimmelbildung minimiert bzw. eliminiert werden kann, ohne zugleich signifikante
Zugeständnisse bei den Wärmedämmeigenschaften machen zu müssen.
[0016] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird demgemäß gelöst durch einen Wärmedämmverbund,
insbesondere plattenförmiger Wärmedämmverbund, mit einer ersten Seite, insbesondere
Feucht- bzw. Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten Seite, insbesondere
Trocken- bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit und darin
und/oder zwischen zwei benachbarten Dämmmaterialeinheiten mindestens ein Segment,
das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt, wobei das
mindestens eine Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite
bis zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite endet,
unter Ausbildung eines kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments mit kapillarleitfähigem
Material gefüllt ist, so dass Flüssigkeit durch den kapillarleitfähigen Abschnitt
mittels Kapillarleitung von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss
transferierbar ist.
[0017] Das sich von der ersten bis zur zweiten Seite erstreckende Segment bzw. die sich
von der ersten bis zur zweiten Seite erstreckenden Segmente des erfindungsgemäßen
Wärmedämmverbunds lassen sich demgemäß unterteilen in einen kapillarleitfähigen bzw.
kapillarleitenden Abschnitt, d.h. einen Abschnitt, der mit kapillarleitfähigem Material
gefüllt ist und durch den Flüssigkeit von der ersten Seite des Wärmedämmverbunds bis
zum Kapillarleitungsabschluss mittels Kapillarleitung transferiert wird, und einen
weiteren Abschnitt, der sich von diesem Kapillarleitungsabschluss bis zu der zweiten
Seite des Wärmedämmverbunds erstreckt und der nicht mit kapillarleitfähigem bzw. kapillarleitendem
Material befüllt ist, so dass ein Transport von Flüssigkeit durch das Segment von
der ersten bis zur zweiten Seite nur bis zum Kapillarleitungsabschluss mittels Kapillarleitung
erfolgt und von diesem Kapillarleitungsabschluss bis zur zweiten Seite des Wärmedämmverbunds
sowie gegebenenfalls auch darüber hinaus im Wesentlichen nicht oder zumindest nicht
überwiegend mittels Kapillarleitung, sondern mittels Diffusion erfolgt. Bei der hier
zu transportierenden Flüssigkeit handelt es sich um Wasser bzw. wässrige Systeme,
wie sie bei Gebäudewänden z.B. als Tau-, Kondens- oder Schlagregenwasser anfallen
[0018] In zweckmäßigen Ausgestaltungen ist der Abstand von dem Kapillarleitungsabschluss
zur zweiten Seite größer 3 mm und liegt insbesondere im Bereich von 5 bis 15 mm. Ferner
kann vorgesehen sein, dass der Abschnitt des Segments von dem Kapillarleitungsabschluss
bis zur zweiten Seite diffusionsaktives Material, das insbesondere nicht oder nicht
überwiegend kapillarleitfähig ist, enthält. Während der Feuchtetransport von der ersten
Seite bis zum Kapillarleitungsabschluss des kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments
mittels Kapillarleitung erfolgt, wird dieser Feuchtetransport von dem Kapillarleitungsabschluss
in Richtung der zweiten Seite mittels Diffusion fortgesetzt. Auf diese Weise gelingt
es, Abzeichnungen bzw. Feuchteflecken an den innenraumseitigen Austrittsstellen der
zu unterbinden.
[0019] Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Wärmedämmverbünde zeichnen sich dadurch aus,
dass die zweite Seite mindestens im Bereich des sich von der ersten Seite bis zur
zweiten Seite erstreckenden mindestens einen Segments, insbesondere im Bereich sämtlicher
Segmente, abschnittweise oder vollständig, insbesondere vollständig, mit mindestens
einer ersten diffusionsaktiven Beschichtung versehen ist und dass der oder die Kapillarleitungsabschlüsse
der kapillarleitfähigen Abschnitte und die erste diffusionsaktive Beschichtung nicht
miteinander in Kontakt stehen. Hierbei kann die erste diffusionsaktive Beschichtung
kapillarleitend oder nicht kapillarleitend sein. In letzterem Fall ist die Beschichtung
vorzugsweise gebildet aus einem oder enthaltend ein erstes hydrophobes oder hydrophobiertes
Beschichtungsmaterial.
[0020] In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Wärmedämmverbund mindestens zwei, insbesondere quaderförmige oder würfelförmige, Dämmmaterialeinheiten
mit jeweils einer Längen-, Höhen- und Breitenausdehnung und mit einem Kantenverlauf
bzw. -fläche zumindest abschnittsweise entlang der Längenund Breitenausdehnung umfasst,
wobei benachbarte Dämmmaterialeinheiten entlang der aneinander anliegenden bzw. der
einander zugewandten Kantenverläufe mit mindestens einer, insbesondere mittels Streichen,
Rollen, Rakeln, Gießen und/oder Sprühen aufgetragenen, bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung
unter Ausbildung des mindestens einen kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments
miteinander verklebt sind, wobei die aus dieser Kleberzusammensetzung gebildete Klebeschicht
im ausgehärteten Zustand kapillarleitfähig ist und sich beginnend von der ersten Seite
in Richtung der zweiten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen
der zweiten Seite endet, erstreckt und wobei vorzugsweise mindestens zwei benachbarte
Klebeschichten, insbesondere sämtliche Klebeschichten, mindestens abschnittsweise
im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0021] Die kapillaraktiven Kleberschichten können bevorzugt über eine Dicke von z.B. 0,2
mm bis 3 mm und besonders bevorzugt von 0,3 mm bis 1,2 mm verfügen. Auf der ersten
und/oder der zweiten Seite der erfindungsgemäßen Wärnedämmverbünde, insbesondere Wärmedämmplatten,
nehmen die Kleberschichten dabei in der Summe in einer besonders bevorzugten Ausgestaltung
nur etwa 0,1 bis 5 %, bevorzugt 0,5 bis 3 % und besonders bevorzugt 1,0 bis 1,5 %,
der Gesamtfläche der jeweiligen Seitenfläche ein. Auf diese Weise kann sichergestellt
werden, dass der ursprüngliche Dämmstoff, d.h. das Schaumstoffprodukt und/oder der
Faserstoff, nur wenige Milliwatt pro Meter und Kelvin an Dämmleistung verliert. In
weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde ist auch darin zu sehen,
dass es in einer Ausgestaltung möglich ist, dass das Volumen an kapillarleitfähiger
Klebeschicht, bezogen auf das Gesamtvolumen des Wärmedämmverbunds, nicht mehr als
1 Vol.-% beträgt. Selbst bei diesen geringen Volumenanteilen und auch noch bei Volumenanteilen
unterhalb 1 % stellt sich der erfindungsgemäße Effekt ein. Die Wärmeleitfähigkeit
des eigentlichen Materials wird durch die Klebeschicht nicht bzw. kaum merklich beeinträchtigt.
Es ist von Vorteil, dass die schmalen kapillaraktiven Klebeschichten nicht als Wärmebrücke
dienen. Überdies hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen, dass sich in der Nutzungsphase
diese kapillarleitfähigen Klebeschichten nicht auf der Oberfläche, z.B. in Form einer
Verdunkelung, abzeichnen, und auch dann nicht, wenn nur ein sehr dünner Putz verwendet
wird. Hierzu trägt auch maßgeblich bei, dass die Kapillarleitungsabschlüsse der kapillarleitfähigen
Abschnitte der Segmente bzw. Klebeschichten beabstandet von der zweiten Seite enden
und damit nicht in Kontakt mit einer auf der zweiten Seite aufliegenden Putzschicht
stehen.
[0022] Mit den erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunden bzw. -dämmplatten und wird Flüssigkeit,
die zunächst mittels Kapillarleitung über die kapillarleitfähigen Abschnitte der Segmente
bzw. die kapillarleitfähigen Kleberschichten durch die mindestens eine Dämmmaterialeinheit
von der ersten Seite zu dem Kapillarleitungsabschluss, der beabstandet von der gegenüberliegenden
zweiten Seite vorliegt, gelangt, sodann mittels Diffusion der zweiten Seite und insbesondere
einer dort vorliegenden ersten diffusionsaktiven Beschichtung zugeführt und durch
diese diffusionsaktive Beschichtung breitflächig mittels Diffusion in Richtung des
Innenraums abgegeben.
[0023] Ein Wärmedämmverbund im Sinne der vorliegenden Erfindung soll auch schon eine Wärmedämmplatte,
beispielsweise aus geschäumtem Kunststoffmaterial, wie EPS, die mit mindestens einem
kapillarleitfähigen Abschnitt mindestens eines Segments von der ersten Seite bis zum
Kapillarleitungsabschluss versehen ist, gemeint sein. Mit dem Begriff Verbund soll
demgemäß zum Ausdruck gebracht werden, dass neben mindestens einer Dämmmaterialeinheit
mindestens ein Segment mit einem kapillarleitfälhigen Abschnitt enthaltend kapillarleitfähiges
Material zugegen zu sein hat.
[0024] Unter einer diffusionsaktiven Beschichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung soll
eine solche Beschichtung verstanden werden, bei der der Feuchtetransport vollständig
bzw. im Wesentlichen vollständig mittels Diffusion vonstattengeht, nicht jedoch mittels
Kapillarleitung. Bei den diffusionsaktiven Beschichtungen der vorliegenden Erfindung
spielt folglich der Feuchtetransport mittels Kapillarleitung keine bzw. allenfalls
eine unmaßgebliche, untergeordnete Rolle. Demgemäß ist die erste (und/oder zweite
und/oder dritte) diffusionsaktive Beschichtung nicht oder im Wesentlichen nicht kapillarleitfahig.
[0025] Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird, bei dem erfindungsgemäßen Wärmedämmverbund
für die Innendämmung (d.h. an der Innenseite der Gebäudeaußenwand) bei der ersten
Seite auch von der Feucht- bzw. Tauwasserseite und bei der zweiten Seite von der Trockenseite
bzw. der dem Innenraum zugewandten Seite gesprochen. Im Sinne der vorliegenden Erfindung
werden die Begriffe kapillarleitend und kapillaraktiv hier stets synonym verwandt.
[0026] Dabei kann vorgesehen sein, dass mindestens eine Dämmmaterialeinheit, vorzugsweise
mindestens zwei benachbarte und besonders bevorzugt sämtliche Dämmmaterialeinheiten
aus Faserstoffen und/oder Schaumstoffprodukten, insbesondere Schaumstoffprodukten,
gebildet sind oder diese umfassen. Geeignete Faserstoffe können ausgewählt werden
aus der Gruppe bestehend aus Mineralwolle, Kunststofffasern, hydrophob ausgerüstete
Holzfasern, insbesondere Holzweichfasern, Hanffasern, Holzwolle, Baumwolle und Zellulosefasern
bzw. Bestandteilen hiervon oder deren beliebigen Mischungen.
[0027] Die Verwendung von Schaumstoffprodukten ist dabei bevorzugt. Geeignete Schaumstoffprodukte
können ausgewählt werden aus der Gruppe bestehend aus Schaumglas, expandierten Styrolpolymeren,
insbesondere expandiertem Polystyrol, expandiertem Polypropylen, Elastomerschaum,
Polyisocyanuratschaum, Polyethylenschaum, Phenolharzschaum, Polyurethanhartschaum,
Harnstoff-Formaldehydharzschaum, hydrophobierte Kieselsäure, hydrophobierte Aerogele,
extrudierten Styrolpolymeren, insbesondere extrudiertem Polystyrolschaum, expandiertem
Kork oder deren beliebigen Mischungen.
[0028] Besonders bevorzugt greift man für die erfindungsgemäßen Wännedämmverbünde auf solche
Ausführungsvarianten zurück, bei denen mindestens eine Dämmmaterialeinheit, insbesondere
die mindestens zwei, vorzugsweise benachbarten, Dämmmaterialeinheiten und besonders
bevorzugt sämtliche Dämmmaterialeinheiten, expandierte oder extrudierte Styrolpolymere,
insbesondere expandiertes oder extrudiertes Polystyrol, umfassen oder hieraus bestehen.
[0029] Beispielsweise kommen natürliche, d.h. weiße expandierte Styrolpolymerisate, z.B.
Polystyrol, ebenso in Frage wie schwarz eingefärbte Styrolpolymerisate (beispielsweise
das Produkt Neopor), wie aus der
EP 981 574 bekannt. Darüber hinaus kann für die Wärmedämmverbünde bzw. Wärmedämmeinheiten der
vorliegenden Erfindung selbstverständlich auch auf solche expandierten Styrolpolymerisatprodukte
zurückgegriffen werden, die aus einer Mischung aus weißen, d.h. unpigmentierten, Styrolpolymerisatpartikeln
und Pigment enthaltenden, beispielsweise Graphit oder Ruß enthaltenden Styrolpolymerisatpartikeln
gebildet sind. Derartige Dämmplatten mit einem gesprenkelten Erscheinungsbild finden
sich zum Beispiel in der
EP 1 731 552 offenbart.
[0030] Die den Wärmedämmverbund bildenden bzw. hierin enthaltenen Dämmmaterialeinheiten
haben vorzugsweise eine quaderförmige, z.B. plattenförmige, oder eine würfelförmige
Grundform.
[0031] Besonders geeignete Wärmedämmverbünde sind plattenförmig und stellen demgemäß eine
Wärmedämmplatte dar, insbesondere umfassend eine erste und eine gegenüberliegende
zweite Seite.
[0032] Es hat sich als besonders zweckmäßig erwiesen, für den kapillarleitfähigen Abschnitt
eines Segments solche kapillarleitfähigen Materialien und für die Klebeschicht solche
bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzungen zu verwenden, die als Bindemittel, insbesondere
ausschließlich, mineralische Bindemittel enthalten. Besonders gute Resultate stellen
sich auch dann ein, wenn das kapillarleitfähige Material bzw. die bindemittelhaltige
Kleberzusammensetzung keine Füllstoffe enthalten. In einer solchen Ausführungsform
ist die kapillarleitende Wirkung, die das aus dem kapillarleitfähigen Material gebildete
Segment und/oder die aus der Kleberzusammensetzung gebildete Klebeschicht im ausgehärteten
Zustand aufweist, besonders ausgeprägt.
[0033] Geeignete mineralische Bindemittel umfassen oder bestehen insbesondere aus hydratischen
und/oder hydraulischen Bindemitteln und sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Zement, Kalk, Gips, Tonerdeschmelzzement, Wasserglas oder beliebigen
Mischungen hiervon.
[0034] Die erfindungsgemäßen Klebeschichten bzw. die kapillarleitfähigen Materialien des
Segments zeichnen sich im ausgehärteten Zustand dadurch aus, dass sie mit Wasser benetzbar
sind, insbesondere eine im Wesentlichen vollständige Benetzbarkeit mit Wasser vorliegt.
Besonders geeignete ausgehärtete kapillaraktive Klebeschichten bzw. kapillarleitfähge
Materialien und/oder die hierfür verwendeten mineralischen Bindemittel weisen dabei
vorzugsweise einen Kontaktwinkel (auch Randwinkel oder Benetzungswinkel genannt) mit
Wasser im Bereich von 0° bis weniger als 90° auf, besonders bevorzugt von 0° oder
nahezu 0°. Diese Materialien verfügen demgemäß in einer Ausgestaltung über eine Kapillaraktivität,
wie sie zum Beispiel von den aus dem Stand der Technik bekannten Calciumsilicatplatten
bekannt ist. Geeignete Materialien, die der Kleberzusammensetzung bzw. den kapillarleitfähigen
Materialien des Segments ebenfalls zugegeben werden können, umfassen zum Beispiel
auch aktivierte Tonerde, Tonmineralien wie Bentonite und Atapulgite, Zeolithe, Superabsorber,
Rheologiehilfsmittel oder beliebige Mischungen dieser Komponenten. In einer weiteren
Ausgestaltung ist vorgesehen, der bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung und/oder
den kapillarleitfähigen Materialien des Segments hygroskopische Salze zwecks Erhöhung
der kapillarleitenden Wirkung zugegeben werden.
[0035] Eine Vergleichmäßigung der Wassertransportfähigkeit stellt sich insbesondere auch
dadurch ein, dass man zwei oder mehr verschiedene kapillarleitfähige Materialien als
Bestandteil der Kleberzusammensetzung oder der Materialien für den kapillarleitfähigen
Abschnitt eines Segments miteinander kombiniert. Hierbei ist eine solche Ausführungsform
von besonderem Vorteil, bei der das kapillaraktive Material mit den gröberen Poren
zur Außenwand und das kapillaraktive Material mit den feineren Poren zum Innenraum
hin innerhalb der Klebeschicht des erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunds vorliegen.
Natürlich lassen sich die beiden vorangehend skizzierten Ausführungsformen auch kombinieren.
[0036] Ein geeignetes, verwendbares kapillarleitfahiges bindemittelhaltiges Klebematerial
bzw. kapillarleitfähiges Material für den kapillarleitfähigen Abschnitt eines Segments
hat vorzugsweise eine Rohdichte im Bereich von 0,1 bis 2,0 kg/l, und besonders bevorzugt
von 0,5 bis 1,5 kg/l. Die bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung bzw. das kapillarleitfähige
Material für den kapillarleitfähigen Abschnitt enthält die, vorzugsweise hydraulischen
und/oder hydratischen, Bindemittel und Wasser vorteilhafter Weise in einem Verhältnis,
dass die vorangehend beschriebenen Trockendichten erreicht werden.
[0037] Bei den besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünden enthält die bindemittelhaltige
Kleberzusammensetzung bzw. das kapillarleitfähige Material für den kapillarleitfähigen
Abschnitt mindestens ein Fasermaterial, insbesondere Kunststofffasern, Naturfasern,
Mineralfasern, z.B. Basalt- Keramik- und/oder Glasfasern, oder beliebige Mischungen
hiervon. Als Fasern kommen zusätzlich oder alternativ auch Hohlfasern und/oder Nanoröhrchen
in Betracht. Letztere haben den Vorteil, dass sie ebenfalls am Kapillartransport teilnehmen
können. Darüber hinaus können bei den erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünden, zusätzlich
oder alternativ, auch Fasermatten bzw. -gewebe in die Klebeschicht integriert, eingearbeitet
bzw. aufgelegt werden.
[0038] Sollen verschiedene kapillarleitfahige Materialien zum Einsatz kommen, kann der Auftrag
von Kleberzusammensetzungen beispielsweise auch nacheinander erfolgen.
[0039] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Fasern z.B. eine Länge im Bereich von
2 bis 40 mm, insbesondere im Bereich von 4 bis 20 mm, und besonders bevorzugt im Bereich
von 8 bis 15 mm, aufweisen. Dabei ist besonders bevorzugt, dass die durchschnittliche
Länge der Fasern bei maximal 16 mm, insbesondere bei maximal 12 mm und besonders bevorzugt
bei maximal 8 mm, liegt. Demgemäß kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass
das kapillarleitfähige Material des kapillarleitfähigen Abschnitts eines Segments
und/oder die bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung mindestens ein Fasermaterial,
insbesondere Kunststofffasern, Naturfasern, Mineralfaser, z.B. Basalt-, Keramik- und/oder
Glasfasern, oder beliebige Mischungen hiervon, enthält, vorzugsweise mit einer durchschnittlichen
Länge der Fasern von maximal 16 mm, insbesondere von maximal 12 mm und besonders bevorzugt
von maximal 8 mm. Mit dem Fasermaterial kann eine Verstärkung, Elastifizierung und/oder
Verminderung der Schwindung der Klebeschichten bzw. der kapillarleitfähigen Abschnitte
erreicht werden. Zusätzlich oder alternativ können Fasern auch auf die frisch aufgetragene
Klebeschicht aufgestreut oder aufgeblasen werden.
[0040] In einer besonders geeigneten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde
umfasst das kapillarleitfähige Material für die kapillarleitfähigen Abschnitte der
Segmente bzw. die Klebeschicht, d.h. die Kleberzusammensetzung mindestens eine mineralische
Komponente, z.B. Silikate wie Aluminiumsilikate, beispielsweise Schichtsilikate, Fasern,
beispielsweise Glasfasern, vorzugsweise in einer durchschnittlichen Länge von maximal
12 mm oder von maximal 8 mm, Gips und Zement. Hierbei wird Zement vorzugsweise als
Hauptkomponente eingesetzt.
[0041] Als besonders vorteilhaft haben sich auch solche erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde
erwiesen, bei denen die Klebeschicht im ausgehärteten Zustand über eine durchschnittliche
Dicke von maximal 1,0 mm, insbesondere von maximal 0,7 mm und besonders bevorzugt
von maximal 0,5 mm verfügt. Darüber hinaus auch solche Wärmedämmverbünde besonders
geeignet, bei denen die Klebeschicht im ausgehärteten Zustand über eine maximale Dicke
von 2,0 mm, insbesondere 1,5 mm und besonders bevorzugt 1,0 mm verfügt. In einer besonders
zweckmäßigen Ausführungsvariante hat es sich als vorteilhaft erwiesen, der bindemittelhaltigen
Kleberzusammensetzung mindestens ein Stützkorn zuzugeben. Auf diese Weise gelingt
die exakte Einhaltung einer gewünschten Schichtdicke besonders zuverlässig. Auch sind
grobe Zuschläge wie z.B. Bimsgranulat möglich.
[0042] Die bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung liefert zum einen eine kapillarleitfähige
(Klebe)-Schicht und zum anderen stellt sie die Verklebung der Dämmmaterialeinheiten
untereinander sicher.
[0043] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass die
durchschnittliche Breite der Dämmmaterialeinheiten und/oder der Kantenverläufe im
Bereich von 10 mm bis 200 mm, insbesondere Bereich von 20 mm bis 160 mm und vorzugsweise
Bereich von 40 mm bis 140 mm liegt.
[0044] Solche Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde lösen die der Erfindung
zu Grunde liegenden Probleme in besonders zufriedenstellender Weise, bei denen die
erste Seite mindestens im Bereich des sich von der ersten Seite bis zur zweiten Seite
erstreckenden kapillarleitfähigen Abschnitts mindestens eines Segments, abschnittweise
oder vollständig, insbesondere vollständig, mit mindestens einer ersten kapillarleitfältigen
Beschichtung aus einem oder enthaltend mindestens ein erstes kapillarleitfähiges Beschichtungsmaterial
oder abschnittweise oder vollständig, insbesondere vollständig, mit mindestens einer
zweiten diffusionsaktiven Beschichtung aus einem zweiten oder enthaltend mindestens
ein zweites hydrophobes oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial versehen ist und
wobei der kapillarleitfähige Abschnitt mindestens eines Segments und die erste kapillarleitfähige
Beschichtung oder die zweite diffusionsaktive Beschichtung miteinander in Kontakt
stehen.
[0045] Besonders bevorzugt ist die erste Seite, insbesondere im Bereich der sich von der
ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckenden Klebeschicht, zumindest abschnittweise,
insbesondere vollständig, mit mindestens einem kapillaraktiven ersten Beschichtungsmaterial
unter Ausbildung einer ersten kapillaraktiven Beschichtung versehen ist, das zumindest
abschnittsweise kapillaraktiv verbunden ist mit mindestens einer Klebeschicht bzw.
mindestens einem kapillaraktiven Segment.
[0046] Dabei ist insbesondere eine solche Gestaltungsvariante eines erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunds
von Vorteil, bei der die erste Seite im Wesentlichen vollflächig mit dem ersten kapillarleitfähigen
Beschichtungsmaterial unter Ausbildung der ersten kapillarleitfähigen Beschichtung
versehen ist und/oder die zweite Seite im Wesentlichen vollflächig mit dem ersten
hydrophoben bzw. hydrophobierte Beschichtungsmaterial unter Ausbildung der ersten
diffusionsaktiven Beschichtung versehen ist.
[0047] Es hat sich in einer Ausgestaltung als besonders zweckmäßig erwiesen, dass das erste
und das zweite hydrophobe oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial im Wesentlichen
übereinstimmen, insbesondere hinsichtlich Zusammensetzung und/oder Dicke des Auftrags
dieser Beschichtungsmaterialien, und/oder dass das erste kapillarleitfähige Beschichtungsmaterial
die bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung oder das kapillarleitfähige Material
des kapillarleitfähigen Abschnitts eines Segments umfasst oder hieraus gebildet ist
und/oder dass das kapillarleitfähige Material des kapillarleitfähigen Abschnitts des
Segments bzw. der Segmente und die bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung im Wesentlichen
übereinstimmen.
[0048] Es reicht in der Regel aus, wenn die erste und/oder zweite kapillarleitfähige Beschichtung
nur wenige zehntel Millimeter dick ist. Schon auf diese Weise lässt sich die Zu- und
Ableitung ggf. anfallenden Wassers zu den kapillaraktiven Klebestreifen merklich verbessern.
[0049] Besonders guten Resultate hinsichtlich einer gesteigerten Kapillaraktivität stellen
sich auch dadurch ein, dass die erste kapillarleitfahige Beschichtung beabstandet
von der Klebeschicht über eine geringere Dicke verfügt als im Bereich, insbesondere
in Richtung der Verlängerung, der Klebeschicht.
[0050] Ein besonders zweckmäßiger erfindungsgemäßer Wärmedämmverbund zeichnet sich auch
dadurch aus, dass mindestens zwei benachbarte Klebeschichten, insbesondere sämtliche
Klebeschichten, mindestens abschnittsweise im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0051] Mit den erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünden lassen sich die Klebeschichten in vorteilhafter
Weise derart ausrichten, dass sie nach Anbringung an der Gebäudewand im Wesentlichen
horizontal verlaufen. Ein Vorteil dieser im Wesentlichen horizontalen Anordnung der,
insbesondere benachbarten, Klebeschichten ist, dass, kommt es z.B. zu einem punktuellen
Feuchtigkeitsanfall hinter der Dämmplatte, die Flüssigkeit wegen der Schwerkraft nach
unten abfließt und hierbei auf eine kapillarleitfähige Klebeschicht trifft. Feuchtigkeit
kann sich bei dieser Anordnung nicht flächendeckend ausbreiten.
[0052] Um die Wassertransportfahigkeit vorzugsweise in jedem Abschnitt von der Innenseite
der Außenwand zum Innenraum hin zu vergleichmäßigen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
innerhalb der Wärmedämmverbünde zum Innenraum hin mehr bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung
aufzutragen. Demgemäß können die Klebeschichten auch mit nicht gleichbleibender Dicke
ausgeführt sein. Vielmehr sind auch solche erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde von
Vorteil, insbesondere auch im Hinblick auf eine gesteigerte Kapillaraktivität, bei
denen die Dicke der Klebeschicht von der ersten Seite zur zweiten Seite hin, d.h.
zur Innenraumseite hin, insbesondere kontinuierlich, zunimmt.
[0053] Der erfindungsgemäße Wärmedämmverbund stellt vorzugsweise eine Wärmedämmplatte, insbesondere
eine Innenwärmedämmplatte, vorzugsweise mit einer polygonalen Grundform, insbesondere
ausgewählt aus quadratischen, rechteckigen, dreieckigen Grundformen, dar.
[0054] In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist ferner vorgesehen, dass die mindestens
eine Klebeschicht, insbesondere sämtliche Klebeschichten, des erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunds
sich entlang der, insbesondere gesamten, Längsausdehnung desselben erstrecken.
[0055] In einer ebenfalls besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der
erfindungsgemäße Wärmedämmverbund ferner über mindestens eine auf die erste diffusionsaktive
Beschichtung aufgetragene Haftvermittlerlage verfügt.
[0056] In einer weiteren besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Wärmedämmverbund ferner über mindestens eine diffusionsaktive Putzbeschichtung, insbesondere
Oberputzbeschichtung, vorzugsweise auf Silikatbasis, auf der Haftvermittlerlage oder
auf der ersten diffusionsaktiven Beschichtung verfügt.
[0057] In einer weiteren besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Wärmedämmverbund ferner über mindestens eine diffusionsaktive Farbbeschichtung, insbesondere
umfassend eine Silikat- oder Silikatdispersionsfarbe, verfügt.
[0058] In einer weiteren besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Wärmedämmverbund ferner über mindestens ein an oder in der ersten diffusionsaktiven
Beschichtung vorliegendes, vorzugsweise in diese Beschichtung partiell oder vollständig
eingebettetes, Armierungsgewebe, insbesondere auf Basis von Glasfasern, verfügt.
[0059] In einer weiteren besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Wärmedämmverbund ferner über mindestens eine dritte diffusionsaktive Beschichtung
oder mindestens eine zweite kapillarleitfahige Beschichtung, insbesondere in Form
einer Klebeschicht, auf der auf der ersten Seite vorliegenden mindestens einen ersten
kapillarleitfähigen Beschichtung aus dem oder enthaltend das erste kapillarleitfähige
Beschichtungsmaterial, verfügt.
[0060] Das erste kapillarleitfähige Beschichtungsmaterial bzw. der erste kapillarleitfähige
Beschichtungsauftrag, der für die erste kapillarleitfähige Beschichtung der ersten
Seite, d.h. der Feucht- bzw. Tauwasserseite des Wärmedämmverbunds vorgesehen ist,
kann, muss aber nicht mit dem zweiten kapillarleitfähigen Beschichtungsmaterial bzw.
dem zweiten kapillarleitfähigen Beschichtungsauftrag für die zweite kapillarleitfähige
Beschichtung übereinstimmen. Erstes wie auch zweites Beschichtungsmaterial bzw. Beschichtungsauftrag
können auch aus mehreren unterschiedlichen, jeweils kapillaraktiven Komponenten gebildet
sein bzw. diese umfassen. Auch ist es möglich, das erste und/oder zweite kapillarleitfähige
Beschichtungsmaterial bzw. den ersten und/oder zweiten kapillarleitfähige Beschichtungsauftrag
zwei- oder mehrlagig auszuführen, wobei die jeweiligen Lagen aus unterschiedlichen
kapillaraktiven Materialien gebildet sind bzw. diese umfassen.
[0061] Für das erste und das zweite kapillarleitfähige Beschichtungsmaterial kann man z.B.
auf Putzmörtel enthaltend mineralische Bindemittel wie Zement, Gips oder Tonerdeschmelzzement
zurückgreifen.
[0062] In einer beispielhaften Ausgestaltung ist die Aushärtung des kapillarleitfähigen
Materials für den kapillarleitfahigen Abschnitt eines Segments und/oder des ersten
und/oder zweiten kapillarleitfähigen Beschichgungsmaterials nach einer Zeit von, vorzugsweise
maximal, drei Tagen bei 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 %, oder
vorzugsweise auch darüber, regelmäßig so weit fortgeschritten, dass sich die kapillarleitenden
Eigenschaften bereits eingestellt haben und dass vorzugsweise die mechanische Festigkeit
für die weitere Bearbeitung ausreichend ist. In der Regel ist eine solche Aushärtung
bereits häufig nach 24 Stunden eingetreten.
[0063] Des Weiteren kann die erste, zweite und/oder dritte diffusionsaktive Beschichtung
in ihren Zusammensetzungen im Wesentlichen übereinstimmen.
[0064] Bevorzugt umfasst das hydrophobe oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial der ersten,
zweiten und/oder dritten diffusionsaktiven Beschichtung mindestens ein Hydrophobierungsmittel,
insbesondere Fettalkohole und/oder Fettsäuren und/oder Fettsäureester und/oder Fettsäuresalze
oder deren Derivate oder deren beliebige Mischungen, insbesondere in einer Menge im
Bereich von 0,05 Gew.-% bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Trockenmasse an Beschichtungsmaterial.
Geeignete Hydrophobierungsmittel umfassen z.B. Stearate wie Zinkstearat. Beispielsweise
lassen sich die hydrophobierten Beschichtungsmaterial für die ersten, zweiten und
dritten diffusionsaktiven Beschichtungen in einer Ausgestaltung auch dadurch erreichen,
dass man herkömmliche, dem Fachmann bekannte Putzmörtel enthaltend mineralische Bindemittel
wie Zement, Gips oder Tonerdeschmelzzement mit dem vorangehend genannten Hydrophobierungsmittel,
beispielsweise dem Salz oder Ester einer Fettsäure wie Stearinsäure, versetzt.
[0065] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird des Weiteren gelöst durch ein Wärmedämmverbundareal,
insbesondere Wärmedämmplattenareal, umfassend mindestens zwei, insbesondere eine Vielzahl
an, erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünden, insbesondere Wärmedämmplatten, mit jeweils
einer ersten und einer gegenüberliegenden zweiten Seite und einem zumindest abschnittsweise
umlaufenden, die erste und die zweite Seite verbindenden Kantenverlauf bzw. -fläche
mit einer Längen- und Breitenausdehnung, wobei benachbarte Wärmedämmverbünde, insbesondere
Wärmedämmplatten, zumindest abschnittsweise entlang ihrer Kantenverläufe bzw. -flächen,
insbesondere bündig, benachbart sind.
[0066] Beispielsweise kommen auch solche Ausführungsformen in Betracht, bei denen benachbarte
Wärmedämmverbünde oder -platten zumindest abschnittsweise entlang ihrer Kantenverläufe
bzw. -flächen mit mindestens einer bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung, insbesondere
bündig, miteinander verklebt sind, und wobei die aus dieser Zusammensetzung gebildete
Klebeschicht im ausgehärteten Zustand kapillarleitfähig ist und sich zumindest abschnittsweise
von der ersten Seite bis zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor der zweiten Seite
endet, erstreckt.
[0067] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird auch gelöst durch einen Wandaufbau,
umfassend eine Gebäudewand mit einer Außenseite und einer gegenüberliegenden Innenseite,
insbesondere Gebäudeaußenwand, und innenseitig mindestens einen erfindungsgemäßen
Wärmedämmverbund oder mindestens ein erfindungsgemäßes Wärmedämmverbundareal, wobei
die erste Seite des Wännedämmverbunds oder des Wärmedämmverbundareals der Innenseite
zugewandt angeordnet ist.
[0068] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die erste Seite des Wärmedämmverbunds
oder des Wärmedämmverbundareals abschnittweise oder vollständig, insbesondere vollständig,
mit der mindestens einen ersten kapillarleitfähigen Beschichtung aus einem oder enthaltend
mindestens ein erstes kapillarleitfähiges Beschichtungsmaterial oder mit der mindestens
einen zweiten diffusionsaktiven Beschichtung aus einem zweiten oder enthaltend mindestens
ein zweites hydrophobes oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial versehen ist. Bevorzugt
wird hierbei auf die erste kapillarleitfähige Beschichtung zurückgegriffen. Diese
kann auch mit der Innenseite der Gebäudewand des erfindungsgemäßen Wandaufbaus verbunden
sein, beispielsweise als Kleber bzw. Kleberschicht.
[0069] Besonders bevorzugt sind solche erfindungsgemäßen Wandaufbauten, die ferner abschnittsweise
oder vollständig, insbesondere vollständig, mindestens eine dritte diffusionsaktive
Beschichtung aus einem dritten oder enthaltend mindestens ein drittes hydrophobes
oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial umfassen, die die Gebäudewand, insbesondere
deren Innenseite, mit der mindestens einen ersten kapillarleitfähigen Beschichtung
aus einem oder enthaltend mindestens ein erstes kapillarleitfähiges Beschichtungsmaterial
verbindet. Dieses dritte diffusionsaktive Beschichtungsmaterial fungiert in diesem
Fall als Kleber für den Wärmeverbund, mit dem dieser an der Gebäudewand befestigt
wird. Durch den Einsatz eines hydrophoben bzw. hydrophobierten Klebers kann der Feuchtellaushalt
des erfindungsgemäßen Wandaufbaus über das gesamte Jahr noch besser eingestellt werden.
[0070] Dabei kann ferner vorgesehen sein, dass die Wärmedämmplatten bzw. -verbünde des Wandaufbaus
ein Schaumstoffprodukt darstellen, insbesondere enthaltend oder gebildet aus Schaumglas,
expandierten Styrolpolymeren, insbesondere expandiertem Polystyrol, expandiertem Polypropylen,
Elastomerschaum, Polyisocyanuratschaum, Polyethylenschaum, Phenolharzschaum, Polyurethanhartschaum,
Harnstoff-Formaldehydharzschaum, hydrophobierte Kieselsäure, hydrophobierte Aerogele,
extrudierten Styrolpolymeren, insbesondere extrudiertem Polystyrolschaum, expandiertem
Kork oder deren beliebigen Mischungen. Besonders bevorzugt wird auf extrudierte Styrolpolymere,
insbesondere extrudierten Polystyrolschaum, zurückgegriffen.
[0071] Die erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde bzw. Wärmedämmplatten sowie die erfindungsgemäßen
Wärmedämmverbundareale werden geeigneter Weise für die Wärmedämmung von Gebäuden,
insbesondere auf der Innenseite der Außenwände von Gebäuden eingesetzt.
[0072] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird des Weiteren gelöst durch ein Verfahren
zur Herstellung mindestens eines erfindungsgemäßen Wandaufbaus, umfassend die Schritte:
Anbringen eines Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, insbesondere eines plattenförmigen
Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, mit einer ersten Seite, insbesondere Feucht- bzw.
Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten Seite, insbesondere Trocken-
bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit und mindestens
ein Segment, das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt,
wobei das Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite bis
zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite endet, unter
Ausbildung eines kapillarleitfähigen Abschnitts eines Segments mit kapillarleitfähigem
Material gefüllt ist, so dass Flüssigkeit, d.h. Wasser oder ein wässriges System,
wie vorangehend definiert,durch den kapillarleitfähigen Abschnitt eines Segments mittels
Kapillarleitung von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss transferierbar
ist,
vermittels mindestens eines kapillarleitfähigen Beschichtungsmaterials unter Ausbildung
mindestens einer abschnittsweisen oder vollständigen, insbesondere vollständigen,
kapillarleitfähigen Beschichtung, wobei diese Beschichtung in Kontakt mit dem/den
kapillarleitfahigen Abschnitten der Segmente steht,
an der Gebäudewand, insbesondere der Innenseite der Gebäudeaußenwand,
oder
Anbringen eines Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, insbesondere eines plattenförmigen
Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, mit einer ersten Seite, insbesondere Feucht- bzw.
Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten Seite, insbesondere Trocken-
bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit und mindestens
ein Segment, das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt,
wobei das Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite bis
zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite endet, unter
Ausbildung eines kapillarleitfähigen Abschnitt eines Segments mit kapillarleitfähigem
Material gefüllt ist, so dass Flüssigkeit durch den kapillarleitfähigen Abschnitt
des Segments mittels Kapillarleitung von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss
transferierbar ist, und mit der mindestens einen ersten kapillarleitfähigen Beschichtung
aus einem oder enthaltend mindestens das erste kapillarleitfahige Beschichtungsmaterial
auf der ersten Seite, die in Kontakt mit dem/den kapillarleitfähigen Abschnitten der
Segmente steht, über dessen erste Seite
vermittels mindestens eines kapillarleitfähigen Beschichtungsmaterials unter Ausbildung
mindestens einer abschnittsweisen oder vollständigen, insbesondere vollständigen,
kapillarleitfähigen Beschichtung oder
vermittels des zweiten hydrophoben oder hydrophobierten Beschichtungsmaterials unter
Ausbildung der zweiten diffusionsaktiven Beschichtung
an der Gebäudewand, insbesondere der Innenseite der Gebäudeaußenwand,
und
Aufbringen der mindestens einen ersten diffusionsaktiven Beschichtung aus dem oder
enthaltend das erste hydrophobe oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial auf der
zweiten Seite, wobei der kapillarleitfahige Abschnitt mindestens eines Segments, insbesondere
im Wesentlichen sämtlicher Segmente, nicht in Kontakt steht mit der ersten diffusionsaktiven
Beschichtung.
[0073] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht in einer bevorzugten Ausgestaltung vor, dass
das Wärmedämmverbundvorläuferprodukt, insbesondere das plattenförmige Wärmedämmverbundvorläuferprodukt,
mindestens zwei, insbesondere quaderförmige oder würfelförmige, Dämmmaterialeinheiten
mit jeweils einer Längen-, Höhen- und Breitenausdehnung und mit einem Kantenverlauf
bzw. -fläche zumindest abschnittsweise entlang der Längen- und Breitenausdehnung,
umfasst, wobei benachbarte Dämmmaterialeinheiten entlang der aneinander anliegenden
bzw. der einander zugewandten Kantenverläufe mit mindestens einer, insbesondere mittels
Streichen, Rollen, Rakeln, Gießen und/oder Sprühen aufgetragenen, bindemittelhaltigen
Kleberzusammensetzung unter Ausbildung des mindestens einen kapillarleitfähigen Abschnitts
in Form einer Klebeschicht abschnittsweise oder vollständig miteinander verklebt sind,
wobei die aus dieser Kleberzusammensetzung gebildete Klebeschicht im ausgehärteten
Zustand kapillarleitfähig ist und sich beginnend von der ersten Seite in Richtung
der zweiten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten
Seite endet, erstreckt und wobei vorzugsweise mindestens zwei benachbarte Klebeschichten,
insbesondere sämtliche Klebeschichten, mindestens abschnittsweise im Wesentlichen
parallel zueinander verlaufen.
[0074] Das Wärmedärnmverbundvorläufeiprodukt bzw. das plattenförmige Wärmedämmverbundvorläuferprodukt
unterscheiden sich von dem erfindungsgemäßen Wärmedämmverbund im Wesentlichen dadurch,
dass es noch keine erste diffusionsaktive Beschichtung aus einem ersten hydrophoben
oder hydrophobierten Beschichtungsmaterial aufweist.
[0075] Die Erfindung umfasst schließlich auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde,
insbesondere Wärmedämmplatten, der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbundareale, insbesondere
der Wärmedämmplattenareale, für die Wärmedämmung von Gebäuden, insbesondere von Außenwänden,
besonders bevorzugt an der Innenseite dieser Außenwände.
[0076] Nachfolgend wird eine spezielle Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wärmedämmverbünde
beispielhaft näher erläutert.
[0077] Ein Polystyrolpartikelschaumblock wird mit oszillierenden Heißdrähten in Streifen,
z.B. mit den Maßen (1000 mm) x (20 bis 150 mm) x (Dämmdicke) geschnitten. Anschließend
werden diese Streifen mit der kapillaraktiven bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung
wieder miteinander verklebt. Die kapillaraktiven Klebeschichten können bevorzugt eine
Dicke von z.B. 0,2 mm bis 3 mm und besonders bevorzugt von 0,3 mm bis 1,2 mm aufweisen.
Auf diese Weise kann man zum Beispiel wieder, jedenfalls annähernd, das übliche Baustellenmaß
einer Dämmplatte von 500 mm x 1000 mm x Dämmdicke erhalten. Die Streifenbreite, d.h.
die Breite des Kantenverlaufs beträgt erfindungsgemäß vorzugsweise 20 mm bis 150 mm
und besonders bevorzugt 50 mm bis 100 mm.
[0078] Die Dämmplatte ist auf einer Seite mit einem kapillarleitfähigen Material beschichtet,
beispielsweise mit dem Material der bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung.
[0079] Um die Wassertransportfähigkeit in jedem Abschnitt von der Innenseite der Außenwand
zum Innenraum hin zu vergleichmäßigen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, innerhalb
der Wärmedämmverbünde zum Innenraum hin mehr bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung
aufzutragen. Demgemäß kann die Klebeschicht auch mit nicht gleichbleibender Dicke
ausgeführt sein. Vielmehr ist es von Vorteil, wenn ihre Dicke zur Innenraumseite hin
zunimmt.
[0080] Eine Vergleichmäßigung der Wassertransportfähigkeit stellt sich insbesondere auch
dadurch ein, dass man zwei oder mehr verschiedene mineralische Bindemittel bzw. kapillarleitfähige
Materialien als Bestandteil der Kleberzusammensetzung miteinander kombiniert. Beispielsweise
können in der Kleberzusammensetzung bzw. der ausgehärteten Klebeschicht Zement und
Gips gleichzeitig vorliegen, gegebenenfalls ergänzt durch Kalk und/oder Tonerdeschmelzzement.
Hierbei ist eine solche Ausführungsform von besonderem Vorteil, bei der das kapillaraktive
Material bzw. die ausgehärtete Klebeschicht mit den gröberen Poren zur Außenwand und
das kapillaraktive Material bzw. die ausgehärtete Klebeschicht mit den feineren Poren
zum Innenraum hin innerhalb mindestens einer Klebeschicht des erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunds
vorliegen. Natürlich lassen sich die beiden vorangehend skizzierten Ausführungsformen
auch kombinieren.
[0081] Des Weiteren kann auch durch eine Verjüngung des Querschnitts der Klebeschicht, vorzugsweise
entfernt, z.B. 5 mm, von der innenraumseitigen Plattenoberfläche beginnend, auf der
Plattenoberfläche ein so schmaler verbleibender Klebestreifen verbleiben, dass die
Problematik des Abzeichnens von Temperaturunterschieden vollends in den Hintergrund
tritt. In diesem Bereich nahe der Plattenoberfläche kann das transportierte Wasser
bereits teilweise durch die Dämmplatte hindurch verdunsten.
[0082] Um stabilere Wärmedämmverbünde, insbesondere Wärmedämmplatten, im Sinne der Erfindung
zu erhalten, kann man das Profil der Klebeschichten durch besondere Formen stabilisieren.
Auf diese Weise lässt sich die Biegefestigkeit beispielsweise um den Faktor 1,5 bis
2 erhöhen.
[0083] Ein Verfahren zur Herstellung von Wärmedämmverbünden kann wie folgt vonstattengehen:
Ein expandierter Polystyrolhartschaumblock mit einem Volumen von mehreren Kubikmetern
wird im Heißdrahtverfahren zu Dämmmaterialeinheiten mit einer ersten und einer gegenüberliegenden
zweiten Seite vereinzelt. Im nächsten Schritt erfolgt die einseitige Beschichtung
der die erste und zweite Seite verbindenden Kantenfläche mit der flüssigen bindemittelhaltigen
Kleberzusammensetzung mittels Rakeln, Streichen, Gießen, Rollen, Sprühen, Rakeln und/oder
Spritzen. Hierbei ist die Kleberzusammensetzung in einer Weise aufzutragen, dass ein
Streifen der Kantenfläche benachbart zur zweiten Seite, d.h. zur Sichtseite frei bleibt.
Folglich findet sich das Material der Kleberzusammensetzung auf der Kantenfläche nur
von der ersten Seite bis zu einem Abstand von der zweiten Seite aufgetragen. Beispielseise
kann ein Streifen mit einer Breite von 5 bis 10 mm, der sich bis zur zweiten Seite
erstreckt, frei von Kleberzusammensetzung verbleiben. Vorzugsweise enthält die Kleberzusammensetzung
Fasern. Zusätzlich oder alternativ können Fasern auch auf die frisch aufgetragene
Klebeschicht aufgestreut oder aufgeblasen werden. Bei dieser Vorgehensweise ist von
Vorteil, dass hinsichtlich Faserlänge und/oder Fasermenge keine verfahrenstechnischen
Beschränkungen bestehen. Dadurch sind ungewöhnlich hohe Faserkonzentrationen möglich.
Je länger die Fasern sind, umso mehr kann die Schwindung zurückgedrängt werden, welche
bei der Aushärtung der Kleberzusammensetzung auftreten kann. Auf diese Weise lässt
sich wirkungsvoll die Entstehung von Fehlstellen, die die Kapillarleitung unterbrechen,
unterbinden. Es ist darüber hinaus auch möglich, statt der Fasern oder zusätzlich
ein Gewebe oder Vlies einzulegen und die frisch beschichteten Platten erst danach
wieder zusammen zu fügen. Das Gewebe bzw. Vlies kann neben der stabilisierenden Aufgabe
eine grobe Kapillarität aufweisen und so das Porengefüge der kapillarleitfähigen Klebeschicht
nach oben abrunden. Als Fasern kommen auch Hohlfasern und/oder Nanoröhrchen und/oder
Naturfasern wie Zellstofffäsern oder Baumwolle, oder gegebenenfalls auch Holzpartikel,
in Betracht, die ebenfalls am Kapillartransport teilnehmen können. Sollen verschiedene
kapillarleitfähige Materialien zum Einsatz kommen, kann der Auftrag beispielsweise
nacheinander erfolgen.
[0084] Die einseitig beschichteten Platten fügt man anschließend wieder zu einem Block zusammen.
Die Größe dieses Blocks kann von der ursprünglichen Form des geschäumten Blocks abweichen
und ermöglicht so die verschnittarme Wahl verschiedener Plattendimensionen. Nach der
Aushärtung, vorzugsweise unter hoher Luftfeuchtigkeit, kann ein Besäumschnitt, z.B.
per Heißdraht oder Bandsäge, folgen. Anschließend folgt der Zuschnitt der gewünschten
Plattendicken und gegebenenfalls ein letztes Besäumen und Vereinzeln der Platten.
Diese können anschließend je nach Ausführung ein- oder zweiseitig beschichtet werden
bzw. ohne Beschichtung verpackt werden.
[0085] Das Beschichtungsmaterial für die erste Seite, d.h. die Tauwasserseite, bzw. die
bindemittelhaltige Kleberzusammensetzung für die Klebeschichten ist vorzugsweise so
gewählt, dass es ohne Wärmezufuhr oder Trocknung auf z.B. einem Hordenwagen aushärtet.
Dieses erlaubt es, die beschichteten Platten sogleich zu verpacken.
[0086] Im Rahmen der Fertigstellung bzw. der Anbringung der Wärmedämmverbünde als Innendämmung
kann auf der zweiten Seite der Wärmedämmeinheiten eine hydrophobierte Beschichtungsmasse
unter Ausbildung der diffusionsaktiven Beschichtung aufgetragen werden. Diese Beschichtung
steht nicht in Kontakt mit dem kapillarleitfähigen Material der Klebeschichten. In
diese diffusionsaktive Beschichtung, die regelmäßig den sogenannten Unterputz bildet,
wird vorzugsweise ein Armierungsgewebe eingearbeitet. Hierbei werden benachbarte Gewebebahnen
bevorzugt überlappend in den genannten Unterputz eingebettet. Anschließend kann ein
sogenannter Oberputz aufgetragen werden. Hierbei greift man bevorzugt ebenfalls auf
ein diffusionsaktives Beschichtungsmaterial zurück. Anschließend kann je nach Anwendung
noch ein Farbauftrag erfolgen. Dieser kann auch unmittelbar auf den genannten Unterputz
aufgetragen werden.
[0087] Von besonderem Vorteil bei dem erfindungsgemäßen Wärmedämmverbund ist auch, dass
sich die in den Dämmmaterialeinheiten gespeicherte Wärmeenergie nutzen lässt, um das
am Kapillarleitungsabschluss der kapillarleitfähigen Klebeschichten austretende Wasser
in Richtung auf die dem Innenraum eines Gebäudes zugewandten Seite zu verdunsten.
D.h. das aus den kapillarleitfähigen Klebeschichten an den jeweiligen Kapillarleitungsabschlüssen
austretende Wasser wird mittels Diffusion zu der diffusionsaktiven, beispielsweise
hydrophobierte Schicht und von dort in den Innenraum transportiert. Ein weiterer Vorteil
der erfindungsgemäßen Wämledämmverbunde ist, dass auf der Seite, auf der die erste
diffusionsaktive Beschichtung vorliegt (zweite Seite bzw. Sichtseite) es auch bei
Einbringung größerer Mengen an Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit über die Gebäudeaußenwand
in die beschriebene kapillaraktive Dämmplatte regelmäßig nicht bzw. weit weniger ausgeprägt
(als z.B. bei einer kapillarleitfahig ausgestatteten Dämmplatte, bei der das kapillarleitfähige
Segment bzw. die kapillarleitfähige Klebeschicht sich von der ersten bis zur zweiten
Seite erstreckt) zur Bildung von Feuchteflecken kommt bzw. sich die kapillarleitfähigen
Klebeschichten oder Segmente, die durch das Dä
[0088] mmmaterial in Richtung der zweiten, d.h. Sichtseite vorliegen, nicht bzw. weit weniger
ausgeprägt auf dieser Sichtseite abzeichnen. Auch kommt es an diesen Stellen nicht
bzw. weit weniger ausgeprägt zu sogenannten Salzausblühungen. Als besonders vorteilhaft
hat sich erwiesen, wenn eine solche Dämmmaterialeinheit, die auf der ersten Seite,
d.h. der nach Anbringung der Gebäudewand zugewandten Seite eine kapillarleitfähige
Beschichtung aufweist, mit Hilfe eines diffusionsaktiven, nicht kapillarleitfähigen
Klebers aus oder umfassend ein hydrophobes oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial
abschnittsweise oder vollflächig mit der Gebäudewand verklebt ist.
[0089] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachgehenden Beschreibung,
in der bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft anhand einer schematischen
Zeichnung erläutert sind. Dabei zeigt:
- Figur 1:
- eine schematische Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Wärmedämmverbunds.
[0090] Figur 1 zeigt schematisch einen erfindungsgemäßen Wärmedämmverbund 1 mit einer einer
Gebäudeaußenwand zuwendbaren ersten Seite 2 und einer einem Innenraum zuwendbaren
zweiten Seite 4. Der Wärmedämmverbund 1 ist aus einer Vielzahl an Wärmedämmeinheiten
6 aufgebaut, deren jeweilige Kantenflächen 8 einander zugewandt sind. Zwischen diesen
Kantenflächen 8 ist zur Verbindung der Wärmedämmeinheiten 6 eine kapillarleitfähige
Kleberschicht 10 vorgesehen. Diese erstreckt sich von der ersten Seite 2 bis zu einem
Kapillarleitungsabschluss 12, der beabstandet von der zweiten Seite 4 vorliegt. Auf
der ersten Seite 2 liegt eine kapillarleitfähige Beschichtung 14 vor, die in Kontakt
mit den Klebeschichten 10 steht. Die auf der zweiten Seite 4 vorliegende diffusionsaktive
Beschichtung 16 steht hingegen nicht in Kontakt mit der kapillarleitfähigen Kleberschicht
10. Deren Kapillarleitungsabschluss 12 ist beabstandet von dieser Beschichtung 16,
so dass der Transport von Feuchtigkeit von diesem Kapillarleitungsabschluss 12 bis
zur Beschichtung 16 mittels Diffusion und nicht mittels Kapillarleitung erfolgt. Selbstverständlich
kann der freie Abschnitt 18, der kein kapillarleitfähiges Material mehr aufweist,
mit einem diffusionsaktiven Material (nicht abgebildet) befüllt sein oder auch frei
bleiben.
[0091] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Ansprüchen sowie in den Zeichnungen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln aus auch in jeder beliebigen
Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.
1. Wärmedämmverbund, insbesondere plattenformiger Wärmedämmverbund, mit einer ersten
Seite, insbesondere Feucht- bzw. Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten
Seite, insbesondere Trocken- bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit
und darin und/oder zwischen zwei benachbarten Dämmmaterialeinheiten mindestens ein
Segment, das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten
Seite bis zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite
endet, unter Ausbildung eines kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments mit kapillarleitfähigem
Material gefüllt ist, so dass Flüssigkeit durch den kapillarleitfähigen Abschnitt
mittels Kapillarleitung von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss
transferierbar ist.
2. Wärmedämmverbund nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand von dem Kapillarleitungsabschluss zur zweiten Seite größer 3 mm ist,
insbesondere im Bereich von 5 bis 15 mm liegt und/oder dass der Abschnitt des Segments
von dem Kapillarleitungsabschluss bis zur zweiten Seite diffusionsaktives Material,
das insbesondere nicht oder nicht Überwiegend kapillarteitfähig ist, enthält.
3. Wärmedämmverbund nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Seite mindestens im Bereich des sich von der ersten Seite bis zur zweiten
Seite erstreckenden mindestens einen Segments, insbesondere im Bereich sämtlicher
Segmente, abschnittweise oder vollständig, insbesondere vollständig, mit mindestens
einer ersten diffusionsaktiven Beschichtung versehen ist und dass der oder die Kapillarleitungsabschlüsse
der kapillarleitfähigen Abschnitte und die erste diffusionsaktive Beschichtung nicht
miteinander in Kontakt stehen.
4. Wärmedärnmverbund nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste diffusionsaktive Beschichtung kapillarleitend ist oder nicht kapillarleitend
ist, insbesondere gebildet aus einem oder enthaltend ein erstes hydrophobes oder hydrophobiertes
Beschichtungsmaterial.
5. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend mindestens zwei,
insbesondere quaderförmige oder würfelförmige, Dämmmaterialeinheiten mit jeweils einer
Längen-, Höhen- und Breitenausdehnung und mit einem Kantenverlauf bzw. -fläche zumindest
abschnittsweise entlang der Längen- und Breitenausdehnung, wobei benachbarte Dämmmaterialeinheiten
entlang der aneinander anliegenden bzw. der einander zugewandten Kantenverläufe mit
mindestens einer, insbesondere mittels Streichen, Rollen, Rakeln, Gießen und/oder
Sprühen aufgetragenen, bindemittelhaltigen Kleberzusammensetzung unter Ausbildung
des kapillarleitfähigen Abschnitts mindestens eines Segments miteinander verklebt
sind, wobei die aus dieser Kleberzusammensetzung gebildete Klebeschicht im ausgehärteten
Zustand kapillarleitfähig ist und sich beginnend von der ersten Seite in Richtung
der zweiten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten
Seite endet, erstreckt und wobei vorzugsweise mindestens zwei benachbarte Klebeschichten,
insbesondere sämtliche Klebeschichten, mindestens abschnittsweise im Wesentlichen
parallel zueinander verlaufen.
6. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Dämmmaterialeinheit, vorzugsweise mindestens zwei benachbarte und
besonders bevorzugt sämtliche Dämmmaterialeinheiten aus Faserstoffen und/oder Schaumstoffprodukten,
insbesondere geschäumten Styrolpolymeren, beispielsweise expandiertem oder extrudiertem
Polystyrol, gebildet sind oder diese umfassen.
7. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seite mindestens im Bereich des sich von der ersten Seite bis zur zweiten
Seite erstreckenden mindestens einen Segments, abschnittweise oder vollständig, insbesondere
vollständig, mit mindestens einer ersten kapillarleitfähigen Beschichtung aus einem
oder enthaltend mindestens ein erstes kapillarleitfähiges Beschichtungsmaterial oder
abschnittweise oder vollständig, insbesondere vollständig, mit mindestens einer zweiten
diffusionsaktiven Beschichtung aus einem zweiten oder enthaltend mindestens ein zweites
hydrophobes oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial versehen ist und wobei der
kapillarleitfähige Abschnitt mindestens eines Segments und die erste kapillarleitfähige
Beschichtung oder die zweite diffusionsaktive Beschichtung miteinander in Kontakt
stehen.
8. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine auf die erste diffusionsaktive Beschichtung aufgetragene Haftvermittlerläge
und/oder durch mindestens eine diffusionsaktive Putzbeschichtung, insbesondere Oberputzbeschichtung,
vorzugsweise auf Silikatbasis, auf der Haßvermittlerlage oder auf der ersten diffusionsaktiven
Beschichtung, und/oder durch mindestens eine diffusionsaktive Farbbeschichtung, insbesondere umfassend eine Silikat-
oder Silikatdispersionsfarbe, und/oder durch mindestens ein an oder in der ersten diffusionsaktiven Beschichtung vorliegendes,
vorzugsweise in diese Beschichtung partiell oder vollständig eingebettetes, Armierungsgewebe,
insbesondere auf Basis von Glasfasern.
9. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine dritte diffusionsaktive Beschichtung aus einem dritten oder enthaltend
mindestens ein drittes hydrophobes oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial auf
der auf der ersten Seite vorliegenden mindestens einen ersten kapillarleitfähigen
Beschichtung aus dem oder enthaltend das erste kapillarleitfälzige Beschichtungsmaterial
oder durch mindestens eine zweite kapillarleitfähige Beschichtung, insbesondere in Form einer
Klebeschicht, auf der auf der ersten Seite vorliegenden mindestens einen ersten kapillarleitfähigen
Beschichtung aus dem oder enthaltend das erste kapillarleitfähige Beschichtungsmaterial.
10. Wärmedämmverbund nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das hydrophobe oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial der ersten, zweiten und/oder
dritten diffusionsaktiven Beschichtung mindestens ein Hydrophobierungsmittel, insbesondere
Fettalkohole oder Fettsäuren oder Fettsäureester oder Fettsäuresalze oder deren Derivate
oder beliebige Mischungen hiervon, umfasst, insbesondere in einer Menge im Bereich
von 0,05 Gew.-% bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Trockenmasse an Beschichtungsmaterial.
11. Wärmedämmverbundareal, insbesondere Wärmedämmplattenareal, umfassend mindestens zwei,
insbesondere eine Vielzahl an, Wärmedämmverbünden, insbesondere Wärmedämmplatten,
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, mit jeweils einer ersten und einer gegenüberliegenden
zweiten Seite und einem zumindest abschnittsweise umlaufenden, die erste und die zweite
Seite verbindenden Kantenverlauf bzw. -fläche mit einer Längen- und Breitenausdehnung,
wobei benachbarte Wärmedämmverbünde, insbesondere Wärmedämmplatten, zumindest abschnittsweise
entlang ihrer Kantenverläufe bzw. -flächen, insbesondere bündig, benachbart sind.
12. Wandaufbau, umfassend eine Gebäudewand mit einer Außenseite und einer gegenüberliegenden
Innenseite, insbesondere Gebäudeaußenwand, und innenseitig mindestens einen Wärmedämmverbund
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 oder mindestens ein Wärmedämmverbundareal gemäß
Anspruch 11, wobei die erste Seite des Wärmedämmverbunds oder des Wärmedämmverbundareals
der Innenseite zugewandt angeordnet ist.
13. Wandaufbau nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seite des Wärmedämmverbunds oder des Wärmedämmverbundareals abschnittweise
oder vollständig, insbesondere vollständig, mit der mindestens einen ersten kapillarleitfähigen
Beschichtung aus einem oder enthaltend mindestens ein erstes kapillarleitfähiges Beschichtungsmaterial
oder mit der mindestens einen zweiten diffusionsaktiven Beschichtung aus einem zweiten
oder enthaltend mindestens ein zweites hydrophobes oder hydrophobiertes Beschichtungsmaterial,
vorzugsweise unter Anbindung an die Innenseite der Gebäudewand, versehen ist.
14. Verfahren zur Herstellung mindestens eines Wandaufbaus nach Anspruch 12 oder 13, umfassend
die Schritte:
Anbringen eines Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, insbesondere eines plattenförmigen
Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, mit einer ersten Seite, insbesondere Feucht- bzw.
Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten Seite, insbesondere Trocken-
bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit und mindestens
ein Segment, das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt,
wobei das Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite bis
zu einem Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite endet, unter
Ausbildung eines kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments mit kapillarleitfahigem
Material gefüllt ist, so dass Flüssigkeit durch den kapillarleittfähigen Abschnitt
mittels Kapillarleitung von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss
transferierbar ist,
vermittels mindestens eines kapillarleitfähigen Beschichtungsmaterials unter Ausbildung
mindestens einer abschnittsweisen oder vollständigen, insbesondere vollständigen,
kapillarleitfähigen Beschichtung, wobei diese Beschichtung in Kontakt mit dem/den
kapillarleitfähigen Abschnitten steht,
an der Gebäudewand, insbesondere der Innenseite der Gebäudeaußenwand,
oder
Anbringen eines Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, insbesondere eines plattenförmigen
Wärmedämmverbundvorläuferprodukts, mit einer ersten Seite, insbesondere Feucht- bzw.
Tauwasserseite, und einer gegenüberliegenden zweiten Seite,
insbesondere Trocken- bzw. Innenraumseite, umfassend mindestens eine Dämmmaterialeinheit
und mindestens ein Segment,
das sich durchgehend von der ersten Seite bis zur zweiten Seite erstreckt, wobei das
Segment beginnend von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite bis zu einem
Kapillarleitungsabschluss, der vor Erreichen der zweiten Seite endet, unter Ausbildung
eines kapillarleitfähigen Abschnitts des Segments mit kapillarleitfahigem Material
gefüllt ist, so dass Flüssigkeit durch den kapillarleitfähigen Abschnitt mittels Kapillarleitung
von der ersten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss transferierbar ist, und
mit der mindestens einen ersten kapillarleitfähigen Beschichtung aus einem oder enthaltend
mindestens das erste kapillarleitfähige Beschichtungsmaterial auf der ersten Seite,
die in Kontakt mit dem/den kapillarleitfähigen Abschnitten der Segmente steht, über
dessen erste Seite
vermittels mindestens eines kapillarleitfähigen Beschichtungsmaterials unter Ausbildung
mindestens einer abschnittsweisen oder vollständigen, insbesondere vollständigen,
kapillarleitfähigen Beschichtung oder
vermittels des zweiten hydrophoben oder hydrophobierten Beschichtungsmaterials unter
Ausbildung der zweiten diffusionsaktiven Beschichtung an der Gebäudewand, insbesondere
der Innenseite der Gebäudeaußenwand,
und
Aufbringen der mindestens einen ersten diffusionsaktiven Beschichtung aus dem oder
enthaltend das erste hydrophobe oder hydrophobierte Beschichtungsmaterial auf der
zweiten Seite, wobei der kapillarleitfähige Abschnitt des/der Segmente, insbesondere
sämtlicher Segmente, nicht in Kontakt steht mit der ersten diffusionsaktiven Beschichtung.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmverbundvorläuferprodukt, insbesondere das plattenförmige Wärmedämmverbundvorläuferprodukt,
mindestens zwei, insbesondere quaderförmige oder würfelförmige, Dämmmaterialeinheiten
mit jeweils einer Längen-, Höhen- und Breitenausdehnung und mit einem Kantenverlauf
bzw. -fläche zumindest abschnittsweise entlang der Längen- und Breitenausdehnung,
umfasst, wobei benachbarte Dämmmaterialeinheiten entlang der aneinander anliegenden
bzw. der einander zugewandten Kantenverläufe mit mindestens einer, insbesondere mittels
Streichen, Rollen, Rakeln, Gießen und/oder Sprühen aufgetragenen, bindemittelhaltigen
Kleberzusammensetzung unter Ausbildung des/der kapillarleitfähigen Abschnitt(s)(e)
in Form einer Klebeschicht miteinander verklebt sind, wobei die aus dieser Kleberzusammensetzung
gebildete Klebeschicht im ausgehärteten Zustand kapillarleitfahig ist und sich beginnend
von der ersten Seite in Richtung der zweiten Seite bis zu dem Kapillarleitungsabschluss,
der vor Erreichen der zweiten Seite endet, erstreckt und wobei vorzugsweise mindestens
zwei benachbarte Klebeschichten, insbesondere sämtliche Klebeschichten, mindestens
abschnittsweise im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.