[0001] Die Erfindung betrifft ein Doppelfaltungsstreckwerk, wie es beispielsweise bei Spinnstrickverfahren
oder sonstigen Spinnverfahren eingesetzt wird.
[0002] Faltungsstreckwerke werden eingesetzt, um Fasern eines Faserbandes vor dem Spinnen
zu einem feinen Band zu verstrecken. Dieses Verstrecken des Faserbandes wird auch
als Verzug bezeichnet. Streckwerke, die derzeit Verwendung finden, sind zum Beispiel
Vierwalzenstreckwerke, die zwei zueinander senkrecht stehende Walzengruppen aufweisen.
Ein drittes Walzenpaar trägt Riemchen, die das aus dem zweiten Walzenpaar austretende
Fasermaterial falten und in diesem Zustand einem vierten Walzenpaar zuführen, von
dem das Fasermaterial auf Endfeinheit verzogen wird. Ein solches Streckwerk ist zum
Beispiel aus der
WO-A 2013/041220 bekannt.
[0004] Bei derzeit eingesetzten Faltungsstreckwerken kann das Faserband einen 150-bis 400-fachen
Verzug erreichen. Nachteilig ist jedoch, dass bei sehr hohen Verzügen die Ungleichförmigkeit
des aus dem Streckwerk austretenden Fasermaterials zunimmt, was zu unakzeptabler Garnungleichmäßigkeit
führen kann. Im Gegensatz dazu ist bei niedrigen Verzügen vor der Faltungszone die
Kompaktierung durch Faltung nicht optimal, was zum Breitlaufen des Fasermaterials
im Klemmbereich des letzten Walzenpaares führen kann und damit den nachfolgenden Spinnprozess
behindert.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein Faltungsstreckwerk bereitzustellen,
mit dem auch bei hohen Verzügen eine maximale Gleichmäßigkeit und eine minimale Austrittsbreite
des austretenden Fasermaterials erzielt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Doppelfaltungsstreckwerk umfassend fünf Walzenpaare,
wobei
- ein erstes, ein zweites, ein viertes und ein fünftes Walzenpaar im wesentlichen eine
gleiche Ausrichtung der jeweiligen Achsen der Walzen aufweisen und ein drittes Walzenpaar,
das zwischen dem zweiten und dem vierten Walzenpaar positioniert ist, eine Achsrichtung
aufweist, die senkrecht zur Achsrichtung der übrigen Walzenpaare ausgerichtet ist,
- um jede Walze des dritten Walzenpaares und mindestens eine der jeweiligen Walze zugeordnete
Wendeschiene jeweils ein Riemchen geführt ist und
- um jede Walze des vierten Walzenpaares, eine Wendeschiene vor und eine Wendeschiene
hinter der jeweiligen Walze ein Riemchen geführt ist.
[0007] Mit dem erfindungsgemäßen Faltungsstreckwerk mit fünf Walzenpaaren, auch als Fünfwalzendoppelfaltungsstreckwerk
bezeichnet, ist es möglich, die Qualität textiler Flächengebilde, die aus den das
Streckwerk verlassenden Fasern erzeugt werden, zu erhöhen. Insbesondere eignet sich
das erfindungsgemäße Faltungsstreckwerk zur Erhöhung der Qualität textiler Flächengebilde,
die in SpinnStrickmaschinen erzeugt werden.
[0008] Bei dem erfindungsgemäß ausgeführten Faltungsstreckwerk ist vorzugsweise jeweils
eine Walze eines Walzenpaares angetrieben. Die zweite Walze des Walzenpaares wird
gegen die angetriebene Walze des Walzenpaares gedrückt und läuft daher mit. Alternativ
ist es auch möglich, beide Walzen eines Walzenpaares anzutreiben. Bevorzugt ist jedoch,
nur eine Walze eines Walzenpaares anzutreiben.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform sind nicht nur um die Walzen des dritten und
vierten Walzenpaares und die den jeweiligen Walzen zugeordneten Wendeschienen Riemchen
geführt sondern auch um jede Walze des ersten Walzenpaares und mindestens eine der
jeweiligen Walze zugeordnete Wendeschiene.
[0010] Die Riemchen sind vorzugsweise aus Polyurethan oder Silikonkautschuk gefertigt.
[0011] Durch die Anordnung der Walzenpaare werden vier Verzugszonen gebildet. Hierbei bilden
jeweils zwei benachbarte Walzenpaare eine Verzugszone, wobei eine erste Verzugszone
zwischen dem ersten und dem zweiten Walzenpaar einen Verzug aufweist, der dem Verzug
einer Vorspinnmaschine vergleichbar ist, eine zweite Verzugszone zwischen dem zweiten
und dem dritten Walzenpaar sowie eine dritte Verzugszone zwischen dem dritten und
dem vierten Walzenpaar jeweils Anspannverzüge aufweisen und in einer vierten Verzugszone
zwischen dem vierten und dem fünften Walzenpaar ein Hauptverzug realisiert ist.
[0012] Aufgrund der gedrehten Ausrichtung der Achslage des dritten Walzenpaares stellen
die zweite und die dritte Verzugszone gleichzeitig auch Faltungszonen dar. Das Faserband
wird in der zweiten Verzugszone ein erstes Mal gefaltet und in der dritten Verzugszone
ein zweites Mal. Durch diese doppelte Faltung die Breite des Faserbandes auf einen
Bruchteil der ursprünglichen Breite reduziert. Dies hat den Vorteil, dass eine maximal
mögliche Gleichmäßigkeit der Breite des Faserbandes auch bei hohen Verzügen im Bereich
des 150- bis 400-fachen erzielt werden kann.
[0013] In einer Ausführungsform der Erfindung liegen die mitlaufenden Walzen des ersten,
zweiten und vierten Walzenpaares auf einem ersten Druckarm und ein zweiter Druckarm
trägt die mitlaufende Walze des fünften Walzenpaares. Der erste Druckarm ist insbesondere
bei Einsatz des Faltungsstreckwerks bei einer Spinnstrickmaschine vorzugsweise hängend
angeordnet. Der erste Druckarm kann beispielsweise pneumatisch belastbar sein, um
auf diese Weise einen ausreichend hohen Anpressdruck der mitlaufenden Walzen auf die
angetriebenen Walzen des jeweiligen Walzenpaares zu realisieren. Da Störungen aufgrund
der hohen Geschwindigkeit der Walzen des fünften Walzenpaares am ehesten zwischen
dem fünften Walzenpaar und der Spinndüse auftreten, ermöglicht die Lagerung der mitlaufenden
Walze des fünften Walzenpaares auf einem separaten Druckarm, dass zur Behebung der
Störung nur dieses Walzenpaar geöffnet werden muss und der Rest geschlossen bleiben
kann. Hierdurch ist eine einfache Bedienung und Behebung der Störung möglich.
[0014] Weiterhin ist es bevorzugt, wenn die mitlaufende Walze des dritten Walzenpaares über
einen Hebelarm mit einer Torsionswelle verbunden ist, wobei die Torsionswelle das
notwendige Anpressmoment erzeugt. Hierzu wird die Torsionswelle vorzugsweise pneumatisch
belastet. Dieser Aufbau erlaubt ein leichtes Wechseln der die Walzen des dritten Walzenpaares
umlaufenden Riemchen, da die Riemchen ohne weiteren Montageaufwand von den Walzen
abstreifen beziehungsweise aufstreifen lassen.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Faltungsstreckwerks
weisen die Riemchen des vierten Walzenpaares eine unterschiedliche Dicke auf, wobei
das die treibende Walze des vierten Walzenpaares umlaufende Riemchen eine größere
Dicke aufweist als das die mitlaufende Walze des vierten Walzenpaares umlaufende Riemchen.
[0016] Die Dicke des die mitlaufende Walze des vierten Walzenpaares umlaufenden Riemchens
wird dabei vorzugsweise so gering wie möglich gewählt. Bei derzeit eingesetzten Riemchen
in Streckwerken beträgt die minimale Dicke üblicherweise 0,3 bis 0,7 mm. Die Dicke
ist dabei jedoch auch abhängig vom Material, aus dem die Riemchen gefertigt werden.
[0017] Das die treibende Walze des vierten Walzenpaares umschließende Riemchen weist eine
Dicke auf, die der Dicke von üblicherweise in Streckwerken eingesetzten Riemchen entspricht
und die üblicherweise größer als 1 mm ist.
[0018] Besonders bevorzugt ist es, wenn in dem die treibende Walze des vierten Walzenpaares
umlaufenden Riemchen in der zum Faserstrom weisenden Oberfläche eine in Laufrichtung
weisende Vertiefung ausgebildet ist. Vorzugsweise ist die Vertiefung mittig in dem
die treibende Walze des vierten Walzenpaares umlaufenden Riemchen ausgebildet. Durch
die Vertiefung wird der Charakter eines sogenannten Durchzugsstreckwerkes imitiert,
was den Verzugsvorgang insbesondere bei Verzügen von mehr als dem 200-fachen stabilisiert.
Die Vertiefung ist vorzugsweise in Form eines rechteckigen Kanals gestaltet, wobei
in Abhängigkeit der eingesetzten Faserbänder ein geeigneter Kanal zum Beispiel eine
Breite im Bereich von 5 bis 10 mm, beispielsweise von 5 mm, und eine Tiefe im Bereich
von 0,1 bis 0,25 mm, beispielsweise von 0,25 mm, aufweist.
[0019] Um die Walzen der Walzenpaare anzutreiben ist es vorteilhaft, wenn die angetriebenen
Walzen des zweiten, dritten und vierten Walzenpaars an ein gemeinsames Getriebe gekoppelt
sind, wobei dem Getriebe ein Motor oder ein Antriebsstrang zugeordnet ist. Die angetriebenen
Walzen des ersten und des fünften Walzenpaares werden dabei jeweils von einem separaten
Motor oder Antriebsstrang angetrieben. Der Antrieb der angetriebenen Walzen des ersten
und des fünften Walzenpaares durch einen separaten Motor oder Antriebsstrang ist insbesondere
aufgrund der unterschiedlichen Drehzahlen der Walzen, um den gewünschten Verzug zu
erhalten, vorteilhaft. Um den gewünschten Hauptverzug in der vierten Verzugszone zu
erhalten, müssen sich die Walzen des fünften Walzenpaares mit einem Vielfachen der
Drehzahl der vorhergehenden Walzen drehen.
[0020] Das erfindungsgemäße Faltungsstreckwerk eignet sich insbesondere für den Einsatz
in Spinnstrickmaschinen. Hierbei werden mehrere Faltungsstreckwerke rund um die Spinnstrickmaschine
angeordnet. Die Spinnstrickmaschine kann dabei so aufgebaut sein, wie dies aus dem
Stand der Technik bekannt ist. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Faltungsstreckwerke
zu Gruppen zusammengeschlossen, die auch als Streckwerksgruppen bezeichnet werden
können. Die Streckwerksgruppen verfügen dabei über Antriebe, die entweder auf die
angetriebenen Walzen nur eines Streckwerks, auf die angetriebenen Walzen mehrerer
Streckwerke oder auf die angetriebenen Walzen aller Streckwerke einer Streckwerksgruppe
wirken. Wenn die angetriebenen Walzen mehrerer Streckwerke von einem Antrieb angetrieben
werden, ist es vorteilhaft, jeweils die angetriebenen Walzen entsprechender Walzenpaare,
zum Beispiel jeweils die angetriebenen Walzen des ersten Walzenpaares, von einem Antrieb
anzutreiben.
[0021] In einer Ausführungsform ist es zum Beispiel möglich, dass der Antrieb mehrerer angetriebener
Walzen jeweils entsprechender Walzenpaare der Doppelfaltungsstreckwerke zwei Gruppen
umfasst, die durch Zahnriemen miteinander verbunden sind, wobei eine Getriebestufe
beide Gruppen koppelt.
[0022] In einer Ausführungsform umfasst der Antrieb des fünften Walzenpaares einen Reluktanzantrieb
und einen Servoantrieb. Hierbei ist es möglich, jede angetriebene Walze des fünften
Walzenpaares mit einem eigenen Antrieb zu versehen oder alle angetriebenen Walzen
einer Sektion. Weiterhin ist es möglich und besonders bevorzugt, alle angetriebenen
Walzen der fünften Walzenpaare sämtlicher Streckwerke der Spinnstrickmaschine mit
einem Antrieb zu versehen, wobei in diesem Fall das Antriebsmoment über geeignete
Riemen und Getriebe übertragen wird.
[0023] Um die Spinnstrickmaschine anzufahren oder abzufahren ist es besonders bevorzugt,
beim Anfahren der Spinnstrickmaschine die treibende Walze des fünften Walzenpaares
zunächst mit dem Servoantrieb anzutreiben, wobei der Reluktanzantrieb mitlaufen kann
oder während des Beschleunigens zugeschaltet wird und nach Erreichen der Produktionsdrehzahl
den Servoantrieb abzuschalten, so dass der Antrieb der treibenden Walze des fünften
Walzenpaares über den Reluktanzantrieb erfolgt und beim Abfahren der Spinnstrickmaschine
zunächst der Servoantrieb zuzuschalten, wobei mit Reduktion der Produktionsdrehzahl
der Antrieb der treibenden Walze des fünften Walzenpaares vom Servoantrieb übernommen
wird, und den Reluktanzantrieb abzuschalten. Aufgrund des gleichmäßigen Laufs des
Reluktanzantriebs lässt sich auf diese Weise eine besonders gleichmäßige Verstreckung
des Fasermaterials erzielen. Da die langsame Zunahme beziehungsweise Abnahme der Drehzahl
der Spinnstrickmaschine beim Anfahren beziehungsweise Abfahren jedoch nicht geeignet
ist, den Reluktanzmotor entsprechend zu beschleunigen oder abzubremsen, wird zum An-
und Abfahren der Servomotor genutzt.
[0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Figur 1a
- ein erfindungsgemäß ausgebildetes Doppelfaltungsstreckwerk in Seitenansicht,
- Figur 1b
- eine Draufsicht auf ein Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Figur 1 a,
- Figur 2
- einen das erste und zweite Walzenpaar zeigenden Ausschnitt aus einem Doppelfaltungsstreckwerk
in Seitenansicht,
- Figur 3
- einen das vierte und fünfte Walzenpaar zeigenden Ausschnitt aus einem Doppelfaltungsstreckwerk
in Seitenansicht,
- Figur 4a
- einen die zweite und dritte Verzugszone zeigenden Ausschnitt des Doppelfaltungsstreckwerks
in Seitenansicht,
- Figur 4b
- eine Untersicht auf den in Figur 4a dargestellten Ausschnitt,
- Figur 5
- ein Antriebskonzept für zu Gruppen zusammengefassten angetriebenen Walzen des dritten
Walzenpaares mehrerer Doppelfaltungsstreckwerke
- Figur 6
- ein Antriebskonzept für ein Doppelfaltungsstreckwerk in isometrischer Ansicht in einer
ersten Ausführungsform,
- Figur 7
- ein Antriebskonzept für ein Doppelfaltungsstreckwerk in isometrischer Ansicht in einer
zweiten Ausführungsform,
- Figur 8
- ein Antriebskonzept für ein Doppelfaltungsstreckwerk in isometrischer Ansicht in einer
dritten Ausführungsform,
- Figur 9
- einen Schnitt durch ein Riemchenpaar, das die Walzen des vierten Walzenpaares umläuft.
[0026] In den Figuren 1 a und 1 b ist ein erfindungsgemäß ausgebildetes Doppelfaltungsstreckwerk
in Seitenansicht (Figur 1 a) und Draufsicht (Figur 1b) dargestellt. Ein Doppelfaltungsstreckwerk,
wie es zum Beispiel in Spinnstrickmaschinen oder auch in Spinnmaschinen zur Garnherstellung
eingesetzt werden kann, umfasst ein Faserleitrohr 1, das auch als Trocar bezeichnet
wird. Das Faserleitrohr 1 liegt dabei vor einem ersten Walzenpaar WI/W1 mit einer
angetriebenen Walze WI und einer mitlaufenden Walze W1. Um die Walzen WI, W1 des ersten
Walzenpaares und ein dem ersten Walzenpaar WI/W1 zugeordneten, in Figur 1 nicht dargestellten
Wendeschienenpaar sind Riemchen R1, RI geführt. Zwischen den Riemchen R1, RI wird
ein über das Faserleitrohr 1 zugeführtes Streckenband geführt. Das Faserleitrohr 1
ist dabei vorzugsweise so ausgebildet, dass das Streckenband über die gesamte Breite
der Walzen WI, W1 des ersten Walzenpaares verteilt wird. Hierdurch wird die Materialfaltung
in den nachfolgenden Faltungszonen verbessert.
[0027] Dem mit den Riemchen R1, RI bestücken ersten Walzenpaar WI/W1 folgt ein zweites Walzenpaar
WII/W2, das ebenfalls eine angetriebene Walze WII und eine mitlaufende Walze W2 umfasst.
Von dem ersten Walzenpaar WI/W1 und dem zweiten Walzenpaar WII/W2 wird eine erste
Verzugszone V1 gebildet. Der Verzug des dem ersten Walzenpaar WI/W1 zugeführten Streckenbandes
erfolgt dabei üblicherweise durch höhere Umfangsgeschwindigkeit der Walzen WI, W1
des zweiten Walzenpaares WII/W2. Durch die Riemchen RI, R1 um das erste Walzenpaar
WI/W1 in der ersten Verzugszone V1 wird die bei Verzugsvorgängen ansteigende Ungleichmäßigkeit
des Faserbandes auf das Unumgängliche reduziert.
[0028] An das zweite Walzenpaar WII/W2 schließt sich ein drittes Walzenpaar WIII/W3 an.
Erfindungsgemäß ist das dritte Walzenpaar WIII/W3, das ebenfalls eine angetriebene
Walze WIII und eine mitlaufende Walze W3 umfasst, gegenüber dem zweiten Walzenpaar
WII/W2 gedreht. Das dritte Walzenpaar WIII/W3 ist mit Riemchen bestückt, die jeweils
eine Walze WIII, W3 des dritten Walzenpaares und eine hier nicht dargestellte Wendeschiene
umlaufen.
[0029] Das zweite Walzenpaar WII/W2 und das dritte Walzenpaar WIII/W3 begrenzen eine zweite
Verzugszone V2. Die zweite Verzugszone V2 weist einen Anspannverzug auf. Durch die
gedrehte Anordnung des dritten Walzenpaares WIII/W3 gegenüber dem zweiten Walzenpaar
WII/W2 wirkt die zweite Verzugszone V2 gleichzeitig auch als Faltungszone, in der
die Breite des von dem Streckenband gebildeten Faserstromes deutlich reduziert wird.
[0030] So lässt sich zum Beispiel eine Reduktion in der zweiten Verzugszone V2 eine Reduktion
der Breite des Faserstromes um einen Faktor 3 bis 4 realisieren.
[0031] An das dritte Walzenpaar WIII/W3 schließt sich ein viertes Walzenpaar WIV/W4 mit
einer angetriebenen Walze WIV und einer mitlaufenden Walze W4 an. Das vierte Walzenpaar
ist wiederum gegenüber dem dritten Walzenpaar WIII/W3 gedreht, wobei erfindungsgemäß
die Achsrichtung der Walzen WIV, W4 des vierten Walzenpaares WIV/W4 der Achsrichtung
des ersten und zweiten Walzenpaares WI/W1, WII/W2 entspricht. Durch die Drehung entsteht
eine zweite Faltungszone zwischen dem dritten Walzenpaar WIII/W3 und dem vierten Walzenpaar
WIV/W4, die gleichzeitig auch eine dritte Verzugszone V3 darstellt. Das vierte Walzenpaar
WIV/W4 trägt ebenfalls Riemchen RIV, R4, wobei die Riemchen RIV, R4 im Unterschied
zu den Riemchen R1, RI, RII, R2 des ersten und zweiten Walzenpaares WI/W1, WII/W2
um jeweils zwei Wendeschienen laufen, wobei eine Wendeschiene vor der jeweiligen Walze
WIV, W4 und eine Wendeschiene hinter der Walze WIV, W4 angeordnet ist.
[0032] In der dritten Verzugszone V3 wird durch die Faltung eine weitere Reduktion der Breite
des Faserbandes um einen Faktor im Bereich von 1,5 bis 2,5 erzielt. So ist es zum
Beispiel möglich, in den ersten drei Verzugszonen V1, V2, V3 eine Reduktion der Breite
des Faserbandes von ursprünglich 20 mm auf 4 mm zu erhalten.
[0033] An das vierte Walzenpaar WIV/W4 schließt sich ein fünftes Walzenpaar WV/W5, ebenfalls
mit einer angetriebenen Walze WV und einer mitlaufenden Walze W5 an. Zwischen dem
vierten Walzenpaar WIV/W4 und dem fünften Walzenpaar WV/W5 befindet sich eine vierte
Verzugszone V4, wobei die vierte Verzugszone V4 die Hauptverzugszone ist, in der das
Fasermaterial auf Endfeinheit verstreckt wird.
[0034] Das Faltungsstreckwerk wird vorzugsweise so betrieben, dass die erste Verzugszone
V1 einen Verzug aufweist, der dem Verzug einer handelsüblichen Vorspinnmaschine entspricht.
Der Verzug der vierten Verzugszone V4 entspricht vorzugsweise dem einer Feinspinnmaschine,
zum Beispiel einer Ringspinnmaschine.
[0035] Durch die gedrehte Anordnung des dritten Walzenpaares WIII/W3 gegenüber dem zweiten
Walzenpaar WII/W2 und dem vierten Walzenpaar WIV/W4 und die damit verbundenen Faltungszonen
zeigen die in den jeweiligen Faltungszonen entstehenden Faltungsfiguren FF1 und FF2
eine starke Differenz in der Größe ihrer Fläche. Hieraus resultiert die gewünschte,
hinreichende Kompaktierung des in das fünfte Walzenpaar WV/W5 einlaufenden Faserstroms.
[0036] An das fünfte Walzenpaar WV/W5 schließt sich eine Spinndüse 2 mit Spinnrohr 3 an,
wobei das Spinnrohr 3 zum Beispiel an einer Fontour einer hier nicht dargestellten
Spinnstrickmaschine endet.
[0037] Figur 2 zeigt das erste und zweite Walzenpaar eines Doppelfaltungsstreckwerks in
Seitenansicht.
[0038] Die mitlaufenden Walzen W1, W2 des ersten Walzenpaars WI/W1 und des zweiten Walzenpaars
WII/W2 sind in einer bevorzugten Ausführungsform gemeinsam an einem ersten Druckarm
D1 gelagert. Zusätzlich ist es vorteilhaft, auch die mitlaufende Walze W4 des vierten
Walzenpaares WIV/W4 mit dem ersten Druckarm D1 zu verbinden. Dies lässt sich beispielhaft
dem in Figur 3 gezeigten Ausschnitt entnehmen. Die mitlaufenden Walzen W1, W2 und
W4 sind dabei zum Beispiel jeweils in einem Lagerbock 4, der mit dem ersten Druckarm
D1 verbunden ist, gelagert.
[0039] Wenn das Doppelfaltungsstreckwerk bei einer Spinnstrickmaschine eingesetzt wird,
ist es bevorzugt, den Druckarm D1 hängend anzuordnen. Als Druckarm D1 eignet sich
dabei jeder übliche, für Streckwerke einsetzbare Druckarm. Derartige Druckarme sind
beispielsweise erhältlich über die Firma Saurer Texparts GmbH.
[0040] Aufgrund der in vielen Einsatzbereichen beengten räumlichen Verhältnisse, insbesondere
beim Einsatz in Spinnstrickmaschinen, wird vorzugsweise eine enge Teilung gewählt.
Eine solche enge Teilung liegt vorzugsweise im Bereich von 40 bis 60 mm.
[0041] Wenn aufgrund der engen Teilung der Einsatz von handelsüblichen Riemchenkäfigen nicht
möglich ist, ist es möglich, zwischen den Lagerböcken 4 eine Aufnahme 5 für eine Wendeschiene
WS1 auf dem ersten Druckarm D1 anzuordnen. Um die Wendeschiene WS1 und die mitlaufenden
Walze W1 des ersten Walzenpaares WI/W1 laufen die Riemchen R1. Der Wendeschiene WS1
gegenüberliegend ist eine Wendeschiene WSI angeordnet, um die das Riemchen RI läuft.
Die Wendeschienen WSI und WS1 sind so angeordnet, dass die Riemchen im Bereich zwischen
der gegenüberliegenden Walzen W1, WI und der gegenüberliegenden Wendeschienen WSI,
WS1 parallel zueinander verlaufen. Hierdurch wird die Kontaktfläche mit dem Faserband
vergrößert und das vom Faserleitrohr zugeführte Faserband wird besser von dem Faltungsstreckwerk
aufgenommen. Ein Vorverzug in der ersten Verzugszone V1 wird dadurch erreicht, dass
die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen WII, W2 des zweiten Walzenpaares WII/W2 größer
ist als die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen WI, W1 des ersten Walzenpaares WI/W1.
[0042] Um die Montierbarkeit und Justierbarkeit der Wendeschienen WSI, WS1 zu erhöhen, sind
diese vorzugsweise schwenkbar, insbesondere um eine parallel zur Achse der Walzen
WI, W1 ausgerichtete Drehachse.
[0043] In Figur 3 ist ein das vierte und fünfte Walzenpaar zeigender Ausschnitt aus einem
Doppelfaltungsstreckwerk in Seitenansicht dargestellt.
[0044] Wie zuvor bereits beschrieben, ist die mitlaufende Walze W4 des vierten Walzenpaars
WIV/W4 vorzugsweise ebenfalls in einem Lagerbock 4 auf dem ersten Druckarm D1 gelagert.
Um die Walzen WIV, W4 des vierten Walzenpaares WIV/W4 und um Wendeschienen WSIV-1,
WSIV-2, WS4-1, WS4-2 sind jeweils Riemchen RIV, R4 geführt, wobei die Riemchen RIV,
R4 zum einen um Wendeschienen WSIV-1, WSIV-2 und die Walze WIV und zum anderen um
die Wendeschienen WS4-1, WS4-2 und die Walze W4 geführt sind. In Laufrichtung des
Faserbandes befinden sich die Wendeschienen WSIV-1 und WS4-1 vor dem vierten Walzenpaar
WIV/W4 und die Wendeschienen WSIV-2 und WS4-2 hinter dem vierten Walzenpaar WIV/W4.
Wie die dem ersten Walzenpaar WI/W1 zugeordneten Wendeschienen WSI, WS1 ist von den
dem vierten Walzenpaar WIV/W4 zugeordneten Wendeschienen WSIV-1, WSIV-2, WS4-1 und
WS4-2 jeweils je Riemchen R4, RIV vorzugsweise mindestens eine Wendeschiene schwenkbar,
insbesondere um eine zu den Walzen WIV, W4 des vierten Walzenpaares WIV/W4 parallel
verlaufende Drehachse, um die Montierbarkeit und Justierbarkeit zu erleichtern.
[0045] Um eine parallele Ausrichtung von Walze und Wendeschiene zu erhalten, sind handelsübliche
Riemchenkäfige üblicherweise auf der Achse der mitlaufenden Walze gelagert. Da die
Riemchen R4, RIV des vierten Walzenpaares WIV/W4 über zwei Wendeschienen WS4-1, WS4-2
bzw. WSIV-1, WSIV-2 laufen, ist es insbesondere bei den Riemchen R4, RIV des vierten
Walzenpaares WIV/W4 aus Platzgründen sinnvoll, mindestens eine der Wendeschienen WS4-1,
WS4-2 des die treibende Walze W4 umlaufenden Riemchens R4 und mindestens eine der
Wendeschienen WSIV-1, WSIV-2 des die mitlaufende Walze WIV umlaufenden Riemchens RIV
nicht auf der Achse der entsprechenden Walze W4, WIV sondern auf dem Druckarm D1 separat
zu lagern. Besonders bevorzugt ist es, wenn die der mitlaufenden Walze W4 zugeordneten
Wendeschienen WS4-1 und WS4-2 am ersten Druckarm D1 einstellbar montiert sind. Durch
diese Anordnung ist es möglich, die Riemchenspannung des die mitlaufende Walze W4
und die zugeordneten Wendeschienen WS4-1 und WS4-2 umlaufenden Riemchens R4 zu justieren.
[0046] Wie Figur 3 weiter zu entnehmen ist, ist die mitlaufende Walze W5 des fünften Walzenpaares
WV/W5 auf einem zweiten Druckarm D2 gelagert. Die Lagerung der mitlaufenden Walze
W5 auf dem zweiten Druckarm D2 hat den Vorteil, dass die mitlaufende Walze W5 unabhängig
von den Walzen W1, W2 und W4, die auf dem ersten Druckarm D1 montiert sind, einstellbar
ist. Dies ist insbesondere aufgrund des gewünschten Verzugs in der vierten Verzugszone
V4 und der damit erforderlichen Umfangsgeschwindigkeit des fünften Walzenpaares WV/W5
sinnvoll. Zudem kann damit individuell auf einfache Weise der Anpressdruck der mitlaufenden
Walze W5 an die angetriebene Walze WV eingestellt werden, so dass das Faserband auch
zuverlässig transportiert und verstreckt wird.
[0047] Im Betrieb des Faltungsstreckwerkes wird das zwischen den Riemchen R3, RIII des dritten
Walzenpaares WIII/W3 geführte Faserband in den Spalt zwischen den Riemchen RIV, R4
des vierten Walzenpaares WIV/W4 geleitet und aufgrund der zur Ausrichtung des vierten
Walzenpaares WIV/W4 gedrehten Ausrichtung des dritten Walzenpaares WIII/W3 und damit
auch der dem dritten Walzenpaar WIII/W3 zugeordneten Riemchen RIII, R3, wird das Faserband
weiter gefaltet. Bis zur Klemmlinie zwischen den Walzen WIV, W4 des vierten Walzenpaares
WIV/W4 verläuft der Transport neutral, nach Verlassen der Klemmlinie beginnt der Hauptverzug
in der vierten Verzugszone 4 auf die gewünschte Feinheit.
[0048] In den Figuren 4a und 4b ist ein die zweite und dritte Verzugszone zeigender Ausschnitt
des Doppelfaltungsstreckwerks in Seitenansicht (Figur 4a) und in Untersicht (Figur
4b) dargestellt. Die angetriebene Walze WIII des dritten Walzenpaares WIII/W3 ist
vorzugsweise im Gehäuse gelagert und treibt die mitlaufende Walze W3 des dritten Walzenpaares
WIII/W3 an. Um die angetriebene Walze WIII und eine Wendeschiene WSIII läuft ein Riemchen
RIII und um die mitlaufende Walze W3 und eine Wendeschiene WS3 läuft ein Riemchen
R3.
[0049] In der hier dargestellten Ausführungsform ist die mitlaufende Walze WIII des dritten
Walzenpaares WIII/W3 über einen Hebelarm 6 mit einer Torsionswelle 7 verbunden. Die
Torsionswelle 7 erzeugt das notwendige Anpressmoment und ist vorzugsweise pneumatisch
belastet. Diese Bauart erlaubt ein leichtes Wechseln der Riemchen RIII, R3, da sich
diese ohne weiteren Montageaufwand ab- beziehungsweise aufstreifen lassen.
[0050] Bei Einsatz von Faltungsstreckwerken in Spinnstrickmaschinen kommen mehrere Faltungsstreckwerke
zum Einsatz, die nebeneinander angetrieben werden. Hierbei ist es besonders vorteilhaft,
mehrere Faltungsstreckwerke jeweils zu einer Sektion zu verbinden, wobei mehrere Sektionen
um eine Strickvorrichtung gruppiert sind. Üblicherweise umfasst eine Sektion zum Beispiel
8 oder 12 Arbeitsstellen. Bei 6 Sektionen ergibt sich damit eine Systemzahl von 48
beziehungsweise 72 Systemen. Vorteilhafterweise werden die angetriebenen Walzen aller
entsprechender Walzenpaare der Faltungsstreckwerke einer Sektion mit einem Antrieb
angetrieben. Beispielhaft für die Walzenpaare WIII/W3 ist dies in Figur 5 dargestellt.
[0051] Die in Figur 5 dargestellte Sektion umfasst beispielsweise 8 Faltungsstreckwerke,
die jeweils eine angetriebene Walze WIII aufweisen. Die angetriebenen Walzen WIII
sind in zwei gleich große Gruppen, hier jeweils 4 angetriebene Walzen WIII umfassend,
eingeteilt. Die angetriebenen Walzen WIII jeder Gruppe werden durch einen Zahnriemen
8 angetrieben. Über einen Stirnradsatz 9 wird das Antriebsmoment eingeleitet. Die
Aufteilung in zwei Gruppen hat den Vorteil, dass gegenüber nur einer Gruppe die auf
den Zahnriemen 8 wirkenden Spannungen halbiert werden. Dies ist insbesondere beim
Antrieb einer größeren Zahl Walzen WIII aufgrund der erheblichen auftretenden Kräfte
aufgrund der Reibmomente der Riemchen RIII, R3 und des Walzenpaares WIII/W3 vorteilhaft.
[0052] Neben der hier dargestellten Ausführungsform mit 8 Faltungsstreckwerken ist auch
jede beliebige andere Anzahl an Faltungsstreckwerken denkbar, beispielsweise 6, 10
oder 12 Faltungsstreckwerke.
[0053] Um eine maximal mögliche Gleichmäßigkeit des das Faltungsstreckwerk verlassenden
Fasermaterials zu erhalten, ist es vorteilhaft, die die zweite Verzugszone V2 und
die dritte Verzugszone V3, in denen das Faserband gefaltet wird, begrenzenden Walzenpaare
WII/W2, WIII/W3 und WIV/W4 mit möglichst gleicher Umfangsgeschwindigkeit anzutreiben,
um so einen minimalen Verzug in den Faltungszonen zu realisieren. Dies lässt sich
zum Beispiel mit Hilfe der in den Figuren 6, 7 und 8 dargestellten Antriebskonzepte
realisieren. Hierbei werden die angetriebenen Walzen WII, WIII und WIV des zweiten
Walzenpaars WII/W2, des dritten Walzenpaars WIII/W3 und des vierten Walzenpaars WIV/W4
über einen gemeinsamen Antrieb M2 angetrieben und die angetriebene Walze WI des ersten
Walzenpaars WI/W1 und die angetriebene Walze WV des fünften Walzenpaars WV/W5 jeweils
über einen eigenen Antrieb M1 beziehungsweise M3. Die separaten Antriebe für die angetriebene
Walze WI des ersten Walzenpaares WI/W1 sowie die angetriebene Walze WV des fünften
Walzenpaares WV/W5 ist sinnvoll, da die Walzenpaare WI/W1, WII/W2, WIII/W3, WIV/W4,
WV/W5 des Doppelfaltungsstreckwerks mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen,
um die gewünschte Verstreckung des Fasermaterials zu erhalten. Um die Anzahl der Antriebe
zu reduzieren und nicht für jedes Streckwerk einen eigenen Motor vorhalten zu müssen,
sind, wie vorstehend bereits beschrieben, die Streckwerke vorzugsweise zu Sektionen
zusammengefasst, wobei jeweils alle sich entsprechenden angetriebenen Walzen der Streckwerke
einer Sektion jeweils von einem Motor angetrieben werden. Auch ist es möglich, alle
sich jeweils entsprechenden angetriebenen Walzen aller Sektionen von nur einem Motor
anzutreiben.
[0054] Bei der in Figur 6 dargestellten Ausführungsform werden alle langsam laufenden angetriebenen
Walzen WI des ersten Walzenpaares WI/W1 einer Sektion über eine Getriebestufe von
einem ersten Motor M1 angetrieben. Über ein zwischengeschaltetes Dreiwegegetriebe
11 werden die angetriebenen Walzen WII, WIII, WIV des zweiten Walzenpaares WII/W2,
des dritten Walzenpaares WIII/W3 und des vierten Walzenpaares WIV/W4 angetrieben.
Die unterschiedlichen Drehzahlen der angetriebenen Walzen WII und WIV können dabei
zum Beispiel durch die Zahnräder Z1, Z2, Z3 eines Zahnriemengetriebes erzeugt werden.
Die angetriebene Walze WIII des dritten Walzenpaares WIII/W3 wird zum Beispiel über
ein freies Wellenende des Dreiwegegetriebes 11 und den Stirnradsatz 9 angetrieben.
[0055] Die angetriebene Walze WV des fünften Walzenpaares WV/W5 wird mit einem dritten Motor
M3 angetrieben.
[0056] Auf diese Weise kann die Anzahl der Motoren M1, M2, M3 für jede Sektion auf drei
Motoren beschränkt werden. So ist es zum Beispiel möglich, die Spinnvorrichtungen
einer Spinnstrickmaschine, die 48 oder 72 Arbeitsstellen verteilt auf 6 Sektionen
enthält, mit lediglich 18 Motoren zu betreiben.
[0057] Ein weiteres Antriebskonzept ist in Figur 7 dargestellt.
[0058] Da für die Streckwerke eine Spinnstrickmaschine üblicherweise Servomotoren eingesetzt
werden und diese eine aufwendige Antriebsart darstellen, ist es vorteilhaft, die Anzahl
der Motoren weiter zu reduzieren.
[0059] Hierzu ist es zum Beispiel möglich, wie in Figur 7 dargestellt, alle angetriebenen
Walzen WI der ersten Walzenpaare WI/W1 sämtlicher Streckwerke der Maschine mit einem
gemeinsamen Motor M1 anzutreiben. In diesem Fall ist es zum Beispiel möglich, das
Antriebsmoment über Zahnräder ZI, die mit einem um die Maschine laufenden Zahnriemen
ZRI angetrieben werden und die mit Winkeltrieben WT1 verbunden sind, auf die angetriebenen
Walzen WI der ersten Walzenpaare WI/W1 einer Sektion zu leiten.
[0060] Entsprechend werden auch die angetriebenen Walzen WII, WIII und WIV der zweiten Walzenpaare
WII/W2, der dritten Walzenpaare WIII/W3 und der vierten Walzenpaare WIV/W4 angetrieben,
in dem von einem zentralen Motor M2 das Antriebsmoment über einen Zahnriemen ZRII
auf Zahnräder ZII und von diesen über einen Winkeltrieb WT2 an das Dreiwegegetriebe
11 übertragen wird, wobei auch bei diesem Antriebskonzept, wie bei dem in Figur 6
dargestellten, die angetriebenen Walzen WII, WIII, WIV des zweiten Walzenpaares WII/W2,
des dritten Walzenpaares WIII/W3 und des vierten Walzenpaares WIV/W4 mit dem Dreiwegegetriebe
11 verbunden sind.
[0061] Die angetriebenen Walzen WV der fünften Walzenpaare WV/W5 werden wie in Figur 6 dargestellt
mit einem Antrieb für jede Sektion angetrieben.
[0062] Eine dritte Alternative für ein geeignetes Antriebskonzept ist in Figur 8 dargestellt.
[0063] Im Unterschied zu der in Figur 7 dargestellten Ausführungsform werden bei der in
Figur 8 dargestellten Ausführungsform auch die angetriebenen Walzen WV aller fünften
Walzenpaare WV/W5 aller Sektionen der Maschine über einen gemeinsamen Motor M3 angetrieben,
wobei das Antriebsmoment auch hier über einen Zahnriemen ZRIII, ein Zahnrad ZIII und
einen Winkeltrieb WT3 an die angetriebenen Walzen WV des fünften Walzenpaares WV/W5
übertragen wird.
[0064] Um eine gleichmäßige Qualität des Produktes und eine gleichmäßige Garngleichmäßigkeit
zu erhalten, eigenen sich die üblicherweise eingesetzten Servomotoren nur bedingt,
da Servomotoren in der Regel schrittweise geregelt sind und daher der von einer Strickvorrichtung
vorgegebenen Geschwindigkeit nur bis zu einem gewissen Grad folgen, der von der Qualität
der Regelung abhängf. Aufgrund der sehr hohen Geschwindigkeit des fünften Walzenpaares
WV/W5 führen bereits geringste regelungsbedingte Abweichungen in der Geschwindigkeit
zu einer Ungleichmäßigkeit im Faserstrom. Dies führt dazu dass das mit der entsprechenden
Strickmaschine hergestellte Gestrick "unruhig" zu sein scheint.
[0065] Eine Verbesserung der Qualität lässt sich erzielen, wenn die angetriebenen Walzen
WV der fünften Walzenpaare WV/W5 durch eine Kombination aus Servoantrieb und Reluktanzantrieb
angetrieben werden.
[0066] Beim Anfahren der Maschine, das heißt beim Beschleunigen der Maschine, bis die Produktionsgeschwindigkeit
erreicht ist, werden die angetriebenen Walzen WV der fünften Walzenpaare WV/W5 durch
einen Servomotor angetrieben. Dieser kann aufgrund seiner Regelung die Geschwindigkeit
der fünften Walzenpaare WV/W5 an die Zunahme der Produktionsgeschwindigkeit anpassen.
Ab einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit der Maschine wird dann ein Reluktanzmotor
synchron eingetaktet. Der Servoantrieb wird abgeschaltet und der Servomotor des Servoantriebs
kann im Leerlauf mitlaufen. Während des Anfahrens können auch beide Motoren, d.h.
Servomotor und Reluktanzmotor, gemeinsam laufen. Durch den Servomotor wird ein Gleichlauf
mit der Strickmaschine erzwungen, während der Reluktanzmotor als Asynchronmaschine
mitläuft.
[0067] Sobald die Strickmaschine ihre Produktionsdrehzahl erreicht hat, kann der Reluktanzmotor
allein den Antrieb übernehmen.
[0068] Analog wird auch das Herunterfahren der Maschine gesteuert. In diesem Fall wird zunächst
der Servoantrieb wieder zugeschaltet und während des Herunterfahrens übernimmt der
Servomotor die Regelung, um einen Gleichlauf zu erhalten, während der Reluktanzmotor
mitläuft oder auch abgeschaltet werden kann. Sobald die Strickmaschine steht, wird
auch der Servomotor abgeschaltet.
[0069] Eine Stabilisierung des Verzugsvorgangs in der vierten Verzugszone V4 insbesondere
bei Höchstverzügen, bei denen ein Verzug um das 200- bis 400-fache erfolgt, lässt
sich erzielen, wenn das der mitlaufenden Walze W4 des vierten Walzenpaares WIV/W4
zugeordnete Riemchen R4 in einer minimalen Dicke ausgeführt wird. Bei derzeit handelsüblich
eingesetzten Riemchen ist das eine Dicke von 0,3 bis 0,7 mm. In Abhängigkeit vom Material
des Riemchens ist gegebenenfalls auch eine geringere Dicke realisierbar. Auch kann
es aus Stabilitätsgründen in Abhängigkeit vom Material gegebenenfalls notwendig sein,
das Riemchen in einer größeren Dicke auszuführen. Bevorzugt ist jedoch eine Dicke
im Bereich von 0,3 bis 0,7 mm.
[0070] Das um die treibende Walze WIV geführte Riemchen RIV ist mit einer größeren Dicke
ausgeführt, vorzugsweise im Bereich von 0,7 bis 1,2 mm. Eine solche Dicke entspricht
der für Riemchen in Streckwerken üblichen Dicke. In dem die treibende Walze WIV umlaufenden
Riemchen RIV ist - wie in Figur 9 dargestellt - vorzugsweise eine in Transportrichtung
des Fasermaterials verlaufende Vertiefung 12 eingebracht. Diese verläuft besonders
vorteilhaft mittig im Riemchen RIV. Der Querschnitt der Vertiefung 12 kann jede beliebige
Form annehmen, bevorzugt ist jedoch ein rechteckiger Querschnitt mit einer Tiefe von
0,1 bis 0,25 mm, beispielsweise 0,25 mm, und einer Breite von 5 bis 10 mm, beispielsweise
5 mm.
[0071] Zusammen mit dem die mitlaufende Walze W4 umlaufenden Riemchen R4 ergibt das faserführende
System den Charakter eines "Durchzugstreckwerks", das beider Langstapelverarbeitung,
zum Beispiel bei der Verarbeitung von Wolle, zum Einsatz kommt.
1. Doppelfaltungsstreckwerk umfassend fünf Walzenpaare (WI/W1, WII/W2, WIII/W3, WIV/W4,
WV/W5), wobei
- ein erstes (WI/W1), ein zweites (WII/W2), ein viertes (WIV/W4) und ein fünftes (WV/W5)
Walzenpaar im wesentlichen eine gleiche Ausrichtung der jeweiligen Achsen der Walzen
(WI, W1, WII, W2, WIV, W4, WV, W5) aufweisen und ein drittes Walzenpaar (WIII/W3),
das zwischen dem zweiten (WII/W2) und dem vierten (WIV/W4) Walzenpaar positioniert
ist, eine Achsrichtung aufweist, die senkrecht zur Achsrichtung der übrigen Walzenpaare
(WI/W1, WII/W2, WIV/W4, WV/W5) ausgerichtet ist,
- um jede Walze (WIII, W3) des dritten Walzenpaares (WIII/W3) und mindestens eine
der jeweiligen Walze (WIII, W3) zugeordnete Wendeschiene (WSIII, WS3) jeweils ein
Riemchen (RIII, R3) geführt ist und
- um jede Walze (WIV, W4) des vierten Walzenpaares (WIV/W4), eine Wendeschiene (WSIV-1,
WS4-1) vor und eine Wendeschiene (WSIV-2, WS4-2) hinter der jeweiligen Walze (WIV,
W4) ein Riemchen (RIV, R4) geführt ist.
2. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eine Walze (WI, WII, WIII, WIV, WV) eines Walzenpaares (WI/W1. WII/W2, WIII/W3,
WIV/W4, WV/W5) angetrieben ist und eine Walze (W1, W2, W3, W4, W5) mitläuft.
3. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei benachbarte Walzenpaare (WI/W1, WII/W2; WII/W2, WIII/W3; WIII, W3, WIV/W4;
WIV/W4, WV/W5) eine Verzugszone bilden, wobei eine erste Verzugszone V1 zwischen dem
ersten (WI, W1) und dem zweiten Walzenpaar (WII/W2) einen Verzug aufweist, der dem
Verzug einer Vorspinnmaschine vergleichbar ist, eine zweite Verzugszone (W2) zwischen
dem zweiten (WII/W2) und dem dritten (WIII/W3) Walzenpaar sowie eine dritte Verzugszone
(V3) zwischen dem dritten (WIII/W3) und dem vierten (WIV/W4) Walzenpaar jeweils Anspannverzüge
aufweisen und in einer vierten Verzugszone (V4) zwischen dem vierten (WIV/W4) und
dem fünften (WV/W5) Walzenpaar ein Hauptverzug realisiert ist.
4. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mitlaufenden Walzen (W1, W2, W4) des ersten, zweiten und vierten Walzenpaares
(WI/W1, WII/W2, WIV/W4) auf einem ersten Druckarm (D1) liegen und ein zweiter Druckarm
(D2) die mitlaufende Walze (W5) des fünften Walzenpaares (WV/W5) trägt.
5. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mitlaufende Walze (W3) des dritten Walzenpaares (WIII/W3) über einen Hebelarm
(6) mit einer Torsionswelle (7) verbunden ist.
6. Doppelfaltungsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Riemchen (RIV, R4) des vierten Walzenpaares (WIV/W4) eine unterschiedliche Dicke
aufweisen, wobei das die mitlaufende Walze (W4) des vierten Walzenpaares (WIV/W4)
umlaufende Riemchen (R4) eine geringere Dicke aufweist als das die treibende Walze
(WIV) des vierten Walzenpaares (WIV/W4) umlaufende Riemchen (RIV).
7. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in dem die treibende Walze (WIV) des vierten Walzenpaares (WIV/W4) umlaufenden Riemchen
(RIV) in der zum Faserstrom weisenden Oberfläche eine in Laufrichtung weisende Vertiefung
(12) ausgebildet ist.
8. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (12) mittig in dem die treibende Walze (WIV) des vierten Walzenpaares
(WIV/W4) umlaufenden Riemchen (RIV) ausgebildet ist.
9. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass um jede Walze (WI, W1) des ersten Walzenpaares (WI/W1) und mindestens eine der jeweiligen
Walze (WI, W1) zugeordnete Wendeschiene (WSI, WS1) jeweils ein Riemchen (RI, R1) geführt
ist.
10. Doppelfaltungsstreckwerk gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die angetriebenen Walzen (WII, WIII, WIV) des zweiten, dritten und vierten Walzenpaars
(WII/W2, WIII/W3, WIV/W4) an ein gemeinsames Getriebe (11) gekoppelt sind, wobei dem
Getriebe (11) ein Motor (M2) oder ein Antriebsstrang zugeordnet ist.
11. Spinnstrickmaschine umfassend mindestens zwei Doppelfaltungsstreckwerke gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Doppelfaltungsstreckwerke rund um die Spinnstrickmaschine
angeordnet sind.
12. Spinnstrickmaschine gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (M1, M2, M3) mehrerer angetriebener Walzen (WI, WII, WIII, WIV, WV) jeweils
entsprechender Walzenpaare (WI/W1, WII/W2, WIII/W3, WIV/W4, WV/W5) der Doppelfaltungsstreckwerke
zwei Gruppen umfasst, die durch Zahnriemen (8) miteinander verbunden sind, wobei eine
Getriebestufe (11; 9) beide Gruppen koppelt.
13. Spinnstrickmaschine gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (M3) des fünften Walzenpaares (WV/W5) einen Reluktanzantrieb und einen
Servoantrieb umfasst.
14. Verfahren zum Anfahren und Herunterfahren einer Spinnstrickmaschine gemäß Anspruch
13, dadurch gekennzeichnet, dass beim Anfahren der Spinnstrickmaschine die treibende Walze (W5) des fünften Walzenpaares
(WV/W5) zunächst mit dem Servoantrieb angetrieben wird, wobei der Reluktanzantrieb
mitlaufen kann oder bei einer vorgegebenen Drehzahl zugeschaltet wird und nach Erreichen
der Produktionsdrehzahl der Servoantrieb abschaltet wird und der Antrieb der treibenden
Walze (W5) des fünften Walzenpaares (WV/W5) über den Reluktanzantrieb erfolgt und
beim Herunterfahren der Spinnstrickmaschine zunächst der Servoantrieb zugeschaltet
wird, mit Reduktion der Produktionsdrehzahl der Antrieb der treibenden Walze (W5)
des fünften Walzenpaares (WV/W5) vom Servoantrieb übernommen wird und der Reluktanzantrieb
abschaltet wird.
1. Double-folding drafting unit, comprising five pairs of rollers (WI/W1, WII/W2, WIII/W3,
WIV/W4, WV/W5),
- a first (WI/W1), a second (WII/W2), a fourth (WIV/W4) and a fifth (WV/W5) pair of
rollers having essentially an identical orientation of the respective axes of the
rollers (WI, W1, WII, W2, WIV, W4, WV, W5), and a third pair of rollers (WIII/W3),
which is positioned between the second (WII/W2) and the fourth (WIV/W4) pair of rollers,
having an axial direction which is oriented perpendicularly to the axial direction
of the other pairs of rollers (WI/W1, WII/W2, WIV/W4, WV/W5),
- an apron (RIII, R3) being guided in each case around each roller (WIII, W3) of the
third pair of rollers (WIII/W3) and at least one reversing rail (WSIII, WS3) assigned
to the respective roller (WIII, W3), and
- an apron (RIV, R4) being guided around each roller (WIV, W4) of the fourth pair
of rollers (WIV/W4) and around a reversing rail (WSIV-1, WS4-1) in front of and a
reversing rail (WSIV-2, WS4-2) behind the respective roller (WIV, W4).
2. Double-folding drafting unit according to Claim 1, characterized in that in each case one roller (WI, WII, WIII, WIV, WV) of a pair of rollers (WI/W1, WII/W2,
WIII/W3, WIV/W4, WV/W5) is driven and one roller (W1, W2, W3, W4, W5) corotates.
3. Double-folding drafting unit according to Claim 1 or 2, characterized in that in each case two adjacent pairs of rollers (WI/W1, WII/W2; WII/W2, WIII/W3; WIII,
W3, WIV/W4; WIV/W4, WV/W5) form a drafting zone, a first drafting zone (V1) between
the first (WI, W1) and the second (WII/W2) pair of rollers having a draft which is
comparable to the draft of a roving machine, a second drafting zone (W2) between the
second (WII/W2) and the third (WIII/W3) pair of rollers and a third drafting zone
(V3) between the third (WIII/W3) and the fourth (WIV/W4) pair of rollers having in
each case tensioning drafts, and a main draft being implemented in a fourth drafting
zone (V4) between the fourth (WIV/W4) and the fifth (WV/W5) pair of rollers.
4. Double-folding drafting unit according to Claim 2 or 3, characterized in that the corotating rollers (W1, W2, W4) of the first, second and fourth pair of rollers
(WI/W1, WII/W2, WIV/W4) lie on a first pressure arm (D1), and a second pressure arm
(D2) carries the corotating roller (W5) of the fifth pair of rollers (WV/W5).
5. Double-folding drafting unit according to one of Claims 2 to 4, characterized in that the corotating roller (W3) of the third pair of rollers (WIII/W3) is connected to
a torsion shaft (7) via a lever arm (6).
6. Double-falding drafting unit according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the aprons (RIV, R4) of the fourth pair of rollers (WIV/W4) have a different thickness,
the apron (R4) which runs around the corotating roller (W4) of the fourth pair of
rollers (WIV/W4) having a smaller thickness than the apron (RIV) running around the
driving roller (WIV) of the fourth pair of rollers (WIV/W4).
7. Double-folding drafting unit according to Claim 6, characterized in that, in the apron (RIV) running around the driving roller (WIV) of the fourth pair of
rollers (WIV/W4), a depression (12) pointing in the running direction is formed in
the surface pointing towards the fibre stream.
8. Double-folding drafting unit according to Claim 7, characterized in that the depression (12) is formed centrally in the apron (RIV) running around the driving
roller (WIV) of the fourth pair of rollers (WIV/W4).
9. Double-folding drafting unit according to one of Claims 1 to 8, characterized in that an apron (RI, RI) is guided in each case around each roller (WI, WI) of the first
pair of rollers (WI/W1) and at least one reversing rail (WSI, WS1) assigned to the
respective roller (WI, W1).
10. Double-folding drafting unit according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the driven rollers (WII, WIII, WIV) of the second, third and fourth pair of rollers
(WII/W2, WIII/W3, WIV/W4) are coupled to a common gear (11), the gear (11) being assigned
a motor (M2) or a drive train.
11. spin-knitting machine, comprising at least two double-folding drafting units according
to one of Claims 1 to 10, the double-folding drafting units being arranged around
the spin-knitting machine.
12. Spin-knitting machine according to Claim 11, characterized in that the drive (M1, M2, M3) of a plurality of driven rollers (WI, WII, WIII, WIV, WV)
of in each case corresponding pairs of rollers (WI/W1, WII/W2, WIII/W3, WIV/W4, WV/W5)
of the double-folding drafting units comprises two groups which are connected to one
another by means of toothed belts (8), a gear stage (11; 9) coupling the two groups.
13. Spin-knitting machine according to Claim 12, characterized in that the drive (M3) of the fifth pair of rollers (WV/W5) comprises a reluctance drive
and a servo drive.
14. Method for starting up and running down a spin-knitting machine according to Claim
13, characterized in that, when the spin-knitting machine is being started up, the driving roller (W5) of the
fifth pair of rollers (WV/W5) is initially driven by means of the servo drive, in
which case the reluctance drive can corotate or is cut in at a stipulated rotational
speed and, after the production rotational speed is reached, the servo drive is switched
off and the drive of the driving roller (W5) of the fifth pair of rollers (WV/W5)
takes place via the reluctance drive, and, when the spin-knitting machine is being
run down, the servo drive is initially cut in, with reduction in the production rotational
speed, the drive of the driving roller (W5) of the fifth pair of rollers (WV/W5) is
assumed by the servo drive and the reluctance drive is switched off.
1. Banc d'étirage à double pliage, comprenant cinq paires de rouleaux (WI/W1, WII/W2,
WIII/W3, WIV/W4, WV/W5),
- une première (WI/W1), une deuxième (WII/W2), une quatrième (WIV/W4) et une cinquième
(WV/W5) paire de rouleaux présentant essentiellement une orientation identique des
axes respectifs des rouleaux (WI, W1, WII, W2, WIV, W4, WV, W5) et une troisième paire
de rouleaux (WIII/W3), qui est positionnée entre la deuxième (WII/W2) et la quatrième
(WIV/W4) paire de rouleaux présentant une direction axiale qui est orientée perpendiculairement
à la direction axiale des autres paires de rouleaux (WI/W1, WII/W2, WIV/W4, WV/W5),
- une courroie (RIII, R3) étant guidée autour de chaque rouleau (WIII, W3) de la troisième
paire de rouleaux (WIII/W3) et d'au moins un rail d'orientation (WSIII, WS3) associé
au rouleau respectif (WIII, W3) et
- une courroie (RIV, R4) étant guidée autour de chaque rouleau (WIV, W4) de la quatrième
paire de rouleaux (WIV/W4), autour d'un rail d'orientation (WSIV-1, WS4-1) avant le
rouleau respectif (WIV, W4) et d'un rail d'orientation (WSIV-2, WS4-2) derrière le
rouleau respectif (WIV, W4).
2. Banc d'étirage à double pliage selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans chaque cas un rouleau (WI, WII, WIII, WIV, WV) d'une paire de rouleaux (WI/W1,
WII/W2, WIII/W3, WIV/W4, WV/W5) est entraîné et un rouleau (W1, W2, W3, W4, W5) tourne
en même temps.
3. Banc d'étirage à double pliage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'à chaque fois deux paires de rouleaux adjacentes (WI/W1, WII/W2 ; WII/W2, WIII/W3
; WIII, W3, WIV/W4 ; WIV/W4, WV/W5) forment une zone d'étirage, une première zone
d'étirage V1 entre la première (WI, W1) et la deuxième (WII, W2) paire de rouleaux
présentant un étirage qui peut être comparé à l'étirage d'une machine à broches, une
deuxième zone d'étirage (W2) entre la deuxième (WII/W2) et la troisième (WIII/W3)
paire de rouleaux ainsi qu'une troisième zone d'étirage (V3) entre la troisième (WIII/W3)
et la quatrième (WIV/W4) paire de rouleaux présentant à chaque fois des étirages de
tensionnement et, dans une quatrième zone d'étirage (V4) entre la quatrième (WIV/W4)
et la cinquième (WV/W5) paire de rouleaux étant réalisé un étirage principal.
4. Banc d'étirage à double pliage selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que les rouleaux tournant en même temps (W1, W2, W4) de la première, deuxième et quatrième
paire de rouleaux (MI/W1, WII/W2, WIV/W4) sont situées sur un premier bras de pression
(D1) et un deuxième bras de pression (D2) porte le rouleau tournant en même temps
(W5) de la cinquième paire de rouleaux (WV/W5).
5. Banc d'étirage à double pliage selon l'une quelconque des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que le rouleau tournant en même temps (W3) de la troisième paire de rouleaux (WIII/W3)
est connecté à un arbre de torsion (7) par le biais d'un bras de levier (6).
6. Banc d'étirage à double pliage selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les courroies (RIV, R4) de la quatrième paire de rouleaux (WIV/W4) présentent une
épaisseur différente, la courroie (R4) tournant autour du rouleau (W4) tournant en
même temps de la quatrième paire de rouleaux (WIV/W4) présentant une plus faible épaisseur
que la courroie (RIV) entourant le rouleau d'entraînement (WIV) de la quatrième paire
de rouleaux (WIV/W4).
7. Banc d'étirage à double pliage selon la revendication 6, caractérisé en ce que dans la courroie (RIV) tournant autour du rouleau d'entraînement (WIV) de la quatrième
paire de rouleaux (WIV/W4), dans la surface tournée vers le flux de fibres, est réalisé
un renfoncement (12) orienté dans la direction d'avance.
8. Banc d'étirage à double pliage selon la revendication 7, caractérisé en ce que le renfoncement (12) est réalisé centralement dans la courroie (RIV) entourant le
rouleau d'entraînement (WIV) de la quatrième paire de rouleaux (WIV/W4).
9. Banc d'étirage à double pliage selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'autour de chaque rouleau (WI, W1) de la première paire de rouleaux (WI/W1) et d'au
moins un rail d'orientation (WSI, WS1) associé au rouleau respectif (WI, W1) est à
chaque fois guidée une courroie (RI, R1).
10. Banc d'étirage à double pliage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que les rouleaux entraînés (WII, WIII, WIV) de la deuxième, troisième et quatrième paire
de rouleaux (WII/W2, WIII/W3, WIV/W4) sont accouplées à une transmission commune (11),
un moteur (M2) ou une chaîne cinématique étant associé(e) à la transmission (11).
11. Métier à filer et tricoter comprenant au moins deux bancs d'étirage à double pliage
selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, dans lequel les bancs d'étirage
à double pliage sont disposés en rond autour du métier à filer et tricoter.
12. Métier à filer et tricoter selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'entraînement (M1, M2, M3) de plusieurs rouleaux entraînés (WI, WII, WIII, WIV,
WV) de paires de rouleaux respectives correspondantes (WI/W1, WII/W2, WIII/W3, WIV/W4,
WV/W5) des bancs d'étirage à double pliage comprend deux groupes qui sont connectés
l'un à l'autre par des courroies dentées (8), un étage de transmission (11 ;9) accouplant
les deux groupes.
13. Métier à filer et tricoter selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'entraînement (M3) de la cinquième paire de rouleaux (WV/W5) comprend un entraînement
à reluctance et un entraînement servocommandé.
14. Procédé pour mettre en route et arrêter un métier à filer et tricoter selon la revendication
13, caractérisé en ce que lors de l'avance du métier à filer et tricoter, le rouleau d'entraînement (W5) de
la cinquième paire de rouleaux (WV/W5) est d'abord entraîné avec l'entraînement servocommandé,
l'entraînement à reluctance pouvant tourner en même temps ou, en cas d'une vitesse
de rotation prédéfinie, étant branché, et après l'obtention de la vitesse de rotation
de production, l'entraînement servocommandé étant déconnecté et l'entraînement du
rouleau d'entraînement (W5) de la cinquième paire de rouleaux (WV/W5) s'effectuant
par le biais de l'entraînement à reluctance et en cas d'arrêt du métier à filer et
tricoter, l'entraînement servocommandé étant d'abord branché, avec réduction de la
vitesse de rotation de production, l'entraînement du rouleau d'entraînement (W5) de
la cinquième paire de rouleaux (WV/W5) étant repris par l'entraînement servocommandé
et l'entraînement à reluctance étant déconnecté.