[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufstecken oder Aufschießen von Ventilsäcken
auf einen Füllstutzen einer Fülleinrichtung, mit einem ortsfesten Maschinengestell,
an dem ein Aufsteckkopf gehalten ist, wobei der Aufsteckkopf eine bewegbare Greifereinrichtung
und eine Aufsteckeinrichtung umfasst und die Greifereinrichtung zum Ergreifen eines
Ventilsacks und Übergeben an die Aufsteckeinrichtung und der Aufsteckkopf zum Öffnen
eines Ventils eines Ventilsacks und zum Beschleunigen des Ventilsacks in einer Längsrichtung
zum Aufstecken auf einen Füllstutzen ausgebildet sind.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
WO 97/22522 A1 oder der
EP 2 197 749 B1 bekannt. Bei der in der
EP 2 197 749 B1 beschriebenen Vorrichtung ist zur Verarbeitung von unterschiedlichen Sackgrößen bzw.
Sackbreiten vorgesehen, dass die Aufsteckeinrichtung in Längsrichtung gegenüber der
Greifereinrichtung verstellbar angeordnet ist. Obwohl es wünschenswert ist, Ventilsäcke
mit unterschiedlichen Breiten auf ein und derselben Vorrichtung verarbeiten zu können,
besteht bei der genannten Lösung der Nachteil, dass eine komplizierte, verschiebbare
und damit störanfällige und kostenaufwendige Kopplung zwischen Aufsteck- und Greifeinrichtung
notwendig ist.
[0003] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine an sich bekannte gattungsgemäße
Vorrichtung dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Verarbeitung unterschiedlich
breiter Ventilsäcke in einfacherer Weise ermöglicht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Maßnahme gelöst, dass bei einer gattungsgemäßen
Vorrichtung der Aufsteckkopf in der Längsrichtung gesehen verschieblich an dem Maschinengestell
gehalten ist. Erfindungsgemäß ist somit nicht nur die Aufsteckeinrichtung, sondern
auch die Greifereinrichtung als insgesamt eine Einheit längsverschieblich an dem Maschinengestell
gehalten, so dass in einfacher Weise eine Anpassung an unterschiedlich breite Ventilsäcke
möglich ist, d.h. Ventilsäcke, die in Längsrichtung gesehen unterschiedliche Abmessungen
oder Breiten aufweisen. Durch die längsverschiebliche Halterung des Aufsteckkopfs
an dem Maschinengestell kann der Abstand der Aufsteckvorrichtung zu dem Füllstutzen
der Fülleinrichtung bzw. Packmaschine verändert und an unterschiedliche Sackbreiten
angepasst werden. Zur Verarbeitung von Ventilsäcken mit geringerer Breite wird der
Aufsteckkopf aus einer Ausgangsposition, in der die Verarbeitung von Ventilsäcken
mit einer größeren oder normalen Breite möglich ist, in Längs- oder Aufsteckrichtung
zu dem Füllstutzen hin verlagert, so dass ein geringerer Abstand zwischen Aufsteckkopf
und Füllstutzen erzielt wird. Zur Verarbeitung von Ventilsäcken mit größerer bzw.
durchschnittlicher oder normaler Breite wird der Aufsteckkopf in seine Ausgangsposition
zurückbewegt. Da die Greifereinrichtung gleichzeitig mit der Aufsteckeinrichtung bewegt
wird, braucht sie nicht an unterschiedliche Breitenabmessungen von Ventilsäcken angepasst
zu werden. Ein weiterer Vorteil der gleichzeitigen Bewegung beider Komponenten liegt
darin, dass die Übergabe eines von der Greifereinrichtung ergriffenen Ventilsacks
an die Aufsteckeinrichtung in jedem Falle an ein und derselben Relativposition erfolgt,
da sich die Relativposition zwischen Greifereinrichtung und Aufsteckeinrichtung nicht
verändert.
[0005] Zweckmäßigerweise ist der Aufsteckkopf für einen Aufsteckvorgang eines Ventilsacks
in Abhängigkeit von einer vorgegebenen Eigenschaft, etwa Länge oder Breite, des Ventilsacks
in eine von mehreren unterschiedlichen Längspositionen bringbar. Verschiedene, insbesondere
zwei verschiedene Längspositionen können entweder fest vorgegeben sein oder von einer
Steuerung für jeden Aufsteckvorgang bestimmbar sein, insbesondere in Abhängigkeit
von weiteren Parametern.
[0006] Die Greifereinrichtung kann einen um eine insbesondere parallel zur Längsrichtung
angeordnete Schwenkachse zwischen einer ersten Schwenkposition, in der ein Ventilsack
ergriffen werden kann, und einer zweiten Schwenkposition, in der ein ergriffener Ventilsack
an die Aufsteckeinrichtung übergeben werden kann, verschwenkbaren Greiferarm aufweisen.
[0007] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Greifereinrichtung einen
entlang einer insbesondere geradlinigen Führung verfahrbaren Greiferarm aufweist.
[0008] Bevorzugt ist vorgesehen, dass eine Ablagefläche zum Aufnehmen eines Ventilsacks
an dem Aufsteckkopf oder ortsfest an dem Maschinengestell angeordnet ist. Hierbei
kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass benachbart zu der Ablagefläche ein mit dem
Aufsteckkopf verbundener und mit diesem bewegbarer Positionierungsanschlag zum Positionieren
eines Ventilsacks in Längsrichtung angeordnet ist. Der quer zur Längsrichtung verlaufende
Positionierungsanschlag wird bei einer Längsverschiebung des Aufsteckkopfs gemeinsam
mit diesem bewegt, so dass ein zu ergreifender Ventilsack, der von einer Zuführeinrichtung
gegen den Positionierungsanschlag transportiert wurde, stets in ein und derselben
Relativposition zu dem Aufsteckkopf liegt.
[0009] Benachbart zu der Ablagefläche kann ein quer zu dem Positionierungsanschlag und quer
zur Längsrichtung angeordneter Greifanschlag angeordnet sein, der mit dem Aufsteckkopf
verbunden sein kann.
[0010] Es kann vorgesehen sein, dass benachbart zu der Ablagefläche eine mit dem Aufsteckkopf
verbundene und mit diesem bewegbare Positioniereinrichtung, die ein quer zur Längsrichtung
bewegbares Positionierelement aufweist, zur Ausrichtung eines Ventilsacks an dem Greifanschlag
angeordnet ist. Die Positioniereinrichtung dient dazu, die Ventilsäcke gezielt quer
zur Längsrichtung an den Greifanschlag zu schieben und so an diesem auszurichten.
Zu diesem Zweck weist die Positioniereinrichtung ein zu dem Greifanschlag paralleles
und quer zur Längsrichtung bzw. zu dem Greifanschlag und davon weg bewegbares Positionierelement
auf. Das Positionierelement kann sich parallel zur Ablagefläche über deren gesamte
in Längsrichtung verlaufende Länge erstrecken, oder aber nur über einen Teilbereich
dieser Länge. Bei teilweiser Erstreckung ist es zweckmäßig, wenn sich das Positionierelement
benachbart zu dem Positionierungsanschlag befindet, um auch kleinere Säcke sicher
erfassen und an den Greifanschlagschieben zu können.
[0011] Es kann vorgesehen sein, dass eine Zuführeinrichtung zum Zuführen gestapelter oder
vorvereinzelter, insbesondere geschuppt angeordneter, Ventilsäcke mit dem Maschinengestell
verbunden und ortsfest angeordnet ist. Die Zuführeinrichtung ist insbesondere zum
Zuführen von Ventilsäcken oder eines Stapels von Ventilsäcken gegen den Positionierungsanschlag
und gegen den Greifanschlag ausgebildet. Benachbart zu der Ablagefläche kann eine
Anhebeeinrichtung angeordnet sein, um einen auf der Ablagefläche befindlichen Ventilsack
anzuheben.
[0012] Der Aufsteckkopf kann über eine Linearführung an dem Maschinengestell gehalten sein
und beispielsweise auf einem Gestell angeordnet sein, das an der Linearführung gehalten
ist. Die Linearführung kann beispielsweise durch mehrere Langlöcher im Maschinengestell
oder in dem genannten Gestell realisiert sein.
[0013] Die Bewegungen der Greifereinrichtung und der Aufsteckeinrichtung können mechanisch
oder elektrisch gekoppelt sein, beispielsweise dadurch, dass ein erster Antrieb der
Greifeinrichtung und ein zweiter Antrieb der Aufsteckeinrichtung mechanisch oder elektrisch
gekoppelt sind. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Greifeinrichtung und die
Aufsteckeinrichtung mechanisch gekoppelt und von einem einzigen Antrieb angetrieben
sind. Hierfür bietet sich insbesondere ein von einer Steuerung angesteuerter Schrittmotor
an.
[0014] Die Aufsteckeinrichtung kann ein erstes in Längsrichtung antreibbares Andrückelement
aufweisen, um einen Ventilsack in Längsrichtung zu bewegen. Die Aufsteckeinrichtung
kann ein zweites, in Längsrichtung antreibbares oder passiv bewegbares Andrückelement
aufweisen, das in einem geringen Abstand von dem ersten Andrückelement angeordnet
ist und mit diesem zusammenwirken kann, wobei ein Ventilsack zwischen dem ersten und
dem zweiten Andrückelement aufnehmbar ist. Die Aufsteckeinrichtung kann ein drittes,
in Längsrichtung antreibbares oder passiv bewegbares Andrückelement aufweisen, das
mit dem ersten Andrückelement zusammenwirken und in unterschiedliche Abstände zu dem
ersten Andrückelement bringbar ist, etwa durch eine Schwenkbewegung um eine in Längsrichtung
verlaufende Schwenkachse, wobei ein Ventilsack zwischen dem ersten und dem dritten
Andrückelement aufnehmbar ist. Das erste, zweite und/oder dritte Andrückelement kann
eine Rollenbahn oder einen endlos umlaufenden Gurt oder Riemen umfassen.
[0015] Es kann eine Steuerung zum Steuern einer Längsbewegung des Aufsteckkopfs vorgesehen
sein, die zur Einstellung von mindestens zwei unterschiedlichen, fest vorgegebenen
oder von der Steuerung vorgebbaren Längspositionen des Aufsteckkopfs eingerichtet
ist. Die Steuerung kann mit einem Sensor zur Erfassung einer bestimmten Ventilsackeigenschaft,
wie etwa eine Längen- oder Breitenabmessung, verbunden sein, wobei in Abhängigkeit
von der erfassten Eigenschaft eine bestimmte Längsposition einstellbar ist.
[0016] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels, wobei auf eine Zeichnung Bezug genommen wird, in der
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Aufstecken
von Ventilsäcken in Zuordnung zu einer rotierenden Packmaschine mit Füllstutzen zeigt,
Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf die Vorrichtung zum Aufstecken von Ventilsäcken
zeigt, und
Fig. 3 bis 6 schematische Seitenansichten der Vorrichtung nach Fig. 2 in Längsrichtung
zeigen, wobei aufeinanderfolgende Phasen der Übergabe eines Ventilsacks an die Aufsteckeinrichtung
dargestellt sind.
[0017] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Draufsicht eine Füllanlage 2 zum Befüllen von
Ventilsäcken 12 mit einem fließfähigen Füllgut wie beispielsweise einem pulverförmigen
Material. Die Füllanlage 2 umfasst eine rotierende Packmaschine 4 mit einer Anzahl
von Füllstutzen 6 und eine Aufsteckvorrichtung 8 zum Aufstecken bzw. Aufschießen der
zu befüllenden Ventilsäcke. Die Packmaschine 4 dreht sich mit den Füllstutzen 6 um
eine senkrecht zur Darstellungsebene der Fig. 1 angeordnete Drehachse 10, während
die aufgesteckten Ventilsäcke 12 gefüllt werden. Die gefüllten Ventilsäcke 12 werden
auf eine nicht dargestellte Austrageeinrichtung abgelegt und transportiert. Die Aufsteckvorrichtung
8 ist in einer vorbestimmten Winkelposition oder Aufsteckposition der Packmaschine
4 bezüglich der Drehachse 10 angeordnet.
[0018] Wenn sich ein Füllstutzen 6 der Packmaschine 4 in einer Aufsteckposition befindet
und somit mit einer Längsrichtung 14 der Aufsteckvorrichtung 8 ausgerichtet ist, wird
mit der Aufsteckvorrichtung 8 ein leerer Ventilsack 12 auf den Füllstutzen 6 aufgesteckt.
Der Ventilsack durchläuft dabei eine Beschleunigungsphase in der Aufsteckvorrichtung
und eine kurze Flugphase nach Verlassen der Aufsteckvorrichtung bis zum Auftreffen
auf den Füllstutzen.
[0019] Zum Aufstecken von Ventilsäcken, die eine in Längsrichtung 14 gesehen unterschiedliche
Breite aufweisen, ist es zweckmäßig, wenn ein Teil der Aufsteckvorrichtung 8, nämlich
ein Aufsteckkopf mit einer Aufsteckeinrichtung und einer Greifereinrichtung und mit
einem Positionierungsanschlag für zugeführte Ventilsäcke, in Längsrichtung 14 gesehen
in unterschiedliche Positionen gebracht werden kann. Fig. 1 zeigt schematisch eine
erste Position A in einem bestimmten Abstand von einem Füllstutzen 6 in ausgezogenen
Linien und eine zweite Position B in einem geringeren Abstand von einem Füllstutzen
6 in gestrichelten Linien. Die zweite Position B, mit der eine kürzere Flugphase als
in Position A verbunden ist, eignet sich insbesondere zum Aufstecken von Ventilsäcken,
die eine in Längsrichtung 14 gesehen relativ geringere Breite aufweisen, verglichen
mit anderen Ventilsäcken größerer Breite, die bevorzugt in Position A des Aufsteckkopfs
zugeführt werden.
[0020] Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Aufsteckkopf 16 ist auf einem ortsfesten Maschinengestell
18, dessen Position relativ zu der Packmaschine 4 unveränderlich ist, in Längsrichtung
14 verschieblich gehalten, beispielsweise mittels einer Linearführung.
[0021] Auf dem Maschinengestell 18 ist weiterhin eine Ablagefläche 20 zur Aufnahme eines
Ventilsacks angeordnet, auf die ein Ventilsack entweder einzeln oder in Form eines
Stapels mehrerer Ventilsäcke von einer nicht näher dargestellten Zuführeinrichtung
abgelegt werden kann.
[0022] Fig. 2 und 3 zeigen weitere Einzelheiten der Aufsteckvorrichtung 8. Der in Längsrichtung
14 verschieblich auf dem Maschinengestell 18 verlagerbar gehaltene Aufsteckkopf 16
umfasst eine Aufsteckeinrichtung 22, eine bewegbare Greifereinrichtung 24 und einen
Positionierungsanschlag 26. Weiterhin ist an dem Maschinengestell 18 benachbart zu
der Ablagefläche 20 ein Greifanschlag 28 angeordnet. Ein zugeführter Ventilsack 12,
der auf der Ablagefläche 20 liegt, befindet sich mit einer Vorderkante 12a in Anlage
gegen den Positionieranschlag 26, so dass die Position des Ventilsacks in Bezug auf
die Längsrichtung 14 festgelegt ist, und mit einer Seitenkante 12b im Wesentlichen
in Anlage gegen den Greifanschlag 28, so dass abgesehen von gewissen Toleranzen eine
definierte Position des Ventilsacks gegeben ist, damit er von der Greifereinrichtung
24 ergriffen werden kann.
[0023] Benachbart zu der Ablagefläche 20 ist eine mit dem Aufsteckkopf verbundene und gegebenenfalls
mit diesem bewegbare Positioniereinrichtung angeordnet, die ein Positionierelement
29 aufweist, welches zur Ausrichtung eines Ventilsacks an dem Positionierungsanschlag
28 quer zur Längsrichtung 14 in einer Bewegungsrichtung 29a bewegbar ist. Die Positioniereinrichtung
dient dazu, die Ventilsäcke gezielt an den Positionierungsanschlag 28 zu schieben
und an diesem auszurichten.
[0024] Die Greifereinrichtung 24 umfasst einen bewegbaren Greifarm 30, der in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel um eine parallel zur Längsrichtung 14 angeordnete Schwenkachse
32 schwenkbar ist. An einem der Schwenkachse 32 gegenüberliegenden Ende weist der
Greifarm 30 zueinander bewegbare Klemmgreifelemente 34a, 34b auf, mit denen ein Randbereich
benachbart zur Seitenkante 12b eines Ventilsacks 12 klemmend ergriffen werden kann.
Die Klemmgreifelemente 34a, 34b können leistenförmig ausgebildet sein und sich im
Wesentlichen über die Länge der Seitenkante 12b erstrecken, oder es können mehrere
beabstandete Paare von Klemmgreifelementen vorgesehen sein.
[0025] Die Aufsteckeinrichtung 22 weist ein erstes Andrückelement 40 mit einem ersten endlos
umlaufenden Transportriemen 42 auf, der um Antriebs- oder Umlenkrollen 44, 46 geführt
ist, welche um Drehachsen 44a, 46a drehbar gelagert sind.
[0026] Die Aufsteckeinrichtung 22 weist ferner ein zweites Andrückelement 50 mit einem zweiten
endlos umlaufenden Transportriemen 52 auf, der um Umlenkrollen 54, 56 geführt ist,
die um Drehachsen 54a, 56a drehbar gelagert sind.
[0027] Die Aufsteckeinrichtung 22 weist schließlich ein drittes, bewegliches Andrückelement
60 auf, das um eine parallel zur Längsrichtung 14 angeordnete Schwenkachse 61 schwenkbar
gehalten ist, wie in Fig. 3 strichpunktiert angedeutet ist. Das dritte Andrückelement
60 weist einen dritten endlosen Transportriemen 62 auf, der um Umlenkrollen 64, 66
mit Drehachsen 64a, 66a geführt ist.
[0028] Zum Einbringen eines Ventilsacks in die Aufsteckeinrichtung 22 kann das dritte Andrückelement
60 in an sich bekannter Weise durch Schwenken um die Schwenkachse 62 von dem ersten
Andrückelement 40 wegbewegt werden. Anschließend kann ein von dem Greifarm 30 ergriffener
Ventilsack durch Schwenken des Greifarms 30 um die Schwenkachse 32 aus einer horizontalen
in eine vertikale Ausrichtung und in Anlage gegen das erste Andrückelement 40 gebracht
werden, woraufhin das dritte Andrückelement 60 durch Zurückschwenken um die Schwenkachse
62 gegen das erste Andrückelement 40 angelegt wird und der Ventilsack zwischen beiden
Andrückelementen gehalten ist.
[0029] Fig. 3 bis 6 erläutern dies. Fig. 3 zeigt einen Ausgangszustand, in dem ein Ventilsack
12 entweder vereinzelt oder als oberster Sack eines Stapels einerseits mit einer Vorderkante
12a gegen den Positionierungsanschlag 26 (Fig. 2) anliegt und andererseits mit einer
dazu senkrechten Seitenkante 12b gegen einen Greifanschlag 28 anliegt. Der Ventilsack
12 kann hierbei unmittelbar auf der Ablagefläche 20 oder auf einem anderen Ventilsack
aufliegen. Zum Ergreifen des Ventilsacks 12 wird zunächst eine Anhebeeinrichtung 70
betätigt, die einen Saugoder Nadelgreifer 72 aufweist und dazu dient, den Ventilsack
12 anzuheben und dabei gegebenenfalls von einem darunter befindlichen Ventilsack oder
Sackstapel zu vereinzeln. Wie Fig. 4 zeigt, wird der Ventilsack 12 dabei so weit angehoben,
dass eine zu ergreifende Seitenkante 12b oberhalb des Greifanschlags 28 liegt und
von der Greifereinrichtung 24 ergriffen werden kann. Der Greifarm 30 wird um die Schwenkachse
32 um etwa 90° aus seiner Ausgangslage nach Fig. 3 verschwenkt, bis die Klemmgreifelemente
34a, 34b oberhalb und unterhalb der Seitenkante 12b stehen.
[0030] Nach Schließen der Klemmgreifelemente 34a, 34b wird der Greifarm 30 um ca. 90° in
seine Ausgangslage gemäß Fig. 3 zurückgeschwenkt, so dass der Ventilsack 12 von dem
Greifarm 30 im Wesentlichen vertikal herabhängt. Der Ventilsack 12 befindet sich dabei
in unmittelbarer Nähe zu oder in Berührung mit dem ersten Andrückelement 40.
[0031] Anschließend wird das dritte Andrückelement 60 um die Schwenkachse 62 in seine Ausgangsstellung
nach Fig. 3 zurückgeschwenkt, so dass der Ventilsack 12 zwischen dem dritten Andrückelement
60 und dem ersten Andrückelement 40 klemmend gehalten ist, d.h. zwischen dem ersten
Transportriemen 42 und dem dritten Transportriemen 64. In dieser Stellung der Aufsteckeinrichtung
22 kann durch Antrieb eines der Andrückelemente, bevorzugt durch Antrieb des ersten
Andrückelements 40, der Ventilsack 12 in Längsrichtung 14 beschleunigt und auf den
in Längsrichtung 14 orientierten Füllstutzen 6 aufgesteckt oder aufgeschossen werden.
Das zweite Andrückelement 50 kann aktiv angetrieben sein oder durch Kontakt mit dem
ersten Andrückelement 40 in Bewegung gesetzt werden, wenn der Ventilsack in Längsrichtung
beschleunigt wird.
[0032] Wie Fig. 2 zeigt, ist der gesamte Aufsteckkopf 16 mit Aufsteckeinrichtung 22, Greifereinrichtung
24 und Positionierungsanschlag 26 in Längsrichtung 14 verschieblich auf dem Maschinengestell
18 gehalten und kann in bestimmten Positionen feststellbar sein, z.B. an den eingangs
genannten Positionen A und B, so dass eine Anpassung des Abstands zwischen einem Austrittsende
22a der Aufsteckeinrichtung 22 und einem Füllstutzen 6 an eine Breite eines aufzusetzenden
Ventilsacks 12 angepasst werden kann. Es kann zweckmäßig sein, wenn auch die Anhebeeinrichtung
70 mit dem Aufsteckkopf verbunden und in Längsrichtung 14 zusammen mit diesem bewegbar
ist.
Bezugszeichen
[0033]
- 2
- Fülleinrichtung
- 4
- Packmaschine
- 6
- Füllstutzen
- 8
- Aufsteckvorrichtung
- 10
- Drehachse
- 12
- Ventilsack
- 12a
- Vorderkante
- 12b
- Seitenkante
- 14
- Längsrichtung
- 16
- Aufsteckkopf
- 18
- Maschinengestell
- 20
- Ablagefläche
- 22
- Aufsteckeinrichtung
- 22a
- Austrittsende
- 24
- Greifereinrichtung
- 26
- Positionierungsanschlag
- 28
- Greifanschlag
- 29
- Positionierelement
- 29a
- Bewegungsrichtung
- 30
- Greifarm
- 31
- Schwenkachse
- 34a, 34b
- Klemmgreifelemente
- 40
- erstes Andrückelement
- 42
- erster Transportriemen
- 44, 46
- Antriebs-/Umlenkrolle
- 44a, 46a
- Drehachse
- 50
- zweites Andrückelement
- 52
- zweiter Transportriemen
- 54, 56
- Umlenkrolle
- 54a, 56a
- Drehachse
- 60
- drittes Andrückelement
- 62
- Schwenkachse
- 64
- dritter Transportriemen
- 66, 68
- Umlenkrolle
- 66a, 68a
- Drehachse
- 70
- Anhebeeinrichtung
- 72
- Saug- oder Nadelgreifer
- A
- erste Position
- B
- zweite Position
1. Vorrichtung zum Aufstecken von Ventilsäcken (12) auf einen Füllstutzen (6) einer Fülleinrichtung
(2), mit einem ortsfesten Maschinengestell (18), an dem ein Aufsteckkopf (16) gehalten
ist, wobei der Aufsteckkopf (16) eine bewegbare Greifereinrichtung (24) und eine Aufsteckeinrichtung
(22) umfasst und die Greifereinrichtung (24) zum Ergreifen eines Ventilsacks (12)
und Übergeben an die Aufsteckeinrichtung (22) und der Aufsteckkopf (16) zum Öffnen
eines Ventils eines Ventilsacks (12) und zum Beschleunigen eines Ventilsacks (12)
in einer Längsrichtung (14) zum Aufstecken auf einen Füllstutzen (6) ausgebildet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Aufsteckkopf (16) in der Längsrichtung (14) gesehen verschieblich an dem Maschinengestell
(18) gehalten ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifereinrichtung (24) einen um eine Schwenkachse (32) zwischen einer ersten
Schwenkposition, in der ein Ventilsack (12) ergriffen werden kann, und einer zweiten
Schwenkposition, in der ein ergriffener Ventilsack (12) an die Aufsteckeinrichtung
(22) übergeben werden kann, verschwenkbaren Greiferarm (30) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifereinrichtung einen entlang einer insbesondere geradlinigen Führung verfahrbaren
Greiferarm aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ablagefläche (20) zum Aufnehmen eines Ventilsacks (12) an dem Aufsteckkopf (16)
oder ortsfest an dem Maschinengestell (18) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu der Ablagefläche (20) ein mit dem Aufsteckkopf (16) verbundener und
mit diesem bewegbarer Positionierungsanschlag (26) zum Positionieren eines Ventilsacks
(12) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zuführeinrichtung zum Zuführen gestapelter oder vorvereinzelter Ventilsäcke
(12) mit dem Maschinengestell (18) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu der Ablagefläche (20) ein quer zu dem Positionierungsanschlag (26)
angeordneter Greifanschlag (28) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu der Ablagefläche (20) eine mit dem Aufsteckkopf (16) verbundene und
mit diesem bewegbare Positioniereinrichtung, die ein quer zur Längsrichtung bewegbares
Positionselement (29) aufweist, zur Ausrichtung eines Ventilsacks (12) an dem Greifanschlag
(28) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu dem Aufsteckkopf (16) eine Anhebeeinrichtung (70) zum Anheben eines
Ventilsacks (12) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anhebeeinrichtung (70) fest an dem Maschinengestell (18) angeordnet oder mit
dem Aufnahmekopf (16) zur verschieblichen Bewegung mit diesem verbunden ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufsteckkopf (16) über eine Linearführung an dem Maschinengestell (18) gehalten
ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufsteckkopf (16) und wahlweise auch die Anhebeeinrichtung (70) an einem Gestell
gehalten sind, das längsverschieblich an dem Maschinengestell (18) gehalten ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungen der Greifereinrichtung (24) und der Aufsteckeinrichtung (22) mechanisch
oder elektrisch gekoppelt sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Antrieb der Greifereinrichtung (24) und ein zweiter Antrieb der Aufsteckeinrichtung
(22) mechanisch oder elektrisch gekoppelt sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifereinrichtung (24) und die Aufsteckeinrichtung (22) mechanisch gekoppelt
und von einem einzigen Antrieb angetrieben sind.