[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Anordnung
eines Schaltungsträgers in einer bestimmten Lage relativ zu einem optischen System
einer Beleuchtungseinrichtung. Der Schaltungsträger weist mindestens eine darauf befestigte
Halbleiterlichtquelle auf. Ferner betrifft die Erfindung auch eine Beleuchtungseinrichtung
mit einem optischen System und einem nach diesem Verfahren relativ zu dem optischen
System angeordneten Schaltungsträger.
[0002] Zur Erzeugung vorgegebener lichttechnischer Funktionen von Beleuchtungseinrichtungen
(z.B. Scheinwerfern oder Heckleuchten in Kraftfahrzeugen), die Halbleiterlichtquellen
verwenden, ist eine hochgenaue Positionierung und Ausrichtung der lichtemittierenden
Bereiche der Halbleiterlichtquellen relativ zu dem restlichen optischen System (z.B.
einem Reflektor) der Beleuchtungseinrichtung von großer Bedeutung. So ist bspw. aus
der
WO 2014/153576 A1 ein Verfahren zur kameragesteuerten hochgenauen Platzierung von Halbleiterlichtquellen
(Leuchtdioden, LEDs) auf einem Schaltungsträger bekannt. Dabei wird nicht die äußere
Kontur der LEDs erfasst und zum Platzieren der LEDs auf dem Schaltungsträger herangezogen.
Stattdessen wird der lichtemittierende Bereich der LED erfasst und anhand von dessen
Position die LED auf dem Schaltungsträger platziert und anschließend elektrisch kontaktiert.
Das hat den Vorteil, dass unabhängig von Toleranzen bei der Anordnung des lichtemittierenden
Bereichs auf der restlichen LED der lichtemittierende Bereich stets in einer vorgegebenen
Position auf dem Schaltungsträger angeordnet ist.
[0003] In einem nachfolgenden Montageschritt wird dann der Schaltungsträger mit der oder
den darauf montierten LEDs in dem optischen System einer Beleuchtungseinrichtung angeordnet
und dort befestigt. Dazu weist der Schaltungsträger Referenzpunkte oder Markierungen
auf, die relativ zu mindestens einem entsprechenden Referenzbereich des optischen
Systems angeordnet werden. Aufgrund des aus der
WO 2014/153576 A1 bekannten hochgenauen Platzierungsverfahrens der LEDs auf dem Schaltungsträger sind
die lichtemittierenden Bereiche der LEDs somit auch genauer bezüglich des restlichen
optischen Systems angeordnet. Allerdings führt die rein mechanische Positionierung
des Schaltungsträgers in dem optischen System zu Ungenauigkeiten.
[0004] Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, die Genauigkeit bei der Positionierung und Ausrichtung von lichtemittierenden
Flächen von Halbleiterlichtquellen relativ zu einem optischen System einer Beleuchtungseinrichtung
zu verbessern.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von dem Verfahren der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, dass mindestens ein lichtemittierender Bereich der mindestens einen
Halbleiterlichtquelle optisch erfasst wird, der optisch erfasste mindestens eine lichtemittierende
Bereich zur Ermittlung einer Ist-Lage des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich des optischen Systems ausgewertet wird,
eine Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs in Bezug auf den mindestens
einen Referenzbereich des optischen Systems vorgegeben wird, die ermittelte Ist-Lage
mit der vorgegebenen Soll-Lage zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen
lichtemittierenden Bereichs der mindestens einen Halbleiterlichtquelle relativ zu
dem optischen System verglichen wird, und eine Relativbewegung des Schaltungsträgers
relativ zu dem optischen System zur Verringerung, vorzugsweise zur Minimierung der
Lagedifferenz ausgeführt wird.
[0006] Es wird also vorgeschlagen, den Schaltungsträger mit der Halbleiterlichtquelle, insbesondere
den lichtemittierenden Bereich der Halbleiterlichtquelle, sowie zumindest einen Teil
des optischen Systems bspw. mittels einer Kamera optisch zu erfassen. Bevorzugt wird
ein Referenzbereich des optischen Systems erfasst. Durch Auswerten der aufgenommenen
Bilder kann die Ist-Lage (Position und Ausrichtung) des lichtemittierenden Bereichs
der Halbleiterlichtquelle relativ zu dem Referenzbereich ermittelt werden. Eine entsprechende
Soll-Lage ist vorgegeben. Diese wurde zuvor rechnerisch oder anhand von praktischen
Versuchen an Prototypen des optischen Systems oder durch Simulation mit Hilfe eines
geeigneten Simulationstools ermittelt. Durch einen Vergleich der Soll-Lage mit der
Ist-Lage kann eine Lagedifferenz ermittelt werden. Eine Relativbewegung des Schaltungsträgers
mit dem lichtemittierenden Bereich einerseits und des restlichen optischen Systems
andererseits kann so ausgeführt werden, dass die Lagedifferenz minimiert wird. Vorzugsweise
wird die Lage des Schaltungsträgers relativ zu dem restlichen optischen System genau
auf die Soll-Lage eingestellt.
[0007] Die Relativbewegung zwischen lichtemittierendem Bereich der Halbleiterlichtquelle
und dem Referenzbereich des optischen Systems umfasst bspw. ein Verschieben in der
Flächenerstreckung (in einer XY-Ebene) des lichtemittierenden Bereichs sowie eine
Drehung um eine dazu senkrecht stehende Achse (um eine Z-Achse). Es ist denkbar, dass
die Unterseite bzw. eine untere Wandung des Reflektors in der XY-Ebene gleichzeitig
eine Auflagefläche für die Halbleiterlichtquelle bildet. Dazu ist die Unterseite der
unteren Wandung des Reflektors vorzugsweise eben und ohne Stufen oder Wölbungen ausgebildet.
Damit kann der lichtemittierende Bereich mit einer Genauigkeit von etwa +/- 50 µm
relativ zu dem optischen System bspw. in Form eines Reflektors bzw. dessen Reflexionsfläche
positioniert und ausgerichtet werden.
[0008] Ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass auf eine aufwendige
und teure Platzierung von Halbleiterlichtquellen auf einem Schaltungsträger verzichtet
werden kann. Es kann ein einfaches und kostengünstiges Verfahren verwendet werden.
Die gewünschte hohe Genauigkeit zwischen lichtemittierendem Bereich der Halbleiterlichtquellen
und dem restlichen optischen System wird - unabhängig von der Platzierung der Halbleiterlichtquellen
auf dem Schaltungsträger - anschließend im Rahmen der Anordnung des Schaltungsträgers
relativ zu dem optischen System realisiert. Somit kann mit geringerem Aufwand und
geringeren Kosten eine verbesserte Positionierungsgenauigkeit der Halbleiterlichtquellen
relativ zu dem optischen System realisiert werden.
[0009] Die Lage des lichtemittierenden Bereichs kann bspw. mittels Kantendetektion ermittelt
werden. Zur Verbesserung der Detektion ist es denkbar, entweder die Halbleiterlichtquelle
während des optischen Erfassens zu aktivieren, damit der lichtemittierende Bereich
Licht aussendet, oder aber bei ausgeschalteter Halbleiterlichtquelle die lichtemittierende
Fläche von außerhalb mit Licht anzustrahlen, welches ein Konvertermaterial des lichtemittierenden
Bereichs zum Aussenden von Licht anregt. So kann bspw. bei Verwendung von Phosphor
als Konvertermaterial dieses durch Anstrahlen mit blauem Licht zum Aussenden von gelbem
Licht angeregt werden.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst das optische System
einen Reflektor. Der Schaltungsträger wird relativ zu einer Reflexionsfläche des Reflektors
lagegenau angeordnet und ggf. befestigt. Die Reflexionsfläche ist die lichttechnisch
wirksame Fläche des Reflektors. Der Referenzbereich ist vorzugsweise außerhalb der
Reflexionsfläche angeordnet, um die lichttechnischen Eigenschaften des Reflektors
nicht zu beeinträchtigen.
[0011] Es wird vorgeschlagen, dass der Reflektor durch eine geeignete Haltevorrichtung aufgenommen
bzw. daran befestigt wird. Die Position des Reflektors im dreidimensionalen Raum wird
durch mechanisches Anlegen eines Referenzbereichs des Reflektors an eine geeignete
Zustelleinrichtung definiert, deren Position im Raum bekannt ist. Über die Position
der Zustelleinrichtung im Raum ist also die Position des Reflektors im Raum bestimmt.
Eine Kamera erfasst einen lichtemittierenden Bereich der Halbleiterlichtquelle, bspw.
eine LED-Abstrahloberfläche bzw. dort vorhandenes Konvertermaterial, und ermittelt
die Ist-Lage des lichtemittierenden Bereichs in Bezug auf den Referenzbereich des
Reflektors. Eine Soll-Lage des lichtemittierenden Bereichs in Bezug auf den Referenzbereich
ist vorgegeben. Durch eine Relativbewegung zwischen dem Schaltungsträger und dem Referenzbereich
kann eine Lagedifferenz zwischen der Ist-Lage und der Soll-Lage minimiert werden,
vorzugsweise können die beiden Teile (Schaltungsträger und Referenzbereich) sogar
in die vorgegebene Soll-Lage relativ zueinander gebracht werden.
[0012] Die Halbleiterlichtquelle ist vorzugsweise eine Leuchtdiode (LED), besonders bevorzugt
eine oberflächenmontierte (SMD) Leuchtdiode, die mittels eines SMT (Surface-Mounted-Technology)-Verfahrens
auf dem Schaltungsträger montiert wurde. Die Leuchtdiode umfasst vorzugsweise nur
einen lichtemittierenden Bereich (sog. LED-Chip), kann aber auch mehrere lichtemittierende
Bereiche (LED-Chips) aufweisen. Wenn die LED mehrere LED-Chips aufweist, ist jeder
der LED-Chips einem bestimmten Reflektorbereich oder Reflektorabschnitt oder aber
einer bestimmten Reflektorkammer zugeordnet. Die Reflektorbereiche, Reflektorabschnitte
bzw. Reflektorkammern können relativ zu dem jeweils zugeordneten LED-Chip justiert
werden. Der Schaltungsträger ist bspw. zumindest teilweise aus einem Metall, insbesondere
Aluminium, gefertigt. Selbstverständlich kann er auch aus einem anderen Material,
bspw. FR4, gefertigt sein.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der
mindestens eine Referenzbereich integraler Bestandteil eines Teils des optischen Systems
ist, dass dieses Teil des optischen Systems durch ein mindestens ein Werkzeugteil
umfassendes Werkzeug hergestellt wird und dass dieses Teil des optischen Systems und
der Referenzbereich durch dasselbe Werkzeugteil hergestellt werden. Wenn das Teil
des optischen Systems ein Reflektor ist, bedeutet dies, dass der mindestens eine Referenzbereich
integraler Bestandteil des Reflektors ist, dass der Reflektor durch ein mindestens
ein Werkzeugteil umfassendes Werkzeug hergestellt wird und dass der Reflektor und
der Referenzbereich durch dasselbe Werkzeugteil hergestellt werden. Dies hat den Vorteil,
dass eine Abnutzung des Werkzeugteils für das Teil des optischen Systems und den Referenzbereich
in etwa in gleichem Umfang erfolgt. Eine Abnutzung des Werkzeugteils wirkt sich also
auf beide Teile gleichermaßen aus. Dadurch kann die lagerichtige Anordnung des Schaltungsträgers
relativ zu dem optischen System selbst bei Fertigungstoleranzen aufgrund einer Abnutzung
des Werkzeugs sichergestellt werden.
[0014] Zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens schlägt die Erfindung auch eine
entsprechende Vorrichtung vor. Diese ist gekennzeichnet durch
- mindestens eine Kamera zum optischen Erfassen mindestens eines lichtemittierenden
Bereichs der mindestens einen Halbleiterlichtquelle,
- Mittel zum Auswerten des optisch erfassten mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
und zur Ermittlung einer Ist-Lage des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs,
- ein Speicherelement zum Abspeichern einer Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich des optischen Systems,
- Mittel zum Vergleichen der ermittelte Ist-Lage mit der vorgegebenen Soll-Lage und
zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
der mindestens einen Halbleiterlichtquelle relativ zu dem optischen System, und
- Mittel zum Ausführen einer Relativbewegung des Schaltungsträgers relativ zu dem optischen
System zur Verringerung, vorzugsweise zur Minimierung der Lagedifferenz.
[0015] Vorteilhafterweise sind die Mittel zum Auswerten und/oder die Mittel zum Vergleichen
als Software realisiert, die auf einem Rechengerät der Vorrichtung abläuft. Das Rechengerät
kann ein Mikroprozessor, ein Mikrocontroller oder ein herkömmlicher Personal Computer
sein, auf dem die erforderliche Software abläuft, um die optisch erfassten Abbilder
des lichtemittierenden Bereichs auszuwerten und um die Ist-Lage des lichtemittierenden
Bereichs relativ zu dem optischen System mit der entsprechenden vorgegebenen Soll-Lage
zu vergleichen. Das Rechengerät mit der darauf ablaufenden Software stellt somit die
Steuerung der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar. An das Rechengerät können die Kamera
sowie eine Justierreinrichtung angeschlossen sein. Die Kamera erfasst auf Befehl der
Steuerung Bilder von dem lichtemittierenden Bereich der Halbleiterlichtquelle und
auch von dem Referenzbereich des optischen Systems und liefert entsprechende Bilddaten
an das Rechengerät zurück. Dort werden die Bilddaten ausgewertet, um die Ist-Lage
des lichtemittierenden Bereichs relativ zu dem Referenzbereich zu ermitteln.
[0016] In einem Speicherbereich des Rechengeräts kann die vorgegebene Soll-Lage abgespeichert
sein. Durch einen Vergleich der Ist-Lage mit der entsprechenden Soll-Lage wird die
Lagedifferenz ermittelt. Abhängig von der Lagedifferenz berechnet die Steuerung geeignete
Ansteuersignale für die Justiereinrichtung, um die Lagedifferenz zu verringern. Insbesondere
wird die Lagedifferenz minimiert. Die Steuerung leitet die Ansteuersignale an die
Justiereinrichtung weiter. Als Reaktion auf die Ansteuersignale führt die Justiereinrichtung
eine Relativbewegung des Schaltungsträgers relativ zu dem optischen System aus, bspw.
indem der Schaltungsträger relativ zu dem optischen System bewegt wird, wobei die
Lagedifferenz kleiner wird. Wenn dann eine gewünschte Endlage des Schaltungsträgers
relativ zu dem Referenzbereich des optischen Systems erreicht ist, kann der Schaltungsträger
an dem optischen System festgelegt werden.
[0017] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch eine Beleuchtungseinrichtung
mit einem optischen System und einem in einer bestimmten Lage dazu angeordneten Schaltungsträger,
der mindestens eine darauf befestigte Halbleiterlichtquelle aufweist, die dadurch
gekennzeichnet, dass der Schaltungsträger derart relativ zu dem optischen System angeordnet
ist, dass mindestens ein lichtemittierender Bereich der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
nach einer optischen Erfassung des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs mit
einer möglichst geringen Lagedifferenz in einer Soll-Lage in Bezug auf mindestens
einen Referenzbereich des optischen Systems angeordnet ist. Die Beleuchtungseinrichtung
unterscheidet sich von bekannten Beleuchtungseinrichtungen dadurch, dass ein lichtemittierender
Bereich einer Halbleiterlichtquelle besonders genau zu einer lichttechnisch wirksamen
Bereich des optischen Systems angeordnet ist. Insbesondere ist ein LED-Chip einer
Leuchtdiode hochgenau relativ zu einer Reflexionsfläche eines Reflektors der Beleuchtungseinrichtung
positioniert und ausgerichtet. Die Genauigkeit liegt im Bereich von mindestens +/-
50 µm. Versuche haben gezeigt, dass sogar Genauigkeiten von +/- 30 µm erreicht werden
können. Die hohe Genauigkeit ist insbesondere für LED-Scheinwerfer vorteilhaft, die
eine Lichtverteilung mit einer Helldunkelgrenze erzeugen, bspw. ein Abblendlicht oder
ein Nebellicht mit horizontaler Helldunkelgrenze oder ein Teilfernlicht oder ein Markierungslicht
(Markerlight) mit vertikalen Helldunkelgrenzen.
[0018] Der Schaltungsträger mitsamt der LED kann an dem optischen System festgeklebt werden,
sobald der Schaltungsträger in der gewünschten Soll-Lage relativ zu dem optischen
System angeordnet ist. Zum Kleben kann ein UV-empfindlicher Klebstoff verwendet werden,
der bei UV-Bestrahlung schnell aushärtet. Dabei wird zwischen Schaltungsträger und
dem Teil des optischen Systems, an dem der Schaltungsträger befestigt ist, bspw. einem
Reflektor, eine Abzugskraft von mind. 20 N Widerstand realisiert.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 2
- einen Reflektor einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform mit einem separat angeordneten Schaltungsträger;
- Figur 3
- den Reflektor der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung aus Figur 2 mit einem
lagegenau angeordneten Schaltungsträger;
- Figur 4
- den Reflektor der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung aus Figur 2 mit einem
Referenzbereich;
- Figur 5
- den Reflektor der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung aus Figur 4 in einer Ansicht
von oben;
- Figur 6
- den Reflektor der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung aus Figur 3 mit dem lagegenau
angeordneten Schaltungsträger und verschiedenen Möglichkeiten zur Variation der Lage
des Schaltungsträgers relativ zu dem Reflektor; und
- Figur 7
- den Reflektor der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung aus Figur 3 in einer Ansicht
von vorne entgegen einer Lichtaustrittsrichtung; und
- Figur 8
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
[0020] Zur Erzeugung vorgegebener lichttechnischer Funktionen von Beleuchtungseinrichtungen
(z.B. Scheinwerfern oder Heckleuchten in Kraftfahrzeugen), die Halbleiterlichtquellen
verwenden, ist eine hochgenaue Positionierung und Ausrichtung (lagegenaue Justierung)
der lichtemittierenden Bereiche der Halbleiterlichtquelle relativ zu dem restlichen
optischen System der Beleuchtungseinrichtung von großer Bedeutung. Die Halbleiterlichtquellen
sind bspw. als Leuchtdioden (LEDs) ausgebildet. Diese weisen einen lichtemittierenden
Bereich auf, der bspw. Konvertermaterial umfasst, das beim Anstrahlen mit blauem Licht
von einer LED gelbes Licht aussendet, das sich mit dem blauen Licht der LED zu weißem
Licht mischt.
[0021] Zunächst wird mindestens eine LED auf einem Schaltungsträger montiert, der bspw.
ein Metall, insbesondere Aluminium, aufweisen kann. Ein solches Verfahren ist bspw.
aus der
WO 2014/153576 A1 bekannt, das allerdings recht aufwendig und teuer ist. Anschließend wird in einem
nachfolgenden Montageschritt der Schaltungsträger mit der oder den darauf montierten
LEDs in dem optischen System einer Beleuchtungseinrichtung angeordnet und dort befestigt.
Dazu weist der Schaltungsträger Referenzpunkte oder Markierungen auf, die relativ
zu mindestens einem entsprechenden Referenzbereich des optischen Systems angeordnet
werden. Die rein mechanische Positionierung des Schaltungsträgers in dem optischen
System führt zu Ungenauigkeiten.
[0022] Mit der vorliegenden Erfindung kann ein Schaltungsträger besonders genau relativ
zu dem optischen System einer Beleuchtungseinrichtung angeordnet werden. Das optische
System kann ein Lichtmodul 20 (vgl. Figur 2) einer Beleuchtungseinrichtung eines Kraftfahrzeugs,
bspw. eines Kraftfahrzeugscheinwerfers oder einer Kraftfahrzeugleuchte, sein. Das
optische System 20 umfasst bspw. eine Reflexionsfläche 24 eines Reflektors 22, einen
Lichteintrittsbereich einer Vorsatzoptik aus einem massiven transparenten Material
zum Bündeln von Lichtstrahlen mittels Brechung beim Eintritt in die Optik und/oder
Austritt aus der Optik und/oder mittels interner Totalreflexion an seitlichen Grenzflächen
der Optik, oder einen Lichteintrittsbereich eines Lichtleiters o.ä., in Bezug auf
die eine hochpräzise Anordnung einer Leuchtdiode 32 wichtig ist, damit das optische
System 20 eine vorgegebene Lichtverteilung möglichst genau erzeugen kann. Das erfindungsgemäße
Verfahren wird nachfolgend unter Bezugnahme auf das Ablaufdiagramm der Figur 1 näher
erläutert. Im Vorfeld des Verfahrens wurde eine LED 32 nach einem beliebigen Verfahren,
bspw. durch das aus der
WO 2014/153576 A1 bekannte, auf einem Schaltungsträger 30 platziert und elektrisch kontaktiert (vgl.
Figur 2). Dabei ist es nicht erforderlich, die Platzierung der LED 32 mit besonders
hoher Genauigkeit zu realisieren. Das kann Zeit und Kosten für die Platzierung der
LED 32 auf dem Schaltungsträger 30 sparen.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren beginnt in einem Funktionsblock 2. In einem Funktionsblock
4 wird mindestens ein lichtemittierender Bereich 34 der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
32 optisch erfasst. In dem Beispiel aus den Figuren 2 bis 7 ist auf dem Schaltungsträger
30 eine LED 32 mit einem lichtemittierenden Bereich 34 angeordnet. Das optische Erfassen
des lichtemittierenden Bereichs 34 kann bspw. mit einer Kamera 52 einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 50 erfolgen (vgl. Figur 8). Die Kamera 52 blickt über einen Spiegel 54
auf den lichtemittierenden Bereich 34 der LED 32.
[0024] In einem Funktionsblock 6 wird dann der optisch erfasste mindestens eine lichtemittierende
Bereich 34 zur Ermittlung seiner Ist-Lage in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich
des optischen Systems 20 ausgewertet. Dies kann bspw. in einem Rechengerät 56 der
Vorrichtung 50 erfolgen. Das Rechengerät 56 ist bspw. ein Personal Computer, auf dem
ein geeignetes Computerprogramm abläuft, das zur Auswertung des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs 34 programmiert ist und die Auswertung vornimmt, wenn es auf dem Rechengerät
56 abläuft. Die aufgenommenen Bilder des lichtemittierenden Bereichs 34 werden über
eine oder mehrere Datenübertragungsverbindungen, bspw. in Form von Datenleitungen
58, an die Recheneinheit 56 übertragen.
[0025] Die Datenübertragung kann auch kabellos, bspw. über Funk, erfolgen. Das Rechengerät
56 weist einen Mikroprozessor 60 auf, der zum Abarbeiten des Computerprogramms ausgebildet
ist. Das Computerprogramm kann auf einem Speicherelement 62 des Rechengeräts 56 abgespeichert
sein und zur Abarbeitung entweder befehlsweise oder als Ganzes an den Mikroprozessor
60 übertragen werden.
[0026] Der Referenzbereich umfasst vorzugsweise mindestens eine gut sichtbare Fläche, Kante
oder Kontur des optischen Systems 20. Durch den Referenzbereich ist eine Lage des
optischen Systems 20 im dreidimensionalen Raum eindeutig definiert. In den Figuren
2 bis 7 umfasst der Referenzbereich eine konturierte Aussparung in einer oberen Wandung
des Reflektors 22 bzw. dadurch definierte Stirnflächen 26, 28 (vgl. Figuren 4 und
5). Die Referenzbereiche 26, 28 sind außerhalb eines lichttechnisch wirksamen Bereichs
des optischen Systems 20, insbesondere außerhalb der Reflexionsfläche 24 angeordnet,
um die lichttechnischen Eigenschaften des Reflektors 22 nicht zu beeinträchtigen.
Die Referenzbereiche umfassen insbesondere zwei in einem rechten Winkel zueinander
stehende, nach vorne in Lichtaustrittsrichtung 36 öffnende Stirnflächen 26 sowie eine
ebene, senkrecht zur Lichtaustrittsrichtung 36 stehende Stirnfläche 28.
[0027] Der mindestens eine Referenzbereich 26, 28 ist integraler Bestandteil eines Teils
22 des optischen Systems 20. Dieses Teil 22 des optischen Systems 20 wird durch ein
mindestens ein Werkzeugteil umfassendes Werkzeug hergestellt. Dieses Teil 22 des optischen
Systems 20 und der Referenzbereich 26, 28 werden durch dasselbe Werkzeugteil hergestellt.
Für das in den Figuren 2 bis 7 dargestellte Ausführungsbeispiel bedeutet dies, dass
der mindestens eine Referenzbereich 26, 28 integraler Bestandteil des Reflektors 22
ist, dass der Reflektor 22 durch ein mindestens ein Werkzeugteil umfassendes Werkzeug
hergestellt wird und dass der Reflektor 22 und der Referenzbereich 26, 28 durch dasselbe
Werkzeugteil hergestellt werden (keine Verwendung von Schiebern oder anderer von dem
Werkzeugteil getrennter Werkzeugteile an der Stelle des Referenzbereichs 26, 28).
Dies hat den Vorteil, dass eine Abnutzung des Werkzeugteils für den Reflektor 22 und
den Referenzbereich 26, 28 über die Zeit in etwa in gleichem Umfang erfolgt. Eine
Abnutzung des Werkzeugteils wirkt sich also auf beide Bereiche des Reflektors 22 gleichermaßen
aus. Dadurch kann die lagerichtige Anordnung des Schaltungsträgers 30 relativ zu dem
optischen System 20 selbst bei Fertigungstoleranzen aufgrund einer Abnutzung des Werkzeugs
sichergestellt werden.
[0028] In dem Speicherelement 62 ist auch eine vorgegebene Soll-Lage des mindestens einen
lichtemittierenden Bereichs 34 in Bezug auf den mindestens einen Referenzbereich 26,
28 des optischen Systems 20 abgespeichert. Die Soll-Lage wurde zuvor rechnerisch oder
anhand von praktischen Versuchen an Prototypen des optischen Systems 20, durch Simulation
mit Hilfe eines geeigneten Simulationstools oder mittels eines geeigneten Kalibriertools
ermittelt. In einem Funktionsblock 8 wird die ermittelte Ist-Lage mit der vorgegebenen
Soll-Lage zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs 34 der mindestens einen Halbleiterlichtquelle 32 relativ zu dem optischen
System 20 bzw. dem mindestens einen Referenzbereich 26, 28 verglichen. Dies kann bspw.
auch in dem Rechengerät 56 der Vorrichtung 50 erfolgen. Auf dem Rechengerät 56 kann
ein geeignetes Computerprogramm ablaufen, das zum Vergleich der ermittelten Ist-Lage
mit der vorgegebenen Soll-Lage programmiert ist und den Vergleich vornimmt, wenn es
auf dem Rechengerät 56 abläuft.
[0029] Das Computerprogramm kann auf dem Speicherelement 62 des Rechengeräts 56 abgespeichert
sein und zur Abarbeitung entweder befehlsweise oder als Ganzes an den Mikroprozessor
60 übertragen werden.
[0030] Dann wird in einem Funktionsblock 10 eine Relativbewegung des Schaltungsträgers 30
relativ zu dem optischen System 20 bzw. den Referenzbereichen 26, 28 mit dem Ziel
ausgeführt, eine Verringerung, vorzugsweise eine Minimierung der Lagedifferenz zwischen
Ist- und Soll-Lage des lichtemittierenden Bereichs 34 zu erzielen. Dies kann bspw.
dadurch erreicht werden, dass ein Manipulator 64 den Schaltungsträger 30 hält, bspw.
mittels eines mechanischen oder pneumatischen Greifers 68, und den Schaltungsträger
30 relativ zu dem optischen System 20 bzw. den Referenzbereichen 26, 28 bewegt. Zu
diesem Zweck verfügt der Manipulator 64 über eine Aktorik im oberen Bereich, welche
Bewegungen über Steuerstangen 70 an den Greifer 68 überträgt. Selbstverständlich kann
der Manipulator 64 auch beliebig anders ausgebildet sein.
[0031] Mit Hilfe eines Computerprogramms in dem Rechengerät 56 werden abhängig von der ermittelten
Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs 34 der mindestens einen
Halbleiterlichtquelle 32 relativ zu dem optischen System 20 bzw. dem mindestens einen
Referenzbereich 26, 28 Ansteuersignale für den Manipulator 64 berechnet. Die Ansteuersignale
werden über eine oder mehrere Datenübertragungsverbindungen, bspw. in Form von Datenleitungen
66, von der Recheneinheit 56 an den Manipulator 64 übertragen. Die Datenübertragung
kann auch kabellos, bspw. über Funk, erfolgen.
[0032] Die Relativbewegung zwischen lichtemittierendem Bereich 34 der Halbleiterlichtquelle
32 und dem Referenzbereich 26, 28 des optischen Systems 20 umfasst bspw. ein Verschieben
in der Flächenerstreckung (in einer XY-Ebene) des lichtemittierenden Bereichs 34 (vgl.
Figur 6) sowie eine Drehung C um eine dazu senkrecht stehende Achse (um eine Z-Achse).
Es ist denkbar, dass die Unterseite bzw. eine untere Wandung des Reflektors 22 in
der XY-Ebene gleichzeitig eine Auflagefläche für die Halbleiterlichtquelle 32 bildet.
Dazu ist die Unterseite der unteren Wandung des Reflektors 22 vorzugsweise eben und
ohne Stufen oder Wölbungen ausgebildet. Damit kann der lichtemittierende Bereich 34
mit einer Genauigkeit von etwa +/- 50 µm relativ zu dem optischen System 20 bspw.
zu der Reflexionsfläche 24 eines Reflektor 22 positioniert und ausgerichtet werden.
[0033] Die Positionierung und Ausrichtung des Schaltungsträgers 30 relativ zu dem optischen
System 20 bzw. den Referenzbereichen 26, 28 in Funktionsblock 10 kann in einem Durchgang
durch eine Bewegung des Schaltungsträgers 30 bis in seine Zielposition und -ausrichtung
erfolgen. Es ist aber auch denkbar, dass die Bewegung und Ausrichtung im Rahmen eines
iterativen Verfahrens erfolgen. Eine entsprechende Iterationsschleife 12 ist in Figur
1 mit gestrichelter Linie eingezeichnet. Dabei wird der Schaltungsträger 30 zunächst
nur ein wenig in Richtung seiner Zielposition und -ausrichtung bewegt. Dann wird in
Funktionsblock 4 nochmals die lichtemittierende Fläche 34 erfasst, in Funktionsblock
6 die Ist-Lage ermittelt, in Funktionsblock 8 die ermittelte Ist-Lage mit der vorgegebenen
Soll-Lage verglichen und entsprechende Ansteuersignale für den Manipulator 64 berechnet.
In dem Funktionsblock 10 wird der Manipulator 64 dann wieder mit den Ansteuersignale
beaufschlagt, um den Schaltungsträger 30 weiter in Richtung seiner Zielposition und
-ausrichtung zu bewegen. Die Iterationsschleife 12 kann so oft durchlaufen werden,
bis ein Abbruchkriterium erfüllt ist, bspw. bis die Lagedifferenz kleiner als ein
vorgebbarer Grenzwert ist.
[0034] Falls gewünscht, kann der in der oder nahe der Soll-Lage angeordnete Schaltungsträger
30 in einem Funktionsblock 14 an dem optischen System 20 festgelegt werden. Insbesondere
kann der Schaltungsträger 30 an dem Reflektor 22 einer Beleuchtungseinrichtung befestigt
werden. Denkbar ist bspw. eine Befestigung mittels Schweißen, Kleben oder Klammern.
Zum Kleben kann ein unter Einfluss von UV-Strahlung schnell aushärtender Klebstoff
verwendet werden. Damit erhält man eine Beleuchtungseinrichtung mit einem optischen
System 20, bspw. umfassend einen Reflektor 22, in dem eine lichtemittierende Fläche
34 einer Halbleiterlichtquelle 32 mit besonders hoher Genauigkeit relativ zu den lichttechnisch
wirksamen Bereichen des optischen Systems 20, bspw. einer Reflexionsfläche 24 des
Reflektors 22, positioniert ist. In einem Funktionsblock 16 ist das Verfahren dann
beendet.
[0035] Ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass auf eine aufwendige
und teure Platzierung von Halbleiterlichtquellen 32 auf einem Schaltungsträger 30
verzichtet werden kann. Dazu kann ein einfaches und kostengünstiges Verfahren verwendet
werden. Die gewünschte hohe Genauigkeit zwischen lichtemittierendem Bereich 34 der
Halbleiterlichtquellen 32 und dem restlichen optischen System 20 wird - unabhängig
von der Platzierung der Halbleiterlichtquellen 32 auf dem Schaltungsträger 30 - anschließend
im Rahmen der Anordnung des Schaltungsträgers 30 relativ zu dem optischen System 20
realisiert. Somit kann mit geringerem Aufwand und geringeren Kosten eine verbesserte
Positionierungsgenauigkeit der Halbleiterlichtquellen 32 relativ zu dem optischen
System 20 realisiert werden.
[0036] Die Ist-Lage des lichtemittierenden Bereichs 34 kann in Funktionsblock 6 bspw. mittels
Kantendetektion ermittelt werden. Zur Verbesserung der Detektion ist es denkbar, entweder
die Halbleiterlichtquelle 32 während des optischen Erfassens mit der Kamera 52 zu
aktivieren, damit der lichtemittierende Bereich 34 Licht aussendet, oder aber bei
ausgeschalteter Halbleiterlichtquelle 32 die lichtemittierende Fläche 34 von außerhalb
mit Licht anzustrahlen, welches ein Konvertermaterial des lichtemittierenden Bereichs
34 zum Aussenden von Licht anregt. So kann bspw. bei Verwendung von Phosphor als Konvertermaterial
dieses durch Anstrahlen mit blauem Licht zum Aussenden von gelbem Licht angeregt werden.
Die Kanten der leuchtenden Fläche 34 grenzen sich besser gegenüber der umgebenden
dunklen Fläche der restlichen Halbleiterlichtquelle 32 ab. Wesentlich ist dabei, dass
das Licht zur Beleuchtung der zu erfassenden Szene bei der Detektion mit einem Filter
herausgefiltert werden kann und nur das Fluoreszenzlicht zur Detektion verwendet wird.
[0037] Die Halbleiterlichtquelle 32 ist vorzugsweise eine Leuchtdiode (LED), besonders bevorzugt
eine oberflächenmontierte (SMD) Leuchtdiode, die mittels eines SMT (Surface-Mounted-Technology)-Verfahrens
auf dem Schaltungsträger 30 montiert wurde. Die Leuchtdiode 32 umfasst vorzugsweise
nur einen lichtemittierenden Bereich 34 (sog. LED-Chip), kann aber auch mehrere lichtemittierende
Bereiche (LED-Chips) aufweisen. Wenn die LED 32 mehrere LED-Chips 34 aufweist, ist
jeder der LED-Chips 34 vorzugsweise einem bestimmten Reflektorbereich oder Reflektorabschnitt
oder aber einer bestimmten Reflektorkammer zugeordnet. Die Reflektorbereiche, Reflektorabschnitte
bzw. Reflektorkammern können relativ zu dem ihnen jeweils zugeordneten LED-Chip 34
justiert werden.
[0038] Es wird vorgeschlagen, dass der Reflektor 22 zu Beginn des Verfahrens durch eine
geeignete Haltevorrichtung aufgenommen bzw. daran befestigt wird. Die Position des
Reflektors 22 im dreidimensionalen Raum wird durch mechanisches Anlegen des Referenzbereichs
26, 28 des Reflektors 22 an eine geeignete Zustelleinrichtung definiert, deren Position
im Raum bekannt ist. Über die Position der Zustelleinrichtung im Raum ist also die
Position des Reflektors 22 bzw. der Reflexionsfläche 24 im Raum bestimmt. Die Kamera
52 erfasst den lichtemittierenden Bereich 34 der Halbleiterlichtquelle 32, bspw. eine
LED-Abstrahloberfläche bzw. dort vorhandenes Konvertermaterial, und ermittelt die
Ist-Lage des lichtemittierenden Bereichs 34 in Bezug auf den Referenzbereich 26, 28
des Reflektors 22. Eine Soll-Lage des lichtemittierenden Bereichs 34 in Bezug auf
den Referenzbereich 26, 28 ist vorgegeben. Durch eine Relativbewegung zwischen dem
Schaltungsträger 30 und dem Referenzbereich 26, 28 wird die Lagedifferenz zwischen
der Ist-Lage und der Soll-Lage minimiert, vorzugsweise können die beiden Teile (Schaltungsträger
30 und Referenzbereich 26, 28) sogar in die vorgegebene Soll-Lage relativ zueinander
gebracht werden.
[0039] In einer alternativen Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass eine Kamera (nicht
dargestellt) sowohl die Halbleiterlichtquelle 32, bspw. eine LED-Abstrahloberfläche
bzw. dort vorhandenes Konvertermaterial als lichtemittierenden Bereich 34, als auch
die Referenzbereiche 26, 28 im gleichen Bild. Das hat den Vorteil, dass die Referenzbereiche
26, 28 und das Messobjekt in einem Bild erfasst werden und gemeinsam ausgewertet werden
können, um die Ist-Lage des lichtemittierenden Bereichs 34 in Bezug auf den Referenzbereich
26, 28 des Reflektors 22 zu ermitteln.
[0040] Die Vorrichtung zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Figur 8
gezeigt und in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 50 bezeichnet. Diese ist gekennzeichnet
durch
- mindestens eine Kamera 52 zum optischen Erfassen mindestens eines lichtemittierenden
Bereichs 34 der mindestens einen Halbleiterlichtquelle 32,
- Mittel 56 zum Auswerten des optisch erfassten mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs 34 und zur Ermittlung einer Ist-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs 34 in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich 26, 28 des optischen Systems
20,
- ein Speicherelement 62 zum Abspeichern einer Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs 34 in Bezug auf den mindestens einen Referenzbereich 26, 28 des optischen
Systems 20,
- Mittel 56 zum Vergleichen der ermittelten Ist-Lage mit der vorgegebenen Soll-Lage
und zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
34 der mindestens einen Halbleiterlichtquelle 32 relativ zu dem optischen System 20,
und
- Mittel 64 zum Ausführen einer Relativbewegung des Schaltungsträgers 30 relativ zu
dem optischen System 20 zur Verringerung, vorzugsweise zur Minimierung der Lagedifferenz.
[0041] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch eine Beleuchtungseinrichtung
mit einem optischen System 20 und einem in einer bestimmten Lage dazu angeordneten
Schaltungsträger 30, der mindestens eine darauf befestigte Halbleiterlichtquelle 32
aufweist. Das optische System 20 wird zusammen mit dem Schaltungsträger in einem Gehäuse
der Beleuchtungseinrichtung angeordnet. Das Gehäuse ist vorzugsweise aus Kunststoff
gefertigt und weist in Lichtaustrittsrichtung 36 eine Lichtaustrittsöffnung auf, die
durch eine transparente Abdeckscheibe verschlossen ist. In den Figuren 2 bis 7 sind
lediglich das optische System 20 und der Schaltungsträger 30 mit der Halbleiterlichtquelle
32 gezeigt. Der besseren Übersichtlichkeit halber wurden das Gehäuse der Beleuchtungseinrichtung
sowie die Abdeckscheibe weggelassen.
[0042] Bei der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung ist der Schaltungsträger 30 derart
relativ zu dem optischen System 20 angeordnet, dass mindestens ein lichtemittierender
Bereich 34 der mindestens einen Halbleiterlichtquelle 32 nach einer optischen Erfassung
des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs 34 mit einer möglichst geringen Lagedifferenz
zu einer Soll-Lage in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich 26, 28 des optischen
Systems 20 angeordnet ist. Die Beleuchtungseinrichtung unterscheidet sich von bekannten
Beleuchtungseinrichtungen dadurch, dass ein lichtemittierender Bereich 34 einer Halbleiterlichtquelle
32 besonders genau zu einer lichttechnisch wirksamen Bereich 24 des optischen Systems
20 angeordnet ist. Insbesondere ist ein LED-Chip 34 einer Leuchtdiode 32 hochgenau
relativ zu einer Reflexionsfläche 24 eines Reflektors 22 der Beleuchtungseinrichtung
positioniert und ausgerichtet. Die Genauigkeit liegt im Bereich von +/- 50 µm. Die
hohe Genauigkeit ist insbesondere für LED-Scheinwerfer vorteilhaft, die eine Lichtverteilung
mit einer Helldunkelgrenze erzeugen, bspw. ein Abblendlicht oder ein Nebellicht mit
horizontaler Helldunkelgrenze oder ein Teilfernlicht oder ein Markierungslicht (Markerlight)
mit vertikalen Helldunkelgrenzen.
[0043] Der Reflektor 22 ist vorzugsweise aus einem Bulk Molding Compound (BMC) gefertigt.
Selbstverständlich kann der Reflektor 22 auch aus einem Thermoplast, bspw. Polycarbonat
(PC) oder einem anderen, gefertigt sein. Dabei handelt es sich um ein Faser-Matrix-Halbzeug.
Es besteht zumeist aus Kurz-Glasfasern und einem Polyester- oder Vinylesterharz, andere
Verstärkungsfasern oder Harzsysteme sind ebenfalls möglich. Naturfasern, als preiswerte
Alternative zu Glasfasern, finden zunehmend Verbreitung. BMC wird als formlose Masse
in Beuteln oder anderen Gebinden geliefert. Gegenüber dem reinen Harz hat BMC höhere
Festigkeiten, Steifigkeiten und Temperatureinsatzgrenzen.
1. Verfahren zur Anordnung eines Schaltungsträgers (30) in einer bestimmten Lage relativ
zu einem optischen System (20) einer Beleuchtungseinrichtung, wobei der Schaltungsträger
(30) mindestens eine darauf befestigte Halbleiterlichtquelle (32) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein lichtemittierender Bereich (34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
(32) optisch erfasst wird, der optisch erfasste mindestens eine lichtemittierende
Bereich (34) zur Ermittlung einer Ist-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich (26, 28) des optischen
Systems (20) ausgewertet wird, eine Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) in Bezug auf den mindestens einen Referenzbereich (26, 28) des optischen
Systems (20) vorgegeben wird, die ermittelte Ist-Lage mit der vorgegebenen Soll-Lage
zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
(34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (32) relativ zu dem optischen System
(20) verglichen wird, und eine Relativbewegung des Schaltungsträgers (30) relativ
zu dem optischen System (20) zur Verringerung der Lagedifferenz ausgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der in der bestimmten Lage angeordnete Schaltungsträger (30) relativ zu dem optischen
System (20) festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen der Auswertung des optisch erfassten mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) eine Lage mindestens einer Kante des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) detektiert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (20) einen Reflektor aufweist und der Schaltungsträger (30) in
einer bestimmten Lage relativ zu einer Reflexionsfläche (24) des Reflektors (22) angeordnet
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs (34) in Bezug auf
mindestens einen außerhalb der Reflexionsfläche (24) des Reflektors (22) angeordneten
Referenzbereich (26, 28) vorgegeben wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Referenzbereich (26, 28) integraler Bestandteil eines Teils (22)
des optischen Systems (20) ist, dass dieses Teil (22) des optischen Systems (20) durch
ein mindestens ein Werkzeugteil umfassendes Werkzeug hergestellt wird durch das auch
der mindestens eine Referenzbereich (26, 28) hergestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Referenzbereich (26, 28) integraler Bestandteil des Reflektors
(22) ist, dass der Reflektor (22) durch ein mindestens ein Werkzeugteil umfassendes
Werkzeug hergestellt wird, durch das auch der mindestens eine Referenzbereich (26,
28) hergestellt wird.
8. Vorrichtung (50) zur Anordnung eines Schaltungsträgers (30) in einer bestimmten Lage
relativ zu einem optischen System (20) einer Beleuchtungseinrichtung, wobei der Schaltungsträger
(30) mindestens eine darauf befestigte Halbleiterlichtquelle (32) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (50) aufweist:
- mindestens eine Kamera (52) zum optischen Erfassen mindestens eines lichtemittierenden
Bereichs (34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (32),
- Mittel (56) zum Auswerten des optisch erfassten mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) und zur Ermittlung einer Ist-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) in Bezug auf mindestens einen Referenzbereich (26, 28) des optischen
Systems (20),
- ein Speicherelement (62) zum Abspeichern einer Soll-Lage des mindestens einen lichtemittierenden
Bereichs (34) in Bezug auf den mindestens einen Referenzbereich (26, 28) des optischen
Systems (20),
- Mittel (56) zum Vergleichen der ermittelten Ist-Lage mit der vorgegebenen Soll-Lage
und zur Ermittlung einer Lagedifferenz des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
(34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (32) relativ zu dem optischen System
(20), und
- Mittel (64) zum Ausführen einer Relativbewegung des Schaltungsträgers (30) relativ
zu dem optischen System (20) zur Verringerung der Lagedifferenz.
9. Vorrichtung (50) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (56) zum Auswerten und die Mittel (56) zum Vergleichen als Software realisiert
sind, die auf einem Rechengerät (56) der Vorrichtung (50) abläuft.
10. Vorrichtung (50) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Speicherelement (62) Teil des Rechengeräts (56) ist.
11. Vorrichtung (50) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (50) Mittel zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
2 bis 7 aufweist.
12. Beleuchtungseinrichtung mit einem optischen System (20) und einem in einer bestimmten
Lage dazu angeordneten Schaltungsträger (30), der mindestens eine darauf befestigte
Halbleiterlichtquelle (32) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltungsträger (30) derart relativ zu dem optischen System (20) angeordnet
ist, dass mindestens ein lichtemittierender Bereich (34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
(32) nach einer optischen Erfassung des mindestens einen lichtemittierenden Bereichs
(34) mit einer möglichst geringen Lagedifferenz zu einer Soll-Lage in Bezug auf mindestens
einen Referenzbereich (26, 28) des optischen Systems (20) angeordnet ist.
13. Beleuchtungseinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (20) einen Reflektor aufweist und der mindestens eine lichtemittierende
Bereich (34) der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (32) in einer bestimmten Lage
relativ zu einer Reflexionsfläche (24) des Reflektors (22) angeordnet ist.