(19)
(11) EP 2 869 945 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.11.2016  Patentblatt  2016/44

(21) Anmeldenummer: 13765617.9

(22) Anmeldetag:  03.07.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B21B 1/46(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE2013/000383
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2014/005575 (09.01.2014 Gazette  2014/02)

(54)

KONTINUIERLICH ARBEITENDE BANDGIESS- UND WALZANLAGE

CONTINUOUSLY OPERATING CASTING AND ROLLING SYSTEM

INSTALLATION DE COULÉE EN BANDE ET DE LAMINAGE FONCTIONNANT EN CONTINU


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 03.07.2012 DE 102012013425

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.05.2015  Patentblatt  2015/20

(73) Patentinhaber: SMS group GmbH
40237 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • EICHHOLZ, Hellfried
    31241 Ilsede (DE)
  • SPITZER, Karl-Heinz
    38678 Clausthal (DE)
  • KLAWITER, Sven
    31157 Sarstedt (DE)
  • SCHMIDT-JÜRGENSEN, Rune
    30659 Hannover (DE)

(74) Vertreter: Klüppel, Walter 
Hemmerich & Kollegen Patentanwälte Hammerstraße 2
57072 Siegen
57072 Siegen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 2 233 932
DE-A1-102007 056 192
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine kontinuierlich arbeitende Bandgieß- und Walzanlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Die Erfindung geht aus von einer Bandgieß- und Walzanlage, wie sie aus der DE 102007056191 A1 bekannt ist.

    [0003] Eine kontinuierlich arbeitende Bandgieß- und Walzanlage ist z. B, aus steel research 74 (2003), No, 11/12, page 724 - 731 bekannt. Insbesondere ist dieses als DSC-Verfahren (Direct-Strip-Casting) bekannte Herstellungsverfahren geeignet zur Herstellung von Warmband aus hochmanganhaltigem Leichtbaustahl.

    [0004] Bei diesem bekannten Verfahren wird die Schmelze aus einem Zulaufgefäß über eine Gießrinne und einen siphonartig als Gießdüse ausgebildeten Auslaufbereich einer Gießmaschine auf ein umlaufendes Gießband einer horizontalen Bandgießanlage aufgegeben. Durch intensive Kühlung des Gießbandes erstarrt die aufgegebene Schmelze zu einem Vorband mit einer Dicke im Bereich zwischen 6 - 20 mm. Nach der Durcherstarrung wird das Vorband einem Warmwalzprozess unterzogen.

    [0005] Das Gießen, Walzen und Aufwickeln des Stahlbandes erfordert von der Bandgießanlage, dass die Abnahme des gegossenen Stranges von der Gießmaschine mit sehr geringer Zugkraft, idealerweise mit einer Nullzugkraft, durchgeführt wird. Insbesondere neigen die bekannten hochmanganhaltigen Leichtbaustähle schon bei geringfügigen Bandzugspannungen, vor allem wenn das Band noch nicht durcherstarrt ist, zu Bandrissen, dies führt zu Anlagenstillstand und erhöhtem Reparaturaufwand.

    [0006] Allgemein sind Bandzugregelungen für kontinuierlich arbeitende Walzstraßen beispielsweise aus der DE 101 37 246 A1 oder der DE 26 18 901 C2 bekannt. Diese für kontinuierlich arbeitende Walzstraßen ausgelegten Vorrichtungen zur Bandzugregelung reichen jedoch nicht aus, den Bandzug zwischen Gießeinheit und der nachfolgenden Walzeinheit so zu steuern und auf so geringem Niveau zu halten, dass Bandrisse sicher vermieden werden können.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine kontinuierlich arbeitende Bandgieß- und Walzanlage anzugeben, mit der Bandrisse sicher vermieden werden können.

    [0008] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sowie eine Vorrichtung zum Erzeugen von Warmbändern sind Gegenstand von Unteransprüchen.

    [0009] Nach der Lehre der Erfindung sind zur Bandzugminimierung, die Gießeinheit und die nachfolgende Walzeinheit mechanisch entkoppelt, wobei zur Entkopplung mindestens eine mindestens zwei antreibbare Rollen aufweisende Treibereinheit zum Antreiben des Bandes zwischen Gießband und Walzeinheit angeordnet ist.

    [0010] Die erfindungsgemäße Bandgieß- und Walzanlage ist grundsätzlich für die Erzeugung von Warmbändern aus den verschiedensten metallischen Werkstoffen geeignet, insbesondere jedoch für hochmanganhaltigen Leichtbaustahl, der sehr empfindlich auf zu hohe Bandzugspannungen reagiert.

    [0011] Versuche zeigten, dass nur durch die erfindungsgemäße Entkopplung der Gießeinheit von der nachfolgenden Walzeinheit, der Bandzug wirksam geregelt und auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden kann.

    [0012] Die Betriebszeiten und damit die Wirtschaftlichkeit der Bandgießanlage können durch die erfindungsgemäße Entkopplung und Bandzugregelung deutlich gesteigert und damit die Instandhaltungskosten für die Bandgießanlage deutlich gesenkt werden.

    [0013] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird zusätzlich eine Entkopplung von Treibereinheit und Walzeinheit vorgenommen. Hierbei wird zur Entkopplung vorteilhaft eine pneumatisch betriebene als Looper arbeitende federnde Einheit eingesetzt.

    [0014] Die Treibereinheit ist erfindungsgemäß exzentrisch drehgelagert, wobei die Rollen der Treibereinheit im Wesentlichen parallel zur Strangnormalen während des Gieß- und Walzvorgangs in Gießrichtung oder entgegen der Gießrichtung versetzbar sind.

    [0015] Die Lagerstellen können entweder unterhalb der unteren oder oberhalb der oberen Rolle im Gestell der Treibereinheit liegen. Die Lagerung entspricht dabei einer Pendellagerung der Treibereinheit, wobei das "Pendel" (Treibereinheit) unten oder oben gelagert ist.

    [0016] Je nach Auslegung der Bandgieß- und Walzanlage können eine oder auch mehrere Treibereinheiten vorgesehen werden, die jeweils exzentrisch drehgelagert sind.

    [0017] Die einzelnen Treibereinheiten mit den Rollenpaaren können durch die erfindungsgemäße Lagerung Bewegungen mit- und entgegen der Gießrichtung ausführen. Die Treibereinheiten sind dabei erfindungsgemäß über Kraftmessdosen (Zug-Druck) gegen den Rahmen des Multirollenglättsystems abgestützt. Die aus der Krafteinwirkung resultierenden Bewegungen mit und gegen die Gießrichtung werden durch die Elastizität der Kraftmessdosen im Messbereich (Hughscher Bereich) auf wenige µm begrenzt. Hierdurch werden keine wirksamen Bewegungen in Richtung der Strangnormalen ausgeübt.

    [0018] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung sind insbesondere die oberen Rollen der Treibereinheiten mit Mänteln aus Kupfer versehen, um die Abkühlung an der Oberseite des erstarrenden Stranges zu beschleunigen.

    [0019] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:

    Figur 1 ein schematisch ausschnittweise dargestelltes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bandgieß- und Walzanlage und einer Bandzugregelung,

    Figur 21. alternatives Ausführungsbeispiel,

    Figur 32. alternatives Ausführungsbeispiel,

    Figur 43. alternatives Ausführungsbeispiel.



    [0020] Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachfolgenden Erläuterung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels ersichtlich. Dargestellt ist in Figur 1 ausschnittweise eine erfindungsgemäße Bandgieß- und Walzanlage mit einer den Bandzug minimierenden Bandzugregelung.

    [0021] In dieser ausschnittweisen Darstellung wird insbesondere der Anlagenbereich "Übergabe gegossenes Band vom Förderband zu den nachfolgenden Aggregaten" dargestellt.

    [0022] Die Bandgieß- und Walzanlage besteht aus einer hier nicht dargestellten Gießeinheit mit einem die Schmelze enthaltenden Zulaufgefäß mit einer horizontal liegenden Gießrinne und einem als Gießdüse ausgebildeten Auslaufbereich und einer zwei Umlenkrollen und ein umlaufendes gekühltes Förderband 1 aufweisenden Primärkühlzone und mindestens einer nachfolgenden aus mindestens zwei antreibbaren Walzen bestehenden Walzeinheit 4. Dargestellt ist hier die Umlenkrolle 2 des Förderbandes 1 an der Übergabeseite zur Walzeinheit 4.

    [0023] Erfindungsgemäß ist die Gießeinheit (Caster) und die nachfolgende Walzeinheit 4 mechanisch entkoppelt, wobei zur Entkopplung drei Treibereinheiten 3, 3', 3" mit je zwei Rollen zum Antreiben des gegossenen Bandes 5 zwischen Förderband 1 und Walzeinheit 4 angeordnet sind.

    [0024] Zusätzlich ist eine Entkopplung von Treibereinheit 3, 3', 3" und Walzeinheit 4 vorgesehen, wobei zur Entkopplung eine pneumatisch betriebene Hubeinrichtung 6, als Looper arbeitende federnde Einheit, eingesetzt ist.

    [0025] Die Minimierung des Bandzuges während des kontinuierlichen Bandgieß- und Walzprozesses geschieht mit der dargestellten Regelung wie folgt:

    [0026] Das gegossene Band 5 wird zunächst vom Förderband 1 mit der Mastergeschwindigkeit v0 abtransportiert. Die Auslaufgeschwindigkeit des Bandes 5 wird dabei von einem Tacho T0 gemessen und die Umfangsgeschwindigkeit der Treiberrollen wird auf T0 synchronisiert. Mit dieser Geschwindigkeit tritt das Band 5 in die Treibereinheiten 3, 3', 3" eines Multirollenglättsystems ein.

    [0027] Nach Einlaufen in das Rollenpaar der ersten Treibereinheit 3 wird die obere Rolle mit einer definierten Kraft auf das Band 5 abgesenkt. Durch vorhandene Unsynchronitäten zwischen Förderband 1 und Rollenpaar wird das Band 5 vom Förderband 1 gezogen oder abgebremst. Jetzt greift ein erster Regler ein und stellt die Rollenpaargeschwindigkeit so ein, dass das Rollenpaar keine Zug- bzw. Schubkräfte auf das gegossene Band 5 ausübt.

    [0028] Unsynchronitäten können beispielsweise durch unterschiedliche Rollendurchmesser (Verschleiß), durch unterschiedliche Anstellkräfte (Umformgrad) oder Schrumpfung durch Abkühlung des Bandes verursacht werden.

    [0029] Im folgenden senkt das Rollenpaar der zweiten Treibereinheit 3' auf das Band 5 ab. Auch hier ist wieder eine geringe Unsynchronität in den Geschwindigkeiten vorhanden. Diese Unsynchronität des zweiten Rollenpaares erzeugt an der ersten Treibereinheit 3 des ersten Rollenpaares eine Zug- bzw. Druckkraft. Diese Kraft wird mittels einer Kraftmesseinrichtung gemessen und ausgewertet. Die Treibereinheiten 3, 3', 3" sind dafür in einem Rahmengestell 8 angeordnet, wobei sich die jeweiligen Kraftmesseinrichtungen der Treibereinheiten 3, 3', 3" gegen dieses Rahmengestell 8 abstützen.

    [0030] Die Geschwindigkeit des zweiten Rollenpaares der Treibereinheit 3' wird jetzt durch eine weitere Regleinrichtung so eingestellt, dass sich hier eine Zugkraft von idealerweise 0N einstellt. Die Rollenpaare der dritten Treibereinheit 3" und alle eventuell weiteren Rollenpaare arbeiten analog zum zweiten Rollenpaar.

    [0031] Das erstarrende Band 5 verlässt jetzt die Treibereinheiten 3, 3', 3" des Multirollenglättsystems und wird von einer Pilotzug-Kaltstrang-Einrichtung 7 gezogen. Das letzte Rollenpaar hat ebenfalls eine Kraftmesseinrichtung an der Treibereinheit 3". Die Pilotzug-Kaltstrang-Einrichtung 7 stellt ebenfalls auf eine gemessene Zugkraft von ON am letzten Rollenpaar ein und zieht das Band 5 über die Hubeinrichtung 6 in die noch nicht angestellte Walzeinheit 4. Dargestellt ist als Walzeinheit 4 nur ein Walzgerüst, es können aber je nach Anforderung auch mehrere sein.

    [0032] Wenn das Band 5 in den noch offenen Walzspalt eingelaufen ist, wird der Looperbogen aufgebaut (Looper hebt an) und der Walzspalt wird zugefahren. Jetzt üben die Looperhöhe und die Walzengeschwindigkeit eine Krafteinwirkung auf das letzte Rollenpaar der Treibereinheit 3" des Multirollenglättsystems aus. Die Wirkung der Hubeinrichtung 6 und der Walzeinheit 4 auf die Kraftmessung an der Treibereinheit 3" des letzten Rollenpaares des Multirollenglättsystems wird über eine weitere Regeleinrichtung so eingestellt, dass sich auch hier eine Zugkraft von ON einstellt.

    [0033] Wenn die Walzeinheit 4 das Band 5 mit genügender Traktion gegriffen hat, wird die Pilotzug-Kaltstrang-Einrichtung 7 vom Strang ausgeklinkt.

    [0034] Als Looper für die Hubeinrichtung 6 werden entgegen der konventionellen Looper vorteilhaft pneumatische Zylinder mit sehr geringem Vordruck eingesetzt. Mit diesem System wird eine sehr weiche, selbst federnde Einheit aufgebaut. Die weiche selbst federnde Eigenschaft der Looper unterstützt die für die Herstellung von hochmanganhaltigen Leichtbaustählen geforderte Minimalzugkraft auf den Strang bzw. das erstarrende Band.

    [0035] Die Walzen der Walzeinheit 4 werden in einer vorteilhaften Weiterbildung über aktive hydraulische Stoßdämpfer auf den Strang aufgesetzt, damit die Einflüsse beim Eintauchen der Rollen in das Band 5 (Umformgrad) gemindert bzw. unterdrückt werden.

    [0036] Der entstehende Loopbogen verschafft der Walzgeschwindigkeitsregelung genügend Zeit, um eventuell entstehende Unsynchronitäten auszuregeln.

    [0037] Die Pilotzugeinrichtung 7 zieht das gegossene Band 5 schon mit der geforderten Kraft in das erste Walzgerüst der Walzeinheit 4, damit auch hier keine Kraftsprünge entstehen.

    [0038] Die Aufsetzgeschwindigkeit der Walzen wird mittels Einlauftachos vor dem Aufsetzen auf die Geschwindigkeit des einlaufenden Bandes 5 synchronisiert. Auch hierdurch wird eine Beeinflussung auf das Band 5 verhindert.

    [0039] Die Looperregelung kann entweder kraftgesteuert, höhengesteuert oder als physikalisches Loopermodell ausgelegt sein.

    [0040] Als Antriebe können z. B. Asynchronmotoren aber auch Gleichstrommotoren verwendet werden. Bei der Verwendung von Asynchronmotoren werden diese über Frequenzumrichter gespeist, wobei jeder Frequenzumrichter einen internen PID-Regler enthält.

    [0041] Die geforderte Zugkraft kann als Sollwert für die Pilotzug-Kaltstrang-Einrichtung 7 und die Zugkraft für die Walzeinheit 4 getrennt vorgegeben werden.

    [0042] Das Multirollenglättsystem mit den Treibereinheiten 3, 3', 3" ist erfindungsgemäß mit Überlagerungsgetrieben (Ü) starr mit dem Antrieb des Gießbandes 1 verbunden. Hierdurch werden auch sehr kurzfristige Schwankungen der Geschwindigkeit des gegossenen Bandes 5 auf das Multirollenglättsystem übertragen und es entstehen somit auch keine kurzfristigen Differenzgeschwindigkeiten zwischen Band 5 und Multirollenglättsystem mit den Treibereinheiten 3, 3',3".

    [0043] In Figur 2 ist ein alternatives Regelkonzept dargestellt. Gleiche Bezugszeichen entsprechen gleichen Bauteilen.

    [0044] In diesem Fall wird der Bandzug über eine weitere Kraftmessdose, die an dem Gestell der Gießeinheit (Castergestell) angebracht ist, gemessen. Die Kraftmessung zeigt die Reaktionskräfte der auf das Band aufgebrachten Zug- bzw. Schubkräfte direkt an. Dieser Messwert wird einem Regler zugeführt, welcher die Drehzahl eines Überlagerungsmotors (M) direkt regelt.

    [0045] Bei dieser Reglungsart ist es von Vorteil, die gemessenen Kräfte am Rahmengestell 8 der Treibereinheit und am Gestell der Gießeinheit (Caster) zu bilanzieren und die Differenz der beiden Messwerte auf ON zu regeln.

    [0046] In Figur 3 ist eine weitere Alternative gezeigt. Hier wird die Reaktionskraft des Castergestells über Kraftmesszellen einzeln oder als Summenkraft gemessen. Das Castergestell steht entweder auf diesen speziellen Kraftmesssystemen oder ist hängend an diesen befestigt. Auch hier wird direkt die Reaktionskraft des Castergestells auf 0N mit Hilfe des Überlagerungsantriebes ausgeregelt.

    [0047] In Figur 4 ist ein weiteres mögliches alternatives Regelkonzept dargestellt. Hier wird die Rolle von Tacho T0 als Minilooper eingesetzt. Die Rolle wird wenige Millimeter über die vorgegebene Passline angehoben. Die Biegung des gegossenen Bandes 5 muss hierbei gering gehalten werden, um eine etwaige Rissbildung zu vermeiden. Wenn das Förderband 1 das gegossene Band 5 durch die Treibereinheiten 3, 3', 3" schiebt, wird sich der entstandene "Looperbogen" tendenziell vergrößern. Wenn die Treibereinheiten 3, 3', 3" am Band 5 "ziehen", wird sich der "Looperbogen" verringern. Auch dieses Signal wird erfindungsgemäß zur Regelung des Überlagerungsgetriebes (Ü) benutzt.

    [0048] Zusammenfassend dienen die in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Regelkonzepte dazu, zwischen Gießeinheit und der davon erfindungsgemäß entkoppelten Treibereinheit 3, 3', 3", sowie zwischen Treibereinheit 3, 3', 3" und Walzeinheit 4 einen minimalen Zug (0N) einstellen zu können.
    Bezugszeichenliste
    Nr. Bezeichnung
    1 Förderband
    2 Umlenkrollen
    3, 3', 3" Treibereinheiten
    4 Walzeinheit
    5 gegossenes Band
    6 Hubeinrichtung (Looper)
    7 Pilotzug-Kaltstrang-Einrichtung
    8 Rahmengestell
    Ü Überlagerungsgetriebe
    T Tacho
    M Motor
    R Regler
    Z Pneumatikzylinder
    ZH Hydraulikzylinder
    F Kraftmessung
    S Walzspalt
    Lh Looperhöhe
    FI Looperkraft



    Ansprüche

    1. Kontinuierlich arbeitende Bandgieß- und Walzanlage mit einer Bandzugregelung bestehend aus einer Gießeinheit mit einem die Schmelze enthaltenden Zulaufgefäß mit einer horizontal liegenden Gießrinne und einem als Gießdüse ausgebildeten Auslaufbereich und einer zwei Umlenkrollen (2) und ein umlaufendes gekühltes Gießband (1) aufweisenden Primärkühlzone und mindestens einer nachfolgenden aus mindestens zwei antreibbaren Walzen bestehenden Walzeinheit (4),
    wobei
    zur Minimierung des Zuges auf das gegossene Band (5) die Gießeinheit und die nachfolgende Walzeinheit (4) mechanisch entkoppelt sind, wobei zur Entkopplung mindestens eine mindestens zwei antreibbare Rollen aufweisende Treibereinheit (3, 3', 3") zum Antreiben des Bandes (5) zwischen Gießband (1) und Walzeinheit (4) angeordnet ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Treibereinheit (3, 3', 3") exzentrisch drehgelagert ist, wobei die Rollen der Treibereinheit (3, 3', 3") im Wesentlichen parallel zur Längsachse des Bandes (5) während des Gieß- und Walzvorgangs in Gießrichtung oder entgegen der Gießrichtung, versetzbar sind.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Treibereinheiten (3, 3', 3") in einem Rahmengestell (8) angeordnet sind und die einzelnen Treibereinheiten (3, 3', 3") über Kraftmesseinrichtungen gegen das Rahmengestell (8) abgestützt sind.
     
    3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Antriebe des Gießbandes (1) und der Treibereinheit (3, 3', 3") mechanisch gekoppelt sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Kopplung durch Überlagerungsgetriebe (Ü) erfolgt.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet;
    dass zur Entkopplung von Treibereinheit (3, 3', 3") und Walzeinheit (4) eine Hubeinrichtung (6) für das Band (5) zwischengeschaltet ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Hubeinrichtung (6) als selbst federnde Einheit ausgelegt ist.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die federnde Einheit z. B. ein pneumatischer Zylinder ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Walzen der Walzeinheit (4) mit einem das Aufsetzen auf das Band (5) abfedernden Stoßdämpfer versehen sind.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Stoßdämpfer einstellbare, abschaltbare hydraulische Stoßdämpfer sind.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Antriebe Gleichstrommotoren sind.
     


    Claims

    1. Continuously operating strip casting and rolling plant with a strip tension regulation consisting of a casting unit with a feed vessel, which contains the melt, with a horizontally disposed runner and an outlet region formed as a casting nozzle and a primary cooling zone, which has two deflecting rollers (2) and an encircling cooled casting belt (1), and at least one downstream rolling unit (4) consisting of at least two drivable rollers,
    wherein for minimisation of the tension on the cast strip (5) the casting unit and the downstream rolling unit (4) are mechanically decoupled, and
    wherein for the decoupling at least one driver unit (3, 3', 3"), which comprises at least two drivable rollers, for driving the strip (5) is arranged between casting belt (1) and rolling unit (4),
    characterised in that the driver unit (3, 3', 3") is eccentrically mounted for rotation, wherein the rollers of the driver unit (3, 3', 3") are displaceable substantially parallel to the longitudinal axis of the strip (5) in casting direction or opposite to the casting direction during the casting and rolling process.
     
    2. Device according to claim 1, characterised in that the driver units (3, 3', 3") are arranged in a frame structure (8) and the individual drive units (3, 3', 3") are supported relative to the frame structure (8) by way of force measuring devices.
     
    3. Device according to one of claims 1 and 2, characterised in that the drives of the casting belt (1) and the driver unit (3, 3', 3") are mechanically coupled.
     
    4. Device according to claim 3, characterised in that the coupling is effected by a superposition transmission (Ü).
     
    5. Device according to any one of claims 1 to 4, characterised in that for the decoupling of driver unit (3, 3', 3") and roller unit (4) a stroke device (6) for the strip (5) is interposed.
     
    6. Device according to claim 5, characterised in that the stroke device (6) is designed as a self-cushioning unit.
     
    7. Device according to claim 6, characterised in that the cushioning unit is, for example, a pneumatic cylinder.
     
    8. Device according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the rolls of the rolling unit (4) are provided with a shock absorber cushioning touchdown on the strip (5).
     
    9. Device according to claim 8, characterised in that the shock absorbers are settable hydraulic shock absorbers which can be switched off.
     
    10. Device according to any one of claims 1 to 9, characterised in that the drives are direct current motors.
     


    Revendications

    1. Installation de laminoir et de coulée travaillant en continu munie d'un réglage de la tension de la bande, constituée par une unité de coulée comprenant une cuve d'entrée qui contient la masse fondue comportant une goulotte de coulée s'étendant en direction horizontale et une zone d'évacuation réalisée sous la forme d'une buse de coulée, et par une zone de refroidissement primaire qui présente deux poulies de renvoi (2) et une courroie de coulée (1) périphérique refroidie, et par au moins une unité de laminage ultérieure (4) constituée par au moins deux cylindres susceptibles d'être entraînés, dans laquelle, pour minimiser la tension qui s'exerce sur la bande coulée (5), l'unité de coulée et l'unité de laminage (4) qui la suit sont soumises à un découplage mécanique, au moins une unité d'entraînement (3, 3', 3") qui présente au moins deux cylindres susceptibles d'être entraînés pour l'entraînement de la bande (5) étant disposée, pour le découplage, entre la courroie de coulée (1) et l'unité de laminage (4), caractérisée en ce que l'unité d'entraînement (3, 3', 3") est montée en rotation dans une position excentrée, les rouleaux de l'unité d'entraînement (3, 3', 3") pouvant être décalés dans une position essentiellement parallèle à l'axe longitudinal de la bande (5) au cours du processus de coulée et de laminage, dans la direction de coulée ou à l'encontre de la direction de coulée.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que les unités d'entraînement (3, 3', 3") sont disposées dans un encadrement (8) et les unités d'entraînement individuelles (3, 3', 3") s'appuient via des mécanismes de mesure de force contre l'encadrement (8).
     
    3. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que les entraînements de la courroie de coulée (1) et de l'unité d'entraînement (3, 3', 3") sont couplés par voie mécanique.
     
    4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le couplage a lieu via des engrenages superposés (Ü).
     
    5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, pour le découplage de l'unité d'entraînement (3, 3', 3") et de l'unité de laminage (4), on intercale un mécanisme de levage (6) destiné à la bande (5).
     
    6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le mécanisme de levage (6) est conçu sous la forme d'une unité faisant ressort de sa propre initiative.
     
    7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'unité faisant ressort représente par exemple un cylindre pneumatique.
     
    8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les cylindres de l'unité de laminage (4) sont munis d'un dispositif amortissant les chocs qui amortit l'application sur la bande (5).
     
    9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que les dispositifs amortissant les chocs représentent des dispositifs amortissant les chocs, réglables, de type hydraulique, qui peuvent être mis hors circuit.
     
    10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que les entraînements sont des moteurs du type à courant continu.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente