[0001] Die Erfindung betrifft eine Haargestaltungsvorrichtung mit einer Anzahl von ersten
und zweiten Strahlungsquellen. Diese kann zur temporären und permanenten Haarumformung,
insbesondere zur Haarglättung oder Lockenbildung, eingesetzt werden.
[0002] Herkömmliche Haargestaltungsvorrichtungen sind zum Beispiel Haarglätter vom Plattenprinzip
oder runde Lockenstäbe, bei denen die Haare jeweils mittels Wärmezufuhr umgeformt
werden. Bei der Haarumformung mittels Wärme werden in der Regel Wasserstoffbrücken
in der Haarstruktur gelöst und nach Beeridigung der Wärmezufuhr neu gebildet. Bei
dieser Art der Haarumformung spricht man von einer temporären Haarumformung, da diese
nach kurzer Zeit oder geringen äußeren Umwelteinflüssen wie Hitze oder Feuchtigkeit
meist reversibel ist.
[0003] Alternative herkömmliche Haarumformungen werden auch auf chemischem Wege, wie z.B.
bei einer herkömmlichen Dauerwellenbehandlung, durchgeführt. Bei der chemischen Haarumformung
werden Disulfidbindungen des Keratins aufgebrochen und dann mit neuen Bindungspartnern
neu gebildet, und zwar in der z.B. auf mechanische Weise gehaltenen neuen Gestalt.
Der chemische Prozess läuft mehrstufig ab und die Umformung der Haare wird als dauerhaft
bezeichnet, weil die neue Haargestalt weniger auf Umwelteinflüsse reagiert als bei
einer rein auf Wasserstoffbrückenbindungen basierten temporären Haarumformung.
[0004] Ein weiterer Weg, molekulare Bindungen innerhalb der Haare aufzuspalten, ist die
Verwendung von elektromagnetischer Strahlung. Ein derartiges Verfahren wird z.B. in
dem Patent
US 5395490 und in dem Patent
WO 2012/012050 beschrieben. Hier werden die Haare direkt mit langwelliger Infrarotstrahlung (IR)
bestrahlt.
[0005] In der Patentanmeldung
WO 2010 096598 A2 werden auf das Haar aufgebrachte Partikel, z.B. Turmalinpartikel, mit Hilfe von elektromagnetischer
Strahlung angeregt, die dann ihrerseits Strahlung auf das Haar aussenden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Haargestaltungsvorrichtung vorzusehen, mit der
die Haare wahlweise temporär oder dauerhaft umgeformt werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Haargestaltungsvorrichtung gemäß Oberbegriff mit den
in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0008] Die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung für die Anwendung zur temporären
bzw. dauerhaften Haarumformung umfasst dabei eine Anzahl von ersten Strahlungsquellen
für eine temporäre Haarumformung, d.h. Strahlungsquellen mit einer Strahlungsleistung
zum Aufbrechen von im Wesentlichen Wasserstoffbrückenbindungen in der Haarstruktur.
Daneben umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung eine Anzahl von zweiten
Strahlungsquellen für eine dauerhafte Haarumformung. Hierbei werden erfindungsgemäß
im Wesentlichen Disulfidbindungen des Keratins aufgespalten. Unter einer Strahlungsquelle
wird im Sinne der Erfindung eine elektromagnetische Strahlungsquelle verstanden, die
Strahlung, bevorzugt in bestimmten Wellenlängenbereichen, an Haarsträhnen in einem
Behandlungsabschnitt der Vorrichtung abgibt. Die Strahlung ist dabei auf die Molekülbindungen
bzw. die zwischen zwei Molekülen bestehenden Bindungen angepasst, so dass eine Aufspaltung
und anschließende Neuordnung (d.h. Ausbildung mit jeweils neuen Bindungspartnern)
von Wasserstoffbrückenbindungen und/oder Disulfidbindungen des Keratins ermöglicht
wird. Die Strahlungsquelle kann z.B. ein elektrischer Widerstand sein, der sich bei
Stromdurchfluss erwärmt, oder andere strahlungsemittierende Quellen (z.B. LED, OLED),
die Photonen der gewünschten Energie und nach Möglichkeit in ausreichender Menge für
den jeweiligen temporären oder dauerhaften Haarumformungsprozess zur Verfügung stellen.
Deshalb kann durch die spezielle Anpassung der Vorrichtung an den jeweilig gewünschten
Haarumformungsprozess, der zeitliche Aufwand für die Haarumformung, insbesondere für
die dauerhafte Haarumformung, im Vergleich zu den herkömmlichen Geräten reduziert
werden.
[0009] Außerdem umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung eine Steuerungsvorrichtung
für die Steuerung der Strahlungsabgabe der ersten Strahlungsquelle für die temporäre
Haarumformung und der zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung an
einem Behandlungsabschnitt für Haare in der Haargestaltungsvorrichtung. Im Sinne der
Erfindung kann eine solche Steuerungsvorrichtung ein Schalter oder Regler sein, mit
dem die Strahlungsabgabe derart einstellbar ist, dass zwischen einer temporären und
einer dauerhaften Haarumformung der Haare in einem Behandlungsabschnitt umgeschaltet
werden kann. Ein Schalter kann zum Beispiel verwendet werden, um eine oder mehrere
Strahlungsquellen der ersten und/oder der zweiten Strahlungsquellen ein- bzw. auszuschalten.
Ein Regler kann zum Beispiel die Leistungsstärke einer Strahlungsquelle derart regeln,
dass die Leistung, oder die Strahlungsart (d.h. Wellenlänge, Frequenz, Emissionsspektrum,
etc.) der geregelten Strahlungsquellen variiert wird. Der Prozess der Haarumformung
lässt sich somit sehr gezielt steuern, da die Leistung der Strahlungsquellen je nach
Bedarf schnell variiert werden kann (z.B. schnelles An-/Ausschalten der Strahlungsquellen
oder schnelles Verändern der Strahlungsleistung). Durch diese Wahlmöglichkeit lassen
sich kurzfristige geschmackliche Änderungen des Anwenders mit einem einzigen Gerät
korrigieren.
[0010] Weiter umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung lediglich eine Art
von ersten oder zweiten Strahlungsquellen, die von der Steuerungsvorrichtung über
einen bestimmten Behandlungszeitraum derart umschaltbar sind, dass sie als jeweilige
andere Strahlungsquelle dienen. Das heißt, die Steuerungsvorrichtung kann die Strahlungsabgabe
einer oder mehrerer der ersten Strahlungsquellen derart über einen bestimmten Behandlungszeitraum
umschalten, dass diese als zweite Strahlungsquellen für die dauerhafte Haarumformung
dienen oder umgekehrt. Mit Hilfe einer solchen Steuerungsvorrichtung können die Strahlungsquellen
also derart gesteuert werden, dass diese von einer Strahlungsquelle mit einer Strahlungsart
für die temporäre Haarumformung in eine Strahlungsquelle für eine Strahlungsart für
die dauerhafte Haarumformung umgeschaltet werden können. Durch eine solche Anpassung
der Strahlungsquellen ist es möglich, dass beide Strahlungsquellen, d.h. die ersten
und die zweiten Strahlungsquellen, durch eine Strahlungsquelle mit veränderlicher
Strahlungsart ersetzt werden. Dies vereinfacht den Gesamtaufbau der Haargestaltungsvorrichtung.
[0011] Die Umschaltung kann durch eine Änderung der emittierten Wellenlänge bzw. des Emissionsspektrums
der Strahlungsquelle, z.B. einer LED, OLED, Laser, gesteuert werden. Alternativ kann
man auch die Strahlungsabgabe durch eine Veränderung der Intensität (Energie, Leistung,
Quantenausbeute, etc.) umschalten. Optional können diese Umschaltungen auch mit einer
Vorschaltung eines oder mehrerer Filterelemente (Frequenzverdoppler, Sperrfilter,
etc.) kombiniert werden, die eine zusätzliche Veränderung des durchgelassenen Wellenlängenspektrums
erlauben. Durch die Verwendung von einem oder zwei solcher Filterelemente, kann dann
auch ohne Veränderung der Strahlungsquelle an sich das entsprechende Wellenlängenband
für eine temporäre bzw. dauerhafte Haarumformung verändert werden. In diesem Fall
steuert die Steuerungsvorrichtung die entsprechende Auswahl der Filterelemente.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
kann die Steuerungsvorrichtung die Leistung einer oder mehrerer erster und/oder zweiter
Strahlungsquellen an die gewünschte Haarumformung anpassen. Die Leistungsvariation
der Strahlung kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Zum Beispiel können
statt einer, mehrere gleichwertige oder auch mit unterschiedlicher Leistung versehene
Strahlungsquellen verwendet werden. Abhängig von der betriebsbedingt erforderlichen
Leistung können unterschiedlich viele dieser Strahlungsquellen aktiviert werden. Bei
einer weiteren alternativen Ausgestaltung dieser Ausführungsform wird die Strahlungsleistung
variiert, indem eine oder mehrere Strahlungsquellen gleich oder unterschiedlich getaktet
werden. Je nach Art der Strahlungsquelle kann die angelegte Spannung variiert werden,
um die Emissionsleistung der Strahlungsquelle entsprechend einzustellen.
[0013] Die genauen Werte, mit denen eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung betrieben
wird, sind u.a. geometrieabhängig und können vom Fachmann auf Basis der hierin beschriebenen
Angaben, eventuell unter Zuhilfenahme von experimentellen Ergebnissen, bestimmt werden.
Beispielsweise bestimmen die Länge und Breite des Behandlungsabschnittes, in denen
eine Wechselwirkung der Strahlung mit der Haarstruktur stattfindet, die dafür zweckmäßige
Leistungsabgabe an diesen Behandlungsabschnitt. Ebenfalls kann der Fachmann die optimalen
Bereiche der eingesetzten Wellenlängen und der für die Haarumformung zur Verfügung
gestellten Leistungen für die in dem Behandlungsabschnitt behandelbare Haarmenge entsprechend
bestimmen. Diese vorbestimmten Werte können entweder vorgegeben werden oder für den
Anwender in einem gewissen Anwendungsbereich an der Haargestaltungsvorrichtung bei
der Anwendung variabel einstellbar sein.
[0014] Da die Haarstruktur, z.B. Haarfarbe und Haarstärke, stark variiert, ist es bevorzugt,
dass die Strahlungsleistung und ggf. auch die Wellenlängenbereiche individuell auf
den Haartyp und das gewünschte Umformergebnis bei der Anwendung abgestimmt werden
kann. So kann z.B. stark gelocktes Haar wahlweise in glattes Haar oder in leichter
gelocktes Haar umgeformt werden. Bei der Festlegung des Haartyps ist es ebenso möglich,
zu unterscheiden, in welchem Zustand sich das Haar befindet (z.B. gesund oder sehr
strapaziert). Dadurch können Rückschlüsse auf die Anzahl der vorhandenen Bindungen
im Haar gezogen werden und somit die notwendige Leistung für den gewünschten Grad
der Umformung zur Verfügung gestellt werden.
[0015] Abhängig von der Photonenenergie können unterschiedlich stabile chemische Bindungen
in der Haarstruktur aufgebrochen werden. Für eine dauerhafte Haarumformung müssen
primär die Disulfidbindungen (S-S-Bindungen) des Keratins aufgebrochen werden. Kovalente
Disulfidbindungen besitzen eine Bindungsenergie von ca. 268 kJ/mol. Erfindungsgemäß
wird diese Bindung bevorzugt mit einem einzelnen Photon gespalten. Dafür ist eine
Wellenlänge von ca. 440 nm zweckmäßig. Es wird erfindungsgemäß bei der Auswahl des
anwendbaren Wellenlängenbereichs dabei vorteilhafterweise ausgenutzt, dass die Disulfidbindungen
die schwächsten kovalenten Bindungen innerhalb des Keratins sind.
[0016] Die zum Aufspalten der zweitschwächsten Bindung des Keratins, nämlich der S-C-Bindung,
notwendige Strahlung liegt bei etwa 413 nm. Deshalb kann man erreichen, dass das Keratin
mit Ausnahme der Disulfidbindungen im Wesentlichen intakt bleibt, wenn die minimale
Wellenlänge der Strahlung auf ca. 413 nm begrenzt wird.
[0017] Aus den vorstehenden Überlegungen und Berechnungen ergibt sich, dass eine weitere
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung eine Strahlungsquelle
für die dauerhafte Haarumformung mit einem Strahlungsemitter für eine Strahlung mit
einer Wellenlänge im Bereich von etwa 415 bis 440 nm umfasst. Hier spricht man von
sichtbarer Strahlung (VIS), die in einem optischen Spektralbereich von etwa 380 bis
780 nm Wellenlänge liegt. Der Vorteil von diesem Wellenlängenbereich ist, dass selektiv
die schwächsten Bindungen der Haarstruktur, nämlich die Disulfidbindungen, gespalten
und nach einer Umstrukturierung des Haares neu gebildet werden können. Dadurch bleibt
die Haarstruktur an sich in Takt, aber die Frisur, d. h. die Haare an sich, erhalten
eine dauerhaft geänderte äußere Gestalt bzw. Form. Die Begrenzung des Wellenlängenbereiches
kann zum Beispiel unter Zuhilfenahme von Strahlungsquellen mit einer einzelnen Wellenlänge
oder mit einem schmalen Emissionsspektrum oder zusätzlich mit optischen Filtern (z.B.
sogenannten Sperrfiltern) durchgeführt werden. Dadurch wird im Vergleich zu herkömmlichen,
auf Erhitzung der Haare beruhenden Haarumgestaltungsvorrichtung eine Schädigung des
Keratins verringert bzw. vermieden. Die Auswahl der geeigneten Strahlungsquelle und
des geeigneten Emissionsspektrums führt zu einer verbesserten Schonung bei gleichbleibender
bzw. verbesserter Effizienz.
[0018] In den Haaren befinden sich nach verlässlichen Studien im Schnitt ca. 10
20 Disulfidbindungen/Gramm, wobei exakte Werte sich hier nur schwer angeben lassen,
da es sich bei Haaren um ein recht heterogenes Naturprodukt handelt. Wenn man von
einer durchschnittlichen Haarsträhne bei der Haarglättung mit einem Haarglätter auf
Basis des Zweiplattenprinzips (wie bei herkömmlichen Haarglättern) ausgeht, würden
sich jede Sekunde ca. 0,3 g Haare in Wechselwirkung mit der Strahlung befinden, welche
in dem Behandlungsabschnitt zwischen den zwei gegenüberliegenden Glättplatten abgegeben
wird. Um sämtliche Disulfidbindungen aufzubrechen wäre somit eine theoretische Leistung
(bei 100 % Wirkungsgrad) der Strahlungsquelle von ca. 15 W erforderlich.
[0019] Als bevorzugte Ausgestaltung einer zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung
kann erfindungsgemäß eine im Vergleich zu den herkömmlichen Haargestaltungsvorrichtungen
kleine Strahlungsquelle, z.B. eine Wärmequelle mit einer Temperatur von ca. 5800 K,
eingesetzt werden. Dies verbessert die Effizienz der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
bei gleichbleibender bzw. sogar verbesserter Schonung der Haarstruktur. Da die real
benötigte Leistung einer solchen zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung
relativ gering ist, kann die Strahlungsquelle entsprechend kompakt gestaltet werden.
Beispielhafte Strahlungsquellen sind Wärmequellen nach dem Prinzip der Glühwendel,
LEDs, OLEDs, Laser, solange sie Strahlung des erforderlichen Bereichs mit einer für
die gewünschte Haarumformung hinreichenden Leistung emittieren. Für das Aufbrechen
sämtlicher Disulfidbindungen besitzt die zweite Strahlungsquelle dabei bevorzugt eine
Leistung im Bereich von mindestens 15 Watt, Um eine möglichst schonende Haarumformung
zu erzielen, liegt die Leistung bevorzugt bei maximal etwa 200 Watt, weiter bevorzugt
etwa 100 Watt und insbesondere bei etwa 15 bis 50 Watt. Da für eine Haarumformung
jedoch nicht alle Disulfidbindungen aufgebrochen werden müssen, sind die Strahlungsquellen
weiter bevorzugt in ihrer Leistung noch weiter regulierbar, so dass sie auch in Leistungsbereichen
unterhalb von 15 Watt, z.B., in einem Bereich von etwa 1 Watt bis 15 Watt betrieben
werden können.
[0020] Soll die Umformung der Haare lediglich temporär sein, reicht es aus, die Wasserstoffbrückenbindungen
des Keratins aufzubrechen. Wasserstoffbrückenbindungen in Proteinen besitzen Bindungsenergien
von ca. 12 bis 38 kJ/mol. Um diese Bindungen mittels einzelner Photonen aufzubrechen,
wird erfindungsgemäß Strahlung mit Wellenlängen von größer als 440 nm bis 10 µm eingesetzt.
Deshalb umfasst eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
eine Strahlungsquelle für die temporäre Haarumformung mit einem Strahlungsemitter
für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von größer als 440 nm bis etwa
10 µm, wobei auch größere Wellenlängenanteile vorhanden sein können. Weiter bevorzugt
liegt die Strahlung bei etwa 3 bis 10 µm. Die Strahlung in diesem Wellenlängenbereich
wird beispielsweise durch einen Schwarzkörperstrahler mit einer Temperatur von ca.
500 K erzeugt. Eine Schädigung der Haarstruktur bzw. ein Aufbrechen der Disulfidbindungen
in der Haarstruktur ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Deshalb werden selektiv die
relativ leicht zu spaltenden Wasserstoffbrückenbindungen gespalten und nach einer
Umstrukturierung der Haarstruktur, d. h. nach Neuverknüpfung von Wasserstoffbrückenbindungen,
erscheint die Frisur in einer neuen Gestalt bzw. Form (geglättet bzw. gelockt).
[0021] Die bevorzugt eingesetzte Strahlung wird in den sogenannten "IR-C" Wellenlängenbereich
der Infrarotstrahlung eingeordnet. Die Einteilung in die unterschiedlichen Bereiche
der Infrarotstrahlung ist jedoch in der Literatur nicht klar definiert und wird zum
Teil uneinheitlich verwendet. Deshalb wird hier der IR-Bereich in "Mittlere Infrarotstrahlung"
(etwa 3-50 µm) und "Ferne Infrarotstrahlung" (ca. 50-1000 µm) unterteilt, so dass
erfindungsgemäß bevorzugt Mittlere Infrarotstrahlung für die temporäre Haarumformung
eingesetzt wird.
[0022] In einem 1 cm langen Haar befinden sich im Durchschnitt ca. 2,5 x 10
16 Wasserstoffbrückenbindungen. Für eine temporäre Haarumformung müssen davon ca. 10
13 geöffnet werden (vgl. auch
J. Soc. Cosmetic Chemists 20, p. 321-331, 1969). Hochgerechnet auf 0,3 g Haare, die sich pro Sekunde in dem Behandlungsabschnitt
(Wechselwirkungszone) befinden, wird eine Leistung von ca. 10 mW für das Aufbrechen
der Wasserstoffbrücken benötigt (bei einem theoretischen Wirkungsgrad von 100%). Deshalb
wird die Leistung der ersten Strahlungsquellen für die temporäre Haarumformung bevorzugt
in einem Bereich von mindestens 10 mW eingestellt. Jedoch sind auch Leistungen von
unter 10 mW, z.B. Leistungen in einem Bereich von etwa 1-10 mW, bevorzugt von 5-10
mW, anwendbar, insbesondere wenn eine schonendere Haarumformung erwünscht ist oder
eine Haarumformung mit dem Aufbrechen weniger Wasserstoffbrückenbindungen schon für
den gewünschten Effekt ausreicht. Die oberen zweckmäßigen Leistungsgrenzen sind in
etwa bei 1 Watt, bevorzugt bei etwa 500 mW und weiter bevorzugt bei etwa 100 mW, um
eine möglichst schonende Haarumformung zu erhalten. Demnach reichen grundsätzlich
geringere Leistungsstärken als bei herkömmlichen Geräten aus.
[0023] Mit einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung ist es dem Anwender möglich,
individuell bei jeder Behandlung zu entscheiden, ob er eine temporäre oder eine dauerhafte
Haarumformung wünscht. Dazu ist die Haargestaltungsvorrichtung mit einer Steuerungsvorrichtung
(Wahlschalter oder vergleichbare Einrichtung) ausgestattet. Wählt der Anwender die
temporäre Haarumformung, wird lediglich die erste Strahlungsquelle aktiviert, die
z.B. Strahlung in einem Wellenlängenbereich von ca. 3 bis 10 µm emittiert. Wird dagegen
eine dauerhafte Umformung der Haare gewünscht, kann entweder die zweite Strahlungsquelle,
die z.B. Strahlung in einem Wellenlängenbereich von etwa 415 bis 440 nm emittiert,
alleine oder in Verbindung mit der ersten Strahlungsquelle zum Einsatz kommen. Der
Anwender benötigt anstatt zwei unterschiedlicher Geräte nur noch ein einziges, universell
einsetzbares Gerät. Durch die wahlweise zuschaltbaren oder umschaltbaren Strahlungsquellen
ist das Gerät auch mit einem geringen Energieaufwand betreibbar. Durch die eingesetzte
erfindungsgemäße Technik kann die Haargestaltungsvorrichtung optional netzunabhängig
(z.B. im Batteriebetrieb) betrieben werden. Kabellose Geräte sind somit einfach zu
realisieren. Außerdem ermöglicht der selektive Bindungsbruch eine schonendere Haarumformung
verglichen mit den herkömmlichen hitzebasierten oder chemischen Umformmethoden
[0024] Neben dem Aufbrechen der Bindungen im Haar, d.h. der Änderung der chemischen Haarstruktur,
spielt die Umformung der Haare (d.h. die Gestalt bzw. Form der Haare) für die Anwendbarkeit
der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung natürlich eine wesentliche Rolle
bei der Glättung. Hierbei wird grundsätzlich unterschieden zwischen einer Haarglättung
und einer Locken- bzw. Wellenausbildung der Haarsträhnen. Bei beiden Anwendungen umfasst
die Haargestaltungsvorrichtung eine Vorrichtung, um beim Umformen die notwendige Zugkraft
auf die Haare zu übertragen. Bei der Glättung reicht in der Regel ein Langziehen der
Haarsträhnen. Bei der Lockenwicklung bzw. Wellenformgebung werden in der Regel die
Haarsträhnen über ein die gewünschte Form erzeugendes Gestaltungselement gezogen oder
durch dieses in der gewünschten Form auf Zug gehalten, so dass die vorgegebene Haarform
auf die Haarstruktur übertragen wird. Grundsätzlich erfolgt ein Aufbrechen der bisherigen,
die Haarstruktur bildenden, Bindungen, bevor unter Zuhilfenahme der Zugspannung die
aufgebrochenen Bindungen wieder neu verknüpft werden, und zwar unter Ausbildung der
neuen Haarform.
[0025] Erfindungsgemäß umfasst die Haargestaltungsvorrichtung zu diesem Zweck in einer bevorzugten
Ausführungsform eine im oder im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt angeordnete
Zugkraftübertragungsvorrichtung mit einer Kontaktfläche zur Übertragung von Zugkräften
auf das bei der bestimmungsgemäßen Anwendung im Behandlungsabschnitt umzuformende
Haar. Beispielhafte Zugkräfte zwischen Haaröberfläche und einer Zugkraftübertragungsvorrichtung
liegen zwischen etwa 2 bis 5 N, bevorzugt zwischen etwa 2 bis 3 N.
[0026] Diese Zugkraftübertragung kann z.B. über Klemmlippen (z.B. aus Silikon, einem hochtemperaturbeständigen
Kunststoff, einer federnd gelagerten Metallschiene) erfolgen, die bevorzugt an einer
Seite des Geräts angebracht sind und zwischen denen die Haarsträhne während des Durchziehens
eingeklemmt wird. Damit der zu behandelnde Haarabschnitt während der Behandlung auf
Zug gehalten werden kann, sind diese bevorzugt in Zugrichtung (in der Regel vom Kopf
weg) der Vorrichtung auf der vom Kopf abgewandten Seite des Behandlungsabschnittes
angeordnet. Bei einer zangenartigen Konstruktion der Haargestaltungsvorrichtung mit
einem aus zwei Zangenenden gebildeten Behandlungsabschnitt können diese zum Beispiel
an der Seite der Zangenenden angeordnet sein, die vom Kopf weggehalten wird.
[0027] Alternativ können bei einer zangenartigen Grundkonstruktion der Vorrichtung auch
die Zangenenden selbst, z.B. analog zu herkömmlichen Haarglätter mit Glättplatten,
als Zugkraftübertragungsvorrichtung ausgestaltet sein. Zusätzlich kann die Kontaktfläche
aus einem zugkrafterhöhenden Material (Kunststoff, gummierte Oberfläche, etc.) bzw.
aus in Form einer zugkrafterhöhenden, strukturierten Oberfläche (z.B. Rillen) ausgebildet
sein.
[0028] In einer alternativen Ausgestaltung kann die Zugkraftübertragungsvorrichtung separat
zu der Haargestaltungsvorrichtung mit dem Behandlungsabschnitt ausgestaltet sein.
Ein Beispiel hierfür ist ein in das Haar einbringbares Zugelement bzw. Formgebungselement,
(z.B. ein zylinderförmiger Lockenwickler), das in Kombination mit der erfindungsgemäßen
Haargestaltungsvorrichtung zur temporären und/oder dauerhaften Haarumformung mittels
elektromagnetischer Strahlung verwendet wird. Hierzu könnte die Strahlung beispielsweise
über eine Art Strahlungspistole oder eine Art Strahlungshaube strahlförmig oder flächig
auf die mit den Zugelementen bzw. Formgebungselementen versehenen Haare aufgebracht
werden.
[0029] Wahlweise können die Zugkraftübertragungsvorrichtungen, z.B. die Glättplatten bzw.
Klemmlippen, auf eine Temperatur aufheizbar sein, die oberhalb Raumtemperatur liegt,
um den Haarumformprozess zusätzlich zu unterstützen. Die Temperatur liegt bevorzugt
bei mehr als 50 °C, weiter bevorzugt bei mehr als 80 °C, insbesondere bei etwa 90
bis 180 °C. Die Temperatur sollte zur Vermeidung von Schädigungen der Haarstruktur
bevorzugt bei nicht höher als 200°C liegen.
[0030] Wenn Glättplatten als Zugkraftübertragungsvorrichtungen verwendet werden, welche
im Behandlungsabschnitt der Haargestaltungsvorrichtung vorgesehen sind, sind diese
bevorzugt aus einem strahlungsdurchlässigen Material (z.B. lichtdurchlässiger Kunststoff
etc.) ausgebildet oder mit Durchtrittsöffnungen für die Strahlung versehen. Optional
können die Glättplatten gleichzeitig als optische Filter (z.B. Sperrfilter für Strahlung
von bestimmter Wellenlänge) dienen, die je nach gewünschtem Anwendungszeck auch austauschbar
ausgestaltet sein können.
[0031] Die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung mit einer Zugkraftübertragungsvorrichtung
kann bevorzugt mit einer Durchzuggeschwindigkeitsmesseinrichtung ausgestattet sein.
Derartige Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt. Die Durchzugsgeschwindigkeit bestimmt
die Wechselwirkungszeit der Haare mit der Strahlungsquelle. Wenn also die Durchzugsgeschwindigkeit
bekannt ist, kann darüber die für die jeweilige Haarumformung (temporär oder dauerhaft)
notwendige Leistung durch eine entsprechende Leistungsbestimmungsvorrichtung ermittelt
bzw. berechnet und im Betrieb entsprechend angewendet werden. Für den Fall, dass die
Haare zu schnell durch den Behandlungsabschnitt der Vorrichtung bewegt werden und
trotz Volllast nicht mehr ausreichend Strahlung in die Haare gebracht wird, kann z.B.
ein Warnsignal (z.B. akustisch, optisch oder haptisch) aus einer Signalvorrichtung
(z.B. Lautsprucher, Lampe, Diode, Vibrationselement, etc.) ausgegeben werden. Somit
wird dem Anwender signalisiert, dass bei zu schneller Anwendung, das Umformergebnis
mögliclierweise nicht mehr zufriedenstellend ausfällt.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung gemäß
der Erfindung ist der Behandlungsabschnitt durch zwei sich gegenüberliegende Strahlungsbereiche
zur Strahlungsabgabe der ersten und zweiten Strahlungsquellen begrenzt. Ein Beispiel
hierfür sind zangenartige Vorrichtungen. Solche zangenartigen Gehäuseformen sind dem
Fachmann aus dem Bereich der konventionellen Haarglätter bekannt. Der Vorteil einer
solchen Ausgestaltung liegt darin, dass die beiden sich gegenüberliegenden Strahlungsbereiche
von zwei Seiten der dazwischen geführten Haarsträhne auf das Haar einwirken. Dies
erhöht die Effizienz der Wechselwirkung der Strahlung mit dem Haar, so dass die Leistung
der einzelnen Strahlungsquellen geringer eingestellt werden kann. Dadurch ist es möglich,
bei geringerem Platzbedarf, die Leistung so weit zu reduzieren, dass beispielsweise
ein netzunabhängiger Batteriebetrieb möglich ist.
[0033] Eine beispielhafte Variante für diese Ausführungsform ist die Kombination von einem
herkömmlichen Haarglätter mit einer konventionellen Heizplatte als erste Strahlungsquelle
für die temporäre Umformung (bevorzugt im vorstehend beschriebenen Leistungsbereich)
in Kombination mit einer zuschaltbaren oder allein nutzbaren zweiten Strahlungsquelle
(bevorzugt 415-440 nm) für die dauerhafte Umformung der Haare. Dabei können eine oder
beide Platten beheizt werden bzw. mit den zweiten Strahlungsquellen versehen werden.
[0034] Eine weitere Ausführungsform der vorstehend beschriebenen Haargestaltungsvorrichtung
mit zwei sich gegenüberliegenden Strahlungsbereichen umfasst jeweils einen Strahlungsbereich
mit einer konvexen und einer konkaven Oberfläche. Hierbei kann der Abschnitt der Vorrichtung
mit dem Strahlungsbereich mit der konvexen Oberfläche zum Beispiel bezüglich des Griffs
feststehend ausgebildet sein. Der Abschnitt mit dem Strahlungsbereich mit der konkaven
Oberfläche kann zum Beispiel gegenüber dem feststehenden Teil beweglich ausgebildet
sein. Wenn er z.B. ähnlich wie bei einem Lockenstab klappbar ausgebildet ist, kann
man die Haarsträhnen einfacher dazwischen platzieren, bevor im zusammengezwickten
Zustand die Haarsträhne mit einer Ziehbewegung vom Kopf weg unter Zuhilfenahme der
gewünschten Strahlung einem Umformprozess unterzogen wird. Dabei kann optional ein
Zug auf die Haarsträhne ausgeübt werden, um den Umformprozess zu unterstützen. Diese
Variante erlaubt das Erzeugen von Haarlocken, weil die Haarsträhne während der Behandlung
um den feststehenden Abschnitt der Vorrichtung herumgeführt ist und dadurch die Strähne
in einer gekrümmten Form bei der Haarumformung gehalten ist.
[0035] In einer alternativen Ausgestaltung dieser Ausführungsform oder in Kombination mit
dieser kann der Behandlungsabschnitt eine strukturierte Oberfläche zur Erzeugung von
gelockten und/oder gewellten Haarumformungen umfassen. Dadurch können in eine glatte
Haarform, je nach Strahlungsart, temporär oder dauerhaft Wellen oder Locken in das
Haar eingebracht werden.
[0036] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann die Haargestaltungsvorrichtung
plattenförmige Strahlungsbereiche mit einer ebenen Oberfläche umfassen. Bevorzugt
ist auf jeder Seite des Behandlungsabschnitts jeweils eine Glättplatte zur Haarglättung
vorgesehen. Diese können wie bei herkömmlichen Haarglättern in Zangenform ausgebildet
sein, so dass ein Teil einer Haarsträhne einfach durch Aufklappen in den Behandlungsabschnitt
eingeführt werden kann und danach im zusammengeklappten Zustand die Behandlung der
gesamten Strähne durchgeführt werden kann.
[0037] Eine weitere Anwendungsart eines solchen Haarglätters ist das Erzeugen von Haarlocken.
Abhängig von der Kinetik des Prozesses sind prinzipiell zwei Wege denkbar, die hier
beispielhaft aufgeführt sind. Eine Anwendungsvariante entspricht dem "normalen" Lockenmachen
mit einem Haarglätter. Die Haare werden unter Zug durch den Behandlungsabschnitt und
anschließend über eine gerundete Struktur (z.B. das Haarglättergehäuse selbst) gezogen.
Dabei erhält das Haar beim Neuordnen der Bindungen eine Lockenform. Deshalb sieht
eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung einen
in Haarbehandlungsrichtung dem Behandlungsabschnitt folgenden Gehäuseabschnitt mit
konvexer Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen
vor.
[0038] Bei einer weiteren Anwendungsvariante ist die Wechselwirkungszone schon mit einer
strukturierten Oberfläche ausgebildet und unterstützt das Erzeugen von Locken oder
Wellen. Nach Verlassen des Behandlungsabschnitts (z.B. in Form mit ebenen oder konvexen
Oberflächen) können die Haare wahlweise noch zusätzlich über strukturierte Oberflächen
geführt werden, um ggf. den Umformprozess zu unterstützen. Die strukturierten Oberflächen
lassen sich z.B. über eine entsprechende Formung des Gehäuses, von Zubehörteilen oder
optional vorgesehenen optischen Filtern erzeugen. Wenn keine optischen Filter verwendet
werden oder deren Formung zu aufwändig wäre können auch geformte Gitter, die zum einen
das Haar in die gewünschte Form während des Prozesses legen und daneben noch ausreichend
Strahlung an das Haar heranlassen, im Bereich der Strahlungsbereiche des Behandlungsabschnittes
eingesetzt werden.
[0039] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
umfasst Strahlungsbereiche mit wenigstens einer austauschbaren Haarumformeinrichtung
mit einer ebenen oder strukturierten Oberfläche. Eine austauschbare Haarumformeinrichtung
kann ein herausziehbares oder in den Strahlungsbereich einsteck- bzw. aufsteckbares
Gestaltungselement (z.B. eine Platte mit strukturierter Oberfläche, ein Gitter mit
spezieller Oberfläche, ein Filterelement mit strukturierter Oberfläche etc.) sein.
So kann je nach gewünschter Anwendung, z.B. temporär oder dauerhaft bzw. glatte Haarform
oder Lockenform, das Ergebnis durch das jeweilige Gestaltungselement zusätzlich beeinflusst
werden. Dies erhöht die Variabilität der Haargestaltungsvorrichtung, weil der Anwender
selbst bei jeder Anwendung individuell bestimmen kann, welche Anwendung durchgeführt
werden soll. Durch diese austauschbaren Aufsätze für die Vorrichtung kann der Anwender
z.B. entscheiden, ob er das Gerät gerade zum Glätten oder zum Locken-/Wellenmachen
nutzen möchte.
[0040] Optional kann die austauschbare Haarumformeinrichtung eine automatische Steuerung
der Leistung der ersten und zweiten Strahlungsquellen auslösen. Beispielsweise kann
ein optischer oder mechanischer Sensor beim Einsetzen die gewählte austauschbare Haarumformeinrichtung
erkennen und an die Steuerungseinrichtung ein entsprechendes Signal ausgehen, das
die Strahlungsabgabe der ersten und zweiten Strahlungsquellen entsprechend dem durch
die austauschbare Haarumformeinrichtung vorgegebenen Modus, z.B. temporäre oder dauerhafte
Haarumformung, einstellt.
[0041] Da bekannt ist, dass intensive elektromagnetische Strahlung (hier z.B. im UV oder
UVnahen Bereich oder auch im IR-Bereich) gesundheitliche Schäden hervorrufen kann,
sind die Strahlungsquellen in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Haargestaltungsvorrichtung entsprechend eingehaust. Demgemäß umfasst eine solche Haargestaltungsvorrichtung
bevorzugt ein blickdichtes Gehäuse oder einen im Betrieb strahlungsdicht abgeschlossenen
Behandlungsabschnitt. Das blickdichte Gehäuse oder der abgeschlossene Behandlungsabschnitt
dient im Wesentlichen zur Vermeidung des direkten Augenkontakts. Alternativ kann,
insbesondere bei einem nicht blickdicht ausgestalten Strahlungsbereich, ein Schutzschalter
für das Aktivieren der Strahlungsquelle bei Abschluss der Strahlungsquelle entweder
durch das Schließen des Gehäuses oder das Berühren des Strahlungsbereichs mit der
Kopfhaut eingesetzt werden. Zum Beispiel können Berührungssensoren oder optische Sensoren
eingesetzt werden, um zu gewährleisten, dass im Wesentlichen keine Strahlung aus dem
Behandlungsabschnitt austreten kann. Bevorzugt kann keine oder nur unkritisch wenig
Strahlung aus dem Behandlungsabschnitt entweichen, um eine Schädigung des Anwenders
oder weiterer anwesender Personen zu verhindern. Als zusätzlicher Schutzmechanismus
kann optional eine Steuerung verwendet werden, welche regelt. dass die Strahlungsquellen
nur dann aktivierbar sind, wenn das Gerät geschlossen ist. Dadurch wird vermieden,
dass es zu Schädigungen beispielsweise der Haut oder der Augen kommen kann.
[0042] Gemäße einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Haargestaltungsvorrichtung
mit einem im oder am Gehäuse anbringbaren Behälter für den Haarumformungsprozess unterstützende
Substanzen und eine Anzahl von Substanzaufbringungselementen für das Aufbringen der
Substanz auf die Haare vor, während oder nach der Bestrahlung ausstattbar. Der Behälter
kann auch fest im Gehäuse oder am Gehäuse integriert sein oder kann als Zubehörteil
nachgerüstet werden. Der Behälter kann dabei für die Aufbewahrung von Flüssigkeiten,
Gelen oder leicht abreibbare Feststoffen ausgelegt sein. Die bevorzugt eingesetzten
Substanzen sind den Umformprozess unterstützende chemische oder organische Verbindungen,
bevorzugt Verbindungen, welche an einer Stufe des vorstehend detaillierter beschriebenen
Haarumformprozesses eingreifen. Beispielhafte Substanzen sind Verbindungen, welche
die erneute Bindungsbildung der vorher durch die Strahlungseinwirkung aufgebrochenen
Disulfidbrücken unterstützen. Solche Verbindungen sind zum Beispiel oxidativ wirkende
Chemikalien oder Substanzen mit einer funktionellen Thiolgruppe. Diese Verbindungen
können auch in Kombination, optional mit weiteren funktional ähnlichen Substanzen,
eingesetzt werden.
[0043] Das Prinzip der Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen beispielshalber
noch näher erläutert, wobei die Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung
gemäß einer ersten Ausführungsform,
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
gemäß der ersten Ausführungsform,
- Figur 3
- eine Schnittansicht entlang der Linie A-A' der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
aus Figur 1,
- Figur 4
- eine Schnittansicht der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung aus Figur 3 bei
der Anwendung,
- Figur 5
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer
zweiten Ausführungsform bei der Anwendung.
[0044] In der Figur 1 ist eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung
1 gemäß einer ersten Ausführungsform gezeigt. Die Haargestaltungsvorrichtung 1 besitzt
einen im Wesentlichen rechteckigen oberen Zangenabschnitt 5 mit abgerundeten Ecken
und Kanten. Am hinteren Ende des oberen Zangenabschnitts ist ein Scharnier (nicht
gezeigt) ausgebildet. In diesem hinteren Abschnitt wird ein Netzkabel 2 für die permanente
Energiezufuhr und optional in Form eines Ladekabels mit Steckverbindung aus dem Geräte
heraus geführt. In dem oberen Zangenabschnitt 5 ist der Netzschalter 3 (ein/aus) im
Gehäuse integriert untergebracht. In dieser Ausführungsform ist er zum Beispiel als
Schiebeschalter ausgestaltet, um zusätzlich zu der Ein-/Ausschaltfunktion auch noch
als Steuerungsvorrichtung für die Umschaltung zwischen temporärer und dauerhafter
Haarumformung zu dienen. Optional können mehrere Leistungsstufen durch diesen Schalter
eingestellt werden.
[0045] In der Figur 2 ist die Haargestaltungsvorrichtung 1 aus Figur 1 in der Seitenansicht
dargestellt. Hier erkennt man deutlich das von herkömmlichen Haarglättern bekannte
Zangenprinzip mit einem Scharnier 4, einem oberen Zangenabschnitt 5 mit einem oberen
Behandlungsabschnitt und einem unteren Zangenabschnitt 6 mit einem unteren Behandlungsabschnitt.
Am oberen Zangenabschnitt 5 und am unteren Zangenabschnitt 6 ist jeweils im vorderen
Bereich (etwa im vorderen Drittel) eine Gummilippe 15 am Rand des Gehäuses angebracht.
[0046] Sowohl der obere Zangenabschnitt 5 als auch der untere Zangenabschnitt 6 sind bezüglich
des Scharniers 4 beweglich ausgestaltet, so dass sie aus der hier gezeigten Öffnungsposition
in eine geschlossene Position bewegt werden können. In der offenen Position beträgt
der Öffnungswinkel α typischerweise etwa 8° bis 45°. Bevorzugte Öffnungswinkel α sind
etwa 12° bis 30° und weiter bevorzugt etwa 15° bis 25°. Alternativ könnte auch einer
der beiden Zangenabschnitte feste mit dem Scharnier 4 verbunden sein oder gar einstückig
mit diesem ausgebildet sein. Das Scharnier ermöglicht dann eine Relativbewegung zu
dem jeweiligen anderen Zangenabschnitt.
[0047] In der geschlossenen Position berühren sich die beiden Gummilippen 15 in etwa über
ihre gesamte Kantenlänge. Die Gummilippen 15 sind dabei aus einem flexiblen Material
ausgestaltet, so dass sie sich an die dazwischen gelegten Haarsträhnen flexibel anpassen
können. Sie dienen zum Festhalten der Haarsträhnen, so dass auf die Haarsträhnen eine
Zugkraft ausgeübt werden kann. Im Bereich hinter den hier gezeigten Gummilippen liegen
die Strahlungsabschnitte (nicht gezeigt).
[0048] Die Strahlungsabschnitte 10, 11 sind in der Schnittansicht der Haargestaltungsvorrichtung
in Figur 3 gezeigt. Figur 3 zeigt die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung
aus Figur 1 in einer schematischen Darstellung entlang der Schnittebene A-A' in Richtung
des Scharniers (hier nicht gezeigt). Im oberen Zangenabschnitt 5 ist der obere Strahlungsabschnitt
10 mit den ersten Strahlungsquellen 20 für die temporäre Haarumformung und den zweiten
Strahlungsquellen 30 für die dauerhafte Haarumformung untergebracht. Neben dem oberen
Strahlungsabschnitt 10 ist auf einer Seite des oberen Zangenabschnitts 5 die Gummilippe
15 als Zugkraftverstärkungsmittel angeordnet. Der obere Zangenabschnitt 5 bildet dabei
ein Gehäuse um den oberen Strahlungsabschnitt, so dass die Strahlungsquellen 20, 30
nur durch den Abschnitt 12 Strahlung an den Behandlungsabschnitt 8 abgeben. Ansonsten
ist der obere Zangenabschnitt 5 aus einem strahlungsdichten Material ausgebildet.
Der Abschnitt 12 ist hier als optischer Filter zur Begrenzung der Emissionen des abgestrahlten
Wellenlängenspektrums ausgebildet.
[0049] Der untere Zangenabschnitt 6 ist analog zu dem oberen Zangenabschnitt 5 aufgebaut.
Der untere Strahlungsabschnitt 11 mit den ersten Strahlungsquellen 21 für eine temporäre
Haarumformung und den zweiten Strahlungsquellen 31 für eine dauerhafte Haarumformung
ist gegenüber dem oberen Strahlungsabschnitt 10 ausgebildet. Auch hier umfasst der
untere Strahlungsabschnitt 11 einen optischen Filter 13 zur Begrenzung des Behandlungsabschnittes
8. Ansonsten ist der untere Strahlungsabschnitt 11 strahlungsdicht von dem Gehäuse
des unteren Zangenabschnitts 6 umgeben. Auch hier ist benachbart zu dem unteren Strahlungsabschnitt
11 eine Gummilippe 15 auf einer Seite des Gehäuses angeordnet.
[0050] Wie aus der Figur 3 ersichtlich ist, liegen die Gummilippen 15 benachbart zu der
Seite des oberen bzw. unteren Strahlungsabschnittes, in dem die zweiten Strahlungsquellen
30, 31 für die dauerhafte Haarumformung angeordnet sind. Dadurch wird ein blickdichteres
Gehäuse auf der Seite der energiereicheren Strahlungsquellen geschaffen.
[0051] Die Anzahl der ersten bzw. zweiten Strahlungsquellen kann variieren und wird auf
die gewünschte Leistung der Haargestaltungsvorrichtung entsprechend ausgelegt. Die
Strahlungsquellen 20, 30, 21, 31 sind mit der Steuerungsvorrichtung, zum Beispiel
dem Schalter 3 (vergleiche Figur 1) im oberen Stangenabschnitt 5 verbunden.
[0052] In Figur 4 ist schematisch eine Anwendung der vorstehend detaillierter erläuterten
Haargestaltungsvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform gezeigt. Die Haarsträhne
50 wird dabei durch den Behandlungsabschnitt 8 geführt und von den beiden Gummilippen
15 auf Zug gehalten. Die zwischen den beiden Strahlungsabschnitten 10, 11 liegenden
Haarabschnitte werden entweder durch die ersten Strahlungsquellen 20, 21 und/oder
die zweiten Strahlungsquellen 30, 31 durch die optischen Filter 12, 13 hindurch mit
der gewünschten Strahlung bestrahlt. Dadurch werden je nach eingestellter Strahlungsenergie
entweder Wasserstoffbrückenbindungen oder die Disulfidbindungen des Keratins aufgebrochen,
welche sich beim anschließenden Umformprozess mit neuen Bindungspartnern wieder verknüpfen.
Der Umformprozess findet hier durch das Gehäuse, in diesem Fall die abgerundete seitliche
Kante des Gehäuses des oberen Zangenabschnitts 5, statt. Die Haarsträhne wird dabei
nach der Bestrahlung um diesen Formgebungsteil herum geführt und so in eine neue Gestalt
bzw. Form gebracht. Dieses Herumführen um das Gehäuse der vorab bestrahlten Haarsträhne
sollte innerhalb kurzer Zeit, möglichst wenigen Zehntelsekunden bis ein paar Sekunden,
erfolgen, um das gewünschte Haarumformungsergebnis zu erzielen. Je nach Typ der Haarstruktur
kann die mögliche Behandlungszeit von Mensch zu Mensch variieren. Die individuelle
optimale Behandlungszeit kann der Anwender jedoch selbst durch einfaches Austesten
herausfinden.
[0053] In Figur 5 ist eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
1 gezeigt. Diese Ausführungsform eignet sich weniger für das Haareglätten, sondern
ist für das Erzeugen von Locken angepasst. Das Gehäuse besteht aus einem feststehenden
Zangenelement 5 mit einem ersten Strahlungsabschnitt 10. Das feststehende Zangenelement
5 hat einen ovalen bzw. elliptischen Querschnitt, auf dessen einen Seite, die einen
kleinen Krümmungsradius aufweist, der erste Strahlungsabschnitt 10 angeordnet ist.
Der erste Strahlungsabschnitt 10 hat eine konvexe Außenfläche 16 zum Behandlungsabschnitt
8 hin. In diesem ersten Strahlungsabschnitt 10 sind erste Strahlungsquellen 20 für
die temporäre Haarumformung und zweite Strahlungsquellen 30 für die dauerhafte Haarumformung
vorgesehen, welche Strahlung mit der jeweiligen Leistung in den Behandlungsabschnitt
8 abgeben. Die Strahlungsquellen 20, 30 werden über die Steuerungsvorrichtung (nicht
gezeigt) entsprechend angesteuert.
[0054] Die Haargestaltungsvorrichtung 1 umfasst gegenüber der konvexen Außenfläche des Strahlungsabschnitts
10 ein bewegliches Zangenelement 6, das über ein Scharnier bzw. ein Gelenk (nicht
gezeigt) klappbar angeordnet ist. Dieses besitzt in Richtung des feststehenden Zangenelements
5 eine konkave Oberfläche 17, die einen ähnlichen Krümmungsradius wie die Außenfläche
des Strahlungsabschnitts 10 aufweist. Im Bereich des Behandlungsabschnitts 8, d. h.
gegenüber des Strahlungsabschnitts 10, ist der zweite Strahlungsabschnitt 11 angeordnet,
welcher die Strahlung in den Behandlungsabschnitt 8 über die konkave Oberfläche abgibt.
In dem Strahlungsabschnitt 11 sind erste und zweite Strahlungsquellen 21, 31 vorgesehen
die nach außen hin durch das Gehäuse des Zangenelements 6 abgeschirmt werden. Dadurch
ist der Behandlungsabschnitt 8 blickdicht, das heißt von außen nicht direkt einsehbar.
[0055] In diesem blickdichten Behandlungsabschnitt 8, der durch den konvexen Strahlungsabschnitt
10 und den konkave Strahlungsabschnitt 11 gebildet wird, wird eine Haarsträhne 50
hindurchgeführt. Für das einfachere Einlegen der Haarsträhne 50 in den Behandlungsabschnitt
8 kann das bewegliche Zangenelement 6 weggeklappt werden und zur Behandlung wieder
an das feststehende Zangenelement 5 herangeführt werden. Dadurch wird die Haarsträhne
50 in einem gewissen Bereich, hier in etwa um den halben Umfang, um das feststehende
Zangenelement 5 herum geführt. Hierbei erfährt es eine neue Gestalt, die durch Aufbrechen
der bisherigen Wasserstoffbrückenbindungen bzw. Disulfidbindungen und durch Neubildung
entsprechender Bindungen je nach eingebrachter Leistung wahlweise temporär bzw. dauerhaft
in die behandelte Haarsträhne eingebracht werden kann.
[0056] Da es sich bei den vorstehend beschriebenen Haargestaltungsvorrichtungen um Ausführungsbeispiele
handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann in einem weiten Umfang modifiziert
werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere können diese Vorrichtungen
nicht nur zum Glätten der Haare wie bei einem Haarglätter verwenden werden, sondern
sie eignen sich auch für weitere Gestaltungsmethoden wie zum Beispiel Lockenwickeln.
Demgemäß ist eine Haargestaltungsvorrichtung nicht nur ein Gerät mit zwei Glättplatten,
sondern kann auch eine Bürste mit entsprechenden Strahlungselementen und einer Haltefunktion
für Haarsträhnen sein, mit der ebenso eine Zugkraft unter Erwärmung auf die Haare
ausgeübt wird. Außerdem kann die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung auch
in Haubenform mit einer an die Kopfform weitgehend angepassten, flexiblen oder festen
Haube (ähnlich einer Trockenhaube) sein, in der zum Kopf hin eine Anzahl von Strahlungsöffnungen
oder Strahlungselementen vorgesehen ist. In einer solchen Haube können konventionelle
Lockenwickler, z.B. aus einem strahlungsdurchlässigen Material, als Gestaltungselement
eingesetzt werden. Außerdem kann die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung in
gewissem Maße auch für das Trocken bzw. das Unterstützen einer Haartrocknung, insbesondere
von feuchtem Haar eingesetzt werden, da die in das Haar abgegebene Strahlung im gewissen
Ausmaß auch ein Verdampfen der Wassermoleküle bewirken kann. Weiterhin schließt die
Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw. "eine" nicht aus, dass die betreffenden
Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Auch die Verwendung der Bezeichnungen
"Mittel" und "System" schließt nicht aus, dass ein solches Bauteil aus mehreren Komponenten
aufgebaut ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0057]
- 1
- Haargestaltungsvorrichtung
- 2
- Netzkabel
- 3
- Netzschalter
- 4
- Scharnier
- 5
- oberer Zangenabschnitt
- 6
- unterer Zangenabschnitt
- 8
- Behandlungsabschnitt
- 10
- oberer Strahlungsabschnitt
- 11
- unterer Strahlungsabschnitt
- 12
- optischer Filter
- 13
- optischer Filter
- 15
- Gummilippe
- 16
- konvexe Fläche
- 17
- konkave Fläche
- 20
- erste Strahlungsquellen
- 21
- erste Strahlungsquellen
- 30
- zweite Strahlungsquellen
- 31
- zweite Strahlungsquellen
- 50
- Haarsträhne
- α
- Öffnungswinkel
1. Haargestaltungsvorrichtung (1) für die Anwendung zur Haarumformung, umfassend:
- eine Anzahl von ersten Strahlungsquellen (20, 21) für eine temporäre Haarumformung,
die nach kurzer Zeit oder geringen äußeren Umwelteinflüssen reversibel ist,
- eine Anzahl von zweiten Strahlungsquellen (30, 31) für eine dauerhafte Haarumformung,
die weniger auf Umwelteinflüsse reagiert als die temporäre Haarumformung,
- eine Steuerungsvorrichtung (3) für die Strahlungsabgabe der ersten Strahlungsquelle
(20, 21) für die temporäre Haarumformung und der zweiten Strahlungsquelle (30, 31)
für die dauerhafte Haarumformung an eine Behandlungsabschnitt (8) für Haare in der
Haargestaltungsvorrichtung, und
- eine Art von den ersten oder zweiten Strahlungsquellen (20, 30, 21, 31),
dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquellen (20, 30, 21, 31) von der Steuerungsvorrichtung (3) über einen
bestimmten Behandlungszeitraum derart umschaltbar sind, dass sie als jeweilige andere
Strahlungsquelle (20, 30, 21, 31) dienen.
2. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Steuerungsvorrichtung (3) zur
Steuerung der Leistung einer oder mehrerer erster und/oder zweiter Strahlungsquellen
(20, 21, 30, 31) angepasst ist.
3. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zweite
Strahlungsquelle (30, 31) für die dauerhafte Haarumformung einen Strahlungsemitter
für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von etwa 415 bis 440 nm umfasst.
4. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste
Strahlungsquelle (20, 21) für die temporäre Haarumformung einen Strahlungsemitter
für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von größer als 440 nm bis etwa
10 µm umfasst.
5. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer im oder
im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt (8) angeordneten Zugkraftübertragungsvorrichtung
(15) mit einer Kontaktfläche zur Übertragung von Zugkräften auf das im Behandlungsabschnitt
(8) umzuformende Haar.
6. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Behandlungsabschnitt
(8) durch zwei sich gegenüberliegenden Strahlungsbereichen (10, 11) zur Strahlungsabgabe
der ersten und zweiten Strahlungsquellen (20, 21, 30, 31) begrenzt ist.
7. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6, umfassend jeweils einen Strahlungsbereich
(10, 11) mit einer konvexen und einer konkaven Oberfläche.
8. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Behandlungsabschnitt
(8) eine strukturierte Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen
umfasst.
9. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6, umfassend plattenförmige Strahlungsbereiche
(10, 11) mit einer ebenen Oberfläche.
10. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem in Haarbehandlungsrichtung
dem Behandlungsabschnitt (8) folgenden Gehäuseabschnitt mit konvexer Oberfläche zur
Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen.
11. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Strahlungsbereiche
(10, 11) eine austauschbare Haarumformeinrichtung mit einer ebenen oder strukturierten
Oberfläche umfassen.
12. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem blickdichten
Gehäuse (5, 6) oder einem im Betrieb strahlungsdicht abgeschlossenen Behandlungsabschnitt
(8).
13. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem im oder
am Gehäuse anbringbaren Behälter für den Haarumformungsprozess unterstützende Substanzen
und eine Anzahl von Substanzaufbringungselementen für das Aufbringen der Substanz
auf die Haare vor, während oder nach der Bestrahlung.
1. Device for hair fashioning (1) for use for hair reshaping, comprising:
- a plurality of first radiation sources (20, 21) for temporary hair reshaping which
is reversible after a short time or after minor external environmental influences,
- a plurality of second radiation sources (30, 31) for permanent hair reshaping which
reacts less to environmental influences than the temporary hair reshaping,
- a control device (3) for the emission of radiation from the first radiation source
(20, 21) for temporary hair reshaping and from the second radiation source (30, 31)
for permanent hair reshaping to a treatment section (8) for the hair in the device
for hair fashioning, and
- a type of the first or second radiation sources (20, 30, 21, 31),
characterised in that the radiation sources (20, 30, 21, 31) can be switched by the control device (3)
over a particular treatment period such that they serve as the respective other radiation
source (20, 30, 21, 31).
2. Device for hair fashioning according to claim 1, wherein the control device (3) is
adapted for controlling the output of one or more first and/or second radiation sources
(20,21,30,31).
3. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the second
radiation source (30, 31) for permanent hair reshaping comprises a radiation emitter
for radiation having a wavelength in the range between approximately 415 and 440 nm.
4. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the first
radiation source (20, 21) for temporary hair reshaping comprises a radiation emitter
for radiation having a wavelength in the range between greater than 440 nm and approximately
10 µm.
5. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, having a tensile
force transmission device (15) arranged in or essentially adjacent to the treatment
section (8), with a contact surface for the transmission of tensile forces to the
hair to be reshaped in the treatment section (8).
6. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the treatment
section (8) is delimited by two opposing radiation regions (10, 11) for the emission
of radiation from the first and second radiation sources (20, 21, 30, 31).
7. Device for hair fashioning according to claim 6, comprising in each case a radiation
region (10, 11) with a convex and a concave surface.
8. Device for hair fashioning according to claim 6 or 7, wherein the treatment section
(8) comprises a structured surface for the production of curly and/or wavy hair reshaping.
9. Device for hair fashioning according to claim 6, comprising plate-shaped radiation
regions (10, 11) with a flat surface.
10. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with a housing
section following the treatment section (8) in the direction of the hair treatment,
with a convex surface for the production of curly and/or wavy hair reshaping.
11. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the radiation
regions (10, 11) comprise a replaceable hair reshaping device with a flat or structured
surface.
12. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with an opaque
housing (5, 6) or a treatment section (8) which is closed so as to be radiation-proof
in operation.
13. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with a container
which can be attached in or on the housing for substances supporting the hair reshaping
process and a plurality of substance application elements for applying the substance
to the hair before, during or after the irradiation.
1. Dispositif de mise en forme des cheveux (1) pour l'utilisation destinée au modelage
des cheveux, comprenant :
- un nombre de premières sources de rayonnement (20, 21) pour un modelage temporaire
des cheveux, qui est réversible après un temps court ou après de moindres influences
de l'environnement extérieur,
- un nombre de deuxièmes sources de rayonnement (30, 31) pour un modelage durable
des cheveux, qui réagit moins aux influences de l'environnement que le modelage temporaire
des cheveux,
- un dispositif de commande (3) pour la décharge du rayonnement de la première source
de rayonnement (20, 21) pour le modelage temporaire des cheveux et de la deuxième
source de rayonnement (30, 31) pour le modelage durable des cheveux sur une section
de traitement (8) des cheveux dans le dispositif de modelage des cheveux, et
- un type des premières ou des deuxièmes sources de rayonnement (20, 30, 21, 31),
caractérisé en ce que les sources de rayonnement (20, 30, 21, 31) sont commutables par le dispositif de
commande (4) pendant une période de traitement déterminée, de manière à ce qu'elles
servent d'autre source de rayonnement respective (20, 30, 21, 31).
2. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 1, le dispositif de commande
(3) étant adapté pour la commande de la puissance d'une ou de plusieurs premières
et/ou deuxièmes sources de rayonnement (20, 21, 30, 31).
3. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
la deuxième source de rayonnement (30, 31) pour le modelage durable des cheveux comprenant
un émetteur de rayonnement pour un rayonnement ayant une longueur d'ondes située dans
la plage d'environ 415 nm à 440 nm.
4. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
la première source de rayonnement (20, 21) pour le modelage temporaire des cheveux
comprenant un émetteur de rayonnement pour un rayonnement ayant une longueur d'ondes
située dans la plage supérieure à 440 nm allant jusqu'à environ 10 µm.
5. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant un dispositif de transmission de force de traction (15) disposé dans ou
essentiellement de manière adjacente à la section de traitement (8), muni d'une surface
de contact destinée à transmettre les forces de traction sur les cheveux à modeler
dans la section de traitement (8).
6. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
la section de traitement (8) étant délimitée par deux zones de rayonnement (10, 11)
se faisant face pour la décharge du rayonnement de la première et de la deuxième sources
de rayonnement (20, 21, 30, 31).
7. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6, comprenant respectivement
une zone de rayonnement (10, 11) ayant une surface convexe et une surface concave.
8. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6 ou 7, la section de traitement
(8) comprenant une surface structurée destinée à générer des modelages de cheveux
frisés et/ou ondulés.
9. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6, comprenant des zones
de rayonnement (10, 11) en forme de plaque, munies d'une surface plane.
10. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant, dans le sens de traitement des cheveux, une section de boîtier succédant
à la section de traitement (8), à surface convexe destinée à générer des modelages
de cheveux frisés et/ou ondulés.
11. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
les zones de rayonnement (10, 11) comprenant un dispositif de modelage des cheveux
interchangeable, muni d'une surface plane ou structurée.
12. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant un boîtier opaque (5, 6) ou une section de traitement (8) fermée, étanche
au rayonnement pendant le fonctionnement.
13. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant un réservoir pouvant être placé dans ou sur le boîtier pour des substances
supportant le processus de modelage des cheveux et un nombre d'éléments d'application
de substances pour appliquer la substance sur les cheveux, avant, pendant ou après
le rayonnement.