(19)
(11) EP 2 861 096 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.08.2016  Patentblatt  2016/32

(21) Anmeldenummer: 13727934.5

(22) Anmeldetag:  12.06.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A45D 1/04(2006.01)
A45D 20/12(2006.01)
A45D 2/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2013/062073
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/189786 (27.12.2013 Gazette  2013/52)

(54)

HAARGESTALTUNGSVORRICHTUNG MIT STRAHLUNGSQUELLE

DEVICE FOR HAIR FASHIONING WITH RADIATION SOURCE

DISPOSITIF POUR UNE MISE EN FORME CAPILLAIRE AVEC DES SOURCES DE RAYONNEMENT


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 19.06.2012 DE 102012210272

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.04.2015  Patentblatt  2015/17

(73) Patentinhaber: BSH Hausgeräte GmbH
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • ALTMANN, Berthold
    83374 Oderberg (DE)
  • BLISCHKE, Daniela
    92360 Mühlhausen (DE)
  • COPITZKY, Thomas
    83278 Traunstein (DE)
  • HAFER, Christian
    85435 Erding (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 151 691
US-A1- 2012 132 223
US-A1- 2011 120 491
US-B1- 6 285 828
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Haargestaltungsvorrichtung mit einer Anzahl von ersten und zweiten Strahlungsquellen. Diese kann zur temporären und permanenten Haarumformung, insbesondere zur Haarglättung oder Lockenbildung, eingesetzt werden.

    [0002] Herkömmliche Haargestaltungsvorrichtungen sind zum Beispiel Haarglätter vom Plattenprinzip oder runde Lockenstäbe, bei denen die Haare jeweils mittels Wärmezufuhr umgeformt werden. Bei der Haarumformung mittels Wärme werden in der Regel Wasserstoffbrücken in der Haarstruktur gelöst und nach Beeridigung der Wärmezufuhr neu gebildet. Bei dieser Art der Haarumformung spricht man von einer temporären Haarumformung, da diese nach kurzer Zeit oder geringen äußeren Umwelteinflüssen wie Hitze oder Feuchtigkeit meist reversibel ist.

    [0003] Alternative herkömmliche Haarumformungen werden auch auf chemischem Wege, wie z.B. bei einer herkömmlichen Dauerwellenbehandlung, durchgeführt. Bei der chemischen Haarumformung werden Disulfidbindungen des Keratins aufgebrochen und dann mit neuen Bindungspartnern neu gebildet, und zwar in der z.B. auf mechanische Weise gehaltenen neuen Gestalt. Der chemische Prozess läuft mehrstufig ab und die Umformung der Haare wird als dauerhaft bezeichnet, weil die neue Haargestalt weniger auf Umwelteinflüsse reagiert als bei einer rein auf Wasserstoffbrückenbindungen basierten temporären Haarumformung.

    [0004] Ein weiterer Weg, molekulare Bindungen innerhalb der Haare aufzuspalten, ist die Verwendung von elektromagnetischer Strahlung. Ein derartiges Verfahren wird z.B. in dem Patent US 5395490 und in dem Patent WO 2012/012050 beschrieben. Hier werden die Haare direkt mit langwelliger Infrarotstrahlung (IR) bestrahlt.

    [0005] In der Patentanmeldung WO 2010 096598 A2 werden auf das Haar aufgebrachte Partikel, z.B. Turmalinpartikel, mit Hilfe von elektromagnetischer Strahlung angeregt, die dann ihrerseits Strahlung auf das Haar aussenden.

    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Haargestaltungsvorrichtung vorzusehen, mit der die Haare wahlweise temporär oder dauerhaft umgeformt werden können.

    [0007] Diese Aufgabe wird durch eine Haargestaltungsvorrichtung gemäß Oberbegriff mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

    [0008] Die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung für die Anwendung zur temporären bzw. dauerhaften Haarumformung umfasst dabei eine Anzahl von ersten Strahlungsquellen für eine temporäre Haarumformung, d.h. Strahlungsquellen mit einer Strahlungsleistung zum Aufbrechen von im Wesentlichen Wasserstoffbrückenbindungen in der Haarstruktur. Daneben umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung eine Anzahl von zweiten Strahlungsquellen für eine dauerhafte Haarumformung. Hierbei werden erfindungsgemäß im Wesentlichen Disulfidbindungen des Keratins aufgespalten. Unter einer Strahlungsquelle wird im Sinne der Erfindung eine elektromagnetische Strahlungsquelle verstanden, die Strahlung, bevorzugt in bestimmten Wellenlängenbereichen, an Haarsträhnen in einem Behandlungsabschnitt der Vorrichtung abgibt. Die Strahlung ist dabei auf die Molekülbindungen bzw. die zwischen zwei Molekülen bestehenden Bindungen angepasst, so dass eine Aufspaltung und anschließende Neuordnung (d.h. Ausbildung mit jeweils neuen Bindungspartnern) von Wasserstoffbrückenbindungen und/oder Disulfidbindungen des Keratins ermöglicht wird. Die Strahlungsquelle kann z.B. ein elektrischer Widerstand sein, der sich bei Stromdurchfluss erwärmt, oder andere strahlungsemittierende Quellen (z.B. LED, OLED), die Photonen der gewünschten Energie und nach Möglichkeit in ausreichender Menge für den jeweiligen temporären oder dauerhaften Haarumformungsprozess zur Verfügung stellen. Deshalb kann durch die spezielle Anpassung der Vorrichtung an den jeweilig gewünschten Haarumformungsprozess, der zeitliche Aufwand für die Haarumformung, insbesondere für die dauerhafte Haarumformung, im Vergleich zu den herkömmlichen Geräten reduziert werden.

    [0009] Außerdem umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung eine Steuerungsvorrichtung für die Steuerung der Strahlungsabgabe der ersten Strahlungsquelle für die temporäre Haarumformung und der zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung an einem Behandlungsabschnitt für Haare in der Haargestaltungsvorrichtung. Im Sinne der Erfindung kann eine solche Steuerungsvorrichtung ein Schalter oder Regler sein, mit dem die Strahlungsabgabe derart einstellbar ist, dass zwischen einer temporären und einer dauerhaften Haarumformung der Haare in einem Behandlungsabschnitt umgeschaltet werden kann. Ein Schalter kann zum Beispiel verwendet werden, um eine oder mehrere Strahlungsquellen der ersten und/oder der zweiten Strahlungsquellen ein- bzw. auszuschalten. Ein Regler kann zum Beispiel die Leistungsstärke einer Strahlungsquelle derart regeln, dass die Leistung, oder die Strahlungsart (d.h. Wellenlänge, Frequenz, Emissionsspektrum, etc.) der geregelten Strahlungsquellen variiert wird. Der Prozess der Haarumformung lässt sich somit sehr gezielt steuern, da die Leistung der Strahlungsquellen je nach Bedarf schnell variiert werden kann (z.B. schnelles An-/Ausschalten der Strahlungsquellen oder schnelles Verändern der Strahlungsleistung). Durch diese Wahlmöglichkeit lassen sich kurzfristige geschmackliche Änderungen des Anwenders mit einem einzigen Gerät korrigieren.

    [0010] Weiter umfasst die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung lediglich eine Art von ersten oder zweiten Strahlungsquellen, die von der Steuerungsvorrichtung über einen bestimmten Behandlungszeitraum derart umschaltbar sind, dass sie als jeweilige andere Strahlungsquelle dienen. Das heißt, die Steuerungsvorrichtung kann die Strahlungsabgabe einer oder mehrerer der ersten Strahlungsquellen derart über einen bestimmten Behandlungszeitraum umschalten, dass diese als zweite Strahlungsquellen für die dauerhafte Haarumformung dienen oder umgekehrt. Mit Hilfe einer solchen Steuerungsvorrichtung können die Strahlungsquellen also derart gesteuert werden, dass diese von einer Strahlungsquelle mit einer Strahlungsart für die temporäre Haarumformung in eine Strahlungsquelle für eine Strahlungsart für die dauerhafte Haarumformung umgeschaltet werden können. Durch eine solche Anpassung der Strahlungsquellen ist es möglich, dass beide Strahlungsquellen, d.h. die ersten und die zweiten Strahlungsquellen, durch eine Strahlungsquelle mit veränderlicher Strahlungsart ersetzt werden. Dies vereinfacht den Gesamtaufbau der Haargestaltungsvorrichtung.

    [0011] Die Umschaltung kann durch eine Änderung der emittierten Wellenlänge bzw. des Emissionsspektrums der Strahlungsquelle, z.B. einer LED, OLED, Laser, gesteuert werden. Alternativ kann man auch die Strahlungsabgabe durch eine Veränderung der Intensität (Energie, Leistung, Quantenausbeute, etc.) umschalten. Optional können diese Umschaltungen auch mit einer Vorschaltung eines oder mehrerer Filterelemente (Frequenzverdoppler, Sperrfilter, etc.) kombiniert werden, die eine zusätzliche Veränderung des durchgelassenen Wellenlängenspektrums erlauben. Durch die Verwendung von einem oder zwei solcher Filterelemente, kann dann auch ohne Veränderung der Strahlungsquelle an sich das entsprechende Wellenlängenband für eine temporäre bzw. dauerhafte Haarumformung verändert werden. In diesem Fall steuert die Steuerungsvorrichtung die entsprechende Auswahl der Filterelemente.

    [0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung kann die Steuerungsvorrichtung die Leistung einer oder mehrerer erster und/oder zweiter Strahlungsquellen an die gewünschte Haarumformung anpassen. Die Leistungsvariation der Strahlung kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Zum Beispiel können statt einer, mehrere gleichwertige oder auch mit unterschiedlicher Leistung versehene Strahlungsquellen verwendet werden. Abhängig von der betriebsbedingt erforderlichen Leistung können unterschiedlich viele dieser Strahlungsquellen aktiviert werden. Bei einer weiteren alternativen Ausgestaltung dieser Ausführungsform wird die Strahlungsleistung variiert, indem eine oder mehrere Strahlungsquellen gleich oder unterschiedlich getaktet werden. Je nach Art der Strahlungsquelle kann die angelegte Spannung variiert werden, um die Emissionsleistung der Strahlungsquelle entsprechend einzustellen.

    [0013] Die genauen Werte, mit denen eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung betrieben wird, sind u.a. geometrieabhängig und können vom Fachmann auf Basis der hierin beschriebenen Angaben, eventuell unter Zuhilfenahme von experimentellen Ergebnissen, bestimmt werden. Beispielsweise bestimmen die Länge und Breite des Behandlungsabschnittes, in denen eine Wechselwirkung der Strahlung mit der Haarstruktur stattfindet, die dafür zweckmäßige Leistungsabgabe an diesen Behandlungsabschnitt. Ebenfalls kann der Fachmann die optimalen Bereiche der eingesetzten Wellenlängen und der für die Haarumformung zur Verfügung gestellten Leistungen für die in dem Behandlungsabschnitt behandelbare Haarmenge entsprechend bestimmen. Diese vorbestimmten Werte können entweder vorgegeben werden oder für den Anwender in einem gewissen Anwendungsbereich an der Haargestaltungsvorrichtung bei der Anwendung variabel einstellbar sein.

    [0014] Da die Haarstruktur, z.B. Haarfarbe und Haarstärke, stark variiert, ist es bevorzugt, dass die Strahlungsleistung und ggf. auch die Wellenlängenbereiche individuell auf den Haartyp und das gewünschte Umformergebnis bei der Anwendung abgestimmt werden kann. So kann z.B. stark gelocktes Haar wahlweise in glattes Haar oder in leichter gelocktes Haar umgeformt werden. Bei der Festlegung des Haartyps ist es ebenso möglich, zu unterscheiden, in welchem Zustand sich das Haar befindet (z.B. gesund oder sehr strapaziert). Dadurch können Rückschlüsse auf die Anzahl der vorhandenen Bindungen im Haar gezogen werden und somit die notwendige Leistung für den gewünschten Grad der Umformung zur Verfügung gestellt werden.

    [0015] Abhängig von der Photonenenergie können unterschiedlich stabile chemische Bindungen in der Haarstruktur aufgebrochen werden. Für eine dauerhafte Haarumformung müssen primär die Disulfidbindungen (S-S-Bindungen) des Keratins aufgebrochen werden. Kovalente Disulfidbindungen besitzen eine Bindungsenergie von ca. 268 kJ/mol. Erfindungsgemäß wird diese Bindung bevorzugt mit einem einzelnen Photon gespalten. Dafür ist eine Wellenlänge von ca. 440 nm zweckmäßig. Es wird erfindungsgemäß bei der Auswahl des anwendbaren Wellenlängenbereichs dabei vorteilhafterweise ausgenutzt, dass die Disulfidbindungen die schwächsten kovalenten Bindungen innerhalb des Keratins sind.

    [0016] Die zum Aufspalten der zweitschwächsten Bindung des Keratins, nämlich der S-C-Bindung, notwendige Strahlung liegt bei etwa 413 nm. Deshalb kann man erreichen, dass das Keratin mit Ausnahme der Disulfidbindungen im Wesentlichen intakt bleibt, wenn die minimale Wellenlänge der Strahlung auf ca. 413 nm begrenzt wird.

    [0017] Aus den vorstehenden Überlegungen und Berechnungen ergibt sich, dass eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung eine Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung mit einem Strahlungsemitter für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von etwa 415 bis 440 nm umfasst. Hier spricht man von sichtbarer Strahlung (VIS), die in einem optischen Spektralbereich von etwa 380 bis 780 nm Wellenlänge liegt. Der Vorteil von diesem Wellenlängenbereich ist, dass selektiv die schwächsten Bindungen der Haarstruktur, nämlich die Disulfidbindungen, gespalten und nach einer Umstrukturierung des Haares neu gebildet werden können. Dadurch bleibt die Haarstruktur an sich in Takt, aber die Frisur, d. h. die Haare an sich, erhalten eine dauerhaft geänderte äußere Gestalt bzw. Form. Die Begrenzung des Wellenlängenbereiches kann zum Beispiel unter Zuhilfenahme von Strahlungsquellen mit einer einzelnen Wellenlänge oder mit einem schmalen Emissionsspektrum oder zusätzlich mit optischen Filtern (z.B. sogenannten Sperrfiltern) durchgeführt werden. Dadurch wird im Vergleich zu herkömmlichen, auf Erhitzung der Haare beruhenden Haarumgestaltungsvorrichtung eine Schädigung des Keratins verringert bzw. vermieden. Die Auswahl der geeigneten Strahlungsquelle und des geeigneten Emissionsspektrums führt zu einer verbesserten Schonung bei gleichbleibender bzw. verbesserter Effizienz.

    [0018] In den Haaren befinden sich nach verlässlichen Studien im Schnitt ca. 1020 Disulfidbindungen/Gramm, wobei exakte Werte sich hier nur schwer angeben lassen, da es sich bei Haaren um ein recht heterogenes Naturprodukt handelt. Wenn man von einer durchschnittlichen Haarsträhne bei der Haarglättung mit einem Haarglätter auf Basis des Zweiplattenprinzips (wie bei herkömmlichen Haarglättern) ausgeht, würden sich jede Sekunde ca. 0,3 g Haare in Wechselwirkung mit der Strahlung befinden, welche in dem Behandlungsabschnitt zwischen den zwei gegenüberliegenden Glättplatten abgegeben wird. Um sämtliche Disulfidbindungen aufzubrechen wäre somit eine theoretische Leistung (bei 100 % Wirkungsgrad) der Strahlungsquelle von ca. 15 W erforderlich.

    [0019] Als bevorzugte Ausgestaltung einer zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung kann erfindungsgemäß eine im Vergleich zu den herkömmlichen Haargestaltungsvorrichtungen kleine Strahlungsquelle, z.B. eine Wärmequelle mit einer Temperatur von ca. 5800 K, eingesetzt werden. Dies verbessert die Effizienz der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung bei gleichbleibender bzw. sogar verbesserter Schonung der Haarstruktur. Da die real benötigte Leistung einer solchen zweiten Strahlungsquelle für die dauerhafte Haarumformung relativ gering ist, kann die Strahlungsquelle entsprechend kompakt gestaltet werden. Beispielhafte Strahlungsquellen sind Wärmequellen nach dem Prinzip der Glühwendel, LEDs, OLEDs, Laser, solange sie Strahlung des erforderlichen Bereichs mit einer für die gewünschte Haarumformung hinreichenden Leistung emittieren. Für das Aufbrechen sämtlicher Disulfidbindungen besitzt die zweite Strahlungsquelle dabei bevorzugt eine Leistung im Bereich von mindestens 15 Watt, Um eine möglichst schonende Haarumformung zu erzielen, liegt die Leistung bevorzugt bei maximal etwa 200 Watt, weiter bevorzugt etwa 100 Watt und insbesondere bei etwa 15 bis 50 Watt. Da für eine Haarumformung jedoch nicht alle Disulfidbindungen aufgebrochen werden müssen, sind die Strahlungsquellen weiter bevorzugt in ihrer Leistung noch weiter regulierbar, so dass sie auch in Leistungsbereichen unterhalb von 15 Watt, z.B., in einem Bereich von etwa 1 Watt bis 15 Watt betrieben werden können.

    [0020] Soll die Umformung der Haare lediglich temporär sein, reicht es aus, die Wasserstoffbrückenbindungen des Keratins aufzubrechen. Wasserstoffbrückenbindungen in Proteinen besitzen Bindungsenergien von ca. 12 bis 38 kJ/mol. Um diese Bindungen mittels einzelner Photonen aufzubrechen, wird erfindungsgemäß Strahlung mit Wellenlängen von größer als 440 nm bis 10 µm eingesetzt. Deshalb umfasst eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung eine Strahlungsquelle für die temporäre Haarumformung mit einem Strahlungsemitter für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von größer als 440 nm bis etwa 10 µm, wobei auch größere Wellenlängenanteile vorhanden sein können. Weiter bevorzugt liegt die Strahlung bei etwa 3 bis 10 µm. Die Strahlung in diesem Wellenlängenbereich wird beispielsweise durch einen Schwarzkörperstrahler mit einer Temperatur von ca. 500 K erzeugt. Eine Schädigung der Haarstruktur bzw. ein Aufbrechen der Disulfidbindungen in der Haarstruktur ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Deshalb werden selektiv die relativ leicht zu spaltenden Wasserstoffbrückenbindungen gespalten und nach einer Umstrukturierung der Haarstruktur, d. h. nach Neuverknüpfung von Wasserstoffbrückenbindungen, erscheint die Frisur in einer neuen Gestalt bzw. Form (geglättet bzw. gelockt).

    [0021] Die bevorzugt eingesetzte Strahlung wird in den sogenannten "IR-C" Wellenlängenbereich der Infrarotstrahlung eingeordnet. Die Einteilung in die unterschiedlichen Bereiche der Infrarotstrahlung ist jedoch in der Literatur nicht klar definiert und wird zum Teil uneinheitlich verwendet. Deshalb wird hier der IR-Bereich in "Mittlere Infrarotstrahlung" (etwa 3-50 µm) und "Ferne Infrarotstrahlung" (ca. 50-1000 µm) unterteilt, so dass erfindungsgemäß bevorzugt Mittlere Infrarotstrahlung für die temporäre Haarumformung eingesetzt wird.

    [0022] In einem 1 cm langen Haar befinden sich im Durchschnitt ca. 2,5 x 1016 Wasserstoffbrückenbindungen. Für eine temporäre Haarumformung müssen davon ca. 1013 geöffnet werden (vgl. auch J. Soc. Cosmetic Chemists 20, p. 321-331, 1969). Hochgerechnet auf 0,3 g Haare, die sich pro Sekunde in dem Behandlungsabschnitt (Wechselwirkungszone) befinden, wird eine Leistung von ca. 10 mW für das Aufbrechen der Wasserstoffbrücken benötigt (bei einem theoretischen Wirkungsgrad von 100%). Deshalb wird die Leistung der ersten Strahlungsquellen für die temporäre Haarumformung bevorzugt in einem Bereich von mindestens 10 mW eingestellt. Jedoch sind auch Leistungen von unter 10 mW, z.B. Leistungen in einem Bereich von etwa 1-10 mW, bevorzugt von 5-10 mW, anwendbar, insbesondere wenn eine schonendere Haarumformung erwünscht ist oder eine Haarumformung mit dem Aufbrechen weniger Wasserstoffbrückenbindungen schon für den gewünschten Effekt ausreicht. Die oberen zweckmäßigen Leistungsgrenzen sind in etwa bei 1 Watt, bevorzugt bei etwa 500 mW und weiter bevorzugt bei etwa 100 mW, um eine möglichst schonende Haarumformung zu erhalten. Demnach reichen grundsätzlich geringere Leistungsstärken als bei herkömmlichen Geräten aus.

    [0023] Mit einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung ist es dem Anwender möglich, individuell bei jeder Behandlung zu entscheiden, ob er eine temporäre oder eine dauerhafte Haarumformung wünscht. Dazu ist die Haargestaltungsvorrichtung mit einer Steuerungsvorrichtung (Wahlschalter oder vergleichbare Einrichtung) ausgestattet. Wählt der Anwender die temporäre Haarumformung, wird lediglich die erste Strahlungsquelle aktiviert, die z.B. Strahlung in einem Wellenlängenbereich von ca. 3 bis 10 µm emittiert. Wird dagegen eine dauerhafte Umformung der Haare gewünscht, kann entweder die zweite Strahlungsquelle, die z.B. Strahlung in einem Wellenlängenbereich von etwa 415 bis 440 nm emittiert, alleine oder in Verbindung mit der ersten Strahlungsquelle zum Einsatz kommen. Der Anwender benötigt anstatt zwei unterschiedlicher Geräte nur noch ein einziges, universell einsetzbares Gerät. Durch die wahlweise zuschaltbaren oder umschaltbaren Strahlungsquellen ist das Gerät auch mit einem geringen Energieaufwand betreibbar. Durch die eingesetzte erfindungsgemäße Technik kann die Haargestaltungsvorrichtung optional netzunabhängig (z.B. im Batteriebetrieb) betrieben werden. Kabellose Geräte sind somit einfach zu realisieren. Außerdem ermöglicht der selektive Bindungsbruch eine schonendere Haarumformung verglichen mit den herkömmlichen hitzebasierten oder chemischen Umformmethoden

    [0024] Neben dem Aufbrechen der Bindungen im Haar, d.h. der Änderung der chemischen Haarstruktur, spielt die Umformung der Haare (d.h. die Gestalt bzw. Form der Haare) für die Anwendbarkeit der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung natürlich eine wesentliche Rolle bei der Glättung. Hierbei wird grundsätzlich unterschieden zwischen einer Haarglättung und einer Locken- bzw. Wellenausbildung der Haarsträhnen. Bei beiden Anwendungen umfasst die Haargestaltungsvorrichtung eine Vorrichtung, um beim Umformen die notwendige Zugkraft auf die Haare zu übertragen. Bei der Glättung reicht in der Regel ein Langziehen der Haarsträhnen. Bei der Lockenwicklung bzw. Wellenformgebung werden in der Regel die Haarsträhnen über ein die gewünschte Form erzeugendes Gestaltungselement gezogen oder durch dieses in der gewünschten Form auf Zug gehalten, so dass die vorgegebene Haarform auf die Haarstruktur übertragen wird. Grundsätzlich erfolgt ein Aufbrechen der bisherigen, die Haarstruktur bildenden, Bindungen, bevor unter Zuhilfenahme der Zugspannung die aufgebrochenen Bindungen wieder neu verknüpft werden, und zwar unter Ausbildung der neuen Haarform.

    [0025] Erfindungsgemäß umfasst die Haargestaltungsvorrichtung zu diesem Zweck in einer bevorzugten Ausführungsform eine im oder im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt angeordnete Zugkraftübertragungsvorrichtung mit einer Kontaktfläche zur Übertragung von Zugkräften auf das bei der bestimmungsgemäßen Anwendung im Behandlungsabschnitt umzuformende Haar. Beispielhafte Zugkräfte zwischen Haaröberfläche und einer Zugkraftübertragungsvorrichtung liegen zwischen etwa 2 bis 5 N, bevorzugt zwischen etwa 2 bis 3 N.

    [0026] Diese Zugkraftübertragung kann z.B. über Klemmlippen (z.B. aus Silikon, einem hochtemperaturbeständigen Kunststoff, einer federnd gelagerten Metallschiene) erfolgen, die bevorzugt an einer Seite des Geräts angebracht sind und zwischen denen die Haarsträhne während des Durchziehens eingeklemmt wird. Damit der zu behandelnde Haarabschnitt während der Behandlung auf Zug gehalten werden kann, sind diese bevorzugt in Zugrichtung (in der Regel vom Kopf weg) der Vorrichtung auf der vom Kopf abgewandten Seite des Behandlungsabschnittes angeordnet. Bei einer zangenartigen Konstruktion der Haargestaltungsvorrichtung mit einem aus zwei Zangenenden gebildeten Behandlungsabschnitt können diese zum Beispiel an der Seite der Zangenenden angeordnet sein, die vom Kopf weggehalten wird.

    [0027] Alternativ können bei einer zangenartigen Grundkonstruktion der Vorrichtung auch die Zangenenden selbst, z.B. analog zu herkömmlichen Haarglätter mit Glättplatten, als Zugkraftübertragungsvorrichtung ausgestaltet sein. Zusätzlich kann die Kontaktfläche aus einem zugkrafterhöhenden Material (Kunststoff, gummierte Oberfläche, etc.) bzw. aus in Form einer zugkrafterhöhenden, strukturierten Oberfläche (z.B. Rillen) ausgebildet sein.

    [0028] In einer alternativen Ausgestaltung kann die Zugkraftübertragungsvorrichtung separat zu der Haargestaltungsvorrichtung mit dem Behandlungsabschnitt ausgestaltet sein. Ein Beispiel hierfür ist ein in das Haar einbringbares Zugelement bzw. Formgebungselement, (z.B. ein zylinderförmiger Lockenwickler), das in Kombination mit der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung zur temporären und/oder dauerhaften Haarumformung mittels elektromagnetischer Strahlung verwendet wird. Hierzu könnte die Strahlung beispielsweise über eine Art Strahlungspistole oder eine Art Strahlungshaube strahlförmig oder flächig auf die mit den Zugelementen bzw. Formgebungselementen versehenen Haare aufgebracht werden.

    [0029] Wahlweise können die Zugkraftübertragungsvorrichtungen, z.B. die Glättplatten bzw. Klemmlippen, auf eine Temperatur aufheizbar sein, die oberhalb Raumtemperatur liegt, um den Haarumformprozess zusätzlich zu unterstützen. Die Temperatur liegt bevorzugt bei mehr als 50 °C, weiter bevorzugt bei mehr als 80 °C, insbesondere bei etwa 90 bis 180 °C. Die Temperatur sollte zur Vermeidung von Schädigungen der Haarstruktur bevorzugt bei nicht höher als 200°C liegen.

    [0030] Wenn Glättplatten als Zugkraftübertragungsvorrichtungen verwendet werden, welche im Behandlungsabschnitt der Haargestaltungsvorrichtung vorgesehen sind, sind diese bevorzugt aus einem strahlungsdurchlässigen Material (z.B. lichtdurchlässiger Kunststoff etc.) ausgebildet oder mit Durchtrittsöffnungen für die Strahlung versehen. Optional können die Glättplatten gleichzeitig als optische Filter (z.B. Sperrfilter für Strahlung von bestimmter Wellenlänge) dienen, die je nach gewünschtem Anwendungszeck auch austauschbar ausgestaltet sein können.

    [0031] Die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung mit einer Zugkraftübertragungsvorrichtung kann bevorzugt mit einer Durchzuggeschwindigkeitsmesseinrichtung ausgestattet sein. Derartige Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt. Die Durchzugsgeschwindigkeit bestimmt die Wechselwirkungszeit der Haare mit der Strahlungsquelle. Wenn also die Durchzugsgeschwindigkeit bekannt ist, kann darüber die für die jeweilige Haarumformung (temporär oder dauerhaft) notwendige Leistung durch eine entsprechende Leistungsbestimmungsvorrichtung ermittelt bzw. berechnet und im Betrieb entsprechend angewendet werden. Für den Fall, dass die Haare zu schnell durch den Behandlungsabschnitt der Vorrichtung bewegt werden und trotz Volllast nicht mehr ausreichend Strahlung in die Haare gebracht wird, kann z.B. ein Warnsignal (z.B. akustisch, optisch oder haptisch) aus einer Signalvorrichtung (z.B. Lautsprucher, Lampe, Diode, Vibrationselement, etc.) ausgegeben werden. Somit wird dem Anwender signalisiert, dass bei zu schneller Anwendung, das Umformergebnis mögliclierweise nicht mehr zufriedenstellend ausfällt.

    [0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung gemäß der Erfindung ist der Behandlungsabschnitt durch zwei sich gegenüberliegende Strahlungsbereiche zur Strahlungsabgabe der ersten und zweiten Strahlungsquellen begrenzt. Ein Beispiel hierfür sind zangenartige Vorrichtungen. Solche zangenartigen Gehäuseformen sind dem Fachmann aus dem Bereich der konventionellen Haarglätter bekannt. Der Vorteil einer solchen Ausgestaltung liegt darin, dass die beiden sich gegenüberliegenden Strahlungsbereiche von zwei Seiten der dazwischen geführten Haarsträhne auf das Haar einwirken. Dies erhöht die Effizienz der Wechselwirkung der Strahlung mit dem Haar, so dass die Leistung der einzelnen Strahlungsquellen geringer eingestellt werden kann. Dadurch ist es möglich, bei geringerem Platzbedarf, die Leistung so weit zu reduzieren, dass beispielsweise ein netzunabhängiger Batteriebetrieb möglich ist.

    [0033] Eine beispielhafte Variante für diese Ausführungsform ist die Kombination von einem herkömmlichen Haarglätter mit einer konventionellen Heizplatte als erste Strahlungsquelle für die temporäre Umformung (bevorzugt im vorstehend beschriebenen Leistungsbereich) in Kombination mit einer zuschaltbaren oder allein nutzbaren zweiten Strahlungsquelle (bevorzugt 415-440 nm) für die dauerhafte Umformung der Haare. Dabei können eine oder beide Platten beheizt werden bzw. mit den zweiten Strahlungsquellen versehen werden.

    [0034] Eine weitere Ausführungsform der vorstehend beschriebenen Haargestaltungsvorrichtung mit zwei sich gegenüberliegenden Strahlungsbereichen umfasst jeweils einen Strahlungsbereich mit einer konvexen und einer konkaven Oberfläche. Hierbei kann der Abschnitt der Vorrichtung mit dem Strahlungsbereich mit der konvexen Oberfläche zum Beispiel bezüglich des Griffs feststehend ausgebildet sein. Der Abschnitt mit dem Strahlungsbereich mit der konkaven Oberfläche kann zum Beispiel gegenüber dem feststehenden Teil beweglich ausgebildet sein. Wenn er z.B. ähnlich wie bei einem Lockenstab klappbar ausgebildet ist, kann man die Haarsträhnen einfacher dazwischen platzieren, bevor im zusammengezwickten Zustand die Haarsträhne mit einer Ziehbewegung vom Kopf weg unter Zuhilfenahme der gewünschten Strahlung einem Umformprozess unterzogen wird. Dabei kann optional ein Zug auf die Haarsträhne ausgeübt werden, um den Umformprozess zu unterstützen. Diese Variante erlaubt das Erzeugen von Haarlocken, weil die Haarsträhne während der Behandlung um den feststehenden Abschnitt der Vorrichtung herumgeführt ist und dadurch die Strähne in einer gekrümmten Form bei der Haarumformung gehalten ist.

    [0035] In einer alternativen Ausgestaltung dieser Ausführungsform oder in Kombination mit dieser kann der Behandlungsabschnitt eine strukturierte Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen umfassen. Dadurch können in eine glatte Haarform, je nach Strahlungsart, temporär oder dauerhaft Wellen oder Locken in das Haar eingebracht werden.

    [0036] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann die Haargestaltungsvorrichtung plattenförmige Strahlungsbereiche mit einer ebenen Oberfläche umfassen. Bevorzugt ist auf jeder Seite des Behandlungsabschnitts jeweils eine Glättplatte zur Haarglättung vorgesehen. Diese können wie bei herkömmlichen Haarglättern in Zangenform ausgebildet sein, so dass ein Teil einer Haarsträhne einfach durch Aufklappen in den Behandlungsabschnitt eingeführt werden kann und danach im zusammengeklappten Zustand die Behandlung der gesamten Strähne durchgeführt werden kann.

    [0037] Eine weitere Anwendungsart eines solchen Haarglätters ist das Erzeugen von Haarlocken. Abhängig von der Kinetik des Prozesses sind prinzipiell zwei Wege denkbar, die hier beispielhaft aufgeführt sind. Eine Anwendungsvariante entspricht dem "normalen" Lockenmachen mit einem Haarglätter. Die Haare werden unter Zug durch den Behandlungsabschnitt und anschließend über eine gerundete Struktur (z.B. das Haarglättergehäuse selbst) gezogen. Dabei erhält das Haar beim Neuordnen der Bindungen eine Lockenform. Deshalb sieht eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung einen in Haarbehandlungsrichtung dem Behandlungsabschnitt folgenden Gehäuseabschnitt mit konvexer Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen vor.

    [0038] Bei einer weiteren Anwendungsvariante ist die Wechselwirkungszone schon mit einer strukturierten Oberfläche ausgebildet und unterstützt das Erzeugen von Locken oder Wellen. Nach Verlassen des Behandlungsabschnitts (z.B. in Form mit ebenen oder konvexen Oberflächen) können die Haare wahlweise noch zusätzlich über strukturierte Oberflächen geführt werden, um ggf. den Umformprozess zu unterstützen. Die strukturierten Oberflächen lassen sich z.B. über eine entsprechende Formung des Gehäuses, von Zubehörteilen oder optional vorgesehenen optischen Filtern erzeugen. Wenn keine optischen Filter verwendet werden oder deren Formung zu aufwändig wäre können auch geformte Gitter, die zum einen das Haar in die gewünschte Form während des Prozesses legen und daneben noch ausreichend Strahlung an das Haar heranlassen, im Bereich der Strahlungsbereiche des Behandlungsabschnittes eingesetzt werden.

    [0039] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung umfasst Strahlungsbereiche mit wenigstens einer austauschbaren Haarumformeinrichtung mit einer ebenen oder strukturierten Oberfläche. Eine austauschbare Haarumformeinrichtung kann ein herausziehbares oder in den Strahlungsbereich einsteck- bzw. aufsteckbares Gestaltungselement (z.B. eine Platte mit strukturierter Oberfläche, ein Gitter mit spezieller Oberfläche, ein Filterelement mit strukturierter Oberfläche etc.) sein. So kann je nach gewünschter Anwendung, z.B. temporär oder dauerhaft bzw. glatte Haarform oder Lockenform, das Ergebnis durch das jeweilige Gestaltungselement zusätzlich beeinflusst werden. Dies erhöht die Variabilität der Haargestaltungsvorrichtung, weil der Anwender selbst bei jeder Anwendung individuell bestimmen kann, welche Anwendung durchgeführt werden soll. Durch diese austauschbaren Aufsätze für die Vorrichtung kann der Anwender z.B. entscheiden, ob er das Gerät gerade zum Glätten oder zum Locken-/Wellenmachen nutzen möchte.

    [0040] Optional kann die austauschbare Haarumformeinrichtung eine automatische Steuerung der Leistung der ersten und zweiten Strahlungsquellen auslösen. Beispielsweise kann ein optischer oder mechanischer Sensor beim Einsetzen die gewählte austauschbare Haarumformeinrichtung erkennen und an die Steuerungseinrichtung ein entsprechendes Signal ausgehen, das die Strahlungsabgabe der ersten und zweiten Strahlungsquellen entsprechend dem durch die austauschbare Haarumformeinrichtung vorgegebenen Modus, z.B. temporäre oder dauerhafte Haarumformung, einstellt.

    [0041] Da bekannt ist, dass intensive elektromagnetische Strahlung (hier z.B. im UV oder UVnahen Bereich oder auch im IR-Bereich) gesundheitliche Schäden hervorrufen kann, sind die Strahlungsquellen in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung entsprechend eingehaust. Demgemäß umfasst eine solche Haargestaltungsvorrichtung bevorzugt ein blickdichtes Gehäuse oder einen im Betrieb strahlungsdicht abgeschlossenen Behandlungsabschnitt. Das blickdichte Gehäuse oder der abgeschlossene Behandlungsabschnitt dient im Wesentlichen zur Vermeidung des direkten Augenkontakts. Alternativ kann, insbesondere bei einem nicht blickdicht ausgestalten Strahlungsbereich, ein Schutzschalter für das Aktivieren der Strahlungsquelle bei Abschluss der Strahlungsquelle entweder durch das Schließen des Gehäuses oder das Berühren des Strahlungsbereichs mit der Kopfhaut eingesetzt werden. Zum Beispiel können Berührungssensoren oder optische Sensoren eingesetzt werden, um zu gewährleisten, dass im Wesentlichen keine Strahlung aus dem Behandlungsabschnitt austreten kann. Bevorzugt kann keine oder nur unkritisch wenig Strahlung aus dem Behandlungsabschnitt entweichen, um eine Schädigung des Anwenders oder weiterer anwesender Personen zu verhindern. Als zusätzlicher Schutzmechanismus kann optional eine Steuerung verwendet werden, welche regelt. dass die Strahlungsquellen nur dann aktivierbar sind, wenn das Gerät geschlossen ist. Dadurch wird vermieden, dass es zu Schädigungen beispielsweise der Haut oder der Augen kommen kann.

    [0042] Gemäße einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Haargestaltungsvorrichtung mit einem im oder am Gehäuse anbringbaren Behälter für den Haarumformungsprozess unterstützende Substanzen und eine Anzahl von Substanzaufbringungselementen für das Aufbringen der Substanz auf die Haare vor, während oder nach der Bestrahlung ausstattbar. Der Behälter kann auch fest im Gehäuse oder am Gehäuse integriert sein oder kann als Zubehörteil nachgerüstet werden. Der Behälter kann dabei für die Aufbewahrung von Flüssigkeiten, Gelen oder leicht abreibbare Feststoffen ausgelegt sein. Die bevorzugt eingesetzten Substanzen sind den Umformprozess unterstützende chemische oder organische Verbindungen, bevorzugt Verbindungen, welche an einer Stufe des vorstehend detaillierter beschriebenen Haarumformprozesses eingreifen. Beispielhafte Substanzen sind Verbindungen, welche die erneute Bindungsbildung der vorher durch die Strahlungseinwirkung aufgebrochenen Disulfidbrücken unterstützen. Solche Verbindungen sind zum Beispiel oxidativ wirkende Chemikalien oder Substanzen mit einer funktionellen Thiolgruppe. Diese Verbindungen können auch in Kombination, optional mit weiteren funktional ähnlichen Substanzen, eingesetzt werden.

    [0043] Das Prinzip der Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen beispielshalber noch näher erläutert, wobei die Figuren zeigen:
    Figur 1
    eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform,
    Figur 2
    eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform,
    Figur 3
    eine Schnittansicht entlang der Linie A-A' der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung aus Figur 1,
    Figur 4
    eine Schnittansicht der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung aus Figur 3 bei der Anwendung,
    Figur 5
    eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform bei der Anwendung.


    [0044] In der Figur 1 ist eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung 1 gemäß einer ersten Ausführungsform gezeigt. Die Haargestaltungsvorrichtung 1 besitzt einen im Wesentlichen rechteckigen oberen Zangenabschnitt 5 mit abgerundeten Ecken und Kanten. Am hinteren Ende des oberen Zangenabschnitts ist ein Scharnier (nicht gezeigt) ausgebildet. In diesem hinteren Abschnitt wird ein Netzkabel 2 für die permanente Energiezufuhr und optional in Form eines Ladekabels mit Steckverbindung aus dem Geräte heraus geführt. In dem oberen Zangenabschnitt 5 ist der Netzschalter 3 (ein/aus) im Gehäuse integriert untergebracht. In dieser Ausführungsform ist er zum Beispiel als Schiebeschalter ausgestaltet, um zusätzlich zu der Ein-/Ausschaltfunktion auch noch als Steuerungsvorrichtung für die Umschaltung zwischen temporärer und dauerhafter Haarumformung zu dienen. Optional können mehrere Leistungsstufen durch diesen Schalter eingestellt werden.

    [0045] In der Figur 2 ist die Haargestaltungsvorrichtung 1 aus Figur 1 in der Seitenansicht dargestellt. Hier erkennt man deutlich das von herkömmlichen Haarglättern bekannte Zangenprinzip mit einem Scharnier 4, einem oberen Zangenabschnitt 5 mit einem oberen Behandlungsabschnitt und einem unteren Zangenabschnitt 6 mit einem unteren Behandlungsabschnitt. Am oberen Zangenabschnitt 5 und am unteren Zangenabschnitt 6 ist jeweils im vorderen Bereich (etwa im vorderen Drittel) eine Gummilippe 15 am Rand des Gehäuses angebracht.

    [0046] Sowohl der obere Zangenabschnitt 5 als auch der untere Zangenabschnitt 6 sind bezüglich des Scharniers 4 beweglich ausgestaltet, so dass sie aus der hier gezeigten Öffnungsposition in eine geschlossene Position bewegt werden können. In der offenen Position beträgt der Öffnungswinkel α typischerweise etwa 8° bis 45°. Bevorzugte Öffnungswinkel α sind etwa 12° bis 30° und weiter bevorzugt etwa 15° bis 25°. Alternativ könnte auch einer der beiden Zangenabschnitte feste mit dem Scharnier 4 verbunden sein oder gar einstückig mit diesem ausgebildet sein. Das Scharnier ermöglicht dann eine Relativbewegung zu dem jeweiligen anderen Zangenabschnitt.

    [0047] In der geschlossenen Position berühren sich die beiden Gummilippen 15 in etwa über ihre gesamte Kantenlänge. Die Gummilippen 15 sind dabei aus einem flexiblen Material ausgestaltet, so dass sie sich an die dazwischen gelegten Haarsträhnen flexibel anpassen können. Sie dienen zum Festhalten der Haarsträhnen, so dass auf die Haarsträhnen eine Zugkraft ausgeübt werden kann. Im Bereich hinter den hier gezeigten Gummilippen liegen die Strahlungsabschnitte (nicht gezeigt).

    [0048] Die Strahlungsabschnitte 10, 11 sind in der Schnittansicht der Haargestaltungsvorrichtung in Figur 3 gezeigt. Figur 3 zeigt die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung aus Figur 1 in einer schematischen Darstellung entlang der Schnittebene A-A' in Richtung des Scharniers (hier nicht gezeigt). Im oberen Zangenabschnitt 5 ist der obere Strahlungsabschnitt 10 mit den ersten Strahlungsquellen 20 für die temporäre Haarumformung und den zweiten Strahlungsquellen 30 für die dauerhafte Haarumformung untergebracht. Neben dem oberen Strahlungsabschnitt 10 ist auf einer Seite des oberen Zangenabschnitts 5 die Gummilippe 15 als Zugkraftverstärkungsmittel angeordnet. Der obere Zangenabschnitt 5 bildet dabei ein Gehäuse um den oberen Strahlungsabschnitt, so dass die Strahlungsquellen 20, 30 nur durch den Abschnitt 12 Strahlung an den Behandlungsabschnitt 8 abgeben. Ansonsten ist der obere Zangenabschnitt 5 aus einem strahlungsdichten Material ausgebildet. Der Abschnitt 12 ist hier als optischer Filter zur Begrenzung der Emissionen des abgestrahlten Wellenlängenspektrums ausgebildet.

    [0049] Der untere Zangenabschnitt 6 ist analog zu dem oberen Zangenabschnitt 5 aufgebaut. Der untere Strahlungsabschnitt 11 mit den ersten Strahlungsquellen 21 für eine temporäre Haarumformung und den zweiten Strahlungsquellen 31 für eine dauerhafte Haarumformung ist gegenüber dem oberen Strahlungsabschnitt 10 ausgebildet. Auch hier umfasst der untere Strahlungsabschnitt 11 einen optischen Filter 13 zur Begrenzung des Behandlungsabschnittes 8. Ansonsten ist der untere Strahlungsabschnitt 11 strahlungsdicht von dem Gehäuse des unteren Zangenabschnitts 6 umgeben. Auch hier ist benachbart zu dem unteren Strahlungsabschnitt 11 eine Gummilippe 15 auf einer Seite des Gehäuses angeordnet.

    [0050] Wie aus der Figur 3 ersichtlich ist, liegen die Gummilippen 15 benachbart zu der Seite des oberen bzw. unteren Strahlungsabschnittes, in dem die zweiten Strahlungsquellen 30, 31 für die dauerhafte Haarumformung angeordnet sind. Dadurch wird ein blickdichteres Gehäuse auf der Seite der energiereicheren Strahlungsquellen geschaffen.

    [0051] Die Anzahl der ersten bzw. zweiten Strahlungsquellen kann variieren und wird auf die gewünschte Leistung der Haargestaltungsvorrichtung entsprechend ausgelegt. Die Strahlungsquellen 20, 30, 21, 31 sind mit der Steuerungsvorrichtung, zum Beispiel dem Schalter 3 (vergleiche Figur 1) im oberen Stangenabschnitt 5 verbunden.

    [0052] In Figur 4 ist schematisch eine Anwendung der vorstehend detaillierter erläuterten Haargestaltungsvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform gezeigt. Die Haarsträhne 50 wird dabei durch den Behandlungsabschnitt 8 geführt und von den beiden Gummilippen 15 auf Zug gehalten. Die zwischen den beiden Strahlungsabschnitten 10, 11 liegenden Haarabschnitte werden entweder durch die ersten Strahlungsquellen 20, 21 und/oder die zweiten Strahlungsquellen 30, 31 durch die optischen Filter 12, 13 hindurch mit der gewünschten Strahlung bestrahlt. Dadurch werden je nach eingestellter Strahlungsenergie entweder Wasserstoffbrückenbindungen oder die Disulfidbindungen des Keratins aufgebrochen, welche sich beim anschließenden Umformprozess mit neuen Bindungspartnern wieder verknüpfen. Der Umformprozess findet hier durch das Gehäuse, in diesem Fall die abgerundete seitliche Kante des Gehäuses des oberen Zangenabschnitts 5, statt. Die Haarsträhne wird dabei nach der Bestrahlung um diesen Formgebungsteil herum geführt und so in eine neue Gestalt bzw. Form gebracht. Dieses Herumführen um das Gehäuse der vorab bestrahlten Haarsträhne sollte innerhalb kurzer Zeit, möglichst wenigen Zehntelsekunden bis ein paar Sekunden, erfolgen, um das gewünschte Haarumformungsergebnis zu erzielen. Je nach Typ der Haarstruktur kann die mögliche Behandlungszeit von Mensch zu Mensch variieren. Die individuelle optimale Behandlungszeit kann der Anwender jedoch selbst durch einfaches Austesten herausfinden.

    [0053] In Figur 5 ist eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung 1 gezeigt. Diese Ausführungsform eignet sich weniger für das Haareglätten, sondern ist für das Erzeugen von Locken angepasst. Das Gehäuse besteht aus einem feststehenden Zangenelement 5 mit einem ersten Strahlungsabschnitt 10. Das feststehende Zangenelement 5 hat einen ovalen bzw. elliptischen Querschnitt, auf dessen einen Seite, die einen kleinen Krümmungsradius aufweist, der erste Strahlungsabschnitt 10 angeordnet ist. Der erste Strahlungsabschnitt 10 hat eine konvexe Außenfläche 16 zum Behandlungsabschnitt 8 hin. In diesem ersten Strahlungsabschnitt 10 sind erste Strahlungsquellen 20 für die temporäre Haarumformung und zweite Strahlungsquellen 30 für die dauerhafte Haarumformung vorgesehen, welche Strahlung mit der jeweiligen Leistung in den Behandlungsabschnitt 8 abgeben. Die Strahlungsquellen 20, 30 werden über die Steuerungsvorrichtung (nicht gezeigt) entsprechend angesteuert.

    [0054] Die Haargestaltungsvorrichtung 1 umfasst gegenüber der konvexen Außenfläche des Strahlungsabschnitts 10 ein bewegliches Zangenelement 6, das über ein Scharnier bzw. ein Gelenk (nicht gezeigt) klappbar angeordnet ist. Dieses besitzt in Richtung des feststehenden Zangenelements 5 eine konkave Oberfläche 17, die einen ähnlichen Krümmungsradius wie die Außenfläche des Strahlungsabschnitts 10 aufweist. Im Bereich des Behandlungsabschnitts 8, d. h. gegenüber des Strahlungsabschnitts 10, ist der zweite Strahlungsabschnitt 11 angeordnet, welcher die Strahlung in den Behandlungsabschnitt 8 über die konkave Oberfläche abgibt. In dem Strahlungsabschnitt 11 sind erste und zweite Strahlungsquellen 21, 31 vorgesehen die nach außen hin durch das Gehäuse des Zangenelements 6 abgeschirmt werden. Dadurch ist der Behandlungsabschnitt 8 blickdicht, das heißt von außen nicht direkt einsehbar.

    [0055] In diesem blickdichten Behandlungsabschnitt 8, der durch den konvexen Strahlungsabschnitt 10 und den konkave Strahlungsabschnitt 11 gebildet wird, wird eine Haarsträhne 50 hindurchgeführt. Für das einfachere Einlegen der Haarsträhne 50 in den Behandlungsabschnitt 8 kann das bewegliche Zangenelement 6 weggeklappt werden und zur Behandlung wieder an das feststehende Zangenelement 5 herangeführt werden. Dadurch wird die Haarsträhne 50 in einem gewissen Bereich, hier in etwa um den halben Umfang, um das feststehende Zangenelement 5 herum geführt. Hierbei erfährt es eine neue Gestalt, die durch Aufbrechen der bisherigen Wasserstoffbrückenbindungen bzw. Disulfidbindungen und durch Neubildung entsprechender Bindungen je nach eingebrachter Leistung wahlweise temporär bzw. dauerhaft in die behandelte Haarsträhne eingebracht werden kann.

    [0056] Da es sich bei den vorstehend beschriebenen Haargestaltungsvorrichtungen um Ausführungsbeispiele handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann in einem weiten Umfang modifiziert werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere können diese Vorrichtungen nicht nur zum Glätten der Haare wie bei einem Haarglätter verwenden werden, sondern sie eignen sich auch für weitere Gestaltungsmethoden wie zum Beispiel Lockenwickeln. Demgemäß ist eine Haargestaltungsvorrichtung nicht nur ein Gerät mit zwei Glättplatten, sondern kann auch eine Bürste mit entsprechenden Strahlungselementen und einer Haltefunktion für Haarsträhnen sein, mit der ebenso eine Zugkraft unter Erwärmung auf die Haare ausgeübt wird. Außerdem kann die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung auch in Haubenform mit einer an die Kopfform weitgehend angepassten, flexiblen oder festen Haube (ähnlich einer Trockenhaube) sein, in der zum Kopf hin eine Anzahl von Strahlungsöffnungen oder Strahlungselementen vorgesehen ist. In einer solchen Haube können konventionelle Lockenwickler, z.B. aus einem strahlungsdurchlässigen Material, als Gestaltungselement eingesetzt werden. Außerdem kann die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung in gewissem Maße auch für das Trocken bzw. das Unterstützen einer Haartrocknung, insbesondere von feuchtem Haar eingesetzt werden, da die in das Haar abgegebene Strahlung im gewissen Ausmaß auch ein Verdampfen der Wassermoleküle bewirken kann. Weiterhin schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw. "eine" nicht aus, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Auch die Verwendung der Bezeichnungen "Mittel" und "System" schließt nicht aus, dass ein solches Bauteil aus mehreren Komponenten aufgebaut ist.

    BEZUGSZEICHENLISTE



    [0057] 
    1
    Haargestaltungsvorrichtung
    2
    Netzkabel
    3
    Netzschalter
    4
    Scharnier
    5
    oberer Zangenabschnitt
    6
    unterer Zangenabschnitt
    8
    Behandlungsabschnitt
    10
    oberer Strahlungsabschnitt
    11
    unterer Strahlungsabschnitt
    12
    optischer Filter
    13
    optischer Filter
    15
    Gummilippe
    16
    konvexe Fläche
    17
    konkave Fläche
    20
    erste Strahlungsquellen
    21
    erste Strahlungsquellen
    30
    zweite Strahlungsquellen
    31
    zweite Strahlungsquellen
    50
    Haarsträhne
    α
    Öffnungswinkel



    Ansprüche

    1. Haargestaltungsvorrichtung (1) für die Anwendung zur Haarumformung, umfassend:

    - eine Anzahl von ersten Strahlungsquellen (20, 21) für eine temporäre Haarumformung, die nach kurzer Zeit oder geringen äußeren Umwelteinflüssen reversibel ist,

    - eine Anzahl von zweiten Strahlungsquellen (30, 31) für eine dauerhafte Haarumformung, die weniger auf Umwelteinflüsse reagiert als die temporäre Haarumformung,

    - eine Steuerungsvorrichtung (3) für die Strahlungsabgabe der ersten Strahlungsquelle (20, 21) für die temporäre Haarumformung und der zweiten Strahlungsquelle (30, 31) für die dauerhafte Haarumformung an eine Behandlungsabschnitt (8) für Haare in der Haargestaltungsvorrichtung, und

    - eine Art von den ersten oder zweiten Strahlungsquellen (20, 30, 21, 31),
    dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquellen (20, 30, 21, 31) von der Steuerungsvorrichtung (3) über einen bestimmten Behandlungszeitraum derart umschaltbar sind, dass sie als jeweilige andere Strahlungsquelle (20, 30, 21, 31) dienen.


     
    2. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Steuerungsvorrichtung (3) zur Steuerung der Leistung einer oder mehrerer erster und/oder zweiter Strahlungsquellen (20, 21, 30, 31) angepasst ist.
     
    3. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zweite Strahlungsquelle (30, 31) für die dauerhafte Haarumformung einen Strahlungsemitter für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von etwa 415 bis 440 nm umfasst.
     
    4. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Strahlungsquelle (20, 21) für die temporäre Haarumformung einen Strahlungsemitter für eine Strahlung mit einer Wellenlänge im Bereich von größer als 440 nm bis etwa 10 µm umfasst.
     
    5. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer im oder im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt (8) angeordneten Zugkraftübertragungsvorrichtung (15) mit einer Kontaktfläche zur Übertragung von Zugkräften auf das im Behandlungsabschnitt (8) umzuformende Haar.
     
    6. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Behandlungsabschnitt (8) durch zwei sich gegenüberliegenden Strahlungsbereichen (10, 11) zur Strahlungsabgabe der ersten und zweiten Strahlungsquellen (20, 21, 30, 31) begrenzt ist.
     
    7. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6, umfassend jeweils einen Strahlungsbereich (10, 11) mit einer konvexen und einer konkaven Oberfläche.
     
    8. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Behandlungsabschnitt (8) eine strukturierte Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen umfasst.
     
    9. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 6, umfassend plattenförmige Strahlungsbereiche (10, 11) mit einer ebenen Oberfläche.
     
    10. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem in Haarbehandlungsrichtung dem Behandlungsabschnitt (8) folgenden Gehäuseabschnitt mit konvexer Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen.
     
    11. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Strahlungsbereiche (10, 11) eine austauschbare Haarumformeinrichtung mit einer ebenen oder strukturierten Oberfläche umfassen.
     
    12. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem blickdichten Gehäuse (5, 6) oder einem im Betrieb strahlungsdicht abgeschlossenen Behandlungsabschnitt (8).
     
    13. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem im oder am Gehäuse anbringbaren Behälter für den Haarumformungsprozess unterstützende Substanzen und eine Anzahl von Substanzaufbringungselementen für das Aufbringen der Substanz auf die Haare vor, während oder nach der Bestrahlung.
     


    Claims

    1. Device for hair fashioning (1) for use for hair reshaping, comprising:

    - a plurality of first radiation sources (20, 21) for temporary hair reshaping which is reversible after a short time or after minor external environmental influences,

    - a plurality of second radiation sources (30, 31) for permanent hair reshaping which reacts less to environmental influences than the temporary hair reshaping,

    - a control device (3) for the emission of radiation from the first radiation source (20, 21) for temporary hair reshaping and from the second radiation source (30, 31) for permanent hair reshaping to a treatment section (8) for the hair in the device for hair fashioning, and

    - a type of the first or second radiation sources (20, 30, 21, 31),
    characterised in that the radiation sources (20, 30, 21, 31) can be switched by the control device (3) over a particular treatment period such that they serve as the respective other radiation source (20, 30, 21, 31).


     
    2. Device for hair fashioning according to claim 1, wherein the control device (3) is adapted for controlling the output of one or more first and/or second radiation sources (20,21,30,31).
     
    3. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the second radiation source (30, 31) for permanent hair reshaping comprises a radiation emitter for radiation having a wavelength in the range between approximately 415 and 440 nm.
     
    4. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the first radiation source (20, 21) for temporary hair reshaping comprises a radiation emitter for radiation having a wavelength in the range between greater than 440 nm and approximately 10 µm.
     
    5. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, having a tensile force transmission device (15) arranged in or essentially adjacent to the treatment section (8), with a contact surface for the transmission of tensile forces to the hair to be reshaped in the treatment section (8).
     
    6. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the treatment section (8) is delimited by two opposing radiation regions (10, 11) for the emission of radiation from the first and second radiation sources (20, 21, 30, 31).
     
    7. Device for hair fashioning according to claim 6, comprising in each case a radiation region (10, 11) with a convex and a concave surface.
     
    8. Device for hair fashioning according to claim 6 or 7, wherein the treatment section (8) comprises a structured surface for the production of curly and/or wavy hair reshaping.
     
    9. Device for hair fashioning according to claim 6, comprising plate-shaped radiation regions (10, 11) with a flat surface.
     
    10. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with a housing section following the treatment section (8) in the direction of the hair treatment, with a convex surface for the production of curly and/or wavy hair reshaping.
     
    11. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, wherein the radiation regions (10, 11) comprise a replaceable hair reshaping device with a flat or structured surface.
     
    12. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with an opaque housing (5, 6) or a treatment section (8) which is closed so as to be radiation-proof in operation.
     
    13. Device for hair fashioning according to one of the preceding claims, with a container which can be attached in or on the housing for substances supporting the hair reshaping process and a plurality of substance application elements for applying the substance to the hair before, during or after the irradiation.
     


    Revendications

    1. Dispositif de mise en forme des cheveux (1) pour l'utilisation destinée au modelage des cheveux, comprenant :

    - un nombre de premières sources de rayonnement (20, 21) pour un modelage temporaire des cheveux, qui est réversible après un temps court ou après de moindres influences de l'environnement extérieur,

    - un nombre de deuxièmes sources de rayonnement (30, 31) pour un modelage durable des cheveux, qui réagit moins aux influences de l'environnement que le modelage temporaire des cheveux,

    - un dispositif de commande (3) pour la décharge du rayonnement de la première source de rayonnement (20, 21) pour le modelage temporaire des cheveux et de la deuxième source de rayonnement (30, 31) pour le modelage durable des cheveux sur une section de traitement (8) des cheveux dans le dispositif de modelage des cheveux, et

    - un type des premières ou des deuxièmes sources de rayonnement (20, 30, 21, 31),
    caractérisé en ce que les sources de rayonnement (20, 30, 21, 31) sont commutables par le dispositif de commande (4) pendant une période de traitement déterminée, de manière à ce qu'elles servent d'autre source de rayonnement respective (20, 30, 21, 31).


     
    2. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 1, le dispositif de commande (3) étant adapté pour la commande de la puissance d'une ou de plusieurs premières et/ou deuxièmes sources de rayonnement (20, 21, 30, 31).
     
    3. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, la deuxième source de rayonnement (30, 31) pour le modelage durable des cheveux comprenant un émetteur de rayonnement pour un rayonnement ayant une longueur d'ondes située dans la plage d'environ 415 nm à 440 nm.
     
    4. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, la première source de rayonnement (20, 21) pour le modelage temporaire des cheveux comprenant un émetteur de rayonnement pour un rayonnement ayant une longueur d'ondes située dans la plage supérieure à 440 nm allant jusqu'à environ 10 µm.
     
    5. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant un dispositif de transmission de force de traction (15) disposé dans ou essentiellement de manière adjacente à la section de traitement (8), muni d'une surface de contact destinée à transmettre les forces de traction sur les cheveux à modeler dans la section de traitement (8).
     
    6. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, la section de traitement (8) étant délimitée par deux zones de rayonnement (10, 11) se faisant face pour la décharge du rayonnement de la première et de la deuxième sources de rayonnement (20, 21, 30, 31).
     
    7. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6, comprenant respectivement une zone de rayonnement (10, 11) ayant une surface convexe et une surface concave.
     
    8. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6 ou 7, la section de traitement (8) comprenant une surface structurée destinée à générer des modelages de cheveux frisés et/ou ondulés.
     
    9. Dispositif de modelage des cheveux selon la revendication 6, comprenant des zones de rayonnement (10, 11) en forme de plaque, munies d'une surface plane.
     
    10. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant, dans le sens de traitement des cheveux, une section de boîtier succédant à la section de traitement (8), à surface convexe destinée à générer des modelages de cheveux frisés et/ou ondulés.
     
    11. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, les zones de rayonnement (10, 11) comprenant un dispositif de modelage des cheveux interchangeable, muni d'une surface plane ou structurée.
     
    12. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant un boîtier opaque (5, 6) ou une section de traitement (8) fermée, étanche au rayonnement pendant le fonctionnement.
     
    13. Dispositif de modelage des cheveux selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant un réservoir pouvant être placé dans ou sur le boîtier pour des substances supportant le processus de modelage des cheveux et un nombre d'éléments d'application de substances pour appliquer la substance sur les cheveux, avant, pendant ou après le rayonnement.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




    In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur