(19)
(11) EP 2 707 209 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
07.12.2016  Patentblatt  2016/49

(21) Anmeldenummer: 12719262.3

(22) Anmeldetag:  19.04.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B30B 11/00(2006.01)
B30B 15/00(2006.01)
B30B 11/08(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/001690
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2012/152374 (15.11.2012 Gazette  2012/46)

(54)

DRUCKEINRICHTUNG FÜR EINE PRESSE UND RUNDLÄUFERPRESSE

PRESSING ASSEMBLY FOR A PRESS, AND ROTARY PRINTING PRESS

DISPOSITIF DE COMPRESSION POUR UNE PRESSE ET PRESSE À PLATEAU TOURNANT


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 10.05.2011 DE 102011101291

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.03.2014  Patentblatt  2014/12

(73) Patentinhaber: Fette Compacting GmbH
21493 Schwarzenbek (DE)

(72) Erfinder:
  • HÜBNER, Kai
    23909 Ratzeburg (DE)
  • SEIFERT, Werner
    21465 Wentorf (DE)

(74) Vertreter: Hauck Patentanwaltspartnerschaft mbB 
Postfach 11 31 53
20431 Hamburg
20431 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 460 295
DE-A1-102005 040 186
DE-A1- 10 251 387
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinrichtung für eine Presse, insbesondere für eine Rundläuferpresse, wobei die Druckeinrichtung dazu ausgebildet ist, im Betrieb der Presse mit mindestens einem Pressstempel der Presse zusammenzuwirken, so dass der mindestens eine Pressstempel in einer Aufnahme befindliches Material verpresst, wobei die Druckeinrichtung eine Kraftmesseinrichtung zur Messung der von dem mindestens einen Pressstempel auf die Druckeinrichtung ausgeübten Kraft umfasst.

    [0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Rundläuferpresse mit einem um eine vertikale Achse drehbaren Rotor, wobei der Rotor eine obere und eine untere Stempelführung für obere und untere Pressstempel und eine Matrizenscheibe zwischen den Stempelführungen aufweist, wobei die Pressstempel mit Aufnahmen der Matrizenscheibe zusammenwirken, ferner mit mindestens einer Füll- und Dosierstation sowie mit mindestens einer oberen Druckeinrichtung und mindestens einer unteren Druckeinrichtung, die im Betrieb mit den oberen Pressstempeln und mit den unteren Pressstempeln zusammenwirken.

    [0003] Eine derartige Rundläuferpresse ist beispielsweise bekannt aus DE 10 2007 057 791 B4. Sie umfasst obere und untere Druckeinrichtungen, wobei jeweils eine obere Druckeinrichtung und eine untere Druckeinrichtung gemeinsam eine Druckstation bilden. Es sind mehrere Druckstationen vorgesehen, beispielsweise eine Vordruckstation und eine Hauptdruckstation. Bei der bekannten Rundläuferpresse umfasst jede Druckeinrichtung eine Druckrolle, die mit den Stempelköpfen zusammenwirkt. Es ist bekannt, den Druckeinrichtungen Kraftmesseinrichtungen zuzuordnen. Auf Grundlage einer im Zuge des Pressvorgangs durchgeführten Kraftmessung können Rückschlüsse auf die Qualität der hergestellten Tabletten getroffen werden. Die Kraftmesseinrichtungen sind dabei innerhalb der Druckeinrichtungen angeordnet und in der Betriebsstellung der Presse von außen nicht zugänglich.

    [0004] Es kann erforderlich sein, die Kraftmesseinrichtungen beispielsweise für eine Wartung oder Reparatur zu entnehmen. Auch kann es erforderlich sein, eine vorhandene Kraftmesseinrichtung gegen eine andere Kraftmesseinrichtung auszutauschen, beispielsweise wenn sich der von der Kraftmesseinrichtung zu erfassende Presskraftbereich stark ändert. Dies ist zum Beispiel der Fall bei einem Wechsel zwischen einem Betriebszustand, bei dem Einschichttabletten verpresst werden zu einem Betriebszustand, bei dem Mehrschichttabletten verpresst werden. Ebenfalls erhebliche Presskraftunterschiede bestehen zwischen der Vordruckstation und der Hauptdruckstation. Soll beispielsweise eine bislang als Hauptdruckstation genutzte Druckstation in einem anderen Betriebsmodus als Vordruckstation genutzt werden, oder umgekehrt, kann ebenfalls ein Austausch der Kraftmesseinrichtung erforderlich werden. Bei Druckeinrichtungen bzw. Rundläuferpressen nach dem Stand der Technik ist hierzu eine aufwendige Demontage zumindest der Druckrolle der jeweiligen Druckeinrichtung oder sogar eine umfassende Demontage der gesamten Druckeinrichtung erforderlich. Eine solche Rundlauftablettiermaschine ist bekannt aus EP 0 460 295 A1. Dort erfolgt eine vollständige Abtrennung der Druckrolle mit ihrem Lagerbock und ihrer Linearführung von einem Antriebsgehäuse. Nach dieser Ablösung besteht die Möglichkeit, das Antriebsgehäuse mit seinen Bestandteilen, zu denen auch eine Kraftmesseinrichtung gehört, als eine in sich geschlossene Baueinheit von der Tablettiermaschine zu lösen. Aufgrund des hohen Gewichts der beteiligten Bauteile, insbesondere der Druckrollen, ist hiermit ein großer Kraftaufwand für die jeweilige Bedienperson verbunden. Außerdem ist dieses Vorgehen auch in zeitlicher Hinsicht von erheblichem Aufwand.

    [0005] Aus DE 10 2005 040 186 A1 ist eine Kraftmessvoruchtung für eine Einpressvoruchtung bekannt. Weiterhin ist aus DE 102 51 387 A1 eine weitere elektrische Pressvoruchtung bekannt.

    [0006] Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Wartung, Reparatur oder einen Austausch einer Kraftmesseinrichtung einer Druckeinrichtung in einfacher und kostensparender Weise zu ermöglichen.

    [0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Ansprüche 1 und 7. Vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Figuren.

    [0008] Die Erfindung löst die Aufgabe zum einen durch eine Druckeinrichtung für eine Rundläuferpresse, wobei die Druckeinrichtung dazu ausgebildet ist, im Betrieb der Rundläuferpresse mit mindestens einem Pressstempel der Rundläuferpresse zusammenzuwirken, so dass der mindestens eine Pressstempel in einer Aufnahme befindliches Material verpresst, wobei die Druckeinrichtung eine Kraftmesseinrichtung zur Messung der von dem mindestens einen Pressstempel auf die Druckeinrichtung ausgeübten Kraft umfasst, wobei die Kraftmesseinrichtung ein Druckstück und einen Kraftsensor umfasst, die in einer Aufnahme der Druckeinrichtung angeordnet sind, und wobei zumindest ein Abschnitt der Druckeinrichtung zwischen einer geschlossenen Betriebsposition, in der das Druckstück und der Kraftsensor von außen nicht zugänglich sind, und einer geöffneten Wartungsposition bewegbar ist, wobei das Druckstück und/oder der Kraftsensor in der geöffneten Wartungsposition von außen zugänglich sind, so dass eine Entnahme des Druckstücks und/oder des Kraftsensors für eine Wartung, eine Reparatur oder einen Austausch möglich ist.

    [0009] Bei der Rundläuferpresse kann es sich um eine Rundläufertablettenpresse handeln, wie sie an sich bekannt ist. Die erfindungsgemäße Druckeinrichtung kann insbesondere Teil einer Druckstation der Presse sein. Hierzu können mindestens eine obere Druckeinrichtung und mindestens eine untere Druckeinrichtung vorgesehen sein, die gemeinsam eine Vordruck- und/oder Hauptdruckstation der Presse bilden. Die Druckeinrichtung besitzt mindestens ein Druckelement, beispielsweise eine Druckrolle, die im Betrieb der Presse mit den Pressstempeln in Kontakt tritt und diese in Aufnahmen der Presse für das zu verpressende Material, beispielsweise Matrizenbohrungen, drückt. Das Material kann pulverförmig sein. Es wird in an sich bekannter Weise von den Pressstempeln zu einem Pressling, beispielsweise einer Tablette, verpresst. Die erfindungsgemäße Druckeinrichtung besitzt in ebenfalls an sich bekannter Weise eine Kraftmesseinrichtung. Mit ihr wird die im Betrieb zwischen der Druckeinrichtung, insbesondere einem Druckelement, wie einer Druckrolle, und dem bzw. den Pressstempeln wirkende Kraft gemessen. Daraus können Rückschlüsse auf die Qualität der hergestellten Presslinge getroffen werden.

    [0010] Erfindungsgemäß besitzt die Druckeinrichtung einen Abschnitt, der aus einer geschlossenen Betriebsposition für den Betrieb der Presse in eine geöffnete Wartungsposition für eine Wartung oder dergleichen der Kraftmesseinrichtung bewegbar ist. In der geöffneten Wartungsposition ist die innerhalb der Druckeinrichtung angeordnete Kraftmesseinrichtung für eine Bedienperson zumindest teilweise, insbesondere vollständig, zugänglich. Es kann somit eine teilweise oder vollständige Entnahme der Kraftmesseinrichtung für eine Wartung, eine Reparatur oder einen Austausch gegen eine andere Kraftmesseinrichtung erfolgen. Eine Demontage der Druckeinrichtung, beispielsweise eines Druckelements, wie einer Druckrolle, ist nicht erforderlich. Vielmehr kann durch die Trennung der Druckeinrichtung im Bereich der Kraftmesseinrichtung diese in einfacher Weise zugänglich gemacht werden. Hierdurch werden eine Wartung, Reparatur oder Austausch der Kraftmesseinrichtung im Vergleich zum Stand der Technik sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch hinsichtlich der von einer Bedienperson aufzubringenden Kraft erheblich vereinfacht.

    [0011] Es kann vorgesehen sein, dass der bewegbare Abschnitt bei seiner Bewegung zwischen der geöffneten und der geschlossenen Betriebsposition zu jeder Zeit mit dem fest angeordneten Abschnitt der Druckeinrichtung verbunden bleibt. Beispielsweise wenn der bewegbare Abschnitt kein Druckelement umfasst, insbesondere wenn der bewegbare Abschnitt keine Druckrolle umfasst, kann aber auch vorgesehen sein, dass der bewegbare Abschnitt in seiner geöffneten Wartungsposition von dem fest angeordneten Abschnitt losgelöst ist. Die Kraftmesseinrichtung umfasst ein sogenanntes Druckstück und einen Kraftsensor bzw. eine sogenannte Kraftmessdose , wobei das Druckstück im Betrieb den auftretenden Kräften bzw. Drücken ausgesetzt ist und diese auf den Kraftsensor überträgt. Es kann bei einer Wartung, Reparatur oder einem Austausch ausreichend sein, wenn nur das Druckstück entnommen wird. Ebenso kann es ausreichend sein, nur den Kraftsensor zu entnehmen. Es kann daher vorgesehen sein, dass nur der jeweils zu entnehmende Teil der Kraftmesseinrichtung in der geöffneten Wartungsposition von außen zugänglich ist. Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass die gesamte Kraftmesseinrichtung entnommen wird. In diesem Fall ist in der geöffneten Wartungsposition des bewegbaren Abschnitts der Druckeinrichtung die gesamte Kraftmesseinrichtung von außen zugänglich.

    [0012] Die Kraftmesseinrichtung ist in der geschlossenen Betriebsposition des bewegbaren Abschnitts von außen im Wesentlichen nicht zugänglich. Weiterhin ist die Kraftmesseinrichtung in einer Aufnahme der Druckeinrichtung angeordnet. Mit diesen Ausgestaltungen wird die Kraftmesseinrichtung im Betrieb der Presse optimal geschützt.

    [0013] Gemäß einer besonders praxisgemäßen Ausgestaltung kann der bewegbare Abschnitt der Druckeinrichtung zwischen der geschlossenen Betriebsposition und der geöffneten Wartungsposition verschwenkbar sein, insbesondere mittels eines Schwenklagers. Beispielsweise kann der bewegbare Abschnitt um eine vertikale oder um eine gegenüber einer Drehachse eines Rotors der Presse geneigte Schwenkachse verschwenkbar sein. Die Druckeinrichtung kann beispielsweise eine obere und eine untere Hälfte bzw. Gehäusehälfte, aufweisen, wobei die Kraftmesseinrichtung zwischen den beiden Hälften aufgenommen wird. Es kann dann die obere oder untere Hälfte der Druckeinrichtung aus der mit der unteren bzw. oberen Hälfte verbundenen geschlossenen Betriebsposition von der unteren bzw. oberen Hälfte der Druckeinrichtung weg in die geöffnete Wartungsposition geschwenkt werden. Der Begriff Verschwenken umfasst dabei auch ein Verdrehen des bewegbaren Abschnitts der Druckeinrichtung gegenüber dem übrigen, fest angeordneten Abschnitt der Druckeinrichtung um eine gemeinsame Zentralachse oder eine innen liegende Drehachse. Alternativ ist es auch denkbar, dass der bewegbare Abschnitt der Druckeinrichtung zwischen der geschlossenen Betriebsposition und der geöffneten Wartungsposition translatorisch verschiebbar ist.

    [0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die Druckeinrichtung eine Druckrolle umfassen, die im Betrieb der Presse mit dem mindestens einen Pressstempel zusammenwirkt, wobei die Druckrolle an dem bewegbaren Abschnitt der Druckeinrichtung gelagert ist. Das Druckelement der Druckeinrichtung, beispielsweise eine Druckrolle, kann beispielsweise an einer schwenkbaren oberen oder unteren Hälfte angeordnet sein. Gerade bei den üblicherweise sehr schweren Druckrollen bietet die Erfindung somit große Vorteile, da diese für einen Zugang zu der Kraftmesseinrichtung nicht demontiert werden müssen. Außerdem ist der Zugang zu der Kraftmesseinrichtung bei dieser Ausgestaltung besonders einfach möglich. Die Kraftmesseinrichtung kann beispielsweise in einem vertikal verlaufenden Druckrollenbolzen angeordnet sein, an dessen Außenseite die Druckrolle befestigt ist. Natürlich ist es auch möglich, dass die Druckrolle an dem nicht bewegbaren Abschnitt der Druckeinrichtung gelagert ist.

    [0015] Die Erfindung betrifft außerdem eine Rundläuferpresse mit einem um eine vertikale Achse drehbaren Rotor, wobei der Rotor eine obere und eine untere Stempelführung für obere und untere Pressstempel und eine Matrizenscheibe zwischen den Stempelführungen aufweist, wobei die Pressstempel mit Aufnahmen der Matrizenscheibe zusammenwirken, ferner mit mindestens einer Füll- und Dosierstation, sowie wie mindestens einer oberen Druckeinrichtung und mindestens einer unteren Druckeinrichtung, die im Betrieb mit den oberen Pressstempeln zusammenwirken, wobei die obere Druckeinrichtung und/oder die untere Druckeinrichtung in der oben erläuterten erfindungsgemäßen Weise ausgebildet ist. Die Matrizenscheibe kann einstückig ausgebildet sein oder aus einzelnen Matrizensegmenten bestehen. Bei den Aufnahmen kann es sich um sogenannte Matrizenbohrungen handeln. In den Matrizenbohrungen können Matrizenhülsen angeordnet sein. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich.

    [0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen schematisch:
    Fig. 1
    einen Teil einer Rundläuferpresse für Tabletten in einer in die Zeichnungsebene abgewickelten Darstellung,
    Fig. 2
    eine erfindungsgemäße Druckeinrichtung in einem ersten Betriebszustand in einer perspektivischen Ansicht.


    [0017] Fig. 1 zeigt den Aufbau einer an sich bekannten Rundläufertablettenpresse. Es ist insbesondere der Rotor der Rundläufertablettenpresse dargestellt, der von einem nicht dargestellten Drehantrieb um eine vertikale Achse rotiert wird, wie durch den Pfeil 12 veranschaulicht. Der Rotor besitzt eine obere Stempelführung 14 und eine untere Stempelführung 16 zur Aufnahme von Oberstempeln 18 und Unterstempeln 20 der Presse. Die Oberstempel 18 und Unterstempel 20 wirken mit Aufnahmen 22 einer Matrizenscheibe 24, vorliegend Matrizenbohrungen, zusammen, die zwischen den Stempelführungen 14, 16 angeordnet ist. Über eine Fülleinrichtung 26 wird den Aufnahmen 22 pulverförmiges Pressmaterial zugeführt. Die Fülleinrichtung 26 ist Teil einer Füll- und Dosierstation der Presse, die weiterhin Füllkurvenelemente 28 und Dosierkurvenelemente 30 umfasst. Der Rotor umfasst weiterhin untere Ausstoßkurvenelemente 32 und obere Aufzugskurvenelemente 33.

    [0018] In Drehrichtung des Rotors der Fülleinrichtung 26 nachgeordnet befindet sich eine Vordruckstation 34 und eine Hauptdruckstation 36. Die Vordruckstation 34 besitzt eine obere Druckeinrichtung 38 mit einer oberen Druckrolle 40 und eine untere Druckeinrichtung 42 mit einer unteren Druckrolle 44. Die Hauptdruckstation 36 umfasst ebenfalls eine obere Druckeinrichtung 46 mit einer oberen Druckrolle 48 und eine untere Druckeinrichtung 50 mit einer unteren Druckrolle 52. Die Ober- und Unterstempel 18, 20 wirken mit den Druckrollen 40, 44, 48, 52 in an sich bekannter Weise zusammen, um das in die Aufnahmen 22 gefüllte Pressmaterial zu Tabletten zu verpressen. In Drehrichtung der Vor- und Hauptdruckstation 34, 36 nachgeordnet befindet sich ein Abstreifer 54, der zu diesem Zeitpunkt von den Unterstempeln 20 auf die Oberfläche der Matrizenscheibe 24 geschobene Tabletten in an sich bekannter Weise einem Tablettenablauf 56 zuführt.

    [0019] Die unteren Druckeinrichtungen 42, 50 umfassen jeweils einen motorischen Antrieb 58, 60, mit dem der vertikale Abstand zwischen den oberen Druckrollen 40, 48 und den unteren Druckrollen 44, 52 variiert werden kann. Wie in Fig. 1 durch die mit F gekennzeichneten Pfeile veranschaulicht, wirken im Betrieb der Presse zwischen den Ober- bzw. Unterstempeln 18, 20 und den Druckrollen 40, 44, 48, 52 bzw. den diese tragenden Druckeinrichtungen 38, 42, 46, 50 Kräfte. Zur Messung dieser Kräfte sind in zumindest einigen, vorzugsweise sämtlichen Druckeinrichtungen 38, 42, 46, 50 Kraftmesseinrichtungen angeordnet.

    [0020] Fig. 2 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine erfindungsgemäße Druckeinrichtung, die bei der in Fig. 1 gezeigten Rundläuferpresse vorgesehen sein kann. In dem gezeigten Beispiel ist eine untere Druckeinrichtung 62 dargestellt. Die in Fig. 2 gezeigte Druckeinrichtung 62 besitzt eine untere Hälfte 64 und eine obere Hälfte 66, die in dem gezeigten Beispiel die Druckrolle 68 trägt. Die Druckeinrichtung 62 stützt sich über einen an der unteren Hälfte 64 angeordneten Druckbolzen 70 im Betrieb an einem Gegenlager ab. Die untere Hälfte 64 der Druckeinrichtung 62 besitzt ein unteres Gehäuse 72 mit einer Aufnahme 74 für ein Druckstück 76 einer Kraftmesseinrichtung. Zu der Kraftmesseinrichtung gehört außerdem ein in Fig. 2 am Boden der Aufnahme 74 zu erkennender Kraftsensor 78. In der in Fig. 2 gezeigten Betriebsstellung ist das Druckstück 76 der Kraftmesseinrichtung zur Veranschaulichung aus der Aufnahme 74 entnommen.

    [0021] Die obere Hälfte 66 der Druckeinrichtung 62 besitzt ein oberes Gehäuse 80, an welchem die Druckrolle 68 um eine horizontale Achse 82 drehbar gehalten ist. Über ein Schwenklager 84 ist das obere Gehäuse 80 der oberen Hälfte 66 um eine bei dem Bezugszeichen 86 angedeutete vertikale Schwenkachse schwenkbar mit einem Kopfteil 88 des unteren Gehäuses 72 der unteren Hälfte 64 verbunden. Auf diese Weise ist die obere Hälfte 66 zwischen der in Fig. 2 gezeigten geöffneten Wartungsposition, in der die Kraftmesseinrichtung, insbesondere das Druckstück 76 und der Kraftsensor 78, für eine Bedienperson von außen zugänglich sind, in eine geschlossene Betriebsposition verschwenkbar, in der die Kraftmesseinrichtung, insbesondere das Druckstück 76 und der Kraftsensor 78 von außen im Wesentlichen nicht zugänglich sind.

    [0022] Durch die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Druckeinrichtung 62 ist ein Zugang zu der Kraftmesseinrichtung für eine Wartung, Reparatur oder einen Austausch in einfacher Weise möglich, ohne die Druckeinrichtung 62, und insbesondere ihre Druckrolle 68 teilweise oder vollständig demontieren zu müssen. Die beiden Hälften 64, 66 der Druckeinrichtung 62 bleiben jederzeit über die Schwenklagerung 84 miteinander verbunden.


    Ansprüche

    1. Druckeinrichtung für eine Rundläuferpresse, wobei die Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) dazu ausgebildet ist, im Betrieb der Rundläuferpresse mit mindestens einem Pressstempel (18, 20) der Rundläuferpresse zusammenzuwirken, so dass der mindestens eine Pressstempel (18, 20) in einer Aufnahme (22) befindliches Material verpresst, wobei die Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) eine Kraftmesseinrichtung (76, 78) zur Messung der von dem mindestens einen Pressstempel (18, 20) auf die Druckeinrichtung (38, 42, 46 50) ausgeübten Kraft umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftmesseinrichtung (76, 78) ein Druckstück (76) und einen Kraftsensor (78) umfasst, die in einer Aufnahme (74) der Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) angeordnet sind, und dass zumindest ein Abschnitt (66) der Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) zwischen einer geschlossenen Betriebsposition, in der das Druckstück (76) und der Kraftsensor (78) von außen nicht zugänglich sind, und einer geöffneten Wartungsposition bewegbar ist, wobei das Druckstück (76) und/oder der Kraftsensor (78) in der geöffneten Wartungsposition von außen zugänglich sind, so dass eine Entnahme des Druckstücks (76) und/oder des Kraftsensors (78) für eine Wartung, eine Reparatur oder einen Austausch möglich ist.
     
    2. Druckeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare Abschnitt (66) der Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) zwischen der geschlossenen Betriebsposition und der geöffneten Wartungsposition verschwenkbar ist.
     
    3. Druckeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare Abschnitt (66) um eine vertikale Schwenkachse (86) oder um eine gegenüber einer Drehachse eines Rotors der Rundläuferpresse geneigte Schwenkachse verschwenkbar ist.
     
    4. Druckeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare Abschnitt der Druckeinrichtung zwischen der geschlossenen Betriebsposition und der geöffneten Wartungsposition translatorisch verschiebbar ist.
     
    5. Druckeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Druckrolle (40, 44, 48, 52, 68) umfasst, die im Betrieb der Rundläuferpresse mit dem mindestens einen Pressstempel (18, 20) zusammenwirkt, wobei die Druckrolle (40, 44, 48, 52, 68) an dem bewegbaren Abschnitt (66) der Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) gelagert ist.
     
    6. Druckeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Druckrolle (40, 44, 48, 52, 68) umfasst, die im Betrieb der Rundläuferpresse mit dem mindestens einen Pressstempel (18, 20) zusammenwirkt, wobei die Druckrolle (40, 44, 48, 52, 68) an dem nicht bewegbaren Abschnitt der Druckeinrichtung (38, 42, 46 50, 62) gelagert ist.
     
    7. Rundläuferpresse mit einem um eine vertikale Achse drehbaren Rotor, wobei der Rotor eine obere und eine untere Stempelführung (14, 16) für obere und untere Pressstempel (18, 20) und eine Matrizenschreibe (24) zwischen den Stempelführungen (14, 16) aufweist, wobei die Pressstempel (18, 20) mit Aufnahmen (22) der Matrizenscheibe (24) zusammenwirken, ferner mit mindestens einer Füll- und Dosierstation, sowie mit mindestens einer oberen Druckeinrichtung (38, 46) und mindestens einer unteren Druckeinrichtung (42, 50, 62), die im Betrieb mit den oberen Pressstempeln (18) und mit den unteren Pressstempeln (20) zusammenwirken, wobei die obere Druckeinrichtung (38, 46) und/oder die untere Druckeinrichtung (42, 50, 62) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. A pressing apparatus for a rotary press, wherein the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62) is designed to interact with at least one press punch (18, 20) of the rotary press during the operation of the rotary press such that the at least one press punch (18, 20) is moulding a material located in a recess (22), wherein the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62) comprises a force measuring apparatus (76, 78) for measuring the force exerted by the at least one press punch (18, 20) on the pressing apparatus (38, 42, 46 50), characterized in that the force measuring apparatus (76, 78) comprises a pressure piece (76) and a force sensor (78) that are arranged in a recess (74) in the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62), and at least one section (66) of the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62) can be moved between a closed operating position in which the pressure piece (76) and force sensor (78) are not accessible from the outside, and an open maintenance position, wherein the pressure piece (76) and/or the force sensor (78) are accessible from the outside in the open maintenance position such that removal of the pressure piece (76) and/or the force sensor (78) for maintenance, repair or exchange is possible.
     
    2. The pressing apparatus according to claim 1, characterized in that the movable section (66) of the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62) is pivotable between the closed operating position and the opened maintenance position.
     
    3. The pressing apparatus according to claim 2, characterized in that the movable section (66) is pivotable around a vertical pivot axis (86) or around a pivot axis tilted with respect to a rotational axis of a rotor of the rotary press.
     
    4. The pressing apparatus according to claim 1, characterized in that the movable section of the pressing apparatus is shiftable in a translatory manner between the closed operating position and the opened maintenance position.
     
    5. The pressing apparatus according to one of the previous claims, characterized in that it comprises a pressing roller (40, 44, 48, 52, 68), which works together with the at least one press punch (18, 20) during operation of the rotary press, wherein the pressing roller (40, 44, 48, 52, 68) is mounted on the movable section (66) of the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62).
     
    6. The pressing apparatus according to one of claims 1 through 4, characterized in that it comprises a pressing roller (40, 44, 48, 52, 68), which works together with the at least one press punch (18, 20) during operation of the rotary press, wherein the pressing roller (40, 44, 48, 52, 68) is mounted on the non-movable section of the pressing apparatus (38, 42, 46 50, 62).
     
    7. A rotary press with a rotor rotatable around a vertical axis, wherein the rotor has an upper and a lower punch guide (14, 16) for upper and lower press punches (18, 20) and a die disc (24) between the punch guides (14, 16), wherein the press punches (18, 20) work together with receivers (22) of the die disc (24), furthermore with at least one filling and dosing station as well as with at least one upper pressing apparatus (38, 46) and at least one lower pressing apparatus (42, 50, 62), which work together with the upper press punches (18) and with the lower press punches (20) during operation, wherein the upper pressing apparatus (38, 46) and/or the lower pressing apparatus (42, 50, 62) is configured according to one of the previous claims.
     


    Revendications

    1. Dispositif de compression pour une presse à plateau tournant, dans lequel le dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62) est réalisé pour coopérer lors du fonctionnement de la presse à plateau tournant avec au moins un poinçon de presse (18, 20) de la presse à plateau tournant de sorte que l'au moins un poinçon de presse (18, 20) presse du matériau se trouvant dans un logement (22), dans lequel le dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62) comprend un dispositif dynamométrique (76, 78) pour la mesure de la force exercée par l'au moins un poinçon de presse (18, 20) sur le dispositif de compression (38, 42, 46 50), caractérisé en ce que le dispositif dynamométrique (76, 78) comprend une plaque d'appui (76) et un capteur de force (78) qui sont disposés dans un logement (74) du dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62), et qu'au moins une section (66) du dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62) peut être déplacée entre une position de fonctionnement fermée dans laquelle la plaque d'appui (76) et le capteur de force (78) ne sont pas accessibles de l'extérieur et une position d'entretien ouverte, dans lequel la plaque d'appui (76) et/ou le capteur de force (78) sont accessibles de l'extérieur dans la position d'entretien ouverte de sorte qu'un enlèvement de la plaque d'appui (76) et/ou du capteur de force (78) pour un entretien, une réparation ou un remplacement est possible.
     
    2. Dispositif de compression selon la revendication 1, caractérisé en ce que la section pouvant être déplacée (66) du dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62) peut être pivotée entre la position de fonctionnement fermée et la position d'entretien ouverte.
     
    3. Dispositif de compression selon la revendication 2, caractérisé en ce que la section pouvant être déplacée (66) peut être pivotée autour d'un axe de pivotement vertical (86) ou autour d'un axe de pivotement incliné par rapport à un axe de rotation d'un rotor de la presse à plateau tournant.
     
    4. Dispositif de compression selon la revendication 1, caractérisé en ce que la section pouvant être déplacée du dispositif de compression peut être coulissée par translation entre la position de fonctionnement fermée et la position d'entretien ouverte.
     
    5. Dispositif de compression selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comprend un rouleau de compression (40, 44, 48, 52, 68) qui coopère lors du fonctionnement de la presse à plateau tournant avec l'au moins un poinçon de presse (18, 20), dans lequel le rouleau de compression (40, 44, 48, 52, 68) est logé sur la section pouvant être déplacée (66) du dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62).
     
    6. Dispositif de compression selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il comprend un rouleau de compression (40, 44, 48, 52, 68) qui coopère lors du fonctionnement de la presse à plateau tournant avec l'au moins un poinçon de presse (18, 20), dans lequel le rouleau de compression (40, 44, 48, 52, 68) est logé sur la section ne pouvant pas être déplacée du dispositif de compression (38, 42, 46 50, 62).
     
    7. Presse à plateau tournant avec un rotor pouvant tourner autour d'un axe vertical, dans laquelle le rotor présente un guidage de poinçon supérieur et un guidage de poinçon inférieur (14, 16) pour des poinçons de presse supérieurs et inférieurs (18, 20) et un disque de matrice (24) entre les guidages de poinçon (14, 16), dans laquelle les poinçons de presse (18, 20) coopèrent avec des logements (22) du disque de matrice (24), en outre avec au moins une station de remplissage et de dosage, ainsi qu'avec au moins un dispositif de compression supérieur (38, 46) et au moins un dispositif de compression inférieur (42, 50, 62) qui coopèrent lors du fonctionnement avec les poinçons de presse supérieurs (18) et avec les poinçons de presse inférieurs (20), dans laquelle le dispositif de compression supérieur (38, 46) et/ou le dispositif de compression inférieur (42, 50, 62) est réalisé selon une des revendications précédentes.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente