[0001] Die Erfindung betrifft eine Sprengladung mit vorgegebenem Volumen und vorgegebener
äußerer Form sowie ein Geschoss.
[0002] Der technische Fortschritt hat inzwischen zu einer erheblich verbesserten Zielgenauigkeit
von Geschossen geführt. Bei sog. "chirurgischen Eingriffen" soll ein exakt lokalisiertes
Ziel getroffen werden. Die Umgebung des Ziels soll jedoch verschont werden. Es ist
also nur eine reduzierte Sprengwirkung gewünscht. Durch den technischen Fortschritt
können inzwischen auch sehr hohe Abschussgeschwindigkeiten erzielt werden. Die hohe
kinetische Energie des Geschosses erlaubt ebenfalls eine Reduktion der Menge des mitgeführten
Sprengstoffs. Es besteht also ein Bedarf, die Menge des von einem Geschoss mitgeführten
Sprengstoffs skalieren zu können.
[0003] Nach dem Stand der Technik werden allgemein Geschosse mit Sprengladungen befüllt.
Dabei richtet sich die Sprengwirkung eines Geschosses im Wesentlichen nach der Größe
der im Geschoss aufgenommenen Sprengladung und damit nach der Geschossgröße.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen.
Es soll insbesondere eine Sprengladung mit vorgegebenem Volumen und vorgegebener äußerer
Form bereitgestellt werden, bei der auf eine einfache Art und Weise die Menge des
in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffs einstellbar ist. Weiterhin soll ein
eine solche Sprengladung aufnehmendes Geschoss bereitgestellt werden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 11 gelöst. Zweckmäßige
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 10.
[0006] Nach Maßgabe der Erfindung ist die Sprengladung aus einer vorgegebenen Anzahl von
miteinander verbundenen vorgeformten Segmenten gebildet, welche jeweils entweder ein
Sprengstoff enthaltendes Sprengstoffsegment oder ein keinen Sprengstoff enthaltendes
Inertsegment sind, wobei zumindest ein Segment ein Sprengstoffsegment ist, so dass
die Menge des in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffs in Abhängigkeit von der
Anzahl der Sprengstoffsegmente einstellbar ist.
[0007] Im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Segmente bereits dann als miteinander
verbunden bezeichnet, wenn sie in einer vorgegebenen Anordnung aneinander liegen.
[0008] Die Segmente sind vorzugsweise mittels eines Pressverfahrens als Presslinge vorgeformt.
Die Segmente sind vorteilhafterweise rotationssymmetrisch ausgestaltet. Auch beim
Verbinden der vorgeformten Segmente wird vorteilhafterweise eine rotationssymmetrische
Form gebildet. Durch das Verbinden mehrerer vorgeformter Segmente kann eine Sprengladung
vorgegebener Größe und äußerer Form zur Aufnahme in einer Geschosshülle bereitgestellt
werden. Dabei kann ein beliebiges Verhältnis aus Länge und Durchmesser der Sprengladung
erzielt werden. Je nach Anzahl der Inertsegmente, die anstatt von Sprengstoffsegmenten
in der Sprengladung vorgesehen sind, kann die in der Sprengladung aufgenommene Menge
an Sprengstoff schrittweise reduziert werden. Entsprechend kann die Sprengwirkung
der Sprengladung schrittweise reduziert werden. Selbstverständlich hat jedes Segment
ein vorgegebenes Volumen und eine vorgegebene äußere Form, unabhängig davon, ob es
als Sprengstoffsegment oder als Inertsegment ausgestaltet ist.
[0009] Die Sprengstoffsegmente enthalten vorzugsweise einen Nitramin-Sprengstoff, insbesondere
Hexogen. Die Inertsegmente weisen vorzugsweise die gleiche Dichte wie die Sprengstoffsegmente
auf. Die Inertsegmente können Kochsalz, Zucker und/oder Puderzucker enthalten. Die
Segmente werden vorzugsweise ausgehend von einer losen Schüttung gepresst. Das Pressverfahren
wird vorzugsweise im Vakuum durchgeführt. Die gepressten Segmente weisen daher keine
Lufteinschlüsse auf.
[0010] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen die Segmente eine zylindrische
und/oder konische Form auf. Die konischen Segmente können als Kegelstumpf ausgestaltet
sein. Die konischen Segmente können jedoch auch einen kegelstumpfförmigen Abschnitt
umfassen, der einseitig oder beidseitig in einen zylindrischen Abschnitt übergeht.
Solche Segmente lassen sich in einem Pressverfahren einfacher herstellen als rein
kegelstumpfförmige Segmente. Vorteilhafterweise sind die Segmente an der Grund- bzw.
Deckfläche miteinander verbunden. Vorzugsweise bilden die miteinander verbundenen
Segmente eine rotationssymmetrische Form, welche einen zylindrischen Abschnitt und
zumindest zu einem Ende hin einen sich verjüngenden Abschnitt aufweist. Der sich verjüngende
Abschnitt kann konisch, insbesondere kegelstumpfförmig, ausgestaltet sein. Der sich
verjüngende Abschnitt wird vorzugsweise durch zumindest zwei konische Segmente gebildet.
Die zumindest zwei konischen Sprengstoffsegmente weisen vorzugsweise ein gleiches
Kegelverhältnis auf. Der zylindrische Abschnitt wird vorzugsweise durch zumindest
zwei zylindrische Sprengstoffsegmente gebildet. Die zumindest zwei zylindrischen Sprengstoffsegmente
weisen vorzugsweise einen gleichen Zylinderradius auf.
[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen zumindest zwei
Segmente ein gleiches Volumen auf. Zusätzlich können die zumindest zwei Segmente eine
gleiche äußere Form aufweisen. Insbesondere können zwei zylindrische Segmente das
gleiche Volumen und die gleiche äußere Form aufweisen. Es können aber auch alle Segmente
so ausgestaltet sein, dass sie jeweils das gleiche Volumen aufweisen. In diesem Fall
ist die Menge des in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffs ausschließlich von
der Anzahl der als Sprengstoffsegmente ausgestalteten Segmente abhängig.
[0012] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen zumindest zwei
Segmente jeweils ein unterschiedliches Volumen und eine unterschiedliche äußere Form
auf. Insbesondere können zumindest zwei kegelstumpfförmige Segmente ein unterschiedliches
Volumen und eine unterschiedliche äußere Form aufweisen. Ist ein Inertsegment anstelle
eines Sprengstoffsegments mit kleinem Volumen vorgesehen, wird die in der Sprengladung
aufgenommene Sprengstoffmenge um ein geringeres Maß reduziert, als wenn ein Inertsegment
anstelle eines Sprengstoffsegments mit großem Volumen vorgesehen ist. Die Menge des
in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffs kann somit eingestellt werden sowohl
in Abhängigkeit von der Anzahl der Sprengstoffsegmente als auch in Abhängigkeit von
der Auswahl, durch welche Segmente diese Anzahl an Sprengstoffsegmenten bereitgestellt
wird. Das Vorsehen von Segmenten mit verschiedenen Volumina ermöglicht also eine feinere
Einstellbarkeit der in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffmenge.
[0013] Die Sprengladung kann weiterhin eine an den verbundenen Segmenten angeordnete Zentriervorrichtung
zum Zentrieren der verbundenen Segmente in der Geschosshülle umfassen. Durch Vorsehen
der Zentriervorrichtung wird sichergestellt, dass die Sprengladung derart in der Geschosshülle
aufgenommen werden kann, dass die Sprengladung gleichmäßig von der Geschosshülle umgeben
wird. Die Geschosshülle ist dabei vorteilhafterweise von den Segmenten mit einem in
Umfangsrichtung gleichbleibenden Abstand beabstandet.
[0014] Die Zentriervorrichtung kann Zentriererhebungen aufweisen. Vorzugsweise weist die
Zentriervorrichtung drei bis acht Zentriererhebungen auf. Besonders bevorzugt werden
drei Zentriererhebungen. Vorzugsweise weist die Zentriervorrichtung weiterhin ein
Verbindungsteil auf. Das Verbindungsteil kann insbesondere kegelstumpfförmig oder
zylindrisch ausgestaltet sein. Die Zentriererhebungen sind vorzugsweise an einer Mantelfläche
des Verbindungsteils angeordnet. Die Zentriererhebungen sind vorzugsweise in zueinander
gleichen Abständen angeordnet. Vorzugsweise verlaufen die Zentriererhebungen jeweils
entlang von Mantellinien des kegelstumpfförmigen bzw. zylindrischen Verbindungsteils.
Die Zentriererhebungen erfüllen die Funktion von Abstandshaltern. Durch die Zentriererhebungen
wird ein Ringspalt zwischen den Segmenten und der Geschosshülle vorgegeben.
[0015] Die Zentriervorrichtung ist vorzugsweise an einem freien Ende des sich verjüngenden
Abschnitts angeordnet. Die Zentriervorrichtung kann aber auch zwischen zwei Segmenten
angeordnet sein. Dabei kann die Zentriervorrichtung dem sich verjüngenden Abschnitt
oder dem zylindrischen Abschnitt angehören.
[0016] Für den Fall, dass die Zentriervorrichtung an einem freien Ende des sich verjüngenden
Abschnitts oder im sich verjüngenden Abschnitt zwischen zwei Segmenten angeordnet
ist, weist die Zentriervorrichtung vorzugsweise ein kegelstumpfförmiges Verbindungsteil
auf. Das kegelstumpfförmige Verbindungsteil und der sich verjüngende Abschnitt weisen
vorzugsweise ein gleiches Kegelverhältnis auf.
[0017] Für den Fall, dass die Zentriervorrichtung dem zylindrischen Abschnitt angehört,
weist die Zentriervorrichtung vorzugsweise ein zylindrisches Verbindungsteil auf.
Das zylindrisches Verbindungsteil und der zylindrischen Abschnitt weisen vorzugsweise
einen gleichen Zylinderradius auf.
[0018] Es können auch mehrere Zentriervorrichtungen vorgesehen sein. Beispielsweise kann
eine Zentriervorrichtung am freien Ende des sich verjüngenden Abschnitts und eine
weitere Zentriervorrichtung zwischen zwei Segmenten angeordnet sein. Die weitere Zentriervorrichtung
kann zwischen zwei konischen Segmenten, zwischen einem konischen und einem zylindrischen
Segment oder zwischen zwei zylindrischen Segmenten angeordnet sein. Dabei können die
Zentriervorrichtungen in Umfangsrichtung zueinander versetzt angeordnete Zentriererhebungen
aufweisen.
[0019] Die Zentriervorrichtung bzw. die Zentriervorrichtungen können mittels einer Nut-Feder-Verbindung
bzw. Spundung und/oder mittels einer Verklebung an zumindest einem benachbarten Segment
angebracht sein.
[0020] Die Zentriervorrichtung kann aus einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt sein.
Der thermoplastische Kunststoff ist vorzugsweise Polyoxymethylen (POM). Die Zentriervorrichtung
kann einstückig, z. B. als Spritzgussteil, hergestellt werden. Alternativ können das
Verbindungsteil und die Zentriererhebungen einzeln hergestellt sein und mittels eines
Klebstoffs zusammengeklebt sein. Der Klebstoff kann ein Epoxidharz bzw. ein Zwei-Komponentensystem
aus Epoxidharz und Härter sein. Der Klebstoff kann beispielsweise Kleiberit enthalten.
Unabhängig vom Verbindungsteil hergestellte Zentriererhebungen können auch aus einem
thermoplastischen Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), gebildet sein.
Sie können jedoch auch aus einem anderem Material, z. B. aus Metall, gebildet sein.
[0021] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Sprengladung
weiterhin einen die Segmente umgebenden Schrumpfschlauch. Der Schrumpfschlauch bedeckt
vorzugsweise die gesamte Mantelfläche des zylindrischen und des sich verjüngenden
Abschnitts, d. h. die Mantelflächen aller Segmente. Zusätzlich kann der Schrumpfschlauch
zumindest ein freies Ende des sich verjüngenden und/oder zylindrischen Abschnitts
zumindest teilweise bedecken. Der Schrumpfschlauch kann das Verbindungsteil der Zentriervorrichtung
zumindest teilweise bedecken. Vorteilhafterweise werden die Zentriererhebungen nicht
vom Schrumpfschlauch bedeckt. Der Schrumpfschlauch bewirkt einen mechanischen Schutz
für die Sprengladung. Er hält die Segmente zusammen und stabilisiert den Aufbau der
Sprengladung. Weiterhin schützt der Schrumpfschlauch die Segmente vor einem Kontakt
mit Sauerstoff. Bei einem Kontakt des in den Sprengstoffsegmenten enthaltenen Sprengstoffs
mit Sauerstoff könnte sich der Sprengstoff entzünden. Insbesondere könnte es zu einer
ungewünschten Detonation des Sprengstoffs kommen. Der Schrumpfschlauch verhindert
also ein ungewünschtes Entzünden und Detonieren des Sprengstoffs.
[0022] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Sprengladung
an zumindest einem von der Schrumpffolie nicht bedeckten Bereich eine Versiegelung
durch eine Klebstoffschicht auf. Eine Klebstoffschicht kann an zumindest einem freien
Ende des zylindrischen und/oder zumindest eines sich verjüngenden Abschnitts der Sprengladung
stirnseitig vorgesehen sein. Insbesondere kann die Klebstoffschicht an dem der Zentriervorrichtung
gegenüberliegenden Ende der Sprengladung stirnseitig vorgesehen sein. Die Klebstoffschicht
schützt die Sprengladung vor einem Kontakt mit Sauerstoff und verhindert dadurch die
Gefahr eines ungewünschten Entzündens bzw. Detonierens des Sprengstoffs.
[0023] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Segmente durch
zumindest eine Verklebung miteinander verklebt. Vorzugsweise sind benachbarte Segmente
jeweils durch eine Verklebung miteinander verklebt. Die Verklebung der Segmente bewirkt
eine besonders gute Verbindung der Segmente miteinander. Weiterhin kann durch die
Verklebung ein Verbleiben von Luft zwischen den Segmenten verhindert werden. Dadurch
kann ein Kontakt der Sprengstoffsegmente mit Sauerstoff und die damit einhergehende
Gefahr eines ungewünschten Entzündens bzw. Detonierens des Sprengstoffs verhindert
werden.
[0024] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bilden benachbarte
Segmente jeweils miteinander eine formschlüssige Verbindung nach dem Prinzip einer
Nut-Feder-Verbindung und/oder Spundung aus. Dadurch kann sichergestellt werden, dass
die einzelnen Segmente unter Ausbildung einer glatten Mantelfläche präzise miteinander
verbunden werden können, ohne dabei seitlich gegeneinander verrutschen zu können.
Entsprechend können auch die Zentriervorrichtung und zumindest ein ihr benachbartes
Segment eine formschlüssige Verbindung nach dem Prinzip einer Nut-Feder-Verbindung
bzw. Spundung ausbilden. Dadurch können stufenförmige Übergänge zwischen den einzelnen
Segmenten bzw. zwischen der Zentriervorrichtung und dem zumindest einen ihr benachbarten
Segment verhindert werden. Es verbleiben keine Lufteinschlüsse unter dem Schrumpfschlauch.
Es kann also insbesondere ein durch ungewünschten Sauerstoffkontakt verursachtes Entzünden
bzw. Detonieren des Sprengstoffs verhindert werden.
[0025] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Verklebung
der Segmente miteinander und/oder die Klebstoffschicht aus einem Epoxidharz gebildet.
Das Epoxidharz kann in einem Zwei-Komponentensystem mit einem Härter ausgehärtet sein.
Die Verklebung der Segmente miteinander und/oder die Klebstoffschicht kann beispielsweise
mittels Kleiberit erfolgen.
[0026] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Sprengladung
eine Länge zwischen 30 und 100 cm auf. Vorzugsweise weist die Sprengladung eine Länge
zwischen 45 und 80 cm auf.
[0027] Nach Maßgabe der Erfindung umfasst das Geschoss eine Geschosshülle sowie eine mit
einer Vergussmasse in der Geschosshülle umgossene erfindungsgemäße Sprengladung. Bei
dem Geschoss kann es sich um eine Granate, insbesondere um eine Granate des Typs Vulcano,
handeln. Die erfindungsgemäße Sprengladung kann insbesondere die Hauptladung für die
Unterkalibervarianten des Typs Vulcano mit 155 mm bzw. 127 mm bilden. Eine erfindungsgemäße
Sprengladung kann sowohl in der gelenkten (GLR = guided long range), als auch in der
ungelenkten Variante (BER = ballistic extended range) davon aufgenommen werden. Die
Vergussmasse kann ein Gießharz bzw. ein Klebstoff sein. Durch Vorsehen der Zentriervorrichtung
wird sichergestellt, dass die Vergussmasse die Sprengladung gleichmäßig umgibt. Die
Vergussmasse bildet dabei vorteilhafterweise eine die Sprengladung umgebende Schicht
mit einer konstanten Dicke in Umfangsrichtung. Beim Einbringen der Vergussmasse kann
eine Bildung von Lufteinschlüssen dank der gleichmäßigen Verteilung der Vergussmasse
um die Sprengladung herum verhindert werden. Weiterhin begünstigt die gleichmäßige
Verteilung der Vergussmasse die Fragmentierung der Geschosshülle im Ziel.
[0028] Durch das Vorsehen von Inertsegmenten anstelle von Sprengstoffsegmenten kann die
Sprengwirkung eines vorgegebenen Geschosses reduziert werden.
[0029] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Längsschnittansicht einer ersten Sprengladung,
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht einer zweiten Sprengladung und
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittansicht eines Geschosses mit darin aufgenommener Sprengladung.
[0030] Fig. 1 zeigt eine schematische Längsschnittansicht einer ersten erfindungsgemäßen
Sprengladung 1. Die erste Sprengladung 1 umfasst genau einen sich verjüngenden Abschnitt
2 und einen zylindrischen Abschnitt 3. Der sich verjüngende Abschnitt 2 bildet den
Heckteil der Sprengladung 1 und ist konisch ausgestaltet. Die erste Sprengladung 1
ist für die Verwendung in einer eine Lenkeinheit umfassenden gelenkten Granate ausgestaltet.
Die Lenkeinheit (nicht dargestellt) ist an einer dem sich verjüngenden Abschnitt 2
gegenüberliegenden Vorderseite des zylindrischen Abschnitts 3 angeordnet. Die erste
Sprengladung 1 ist aus einzelnen rotationssymmetrischen Segmenten aufgebaut. In der
erste Sprengladung 1 sind abwechselnd Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c und Inertsegmente
5a, 5b vorgesehen. Die Anordnung von Sprengstoffsegmenten und Inertsegmenten kann
beliebig sein. Insbesondere können auch mehrere Sprengstoffsegmente oder mehrere Inertsegmente
unmittelbar aufeinanderfolgen. Die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c sind Presslinge,
welche zu 90 bis 94 Gew.% aus Hexogen und zu 6 bis 10 Gew.% aus Zusatzstoffen bestehen.
Beispielsweise können die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c aus dem Sprengstoff DPX-1
Typ II der Firma Chemring Nobel AS hergestellt werden. Die Inertsegmente 5a, 5b weisen
vorzugsweise die gleiche Dichte wie die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c auf. Die Inertsegmente
5a, 5b bestehen aus einer Mischung mit 38 bis 42 Gew.% Kochsalz, 23 bis 27 Gew.% Zucker,
24 bis 28 Gew.% Puderzucker und 7 bis 11 Gew. % an Zusatzstoffen. Beispielsweise können
die Inertsegmente 5a, 5b aus der Inertmasse DPX-1 Typ II der Firma Chemring Nobel
AS hergestellt werden. Die im sich verjüngenden Abschnitt 2 angeordneten Segmente
4a, 5a sind konisch und die im zylindrischen Abschnitt 3 angeordneten Segmente 4b,
5b, 4c sind zylindrisch ausgestaltet. Die erste Sprengladung 1 enthält verglichen
mit einer anstelle der Inertsegmente 5a, 5b mit Sprengstoffsegmenten versehenen Sprengladung
gleichen Volumens, gleicher Masse und gleicher äußerer Form lediglich 62% ihres Sprengstoffs.
Entsprechend weist die erste Sprengladung 1 lediglich etwa drei Fünftel der Sprengwirkung
einer solchen Sprengladung auf.
[0031] Die Segmente 4a, 5a, 4b, 5b, 4c weisen Zentrierausbuchtungen 6 auf. Die Zentrierausbuchtungen
6 befinden sich im Bereich einer Längsachse der Sprengladung 1. Korrespondierend zu
den Zentrierausbuchtungen 6 sind Zentriereinbuchtungen vorgesehen. Die Segmente 4a,
5a, 4b, 5b, 4c werden mittels der Zentrierausbuchtungen 6 und der korrespondierenden
Zentriereinbuchtungen jeweils nach dem Prinzip einer Spundung formschlüssig miteinander
verbunden.
[0032] Am hinteren Ende des als sich verjüngender Abschnitt 2 ausgestalteten Heckteils der
ersten Sprengladung 1 ist eine Zentriervorrichtung 7 angeordnet. Die Zentriervorrichtung
7 ist im Wesentlichen konisch ausgestaltet und mit dem hintersten Segment 4a verbunden.
Das hinterste Segment 4a ist im Beispiel der ersten Sprengladung 1 als Sprengstoffsegment
ausgestaltet. In anderen Ausgestaltungen kann das hinterste Segment 4a ein Inertsegment
sein. Die am hintersten Segment 4a vorgesehene Zentrierausbuchtung 6 greift dabei
nach dem Prinzip einer Spundung formschlüssig in eine an der Zentriervorrichtung 7
vorgesehene Zentriereinbuchtung ein. Die Zentriervorrichtung 7 besteht aus einem Verbindungsteil
7a und drei Zentriererhebungen 7b. Die drei Zentriererhebungen 7b sind jeweils um
120° zueinander versetzt angeordnet (siehe dazu auch Fig. 3). Das Verbindungsteil
7a und die Zentriererhebungen 7b sind jeweils aus einem thermoplastischen Kunststoff,
insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), gebildet. Die Zentriererhebungen 7b sind mit
einem Klebstoff am Verbindungsteil 7a festgeklebt. Als Klebstoff kann dazu Kleiberit
verwendet werden.
[0033] Die aufeinander folgenden Segmente 4a, 5a, 4b, 5b, 4c sind jeweils mittels einer
Verklebung 8 miteinander verklebt. Auch die Zentriervorrichtung 7 ist mit dem hintersten
Segment 4a mittels einer Verklebung 8 verklebt. Die Verklebungen 8 sind aus einem
Epoxidharz gebildet. Das Epoxidharz ist mit einem Härter ausgehärtet worden. Zur Herstellung
der Verklebungen 8 wird beispielsweise Kleiberit verwendet.
[0034] An den Mantelflächen der Segmente 4a, 5a, 4b, 5b, 4c liegt ein Schrumpfschlauch 9
an. Der Schrumpfschlauch 9 erstreckt sich vom vordersten zylindrischen Segment 4c
aus bis zur Zentriervorrichtung 7 und bedeckt die Mantelflächen der Segmente 4a, 5a,
4b, 5b, 4c vollständig, so dass keine Luft an die Segmente 4a, 5a, 4b, 5b, 4c gelangen
kann. Der Schrumpfschlauch 9 umgibt zusätzlich einen Teil der Mantelfläche des Verbindungsteils
7a. Vorzugsweise sind die Zentriererhebungen 7b nicht vom Schrumpfschlauch 9 bedeckt.
[0035] An der der Zentriervorrichtung 7 gegenüberliegenden Vorderseite der ersten Sprengladung
1 ist zusätzlich eine Klebstoffschicht 10 an einer freien Grundfläche des vordersten
Segments 4c vorgesehen. Ein Teil dieser Grundfläche kann auch vom Schrumpfschlauch
9 bedeckt sein. Beim vordersten Segment 4c handelt es sich im Beispiel der ersten
Sprengladung 1 um ein zylindrisches Sprengstoffsegment. In anderen Ausgestaltungen
kann es sich jedoch um ein konisches Segment und/oder um ein Inertsegment handeln.
Die Zentriervorrichtung 7, der Schrumpfschlauch 9 und die Klebstoffschicht 10 umgeben
die Segmente 4a, 5a, 4b, 5b, 4c vollständig, so dass keine Luft an die Segmente 4a,
5a, 4b, 5b, 4c gelangen kann. Die Klebstoffschicht 10 ist aus einem Epoxidharz gebildet.
Das Epoxidharz ist mit einem Härter ausgehärtet worden. Zur Herstellung der Klebstoffschicht
wird beispielsweise Kleiberit verwendet.
[0036] Fig. 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer zweiten Sprengladung 11. Die zweite
Sprengladung 11 entspricht im Wesentlichen der ersten Sprengladung 1. Im Folgenden
werden die Unterschiede zwischen der zweiten 11 und der ersten Sprengladung 1 aufgezeigt.
[0037] Die zweite Sprengladung 11 weist ausgehend von einem zylindrischen Abschnitt 3 beidseitig
jeweils einen sich verjüngenden Abschnitt auf. Der im Vergleich zur ersten Sprengladung
1 zusätzlich vorgesehene sich verjüngende Abschnitt bildet das Vorderteil der zweiten
Sprengladung 11. Die zweite Sprengladung 11 ist somit für die Verwendung in einer
ungelenkten Granate ausgestaltet, welche keine Lenkeinheit umfasst.
[0038] Die zweite Sprengladung 11 weist eine blockweise Anordnung von drei aufeinanderfolgenden
Inertsegmenten 15a, 15b, 15c und drei aufeinanderfolgenden Sprengstoffsegmenten 14a,
14b, 14c auf. Die Inertsegmente 15a, 15b, 15c sind von einer Heckseite der zweiten
Sprengladung 11 aus betrachtet zwei konische Segmente und ein zylindrisches Segment.
Die Sprengstoffsegmenten 14a, 14b, 14c schließen sich daran in Form von zwei zylindrischen
Segmenten und ein das Vorderteil der zweiten Sprengladung 11 bildendes konisches,
insbesondere kegelstumpfförmiges, Segment an.
[0039] Die Zentriervorrichtung 17 der zweiten Sprengladung 11 ist einstückig mit einer im
Wesentlichen konischen Form ausgestaltet. Sie ist als Spritzgussteil aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), hergestellt. Drei Zentriererhebungen
17b stehen aus der Mantelfläche der Zentriervorrichtung 17 nach außen hervor. Die
drei Zentriererhebungen 17b sind jeweils um 120° zueinander versetzt angeordnet (siehe
dazu auch Fig. 3).
[0040] Auch die zweite Sprengladung 11 ist von einem Schrumpfschlauch 9 umgeben. Der Schrumpfschlauch
ist in Fig. 2 nicht dargestellt. Er erstreckt sich vom durch das vorderste konische
Segment 14c gebildeten Vorderteil der zweiten Sprengladung 11 aus bis zur Zentriervorrichtung
17 und bedeckt vollständig die Mantelflächen der Segmente 15a, 15b, 15c, 14a, 14b,
14c sowie einen Teil der Mantelfläche der Zentriervorrichtung 17. Vorzugsweise sind
die Zentriererhebungen 17b nicht vom Schrumpfschlauch 9 bedeckt.
[0041] An der der Zentriervorrichtung 17 gegenüberliegenden Vorderseite der zweiten Sprengladung
11 ist zusätzlich die oben bereits beschriebene Klebstoffschicht 10 an einer freien
Grundfläche des das Vorderteil bildenden vordersten Segments 14c vorgesehen. Ein Teil
dieser Grundfläche kann auch vom Schrumpfschlauch 9 bedeckt sein. Die Zentriervorrichtung
17, der Schrumpfschlauch 9 und die Klebstoffschicht 10 umgeben die Segmente 15a, 15b,
15c, 14a, 14b, 14c vollständig, so dass keine Luft an die Segmente 15a, 15b, 15c,
14a, 14b, 14c gelangen kann.
[0042] Fig. 3 zeigt eine schematische Querschnittansicht eines Geschosses 21 mit darin aufgenommener
Sprengladung. Bei dem Geschoss 21 kann es sich um eine Granate, insbesondere um eine
Granate des Typs Vulcano, handeln. Das Geschoss 21 weist eine Geschosshülle 22 auf.
In der Geschosshülle 22 ist die Sprengladung, z. B. die zweite Sprengladung 11, aufgenommen.
Der in Fig. 3 dargestellte Querschnitt verläuft durch die zweite Sprengladung 11 im
Bereich der Zentriervorrichtung 17. Die Zentriervorrichtung 17 der zweiten Sprengladung
11 ist einstückig als Spritzgussteil aus Polyoxymethylen (POM) hergestellt. Drei Zentriererhebungen
17b sind jeweils um 120° zueinander versetzt an der Mantelfläche der Zentriervorrichtung
17 vorgesehen. Zwischen der zweiten Sprengladung 11 und der Geschosshülle 22 verbleibt
ein Spalt, welcher mit einer Vergussmasse 23, insbesondere mit Gießharz, ausgegossen
ist.
[0043] Im Folgenden wird die Funktion der Zentrierausbuchtungen 6 und der korrespondierenden
Zentriereinbuchtungen beschrieben:
Durch Ausbilden einer formschlüssigen Verbindung nach dem Prinzip einer Spundung wird
verhindert, dass die Segmente 4a, 4b, 4c, 5a, 5b, 14a, 14b, 14c, 15a, 15b, 15c bzw.
die Zentriervorrichtung 7, 17 seitlich gegeneinander verrutschen. Es wird dadurch
sichergestellt, dass die jeweiligen Mantelflächen ohne Versatz bündig aneinander liegen.
Somit kann der Schrumpfschlauch 9 eine glatte Fläche bedecken, ohne dass durch Unebenheiten
eine Gefahr von Lufteinschlüssen bestünde. Es kann also ein durch ungewünschten Sauerstoffkontakt
verursachtes Entzünden bzw. Detonieren des Sprengstoffs verhindert werden.
[0044] Im Folgenden wird die Funktion der Zentriervorrichtung 7 bzw. der Zentriervorrichtung
17 beschrieben:
Die Zentriererhebungen 7b, 17b erfüllen die Funktion von Abstandshaltern bezüglich
der Geschosshülle 22. Die Zentriervorrichtung 7, 17 zentriert die Sprengladung 1,
11 in der Geschosshülle 22. Durch Vorsehen der Zentriervorrichtungen 7, 17 wird sichergestellt,
dass die Vergussmasse 23 die Sprengladung 1, 11 gleichmäßig umgibt. Die Vergussmasse
23 bildet eine die Sprengladung 1, 11 umgebende Schicht mit einer konstanten Dicke
in Umfangsrichtung. Beim Einbringen der Vergussmasse 23 kann eine Bildung von Lufteinschlüssen
dank der gleichmäßigen Verteilung der Vergussmasse 23 um die Sprengladung 1, 11 herum
verhindert werden. Weiterhin begünstigt die gleichmäßige Verteilung der Vergussmasse
23 die Fragmentierung der Geschosshülle 22 im Ziel.
[0045] Aus dem modularen Aufbau der Sprengladung 1, 11 aus mehreren vorgeformten Segmenten
ergeben sich die folgenden Vorteile:
Durch das Vorsehen von Inertsegmenten 5a, 5b, 15a, 15b, 15c anstelle von Sprengstoffsegmenten
4a, 4b, 4c, 14a, 14b, 14c kann die Sprengwirkung eines vorgegebenen Geschosses 21
reduziert werden. Geschosse 21 unterschiedlicher Länge können mit aus gleichen Einzelteilen
gebildeten Sprengladungen 1, 11 versehen werden. Sprengladungen 1, 11 für die gelenkte
Variante und für die ungelenkte Variante eines Geschosses 21 können weitgehend aus
den gleichen Segmenten aufgebaut werden.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1, 11
- Sprengladung
- 2
- sich verjüngender Abschnitt
- 3
- zylindrischer Abschnitt
- 4a, 4b, 4c, 14a, 14b, 14c
- Sprengstoffsegmente
- 5a, 5b, 15a, 15b, 15c
- Inertsegmente
- 6
- Zentrierausbuchtung
- 7, 17
- Zentriervorrichtung
- 7a
- Verbindungsteil
- 7b, 17b
- Zentriererhebung
- 8
- Verklebung
- 9
- Schrumpfschlauch
- 21
- Geschoss
- 22
- Geschosshülle
- 23
- Vergussmasse
1. Sprengladung (1, 11) mit vorgegebenem Volumen und vorgegebener äußerer Form, gebildet
aus einer vorgegebenen Anzahl von miteinander verbundenen vorgeformten Segmenten,
welche jeweils entweder ein Sprengstoff enthaltendes Sprengstoffsegment (4a, 4b, 4c,
14a, 14b, 14c) oder ein keinen Sprengstoff enthaltendes Inertsegment (5a, 5b, 15a,
15b, 15c) sind,
wobei zumindest ein Segment ein Sprengstoffsegment (4a, 4b, 4c, 14a, 14b, 14c) ist,
so dass die Menge des in der Sprengladung aufgenommenen Sprengstoffs in Abhängigkeit
von der Anzahl der Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 14a, 14b, 14c) einstellbar ist.
2. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 1,
wobei die Segmente eine zylindrische und/oder konische Form aufweisen.
3. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei zumindest zwei Segmente ein gleiches Volumen aufweisen.
4. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei zumindest zwei Segmente jeweils ein unterschiedliches Volumen und eine unterschiedliche
äußere Form aufweisen.
5. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Sprengladung weiterhin einen die Segmente umgebenden Schrumpfschlauch (9)
umfasst.
6. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 5,
wobei die Sprengladung (1, 11) an zumindest einem von der Schrumpffolie (9) nicht
bedeckten Bereich eine Versiegelung durch eine Klebstoffschicht (10) aufweist.
7. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Segmente durch zumindest eine Verklebung (8) miteinander verklebt sind.
8. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 6 oder 7,
wobei die Verklebung (8) der Segmente miteinander und/oder die Klebstoffschicht (10)
aus einem Epoxidharz gebildet ist.
9. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei benachbarte Segmente jeweils miteinander eine formschlüssige Verbindung nach
dem Prinzip einer Nut-Feder-Verbindung und/oder Spundung ausbilden.
10. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Sprengladung (1, 11) eine Länge zwischen 30 und 100 cm aufweist.
11. Geschoss (21), umfassend eine Geschosshülle (22) sowie eine mit einer Vergussmasse
(23) in der Geschosshülle (22) umgossene Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden
Ansprüche.