[0001] Die Erfindung betrifft eine Einwickelvorrichtung und deren Arbeitsverfahren gemäß
den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 10.
[0002] Um Produkte z.B. aus der Metall-, Kunststoff-, Holz- oder Reifenindustrie vor Beschädigung
während des Transports und der Lagerung zu schützen, werden diese am Ende einer Fertigungsstraße
mit Verpackungsmaterialen wie Folien, Vliesstoffen, Krepppapier oder korrosionsvorbeugenden
Materialien eingewickelt. Um den Einwickelvorgang wirtschaftlich zu gestalten, werden
hierzu Einwickelmaschinen eingesetzt. Eine bekannte Einwickelvorrichtung,
DE 699 01 667 T2, weist eine ovale Führung eines Abwicklers einer Folienbahn von einer abzuwickelnde
Folienrolle auf, wobei es zum Einwickeln von Körpern mit durchgehenden Öffnungen,
wie etwa von Reifen oder Rollen von Metallbändern, sogenannten Coils, erforderlich
ist, den Abwickler durch die Öffnung hindurch steuern zu können, wozu die bekannte
Führung zweigeteilt sein muss, um durch die Öffnung im einzuwickelnden Körper hindurchgeführt
werden zu können.
[0003] Nachteilig an dieser bekannten Einwickelvorrichtung ist nicht nur der erhebliche
maschinentechnische Aufwand zur Erzeugung einer teilbaren Führung für einen Abwickler,
sondern ebenfalls die geringe Flexibilität des damit ausführbaren Einwickelverfahrens,
da dies beispielsweise bei sehr flachen Produkten zu einer deutlich kürzeren Strecke
führt, die die Rolle pro Umdrehung zurücklegen muss, wodurch dann nicht mehr gewährleistet
ist, dass die Zugspannung im Verpackungsmaterial aufrechterhalten werden kann, sodass
diese einbrechen kann woraufhin sich das Verpackungsmaterial unkontrolliert und spannungslos
unter Bildung von Falten und Taschen an den einzuwickelnden Körper anlegen muss.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einwickelvorrichtung und ein damit durchführbares
Arbeitsverfahren zur Verfügung zu stellen, die einen erheblich geringeren Bau- und
Betriebsaufwand erfordern, aber eine große Variabilität und Flexibilität beim Einwickeln
von Körpern beliebiger Abmessungen und unterschiedlichster Größenverhältnisse ermöglichen.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der Oberbegriffe
im Zusammenhang mit den technischen Merkmalen der kennzeichnenden Teile der Patentansprüche
1 und 10.
[0006] Mit der erfinderischen Einwickelvorrichtung lässt sich eine frei wählbare Umlaufbahn
eines Abwicklers einer Folienbahn von einer abzuwickelnden Folienrolle um einen einzuwickelnden
Körper herum oder durch eine Öffnung in einem solchen zu umwickelnden Körpers hindurch,
wie etwa ringförmige Produkte wie Reifen oder Coils, ermöglichen, da die Führung eines
Abwicklers über einen angeschlossene Prozessrechner zur Verfügung gestellt wird. Die
neue Einwickelvorrichtung ermöglicht es, die Bewegung eines Abwicklers individuell
der optimalen Umlaufbahn um einen zu umwickelnden Körper anzupassen, ebenso wie die
Möglichkeit besteht, den Abwickler auch direkt durch eine Öffnung im einzuwickelnden
Körper hindurchsteuern zu können.
[0007] Dadurch, dass die Führung von mindestens zwei separaten, einen Abwickler jeweils
mindestens in zwei Richtungen (x;y) innerhalb einer Ebene bewegen könnenden Bewegungssystemen
gebildet ist, jedes Bewegungssystem eine ansteuerbare Haltevorrichtung für einen Halteflansch
des Abwicklers aufweist und der Abwickler zwei separate Halteflansche besitzt und
die Einwickelvorrichtung einen Prozessrechner aufweist, mit dem die Führung des Abwicklers
entlang einer frei bestimmbaren Umlaufbahn erzeugbar ist und der Abwickler nach einem
Teilumlauf seiner Umlaufbahn von einem Bewegungssystem an das nächste Bewegungssystem
zu einem weiteren Teilumlauf übergebbar ist und mit allen Bewegungssystemen ein Vollumlauf
auf der Umlaufbahn erzeugbar ist, lässt sich eine Umlaufbahn wählen, die der Produktkontur
optimal angepasst ist, sodass auch sehr breite und sehr dünne Produkte eingewickelt
werden können, ohne dass eine Folienrolle unnötig lange Umlaufwege zurücklegen müsste
oder die Zugspannung in der Folienbahn einbricht.
[0008] Zudem fällt eine als gegenständliche Laufbahn ausgebildete Führung eines Abwicklers
vollständig weg, sodass dieser frei und auch durch Öffnungen in einem einzuwickelnden
Körper hindurchgesteuert werden kann.
[0009] Bei der erfinderischen Einwickelvorrichtung bestehen deswegen keine Einschränkungen
hinsichtlich der Produktgeometrie, da sich die Umlaufbahn optimal an diese anpassen
lässt, ebenso wie insgesamt die baulichen Abmessungen der Einwickelvorrichtung sehr
gering sind, ohne dass für besonders breite oder flache Produktgeometrien zusätzliche
bauliche Maßnahmen notwendig wären. Weiterhin lässt sich aufgrund der automatischen
Haltevorrichtungen auch ein Wechsel der Folienrolle einfach automatisieren. Diese
Vorrichtung besitzt also einen optimierten Verfahrweg um die Produktkontur und benötigt
dabei nur einen geringen Energieverbrauch bei reduzierten Verarbeitungszeiten unter
sichergestellter gleichbleibender Wickelmaterialspannung. Weiterhin ermöglicht die
erfinderische Einwickelvorrichtung das Steuern des Abwicklers mit der Folienrolle
durch relativ kleine Öffnungen in ein- oder zu umwickelnden Körpern.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich
mit und in Kombination aus den nachfolgenden Unteransprüchen. Gemäß einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht ein Bewegungssystem aus mindestens
zwei sich kreuzenden, relativ zueinander bewegbaren einachsigen Linearsystemen, wobei
diese etwa auf einem kreuztischartigen Verbindungsbauteil unter einem rechten Winkel
oder auch unter verstellbaren Winkeln angeordnet sind, sodass sich die Haltevorrichtungen
an den beiden Linearsystemen in zwei Richtungen innerhalb einer Ebene bewegen können,
wodurch die frei wählbare Umlaufbahn ermöglicht wird.
[0011] Vorteilhaft kann ein Bewegungssystem auch aus einem mehrachsigen Roboterarm bestehen
und können auch gleichzeitig unterschiedliche Bewegungssysteme bei einer Einwickelvorrichtung
zum Einsatz kommen, ebenso wie verschiedenen Einwickelvorrichtungen mit unterschiedlichen
Halte-, Greif- oder Kupplungsvorrichtungen mit den angepassten Halte- oder Kupplungsflanschen
ausgestattet sein können, sodass insgesamt mehrere Kinematiken und eine wahlfreie
Aufteilung der Verfahrwege möglich ist.
[0012] Bei einer vorteilhaften Anordnung von zwei Bewegungssystemen beidseitig eines einzuwickelnden
Körpers und einer Ausführungsform eines ersten Linearsystems als vertikale Ständersäulen
mit in senkrechter Y-Richtung verstellbaren zweiten, in horizontaler X-Richtung daran
verfahrbaren Linearsystems mit endseitiger Haltevorrichtung für einen Abwickler, lässt
sich ein Bewegungsablauf eines Arbeitsverfahrens verwirklichen, mit dem ein Abwickler
einer Folienbahn abwechselnd von einem Bewegungssystem an das andere Bewegungssystem
übergeben werden kann, welche jeweils eine Teilumlaufbahn einer abzuwickelnden Folienrolle
um einen zu umwickelnden Körper umlaufen, um nach Übergabe des Abwicklers entgegen
der Umlaufrichtung des Abwicklers diesem auf der anderen Seite des zu umwickelnden
Körpers wieder entgegenzukommen und wieder daran anzukuppeln, sodass nach dem Lösen
des jeweils vorherigen Bewegungssystems dieses ebenfalls den einzuwickelnden Körper
in entgegengesetzter Richtung umfährt, um den Abwickler auf der entgegengesetzten
Seite wieder zu übernehmen.
[0013] Besonders bevorzugt ist hier eine Ausführungsform, bei der die Haltevorrichtungen,
die Halteflansche und der Abwickler nur so große Außenabmessungen aufweisen, dass
sie noch durch enge Öffnungen eines einzuwickelnden Körpers hindurchsteuerbar und
die Übergabe entlang eines Übergabeweges 'xÜ' in, vor- und/ oder hinter einer Öffnung
eines einzuwickelnden Körpers durchführbar ist.
[0014] Die erfinderische Einwickelvorrichtung lässt sich vorteilhafterweise mit weiteren
Vorrichtung zur Bewegung des Abwicklers auch in weitere Raumrichtungen erweitern,
etwa in jeweils senkrechter Z-Richtung der Y-Säulen zu den beiden Hauptbewegungsrichtungen,
wozu dann noch die Drehung der einachsigen Linearsysteme um ihre eigenen Längsachsen
hinzukommen kann.
[0015] Bevorzugterweise lässt sich mindestens ein Bewegungssystem in eine Wechselposition
des Abwicklers zur Aufnahme einer neuen Folienrolle steuern, wodurch ein Folienwechsel
wesentlich schneller und sicherer durchführbar ist.
[0016] Nachfolgend werden die Einwickelvorrichtung und das Arbeitsverfahren anhand von Figuren
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Skizze einer Einwickelvorrichtung beim Einwickeln eines Coils,
- Fig. 2
- die Einwickelvorrichtung gemäß Fig. 1 beim Einwickeln eines flachen Körpers in einem
zweiten Verfahrenszustand, und
- Fig. 3
- die Einwickelvorrichtung gemäß Fig. 2 in einem dritten Verfahrenszustand.
[0017] Die beispielhaft dargestellte Einwickelvorrichtung besteht hier aus zwei separaten
Bewegungssystemen 7, die jeweils von zwei kreuzweise angeordneten einachsigen Linearsystemen
10;11 gebildet sind, von denen jeweils ein erstes Linearsystem 10 als vertikale Ständersäule
in einer senkrechten Y-Richtung fungiert und ein zweites Linearsystem 11 in horizontaler
X-Richtung verfahrbar daran angeordnet ist und wobei beide Bewegungssysteme 7 beidseitig
eines einzuwickelnden Körpers 5;6 angeordnet sind. Die zueinander gerichteten Stirnseiten
der horizontalen Linearsysteme 11 sind mit Haltevorrichtungen 8 ausgestattet, die
ihrerseits mit Halteflanschen 9 des Abwicklers 1 korrespondieren, sodass dieser über
eine von einem angeschlossenen Prozessrechner erzeugte Führung entlang einer frei
wählbaren Umlaufbahn 4 bewegbar ist und für eine Folienbahn 2 einer abzuwickelnden
Folienrolle 3 während des gesamten Einwickelvorgangs eine konstante Abzugsspannung
gewährleistet werden kann, ohne dass die Gefahr besteht, dass sich ein Teil der Folienbahn
nur unkontrolliert und spannungslos an den zu umwickelnden Körper 5;6 anlegen kann.
[0018] Von einem ersten Bewegungssystem 7, in den Figuren links dargestellt, wird ein Abwickler
1 während eines fortgesetzten Abwickelns einer Folienbahn 4 von einer Folienrolle
3 entlang einer ersten Teilumlaufbahn um einen einzuwickelnden Körper 5;6 bewegt und
am Ende der ersten Teilumlaufbahn an ein zweites Bewegungssystem 7, in den Figuren
rechts dargestellt, übergeben, welches den Abwickler 1 entlang einer zweiten Teilumlaufbahn
weiter um den einzuwickelnden Körper 5;6 herum bewegt, während das erste Bewegungssystem
7 um den einzuwickelnden Körper 5,6 zurück verfährt bzw. dem zweiten Bewegungssystem
7 zum Ende seiner zweiten Teilumlaufbahn entgegenkommt und dort den Abwickler 1 wieder
übernimmt, woraufhin das zweite Bewegungssystem um den einzuwickelnden Körper 5 zurück
und dem ersten Bewegungssystem zum Ende der ersten Teilumlaufbahn wieder entgegenfährt,
den Abwickler 1 erneut übernimmt, woraufhin sich das Arbeitsverfahren wiederholt.
[0019] Die Übergabe erfolgt dabei entlang eines Übergabebereichs 'xÜ' durch ein automatisches
Ankoppeln der übernehmenden Haltevorrichtung 8 an den jeweiligen Halteflansch 9 des
Abwicklers 1 und erst einem daran anschließenden Abkuppeln der jeweils anderen Haltevorrichtung
8 von dem entsprechenden Halteflansch 9 bei kontinuierlich weiterbewegtem Abwickler
1, sodass ein Zugspannungsverlust in der Folienbahn 2 sicher ausgeschlossen werden
kann.
[0020] Die Bewegungssysteme 7 können um beliebig gestaltete Körper 6 herum oder auch durch
mit Augen bzw. Öffnungen 12 versehene Körper 5 hindurchgesteuert werden, wobei eine
Übergabe des Abwicklers 1 auch innerhalb oder auch vor- und/ oder hinter einer Öffnung
12 erfolgen kann.
[0021] Die Bewegungsgeschwindigkeit vR des jeweils freien Bewegungssystems 7 entgegen der
Umfangsrichtung des Abwicklers 1 auf der Umlaufbahn 4 oder entlang einem freien Rücklaufweg
ist bei nur zwei Bewegungssystemen 7 zumindest bis kurz vor dem gegenseitigen Kontakt
der Haltevorrichtungen 8 des Linearsystems 11 mit dem Halteflansch 9 des Abwicklers
1 deutlich höher als die Umfangsgeschwindigkeit vU des Abwicklers 1, wobei sich die
Übergabe in einem Übergabebereich xÜ jeweils oberhalb und unterhalb eines Körpers
5 oder innerhalb und unterhalb eines Körpers 6 einstellt. Zur Konstanthaltung der
Abzugsspannung der Folienbahn 2 wird vom Abwickler 1 sein Bremsmoment proportional
zur Menge des Folienmaterials auf der Folienrolle 3 verändert, da mit einem konstanten
Bremsmoment die Zugspannung durch den geringer werdenden Radius der Folienrolle 3
während des Abwickelns unerwünschterweise ansteigen würde. Bei der Verwendung von
mehr als zwei Bewegungssystemen (7) kann die Rücklaufgeschwindigkeit vR und auch der
Rücklaufweg frei ausgewählt werden.
[0022] Wie in Fig. 1 dargestellt, können die Bewegungssysteme 7 mit zusätzlichen Freiheitsgraden
in Z-Richtung jeweils senkrecht zu den X- und Y- Richtungen bzw. senkrecht zur Blattebene
ausgestattet sein, ebenso wie die rechtwinkligen Linearsysteme 10;11 manuell oder
motorisch über die Drehwinkel α1 und α2 verschwenkbar oder die Linearsysteme 10;11
selber manuell oder motorisch um ihre Hochachsen β1 und β2 drehbar ausgeführt sein
können.
[0023] Bei der Verwendung von zwei oder mehr als zwei Bewegungssystemen 7 läuft das Verfahren
so ab, dass erstes Bewegungssystem 7 mit einem daran gehaltenen Abwickler 1, diesen
während eines fortgesetzten Abwickelns einer Folienbahn 2 von einer abzuwickelnden
Folienrolle 3 entlang einer ersten Teilumlaufbahn um einen einzuwickelnden Körper
5;6 bewegt und am Ende der ersten Teilumlaufbahn an ein weiteres Bewegungssystem 7
übergibt, welches den Abwickler 1 entlang einer weiteren Teilumlaufbahn weiter um
den einzuwickelnden Körper 5;6 herum führt, während das erste Bewegungssystem 7 um
den einzuwickelnden Körper 5;6 zurück verfährt und einem letzten Bewegungssystem 7,
bei zwei Bewegungssystemen dem Zweiten, bei vier dem Vierten, zum Ende seiner letzten
Teilumlaufbahn entgegen kommt und dann den Abwickler 1 wieder übernimmt, wobei das
jeweils vorher in Betrieb gewesene Bewegungssystem 7 nach Abgabe des Abwicklers 1
um seine Teilumlaufbahn oder auf einem anderen Weg um den einzuwickelnden Körper 5;6
zurück fährt und dem jeweils vorherigen Bewegungssystem 7 zum Ende dessen Teilumlaufbahn
entgegen kommt und den Abwickler 1 übernimmt, sodass dieser nach Durchlaufen aller
Teilumlaufbahnen aller Bewegungssysteme eine geschlossene Umlaufbahn 4 umfährt.
1. Einwickelvorrichtung mit einer Führung eines Abwicklers (1) einer Folienbahn (2) von
einer abzuwickelnden Folienrolle (3) entlang einer Umlaufbahn (4) um einen zu umwickelnden
Körper (5;6), dadurch gekennzeichnet, dass die Führung von mindestens zwei separaten, einen Abwickler (1) jeweils mindestens
in zwei Richtungen (x;y) innerhalb einer Ebene bewegen könnenden Bewegungssystemen
(7) gebildet ist, jedes Bewegungssystem (7) eine ansteuerbare Haltevorrichtung (8)
für einen Halteflansch (9) des Abwicklers (1) aufweist und der Abwickler (1) zwei
separate Halteflansche (9) besitzt, die Einwickelvorrichtung einen Prozessrechner
aufweist, mit dem die Führung des Abwicklers (1) entlang einer frei bestimmbaren Umlaufbahn
(4) erzeugbar ist und dass der Abwickler (1) nach einem Teilumlauf seiner Umlaufbahn
(4) von einem Bewegungssystem (7) an das nächste Bewegungssystem (7) zu einem weiteren
Teilumlauf übergebbar ist und mit allen Bewegungssystemen (7) ein Vollumlauf auf der
Umlaufbahn (4) erzeugbar ist.
2. Einwickelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bewegungssystem (7) mindestens aus zwei sich kreuzenden, relativ zueinander bewegbaren
einachsigen Linearsystemen (10; 11) besteht.
3. Einwickelvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die beiden Linearsysteme (10;11) eines Bewegungssystems (7) unter einem rechten
Winkel oder unter verstellbaren Winkeln (α1;α2) kreuzen.
4. Einwickelvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bewegungssystem (7) aus einem mehrachsigen Roboterarm besteht.
5. Einwickelvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Bewegungssysteme (7) beidseitig eines zu umwickelnden Körpers (5;6) angeordnet
sind.
6. Einwickelvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Linearsystem (10) eines Bewegungssystems (7) als vertikale Ständersäule
mit in senkrechter Y-Richtung verstellbarem zweiten Linearsystem (11) mit in horizontaler
X-Richtung verfahrbarer Haltevorrichtung (8) für einen Abwickler (1) ausgebildet ist.
7. Einwickelvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtungen (8) und der Abwickler (1) mit seinen Halteflanschen (9) durch
Öffnungen (12) eines einzuwickelnden Körpers (5) hindurchsteuerbar und die Übergabe
entlang eines Übergabeweges (xÜ) in, vor- und/ oder hinter einer Öffnung (12) des
einzuwickelnden Körpers (5) durchführbar ist.
8. Einwickelvorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungssysteme (7) mit weiteren Vorrichtungen zur Bewegung des Abwicklers (1)
auch in weitere Raumrichtungen ausgestattet sind.
9. Einwickelvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bewegungssystem (7) in eine Wechselposition des Abwicklers (1) zur
Aufnahme einer neuen Folienrolle (3) steuerbar ist.
10. Arbeitsverfahren einer Eiriwickelvorrichtung gemäß einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Bewegungssystem (7) mit einem daran gehaltenen Abwickler (1), diesen während
eines fortgesetzten Abwickelns einer Folienbahn (2) von einer abzuwickelnden Folienrolle
(3) entlang einer ersten Teilumlaufbahn um einen einzuwickelnden Körper (5;6) bewegt
und am Ende der ersten Teilumlaufbahn an ein weiteres Bewegungssystem (7) übergibt,
welches den Abwickler (1) entlang einer weiteren Teilumlaufbahn weiter um den einzuwickelnden
Körper (5;6) herum führt, während das erste Bewegungssystem (7) um den einzuwickelnden
Körper (5;6) zurück verfährt und einem letzten Bewegungssystem (7) zum Ende seiner
letzten Teilumlaufbahn entgegen kommt und den Abwickler (1) wieder übernimmt, woraufhin
das jeweils vorherige in Betrieb gewesene Bewegungssystem (7) nach Abgabe des Abwicklers
(1) um seine Teilumlaufbahn oder auf einem anderen Weg um den einzuwickelnden Körper
(5;6) zurück fährt und dem jeweils vorherigen Bewegungssystem (7) zum Ende dessen
Teilumlaufbahn entgegen kommt und den Abwickler (1) erneut übernimmt, sodass dieser
nach Durchlaufen aller Teilumlaufbahnen eine geschlossene Umlaufbahn (4) umfährt.
11. Arbeitsverfahren nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass die Übergabe durch ein automatisches Ankoppeln der Haltevorrichtung (8) an den Halteflansch
(9) des Abwicklers (1) und ein nachfolgendes Lösen der jeweils anderen Haltevorrichtung
(8) vom zweiten Halteflansch (9) des Abwicklers (1) erfolgt.
12. Arbeitsverfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Abwicklers (1) während der Übergabe entlang eines Übergabebereichs
xÜ konstant gehalten wird.
13. Arbeitsverfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Abwicklers (1) entlang der Teilumlaufbahnen konstant
gehalten oder variiert wird.
14. Arbeitsverfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtungen (8) der Bewegungssysteme (7) durch ein Auge oder eine Öffnung
(12) des zu umwickelnden Körpers (5) hindurchgesteuert werden und eine Übergabe innerhalb,
vor und/ oder hinter einer Öffnung (12) erfolgt.