[0001] Die Erfindung betrifft eine Abkantpresse, wie dies in Anspruch 1 angegeben ist.
[0002] Aus der
WO2010042962A2 ist eine gattungsgemäße Abkantpresse bekannt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Abkantpresse zu schaffen, welche möglichst genau
arbeitet und ein möglichst gleichmäßiges Ergebnis der Biegung erzielt.
[0004] Diese Aufgabe der Erfindung wird durch eine Abkantpresse gelöst, wie sie in Anspruch
1 angegeben ist.
[0005] Erfindungsgemäß ist eine Abkantpresse, umfassend:
einen feststehenden Pressbalken, welcher sich in Abkantpressenlängsrichtung erstreckt;
ein erstes Seitenteil, welches in Abkantpressenlängsrichtung gesehen mit einem ersten
Endabschnitt des feststehenden Pressbalkens gekoppelt ist;
ein zweites Seitenteil, welches in Abkantpressenlängsrichtung gesehen mit einem, dem
ersten Endabschnitt gegenüberliegendem, zweiten Endabschnitt des feststehenden Pressbalkens
gekoppelt ist;
einen Querträger, welcher mit dem ersten und dem zweiten Seitenteil gekoppelt ist
und sich zwischen diesen erstreckt;
einen verstellbaren Pressbalken, welcher mittels zumindest einem Aktor beweglich mit
dem Querträger gekoppelt ist, vorgesehen.
Der Querträger ist mittels einem ersten Gelenk oder einem ersten elastisch verformbaren
Bauteil gelenkig mit dem ersten Seitenteil gekoppelt und mittels einem zweiten Gelenk
oder einem zweiten elastisch verformbaren Bauteil gelenkig mit dem zweiten Seitenteil
gekoppelt.
[0006] Von Vorteil ist hierbei, dass der Querträger gelenkig mit den Seitenteilen verbunden
ist. Somit werden durch den Querträger keine Biegemomente in die Seitenteile eingeleitet.
Mit anderen Worten ausgedrückt werden dadurch die Seitenteile nur durch eine Zugkraft
belastet, wodurch sich diese weniger verformen als bei einer Belastung durch ein Biegemoment.
Dadurch kann erreicht werden, dass die Arbeitsgenauigkeit der Abkantpresse erhöht
wird, da diese bei Belastung, insbesondere beim Durchführen eines Biegevorganges,
nur geringfügig verformt wird. Darüber hinaus kann die Langlebigkeit der Abkantpresse
erhöht werden, dadurch das Vermindern einer schwellenden Biegebelastung einer etwaig
auftretenden Materialermüdung entgegen gewirkt wird.
[0007] Weiters kann es zweckmäßig sein, dass das erste und das zweite Gelenk jeweils durch
eine Bolzenverbindung gebildet sind. Von Vorteil ist hierbei, dass eine Bolzenverbindung
einfach und kostengünstig herzustellen ist. Darüber hinaus sind verschiedene Arten
von Bolzenverbindungen einfach auszuführen bzw. ist eine Berechnung einer derartigen
Bolzenverbindung einfach möglich. Ein weiterer Vorteil einer Bolzenverbindung liegt
darin, dass durch diese die Seitenteile leicht mit dem Querträger zusammengebaut werden
können bzw. dass es im Wartungsfall möglich ist, den Querträger vom Grundgestell der
Abkantpresse zu entfernen und somit eine vereinfachte Wartung der Abkantpresse zu
schaffen.
[0008] Ferner kann vorgesehen sein, dass die beiden Seitenteile im Bereich der Bolzenverbindung
jeweils als Stange ausgebildet sind und dass der Querträger im Bereich der Bolzenverbindung
als Gabel ausgebildet ist, welche mit jeweils einer Stange eines Seitenteils zusammenwirkt.
Hierbei ist von Vorteil, dass der Querträger in seinem Endbereich in welchem die Bolzenverbindung
ausgeführt ist, durch die Ausbildung einer Gabel eine erhöhte Biegesteifigkeit aufweisen
kann. Dies resultiert daraus, dass bei einer Gabel die Krafteinleitung auf zwei Punkte
aufgeteilt wird. Das Seitenteil hingegen, welches als Stange ausgeführt ist, braucht
im Bereich der Bolzenverbindung nur eine Zugkraft aufzunehmen, wodurch es möglich
ist, diesen Bereich möglichst einfach und gewichtsparend auszubilden.
[0009] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass an den beiden Seitenteilen jeweils ein
mittleres Bolzenaufnahmeelement angeordnet ist, in welche ein Bolzen der Bolzenverbindung
eingesetzt ist. Von Vorteil ist hierbei, dass ein derartiges mittleres Bolzenaufnahmeelement
mittels mechanischer Fertigung einfach herzustellen ist. Insbesondere kann eine Innenpassung
zur Aufnahme des Bolzens bei eines mittleren Bolzenaufnahmeelements sehr gut hergestellt
werden, sodass sich eine hochgenaue und spielarme Bolzenverbindung realisieren lässt.
Darüber hinaus kann das mittleres Bolzenaufnahmeelement gut an einem der Seitenteile
positioniert werden und beispielsweise mittels einer Schweißverbindung mit diesen
verbunden werden, um eine hochgenaue Abkantpresse zu schaffen.
[0010] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher das mittlere Bolzenaufnahmeelement
mittig bezüglich der Dicke des Seitenteiles angeordnet ist. Dadurch kann erreicht
werden, dass beim Aufbringen einer Zugkraft auf das Seitenteil mittels des mittleren
Bolzenaufnahmeelements die Zugkraft mittig in das Seitenteil eingeleitet wird. Dadurch
wird durch die Zugkraft nicht ein Biegemoment in das Seitenteil eingeleitet.
[0011] Ferner kann es zweckmäßig sein, dass das erste und das zweite Gelenk derart ausgebildet
sind, dass eine Gelenkachse jeweils in horizontaler Richtung normal auf die Abkantpressenlängsrichtung
stehend angeordnet ist. Von Vorteil ist hierbei, dass in Längsrichtung gesehen, eine
Durchbiegung des Querträgers von den beiden Gelenken aufgefangen werden kann, sodass
es zu keiner Verformung der Seitenteile aufgrund der Durchbiegung des Querträgers
kommt.
[0012] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass die Stange und/oder die Gabel mittig
der Gelenkachse teilbar ausgeführt sind. Dadurch kann erreicht werden, dass die Wartungsfreundlichkeit
beziehungsweise die Zusammenbaubarkeit erleichtert wird.
[0013] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die beiden Seitenteile als O-Rahmen ausgebildet
sind, wobei jeweils mittig eines Seitenteiles eine Ausnehmung vorgesehen ist. Von
Vorteil ist hierbei, dass eine derartige Konstruktion eines Seitenteiles auf der einen
Seite sehr formstabil ist und darüber hinaus sehr gewichtssparend ausgeführt werden
kann.
[0014] Alternativ dazu kann vorgesehen sein, dass die beiden Seitenteile als C-Rahmen ausgebildet
sind, wobei sie eine in eine Seite offene C-förmige Struktur aufweisen. Von Vorteil
ist hierbei, dass ein C-Rahmen nach einer Seite offen ist, wodurch erreicht werden
kann, dass die Abkantpresse im Bereich der Biegestempel nicht durch die beiden Seitenteile
begrenzt ist, wodurch die flexible Einsatzmöglichkeit einer derartig ausgebildeten
Abkantpresse erhöht werden kann.
[0015] Weiters kann vorgesehen sein, dass der Querträger durch zwei Trägerelemente gebildet
ist, welche in einem Abstand zueinander positioniert sind, wobei der zumindest eine
Aktor zwischen den beiden Trägerelementen angeordnet ist. Somit kann erreicht werden,
dass die Aktoren zur Bewegung des verstellbaren Pressbalkens symmetrisch am Querträger
angeordnet sein können. Dadurch wird durch die Aktoren kein Torsionsmoment in den
Querträger eingeleitet. Darüber hinaus kann mittels der beiden Trägerelemente sehr
gut eine Gabel für die Bolzenverbindung ausgebildet werden.
[0016] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0017] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Abkantpresse in Frontansicht;
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel der Abkantpresse mit O-Rahmen in Seitenansicht;
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel der Abkantpresse mit C-Rahmen in Seitenansicht;
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel der Anbindung des Seitenteils;
- Fig. 5
- eine schematische Verformungsdarstellung einer herkömmlichen Abkantpresse;
- Fig. 6
- eine schematische Verformungsdarstellung einer Abkantpresse mit flexibler Anbindung
des Seitenteils;
- Fig. 7
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer möglichen Anbindung eines Seitenteils an den
Querträger.
[0018] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0019] Fig. 1 zeigt eine schematische Vorderansicht einer Abkantpresse 1. Fig. 2 zeigt eine
Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der Abkantpresse 1. In der folgenden Beschreibung
wird der Aufbau der Abkantpresse 1 auf Basis einer Zusammenschau aus Fig. 1 und Fig.
2 erläutert.
[0020] Die Abkantpresse 1 umfasst einen Maschinenrahmen 2 in welchem ein feststehender Pressbalken
3 und ein verstellbarer Pressbalken 4 angeordnet sind. Der verstellbare Pressbalken
4 ist in einer vertikalen Pressrichtung 5 verstellbar am Maschinenrahmen 2 gelagert
und somit relativ zum feststehenden Pressbalken 3 beweglich. Die Bewegung des verstellbaren
Pressbalkens 4 erfolgt durch Aktoren 6, welche diesen mit dem Maschinenrahmen 2 verbinden.
[0021] Der feststehende Pressbalken 3 ist vorzugsweise direkt mit dem Maschinenrahmen gekoppelt
und somit nicht verstellbar.
[0022] Die beiden Pressbalken 3, 4 weisen vorzugsweise eine Werkzeugaufnahme 7 auf, in welcher
ein oder mehrere Biegewerkzeuge 8 aufgenommen werden können. Die Biegewerkzeuge 8
können hierbei als Biegestempel oder als Biegegesenk ausgebildet sein. Durch die Biegewerkzeuge
8 kann eine Biegekante im zu biegenden Blechwerkstück 9 erzeugt werden. Die Biegekante
erstreckt sich hierbei in Abkantpressenlängsrichtung 10. Die Pressbalken 3, 4 weisen
in Abkantpressenlängsrichtung 10 ihre größte Längserstreckung auf. Durch Einsetzen
von mehreren Biegewerkzeugen 8 in die Pressbalken 3, 4, welche in Abkantpressenlängsrichtung
10 nebeneinander angeordnet sind, kann die möglich erzeugbare Länge der Biegekante
variiert werden.
[0023] Der Maschinenrahmen 2 umfasst eine Grundplatte 11, welche die Basis der Abkantpresse
1 darstellt. Die Grundplatte 11 dient zur Befestigung der Abkantpresse 1 am Untergrund,
wie etwa einem Hallenboden.
[0024] Weiters umfasst der Maschinenrahmen 2 ein erstes Seitenteil 12 und ein zweites Seitenteil
13, welche mit der Grundplatte 11 gekoppelt sind. Die beiden Seitenteile 12, 13 erstrecken
sich von der Grundplatte 11 ausgehend in vertikaler Richtung nach oben. Wie aus Fig.
1 ersichtlich, ist vorgesehen, dass die beiden Seitenteile 12, 13 an gegenüberliegenden
Enden der Grundplatte 11 angeordnet sind. Insbesondere sind die beiden Seitenteile
12, 13 in Abkantpressenlängsrichtung 10 gesehen an gegenüberliegenden Enden angeordnet.
Zur Ankopplung der beiden Seitenteile 12, 13 an die Grundplatte 11 können verschiedene
Mechanismen vorgesehen sein. Beispielsweise ist es möglich, dass die beiden Seitenteile
12, 13 durch eine Schweißverbindung mit der Grundplatte 11 verbunden sind. Weiters
ist es auch möglich, dass die beiden Seitenteile 12, 13 durch eine Schraubverbindung
mit der Grundplatte 11 verbunden sind.
[0025] Wie aus Fig. 1 weiters ersichtlich, kann vorgesehen sein, dass der feststehende Pressbalken
3 ebenfalls mit der Grundplatte 11 verbunden ist. Insbesondere kann hierbei vorgesehen
sein, dass der feststehende Pressbalken 3 auf der Grundplatte 11 aufliegt. Weiters
kann vorgesehen sein, dass der feststehende Pressbalken 3 in Abkantpressenlängsrichtung
10 gesehen stirnseitig an einem ersten Endabschnitt 14 mit dem ersten Seitenteil 12
und an einem zweiten Endabschnitt 15 mit dem zweiten Seitenteil 13 verbunden ist.
Dies kann dazu beitragen, dass die beiden Seitenteile 12, 13 zusätzlich stabilisiert
werden. Der Maschinenrahmen 2 umfasst weiters einen Querträger 16 an welchem der Aktor
6 befestigt bzw. aufgenommen ist.
[0026] Der Querträger 16 ist mittels einem ersten Gelenk 17 gelenkig mit dem ersten Seitenteil
12 gekoppelt und mittels einem zweiten Gelenk 18 gelenkig mit dem zweiten Seitenteil
13 gekoppelt.
[0027] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die beiden Gelenke 17, 18 jeweils als Bolzenverbindung
19 ausgeführt sind, wobei jeweils ein Bolzen 20 zur Verbindung der Einzelteile dient.
[0028] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die beiden Seitenteile 12, 13 im Bereich
der Bolzenverbindung 19 jeweils als Stange 21 ausgebildet sind und dass der Querträger
16 jeweils als Gabel 22 ausgebildet ist. Die Bolzenverbindung 19 in Form von Stange
21 und Gabel 22 kennzeichnet sich dadurch, dass die Gabel 22 ein erstes Bolzenaufnahmeelement
23 und ein zweites Bolzenaufnahmeelement 24 aufweist, welche beidseitig eines mittleren
Bolzenaufnahmeelementes 25 der Stange 21 angeordnet sind.
[0029] Die einzelnen Bolzenaufnahmeelemente 23, 24, 25 können beispielsweise in Form von
Hülsen ausgebildet sein, welche rotationssymmetrisch aufgebaut sind und mittig ein
Durchgangsloch zur Aufnahme des Bolzens 20 aufweisen. Die Hülsen können hierbei durch
ein spangebendes Verfahren, etwa der Bearbeitung auf einer Drehbank, hergestellt werden.
Derartig hergestellte Hülsen können im Produktionsprozess zur Herstellung der Abkantpresse
1 an einen der beiden Seitenteile 12, 13 bzw. an den Querträger 16 angeschweißt werden.
Eine derartige Schweißverbindung kann beispielsweise durch eine Laserschweißverbindung
realisiert werden.
[0030] In einer Alternativvariante ist es auch denkbar, dass die Bolzenverbindung 19 derart
ausgeführt ist, dass der Querträger 16 als Stange ausgebildet ist und dass die beiden
Seitenteile 12, 13 als Gabel ausgebildet sind.
[0031] Wie aus Fig. 1 ersichtlich kann vorgesehen sein, dass das mittlere Bolzenaufnahmeelement
25 mittig bezüglich der Dicke 26 des Seitenteils 12, 13 angeordnet ist. Dies hat den
Vorteil, dass bei Aufbringen einer Zugkraft auf eines der Seitenteile 12, 13 kein
Biegemoment in die Seitenteile 12, 13 eingeleitet wird, da diese nur durch eine Zugkraft
belastet werden, welche zentral an den Seitenteilen 12, 13 angreift.
[0032] Weiters ist vorzugsweise vorgesehen, dass, wie in Fig. 1 und Fig. 2 ersichtlich,
eine Gelenkachse 27, welche mittig des Bolzens 20 der Bolzenverbindung 19 verläuft,
parallel zur Abkantpressenlängsrichtung 10 ausgerichtet ist.
[0033] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, kann vorgesehen sein, dass der Querträger 16 ein erstes
Trägerelement 28 und ein zweites Trägerelement 29 aufweist, welche in einem Abstand
30 zueinander positioniert sind. Die beiden Trägerelement 28, 29 können durch eine
oder mehrere Verbindungsstreben 31 zueinander in Abstand gehalten werden, um so einen
in sich stabilen Querträger 16 auszubilden.
[0034] Wie in einer Zusammenschau aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, kann weiters vorgesehen
sein, dass die beiden Aktoren 6 zwischen diesen beiden Trägerelementen 28, 29 angeordnet
sind und mit diesen gekoppelt sind, um den verstellbaren Pressbalken 4 in seiner Position
zu halten. Die Anbindung der Aktoren 6 an den Querträger 16 kann hierbei mittels einer
Schrauboder Schweißverbindung ausgeführt sein. In einer weiteren Variante ist es auch
möglich, dass die Aktoren 6 ebenfalls durch eine gelenkige Verbindung mit dem Querträger
16 gekoppelt sind.
[0035] Weiters kann vorgesehen sein, dass zwischen einem Seitenteil 12, 13 und dem verstellbaren
Pressbalken 4 eine Führungsanordnung 32 ausgebildet ist, welche zur Führung des verstellbaren
Pressbalkens 4 dient. Dadurch kann erreicht werden, dass der verstellbare Pressbalken
4 eine erhöhte Stabilität aufweist und die Aktoren 6 somit nur als Druck- bzw. Zugelemente
dienen und nicht die Führung des verstellbaren Pressbalkens 4 übernehmen müssen.
[0036] Wie in dem Ausführungsbeispiel in Fig. 2 ersichtlich, kann vorgesehen sein, dass
die beiden Seitenteile 12, 13 als O-Rahmen ausgebildet sind. Eine Ausführung als O-Rahmen
kennzeichnet sich dadurch, dass die Seitenteile 12, 13 eine Ausnehmung 33 aufweisen.
Die Ausnehmung 33 kann dazu dienen, um genügend Freiraum zur Aufnahme eines Blechwerkstückes
9 bereitstellen zu können.
[0037] In der Fig. 3 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform
der Abkantpresse 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen
bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Figuren 1 und 2 verwendet werden.
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in
den vorangegangenen Figuren 1 und 2 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[0038] In dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die beiden Seitenteile 12, 13
als C-förmige Rahmen ausgeführt. Dies hat den Vorteil, dass überbreite Blechwerkstücke
9 von einer Maschinenvorderseite 34 aus in die Abkantpresse 1 eingeschoben und in
dieser aufgenommen werden können. Die Anbindung eines derartigen C-förmigen Seitenteiles
12, 13 an den Querträger 16 kann ebenfalls wie in dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
umgesetzt werden.
[0039] In der Fig. 4 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform
der Abkantpresse 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen
bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Figuren 1 bis 3 verwendet werden.
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in
den vorangegangenen Figuren 1 bis 3 hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[0040] Fig. 4 zeigt die Seitenansicht auf ein Ausführungsbeispiel des Seitenteils 12, 13,
wobei das Bolzenaufnahmeelement 23, 24 in diesem Ausführungsbeispiel geteilt ausgeführt
ist. Mit anderen Worten ausgedrückt, ist ein Lagerdeckel 35 ausgebildet, welcher mittels
Befestigungsmittel 36 an dem Seitenteil 12, 13 verbunden ist. Der Lagerdeckel 35 und
das Seitenteil 12, 13 sind hierbei jeweils bereichsweise als Halbschale ausgebildet,
wobei im zusammengefügten Zustand von Lagerdeckel 35 und Seitenteil 12, 13 sich eine
zylinderförmige Ausnehmung zur Aufnahme des Bolzens 20 ausbildet.
[0041] Fig. 5 zeigt eine stark schematisch vereinfachte Darstellung einer Vorderansicht
auf eine konventionelle Abkantpresse 1 in welcher die beiden Seitenteile 12, 13 fest
mit dem Querträger 16 verbunden sind. Wie aus Fig. 5 ersichtlich, ergibt sich durch
das Einwirken von Presskräften 37, welche durch die Aktoren 6 auf die Querträger 16
übertragen werden eine Verformung des Querträgers 16. Ist der Querträger 16, wie in
Fig. 5 dargestellt, starr mit den beiden Seitenwänden 12, 13 verbunden, so wird über
diese Verbindung ein Biegemoment in die Seitenteile 12, 13 eingeleitet. Dieses Biegemoment
führt dazu, dass sich die Seitenteile 12, 13 entsprechend dem eingeleiteten Biegemoment
verformen. Dies kann zu einer erhöhten Ungenauigkeit der Abkantpresse 1 führen.
[0042] In Fig. 6 ist ebenso wie in Fig. 5 die Abkantpresse stark schematisch vereinfacht
dargestellt, wobei hier die beiden Seitenteile 12, 13 mittels einem ersten Gelenk
17 und einem zweiten Gelenk 18 mit dem Querträger 16 gekoppelt sind. Wie aus Fig.
6 ersichtlich, wird dabei durch die Verformung des Querträgers 16 aufgrund der Presskraft
37 kein Biegemoment in die Seitenteile 12, 13 eingeleitet, wodurch diese auch nicht
während des Biegevorganges verformt werden. Dies führt insgesamt dazu, dass eine erreichbare
Genauigkeit der Biegepresse erhöht werden kann.
[0043] In der Fig. 7 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform
der Anbindung des Querträgers 16 an die Seitenteile 12, 13 gezeigt, wobei wiederum
für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen
Figuren 1 bis 6 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf
die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Figuren 1 bis 6 hingewiesen bzw.
Bezug genommen.
[0044] Fig. 7 zeigt einen Querschnitt durch den Querträger 16, wobei in dieser Fig. ersichtlich
ist, dass vorgesehen sein kann, dass anstatt des ersten Gelenkes 17 ein erstes elastisch
verformbares Bauteil 38 und anstatt des zweiten Gelenkes 18 ein zweites elastisch
verformbares Bauteil 39 ausgebildet sein kann, durch welche der Querträger 16 gelenkig
an die Seitenteile 12, 13 gekoppelt ist.
[0045] Der kürze halber ist in Fig. 7 nur das zweite elastisch verformbare Bauteil 39 dargestellt
und in weiterer Folge beschrieben, wobei erwähnt sei, dass das erste elastisch verformbare
Bauteil 38 nur eine um die Abkantpressenmitte gespiegelte Version des zweiten elastisch
verformbaren Bauteils 39 ist.
[0046] Um die gelenkige Verbindung durch das zweite elastisch verformbare Bauteil 39 ähnlich
einem zweiten Gelenk 18 zu erreichen, kann vorgesehen sein, dass das zweite elastisch
verformbare Bauteil 39 eine Verjüngung 40 aufweist, in welchem dieses elastisch verformbar
ist. Dadurch kann durch das zweite elastisch verformbare Bauteil 39 ein "Quasigelenk"
bereitgestellt werden, welches dazu ausgebildet ist, um eine geringe winkelige Verdrehung
zwischen dem zweiten Seitenteil 13 und dem Querträger 16 zu ermöglichen. Um die gewünschten
Eigenschaften erreichen zu können, ist es notwendig, dass das zweite elastisch verformbare
Bauteil 39 ein elastisches Verhalten aufweist, wodurch spröde Werkstoffe nicht zum
Einsatz im elastisch verformbaren Bauteil 39 geeignet sind.
[0047] Das zweite elastisch verformbare Bauteil 39 kann beispielsweise als Teil des Querträgers
16 oder als Teil des zweiten Seitenteils 13 ausgebildet sein, wobei nur eine Anschlussstelle
zwischen Querträger 16 oder zweitem Seitenteil 13 notwendig ist. Alternativ dazu kann
vorgesehen sein, dass das zweite elastisch verformbare Bauteil 39 als eigenständiges
Bauteil ausgebildet ist und sowohl an das zweite Seitenteil 13 als auch an den Querträger
16 angebunden ist. Die Anbindung des zweiten elastisch verformbaren Bauteils 39 an
das zweite Seitenteil 13 bzw. an den Querträger 16 kann mittels einem Befestigungsmittel
41, wie etwa einer Schraube realisiert werden. Alternativ zu einem Befestigungsmittel
41 kann auch vorgesehen sein, dass des zweite elastisch verformbare Bauteil 39 an
das zweite Seitenteil 13 bzw. an den Querträger 16 mittels einer Stoffschlüssigen
Verbindung, wie etwa einer Schweißverbindung angebunden ist.
[0048] Auf weitere für den Betrieb einer derartigen Biegepresse 3 erforderliche Details,
wie beispielsweise Sicherheitseinrichtungen, Anschlagsanordnungen und/oder Kontrollvorrichtungen
wird in der gegenständlichen Beschreibung zur Vermeidung einer unnötigen Länge der
Beschreibung verzichtet.
[0049] Als Koordinatensystem oder Koordinatenrichtung wird bei Abkantpressen 1 in der vorliegenden
Beschreibung folgende Ausrichtung gewählt. Die X-Koordinate stellt die Einschubrichtung
des umzuformenden Blechs dar und ist rechtwinkelig bezüglich der Pressrichtung 5 ausgerichtet.
Die Y-Koordinate stellt die Pressrichtung 5 dar und ist vertikal ausgerichtet. Schließlich
ist die Z-Koordinate sowohl rechtwinkelig auf die X-Koordinate als auch auf die Y-Koordinate
ausgerichtet.
[0050] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten der Abkantpresse 1,
wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten
Ausführungsvalianten derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen
der einzelnen Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit
aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können
des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0051] Weiters können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und
beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische
oder erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0052] Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der
Beschreibung entnommen werden.
[0053] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen
mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10
oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0054] Vor allem können die einzelnen in den Figuren 1, 2, 3, 4 gezeigten Ausführungen den
Gegenstand von eigenständigen, erfindungsgemäßen Lösungen bilden. Die diesbezüglichen,
erfindungsgemäßen Aufgaben und Lösungen sind den Detailbeschreibungen dieser Figuren
zu entnehmen.
[0055] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus der Abkantpresse 1 diese bzw. deren Bestandteile teilweise unmaßstäblich
und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden
Bezugszeichenaufstellung
| 1 |
Abkantpresse |
29 |
zweites Trägerelement |
| 2 |
Maschinenrahmen |
30 |
Abstand |
| 3 |
feststehender Pressbalken |
31 |
Verbindungsstrebe |
| 4 |
verstellbarer Pressbalken |
32 |
Führungsanordnung |
| 5 |
Pressrichtung |
33 |
Ausnehmung |
| 6 |
Aktor |
34 |
Maschinenvorderseite |
| 7 |
Werkzeugaufnahme |
35 |
Lagerdeckel |
| 8 |
Biegewerkzeug |
36 |
Befestigungsmittel |
| 9 |
Blechwerkstück |
37 |
Presskraft |
| 10 |
Abkantpressenlängsrichtung |
38 |
erstes elastisch verformbares Bauteil |
| 11 |
Grundplatte |
| 12 |
erstes Seitenteil |
39 |
zweites elastisch verformbares Bauteil |
| 13 |
zweites Seitenteil |
| 14 |
erster Endabschnitt feststehender Pressbalken |
40 |
Verjüngung |
| 41 |
Befestigungsmittel |
| 15 |
zweiter Endabschnitt feststehender Pressbalken |
|
|
| 16 |
Querträger |
|
|
| 17 |
erstes Gelenk |
|
|
| 18 |
zweites Gelenk |
|
|
| 19 |
Bolzenverbindung |
|
|
| 20 |
Bolzen |
|
|
| 21 |
Stange |
|
|
| 22 |
Gabel |
|
|
| 23 |
erstes Bolzenaufnahmeelement |
|
|
| 24 |
zweites Bolzenaufnahmeelement |
|
|
| 25 |
mittleres Bolzenaufnahmeelement |
|
|
| 26 |
Dicke |
|
|
| 27 |
Gelenkachse |
|
|
| 28 |
erstes Trägerelement |
|
|
1. Abkantpresse (1), umfassend:
einen feststehenden Pressbalken (3), welcher sich in Abkantpressenlängsrichtung (10)
erstreckt;
ein erstes Seitenteil (12), welches in Abkantpressenlängsrichtung (10) gesehen mit
einem ersten Endabschnitt (14) des feststehenden Pressbalkens (3) gekoppelt ist;
ein zweites Seitenteil (13), welches in Abkantpressenlängsrichtung (10) gesehen mit
einem, dem ersten Endabschnitt (14) gegenüberliegendem, zweiten Endabschnitt (15)
des feststehenden Pressbalkens (3) gekoppelt ist;
einen Querträger (16), welcher mit dem ersten (12) und dem zweiten Seitenteil (13)
gekoppelt ist und sich zwischen diesen erstreckt;
einen verstellbaren Pressbalken (4), welcher mittels zumindest einem Aktor (6) beweglich
mit dem Querträger (16) gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querträger (16) mittels einem ersten Gelenk (17) oder einem ersten elastisch verformbaren
Bauteil (38) gelenkig mit dem ersten Seitenteil (12) gekoppelt ist und mittels einem
zweiten Gelenk (18) oder einem zweiten elastisch verformbaren Bauteil (39) gelenkig
mit dem zweiten Seitenteil (13) gekoppelt ist.
2. Abkantpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste (17) und das zweite Gelenk (18) jeweils durch eine Bolzenverbindung (19)
gebildet sind.
3. Abkantpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenteile (12, 13) im Bereich der Bolzenverbindung (19) jeweils als
Stange (21) ausgebildet sind und dass der Querträger (16) im Bereich der Bolzenverbindung
(19) als Gabel (22) ausgebildet ist, welche mit jeweils einer Stange (21) eines Seitenteils
(12, 13) zusammenwirkt.
4. Abkantpresse nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an den beiden Seitenteilen (12, 13) jeweils ein mittleres Bolzenaufnahmeelement (25)
angeordnet ist, in welche ein Bolzen (20) der Bolzenverbindung (19) eingesetzt ist.
5. Abkantpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das mittlere Bolzenaufnahmeelement (25) mittig bezüglich der Dicke (26) des Seitenteiles
(12, 13) angeordnet ist.
6. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste (17) und das zweite Gelenk (18) derart ausgebildet sind, dass eine Gelenkachse
(27) jeweils horizontal ausgerichtet normal auf die Abkantpressenlängsrichtung (10)
stehend angeordnet ist.
7. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stange (21) und/oder die Gabel (22) mittig der Gelenkachse teilbar ausgeführt
sind.
8. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenteile (12, 13) als O-Rahmen ausgebildet sind, wobei jeweils mittig
eines Seitenteiles (12) eine Ausnehmung (33) vorgesehen ist.
9. Abkantpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenteile (12, 13) als C-Rahmen ausgebildet sind, wobei sie eine in
eine Seite offene C-Förmige Struktur aufweisen.
10. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querträger (16) durch ein erstes (28) und ein zweites Trägerelement (29) gebildet
ist, welche in einem Abstand (30) zueinander positioniert sind, wobei der zumindest
eine Aktor (6) zwischen den beiden Trägerelementen (28, 29) angeordnet ist.