[0001] Die Erfindung betrifft eine Treibstangensperre für einen Treibstangenbeschlag eines
Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen mit einem zur Verbindung mit einer Treibstange
des Treibstangenbeschlages vorgesehenen Formschlusselement und mit einem Sperrelement,
mit einem Gehäuse zur Führung des Sperrelementes zwischen einer mit dem Formschlusselement
in Eingriff stehenden Sperrstellung und einer von dem Formschlusselement getrennten
Freigabestellung und mit einem Betätigungselement zur Bewegung des Sperrelementes.
[0002] Eine Zusatzverriegelungsvorrichtung ist beispielsweise aus der
DE 20 2010 013 833 U1 bekannt. Bei dieser Zusatzverriegelungsvorrichtung ist auf einer Getriebeschiene
ein als Zahnstange ausgebildetes Formschlusselement angeordnet. In das Formschlusselement
dringt ein eine Verzahnung aufweisendes Sperrelement ein. Das Sperrelement ist mit
einem gegen die Kraft eines Federelementes niederdrückbaren Betätigungselement verbunden.
Beim Niederdrücken des Betätigungselementes wird der Formschluss zwischen Formschlusselement
und Sperrelement gelöst und die Getriebeschiene kann verstellt werden. Nach dem Loslassen
des Betätigungselementes wird das Sperrelement durch die Kraft des Federelementes
in das Formschlusselement gedrückt und die Bewegung der Getriebeschiene ist blockiert.
Nachteilig bei dieser Zusatzverriegelungsvorrichtung ist jedoch, dass die Handhabung
sehr unkomfortabel ist. Zum Antrieb der Getriebeschiene sind mit dem Niederdrücken
des Betätigungselementes und der Bedienung der Getriebeschiene gleichzeitig zwei Handgriffe
erforderlich.
[0003] Weiterhin ist aus der
EP 2 620 572 A2 eine Sperreinrichtung zur Sperrung einer Bewegung eines gegen einen Rahmen bewegbaren
Flügels bekannt. Bei dieser Sperreinrichtung wird ein Schlüssel eingesetzt, um zunächst
eine Blockiereinrichtung anzusteuern und anschließend einen Riegel zu verschwenken.
Auch diese Sperreinrichtung ist durch den Einsatz des Schlüssels aufwändig in der
Bedienung.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Treibstangensperre der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass sie besonders komfortabel zu bedienen ist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Sperrelement mit einer
Rasteinrichtung verbunden ist, dass die Rasteinrichtung zwei Rastpositionen zur Halterung
des Sperrelementes in der Sperrstellung und in der Freigabestellung hat.
[0006] Durch diese Gestaltung lässt sich durch eine entsprechende Wahl der Stellung des
Sperrelementes festlegen, ob der Treibstangenbeschlag antreibbar oder gesperrt ist.
Damit ist zum Antrieb des Treibstangenbeschlages nur ein einziger Handgriff erforderlich.
Die Betätigung der Treibstangensperre gestaltet sich hierdurch besonders komfortabel.
[0007] Die Rasteinrichtung lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung besonders komfortabel nach einem so genannten Pusch-Pusch-Prinzip antreiben,
wenn die Rasteinrichtung eine von dem Betätigungselement in dem Gehäuse verschiebbaren
und drehbar gelagerten Antriebsbolzen hat, wenn in dem Antriebsbolzen eine umlaufende
Kurvenführung angeordnet ist, wenn das Gehäuse einen in die Kurvenführung eindringenden
Steuerzapfen hat, wenn die Kurvenführung eine Antriebskante zur stückweisen Verdrehung
des Antriebsbolzens beim Niederdrücken des Betätigungselementes hat und eine Stützkante
mit Taschen für die Aufnahme des Steuerzapfens in den beiden Rastpositionen hat und
wenn Steuerzapfen und Stützkante gegeneinander vorgespannt sind. Diese Gestaltung
ermöglicht beim Niederdrücken des Betätigungselementes jeweils den Wechsel der Rastpositionen
des Sperrelementes. Selbstverständlich kann in kinematischer Umkehr die Kurvenführung
auch in dem Gehäuse und der Steuerzapfen auf dem Antriebsbolzen angeordnet sein.
[0008] Die Treibstangensperre weist gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung besonders wenige zu montierende Bauteile auf, wenn das Sperrelement in den
Bewegungsbereich eines auf der Treibstange befestigten Schließzapfens hineinragt.
Durch diese Gestaltung wird ein ohnehin vorhandener Schließzapfen als Formschlusselement
genutzt. Im einfachsten Fall ist das Sperrelement bolzenförmig ausgebildet und sperrt
die Bewegung des als Formschlusselement ausgebildeten Schließzapfens aus einem Schließblech
heraus.
[0009] Meist befindet sich die in ihrer Bewegung zu sperrende Treibstange in einer Endstellung.
Die Treibstangensperre verhindert zuverlässig ein Herausbewegen der Treibstange aus
der Endstellung, wenn das Sperrelement bolzenförmig ausgebildet ist. Durch eine Bolzenform
vermag das Sperrelement das Formschlusselement in einer Bewegungsrichtung abzustützen
und hat dabei eine besonders hohe Stabilität.
[0010] Eine Blockierung der Bewegung der Treibstange in beide Antriebsrichtungen gestaltet
sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders
einfach, wenn das Sperrelement gabelförmig ausgebildet ist. Die gabelförmige Gestaltung
des Sperrelementes würde ein Umgreifen des Formschlusselementes und damit dessen Blockierung
in beide Bewegungsrichtungen ermöglichen.
[0011] Die Treibstangensperre lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung besonders einfach in einer Bohrung in einem Flügel des Fensters oder
der Fenstertür montieren, wenn das Gehäuse zylindrisch gestaltet ist und einen hervorstehenden
umlaufenden Bund als Anschlag hat. Der Bund bildet einen Anschlag auf dem Flügel und
legt damit die Position des Sperrelementes gegenüber dem Formschlusselement fest.
[0012] Die Treibstangensperre gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn das Betätigungselement als bündig
mit dem Gehäuse abschließender Taster ausgebildet ist. Weiterhin lässt sich hierdurch
das mit der Treibstangensperre ausgestattete Fenster einfach reinigen. Ein weiterer
Vorteil dieser Gestaltung besteht darin, dass der Taster und damit die Treibstangensperre
von außerhalb des Fensters oder der Fenstertür nicht sichtbar sind. Dies erschwert
ein mögliches unberechtigtes Entriegeln des mit der Treibstangensperre ausgestatteten
Treibstangenbeschlages von einer Außenseite des Fensters oder der Fenstertür.
[0013] Zur weiteren Vereinfachung der Nachrüstung der Treibstangensperre trägt es gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn die Höhe des Gehäuses
kleiner oder gleich der Dicke eines Flügelüberschlages des Fensters oder der Fenstertür
ist.
[0014] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Fenster mit einem Treibstangenbeschlag und einer Treibstangensperre,
- Fig. 2
- stark vergrößert einen Teilbereich eines Flügels des Fensters aus Figur 1 in einer
Schnittdarstellung entlang der Linie II-II mit der Treibstangensperre in Freigabestellung,
- Fig. 3
- stark vergrößert den Teilbereich eines Flügels mit der Treibstangensperre aus Figur
2 in Sperrstellung,
- Fig. 4
- einzelne Bauteile der Treibstangensperre in einer Explosionsdarstellung
- Fig. 4a
- eine alternative Ausführungsform eines Sperrelementes der Treibstangensperre.
[0015] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem gegen einen Rahmen 1 schwenkbaren Flügel 2 und
mit einem Treibstangenbeschlag 3 zur Verriegelung des Flügels 2 in dem Rahmen 1. Der
Treibstangenbeschlag 3 hat eine von einer Handhabe 4 antreibbare Treibstange 5 zum
Antrieb von mehreren Verschlüssen 6. Unmittelbar vor einem der Verschlüsse 6 ist eine
Treibstangensperre 7 angeordnet. Die Treibstangensperre 7 hat ein von der Seite der
Handhabe 4 niederdrückbares Betätigungselement 8. Der Treibstangenbeschlag 3 befindet
sich in Schließstellung, in der der Flügel 2 im Rahmen 1 verriegelt ist.
[0016] Figur 2 zeigt eine Schnittdarstellung durch das Fenster im Bereich der Treibstangensperre
7 entlang der Linie II - II aus Figur 1. Der Schnitt verläuft durch einen Rand des
Rahmens 1 überdeckenden Flügelüberschlag 9. Zur Vereinfachung der Zeichnung sind Bauteile
des Rahmens 1 nicht dargestellt. Der Treibstangenbeschlag 3 hat einen auf der Treibstange
5 befestigten Schließzapfen 10, welcher in der dargestellten verriegelten Stellung
in einem nicht dargestellten Schließblech am Rahmen 1 gehalten ist. Die Treibstangensperre
7 hat ein in dem Flügelüberschlag 9 gehaltenes Gehäuse 11 und ein von dem Bedienelement
8 antreibbares Sperrelement 12. Das Bedienelement 8 schließt nahezu bündig mit der
Oberseite des Flügels 2 ab. Das Sperrelement 12 befindet sich außerhalb des Bewegungsbereichs
des Schließzapfens 10 in einer Freigabestellung. In dieser Stellung lässt sich die
Treibstange 5 über die Handhabe 4 antreiben und der Schließzapfen 10 des Verschlusses
6 bewegen.
[0017] Figur 3 zeigt die Schnittdarstellung aus Figur 2 in einer Sperrstellung der Treibstangensperre
7. In dieser Sperrstellung ragt das Sperrelement 12 in den Bewegungsbereich des Schließzapfens
10 hinein und verhindert damit dass dieser aus dem Schließblech des Verschlusses 6
herausbewegt werden kann. Hierdurch ist die Bewegung des Schließzapfens 10 und damit
der Antrieb des Treibstangenbeschlages 3 blockiert. Der Schließzapfen 10 bildet damit
ein Formschlusselement 13 zur Erzeugung eines Formschlusses zwischen dem feststehenden
Sperrelement 12 und der Treibstange 5 für die Treibstangensperre 7. Da sich in der
dargestellten Stellung des Treibstangenbeschlages 3 der Schließzapfen 10 ohnehin in
einer Endstellung befindet, blockiert Sperrelement 12 durch eine bolzenförmige Gestaltung
die Herausbewegung des Schließzapfens 10 aus dieser Endstellung und bei Verwendung
eines Schließblechs die Herausbewegung des Schließzapfens 10 aus dem Schließblech.
[0018] In einer alternativen Gestaltung kann das Gehäuse 11 auch rechteckig gestaltet sein.
[0019] Figur 4 zeigt einzelne im Flügelüberschlag 9 zu montierende Bauteile der Treibstangensperre
7 in einer Explosionsdarstellung. Das Gehäuse 11 ist zylindrisch gestaltet und hat
einen umlaufenden Bund 14 zur Auflage auf dem in den Figuren 2 und 3 dargestellten
Flügelüberschlag 9. Damit ist die Position der Treibstangensperre 7 im Flügel 2 einfach
festgelegt. Die Treibstangensperre 7 hat eine Rasteinrichtung 15 mit einem von dem
Betätigungselement 8 in dem Gehäuse 11 verschiebbaren und drehbar gelagerten Antriebsbolzen
16. Das Sperrelement 12 ragt von dem Antriebsbolzen 16 hervor und ist bolzenförmig
ausgebildet. Der Antriebsbolzen 16 hat auf seiner Mantelfläche eine umlaufende Kurvenführung
17 und das Gehäuse 11 einen in die Kurvenführung 17 eindringenden Steuerzapfen 18.
Die Kurvenführung 17 hat eine Antriebskante 19 zur stückweisen Verdrehung des Antriebsbolzens
16 beim Niederdrücken des Betätigungselementes 8 und eine Stützkante 20 mit Taschen
21 für die Aufnahme des Steuerzapfens 18 in den beiden in den Figuren 2 und 3 beschriebenen
Rastpositionen. Der Antriebsbolzen 16 ist in Richtung des Betätigungselementes 8 mittels
eines nicht dargestellten Federelementes vorgespannt. Hierdurch ist auch die Stützkante
20 gegen den Steuerzapfen 18 vorgespannt. Die in den Figuren 2 und 3 dargestellten
Rastpositionen werden damit durch mehrmaliges Niederdrücken des Bedienelementes 8
nacheinander aktiviert und deaktiviert.
[0020] Figur 4a zeigt eine alternative Ausführungsform eines Sperrelementes 23, welches
sich von dem aus Figur 4 nur dadurch unterscheidet, dass es gabelförmig ausgebildet
ist. Hierdurch vermag das Sperrelement 23 das in den Figuren 2 und 3 dargestellte
Formschlusselement 13 seitlich umgreifen und die Bewegung in beide Bewegungsrichtungen
der Treibstange 5 blockieren. Das Sperrelement 23 wird über eine Lagerung an dem in
Figur 4 dargestellten Antriebsbolzen 16 befestigt.
1. Treibstangensperre (7) für einen Treibstangenbeschlag (3) eines Fensters, einer Fenstertür
oder dergleichen mit einem zur Verbindung mit einer Treibstange (5) des Treibstangenbeschlages
(3) vorgesehenen Formschlusselement (13) und mit einem Sperrelement (12, 23), mit
einem Gehäuse (11) zur Führung des Sperrelementes (12, 23) zwischen einer mit dem
Formschlusselement (13) in Eingriff stehenden Sperrstellung und einer von dem Formschlusselement
(13) getrennten Freigabestellung und mit einem Betätigungselement (8) zur Bewegung
des Sperrelementes(12, 23), dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (12, 23) mit einer Rasteinrichtung (15) verbunden ist, dass die
Rasteinrichtung (15) zwei Rastpositionen zur Halterung des Sperrelementes (12, 23)
in der Sperrstellung und in der Freigabestellung hat.
2. Treibstangensperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasteinrichtung (15) eine von dem Betätigungselement (8) in dem Gehäuse (11)
verschiebbaren und drehbar gelagerten Antriebsbolzen (16) hat, dass in dem Antriebsbolzen
(16) eine umlaufende Kurvenführung (17) angeordnet ist, dass das Gehäuse (11) einen
in die Kurvenführung (17) eindringenden Steuerzapfen (18) hat, dass die Kurvenführung
(17) eine Antriebskante (19) zur stückweisen Verdrehung des Antriebsbolzens (16) beim
Niederdrücken des Betätigungselementes (8) hat und eine Stützkante (20) mit Taschen
(21, 22) für die Aufnahme des Steuerzapfens (18) in den beiden Rastpositionen hat
und dass Steuerzapfen (18) und Stützkante (20) gegeneinander vorgespannt sind.
3. Treibstangensperre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (12) in den Bewegungsbereich eines auf der Treibstange (5) befestigten
Schließzapfens (10) hineinragt.
4. Treibstangensperre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (12) bolzenförmig ausgebildet ist.
5. Treibstangensperre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (23) gabelförmig ausgebildet ist.
6. Treibstangensperre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (11) zylindrisch gestaltet ist und einen hervorstehenden umlaufenden
Bund (14) als Anschlag hat.
7. Treibstangensperre nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (8) als bündig mit dem Gehäuse (11) abschließenden Taster
ausgebildet ist.
8. Treibstangensperre nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Gehäuses (11) kleiner oder gleich der Dicke eines Flügelüberschlages
(9) des Fensters oder der Fenstertür ist.