Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Einspritzventils, insbesondere
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, bei dem eine Komponente des Einspritzventils,
insbesondere eine Ventilnadel, mittels eines elektromagnetischen Autors angetrieben
wird.
Offenbarung der Erfindung
[0002] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Betriebsverfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, bei dem präzise Informationen über einen Betriebszustand
des Einspritzventils ohne die Verwendung von zusätzlicher, das Einspritzventil überwachender,
Sensorik erhalten werden.
[0003] Diese Aufgabe wird bei dem Betriebsverfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass in Abhängigkeit mindestens einer elektrischen Betriebsgröße des
elektromagnetischen Aktors eine die Beschleunigung einer beweglichen Komponente des
elektromagnetischen Aktors, insbesondere eines Magnetankers des elektromagnetischen
Aktors, charakterisierende Größe gebildet wird, und dass in Abhängigkeit der die Beschleunigung
charakterisierenden Größe auf einen Betriebszustand des Einspritzventils geschlossen
wird.
[0004] Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass in mehreren unterschiedlichen Betriebszuständen
beziehungsweise Übergängen zwischen diesen Betriebszuständen eine die Beschleunigung
einer beweglichen Komponente des elektromagnetischen Aktors, insbesondere des Magnetankers,
charakterisierende Größe einen den Betriebszustand beziehungsweise den Zustandsübergang
kennzeichnenden Wert und/oder Zeitverlauf aufweist, so dass aus der erfindungsgemäßen
Betrachtung der die Beschleunigung charakterisierenden Größe präzise Informationen
über einen Betriebszustand des Einspritzventils erhalten werden können.
[0005] Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren, welche schwerpunktmäßig eine Auswertung
einer Geschwindigkeit einer bewegbaren Komponente zum Gegenstand haben, ermöglicht
das erfindungsgemäße beschleunigungsbasierte Verfahren vorteilhaft die Gewinnung von
Informationen über einen Betriebszustand des Einspritzventils auch dann, wenn die
Kraftübertragung von dem elektromagnetischen Aktor auf die Ventilnadel mittels eines
komplexen Massensystems erfolgt, welches keine einfache, starre mechanische Kopplung
zwischen dem Magnetanker und der Ventilnadel vorsieht.
[0006] Untersuchungen der Anmelderin zufolge ergeben sich aufgrund unterschiedlicher Wechselwirkungen
einzelner Komponenten eines die Ventilnadel und den Magnetanker enthaltenden Massensystems
je nach Betriebszustand des Einspritzventils charakteristische Werte beziehungsweise
Zeitverläufe für eine die Beschleunigung charakterisierende Größe, so dass hieraus
vorteilhaft mit großer Präzision Rückschlüsse auf den Betriebszustand des Einspritzventils
gezogen werden können.
[0007] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die Ventilnadel, bevorzugt in einer Schließrichtung der Ventilnadel, federkraftbeaufschlagt,
der Magnetanker ist so mit der Ventilnadel verbunden, dass der Magnetanker bezogen
auf eine Bewegungsrichtung der Ventilnadel mit einem nichtverschwindenden mechanischen
Spiel relativ zu der Ventilnadel bewegbar ist, und aus einem charakteristischen Merkmal
der die Beschleunigung des Magnetankers charakterisierenden Größe wird darauf geschlossen,
dass sich der Magnetanker von der Ventilnadel löst.
[0008] Bei dieser erfindungsgemäßen Konfiguration kann besonders vorteilhaft das Auftreffen
der Ventilnadel auf den ihr zugeordneten Ventilsitz (Schließzeitpunkt) festgestellt
werden, weil sich hierbei der Magnetanker von der Ventilnadel unter Ausnutzung des
vorhandenen mechanischen Spiels löst, was sich in einer entsprechenden Beschleunigungsänderung
des Magnetankers niederschlägt. Diese Beschleunigungsänderung des Magnetankers ergibt
sich bei der vorliegenden Ausführungsform des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
dadurch, dass nach dem Lösen des Magnetankers von der Ventilnadel die nach wie vor
federkraftbeaufschlagte Ventilnadel keine Kraft mehr auf den Magnetanker ausübt. Der
Magnetanker bewegt sich selbst demnach im Gegensatz zu der Ventilnadel zunächst in
Schließrichtung weiter, allerdings fortan mit einer geringeren Beschleunigung. Herkömmliche,
allein auf der Auswertung der Geschwindigkeit des Magnetankers beruhende Verfahren,
erlauben bei der vorliegenden Konfiguration nicht die Erkennung des Schließzeitpunkts.
Im Unterschied hierzu ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren unter Ausnutzung der
die Beschleunigung des Magnetankers charakterisierenden Größe eine präzise Information
darüber, wann der Magnetanker sich von der Ventilnadel löst beziehungsweise wann die
Ventilnadel ihre Schließlage im Bereich des Ventilsitzes erreicht hat.
[0009] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
wird als elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors eine an einer Magnetspule
des elektromagnetischen Aktors anliegende Aktorspannung verwendet, und die erste zeitliche
Ableitung der Aktorspannung wird als die Beschleunigung des Magnetankers charakterisierende
Größe gebildet. Beispielsweise kann hierbei vorteilhaft aus dem Auftreten eines lokalen
Minimums der ersten zeitlichen Ableitung der Aktorspannung darauf geschlossen werden,
dass sich der Magnetanker von der Ventilnadel löst.
[0010] Eine ganz besonders einfache und zuverlässige Auswertung der die Beschleunigung charakterisierenden
Größe ist einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante zufolge dann möglich, wenn
ein durch die Magnetspule fließender Aktorstrom auf einen vorgebbaren Wert eingeprägt
wird. Besonders vorteilhaft wird ein zeitlich konstanter Aktorstrom, weiter vorzugsweise
auch ein verschwindender Aktorstrom, eingeprägt.
[0011] Alternativ zu der vorstehend beschriebenen Verwendung der Aktorspannung kann auch
ein durch eine Magnetspule des elektromagnetischen Aktors fließender Aktorstrom verwendet
werden, um hieraus die die Beschleunigung des Magnetankers charakterisierende Größe,
vorliegend die erste zeitliche Ableitung des Aktorstroms, zu ermitteln.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
wird aus dem Auftreten eines lokalen Maximums der ersten zeitlichen Ableitung des
Aktorstroms darauf geschlossen, dass sich der Magnetanker von der Ventilnadel löst.
[0013] Alternativ oder ergänzend zu der vorstehend beschriebenen Betrachtung von lokalen
Extrema der die Beschleunigung charakterisierenden Größe ist es ferner möglich, einen
zeitlichen Verlauf der die Beschleunigung charakterisierenden Größe mit einem vorgegebenen
Referenzverlauf zu vergleichen oder auch weitere Merkmale, wie beispielsweise einen
Knick im zeitlichen Verlauf oder dergleichen zu identifizieren.
[0014] Eine besonders präzise Ermittlung des Betriebszustands des Einspritzventils ergibt
sich wiederum dann, wenn - im Falle der Erfassung des Aktorstroms - eine an der Magnetspule
des elektromagnetischen Aktors anliegende Aktorspannung auf einen vorgebbaren Wert,
insbesondere Null, eingeprägt wird, was durch eine entsprechende Ansteuerung einer
das Einspritzventil ansteuernden Steuergeräteendstufe bewerkstelligt werden kann.
[0015] Bei einer weiteren sehr vorteilhaften Erfindungsvariante ist vorgesehen, dass eine
erste elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors erfasst und einem Beobachterglied
zugeführt wird, das den elektromagnetischen Aktor ohne Berücksichtigung der Rückwirkung
einer Ankerbewegung auf elektrische Betriebsgrößen des elektromagnetischen Aktors
nachbildet, wobei das Beobachterglied eine beobachtete zweite elektrische Betriebsgröße
des elektromagnetischen Aktors ermittelt, dass die beobachtete zweite elektrische
Betriebsgröße mit einer erfassten zweiten elektrischen Betriebsgröße verglichen wird,
und dass die die Beschleunigung charakterisierende Größe in Abhängigkeit des Vergleichsergebnisses
ermittelt wird.
[0016] Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass das unter Verwendung des Beobachterglieds
erhaltene Vergleichsergebnis signifikante Informationen über einen Betriebszustand
des Einspritzventils aufweist und demnach vorteilhaft zur Ermittlung von Öffnungs-
und/oder Schließzeitpunkten des Einspritzventils verwendet werden kann.
[0017] Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren, wie z.B. aus der
US 2008/148831 bekannt, welche alleine einen "elektrischen" Öffnungszeitpunkt beziehungsweise Schließzeitpunkt
durch Auswertung der Ansteuergrößen des Einspritzventils beziehungsweise seines elektromagnetischen
Stellglieds feststellen können, ermöglicht das erfindungsgemäße Betriebsverfahren
durch die Auswertung der die Beschleunigung charakterisierenden Größe die präzise
Ermittlung eines tatsächlichen hydraulischen Öffnungs- beziehungsweise Schließzeitpunkts,
bei dem die Ventilnadel von ihrem Schließsitz abhebt beziehungsweise wieder auf ihren
Schließsitz auftrifft.
[0018] Von besonderer Bedeutung ist die Realisierung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
in Form eines Computerprogramms, das auf einem elektronischen oder optischen Speichermedium
abgespeichert sein kann, und das von einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung z.B.
für eine Brennkraftmaschine ausführbar ist.
[0019] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten
Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0020] In der Zeichnung zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit mehreren erfindungsgemäß
betriebenen Einspritzventilen,
- Figur 2a bis 2c
- schematisch eine Detailansicht eines Einspritzventils aus Figur 1 in drei unterschiedlichen
Betriebszuständen,
- Figur 3
- ein vereinfachtes Flussdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 4
- einen zeitlichen Verlauf erfindungsgemäß betrachteter Betriebsgrößen des Einspritzventils,
- Figur 5
- einen weiteren zeitlichen Verlauf erfindungsgemäß betrachteter Betriebsgrößen des
Einspritzventils,
- Figur 6
- ein einfaches elektrisches Ersatzschaltbild des elektromagnetischen Stellglieds des
Einspritzventils gemäß Figur 2a,
- Figur 7
- ein mit dem Ersatzschaltbild gemäß Figur 6 korrespondierendes Blockdiagramm, und
- Figur 8
- ein Blockschaltbild eines Verfahrens zum Ermitteln einer Korrekturgröße unter Verwendung
eines Beobachterglieds gemäß Figur 7.
[0021] Eine Brennkraftmaschine trägt in Figur 1 insgesamt das Bezugszeichen 10. Sie umfasst
einen Tank 12, aus dem ein Fördersystem 14 Kraftstoff in ein Common-Rail 16 fördert.
An dieses sind mehrere elektromagnetisch betätigte Einspritzventile 18a bis 18d angeschlossen,
die den Kraftstoff direkt in ihnen zugeordnete Brennräume 20a bis 20d einspritzen.
Der Betrieb der Brennkraftmaschine 10 wird von einer Steuer- und Regeleinrichtung
22 gesteuert beziehungsweise geregelt, die unter anderem auch die Einspritzventile
18a bis 18d ansteuert.
[0022] Die Figuren 2a bis 2c zeigen schematisch das Einspritzventil 18a gemäß Figur 1 in
insgesamt drei verschiedenen Betriebszuständen. Die weiteren in Figur 1 abgebildeten
Einspritzventile 18b, 18c, 18d weisen eine entsprechende Struktur und Funktionalität
auf.
[0023] Das Einspritzventil 18a weist einen elektromagnetischen Aktor auf, der eine Magnetspule
26 und einen mit der Magnetspule 26 zusammenwirkenden Magnetanker 30 besitzt. Der
Magnetanker 30 ist so mit einer Ventilnadel 28 des Einspritzventils 18a verbunden,
dass er bezogen auf eine in Figur 2a vertikale Bewegungsrichtung der Ventilnadel 28
mit einem nichtverschwindenden mechanischen Spiel relativ zu der Ventilnadel 28 bewegbar
ist.
[0024] Dadurch ergibt sich ein zweiteiliges Massensystem 28, 30, welches den Antrieb der
Ventilnadel 28 durch den elektromagnetischen Aktor 26, 30 bewirkt. Durch diese zweiteilige
Konfiguration wird die Montierbarkeit des Einspritzventils 18a verbessert und ein
unerwünschtes Zurückprellen der Ventilnadel 28 bei dem Auftreffen in ihrem Ventilsitz
38 wird verringert.
[0025] Bei der vorliegend in Figur 2a veranschaulichten Konfiguration wird das axiale Spiel
des Magnetankers 30 auf der Ventilnadel 28 durch zwei Anschläge 32 und 34 begrenzt.
Zumindest der in Figur 2a untere Anschlag 34 könnte jedoch auch durch einen Bereich
des Gehäuses des Einspritzventils 18a realisiert sein.
[0026] Die Ventilnadel 28 wird von einer Ventilfeder 36 wie in Figur 2a abgebildet mit einer
entsprechenden Federkraft gegen den Ventilsitz 38 im Bereich des Gehäuses 40 beaufschlagt.
In Figur 2a ist das Einspritzventil 18a in seinem geöffneten Zustand gezeigt. In diesem
geöffneten Zustand wird der Magnetanker 30 durch eine Bestromung der Magnetspule 26
in Figur 2a nach oben bewegt, so dass er unter Eingreifen in den Anschlag 32 die Ventilnadel
28 gegen die Federkraft aus ihrem Ventilsitz 38 herausbewegt. Dadurch kann Kraftstoff
42 von dem Einspritzventil 18a in den Brennraum 20a (Figur 1) eingespritzt werden.
[0027] Sobald die Bestromung der Magnetspule 26 durch das Steuergerät 22 (Figur 1) beendet
wird, bewegt sich die Ventilnadel 28 unter Einwirkung der von der Ventilfeder 36 ausgeübten
Federkraft auf ihren Ventilsitz 38 zu und nimmt den Magnetanker 30 mit. Eine Kraftübertragung
von der Ventilnadel 28 auf den Magnetanker 30 erfolgt hierbei wiederum durch den oberen
Anschlag 32.
[0028] Sobald die Ventilnadel 28 ihre Schließbewegung mit dem Auftreffen auf dem Ventilsitz
38 beendet, kann sich der Magnetanker 30, wie in Figur 2b abgebildet, aufgrund des
axialen Spiels in Figur 2b nach unten weiterbewegen, bis er, wie in Figur 2c veranschaulicht
ist, an dem zweiten Anschlag 34 anliegt.
[0029] Erfindungsgemäß wird das nachfolgend unter Bezugnahme auf das Flussdiagramm gemäß
Figur 3 beschriebene Verfahren durchgeführt, um Informationen über einen Betriebszustand
des Einspritzventils 18a zu erhalten.
[0030] In einem ersten Schritt 100 des erfindungsgemäßen Verfahrens wird mindestens eine
elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors 26, 30 erfasst. Hierbei kann
es sich beispielsweise um eine an der Magnetspule 26 anliegende Aktorspannung oder
auch um einen durch die Magnetspule 26 fließenden Aktorstrom handeln.
[0031] Erfindungsgemäß wird in Abhängigkeit der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße
des elektromagnetischen Aktors 26, 30 eine die Beschleunigung einer beweglichen Komponente
des elektromagnetischen Aktors 26, 30, insbesondere des Magnetankers 30 des elektromagnetischen
Aktors, charakterisierende Größe gebildet, was in Schritt 110 erfolgt.
[0032] In Abhängigkeit der die Beschleunigung charakterisierenden Größe wird schließlich
in dem Schritt 120 auf einen Betriebszustand des Einspritzventils 18a geschlossen.
[0033] Insbesondere kann das erfindungsgemäße Betriebsverfahren dazu verwendet werden, einen
tatsächlichen hydraulischen Schließzeitpunkt zu ermitteln, zu dem die Ventilnadel
28 (Figur 2a) auf ihren Ventilsitz 38 trifft.
[0034] Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
wird als elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors eine an der Magnetspule
26 anliegende Aktorspannung u verwendet, und als die Beschleunigung des Magnetankers
30 charakterisierende Größe wird die erste zeitliche Ableitung
u̇ der Aktorspannung u gebildet und verwendet.
[0035] Figur 4 zeigt beispielhaft einen vereinfachten zeitlichen Verlauf eines Nadelhubs
h der Ventilnadel 28 (Figur 2a) und einen entsprechenden Ausschnitt des zeitlichen
Verlaufs der ersten zeitlichen Ableitung
u̇ der Aktorspannung u.
[0036] Zu dem Zeitpunkt t0 wird die Ventilnadel 28 aus ihrer durch den Nadelhubwert h0 gekennzeichneten
Ruhelage auf dem Ventilsitz 38 herausgehoben, was dadurch bewerkstelligt wird, dass
die Magnetspule 26 entsprechend bestromt und der Magnetanker 30 in Figur 2a nach oben
bewegt wird, wobei er unter Kraftübertragung über den Anschlag 32 die Ventilnadel
28 mitnimmt.
[0037] Zu dem Zeitpunkt t1 hat die Ventilnadel 28 ihren maximalen Nadelhub erreicht, und
die Bestromung der Magnetspule 26 wird durch das Steuergerät 22 (Figur 1) beendet.
Dadurch wirkt keine Magnetkraft mehr von der Magnetspule 26 auf den Magnetanker 30,
so dass das die Ventilnadel 28 und den Magnetanker 30 aufweisende Massensystem unter
Einwirkung der Federkraft der Ventilfeder 36 in Figur 2a nach unten bewegt wird. Figur
4 zeigt für t > t1 dementsprechend einen sich verringernden Nadelhub h. Bei der ab
dem Zeitpunkt t1 einsetzenden Verringerung des Nadelhubs h ergibt sich ein im Wesentlichen
exponentiell abklingender Verlauf der ersten zeitlichen Ableitung
u̇ der Aktorspannung u an der Magnetspule 26.
[0038] Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass die erste zeitliche Ableitung
u̇ der Aktorspannung u bei dem Auftreffen der Ventilnadel 28 auf ihren Ventilsitz 38
ein lokales Minimum Mu aufweist, das eine deutlich erkennbare Abweichung von dem ansonsten
exponentiell abklingenden zeitlichen Verlauf der ersten Ableitung
u̇ darstellt.
[0039] Untersuchungen der Anmelderin zufolge ergibt sich dieses lokale Minimum Mu dadurch,
dass sich bei dem Auftreffen der Ventilnadel 28 auf ihren Ventilsitz 38 der Magnetanker
30 vermöge des nichtverschwindenden mechanischen Spiels von der Ventilnadel 28 löst
und sich zunächst weiter in Schließrichtung, das heißt in Figur 2b nach unten, weiterbewegt,
bevor er auf den Anschlag 34 trifft.
[0040] Das bedeutet, dass ab dem Zeitpunkt t = t2 nicht mehr die von der Ventilfeder 36
ausgeübte Federkraft über den Anschlag 32 auf den Magnetanker 30 wirkt, wodurch sich
eine erfindungsgemäß ausgewertete Änderung der Beschleunigung des Magnetankers 30
ergibt.
[0041] Wie bereits vorstehend beschrieben, resultiert die zu dem Zeitpunkt t2 auftretende
Änderung der Beschleunigung des Magnetankers 30 in einem Minimum Mu der ersten zeitlichen
Ableitung
u̇ der Aktorspannung u.
[0042] Dementsprechend kann unter Auswertung der ersten zeitlichen Ableitung
u̇ durch das Steuergerät 22 (Figur 1) der tatsächliche hydraulische Schließzeitpunkt
t2 des Einspritzventils 18a (Figur 2a) festgestellt werden.
[0043] Eine besonders präzise Detektion des lokalen Minimums Mu ist dann möglich, wenn in
dem interessierenden Zeitbereich um den Schließzeitpunkt t2 herum ein durch die Magnetspule
26 fließender Aktorstrom auf einen vorgebbaren Wert, vorzugsweise einen konstanten
Wert, insbesondere Null, eingeprägt wird.
[0044] Die zeitliche Ableitung
u der Aktorspannung u kann zur Störungsunterdrückung und damit effizienteren Signalverarbeitung
vor der Auswertung noch einer Filterung unterzogen werden, wobei es vorteilhaft sein
kann, die Differentiation der Aktorspannung u und die Filterung des abgeleiteten Signals
in einem Schritt vorzunehmen, z.B. durch Filterung des Spannungssignals u mittels
eines Hochpassfilters.
[0045] Alternativ zu der vorstehend beschriebenen Ausführungsform kann die die Beschleunigung
des Magnetankers 30 charakterisierende Größe erfindungsgemäß auch in Abhängigkeit
des durch die Magnetspule 26 fließenden Aktorstroms i gebildet werden. In diesem Fall
wird als die Beschleunigung des Magnetankers 30 charakterisierende Größe die erste
zeitliche Ableitung
i̇ des Aktorstroms i verwendet.
[0046] Figur 5 zeigt einen zeitlichen Verlauf des Nadelhubs h, wie er bereits unter Bezugnahme
auf Figur 4 beschrieben worden ist. Zusätzlich zu dem Nadelhubverlauf h ist für den
Zeitpunkt t2, zu dem die Ventilnadel 28 in ihrer Schließbewegung auf dem Ventilsitz
38 (Figur 2a) auftrifft, der Hubverlauf hA des Magnetankers 30 gestrichelt eingezeichnet,
um zu verdeutlichen, dass sich der Magnetanker 30 nach dem Zeitpunkt t2 zunächst in
Schließrichtung, das heißt in Figur 2b nach unten, weiterbewegt, bevor er auf den
Anschlag 34 trifft.
[0047] Das Auftreffen des Magnetankers 30 auf dem Anschlag 34 erfolgt gemäß Figur 5 zu dem
Zeitpunkt t3.
[0048] Figur 5 zeigt weiter schematisch einen Ausschnitt des zeitlichen Verlaufs der ersten
zeitlichen Ableitung
i des erfindungsgemäß betrachteten Aktorstroms i. Wie aus Figur 5 ersichtlich ist,
weist die vorliegend als die Beschleunigung des Magnetankers 30 charakterisierende
Größe verwendete erste zeitliche Ableitung
i des Aktorstroms i ein lokales Maximum Mi beziehungsweise einen Knick zu dem Zeitpunkt
t2 auf, zu dem die Ventilnadel 28 auf den Ventilsitz 38 auftrifft.
[0049] Daher kann das lokale Maximum Mi beziehungsweise der Knick zu dem Zeitpunkt t2 erfindungsgemäß
als Kriterium für das tatsächliche hydraulische Schließen des Einspritzventils 18a
analysiert und verwendet werden.
[0050] Eine besonders präzise Auswertung der ersten zeitlichen Ableitung
i des Aktorstroms i ist wiederum dann möglich, wenn die an der Magnetspule 26 des elektromagnetischen
Aktors 26, 30 anliegende Aktorspannung u auf einen vorgebbaren Wert, insbesondere
Null, eingeprägt wird.
[0051] Die zeitliche Ableitung
i des Aktorstroms i kann zur Störungsunterdrückung und damit effizienteren Signalverarbeitung
vor der Auswertung noch einer Filterung unterzogen werden, wobei es vorteilhaft sein
kann, die Differentiation des Aktorstroms i und die Filterung des abgeleiteten Signals
in einem Schritt vorzunehmen, z.B. durch Filterung des Stromsignals i mittels eines
Hochpassfilters.
[0052] Bei einer weiteren sehr vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird eine erste elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors 26, 30 erfasst
und einem Beobachterglied zugeführt, das den elektromagnetischen Aktor 26, 30 ohne
Berücksichtigung der Rückwirkung einer Ankerbewegung auf elektrische Betriebsgrößen
des elektromagnetischen Aktors nachbildet, wobei das Beobachterglied eine beobachtete
zweite elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors ermittelt. Die beobachtete
zweite elektrische Betriebsgröße wird erfindungsgemäß mit einer erfassten zweiten
elektrischen Betriebsgröße verglichen und die die Beschleunigung charakterisierende
Größe wird in Abhängigkeit des Vergleichsergebnisses ermittelt.
[0053] Figur 6 zeigt ein vereinfachtes Ersatzschaltbild des magnetischen Aktors 26, 30 (Figur
2a), wobei mit dem Bezugszeichen 46 ein Hauptstrompfad und mit dem Bezugszeichen 48
ein Wirbelstrompfad bezeichnet ist. Der Widerstand R
s repräsentiert hierbei einen Serienwiderstand der Magnetspule 26 (Figur 2a). Die induktiven
Elemente L
h, L
o repräsentieren die jeweilige Induktivität des Hauptstrompfades 46 und des Wirbelstrompfades
48. Der Widerstand R
w* repräsentiert einen Ohmwiderstand des Wirbelstrompfads 48.
[0054] Durch den Hauptstrompfad fließt der Strom im, während durch den Wirbelstrompfad 48
der Strom i
w* fließt. Die Ströme i
m, i
w* ergeben zusammen den Ansteuerstrom i, mit dem der elektromagnetische Aktor 26, 30
durch das Steuergerät 22 beaufschlagt wird. An den Klemmen des elektromagnetischen
Aktors 26, 30 liegt wie bereits beschrieben die Aktorspannung u an.
[0055] Figur 7 zeigt ein Blockschaltbild, das die Funktion des vorstehend unter Bezugnahme
auf Figur 6 beschriebenen Ersatzschaltbilds realisiert.
[0056] Der Wirbelstrompfad 48 wird in dem Blockschaltbild gemäß Figur 7 durch einen nicht
näher bezeichneten Integrierer mit der Zeitkonstante T
σ und ein ihm zugeordnetes Proportionalglied mit der Verstärkung K
Rw repräsentiert.
[0057] Der Hauptstrompfad 46 wird in dem Blockdiagramm gemäß Figur 7 durch den nicht näher
bezeichneten Integrierer mit der Zeitkonstante T
h und ein diesem Integrierer zugeordnetes Proportionalglied mit der Verstärkung K
Rs repräsentiert.
[0058] Figur 8 zeigt eine Struktur des erfindungsgemäßen Beobachterglieds 56, dem eingangsseitig
wie bereits beschrieben die Aktorspannung u zugeführt wird, und das an seinem Ausgang
einen beobachteten Aktorstrom ib ausgibt. Durch den Addiererer 58 wird ein Vergleich
zwischen dem beobachteten Aktorstrom ib und dem beispielsweise messtechnisch erfassten
tatsächlichen Aktorstrom i durchgeführt, der auf das Vergleichsergebnis Δib führt.
Das Vergleichsergebnis Δib wird wie aus Figur 8 ersichtlich dem Rückkoppelglied 60
zugeführt, das daraus eine Ausgangsgröße u
korr bildet, die über den Addierer 62 von der erfassten Aktorspannung u subtrahiert wird.
[0059] Das Rückkoppelglied 60 kann beispielsweise als Proportionalglied, als Proportional-Integral-Glied
oder auch als Rückkoppelglied höherer Ordnung und/oder komplexerer Struktur ausgebildet
sein.
[0060] Durch die Subtraktion der Ausgangsgröße u
korr erfolgt eine Nachführung des mittels des Beobachterglieds 56 beobachteten Stroms
ib zu dem messtechnisch erfassten Strom i hin. Da der Unterschied zwischen dem realen
elektromagnetischen Aktor 26, 30 und der in Figur 8 abgebildeten Nachbildung einer
entsprechenden Regelstrecke in dem Beobachterglied 56 in einer fehlenden Rückwirkung
der Ankerbewegung besteht, bildet die Ausgangsgröße u
korr exakt diese Rückwirkung nach, wobei diese Rückwirkung eine Proportionalität zu der
Geschwindigkeit des Magnetankers 30 aufweist. Zu dem Zeitpunkt des Schließens des
Einspritzventils 18a (Figur 2a) kommt es wie bereits beschrieben nicht zu einer abrupten
Veränderung der Geschwindigkeit des Magnetankers 30, sondern nur der Ventilnadel 28.
[0061] Zu dem Zeitpunkt des Ventilschließens ergibt sich jedoch eine verhältnismäßig starke
Änderung der ersten zeitlichen Ableitung der Ausgangsgröße u
korr.
[0062] Untersuchungen der Anmelderin zufolge wird der Gradient der Ausgangsgröße u
korr zu dem Schließzeitpunkt t2 (Figur 4) üblicherweise einem Vorzeichenwechsel unterworfen,
wodurch es zu einem Extremum in dem zeitlichen Verlauf der Ausgangsgröße u
korr kommt. Dieses Extremum wird erfindungsgemäß detektiert und als Signal für den Schließzeitpunkt
t2 des Einspritzventils 18a herangezogen.
[0063] Durch eine entsprechende Parametrierung des Rückkoppelglieds 60 (Figur 8) kann das
Übertragungsverhalten zwischen der Geschwindigkeit des Magnetankers 30 und der Ausgangsgröße
u
korr beeinflusst werden. Insbesondere kann hierdurch eine Filterung von Störsignalen durchgeführt
werden, wodurch sich eine noch präzisere Auswertung ergibt.
[0064] Das unter Bezugnahme auf die Figuren 6, 7, 8 beschriebene Verfahren arbeitet vorteilhaft
unabhängig von einem tatsächlichen Aktorstrom i, einer Aktorspannung u oder einer
Einprägung einer oder beider dieser Größen und insbesondere auch unabhängig von einem
gegebenenfalls vorhandenen Wirkzusammenhang zwischen den beiden Größen u, i.
[0065] Anstelle der Ausgangsgröße u
korr des Rückkoppelglieds 60 kann auch eine innere Größe des Rückkoppelglieds 60 zur Detektion
des Schließzeitpunkts t2 (Figur 4) verwendet werden. Sofern das Rückkoppelglied 60
beispielsweise als Proportional-Integral-Glied ausgebildet ist, kann anstelle der
Ausgangsgröße u
korr beispielsweise auch allein der Integralanteil der Rückkoppelgröße verwendet werden.
[0066] Sofern weniger hohe Anforderungen an die Signifikanz des Ausgangssignals u
korr hinsichtlich des Schließzeitpunkts t2 gestellt werden, kann der Streupfad 48 des
in Figur 6 abgebildeten Ersatzschaltbilds auch vernachlässigt werden, wodurch sich
eine einfachere Auswertung ergibt.
[0067] Erfindungsgemäß ist es ferner möglich, mehrere unterschiedliche Wirbelstrompfade
mit jeweils abweichender Kommutierungsinduktivität zu der Magnetspule 26 zu berücksichtigen.
Hierzu können in dem Blockdiagramm gemäß Figur 7 zusätzlich zu dem Hauptstrompfad
48 weitere Strompfade parallel geschaltet werden, die jeweils über unterschiedliche
Integrator- und Rückkoppelglied-Parameter verfügen können.
[0068] Darüber hinaus ist es auch möglich, nichtlineare Zusammenhänge zwischen den betrachteten
Größen in dem erfindungsgemäß verwendeten Beobachterglied 56 (Figur 8) zu berücksichtigen,
wodurch Sättigungs- und Hystereseeffekten eines realen magnetischen Kreisen beziehungsweise
elektromagnetischen Aktors 26, 30 Rechnung getragen werden kann.
[0069] Neben der Anwendung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens zur Schließzeitdetektion
bei solchen Einspritzventilen 18a, die ein komplexes Massensystem 28, 30 zur Ventilbetätigung
aufweisen eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren auch zur Schließzeitdetektion
bei herkömmlichen Einspritzventilen mit einer starren Kopplung zwischen dem elektromagnetischen
Aktor und der Ventilnadel.
[0070] Das unter Bezugnahme auf Figur 8 beschriebene Beobachterglied 56 kann sowohl digital
als auch analog ausgeführt sein und wird bevorzugt in einer Recheneinheit des Steuergeräts
22 (Figur 1) implementiert.
[0071] Neben der präzisen Detektion des Schließzeitpunkts t2 (Figur 4) ermöglicht das erfindungsgemäße
Betriebsverfahren auch die Erkennung anderer Betriebszustände beziehungsweise Zustandsübergänge
des Einspritzventils 18a (Figur 2a), die mit einer entsprechend charakteristischen
Änderung der Beschleunigung des Magnetankers 30 einhergehen.
[0072] Alternativ oder ergänzend zu der vorstehend beschriebenen Betrachtung von lokalen
Extrema der die Beschleunigung charakterisierenden Größen ist es ferner möglich, einen
zeitlichen Verlauf der die Beschleunigung charakterisierenden Größen mit einem vorgegebenen
Referenzverlauf zu vergleichen oder auch weitere Merkmale, wie beispielsweise einen
Knick im zeitlichen Verlauf oder dergleichen, zu identifizieren.
[0073] Besonders bevorzugt werden die erfindungsgemäß erhaltenen Informationen zur Regelung
eines Betriebs der Einspritzventile 18a, ...18d verwendet.
1. Verfahren zum Betreiben eines Einspritzventils (18a) einer Brennkraftmaschine (10)
eines Kraftfahrzeugs, bei dem eine Ventilnadel (28) des Einspritzventils (18a) mittels
eines elektromagnetischen Aktors (26, 30) angetrieben wird, und in Abhängigkeit mindestens
einer elektrischen Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors (26, 30) eine die
Beschleunigung eines Magnetankers (30) des elektromagnetischen Aktors, charakterisierende
Größe gebildet wird, und in Abhängigkeit der die Beschleunigung charakterisierenden
Größe auf einen Betriebszustand des Einspritzventils (18a) geschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilnadel (28), bevorzugt in einer Schließrichtung der Ventilnadel, federkraftbeaufschlagt
ist, dass der Magnetanker (30) so mit der Ventilnadel (28) verbunden ist, dass der
Magnetanker (30) bezogen auf eine Bewegungsrichtung der Ventilnadel (28) mit einem
nichtverschwindenden mechanischen Spiel relativ zu der Ventilnadel (28) bewegbar ist,
und dass aus einem charakteristischen Merkmal der die Beschleunigung des Magnetankers
(30) charakterisierenden Größe darauf geschlossen wird, dass sich der Magnetanker
(30) von der Ventilnadel (28) löst.
2. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors (26, 30) eine an einer
Magnetspule (26) des elektromagnetischen Aktors (26, 30) anliegende Aktorspannung
(u) verwendet wird, und dass als die Beschleunigung des Magnetankers (30) charakterisierende
Größe die erste zeitliche Ableitung (u̇) der Aktorspannung (u) gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Auftreten eines lokalen Minimums (Mu) der ersten zeitlichen Ableitung (u̇) der Aktorspannung (u) darauf geschlossen wird, dass sich der Magnetanker (30) von
der Ventilnadel (28) löst.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Magnetspule (26) fließender Aktorstrom (i) auf einen vorgebbaren Wert,
insbesondere Null, eingeprägt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors (26, 30) ein durch eine
Magnetspule (26) des elektromagnetischen Aktors (26, 30) fließender Aktorstrom (i)
verwendet wird, und dass als die Beschleunigung des Magnetankers (30) charakterisierende
Größe die erste zeitliche Ableitung (t) des Aktorstroms (i) gebildet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Auftreten eines lokalen Maximums (Mi) der ersten zeitlichen Ableitung (t) des Aktorstroms (i) darauf geschlossen wird, dass sich der Magnetanker (30) von
der Ventilnadel (28) löst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine an der Magnetspule (26) des elektromagnetischen Aktors (26, 30) anliegende Aktorspannung
(u) auf einen vorgebbaren Wert, insbesondere Null, eingeprägt wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste elektrische Betriebsgröße (u) des elektromagnetischen Aktors (26, 30)
erfasst und einem Beobachterglied (56) zugeführt wird, das den elektromagnetischen
Aktor (26, 30) ohne Berücksichtigung der Rückwirkung einer Ankerbewegung auf elektrische
Betriebsgrößen (u, i) des elektromagnetischen Aktors (26, 30) nachbildet, wobei das
Beobachterglied (56) eine beobachtete zweite elektrische Betriebsgröße (ib) des elektromagnetischen
Aktors (26, 30) ermittelt, dass die beobachtete zweite elektrische Betriebsgröße (ib)
mit einer erfassten zweiten elektrischen Betriebsgröße (i) verglichen wird, und dass
die die Beschleunigung charakterisierende Größe (ukorr) in Abhängigkeit des Vergleichsergebnisses
(Δib) ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste zeitliche Ableitung (u̇) der Aktorspannung (u) und/oder die erste zeitliche Ableitung (t) des Aktorstroms (i), insbesondere vor einer weiteren Auswertung, einer Filterung
durch ein Filterglied unterzogen wird, wobei eine Bildung der ersten zeitlichen Ableitung
(u̇,t) und die Filterung bevorzugt in einem Schritt erfolgen, beispielsweise mittels einer
Hochpassfilterung.
10. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Anwendung in einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche programmiert
ist.
11. Elektronisches oder optisches Speichermedium für eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung
(22) einer Brennkraftmaschine (10), dadurch gekennzeichnet, dass auf ihm ein Computerprogramm zur Anwendung in einem Verfahren der Ansprüche 1 bis
10 abgespeichert ist.
12. Steuer- und/oder Regeleinrichtung (22) für eine Brennkraftmaschine (10), dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Anwendung in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet
ist.
1. Method for operating an injection valve (18a) of an internal combustion engine (10)
of a motor vehicle, in which a valve needle (28) of the injection valve (18a) is driven
by means of an electromagnetic actuator (26, 30), and a variable which characterizes
the acceleration of a magnet armature (30) of the electromagnetic actuator is formed
as a function of at least one electrical operating variable of the electromagnetic
actuator (26, 30), and an operating state of the injection valve (18a) is determined
as a function of the variable which characterizes the acceleration, characterized in that spring force is preferably applied to the valve needle (28) in a closing direction
of the valve needle, in that the magnet armature (30) is connected to the valve needle (28) in such a way that
the magnet armature (30) can be moved relative to the valve needle (28) with a non-diminishing
mechanical play in relation to a direction of movement of the valve needle (28), and
in that from a characteristic feature of the variable which characterizes the acceleration
of the magnetic armature (30) it is determined that the magnetic armature (30) becomes
detached from the valve needle (28).
2. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an actuator voltage (u) which is applied to a solenoid (26) of the electromagnetic
actuator (26, 30) is used as an electrical operating variable of the electromagnetic
actuator (26, 30), and in that the first time derivative (u̇) of the actuator voltage (u) is formed as variable which characterizes the acceleration
of the magnetic armature (30).
3. Method according to Claim 2, characterized in that from the occurrence of a local minimum (Mu) of the first time derivative (u̇) of the actuator voltage (u) it is determined that the magnetic armature (30) becomes
detached from the valve needle (28).
4. Method according to Claim 3, characterized in that an actuator current (i) which flows through the solenoid (26) is impressed on a predefined
value, in particular zero.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an actuator current (i) which flows through a solenoid (26) of the electromagnetic
actuator (26, 30) is used as an electrical operating variable of the electromagnetic
actuator (26, 30), and in that the first time derivative (t) of the actuator current (i) is formed as variable which
characterizes the acceleration of the magnet armature (30).
6. Method according to Claim 5, characterized in that from the appearance of a local maximum (Mi) of the first time derivative (t) of the
actuator current (i) it is determined that the magnet armature (30) becomes detached
from the valve needle (28).
7. Method according to Claim 6, characterized in that an actuator voltage (u) which is applied to the solenoid (26) of the electromagnetic
actuator (26, 30) is impressed on a predefinable value, in particular zero.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a first electrical operating variable (u) of the electromagnetic actuator (26, 30)
is acquired and is fed to an observer element (56) which models the electromagnetic
actuator (26, 30) without taking into account the reaction of an armature movement
on electrical operating variables (u, i) of the electromagnetic actuator (26, 30),
wherein the observer element (56) obtains an observed second electrical operating
variable (ib) of the electromagnetic actuator (26, 30), in that the observed second electrical operating variable (ib) is compared with an acquired
second electrical operating variable (i), and in that the variable (ukorr) which characterizes the acceleration is obtained as a function
of the comparison result (Δib).
9. Method according to one of Claims 3 to 8, characterized in that the first time derivative (u) of the actuator voltage (u) and/or the first time derivative
(t) of the actuator current (i) is subjected to filtering by a filter element, in
particular before a further evaluation, wherein formation of the first time derivative
(u, t) and the filtering are preferably carried out in one step, for example by means
of a high-pass filtering.
10. Computer program, characterized in that it is programmed for use in a method according to one of the preceding claims.
11. Electronic or optical storage medium for an open-loop and/or closed-loop control device
(22) of an internal combustion engine (10), characterized in that a computer program for use in a method in Claims 1 to 10 is stored in said storage
medium.
12. Open-loop and/or closed-loop control device (22) for an internal combustion engine
(10), characterized in that it is designed for use in a method according to one of Claims 1 to 10.
1. Procédé de mise en fonctionnement d'une soupape d'injection (18a) d'un moteur à combustion
interne (10) d'un véhicule automobile, dans lequel un pointeau de soupape (28) de
la soupape d'injection (18a) est entraîné au moyen d'un actionneur électromagnétique
(26, 30), et une grandeur caractérisant l'accélération d'une armature (30) de l'actionneur
électromagnétique est établie en fonction d'au moins un paramètre électrique de l'actionneur
électromagnétique (26, 30), et un état de fonctionnement de la soupape d'injection
(18a) est déduit en fonction de la grandeur caractérisant l'accélération, caractérisé en ce que le pointeau de soupape (28) est soumis à une force de ressort, de préférence dans
une direction de fermeture du pointeau de soupape, en ce que l'armature (30) est reliée au pointeau de soupape (28) de manière à ce que l'armature
(30) soit mobile par rapport à une direction de mouvement du pointeau de soupape (28)
avec un jeu mécanique non amorti par rapport au pointeau de soupape (28), et en ce qu'il est déduit, à partir d'une caractéristique de la grandeur caractérisant l'accélération
de l'armature (30), que l'armature (30) se sépare du pointeau de soupape (28).
2. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une tension d'actionneur (u) appliquée à une bobine d'induction (26) de l'actionneur
électromagnétique (26, 30) est utilisée en tant que paramètre électrique de l'actionneur
électromagnétique (26, 30), et en ce que la dérivée première par rapport au temps (ü) de la tension d'actionneur (u) est établie
en tant que grandeur caractérisant l'accélération de l'armature (30).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'il est déduit, à partir de l'apparition d'un minimum local (Mu) de la dérivée première
par rapport au temps (ü) de la tension d'actionneur (u), que l'armature (30) se sépare
du pointeau de soupape (28).
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'un courant d'actionneur (i) passant à travers la bobine d'induction (26) est fixé
à une valeur pouvant être prédéterminée, notamment zéro.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un courant d'actionneur (i) passant à travers une bobine d'induction (26) de l'actionneur
électromagnétique (26, 30) est utilisé en tant que paramètre électrique de l'actionneur
électromagnétique (26, 30), et en ce que la dérivée première par rapport au temps (ï) du courant d'actionneur (i) est établie
en tant que grandeur caractérisant l'accélération de l'armature (30).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'il est déduit, à partir de l'apparition d'un maximum local (Mi) de la dérivée première
par rapport au temps (ï) du courant d'actionneur (i), que l'armature (30) se sépare
du pointeau de soupape (28).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'une tension d'actionneur (u) appliquée à la bobine d'induction (26) de l'actionneur
électromagnétique (26, 30) est fixée à une valeur pouvant être prédéterminée, notamment
zéro.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un premier paramètre électrique (u) de l'actionneur électromagnétique (26, 30) est
détecté et est délivré à un élément observateur (56) qui représente l'actionneur électromagnétique
(26, 30) sans prise en compte de la rétroaction d'un mouvement de l'armature sur des
paramètres électriques (u, i) de l'actionneur électromagnétique (26, 30), dans lequel
l'élément observateur (56) détermine un deuxième paramètre électrique observé (ib)
de l'actionneur électromagnétique (26, 30), en ce que le deuxième paramètre électrique observé (ib) est comparé à un deuxième paramètre
électrique détecté (i), et en ce que la grandeur caractérisant l'accélération (ukorr) est déterminée en fonction du résultat
de la comparaison (Δib).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 3 à 8, caractérisé en ce que la dérivée première par rapport au temps (ü) de la tension d'actionneur (u) et/ou
la dérivée première par rapport au temps (ï) du courant d'actionneur (i), notamment
avant une autre évaluation, est soumise à un filtrage par un élément filtrant, dans
lequel un calcul de la dérivée première par rapport au temps (ü,ï) et le filtrage
s'effectuent de préférence en une étape, par exemple au moyen d'un filtrage passe-haut.
10. Programme d'ordinateur, caractérisé en ce qu'il est programmé pour une utilisation dans un procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes.
11. Support de stockage électronique ou optique destiné à un dispositif de commande et/ou
de régulation (22) d'un moteur à combustion interne (10), caractérisé en ce qu'un programme d'ordinateur destiné à une utilisation dans un procédé selon les revendications
1 à 10 est stocké sur celui-ci.
12. Dispositif de commande et/ou de régulation (22) destiné à un moteur à combustion interne
(10), caractérisé en ce qu'il est réalisé pour une utilisation dans un procédé selon l'une quelconque des revendications
1 à 10.