[0001] Die Erfindung betrifft eine Plattenbearbeitungsanlage nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Vom Markt her sind Plattenbearbeitungsanlagen bekannt, beispielsweise als Plattensägen.
Mit diesen können großformatige plattenförmige Werkstücke durch eine Untertischkreissäge
aufgeteilt werden. Hierzu werden die plattenförmigen Werkstücke von einer ersten Transporteinrichtung,
nämlich einem Programmschieber mit an diesem vorhandenen Spannzangen, von einem Zuführtisch
der in einem bzw. unterhalb von einem Maschinentisch angeordneten Säge zugeführt.
Auf der vom Zuführtisch abgewandten Seite des Maschinentisches ist ein Entnahmetisch
vorhanden, an dem eine Bedienperson steht, die ein bearbeitetes, also aufgeteiltes
Werkstück manuell vom Maschinentisch auf den Entnahmetisch zieht. Ein Beispiel hierfür
ist die
DE 10 2010 010 746 A1.
[0003] Ein vom Markt her bekannter Programmschieber beinhaltet eine Ausschubvorrichtung,
die beim Aufschieben des letzten Werkstücks auf den Entnahmetisch aktiviert wird.
Ferner befinden sich im Bereich des Entnahmetisches einer automatischen Anlage üblicherweise
eine Abfallklappe. Bekannt ist auch beispielsweise aus der
DE 10 2005 020 979 A1, einen unteren Finger einer Spannzange zum Abschieben eines Werkstücks zu verwenden.
Schließlich offenbart die
EP 2 422 944 A1 eine weitgehend automatisch arbeitende Plattenaufteilanlage.
[0004] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, eine Plattenbearbeitungsanlage zu schaffen,
welche besonders effizient arbeitet und bei der die Sicherheit der Bedienperson besonders
hoch ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Plattenbearbeitungsanlage mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
Für die Erfindung wichtige Merkmale sind ferner in der nachfolgenden Beschreibung
und in der beiliegenden Zeichnung angegeben. Diese Merkmale können für die Erfindung
in unterschiedlichen Kombinationen als auch in Alleinstellung wichtig sein.
[0006] Erfindungsgemäß weist die Plattenbearbeitungsanlage eine zweite Transporteinrichtung
auf, welche von der ersten Transporteinrichtung separat ist und mittels eines Angreifabschnitts
ein wenigstens bereichsweise auf dem Maschinentisch liegendes Werkstück vom Maschinentisch
in einer Richtung vom Zuführtisch weg transportieren kann.
[0007] "Separat" bedeutet vorliegend beispielsweise, dass die zweite Transporteinrichtung
konstruktiv unabhängig von der ersten Transporteinrichtung ist und insoweit vorzugsweise
vollkommen unabhängig von dieser betrieben werden kann. Die zweite Transporteinrichtung
weist eine Ruhestellung auf, in der der Angreifabschnitt unterhalb der Oberseite des
Zuführtisches und des Maschinentisches angeordnet ist. Ferner weist sie eine Betriebsstellung
auf, in der der Angreifabschnitt mindestens bereichsweise oberhalb der Oberseite des
Zuführtisches und des Maschinentisches angeordnet ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Plattenbearbeitungsanlage hat den Vorteil, dass auch schmale
Streifen, die auf dem Maschinentisch liegen, nicht mehr manuell von einer Bedienperson
vom Maschinentisch weggezogen werden müssen, sondern automatisch von der zweiten Transporteinrichtung
vom Maschinentisch weg in Richtung zum Entnahmetisch bewegt werden. Hierdurch ist
es auch nicht mehr erforderlich, dass die erste Transporteinrichtung ein solches Werkstück
vom Maschinentisch in Richtung Entnahmetisch bewegt.
[0009] Stattdessen kann die erste Transporteinrichtung bereits wieder zurückfahren und ein
neues Werkstück greifen und zum Maschinentisch hin transportieren, während die zweite
Transporteinrichtung das auf dem Maschinentisch liegende Werkstück beispielsweise
in Richtung zum Entnahmetisch hin bewegt. Somit wird nicht nur die Arbeitssicherheit
der Bedienperson, die die Plattenbearbeitungsanlage bedient, erhöht, sondern es werden
auch die Taktzeiten der erfindungsgemäßen Plattenbearbeitungsanlage erhöht, so dass
mehr Werkstücke in kürzerer Zeit bearbeitet werden können. Dies gilt umso mehr dann,
wenn die Plattenbearbeitungsanlage für einen vollautomatischen Betrieb eingerichtet
ist.
[0010] In einer ersten Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die zweite Transporteinrichtung
mindestens einen in und entgegen der Transportrichtung beweglichen Basisabschnitt
und mindestens einen an diesem mindestens mittelbar befestigten und vertikal beweglichen
Schieberabschnitt, der zum Angreifabschnitt gehört oder diesen bildet, umfasst. Eine
solche zweite Transporteinrichtung ist konstruktiv einfach und arbeitet sehr zuverlässig.
Ein als Schieberabschnitt ausgebildeter Angreifabschnitt ist im Grunde die einfachste
Ausgestaltung, da beispielsweise kein Klemmmechanismus oder Ähnliches erforderlich
ist.
[0011] In Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass der Schieberabschnitt mindestens
eine Aussparung aufweist, durch die dann, wenn sich die zweite Transporteinrichtung
in der Ruhestellung befindet, ein Stützelement des Maschinentisches oder des Zuführtisches
hindurchtreten kann. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Schieberabschnitt,
beispielsweise aus Gründen der Stabilität, einen als im Wesentlichen horizontale Platte
ausgeführten Bereich aufweist. Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Aussparung kann
beispielsweise ein Stützelement des Maschinentisches oder des Zuführtisches unverändert
bleiben, so dass die zweite Transporteinrichtung beispielsweise auch bei bestehenden
Plattenbearbeitungsanlagen nachgerüstet werden kann. Unter einem Stützelement werden
beispielsweise eine Luftaustrittsdüse eines Luftkissentisches oder eine Rolle eines
Rollentisches verstanden.
[0012] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Schieberabschnitt einen Haltearm umfasst, der
schwenkbar am Basisabschnitt befestigt und mit einem stationären Steuerbereich kinematisch
derart gekoppelt ist, dass er bei einer Bewegung des Basisabschnitts in Transportrichtung
nach oben und bei einer Bewegung des Basisabschnitts entgegen der Transportrichtung
nach unten bewegt wird. Somit kann auf einen eigenen Antrieb für das Schwenken des
Haltearms bzw. die Bewegung des Schieberabschnitts verzichtet werden. Vielmehr führt
die Bewegung des Basisabschnitts automatisch auch zu der entsprechenden Bewegung des
Haltearms und damit auch des Schieberabschnitts.
[0013] Ferner wird vorgeschlagen, dass der stationäre Steuerbereich eine Kulisse umfasst.
Eine solche Kulisse ist preiswert und sehr robust.
[0014] Vorgeschlagen wird auch, dass der Basisabschnitt mit einem flexiblen Antriebselement,
insbesondere einem Riemen oder einer Kette, verbunden ist, die von einem Antrieb,
insbesondere einem Elektromotor, angetrieben wird. Auch hierbei handelt es sich um
eine preiswerte und äußerst robuste Art eines Antriebs für die Bewegung des Basisabschnitts.
[0015] Möglich ist, dass die zweite Transporteinrichtung mindestens zwei in Transportrichtung
gesehen nebeneinander angeordnete und gleichsinnig betriebene Teil-Transporteinrichtungen
mit jeweils einem beweglichen Basisabschnitt und jeweils einem schwenkbaren Haltearm
aufweist. Hierdurch wird der mögliche Bereich, an dem die zweite Transporteinrichtung
am Werkstück angreift, vergrößert, wodurch die Kraft, die beim Transport des Werkstücks
durch die zweite Transporteinrichtung auf dieses Stück aufgebracht wird, reduziert
wird. Insgesamt wird durch diese Ausgestaltung der Transport des Werkstücks durch
die zweite Transporteinrichtung zuverlässiger gemacht.
[0016] In Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass eine der Teil-Transporteinrichtungen
einen Antrieb umfasst, der mittels eines Kopplungsmittels mit einer anderen der Teil-Transporteinrichtungen
so gekoppelt ist, dass er auch die andere Teil-Transporteinrichtung antreibt. Dies
hat zum einen den Vorteil, dass nur ein einziger Antrieb erforderlich ist, wodurch
Kosten gespart werden. Zum anderen hat dies den Vorteil, dass trotz eines einzigen
Antriebs eine synchrone Bewegung der Teil-Transporteinrichtungen gewährleistet ist,
wodurch ein "gerader" Transport des Werkstücks durch die zweite Transporteinrichtung
sichergestellt ist.
[0017] Ferner wird vorgeschlagen, dass mindestens zwei Teil-Transporteinrichtungen einen
gemeinsamen Schieberabschnitt mit zwei Haltearmen aufweisen, mittels denen der Schieberabschnitt
an den Basisabschnitten der Teil-Transporteinrichtungen schwenkbar befestigt ist.
Ein solcher Schieberabschnitt ist also im Grunde linienförmig ausgestaltet und gestattet
so ein auf einen größeren Bereich eines hinteren Randes des Werkstücks verteiltes
Angreifen des Schieberabschnitts, wodurch Beschädigungen am Werkstück vermieden werden.
Eine weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Plattenbearbeitungsanlage
sieht vor, dass die zweite Transporteinrichtung mindestens einen Anschlagabschnitt
aufweist, an dem ein von der ersten Transporteinrichtung in Transportrichtung bewegtes
Werkstück anlegbar ist, der in der Ruhestellung der Transporteinrichtung unterhalb
der Oberseite des Zuführtisches und des Maschinentisches angeordnet ist, und der in
der Betriebsstellung der Transporteinrichtung mindestens bereichsweise oberhalb der
Oberseite des Zuführtisches und des Maschinentisches angeordnet ist.
[0018] Damit wird der zweiten Transporteinrichtung eine zusätzliche Funktion beigeordnet:
Sie dient auch als Anschlag zum Ausrichten eines plattenförmiges Werkstücks, welches
von der ersten Transporteinrichtung vom Zuführtisch in Richtung zum Maschinentisch
transportiert wird. Hierdurch wird das plattenförmige Werkstück mit seinem in Transportrichtung
gesehen vorderen Rand exakt parallel zu einer Schnittlinie ausgerichtet, wenn es an
dem Anschlagsabschnitt der zweiten Transporteinrichtung anliegt.
[0019] Darüber hinaus wird es hierdurch ermöglicht, dass dann, wenn das Werkstück an dem
Anschlagsabschnitt anliegt, die Spannzangen eines Programmschiebers der ersten Transporteinrichtung
zuverlässig an den in Transportrichtung gesehen hinteren Rand des Werkstücks heranfahren
und diesen greifen können.
In Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass der Anschlagabschnitt am Haltearm
oder an den Haltearmen angeordnet ist. Dies ist besonders einfach und preiswert realisierbar.
[0020] In nochmaliger Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass der Anschlagabschnitt
durch eine am Haltearm ausgebildete und in der Betriebsstellung der zweiten Transporteinrichtung
vertikale Kante gebildet ist. Dies ist maximal preiswert und sehr robust.
[0021] Möglich ist auch, dass die zweite Transporteinrichtung mindestens ein Aushebeelement
aufweist, mit dem ein wenigstens teilweise in einem Sägeschlitz befindliches Restwerkstück
aus dem Sägeschlitz angehoben werden kann. Hierdurch wird die Betriebssicherheit der
Plattenaufteilanlage nochmals verbessert, da auch sehr schmale Restwerkstücke, die
in einem ungünstigen Fall teilweise in den Sägeschlitz hineingeraten können, und die
daher nicht ohne weiteres vom Angreifabschnitt erfasst und abtransportiert werden
können, zunächst aus dem Sägeschlitz angehoben werden, so dass sie dann zuverlässig
abtransportiert werden können.
[0022] In Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass das Aushebeelement einen eine schräge
Oberseite aufweisenden Aushebeabschnitt umfasst, der in der Betriebsstellung der zweiten
Transporteinrichtung in einer in der Transportrichtung verlaufenden Nut im Maschinentisch
aufgenommen ist. Dies ist eine sehr einfach zu realisierende Variante eines Aushebeelements.
Dabei können die in einem üblichen Maschinentisch ohnehin vorhandenen Spannzangennuten
zur Aufnahme des Aushebeabschnitts verwendet werden.
[0023] Ferner kann das Aushebeelement an einer Unterseite des Angreifabschnitts an dessen
abragendem Rand angeordnet sein. Somit wird das vom Aushebeelement aus dem Sägeschlitz
ausgehobene Restwerkstück sofort nach dem Ausheben abtransportiert, wodurch die Plattenaufteilanlage
besonders effizient arbeitet.
[0024] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende
Zeichnung erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht auf eine erste Ausführungsform einer Plattenbearbeitungsanlage
mit einer zweiten Transporteinrichtung, die sich in einer Ruhestellung befindet;
- Figur 2
- eine Darstellung ähnlich Figur 1 der Plattenbearbeitungsanlage, wobei sich die zweite
Transporteinrichtung in einer ersten Betriebsstellung befindet;
- Figur 3
- eine Darstellung ähnlich Figur 1 der Plattenbearbeitungsanlage, wobei sich die zweite
Transporteinrichtung in einer zweiten Betriebsstellung befindet;
- Figur 4
- eine perspektivische detaillierte Darstellung der zweiten Transporteinrichtung der
Plattenbearbeitungsanlage von Figur 1;
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung der zweiten Transporteinrichtung von Figur 4, eines
Zuführtisches und eines Maschinentisches;
- Figur 6
- eine Seitenansicht auf die Komponenten von Figur 5, wobei zusätzlich eine Abfallklappe
im heruntergeklappten Zustand dargestellt ist und wobei sich die zweite Transporteinrichtung
in einer Ruhestellung befindet;
- Figur 7
- eine Darstellung ähnlich Figur 6, wobei die Abfallklappe im hochgeklappten Zustand
dargestellt ist und wobei die zweite Transporteinrichtung etwas aus der Ruhestellung
heraus bewegt ist;
- Figur 8
- eine Seitenansicht auf ein Detail der zweiten Transporteinrichtung von Figur 7;
- Figur 9
- eine Darstellung ähnlich Figur 7, wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer
ersten Betriebsstellung befindet;
- Figur 10
- eine Darstellung ähnlich Figur 7, wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer
zweiten Betriebsstellung befindet;
- Figur 11
- eine Darstellung ähnlich zu Figur 1 einer zweiten Ausführungsform einer Plattenbearbeitungsanlage,
wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer Ruhestellung befindet,
- Figur 12
- eine Darstellung ähnlich Figur 11, wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer
ersten Betriebsstellung befindet;
- Figur 13
- eine Darstellung ähnlich Figur 11, wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer
zweiten Betriebsstellung befindet
- Figur 14
- eine Darstellung ähnlich zu Figur 7 einer dritten Ausführungsform einer Plattenbearbeitungsanlage,
wobei sich die zweite Transporteinrichtung in einer ersten Betriebsstellung befindet;
- Figur 15
- eine Darstellung ähnlich zu Figur 14, wobei sich die zweite Transporteinrichtung Zeit
in einer zweiten Betriebsstellung befindet;
- Figur 16
- eine perspektivische Darstellung der Plattenbearbeitungsanlage von Figur 14, wobei
sich die zweite Transporteinrichtung in der ersten Betriebsstellung befindet;
- Figur 17
- einen schematischen teilweisen Schnitt durch einen Bereich der Plattenbearbeitungsanlage
von Figur 14, wobei sich die zweite Transporteinrichtung in der ersten Betriebsstellung
befindet; und
- Figur 18
- eine perspektivische Darstellung eines Bereichs der Plattenbearbeitungsanlage von
Figur 14.
[0025] Funktionsäquivalente Elemente und Bereiche tragen in allen Figuren die gleichen Bezugszeichen.
Darüber hinaus sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht in allen Figuren die Bezugszeichen
sämtlicher sichtbaren Elemente und Bereiche eingetragen.
[0026] In Figur 1 trägt eine Plattenbearbeitungsanlage insgesamt das Bezugszeichen 10. Sie
umfasst einen Maschinentisch 12, der mittels Füßen 14 auf einem Boden aufgeständert
ist. In Figur 1 rechts von dem Maschinentisch 12 ist ein Zuführtisch 16 vorhanden,
der durch eine Vielzahl von Rollen 18 gebildet ist.
[0027] Zu der Plattenbearbeitungsanlage 10 gehört ferner ein links vom Maschinentisch 12
vorhandener Entnahmetisch 20, der ebenso wie der Maschinentisch 12 beispielsweise
als Luftkissentisch ausgeführt sein kann. Es versteht sich, dass in Figur 1 nur ein
Teil des Zuführtisches 16 und nur ein Teil des Entnahmetisches 20 zeichnerisch dargestellt
sind. Oberhalb von dem Maschinentisch 12 ist ein Druckbalken vorhanden, der in der
Zeichnung allerdings nicht dargestellt ist. Dieser kann vertikal bewegt werden und
ein auf dem Maschinentisch 12 liegendes Werkstück gegen dieses klemmen, wodurch es
während einer Bearbeitung sicher festliegt.
[0028] Bei der Plattenbearbeitungsanlage 10 handelt es sich vorliegend um eine Plattensäge.
Sie umfasst daher eine Sägeeinrichtung 22, die vorliegend als Untertisch-Kreissäge
mit einem vertikalen Sägeblatt 24 und einer horizontalen Drehachse 26 des Sägeblatts
24 ausgebildet ist. Durch einen Schlitz 28 kann das Sägeblatt 24 nach oben über eine
Oberseite 30 des Maschinentisches 12 bewegt werden, so dass es ein auf dem Maschinentisch
12 liegendes Werkstück bearbeiten kann. Die Oberseiten von Maschinentisch 12, Zuführtisch
16 und Entnahmetisch 20 liegen vorliegend alle auf der gleichen Ebene. Diese ist in
Figur 1 durch eine strichpunktierte Linie 30 angedeutet.
[0029] Weiterhin gehört zu der Plattenbearbeitungsanlage 10 eine erste Transporteinrichtung
32, welche ein Werkstück 34 vom Zuführtisch 16 in Richtung zum Maschinentisch 12 (Transportrichtung
36) transportieren kann. Diese erste Transporteinrichtung 32 umfasst einen Programmschieber
38, der sich senkrecht zur Zeichnungsebene von Figur 1 erstreckt und der von einem
nicht dargestellten motorischen Antrieb sowohl in Transportrichtung 36 als auch in
die entgegengesetzte Richtung bewegt werden kann. An dem Programmschieber 38 ist eine
Mehrzahl von Spannzangen 40 befestigt, welche Klemmbacken (ohne Bezugszeichen) aufweisen,
zwischen denen ein hinterer Rand 42 des Werkstücks 34 verklemmt werden kann.
[0030] Zu der Plattenbearbeitungsanlage 10 gehört aber auch eine zweite Transporteinrichtung
44, deren genauer Aufbau stärker im Detail weiter unten erläutert werden wird. In
Figur 1 ist von der zweiten Transporteinrichtung 44 lediglich ein als Schieberabschnitt
ausgebildeter Angreifabschnitt 46 gezeichnet sowie ein Haltearm 48, welcher den Schieberabschnitt
46 mit einem in Figur 1 nicht gezeichneten Basisabschnitt verbindet. Der Schieberabschnitt
46 ist mit dem Haltearm 48 starr verbunden, der Haltearm 48 gegenüber dem Basisabschnitt
dagegen schwenkbar verbunden.
[0031] In Figur 1 ist die zweite Transporteinrichtung 44 in einer Ruhestellung gezeigt,
in der der Schieberabschnitt 46 unterhalb der Oberseite 30 des Zuführtisches 16 und
des Maschinentisches 12 angeordnet ist. Das Werkstück 34 und die erste Transporteinrichtung
32 befinden sich beide in einem relativ rechten Bereich des Zuführtisches 16.
[0032] In Figur 2 befindet sich das Werkstück 34 nicht mehr, wie in Figur 1, auf dem Zuführtisch
16, sondern auf dem Maschinentisch 12, wohin es durch die erste Transporteinrichtung
32 gelangt ist. Dort haben die Spannzangen 40 der ersten Transporteinrichtung 32 das
Werkstück 34 freigegeben, und die erste Transporteinrichtung 32 wurde dann entgegen
der Transportrichtung 36 zurück bewegt, um ein weiteres Werkstück (nicht gezeigt)
zu greifen und zu transportieren.
[0033] Die zweite Transporteinrichtung 44 befindet sich nicht mehr in der Ruhestellung sondern
in einer ersten Betriebsstellung, in der der Schieberabschnitt 46 oberhalb der Oberseite
30 des Zuführtisches 16 und des Maschinentischs 12 angeordnet ist. Wie aus Figur 3
ersichtlich ist, wurde die zweite Transporteinrichtung 44 dort motorisch in Transportrichtung
36 bewegt, so dass der Schieberabschnitt 46 in Anlage an den hinteren Rand 42 des
Werkstücks 34 kam, und anschließend das Werkstück 34 vom Maschinentisch 12 auf den
Entnahmetisch 20 geschoben wurde. Der Schieberabschnitt 46 bzw. die gesamte zweite
Transporteinrichtung 44 befinden sich in Figur 3 also in einer zweiten Betriebsstellung,
in der der Schieberabschnitt 46 ebenfalls oberhalb der Oberseite 30 des Zuführtisches
16 und des Maschinentisches 12 angeordnet ist, aber zusätzlich in Transportrichtung
36 zum Ausschieben des Werkstücks 34 auf den Entnahmetisch 20 bewegt wurde.
[0034] Die Funktion der zweiten Transporteinrichtung 44 ist besonders hilfreich beispielsweise
bei einem sogenannten Kratzschnitt an einem hinteren Rand 42 des Werkstücks 34. Bei
einem solchen Kratzschnitt wird das Werkstück relativ zum Sägeblatt 24 so positioniert,
dass durch den Sägevorgang eine Materialbreite am hinteren Rand 42 abgetragen wird,
die kleiner ist als die Dicke des Sägeblatts 24. Es wird also lediglich der hintere
Rand 42 bearbeitet. Dies ist nur möglich, wenn nach der Fixierung des Werkstücks durch
den Druckbalken und vor der Bearbeitung die Spannzangen 40 den hinteren Rand 42 freigegeben
haben, das Werkstück 34 während der Bearbeitung durch die Sägeeinrichtung 22 also
nicht mehr vom Programmschieber 38 gehalten wird.
[0035] Gerade in einem solchen Fall kann nach dem Kratzschnitt das bearbeitete Werkstück
34 von der zweiten Transporteinrichtung 44 in Richtung Entnahmetisch 20 bewegt werden,
während die erste Transporteinrichtung 32 bereits wieder nach hinten entgegen der
Transportrichtung 36 bewegt wird, um ein weiteres Werkstück zu holen und in Richtung
zum Maschinentisch 12 hin zu bewegen. Somit wird Zeit gespart. Bei einer manuellen
Handhabung der Werkstücke muss die üblicherweise im Bereich des Entnahmetisches 20
stehende Bedienperson nicht mehr in den Bereich des Maschinentisches 12 langen um
das Werkstück 34 von dort auf den Entnahmetisch 20 zu ziehen. Hierdurch wird die Betriebssicherheit
der Bedienperson verbessert. Aber auch bei sog. "mannlosen" Plattenaufteilanlagen,
die für einen zumindest weitgehend oder sogar vollständig automatischen Betrieb eingerichtet
sind, wird erheblich Zeit gespart.
[0036] Nun werden die Komponenten der zweiten Transporteinrichtung 44 unter Bezugnahme auf
die Figuren 4 und 5 stärker im Detail erläutert: man erkennt, dass der Schieberabschnitt
46 als länglicher und sich senkrecht zur Zeichnungsebene der Figuren 1-3 erstreckender
Balken ausgebildet ist, der in etwa den Querschnitt eines nach unten offenen C-Profils
aufweist. Die Länge des Schieberabschnitts 46 entspricht ungefähr der Erstreckung
(quer zur Transportrichtung 36 gesehen) eines Schnittbereichs der Sägeeinrichtung
22. In der Oberseite des Schieberabschnitts 46 sind eine Mehrzahl von Aussparungen
50 vorhanden. Durch diese können dann, wenn sich die zweite Transporteinrichtung 44
entsprechend den Figuren 1 und 5 in ihrer Ruhestellung befindet, die als Stützelemente
fungierenden Rollen 18 des Zuführtisches 16 hindurchtreten. Dies ist insbesondere
aus Figur 5 ersichtlich.
[0037] Man erkennt ferner aus den Figuren 4 und 5, dass die zweite Transporteinrichtung
44 zwei in Transportrichtung 36 gesehen nebeneinander angeordnete und gleichsinnig
betriebene Teil-Transporteinrichtungen 44 A und 44 B aufweist, die jeweils einen Haltearm
48 A und 48 B aufweisen, die mit dem gemeinsamen Schieberabschnitt 46 starr verbunden
sind. Die Teil-Transporteinrichtung 44 A und 44 B sind weitgehend identisch aufgebaut,
so dass aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Figuren nicht für beide Teil-Transporteinrichtungen
44 A und 44 B jeweils sämtliche Bezugszeichen eingetragen sind. Nachfolgend werden
die Komponenten der in den Figuren 4 und 5 rechten Teil-Transporteinrichtung 44 A
erläutert, wobei zur Vereinfachung der Index A bei diesen Komponenten weggelassen
werden wird.
[0038] Die Teil-Transporteinrichtung 44 A umfasst einen bereits oben erwähnten schlittenartigen
Basisabschnitt 52, der mittels einer Linearführung 54 an einer stationären Tragstruktur
56 in Transportrichtung 36 beweglich gehalten ist. Wie bereits oben erwähnt wurde,
ist der Haltearm 48 an dem Basisabschnitt 52 schwenkbar gehalten, und zwar mittels
Gelenksbolzen 58.
[0039] An der stationären Tragstruktur 56 ist ein Antrieb 60 in Form eines Elektromotors
befestigt. Dieser treibt eine umlaufende Kette 62 an, die wiederum mit dem beweglichen
Basisabschnitt 52 verbunden ist. Ein in Figur 4 nicht sichtbares Antriebsrad der Kette
62 der Teil-Transporteinrichtung 44 A ist durch eine ein Kopplungsmittel bildende
Koppelwelle 64 mit einem ebenfalls nicht sichtbaren Antriebsrad der Kette 62 der Teil-Transporteinrichtung
44 B verbunden. Auf diese Weise treibt der Elektromotor 60 nicht nur die Kette 62
der Teil-Transporteinrichtung 44 A, sondern auch die entsprechende Kette der Teil-Transporteinrichtung
44 B an, und die beiden Ketten 62 der Teil-Transporteinrichtungen 44 A und 44B sind
kinematisch direkt und starr miteinander gekoppelt.
[0040] Die stationäre Tragstruktur 56 umfasst ferner zu beiden Seiten des Basisabschnitts
52 jeweils eine Kulisse 66, die einen stationären Steuerbereich bildet. Jede der Kulissen
66 arbeitet mit einem Kulissenrad 68 zusammen, welches an einem kastenartigen Gelenkabschnitt
69 des Haltearms 48 befestigt ist. Wie insbesondere aus Figur 8 ersichtlich ist, weist
die Kulisse 66 in einem in den Figuren äußersten rechten Endbereich einen schrägen
ersten Kulissenabschnitt 70 auf, an den sich in den Figuren nach links ein im Wesentlichen
horizontaler zweiter Kulissenabschnitt 72 anschließt.
[0041] Beispielsweise aus Figur 6 erkennt man ferner, dass der Haltearm 48 einen leichten
Knick 74 aufweist. Ein in den Figuren rechts von dem Knick 74 befindlicher Abschnitt
des Haltearms 48 ist in der beispielsweise in Figur 6 gezeigten Ruhestellung horizontal,
wohingegen in dieser Ruhestellung ein links vom Knick 74 befindlicher Bereich bzw.
Abschnitt des Haltearms 48 leicht schräg nach unten verläuft.
[0042] Wie aus den Figuren 6 und 7 ersichtlich ist, ist bei der dort gezeigten Ausführungsform
ein sich unmittelbar an den Maschinentisch 12 anschließender Bereich des Entnahmetischs
20 als Abfallklappe 75 ausgeführt, die nach unten verschwenkt (Figur 6) oder horizontal
angeordnet werden kann (Figur 7).
[0043] Eine Bewegung der zweiten Transporteinrichtung 44 wird wie folgt gesteuert (siehe
Figuren 6 bis 10): Figur 6 zeigt die zweite Transporteinrichtung 44 in ihrer Ruhestellung,
in der sich der Basisabschnitt 52 in seiner in den Figuren äußersten rechten Endlage
befindet und in der der Schieberabschnitt 46 unterhalb der Oberseite 30 von Maschinentisch
12 und Zuführtisch 16 angeordnet ist. Das Kulissenrad 68 befindet sich im Bereich
des äußersten rechten Endes des ersten Kulissenabschnitts 70, wodurch der Gelenkabschnitt
69 durch die Gewichtskraft des Haltearms 48 maximal nach unten geschwenkt ist.
[0044] Durch ein Ansteuern des Elektromotors 60 wird die Kette 62 in Bewegung versetzt,
wodurch der Basisabschnitt 52 in den Figuren nach links bewegt wird. Hierdurch läuft
das Kulissenrad 68 auf dem schrägen ersten Kulissenabschnitt 70 nach oben, wodurch
der Gelenkabschnitt 69 und mit ihm auch der Haltearm 48 um die Achse der Gelenksbolzen
58 im Uhrzeigersinn verschwenkt werden. Dies ist in den Figuren 7 und 8 gezeigt.
[0045] Wenn das Kulissenrad 68 das Ende des ersten Kulissenabschnitts 70 erreicht hat und
auf dem zweiten, horizontalen Kulissenabschnitt 72 angelangt ist, ist der Gelenkabschnitt
69 maximal verschwenkt. In dieser ersten Betriebsstellung ist der Schieberabschnitt
46 bereits oberhalb von der Oberseite 30 des Zuführtisches 16 und des Maschinentisches
12 angeordnet, er befindet sich aber in den Figuren noch knapp rechts vom Maschinentisch
12.
[0046] Durch einen weiteren Betrieb des Elektromotors 60 wird der Basisabschnitt 52 in den
Figuren weiter nach links bewegt, bis der Basisabschnitt 52 und der Gelenkabschnitt
69 in der in Figur 10 gezeigten äußersten linken Endstellung angelangt sind. In dieser
zweiten Betriebsstellung der zweiten Transporteinrichtung 44 befindet sich der Schieberabschnitt
46 am äußersten linken Rand des Maschinentisches 12. Ein zuvor auf dem Maschinentisch
12 vorhandenes Werkstück wäre somit vollständig vom Maschinentisch 12 in den Bereich
der Abfallklappe 75 bewegt worden.
[0047] Durch das Kulissenrad 68 ist also der Basisabschnitt 52 mit dem stationären Steuerbereich,
der durch die Kulisse 66 gebildet wird, kinematisch derart gekoppelt, dass er bei
einer Bewegung des Basisabschnitts 52 in Transportrichtung 36 durch die Kulisse 66
nach oben und bei einer Bewegung des Basisabschnitts 52 entgegen der Transportrichtung
36 durch das Eigengewicht des Schieberabschnitts 46 und des Haltearms 48 sowie durch
einen oberen Bereich des schrägen ersten Kulissenabschnitts 70 nach unten bewegt wird.
[0048] Es versteht sich, dass die Plattenbearbeitungsanlage nicht zwingend eine Plattensäge
sein muss, sondern jede andere Art von Plattenbearbeitungsanlage möglich ist. Beispielsweise
kann die Bearbeitung auch mittels einer Fräseinrichtung oder ähnlichem erfolgen. Ferner
kann die erste Transporteinrichtung zusätzlich zu dem Programmschieber oder alternativ
zu diesem anders ausgestaltet sein, beispielsweise eine angetriebene Rollenbahn, einen
Riemenförderer, einen Roboter, ein Saugportal, oder Ähnliches umfassen.
[0049] Ferner kann die zweite Transporteinrichtung einen Schieberabschnitt aufweisen, der
in der Ruhestellung nicht unterhalb, sondern so weit oberhalb von der Oberseite des
Zuführtisches und des Maschinentisches angeordnet ist, dass er in dieser Ruhestellung
den Transport eines auf dem Zuführtisch und/oder dem Maschinentisch liegenden Werkstücks
durch die erste Transporteinrichtung nicht behindert. Denkbar ist auch, dass mehrere
zweite Transporteinrichtung vorgesehen sind, die nebeneinander angeordnet und unabhängig
voneinander betreibbar sind, um unabhängig voneinander nebeneinanderliegende Werkstücke
vom Maschinentisch abfördern zu können. Auch der Entnahmetisch kann eine angetriebene
Rollenbahn, einen Riemenförderer, einen Roboter, ein Saugportal, oder Ähnliches umfassen.
[0050] Die in den Figuren 11-13 gezeigte Ausführungsform ist grundsätzlich ähnlich aufgebaut
wie jene der Figuren 1-10. Allerdings ist bei der Ausführungsform der Figuren 11-13
am Gelenkabschnitt 69 des Haltearms 48 ein Anschlagabschnitt 76 vorhanden, der durch
eine am Gelenkabschnitt 69 ausgebildete und in den ersten und zweiten Betriebsstellungen
der zweiten Transporteinrichtung 44 vertikale Kante gebildet wird.
[0051] Wie aus den Figuren 11-13 ersichtlich ist, befindet sich die vertikale Kante 76 in
der in Figur 11 gezeigten Ruhestellung der zweiten Transporteinrichtung 44 unterhalb
der Oberseite 30 des Maschinentisches 12 und des Zuführtisches 16, wohingegen sich
die besagte vertikale Kante 76 in der in Figur 12 gezeigten ersten Betriebsstellung
und in der in Figur 13 gezeigten zweiten Betriebsstellung der zweiten Transporteinrichtung
44 oberhalb der Oberseite 30 des Maschinentisches 12 und des Zuführtisches 16 befindet.
An der vertikalen Kante 76 ist eine von der ersten Transporteinrichtung 32 in Transportrichtung
36 bewegtes Werkstück 34 anlegbar.
[0052] Die in den Figuren 14-18 gezeigte Ausführungsform ist ebenfalls grundsätzlich ähnlich
aufgebaut wie jene der Figuren 1-10, kann aber selbstverständlich auch mit jener der
Figuren 11-13 kombiniert werden. Allerdings sind im Bereich des abragenden Randes
des Schieberabschnitts 46 mehrere voneinander beabstandete Aushebeelemente 78 angeordnet.
Wie insbesondere aus Figur 16 ersichtlich ist, sind die Aushebeelemente 78 in Richtung
des Sägeschlitzes 28 gesehen an solchen Positionen am Schieberabschnitt 46 angeordnet,
wo in der Oberseite des Maschinentisches 12 sogenannte "Spannzangennuten" 80 in Transportrichtung
36 verlaufen.
[0053] Diese Spannzangennuten 80 dienen im Normalfall dazu, bei einer Bewegung eines Werkstücks
mittels der ersten Transporteinrichtung 32 bis zum Sägeschlitz 28 oder sogar darüber
hinaus einen unteren Klemmfinger (ohne Bezugszeichen, jedoch in Figur 1 schematisch
gezeichnet) einer Spannzange 40 aufzunehmen. Wie aus Figur 16 ersichtlich ist, erstrecken
sich die Spannzangennuten 80 daher mindestens bis zum Sägeschlitz 28, im vorliegenden
Fall jedoch sogar auf beiden Seiten des Sägeschlitzes 28 in der Oberseite des Maschinentisches
12.
[0054] Wie aus Figur 18 hervorgeht, umfassen die Aushebeelemente 78 einen klotzartigen und
in der Seitenansicht im vorliegenden Ausführungsbeispiel rechteckigen Basisabschnitt
82 (wobei grundsätzlich auch andere Querschnitte möglich sind), der an einer Unterseite
84 des Schieberabschnitts 46, vorliegend mittels einer Verschraubung, so angeordnet
ist, dass er mit einer Vorderkante 86 mit einer Vorderkante 88 des Schieberabschnitts
46 in vertikaler Richtung gesehen fluchtet. Von dem Basisabschnitt 82 erstreckt sich
ein keilförmiger Aushebeabschnitt 90, der insoweit eine schräge, beispielsweise in
einem Winkel von 30-45° verlaufende Oberseite 92 aufweist, die sich zum abragenden
Ende eines Aushebeelements 78 verjüngt.
[0055] Wie aus Figur 17 hervorgeht, ist es mittels der Aushebeelemente 78 möglich, ein bei
einem Aufteilvorgang entstandenes schmales Restwerkstück 94, welches teilweise in
den Sägeschlitz 28 eingesunken ist und daher vom Schieberabschnitt 46 nicht ohne weiteres
weg geschoben werden kann, mittels der schrägen Oberseite 92 des Aushebeabschnitts
90 aus dem Sägeschlitz 28 anzuheben. Hierzu gleitet das Restwerkstück 94 auf der Oberseite
92 eines Aushebeelements 78 entlang, wodurch es nach oben bewegt wird. Danach kann
es mithilfe der Vorderkante 86 der Aushebeelemente 78 und der Vorderkante 88 des Schieberabschnitts
46 vom Maschinentisch 12 weggefördert werden. Während des Wegförderns ist der größte
Teil eines Aushebeelements 78, nämlich jener Teil, der unterhalb der Vorderkante 86
liegt, in der jeweiligen Spannzangennut 80 aufgenommen, also unterhalb der Oberseite
30 des Maschinentisches 12 angeordnet.
[0056] Es versteht sich, dass diese grundlegende Funktion des Aushebens eines Restwerkstücks
94 aus dem Sägeschlitz 28 auch möglich ist, wenn die Aushebeelemente 78 nicht über
eine vertikale Vorderkante 86 verfügen. Ferner könnte der Basisabschnitt 82 auch nicht
klotzartig sein, sondern lediglich aus einem schmalen vertikalen Blech oder ähnlichem
bestehen, welches an seiner Oberseite einen Befestigungsabschnitt zur Befestigung
am Schieberabschnitt 46 aufweist. Als Material für das Aushebeelement 78 kommt sowohl
Metall als auch Kunststoff infrage. Wird der Schieberabschnitt 46 aus Kunststoff hergestellt,
könnten die Aushebeelemente 78 mit diesem einstückig hergestellt sein.
1. Plattenbearbeitungsanlage (10), welche umfasst: einen Maschinentisch (12), auf dem
ein plattenförmiges Werkstück (34) bearbeitet werden kann; einen Zuführtisch (16),
der auf einer ersten Seite des Maschinentisches (12) angeordnet ist; einen Entnahmetisch
(20), der auf einer zweiten, von der ersten Seite entgegengesetzten Seite des Maschinentisches
(12) angeordnet ist; und mindestens eine erste Transporteinrichtung (32), welche ein
Werkstück (34) vom Zuführtisch (16) in einer Transportrichtung (36) zum Maschinentisch
(12) transportieren kann; dadurch gekennzeichnet, dass sie eine zweite Transporteinrichtung (44) aufweist, welche von der ersten Transporteinrichtung
(32) separat ist und mittels eines Angreifabschnitts (46) ein wenigstens bereichsweise
auf dem Maschinentisch (12) liegendes Werkstück (34) vom Maschinentisch (12) in der
Transportrichtung (36) vom Zuführtisch (16) weg transportieren kann, wobei die zweite
Transporteinrichtung (44) eine Ruhestellung aufweist, in der der Angreifabschnitt
(46) außerhalb, vorzugsweise unterhalb einer Oberseite (30) des Zuführtisches (16)
und des Maschinentisches (12) angeordnet ist, und eine Betriebsstellung aufweist,
in der der Angreifabschnitt (46) mindestens bereichsweise unmittelbar oberhalb der
Oberseite (30) des Zuführtisches (16) und des Maschinentisches (12) angeordnet ist.
2. Plattenbearbeitungsanlage (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transporteinrichtung (44) mindestens einen in und entgegen der Transportrichtung
(36) beweglichen Basisabschnitt (52) und mindestens einen an diesem mindestens mittelbar
befestigten und vertikal beweglichen Schieberabschnitt (46), der zum Angreifabschnitt
gehört oder diesen bildet, umfasst.
3. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieberabschnitt (46) mindestens eine Aussparung (50) aufweist, durch die dann,
wenn sich die zweite Transporteinrichtung (44) in der Ruhestellung befindet, ein Stützelement
(18) des Maschinentisches oder des Zuführtisches (16) wenigstens bereichsweise hindurchtreten
kann.
4. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieberabschnitt (46) einen Haltearm (48) umfasst, der schwenkbar am Basisabschnitt
(52) befestigt und mit einem stationären Steuerbereich (66) kinematisch derart gekoppelt
ist, dass er bei einer Bewegung des Basisabschnitts (52) in Transportrichtung (36)
nach oben und bei einer Bewegung des Basisabschnitts (52) entgegen der Transportrichtung
(36) nach unten bewegt wird.
5. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der stationäre Steuerbereich eine Kulisse (66) umfasst.
6. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der Ansprüche 2-5, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (52) mit einem flexiblen Antriebselement, insbesondere einem Riemen
oder einer Kette (62), verbunden ist, die von einem Antrieb, insbesondere einem Elektromotor
(60), angetrieben wird.
7. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transporteinrichtung (44) mindestens zwei in Transportrichtung (30) gesehen
nebeneinander angeordnete und gleichsinnig betriebene Teil-Transporteinrichtungen
(44 A, 44 B) mit jeweils einem beweglichen Basisabschnitt (52) und jeweils einem schwenkbaren
Haltearm (48) aufweist.
8. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Teil-Transporteinrichtungen (44 A) einen Antrieb (60) umfasst, der mittels
eines Kopplungsmittels (64) mit einer anderen (44 B) der Teil-Transporteinrichtungen
so gekoppelt ist, dass er auch die andere Teil-Transporteinrichtung (44 B) antreibt.
9. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der Ansprüche 7 oder 8 in Verbindung mit Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Teil-Transporteinrichtungen (44 A, 44 B) einen gemeinsamen Schieberabschnitt
(46) mit zwei Haltearmen (48) aufweisen, mittels der er an den Basisabschnitten (52)
der Teil-Transporteinrichtungen (44 A, 44 B) schwenkbar befestigt ist.
10. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transporteinrichtung (44) mindestens einen Anschlagabschnitt (76) aufweist,
an dem ein insbesondere von der ersten Transporteinrichtung (32) in Transportrichtung
(36) bewegtes Werkstück (34) anlegbar ist, der in der Ruhestellung der zweiten Transporteinrichtung
(44) unterhalb der Oberseite (30) des Zuführtisches (16) und des Maschinentisches
(12) angeordnet ist, und der in der Betriebsstellung der zweiten Transporteinrichtung
(44) mindestens bereichsweise oberhalb der Oberseite (30) des Zuführtisches (16) und
des Maschinentisches (12) angeordnet ist.
11. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 10 in Verbindung mindestens mit einem der
Ansprüche 4, 7 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagabschnitt (76) am Haltearm (48) oder an den Haltearmen (48) angeordnet
ist.
12. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagabschnitt durch eine am Haltearm (48) ausgebildete und in der Betriebsstellung
der zweiten Transporteinrichtung (44) vertikale Kante (76) gebildet ist, vorzugsweise
wobei der Anschlagabschnitt (76) auf der zum Zuführtisch (16) zugewandten Seite der
zweiten Transporteinrichtung (44) angeordnet ist.
13. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Transporteinrichtung (44) mindestens ein Aushebeelement (78) aufweist,
mit dem ein wenigstens teilweise in einem Sägeschlitz (28) befindliches Restwerkstück
(94) aus dem Sägeschlitz (28) angehoben werden kann.
14. Plattenaufteilanlage (10) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Aushebeelement (78) einen eine schräge Oberseite (92) aufweisenden Aushebeabschnitt
(90) umfasst, der in der Betriebsstellung der zweiten Transporteinrichtung (44) in
einer in der Transportrichtung (36) verlaufenden Nut (80) im Maschinentisch (12) aufgenommen
ist.
15. Plattenaufteilanlage (10) nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Aushebeelement (78) an einer Unterseite des Angreifabschnitts (46) an dessen
abragendem Rand (88) angeordnet ist.