[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Mittels, enthaltend ein Copolymer aus
quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure sowie ein mehrarmiges sternförmiges Polyalkoxylat
und/oder ein Polyesteramid zur Verminderung der Anhaftung von Mikroorganismen an eine
harte Oberfläche oder zur bakteriostatischen Ausrüstung einer harten Oberfläche.
[0002] Sowohl im Haushalt als auch im gewerblichen Bereich kommen in vielfältigen Ausgestaltungen
harte Oberflächen vor, welche der Einwirkung unterschiedlichster Arten von Schmutz
ausgesetzt sind. Beispielhaft seien hier lediglich die Oberflächen von Wand- und Bodenfliesen,
Fensterglas, Kücheneinrichtungen und Sanitärkeramik genannt. Zur Reinigung solcher
Oberflächen werden seit langer Zeit tensidhaltige Mittel benutzt, deren Reinigungswirkung
in erster Linie auf der Fähigkeit von Tensiden beruht, Schmutzpartikel zu solubilisieren
und damit von der Oberfläche ablösbar bzw. abspülbar zu machen. Je nach Art der Oberfläche
und der Art des Schmutzes kann der Schmutz an der Oberfläche jedoch ausgesprochen
stark anhaften. Dies gilt umso mehr, wenn die Anschmutzung längere Zeit an der Oberfläche
verbleibt und damit durch Alterungsprozesse die Anhaftung weiter verstärkt wird. Als
Folge kann der Schmutz sehr schwer entfernbar werden und damit einen hohen Aufwand
beim Reinigen verursachen. Daher hat man in der jüngeren Zeit mitzunehmender Intensität
nach Mitteln gesucht, um nicht nur die Reinigungskraft von Reinigungsmitteln zu verbessern,
sondern die Verschmutzung von Oberflächen bereits im Ansatz zu verhindern oder zumindest
zu erschweren.
[0003] So wurden für verschiedene harte Werkstoffe Verfahren entwickelt, mit welchen diese
bereits während des Herstellungsprozesses mit einer schmutzabweisenden Ausrüstung
versehen werden. Solche Permanentausrüstungen lassen sich jedoch nur durch aufwendige
Verfahren erzeugen und sind in der Regel nur für neue Materialien verfügbar, welche
bereits herstellerseitig so ausgerüstet werden.
[0004] Daneben wurden jedoch auch Mittel gefunden, mit denen Oberflächen nachträglich und
auf eine auch in einem Haushalt durchführbare Weise so ausgerüstet werden können,
dass sie zumindest für eine gewisse Gebrauchsdauer weniger leicht verschmutzen bzw.
sich leichter reinigen lassen (auch als "semi-permanente Ausrüstung" bezeichnet).
[0005] Von besonderem praktischen Interesse ist eine Erleichterung und Verbesserung der
Reinigung und eine Vorbeugung gegen Neuanschmutzung im Bereich der Sanitärkeramik.
Bei der Reinigung einer Spültoilette müssen vor allem Kalk und Urinstein sowie an
der Keramik haftende Fäkalreste entfernt werden. Übliche WC-Reinigungsmittel sind
häufig sauer formuliert, beispielsweise durch Zusatz organischer Säuren wie Citronensäure
oder Sulfaminsäure, so dass sie eine gute Wirksamkeit gegenüber Kalk und Urinstein
aufweisen. In der Regel ist auch die Reinigungsleistung gegenüber Fäkalschmutz gut,
wobei allerdings mechanisch, also unter Zuhilfenahme einer Toilettenbürste, auf die
WC-Oberfläche eingewirkt werden muss. Dieser mechanische Aufwand erhöht sich noch
bei älteren, bereits angetrockneten Anschmutzungen, wobei auch schon feuchter Fäkalschmutz
hartnäckig auf keramischen Materialien anhaften kann.
[0006] Aus der Patentanmeldung
WO 2006/005358 sind Copolymere bekannt, die aus mindestens je einem anionischen Vinylmonomer, einem
Vinylmonomer mit einer quaternären Ammoniumgruppe oder einer tertiären Aminogruppe,
und einem nichtionischen hydrophilen Vinylmonomer oder einem polyfunktionellen Vinylmonomer
bestehen. Diese Copolymere eignen sich als verschmutzungshemmende Komponenten in Reinigungsmitteln
und sind beispielsweise gegenüber Fäkalanschmutzungen wirksam.
[0007] Eine über die einmalige Benutzung hinausgehende, längeranhaltende Sauberkeit der
Toiletteninnenseite gegenüber neuer Fäkalanschmutzung ist jedoch auch mit diesen Reinigern
nicht in völlig befriedigender Weise zu erzielen.
[0008] Ein weiteres Problem kann sich daraus ergeben, dass Toilettenreinigungsmittel zur
besseren Kalklösung nicht selten nach dem Auftragen längere Zeit, oftmals mehrere
Stunden oder gar über Nacht, zum Einwirken auf der Keramik belassen werden. Dabei
sind die Formulierungen in der Regel zur Verbesserung der Haftung an der Keramik verdickt.
Beim längeren Einwirken bildet sich dann auf der Oberfläche ein Film, der aufgrund
der Produkteinfärbung meist farbig ist und nach dem Eintrocknen nur schwer zu entfernen
ist.
[0009] Harte Oberflächen, welche immer wieder der Einwirkung von Feuchtigkeit unterliegen,
werden häufig von Mikroorganismen besiedelt, und es kommt zur Ausbildung von Biofilmen.
Biofilme bestehen aus einer dünnen Schleimschicht (Film), in der Mikroorganismen (z.B.
Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen) eingebettet sind. Dies kann nicht nur ein hygienisches,
sondern auch ein ästhetisches Problem darstellen. Als Gegenmittel werden häufig biozide
Stoffe eingesetzt. Dies ist jedoch nicht immer unproblematisch im Hinblick auf die
ökotoxikologischen Eigenschaften vieler dieser Stoffe und die damit verbundenen Beschränkungen
bei ihrer Anwendung. Darüber hinaus tragen Biofilme zur Entstehung unangenehm riechender
Stoffe bei und sind daher eine Quelle unerwünschter Schlechtgerüche, insbesondere
im Sanitärbereich.
[0010] Mittel zur Behandlung harter Oberflächen müssen darüber hinaus weitere Anforderungen
erfüllen. So ist es wichtig, dass nach der Behandlung der Oberfläche deren Erscheinungsbild
nicht beeinträchtigt ist. Hier geht es insbesondere um den Erhalt des Glanzes von
Oberflächen, welche im ursprünglichen bzw. sauberen Zustand einen Glanz aufweisen,
und um die Vermeidung von Rückständen des Behandlungsmittels, beispielsweise in Form
von Streifen oder Schlieren.
[0011] Schließlich bestand ein Bedürfnis nach Verfahren und Mitteln, um die Bildung oder
Anhaftung von Biofilmen zu vermindern, wo diese Wirkungen wahlweise in einem eigenständigen
Oberflächenbehandlungsverfahren erzielt werden können, oder aber im Verlauf eines
Reinigungsverfahrens, bei dem eine Oberfläche gereinigt und gleichzeitig mit den vorstehend
genannten Eigenschaften ausgestattet wird.
[0012] Weiterhin ist es zur Herstellung solcher Mittel erforderlich, dass die verwendeten
Inhaltsstoffe sich problemlos in die Rezeptur einarbeiten lassen, und die Mittel eine
gute Lagerstabilität aufweisen.
[0013] Aufgabe der Erfindung war es nun, den eingangs geschilderten Nachteilen des Stands
der Technik zumindest teilweise abzuhelfen. Insbesondere lag die Aufgabe in der Bereitstellung
von Mitteln zur Verbesserung der Entfernbarkeit von Schmutz und Biofilmen von harten
Oberflächen, insbesondere WC-Keramik, sowie der Vorbeugung gegen Neubildung derartiger
Anschmutzungen an solchen Oberflächen.
[0014] In den Offenlegungsschriften
WO2008/068236 und
WO2008/068235 wird in diesem Sinne die Verwendung von mehrarmigen Silyl-Polyalkoxylaten beschrieben,
die zur Ausrüstung von Oberflächen geeignet sind.
[0015] Weiterhin ist aus der Offenlegungsschrift
WO2009/071452 bekannt, dass Polyesteramide zur Ausrüstung von Oberflächen verwendet werden können.
[0016] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass Mischungen aus einem Copolymer aus quaternärem
Ammoniumacrylamid und Acrylsäure sowie
einem mehrarmigen sternförmigen Polyalkoxylat und/oder
einem Polyesteramid
deutlich verbesserte Eigenschaften gegenüber den einzelnen Komponenten aufweisen.
[0017] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Verwendung eines Mittels enthaltend
ein Copolymer aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure sowie ein mehrarmiges
sternförmiges Polyalkoxylat und/oder
ein Polysteramid
zur Verminderung der Anhaftung von Mikroorganismen an eine harte Oberfläche
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Mischung aus einem mehrarmigen Silyl-Polyalkoxylat
und einem Copolymer aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure eingesetzt.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird eine Mischung aus einem Polyesteramid
und einem Copolymer aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure eingesetzt.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird eine Mischung aus einem mehrarmigen
Silyl-Polyalkoxylat, einem Polyesteramid und einem Copolymer aus quaternärem Ammoniumacrylamid
und Acrylsäure eingesetzt.
Mehrarmige sternförmige Polyalkoxylate
[0021] Mehrarmige sternförmige Polyalkoxylate im Sinne dieser Erfindung enthalten Polymerarme,
die im wesentlichen sternförmig beziehungsweise radial an eine Zentraleinheit gebunden
sind und jeweils Polyoxyalkylen-Einheiten, vorzugsweise Polyoxyethylen-Einheiten und/oder
Polyoxypropylen-Einheiten, umfassen. Die Anzahl der Polymerarme beträgt vorzugsweise
3 bis 20, insbesondere 3 bis 8. Das Massemittel (Gewichtsmittel des Molekulargewichts)
beträgt vorzugsweise 500 bis 100000, insbesondere 1000 bis 50000, und besonders bevorzugt
2000 bis 30000. Peripher an den Polymerarmen können gegebenenfalls auch funktionelle
Gruppen, wie etwa positiv oder negativ geladene Gruppen oder reaktive Gruppen, lokalisiert
sein. Erfindungsgemäß verwendbare mehrarmige sternförmige Polyalkoxylate werden beispielsweise
in den Patentschriften
WO2003/063926,
WO2007/096056 und
DE102008063070 beschrieben.
[0022] In einer erfindungsgemäß bevorzugten Ausführungsform wird als mehrarmiges sternförmiges
Polyalkoxylat ein Silyl-Polyalkoxylat oder ein Gemisch aus mehreren dieser Verbindungen
eingesetzt, wobei die Silyl-Gruppe vorzugsweise peripher an den Polymerarmen lokalisiert
ist. Das Silyl-Polyalkoxylat enthält dabei vorzugsweise 0,3 bis 10 Gew.-%, besonders
bevorzugt 0,5 bis 5 Gew.-% Silizium, bezogen auf das Gesamtgewicht des Silyl-Polyalkoxylats.
An die peripheren Silyl-Gruppen selbst sind vorzugsweise Alkoxy- und Alkyl-Gruppen
gebunden; stattdessen oder daneben können wiederum weitere funktionelle Gruppen an
die Silyl-Gruppen gebunden sein.
[0023] Bei dem mehrarmigen Silyl-Polyalkoxylat handelt es sich vorzugsweise um eine Verbindung
der Formel (I)
(H-D)
p-Z-[D-E-Si(OR
1)
r(R
2)
3-r]
o (I)
worin
Z für einen (o+p)-wertigen Rest mit mindestens drei Kohlenstoffatomen steht,
D einen zweiwertigen Polyoxyalkylenrest bedeutet, wobei die an Z gebundenen o+p Polyoxyalkylenreste
voneinander unterschiedlich sein können, und wobei ein Rest D jeweils über ein zu
Z gehöriges Sauerstoffatom mit Z und ein zu D gehöriges Sauerstoffatom mit E beziehungsweise
Wasserstoff verbunden ist,
E für eine chemische Bindung oder einen zweiwertigen organischen Rest mit 1 bis 50
Kohlenstoffatomen steht,
OR1 eine hydrolysierbare Gruppe bedeutet, R1 und R2 unabhängig voneinander eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
bedeuten und r für eine ganze Zahl von 1 bis 3 steht, und
o 0 oder eine ganze Zahl ≥ 1 ist und p für 0 oder eine ganze Zahl ≥ 1 steht, und o+p
einen Wert von 3 bis 100 aufweist.
[0024] Z steht vorzugsweise für einen mindestens dreiwertigen, insbesondere drei- bis achtwertigen,
acyclischen oder cyclischen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen,
wobei der Rest gesättigt oder ungesättigt und insbesondere auch aromatisch sein kann.
Besonders bevorzugt steht Z für den dreiwertigen Rest von Glycerol oder den drei-
bis achtwertigen Rest eines Zuckers, beispielsweise den sechswertigen Rest von Sorbitol
oder den achtwertigen Rest von Sucrose. Unter dem x-wertigen Rest eines der vorgenannten
Polyole ist dabei dasjenige Molekülfragment zu verstehen, welches von dem Polyol nach
Entfernung der Wasserstoffatome von x alkoholischen oder phenolischen Hydroxygruppen
verbleibt. Grundsätzlich kann Z für jede Zentraleinheit stehen, welche aus der Literatur
zur Herstellung von sternförmigen (Prä)polymeren bekannt ist.
[0025] Weiter ist es besonders bevorzugt, wenn in Formel (I) p für 0, 1 oder 2 steht und
o eine Zahl von 3 bis 8 bedeutet.
[0026] D steht vorzugsweise für Gruppen ausgewählt aus Poly-C
2-C
4-alkylenoxiden, besonders bevorzugt für ein (Co)polymerisat aus Ethylenoxid und/oder
Propylenoxid, insbesondere für ein Copolymerisat mit einem Propylenoxidanteil von
bis zu 60 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 30 Gew.-% und besonders bevorzugt von bis zu
20 Gew.-%, wobei es sich um Random- und/oder Blockcopolymerisate handeln kann. Demzufolge
steht in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in Formel (I) D
für -(CHR
3-CHR
4-O)
q-, wobei R
3 und R
4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Methyl oder Ethyl bedeuten und q eine ganze Zahl
von 2 bis 10000 bedeutet.
[0027] E steht insbesondere für eine chemische Bindung oder einen zweiwertigen, niedermolekularen
organischen Rest mit vorzugsweise 1 bis 50, insbesondere 2 bis 20 Kohlenstoffatomen.
Beispiele für zweiwertige niedermolekulare organische Reste sind kurzkettige aliphatische
und heteroaliphatische Reste wie beispielsweise -(CH
2)
2-, -(CH
2)
3-, -C(O)-NH-(CH
2)
3- und -C(O)-NH-X-NH-C(O)-NH-(CH
2)
3-, wobei X für einen zweiwertigen aromatischen Rest wie den Phenylenrest oder für
einen Alkylidenrest steht. Ganz besonders bevorzugt steht E für eine Bindung oder
für den Rest -C(O)-NH-(CH
2)
3-.
[0028] Vorzugsweise stehen R
1 und R
2 unabhängig voneinander für Methyl oder Ethyl, und r für 2 oder 3. Beispiele für Reste
-Si(OR
1)
r(R
2)
3-r sind Dimethylethoxysilyl-, Dimethylmethoxysilyl-, Diisopropylethoxysilyl-, Methyldimethoxysilyl-,
Methyldiethoxysilyl-, Trimethoxysilyl-, Triethoxysilyl-oder Tri-t-Butoxysilyl-Reste,
ganz besonders bevorzugt sind jedoch Trimethoxysilyl- und Triethoxysilyl-Reste.
[0029] Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn R
1 und R
2 gleich sind und für Methyl oder Ethyl stehen.
[0030] Weiterhin ist es besonders bevorzugt, wenn r für die Zahl 3 steht.
[0031] Die Summe o+p beträgt vorzugsweise 3 bis 50, insbesondere 3 bis 10 und besonders
bevorzugt 3 bis 8, und stimmt mit der Anzahl der Arme überein, welche in der Verbindung
(I) an die Zentraleinheit Z gebunden ist. Die Zentraleinheit besitzt daher vorzugsweise
3 bis 50, insbesondere 3 bis 10 und besonders bevorzugt 3 bis 8 Sauerstoffatome, welche
als Anknüpfungspunkte für die Arme dienen.
[0032] In einer besonderen Ausführungsform ist o gleich 0. Für den Fall, dass o>0 ist, liegt
das Verhältnis o/p zwischen 99/1 und 1/99, vorzugsweise 49/1 und 1/49, und insbesondere
9/1 und 1/9.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das Mittel ein
Gemisch aus mindestens zwei, insbesondere zwei bis vier verschiedenen mehrarmigen
Silyl-Polyalkoxylaten der Formel (I).
[0034] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn sich die mindestens zwei verschiedenen mehrarmigen
Silyl-Polyalkoxylate in der Anzahl ihrer Arme unterscheiden. Vorteilhafterweise wird
dabei ein erstes Silyl-Polyalkoxylat mit 3 bis 6 Armen mit einem zweiten Silyl-Polyalkoxylat
mit 6 bis 10 Armen kombiniert.
[0035] Insbesondere bevorzugt sind Gemische umfassend mindestens zwei verschiedene mehrarmige
Silyl-Polyalkoxylate der Formel (I) mit p=0, welche ausgewählt sind aus der Gruppe
der mehrarmigen Silyl-Polyalkoxylate der Formel (I) mit o=3, o=6 und o=8.
[0036] Wenn zwei verschiedene mehrarmige Silyl-Polyalkoxylate eingesetzt werden, liegen
sie in der Regel in einem Mengenverhältnis von 99:1 bis 1:99, vorzugsweise von 49:1
bis 1:49, und insbesondere von 9:1 bis 1:9 vor.
[0037] Hinsichtlich der Herstellung erfindungsgemäß verwendbarer Silyl-Polyalkoxylate wird
insbesondere auch auf die Offenlegungsschriften
WO2008/068236 und
WO2008/068235 verwiesen. Geeignete Polyalkoxylat-Vorstufen zur Herstellung erfindungsgemäß verwendbarer
Silyl-Polyalkoxylate sind beispielsweise unter den Handelsnamen Voranol 4053, Wanol
R420 oder Voranol CP 1421 erhältlich. Voranol 4053 ist ein Polyether-Polyol (Poly(ethylenoxid-co-propylenoxid))
der Firma DOW Chemicals. Es handelt sich um eine Mischung aus zwei verschiedenen Polyether-Polyolen,
bestehend aus einem 3-armigen Polyether-Polyol mit Glycerin als Zentraleinheit sowie
einem 8-armigen Polyether-Polyol mit Rohrzucker als Zentraleinheit. Die Arme stellen
statistische Copolymere aus ca. 75% EO und ca. 25% PO dar, die OH-Funktionalität (Hydroxy-Endgruppen)
beträgt durchschnittlich 6,9 bei einem Massenmittel (Gewichtsmittel des Molekulargewichts)
von ca. 12000. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von etwa 78% 8-armigem Polyether-Polyol
und etwa 22% 3-armigem Polyether-Polyol. Ein weiteres Beispiel ist Wanol R420 der
Firma WANHUA, China, welches eine Mischung aus einem linearen Poly(propylen/ethylen)-diethylenglycol
und einem 8-armigen Polyether-Polyol (Poly(propylenoxy/ethylenoxy)sucrose) in einem
Verhältnis von ca. 15-25 : 85-75 darstellt. Ebenfalls kommerziell erhältlich ist das
Polyether-Polyol Voranol CP 1421 der Firma DOW Chemicals, bei welchem es sich um ein
3-armiges statistisches Poly(ethylenoxid-co-propylenoxid) mit einem EO/PO-Verhältnis
von ca. 75/25 und einem Massenmittel (Gewichtsmittel des Molekulargewichts) von ca.
5000 handelt.
[0038] Die erfindungsgemäß einsetzbaren Silyl-Polyalkoxylate sind ausgehend von diesen Polyalkoxylat-Vorstufen
durch Umsetzung der Hydroxy-Endgruppen dieser mehrarmigen Polyalkoxylat-Vorstufen
mit funktionellen Silanen erhältlich, die eine funktionelle Gruppe aufweisen, welche
gegenüber den Hydroxy-Endgruppen der Polyalkoxylat-Vorstufe reaktiv ist. Beispiele
sind Tetraalkoxy-Silane wie Tetramethylsilikat und Tetraethylsilikat, (Meth)acrylat-Silane
wie (3-Methacryloxypropyl)trimethoxysilan, (Methacryloxymethyl)triethoxysilan, (Meth-acryloxymethyl)methyldimethoxysilan
und (3-Acryloxypropyl)trimethoxysilan, Isocyanato-Silane wie (3-Isocyanatopropyl)trimethoxysilan,
(3-Isocyanato-propyl)triethoxysilan, (Isocyanatomethyl)methyl-dimethoxysilan und (Isocyanato-methyl)trimethoxysilan,
Aldehyd-Silane wie Triethoxysilylundecanal und Triethoxysilylbutyraldehyde, Epoxy-Silane
wie (3-Glycidoxypropyl)-trimethoxysilan, Anhydrid-Silane wie 3-(Triethoxysilyl)propylbernstein-säureanhydrid,
Halogen-Silane wie Chloromethyltrimethoxysilan und 3-Chloropropyl-methyldimethoxysilan,
Hydroxy-Silane wie Hydroxymethyltriethoxysilan, sowie Tetraethylsilikat (TEOS), die
kommerziell beispielsweise bei der Wacker Chemie GmbH (Burghausen), der Gelest, Inc.
(Morrisville, USA) oder ABCR GmbH & Co. KG (Karlsruhe) erhältlich sind oder nach bekannten
Verfahren hergestellt werden können. Besonders bevorzugt werden Tetraalkoxy-Silane,
Isocyanato-Silane oder Anhydrid-Silane, insbesondere aber Isocyanato-Silane oder Anhydrid-Silane
zur Herstellung erfindungsgemäß einsetzbarer Silyl-Polyalkoxylate verwendet.
[0039] Das mehrarmige, sternförmige Polyalkoxylat, und insbesondere das Silyl-Polyalkoxylat,
wird in dem erfindungsgemäßen Mittel vorzugsweise in einer Menge von 0,001 bis 5 Gew.-%,
insbesondere 0,005 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,02 bis 0,5 Gew.-% und vor allem
0,05 bis 0,3 Gew.-% eingesetzt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels.
Polyesteramide
[0040] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Polyesteramide enthalten vorzugsweise mindestens
zwei Gruppen gemäß Formel (II)

und/oder mindestens zwei Gruppen gemäß Formel (III)

wobei
Y für H, C
1-20-Alkyl, C
6-10-Aryl,

oder

steht,
B für C2-24-Alkylen oder C6-24-Arylen steht,
R1, R2, R3, R4, R5 und R6 unabhängig voneinander für H, C1-8-Alkyl oder C6-10-Aryl stehen,
R7 und R8 unabhängig voneinander für gegebenenfalls durch Heteroatome substituieres
C1-28-Alkyl oder C6-10-Aryl stehen,
sowie m und n unabhängig voneinander einen Wert von 1 bis 4 annehmen, wobei der Wert
von m und n vorzugsweise 1 beträgt.
[0041] Besonders bevorzugt handelt es sich hierbei bei dem Polyesteramid um ein Polymer
gemäß Formel (IV)

wobei
W für für H, C
1-20-Alkyl, C
6-10-Aryl oder

steht,
A für OH oder

steht,
B für C
2-24-Alkylen oder C
6-24-Arylen steht,
X
1 für

steht,
X
2 für H, X
1,

oder

steht,
R1, R2, R3, R4, R5 und R6 unabhängig voneinander für H, C
1-8-Alkyl, C
6-10-Aryl oder -CH
2-OX
2 stehen,
R7 und R8 unabhängig voneinander für gegebenenfalls durch Heteroatome substituieres
und/oder durch Heteroatome enthaltende Gruppen substituiertes C
1-28-Alkyl oder C
6-10-Aryl stehen.
[0042] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Polyesteramid
um ein Polymer gemäß Formel (V)

wobei
A für OH oder

steht,
B für C
2-24-Alkylen oder C
6-24-Arylen steht,
X
1 für

steht,
X
2 für Wasserstoff, X
1,

oder

steht,
R3 und R6 unabhängig voneinander für H, C
1-8-Alkyl oder C
6-10-Aryl stehen,
R7 und R8 unabhängig voneinander für gegebenenfalls durch Heteroatome substituieres
und/oder durch Heteroatome enthaltende Gruppen substituiertes C
1-28-Alkyl oder C
6-10-Aryl stehen.
[0043] In allen zuvor genannten Ausführungsformen stehen R3 und R6 vorzugsweise für C
1-4-Alkyl, besonders bevorzugt für Methyl oder Ethyl. Des Weiteren stehen in allen zuvor
genannten Ausführungsformen R7 und R8 vorzugsweise für gegebenenfalls durch Heteroatome
substituiertes und/oder durch Heteroatome enthaltende Gruppen substituiertes C
1-20-Alkyl, besonders bevorzugt für durch Heteroatome und/oder durch Heteroatome enthaltende
Gruppen substituiertes C
2-, C
3-oder C
6-Alkyl.
[0044] R7 und R8 können insbesondere ein- oder mehrfach substituiert sein durch Gruppen
ausgewählt aus Alkoholen, Ethern, Polyethern, Estern, Cyanid, Carbonat, Urethan, Harnstoff,
Amid, Imid, Amin, Imin, Imidazol, Oxim, Sulfid, Thiol, Thioharnstoff, Sulfon, Sulfonoxid,
Sulfat, Phosphat, Phosphin, Phosphinoxid, Silan, Silikon, Silikat, Fluor, Chlor, Brom
oder Iod sowie aus Gruppen, die mindestens eine der zuvor genannten funktionellen
Gruppen enthalten.
[0045] Beispiele für erfindungsgemäße Reste R7 und R8 sind Di(m)ethylaminoethyl, Di(m)ethylaminopropyl
und Di(m)ethylaminohexyl sowie quaternisierte Formen dieser Reste; Tri(m)ethylsilylpropyl,
Tri(m)ethoxysilylpropyl, Perfluoroctyl, Perfluoroctyl(m)ethyl, (M)ethoxyethyl, (M)ethyoxy-2-propyl,
Maleimidopropyl, Maleimidohexyl, Octenylsuccinimidohexyl, Hexahydrophthalimidohexyl,
2-(Benz)imidazolethyl, Diphenylphosphinoethyl, Furfuryl, Cyanoethyl, Cyanopropyl sowie
gegebenenfalls substituiertes Morpholin, Thiomorpholin, Piperidin, Pyrrolidin, Oxazolidin,
Thiazolidin oder Piperazin.
[0046] In einer erfindungsgemäß besonders bevorzugten Ausführungsform enthalten die Reste
R7 und R8 unabhängig voneinander quaternisierte Aminogruppen oder Polyethergruppen,
insbesondere Polyoxyethylengruppen, oder beliebige Mischungen davon, wobei im selben
Molekül einige Reste R7 und R8 nur quaternisierte Aminogruppen und andere Reste R7
und R8 nur Polyethergruppen, insbesondere Polyoxyethylengruppen, enthalten können.
Die Polyoxyethylengruppen enthalten hierbei vorzugsweise 3 bis 20, besonders bevorzugt
5 bis 15, insbesondere 6 bis 10 Oxyethylen-Einheiten, wobei die Hydroxy-Endgruppe
der Oxyethylen-Einheiten mit einem kurzkettigen Alkohol, insbesondere Methanol, verethert
sein kann.
[0047] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei zumindest
10 %, vorzugsweise bei zumindest 20 % oder 30 %, der Reste R7 und R8 hierbei um Tri(m)ethylammoniumalkyl-Reste,
insbesondere ausgewählt aus Tri(m)ethylammoniumethyl, Tri(m)ethylammoniumpropyl und
Tri(m)ethylammoniumhexyl.
[0048] In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei
zumindest 10 %, vorzugsweise zumindest 20 % oder 30 %, der Reste R7 und R8 um Polyoxyethylengruppen
mit 6 bis 10, vorzugsweise mit 7, 8 oder 9, Oxyethylen-Einheiten, die gegebenenfalls
endständig mit Methyl oder Ethyl verethert sein können.
[0049] In allen zuvor genannten Ausführungsformen kann B gegebenenfalls substituiert sein,
vorzugsweise durch einen Rest C
1-26-Alkyl, besonders bevorzugt durch Methyl, Octenyl, Nonenyl, Decenyl, Undecenyl oder
Dodecenyl. Bei B kann es sich hierbei insbesondere um einen gegebenenfalls durch einen
der zuvor genannten Reste substituierten Rest ausgewählt aus Ethylen, Ethenylen, 1,3-Propylen,
1,2-Cyclohexyl, 1,2-Phenylen, 1,3-Phenylen, 1,4-Phenylen, 2,3-Norbornyl, 2,3-Norbornen-5-yl
und 1,2-Cyclohex-4-enyl handeln.
[0050] Das Molekulargewicht der erfindungsgemäßen Polyesteramide beträgt vorzugsweise von
600 g/mol bis 50.000 g/mol, besonders bevorzugt von 1000 g/mol bis 40.000 g/mol, vor
allem von 5000 g/mol bis 35.000 g/mol. Das erfindungsgemäße Polyesteramid kann sowohl
linear als auch verzweigt sein, vorzugsweise handelt es sich jedoch um ein verzweigtes
Polymer, besonders bevorzugt um ein hochverzweigtes Polymer.
[0051] Hinsichtlich erfindungsgemäß verwendbarer Polyesteramide und insbesondere hinsichtlich
deren Herstellung wird insbesondere auch auf den Offenbarungsgehalt der
WO 99/16810 und
WO 00/58388 verwiesen. Erfindungsgemäß verwendbare Polyesteramide sind beispielsweise unter den
Handelsnamen Hybrane DAEO 5000 28037 oder Hybrane Quat 48 von DSM erhältlich.
[0052] Die Polyesteramide sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise in einer Menge
von 0,02 bis 5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt in einer Menge von 0,05 bis 2,0 Gew.-%,
insbesondere in einer Menge von 0,1 bis 1,0 Gew.-%, vor allem in einer Menge von 0,1
bis 0,8 Gew.-%, enthalten.
[0053] Copolymere aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure Bei den Copolymeren aus
quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure handelt es sich vorzugsweise um Copolymere
aus Diallyldimethyl-Ammoniumacrylamid und Acrylsäure. Solche Copolymere sind beispielsweise
unter dem Handelsnamen Mirapol Surf von Rhodia erhältlich. Vor allem Mirapol Surf-S100,
Mirapol Surf-S110, Mirapol Surf-S210 oder Mirapol Surf-S500 sowie Mischungen davon
können erfindungsgemäß eingesetzt werden.
[0054] Die Copolymere aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure sind in den erfindungsgemäß
verwendbaren Mitteln vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 5,0 Gew.-%, besonders
bevorzugt in einer Menge von 0,2 bis 2,0 Gew.-%, insbesondere in einer Menge von 0,3
bis 1,0 Gew.-%, vor allem in einer Menge von 0,4 bis 0,8 Gew.-%, enthalten.
[0055] Im Sinne der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei harten Oberflächen insbesondere
um Oberflächen von Stein- oder Keramikmaterialien, Hartkunststoffen, Glas oder Metall.
Es kann sich um harte Oberflächen beispielsweise von Wänden, Arbeitsoberflächen, Fußböden
oder Sanitärgegenständen handeln. Insbesondere betrifft die Erfindung Oberflächen
von Keramik, vorzugsweise Sanitärkeramik, und ganz besonders von Toilettenbecken.
[0056] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung umfassen die Verwendung aller nach dem
Stand der Technik etablierten und/oder zweckmäßigen Darreichungsformen der erfindungsgemäß
verwendbaren Mittel. Dazu zählen beispielsweise feste, pulverförmige, flüssige, gelförmige
oder pastöse Mittel, gegebenenfalls auch aus mehreren Phasen, komprimiert oder nicht
komprimiert; ferner gehören beispielsweise dazu: Extrudate, Granulate, Tabletten oder
Pouches, sowohl in Großgebinden als auch portionsweise abgepackt.
[0057] Bei dem erfindungsgemäß verwendbaren Mittel handelt es sich vorzugsweise um einen
WC-Reiniger, einen Bad-Reiniger oder einen Allzweckreiniger. Ein erfindungsgemäß verwendbares
Mittel hat bei Verwendung als WC-Reiniger vorzugsweise einen pH-Wert von 1 bis 5,
insbesondere von 1 bis 3; bei Verwendung als Badreiniger vorzugsweise einen pH-Wert
von 1 bis 6, insbesondere von 3 bis 5; und bei Verwendung als Allzweckreiniger vorzugsweise
einen pH-Wert von 8 bis 12, insbesondere von 9 bis 11.
[0058] Für die Behandlung einer Oberfläche sind alle konventionellen Methoden geeignet,
mit denen sich das Mittel auf die Oberfläche aufbringen lässt. Für den besonders bevorzugten
Fall, dass das Mittel bei Raumtemperatur flüssig ist, erfolgt die Behandlung der Oberfläche
vorzugsweise so, dass das Mittel mit Hilfe eines saugfähigen Gewebes auf die Oberfläche
übertragen wird, oder dass das Mittel auf die Oberfläche aufgesprüht wird. Die Behandlung
kann jedoch beispielsweise auch durch Eintauchen der Oberfläche in das Mittel erfolgen.
[0059] Unter Schmutz bzw. Verschmutzungen sind im Sinne der Erfindung insbesondere Fäkalschmutz
und/oder Biofilme zu verstehen.
[0060] Durch die Behandlung einer harten Oberfläche mit dem erfindungsgemäß verwendbaren
Mittel wird diese vor Verschmutzung geschützt und/oder die Ablösung von Verschmutzungen
von der Oberfläche erleichtert und/oder die Anhaftung von Mikroorganismen vermindert.
Unter "Verminderung der Anhaftung" ist hierbei vorzugsweise zu verstehen, dass mindestens
20, 40 oder 60 %, besonders bevorzugt mindestens 80, 90 oder 95 % weniger Mikroorganismen
an die harte Oberfläche anhaften als bei Verwendung eines Behandlungsmittels ohne
Zusatz erfindungsgemäß zu verwendender Polymere. Die Prozentangaben beziehen sich
hierbei auf den Unterschied in der Gesamtmasse des adhärierten Materials.
[0061] Die Mikroorganismen, deren Anhaftung vermindert wird, sind vorzugsweise ausgewählt
aus Bakterien, Pilzen, insbesondere Schimmelpilzen, Viren, insbesondere Bakteriophagen,
und Algen.
[0062] Die Bakterien, deren Anhaftung vermindert wird, sind vorzugsweise ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus gramnegativen und grampositiven Bakterien, vor allem pathogenen
Bakterien ausgewählt aus Propionibacterium acnes, Staphylococcus aureus, Streptococcus
spp., Corynebacterium spp., Micrococcus spp. (insbesondere M. sedentarius), Bacillus
anthracis, Neisseria spp., Pseudomonas aeruginosa, P. pseudomallei, Borrelia burgdorferi,
Treponema pallidum, Mycobacterium spp., Escherichia coli sowie Actinomyces spec.,
Salmonella spec., Actinobacteria (insbesondere Brachybacterium spec.), alpha-Proteobacteria
(insbesondere Agrobacterium spec.), beta-Proteobacteria (insbesondere Nitrosomonas
spec.), Aquabacterium spec., Hydrogenophaga, gamma-Proteobacteria, Stenotrophomonas
spec., Xanthomonas spec., Haemophilus spec. sowie alle Mikroorganismen, die
von Paster et al. (J. Bac. 183 (2001) 12, 3770-3783) beschrieben werden.
[0063] Mikroorganismen, die hinsichtlich der Biofilmbildung besonders relevant sind, und
deren Anhaftung besonders bevorzugt vermindert wird, sind beispielsweise Aeromonaden,
Agrobacterium, Aquabakterium, Bradyrhizobium japonicum, Burkholderia cepacia, Chromobacterium
violaceum, Dermacoccen, Enterobacter agglomerans, Erwinia carotovora, Erwinia chrysanthemi,
Escherichia coli, Nitrosomona europaea, Obesumbacterium proteus, Pantoea stewartii,
Pseudomonaden, Ralstonia solanacearum, Rhizobium, Rhodobacter sphaeroides, Salmonella
enterica, Serratia, Vibrio anguillarum, Vibrio fischeri, Xanthomonas, Xenorhabdus
nematophilus, Yersinia, Zooshikella gangwhensis, Cythophaga sp. KT0803, Psychrobakter
glacinola, Pseudoalteromonas carragenovora, Shewanella baltica und Bacillus subtilis.
Einige dieser Biofilmbildner sind auch im marinen Bereich relevant, da sie das sogenannte
Fouling auf submersen Oberflächen mitverursachen können.
[0064] Insbesondere beugt das Mittel vorzugsweise der Bildung von Biofilmen vor, ohne dass
es eine biozide Wirkung aufweist. Es wird vermutet, dass die Wirksamkeit der erfindungsgemäß
verwendeten Mittel gegen die Bildung von Biofilmen auf eine bakteriostatische Wirkung
der verwendeten Polymere zurückzuführen ist, wodurch die Besiedelung der Oberflächen
mit Mikroorganismen gehemmt und ihre Anhaftung und Vermehrung auf den Oberflächen
behindert wird. Da für die Mittel andererseits keine bioziden Effekte beobachtet wurden,
unterliegen sie nicht den eingangs erwähnten Nachteilen beim Einsatz von Bioziden.
[0065] Die erfindungsgemäß verwendeten Mittel bewirken eine leichtere Entfernbarkeit von
Verschmutzungen und eine verringerte Wiederanschmutzungsneigung und verbessern insbesondere
die Reinigungsleistung von Reinigungsmitteln für harte Oberflächen. Dadurch werden
entsprechend behandelte bzw. gereinigte Oberflächen länger als sauber wahrgenommen.
[0066] Weiter wurde beobachtet, dass sowohl eine leichtere und schnellere Entfernung von
Fäkalschmutz als auch ein verbessertes Abspülen des eingetrockneten (gegebenenfalls
farbigen) Reinigungsmittels selbst möglich ist, wenn der Reinigungsmittelformulierung
erfindungsgemäß verwendbare Polymer-Mischungen zugesetzt werden. Trifft Fäkalschmutz
auf eine so behandelte Oberfläche, so lässt sich der Schmutz beim nächsten Spülgang
ohne nennenswerte mechanische Kraft entfernen. In der Regel gelingt dies alleine durch
die mechanische Einwirkung des Spülwassers, ohne dass es der zusätzlichen Unterstützung
durch die Toilettenbürste bedarf. Lässt man gefärbte Reinigungsformulierungen länger
auf die Oberfläche einwirken und kommt es dadurch zu einem gewissen Antrocknen der
Formulierung, wird der gebildete farbige Film dennoch leicht und vollständig beim
nächsten Spülvorgang entfernt.
[0067] Die Verwendung von erfindungsgemäß verwendbaren Polymer-Mischungen als Additive in
tensidhaltigen Reinigungsmitteln ermöglicht es, dass man in einem einzigen Arbeitsschritt
nicht nur eine Oberfläche reinigen kann, sondern sie gleichzeitig mit einem Schutz
gegen Schmutz versieht. Auf diese Weise wird beispielsweise einer Kalkablagerung,
einer Anhaftung von protein- oder fettenthaltendem Schmutz und auch dem Wachstum von
Bakterien vorgebeugt. Die behandelten Oberflächen bleiben länger sauber, und darüber
hinaus wird die nachfolgende Reinigung erheblich erleichtert. Dies bedeutet, dass
man die Oberflächen ohne Einbußen bei der Sauberkeit weniger oft reinigen muss, und
ihre nachfolgende Reinigung insofern mit weniger Aufwand verbunden ist, als sie zeitsparender
erfolgen kann und/oder mildere Reinigungsmittel benötigt. So ist es in günstigen Fällen
möglich, für eine gewisse Zeit alleine mit Hilfe von Wasser eine ausreichende Reinigungswirkung
zu erzielen, d.h. ohne dass es der Verwendung eines herkömmlichen Reinigungsmittels
bedarf.
[0068] Die Polymere der erfindungsgemäß verwendbaren Polymer-Mischungen lassen sich leicht
und einfach mit den übrigen Bestandteilen des Mittels formulieren und können insbesondere
auf sehr einfache Weise auch in herkömmliche Reinigungsmittelformulierungen eingearbeitet
werden. Insbesondere führen die vorteilhaften Löslichkeitseigenschaften dieser Stoffe
dazu, dass ihre Einarbeitung in übliche Reinigungsmittel keine Einschränkungen, wie
etwa eine verschlechterte Versprühbarkeit, mit sich bringt.
[0069] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das erfindungsgemäß
verwendbare Mittel weiterhin mindestens ein hydrolysierbares Kieselsäurederivat.
[0070] Unter hydrolysierbaren Kieselsäurederivaten sind insbesondere die Ester der Orthokieselsäure
zu verstehen, insbesondere die Tetraalkoxysilane und ganz besonders bevorzugt Tetraethoxysilan.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung sind unter hydrolysierbaren Kieselsäurederivaten
jedoch auch Verbindungen zu verstehen, die am Siliciumatom neben drei Alkoxygruppen
auch einen Kohlenstoffrest tragen, wie beispielsweise N-(Triethoxysilylpropyl)-O-polyethylenoxid-urethan,
Dimethyl-octadecyl-(3-(trimethoxysilylpropyl)-ammoniumchlorid, Diethylphosphatoethyltriethoxysilan
und das Trinatriumsalz von N-(Trimethoxysilylpropyl)ethylendiamin- triessigsäure.
[0071] Die in dem erfindungsgemäß verwendeten Mittel enthaltenen weiteren Komponenten sind
nach ihrer Art und der eingesetzten Menge so auszuwählen, dass es zu keinen unerwünschten
Wechselwirkungen mit den erfindungsgemäß einzusetzenden Polymeren kommt.
[0072] Die erfindungsgemäß verwendbaren Mittel enthalten vorzugsweise mindestens ein Tensid,
welches aus den anionischen, nichtionischen, amphoteren und kationischen Tensiden
sowie deren Gemischen ausgewählt ist. Hinsichtlich erfindungsgemäß verwendbarer Tenside
wird insbesondere auf die Offenlegungsschrift
WO2008/10190 verwiesen.
[0073] Als anionische Tenside eignen sich vorzugsweise C
8-C
18-Alkylbenzolsulfonate, insbesondere mit etwa 12 C-Atomen im Alkylteil, C
8-C
20-Alkansulfonate, C
8-C
18-Monoalkylsulfate, C
8-C
18-Al-kylpolyglykolethersulfate mit 2 bis 6 Ethylenoxideinheiten (EO) im Etherteil sowie
Sulfobernsteinsäuremono- und -di-C
8-C
18-Alkylester. Weiterhin können auch C
8-C
18-α-Olefinsulfonate, sulfonierte C
8-C
18-Fettsäuren, insbesondere Dodecylbenzolsulfonat, C
8-C
22-Carbonsäureamid-ethersulfate, C
8-C
18-Alkylpolyglykolethercarboxylate, C
8-C
18-N-Acyltauride, C
8-C
18-N-Sarkosinate und C
8-C
18-Alkylisethionate bzw. deren Mischungen verwendet werden. Die anionischen Tenside
werden vorzugsweise als Natriumsalze eingesetzt, können aber auch als andere Alkali-
oder Erdalkalimetallsalze, beispielsweise Magnesiumsalze, sowie in Form von Ammonium-
oder Mono-, Di-, Tri- bzw. Tetraalkylammoniumsalzen enthalten sein, im Falle der Sulfonate
auch in Form ihrer korrespondierenden Säure, z.B. Dodecylbenzolsulfonsäure. Beispiele
derartiger Tenside sind Natriumkokosalkylsulfat, Natrium-sec.-Alkansulfonat mit ca.
15 C-Atomen sowie Natriumdioctylsulfosuccinat. Als besonders geeignet haben sich Natrium-Fettalkylsulfate
und - Fettalkyl+2EO-ethersulfate mit 12 bis 14 C-Atomen erwiesen.
[0074] Als nichtionische Tenside sind vor allem C
8-C
18-Alkoholpolyglykolether, d.h. ethoxylierte und/oder propoxylierte Alkohole mit 8 bis
18 C-Atomen im Alkylteil und 2 bis 15 Ethylenoxid- (EO) und/oder Propylenoxideinheiten
(PO), C
8-C
18-Carbonsäurepolyglykolester mit 2 bis 15 EO, beispielsweise Talgfettsäure+6-EO-ester,
ethoxylierte Fettsäureamide mit 12 bis 18 C-Atomen im Fettsäureteil und 2 bis 8 EO,
langkettige Aminoxide mit 14 bis 20 C-Atomen und langkettige Alkylpolyglycoside mit
8 bis 14 C-Atomen im Alkylteil und 1 bis 3 Glycosideinheiten zu erwähnen. Beispiele
derartiger Tenside sind Oleyl-Cetyl-Alkohol mit 5 EO, Nonylphenol mit 10 EO, Laurinsäurediethanolamid,
Kokosalkyldimethylaminoxid und Kokosalkylpolyglucosid mit im Mittel 1,4 Glucoseeinheiten.
Besonders bevorzugt werden C
8-18-Fettalkoholpolyglykolether mit insbesondere 2 bis 8 EO, beispielsweise C
12-Fettalkohol+7-EO-ether, sowie C
8-10-Alkylpolyglucoside mit 1 bis 2 Glycosideinheiten eingesetzt.
[0075] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das nichtionische Tensid ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Polyalkylenoxide, insbesondere alkoxylierte primäre Alkohole,
wobei die Polyalkylenoxide auch endgruppenverschlossen sein können, alkoxylierte Fettsäurealkylester,
Aminoxide und Alkylpolyglykoside sowie deren Mischungen.
[0076] Geeignete Amphotenside sind beispielsweise Betaine der Formel (R
iii)(R
iv)(R
v)N
+CH
2COO
-, in der R
iii einen gegebenenfalls durch Heteroatome oder Heteroatomgruppen unterbrochenen Alkylrest
mit 8 bis 25, vorzugsweise 10 bis 21 Kohlenstoffatomen und R
iv sowie R
v gleichartige oder verschiedene Alkylreste mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten,
insbesondere C
10-C
18-Alkyl-dimethylcarboxymethylbetain und C
11-C
17-Alkylamidopropyl-dimethylcarboxymethylbetain.
[0077] Geeignete Kationtenside sind u.a. die quartären Ammoniumverbindungen der Formel (R
vi)(R
vii)(R
viii)(R
ix)N
+ X
-, in der R
vi bis R
ix für vier gleich- oder verschiedenartige, insbesondere zwei lang- und zwei kurzkettige,
Alkylreste und X
- für ein Anion, insbesondere ein Halogenidion, stehen, beispielsweise Didecyl-dimethyl-ammoniumchlorid,
Alkyl-benzyl-didecyl-ammoniumchlorid und deren Mischungen.
[0078] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Mittel als tensidische Komponenten
jedoch nur ein oder mehrere Aniontenside, vorzugsweise C
8-C
18-Alkylsulfate und/oder C
8-C
18-Alkylethersulfate, und/oder ein oder mehrere nichtionische Tenside, vorzugsweise
C
8-18-Fettalkoholpolyglykolether mit 2 bis 8 EO und/oder C
8-10-Alkylpolyglucoside mit 1 bis 2 Glycosideinheiten.
[0079] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäß
verwendbaren Mittel mindestens ein nichtionisches Tensid, welche(s) insbesondere ausgewählt
ist aus den ethoxylierten und/oder propoxylierten Alkoholen mit 8 bis 18 C-Atomen
im Alkylteil und 2 bis 15 Ethylenoxid- (EO) und/oder Propylenoxideinheiten (PO) sowie
den Alkylpolyglycosiden mit 8 bis 14 C-Atomen im Alkylteil und 1 bis 3 Glycosideinheiten.
[0080] Die erfindungsgemäß verwendbaren Mittel enthalten Tenside vorzugsweise in Mengen
von von 0,01 bis 20 Gew.-%, insbesondere 0.05 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis
5 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,2 bis 1 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des Mittels.
[0081] Die erfindungsgemäß verwendbaren Mittel enthalten Wasser und/oder mindestens ein
nichtwässriges Lösungsmittel. Als nichtwässrige Lösungsmittel kommen vorzugsweise
solche Lösungsmittel in Betracht, welche in beliebigen Verhältnissen mit Wasser mischbar
sind. Zu den nichtwässrigen Lösungsmitteln zählen beispielsweise ein- oder mehrwertige
Alkohole, Alkanolamine, Glycolether sowie deren Mischungen. Als Alkohole werden insbesondere
Ethanol, Isopropanol und n-Propanol eingesetzt. Als Etheralkohole kommen hinreichend
wasserlösliche Verbindungen mit bis zu 10 C-Atomen im Molekül in Betracht. Beispiele
derartiger Etheralkohole sind Ethylenglykolmonobutylether, Propylenglykolmonobutylether,
Diethylenglykolmonobutylether, Propylenglykolmonotertiärbutylether und Propylenglykolmonoethylether,
von denen wiederum Ethylenglykolmonobutylether und Propylenglykolmonobutylether bevorzugt
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform wird jedoch Ethanol als nichtwässriges
Lösungsmittel eingesetzt.
[0082] Nichtwässrige Lösungsmittel können in dem erfindungsgemäß verwendbaren Mittel in
Mengen von 0,01 bis 99,9 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 50 Gew.-%, und besonders bevorzugt
2 bis 20 Gew.-% enthalten sein, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels.
[0083] Wasser ist in dem erfindungsgemäß verwendbaren Mittel im allgemeinen in Mengen von
1 bis 98 Gew.-%, insbesondere 50 bis 95 Gew.-%, und besonders bevorzugt 80 bis 93
Gew.-% enthalten, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels.
[0084] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäß verwendbare
Mittel ein Verdickungsmittel. Hierfür kommen grundsätzlich alle im Stand der Technik
in Wasch-und Reinigungsmitteln eingesetzten Viskositätsregulatoren in Betracht, wie
beispielsweise organische natürliche Verdickungsmittel (Agar-Agar, Carrageen, Tragant,
Gummi arabicum, Guar, Guaran, Gellan, Xanthan, Alginate, Pektine, Polyosen, Guar-Mehl,
Johannisbrotbaumkernmehl, Stärke, Dextrine, Gelatine, Casein), organische abgewandelte
Naturstoffe (Carboxymethylcellulose und andere Celluloseether, Hydroxyethyl- und -propylcellulose
und dergleichen, Kernmehlether sowie weitere Derivate von Polysacchariden und Heteropolysacchariden),
organische vollsynthetische Verdickungsmittel (Polyacryl- und Polymethacryl-Verbindungen,
Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine, Polyamide) und anorganische
Verdickungsmittel (Polykieselsäuren, Tonmineralien wie Montmorillonite, Zeolithe,
Kieselsäuren). In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäß verwendbare
Mittel Xanthan Gum und Succinoglycan-Gum.
[0085] Wenn das erfindungsgemäß verwendbare Mittel einen Verdicker enthält, ist dieser in
der Regel in Mengen von 0,01 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,2 bis 15 Gew.-%, enthalten.
[0086] Die Viskosität der erfindungsgemäß verwendbaren Mittel kann je nach beabsichtigtem
Einsatzzweck in einem weiten Bereich eingestellt werden. So können für Allzweck- und
Badreiniger im allgemeinen niedrige, nahezu wasserdünne Formulierungen bevorzugt sein,
während für andere Einsatzzwecke, beispielsweise Reinigungsmittel für Toilettenbecken,
höherviskose, verdickte Formulierungen bevorzugt sein können. In der Regel liegt die
Viskosität der erfindungsgemäß verwendbaren Mittel im Bereich von 1 bis 3000 mPas,
vorzugsweise von 200 bis 1500 mPas und besonders bevorzugt von 400 bis 900 mPas (Brookfield
Viskosimeter Rotovisco LV-DV II plus, Spindel 31, 20°C, 20 U/min).
[0087] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäß verwendbare Mittel
einen pH-Wert von weniger als 9 auf, insbesondere einen pH-Wert von 0 bis 6, vorzugsweise
von 1 bis 5 und besonders bevorzugt von 2 bis 4.
[0088] In einer weiteren, besonders bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäß
verwendbare Mittel mindestens eine Säure. Als Säuren eignen sich insbesondere organische
Säuren wie Ameisensäure, Essigsäure, Zitronensäure, Glycolsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure,
Adipinsäure, Äpfelsäure, Weinsäure und Gluconsäure oder auch Amidosulfonsäure. Es
kann jedoch bevorzugt sein, wenn als Säure nicht Essigsäure eingesetzt wird. Daneben
können aber auch die anorganischen Säuren Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure
und Salpetersäure bzw. deren Mischungen eingesetzt werden. Besonders bevorzugt sind
Säuren, ausgewählt aus der Gruppe umfassend Amidosulfonsäure, Zitronensäure, Milchsäure
und Ameisensäure. Sie werden vorzugsweise in Mengen von 0,01 bis 30 Gew.-% eingesetzt,
besonders bevorzugt 0,2 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels.
[0089] Die erfindungsgemäß verwendbaren Mittel können darüber hinaus übliche sonstige Bestandteile
von Mitteln, insbesondere Reinigungsmitteln, zur Behandlung harter Oberflächen enthalten,
soweit diese nicht in unerwünschter Weise mit den erfindungsgemäß verwendeten Stoffen
wechselwirken.
[0090] Als derartige sonstige Bestandteile kommen beispielsweise weitere Säuren, Salze,
Filmbildner, antimikrobielle Wirkstoffe, Builder, Korrosionsinhibitoren, Komplexbildner,
Sequestrierungsmittel, Elektrolyte, Schauminhibitoren, Desintegrationshilfsstoffe,
Soil-Release-Wirkstoffe bzw. Soil-Repellents, UV-Absorbenzien, Alkalien, Konservierungsmittel,
Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Bleichkatalysatoren, Enzyme, Enzymstabilisatoren,
Abrasivstoffe, Polymere sowie Duft- und Farbstoffe in Betracht. Insgesamt sollten
in den Mitteln vorzugsweise nicht mehr als 30 Gew.-% weitere Inhaltsstoffe enthalten
sein, vorzugsweise 0,01 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,2 bis 15 Gew.-%.
[0091] Die erfindungsgemäß verwendbaren Mittel können Filmbildner enthalten, die zur besseren
Benetzung der Oberfläche beitragen können. Hierfür kommen grundsätzlich alle im Stand
der Technik in Wasch-und Reinigungsmitteln eingesetzten filmbildenden Polymere in
Betracht. Vorzugsweise wird der Filmbildner jedoch ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Polyethylenglykol, Polyethylenglykol- Derivate sowie Gemische derselben, vorzugsweise
mit einem Molekulargewicht zwischen 200 und 20.000.000, besonders bevorzugt zwischen
5.000 und 200.000. Der Filmbildner wird vorteilhafterweise in Mengen von 0,01 bis
30 Gew.-%, insbesondere 0,2 bis 15 Gew.-% eingesetzt.
[0092] Erfindungsgemäß verwendbare Mittel können weiterhin einen oder mehrere antimikrobielle
Wirkstoffe enthalten, vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 1 Gew.-%, insbesondere
von 0,05 bis 0,5 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,1 bis 0,3 Gew.-%. Geeignet sind
beispielsweise antimikrobielle Wirkstoffe aus den Gruppen der Alkohole, Aldehyde,
antimikrobiellen Säuren bzw. deren Salze, Carbonsäureester, Säureamide, Phenole, Phenolderivate,
Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate, Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie
-Formale, Benzamidine, Isothiazole und deren Derivate wie Isothiazoline und Isothiazolinone,
Phthalimidderivate, Pyridinderivate, antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbindungen,
Guanidine, antimikrobiellen amphoteren Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan,
lodo-2-propynyl-butyl-carbamat, Iod, lodophore und Peroxide. Weiterhin können auch
antimikrobiell wirksame ätherische Öle eingesetzt werden, die gleichzeitig für eine
Beduftung des Reinigungsmittels sorgen.
[0093] In den erfindungsgemäß verwendbaren Mitteln können wasserlösliche und/oder wasserunlösliche
Builder eingesetzt werden. Dabei sind wasserlösliche Builder bevorzugt, da sie in
der Regel weniger dazu tendieren, auf harten Oberflächen unlösliche Rückstände zu
hinterlassen. Übliche Builder, die im Rahmen der Erfindung zugegen sein können, sind
die niedermolekularen Polycarbonsäuren und ihre Salze, die homopolymeren und copolymeren
Polycarbonsäuren und ihre Salze, die Citronensäure und ihre Salze, die Carbonate,
Phosphate und Silikate. Zu wasserunlöslichen Buildern zählen die Zeolithe, die ebenfalls
verwendet werden können, ebenso wie Mischungen der vorgenannten Buildersubstanzen.
Hinsichtlich weiterer erfindungsgemäß einsetzbarer Builder und/oder Cobuilder sowie
deren bevorzugten Einsatzmengen wird auf die Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0094] Geeignete Korrosionsinhibitoren sind beispielsweise folgende gemäß INCI benannte
Substanzen: Cyclohexylamine, Diammonium Phosphate, Dilithium Oxalate, Dimethylamino
Methylpropanol, Dipotassium Oxalate, Dipotassium Phosphate, Disodium Phosphate, Disodium
Pyrophosphate, Disodium Tetrapropenyl Succinate, Hexoxyethyl Diethylammonium, Phosphate,
Nitromethane, Potassium Silicate, Sodium Aluminate, Sodium Hexametaphosphate, Sodium
Metasilicate, Sodium Molybdate, Sodium Nitrite, Sodium Oxalate, Sodium Silicate, Stearamidopropyl
Dimethicone, Tetrapotassium Pyrophosphate, Tetrasodium Pyrophosphate, Triisopropanolamine.
Hinsichtlich weiterer erfindungsgemäß einsetzbarer Korrosionsinhibitoren, insbesondere
auch Glaskorrosionsinhibitoren, wird auf die Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0095] Komplexbildner, auch Sequestriermittel genannt, sind Inhaltsstoffe, die Metallionen
zu komplexieren und inaktivieren vermögen, um ihre nachteiligen Wirkungen auf die
Stabilität oder das Aussehen der Mittel, beispielsweise Trübungen, zu verhindern.
Einerseits ist es dabei wichtig, die mit zahlreichen Inhaltsstoffen inkompatiblen
Calcium- und Magnesiumionen der Wasserhärte zu komplexieren. Die Komplexierung der
Ionen von Schwermetallen wie Eisen oder Kupfer verzögert andererseits die oxidative
Zersetzung der fertigen Mittel. Zudem unterstützen die Komplexbildner die Reinigungswirkung.
Geeignet sind beispielsweise die folgenden gemäß INCI bezeichneten Komplexbildner:
Aminotrimethylene, Phosphonsäure, Beta-Alanine Diacetic Acid, Calcium Disodium EDTA,
Citric Acid, Cyclodextrin, Cyclohexanediamine Tetraacetic Acid, Diammonium Citrate,
Diammonium EDTA, Diethylenetriamine Pentamethylene Phosphonic Acid, Dipotassium EDTA,
Disodium Azacycloheptane Diphosphonate, Disodium EDTA, Disodium Pyrophosphate, EDTA,
EtidronicAcid, Galactaric Acid, GluconicAcid, GlucuronicAcid, HEDTA, Hydroxypropyl
Cyclodextrin, Methyl Cyclodextrin, Pentapotassium Triphosphate, Pentasodium Aminotrimethylene
Phosphonate, Pentasodium Ethylenediamine Tetramethylene Phosphonate, Pentasodium Pentetate,
Pentasodium Triphosphate, Pentetic Acid, Phytic Acid, Potassium Citrate, Potassium
EDTMP, Potassium Gluconate, Potassium Polyphosphate, Potassium Trisphosphonomethylamine
Oxide, Ribonic Acid, Sodium Chitosan Methylene Phosphonate, Sodium Citrate, Sodium
Diethylenetriamine Pentamethylene Phosphonate, Sodium Dihydroxyethylglycinate, Sodium
EDTMP, Sodium Gluceptate, Sodium Gluconate, Sodium Glycereth-1 Polyphosphate, Sodium
Hexametaphosphate, Sodium Metaphosphate, Sodium Metasilicate, Sodium Phytate, Sodium
Polydimethylglycinophenolsulfonate, Sodium Trimetaphosphate, TEA-EDTA, TEA-Polyphosphate,
Tetrahydroxyethyl Ethylenediamine, Tetrahydroxypropyl Ethylenediamine, Tetrapotassium
Etidronate, Tetrapotassium Pyrophosphate, Tetrasodium EDTA, Tetrasodium Etidronate,
Tetrasodium Pyrophosphate, Tripotassium EDTA, Trisodium Dicarboxymethyl Alaninate,
Trisodium EDTA, Trisodium HEDTA, Trisodium NTA und Trisodium Phosphate.
[0096] In erfindungsgemäß verwendbaren Mitteln können weiterhin Alkalien enthalten sein.
Als Basen werden in erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise solche aus der Gruppe der
Alkali- und Erdalkalimetallhydroxide und -carbonate, insbesondere Natriumcarbonat
oder Natriumhydroxid, eingesetzt. Daneben können aber auch Ammoniak und/oder Alkanolamine
mit bis zu 9 C-Atomen im Molekül verwendet werden, vorzugsweise die Ethanolamine,
insbesondere Monoethanolamin.
[0097] Konservierungsmittel können gleichfalls in erfindungsgemäß verwendbaren Mitteln enthalten
sein. Als solche können im wesentlichen die bei den antimikrobiellen Wirkstoffen genannten
Stoffe eingesetzt werden.
[0098] Erfindungsgemäß können die Mittel weiterhin Bleichmittel enthalten. Geeignete Bleichmittel
umfassen Peroxide, Persäuren und/oder Perborate, besonders bevorzugt ist Wasserstoffperoxid.
Natriumhypochlorit ist dagegen bei sauer formulierten Reinigungsmitteln aufgrund der
Freisetzung giftiger Chlorgas-Dämpfe weniger geeignet, kann jedoch in alkalisch eingestellten
Reinigungsmitteln eingesetzt werden. Unter Umständen kann neben dem Bleichmittel auch
ein Bleichaktivator enthalten sein. Hinsichtlich weiterer erfindungsgemäß einsetzbarer
Bleichmittel sowie hinsichtlich erfindungsgemäß einsetzbarer Bleichaktivatoren und
Bleichkatalysatoren sowie hinsichtlich derer bevorzugten Einsatzmengen wird auf die
Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0099] Das erfindungsgemäß verwendbare Mittel kann auch Enzyme enthalten, vorzugsweise Proteasen,
Lipasen, Amylasen, Hydrolasen und/oder Cellulasen. Sie können dem Mittel in jeder
nach dem Stand der Technik etablierten Form zugesetzt werden. Hierzu gehören bei flüssigen
oder gelförmigen Mitteln insbesondere Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst
konzentriert, wasserarm und/oder mit Stabilisatoren versetzt. Alternativ können die
Enzyme verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem, vorzugsweise natürlichen, Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kern-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-,
Luft- und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0100] Weiterhin können in enzymhaltigen Mitteln Enzymstabilisatoren vorhanden sein, um
ein in einem erfindungsgemäßen Mittel enthaltenes Enzym vor Schädigungen wie beispielsweise
Inaktivierung, Denaturierung oder Zerfall etwa durch physikalische Einflüsse, Oxidation
oder proteolytische Spaltung zu schützen. Als Enzymstabilisatoren sind, jeweils in
Abhängigkeit vom verwendeten Enzym, insbesondere geeignet: Benzamidin-Hydrochlorid,
Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester, vor allem Derivate mit
aromatischen Gruppen, etwa substituierte Phenylboronsäuren beziehungsweise deren Salze
oder Ester; Peptidaldehyde (Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus), Aminoalkohole
wie Mono-, Di-, Triethanol- und -Propanolamin und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren
bis zu C12, wie Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren;
endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate; niedere aliphatische Alkohole und
vor allem Polyole, beispielsweise Glycerin, Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit;
sowie Reduktionsmittel und Antioxidantien wie Natrium-Sulfit und reduzierende Zucker.
Weitere geeignete Stabilisatoren sind aus dem Stand der Technik bekannt. Bevorzugt
werden Kombinationen von Stabilisatoren verwendet, beispielsweise die Kombination
aus Polyolen, Borsäure und/oder Borax, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden
Salzen und Bernsteinsäure oder anderen Dicarbonsäuren oder die Kombination von Borsäure
oder Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen und mit reduzierenden Salzen.
[0101] Hinsichtlich weiterer erfindungsgemäß einsetzbarer Enzyme und Enzymstabilisatoren
sowie deren bevorzugten Einsatzmengen wird auf die Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0102] Als weitere Inhaltsstoffe kann das erfindungsgemäß verwendbare Mittel schließlich
einen oder mehrere Duftstoffe und/oder ein oder mehrere Farbstoffe enthalten. Als
Farbstoffe können dabei sowohl wasserlösliche als auch öllösliche Farbstoffe verwendet
werden, wobei einerseits die Kompatibilität mit weiteren Inhaltsstoffen, beispielsweise
Bleichmitteln, zu beachten ist und andererseits der eingesetzte Farbstoff gegenüber
den Oberflächen, insbesondere gegenüber WC-Keramik, auch bei längerem Einwirken nicht
substantiv wirken sollte. Die Wahl des geeigneten Duftstoffs ist ebenfalls nur durch
mögliche Wechselwirkungen mit den übrigen Reinigungsmittelkomponenten beschränkt.
[0103] Hinsichtlich erfindungsgemäß bevorzugt einsetzbarer Sequestrierungsmittel, Elektrolyte,
Schauminhibitoren, Desintegrationshilfsstoffe, "Soil-Release"-Wirkstoffe bzw. "Soil-Repellents"
und UV-Absorbenzien sowie hinsichtlich derer bevorzugten Einsatzmengen wird auf die
Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0104] Ein erfindungsgemäß verwendbarer Reiniger für harte Oberflächen kann auch ein oder
mehrere Treibmittel (INCI Propellants), üblicherweise in einer Menge von 1 bis 80
Gew.-%, vorzugsweise 1,5 bis 30 Gew.-%, insbesondere 2 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
2,5 bis 8 Gew.-%, äußerst bevorzugt 3 bis 6 Gew.-%, enthalten.
[0105] Hinsichtlich erfindungsgemäß bevorzugt einsetzbarer Treibmittel wird auf die Offenlegungsschrift
WO2008/101909 verwiesen.
[0106] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Erzeugnis, enthaltend
einen erfindungsgemäß verwendbaren Reiniger für harte Oberflächen, und einen Sprühspender.
Bei dem Erzeugnis kann es sich hierbei sowohl um ein Einkammer- als auch um ein Mehrkammerbehältnis,
insbesondere ein Zweikammerbehältnis handeln. Bevorzugt ist der Sprühspender hierbei
ein manuell aktivierter Sprühspender, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Aerosolsprühspender (Druckgasbehälter; auch u.a. als Spraydose bezeichnet), selbst
Druck aufbauende Sprühspender, Pumpsprühspender und Triggersprühspender, insbesondere
Pumpsprühspender und Triggersprühspender mit einem Behälter aus transparentem Polyethylen
oder Polyethylenterephthalat. Sprühspender werden ausführlicher in der
WO 96/04940 (Procter & Gamble) und den darin zu Sprühspendern zitierten US-Patenten, auf die
in dieser Hinsicht sämtlich Bezug genommen und deren Inhalt hiermit in diese Anmeldung
aufgenommen wird, beschrieben. Triggersprühspender und Pumpzerstäuber besitzen gegenüber
Druckgasbehältern den Vorteil, dass kein Treibmittel eingesetzt werden muß. Durch
geeignete, partikelgängige Aufsätze, Düsen etc. (sog. "nozzle-Ventile") auf dem Sprühspender
kann gegebenenfalls enthaltenes Enzym in dieser Ausführungsform optional auch in auf
Partikeln immobilisierter Form dem Mittel beigefügt werden und so als Reinigungsschaum
dosiert werden.
[0107] Bei dem erfindungsgemäß verwendbaren Mittel handelt es sich vorzugsweise um ein Reinigungsmittel,
insbesondere um ein Reinigungsmittel für Keramik, besonders bevorzugt von Sanitärkeramik.
[0108] Die Herstellung der erfindungsgemäß verwendbaren Mittel kann in fachüblicher Weise
erfolgen, indem die in dem Mittel enthaltenen Komponenten in geeigneter Weise miteinander
vermischt werden.
[0109] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Behandeln
einer harten Oberfläche, bei dem die Oberfläche mit einem erfindungsgemäß verwendbaren
Mittel, wie es im vorangehenden Text beschrieben ist, in Kontakt gebracht wird.
[0110] Dieses Verfahren kann als eigenständiges Behandlungsverfahren für die Oberfläche
ausgeführt werden, beispielsweise um sie mit schmutzabweisenden Eigenschaften oder
einer oder mehrerer der sonstigen Eigenschaften auszustatten, welche die erfindungsgemäßen
Mittel nach der Lehre der vorliegenden Erfindung bewirken. Dabei wird die Oberfläche
mit einem erfindungsgemäßen Mittel in Kontakt gebracht.
[0111] Vorzugsweise wird das Verfahren so ausgeführt, dass das Mittel auf der Oberfläche
flächig verteilt wird und vorteilhafterweise anschließend entweder nach einer Einwirkzeit
von 1 Sekunde bis 20 Minuten, vorzugsweise 1 bis 10 Minuten, abgespült oder aber trocknen
gelassen wird.
[0112] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens erfolgt das In-Kontakt-Bringen
bei einer Temperatur von 5 bis 50°C, insbesondere 15 bis 35°C.
[0113] Das Verfahren stellt in einer besonders bevorzugten Ausführungsform ein Reinigungsverfahren
dar, welches zur Reinigung der Oberfläche dient.
[0114] Insbesondere dient das erfindungsgemäße Verfahren zur Behandlung einer Oberfläche
von Keramik, Glas, Edelstahl oder Kunststoff.
[0115] Die Erfindung betrifft die Verwendung eines erfindungsgemäß verwendbaren Mittels
zum Schutz einer harten Oberfläche gegen Anschmutzungen und/oder zur leichteren Ablösung
von Neuanschmutzungen von der Oberfläche, wobei es sich bei der/den Anschmutzung(en)
insbesondere um Fäkalschmutz und/oder Biofilme und/oder Proteinbeläge handelt.
[0116] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dienen erfindungsgemäß verwendbare
Mittel zur verbesserten Entfernung von Fäkalschmutz und/oder Biofilmen von den Oberflächen
von Spültoiletten und/oder zur Verminderung der Neuanschmutzung solcher Oberflächen
mit Fäkalschmutz und/oder Biofilmen. Dazu wird das Mittel vorteilhafterweise auf der
Oberfläche flächig verteilt und entweder nach einer Einwirkzeit von vorzugsweise 1
bis 10 Minuten abgespült oder aber trocknen gelassen. Nach Behandlung der Oberfläche
auf diese Art und Weise ist Fäkalschmutz leichter, oft ohne Zuhilfenahme mechanischer
Hilfsmittel, wie etwa einer WC-Bürste, zu entfernen. Zudem lassen sich eventuell eingetrocknete
Reinigungsmittelreste leichter abspülen.
[0117] Aus reinigungstechnischen Gründen ist es einerseits günstiger, wenn Oberflächen hydrophile
Eigenschaften aufweisen, da sich solche Oberflächen leicht mit üblichen Reinigungsflüssigkeiten
auf wässriger Basis benetzen lassen und somit Abwaschprozesse erleichtern. Andererseits
ist es auch erwünscht, dass die Oberflächen nach einer Reinigung mit Wasser beziehungsweise
mit wasserbasierten Reinigungsmitteln möglichst schnell wieder vom Wasserfilm befreit
werden, also das Wasser möglichst schnell und vollständig wieder abläuft, und somit
kein Wasserfilm auf der Oberfläche verbleibt. Ansonsten kann beim Eintrocknen des
Wasserfilms eine Restanschmutzung auf der Oberfläche verbleiben, beispielsweise eine
Kalkablagerung, welche unschön aussieht und eine erneute Anschmutzung, z.B. auch durch
Proteine und Mikroorganismen, begünstigen kann. Aus diesem Grunde ist es sehr vorteilhaft,
dass die Behandlung einer Oberfläche mit den erfindungsgemäß verwendbaren Mitteln
diese Oberfläche hydrophil macht. Dies erleichtert die Benetzung und die Ablösung
von Schmutz und bewirkt gleichzeitig, dass die Oberfläche von einem Wasserfilm leicht
"entnetzt" wird, wodurch die Bildung von Wassertropfen und somit das Verbleiben von
Restanschmutzungen vermieden wird. Diese Eigenschaft ist besonders nützlich dort,
wo Oberflächen Kalk- und Schmutz- und Biofilmablagerungen besonders ausgesetzt sind,
wie typischerweise Toilettenschüsseln, Waschbecken, Badewannen und Duschkabinen. Ein
weiterer Vorteil dieser Eigenschaft liegt darin, dass Wasser von behandelten Oberflächen
schneller abläuft und diese dadurch schneller trocknen. Bei einem Reinigungsprozess
ist in der Regel nach der Behandlung der Oberfläche mit Reiniger ein Spülgang mit
reinem Wasser erforderlich. Wünschenswert ist, dass die Oberflächen nach diesem Spülgang
schnell wieder trocken werden, beispielsweise weil eine schnell abtrocknende Oberfläche
bei einem Verbraucher den Eindruck von Sauberkeit verstärkt.
[0118] Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung eines erfindungsgemäß
verwendbaren Mittels zur bakteriostatischen Ausrüstung einer harten Oberfläche.
[0119] Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten Polymer-Gemische liegt darin,
dass auf damit behandelten Oberflächen die Besiedlung durch und das Wachstum von Mikroorganismen
unterdrückt wird, ohne dass dazu Biozide benötigt würden. Man erreicht auf diese Weise
eine Oberflächenausrüstung, auf der sich Bakterien nicht bzw. nur in einer wesentlich
verlangsamten Weise vermehren können. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber dem
Stand der Technik, insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Hinblick auf den Umwelt-
und Verbraucherschutz der Einsatz von Bioziden zunehmend kritischer gesehen wird.
[0120] Erfindungsgemäß besonders bevorzugt verwendbare Badreiniger umfassen
- 0,5 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-% und insbesondere 2 bis 8 Gew.-% an
organischer Säure und/oder eines Salzes organischer Säuren, vorzugsweise ausgewählt
aus Ameisensäure, Citronensäure, Milchsäure und Mischungen davon sowie Salzen dieser
organischen Säuren;
- 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 3 Gew.-%
Tensid(e), vorzugsweise nichtionische(s) und/oder anionische(s) Tensid(e), besonders
bevorzugt nichtionische(s) Tensid(e), insbesondere Alkylpolyglykosid(e);
- 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 3 Gew.-%
Verdicker; sowie
- 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,02 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,05 bis 3 Gew.-%
an mindestens zwei Polymeren ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem mehrarmigen
Polyalkoxylat, insbesondere Silyl-Polyalkoxylat, einem Polyesteramid und einem Copolymer
aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure;
- bei einem pH-Wert von 1 bis 6, vorzugsweise 3 bis 5.
[0121] Erfindungsgemäß besonders bevorzugt verwendbare WC-Reiniger umfassen
- 0,5 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-% und insbesondere 2 bis 8 Gew.-% an
organischer Säure und/oder eines Salzes organischer Säuren, vorzugsweise ausgewählt
aus Ameisensäure, Citronensäure, Milchsäure und Mischungen davon sowie Salzen dieser
organischen Säuren;
- 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 3 Gew.-%
Tensid(e), vorzugsweise nichtionische(s) und/oder anionische(s) Tensid(e), besonders
bevorzugt nichtionische(s) Tensid(e), insbesondere Alkylpolyglykosid(e);
- 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 3 Gew.-%
Verdicker; sowie
- 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,02 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,05 bis 3 Gew.-%
an mindestens zwei Polymeren ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem mehrarmigen
Polyalkoxylat, insbesondere Silyl-Polyalkoxylat, einem Polyesteramid und einem Copolymer
aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure;
- bei einem pH-Wert von 1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 3.
[0122] Erfindungsgemäß besonders bevorzugt verwendbare Allzweckreiniger umfassen:
- 0,05 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 2 Gew.-% und insbesondere 0,2 bis 1 Gew.-%
an organischer Säure und/oder eines Salzes organischer Säuren, vorzugsweise ausgewählt
aus Ameisensäure, Citronensäure, Milchsäure und Mischungen davon sowie Salzen dieser
organischen Säuren;
- 0,1 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 6 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 5 Gew.-%
Tensid(e), vorzugsweise nichtionische(s) und/oder anionische(s) Tensid(e), besonders
bevorzugt Sulfat(e), Sulfonat(e), Fettalkoholethoxylat(e), Alkylpolyglykosid(e) oder
Mischungen davon;
- 0,1 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 6 Gew.-% und insbesondere 1 bis 5 Gew.-% an
Fettsäure(n), insbesondere an C12-18-Fettsäure(n), und/oder eines Salzes davon;
- 0,1 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 4 Gew.-%
eines organischen Lösungsmittels, insbesondere Ethanol; sowie
- 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,02 bis 4 Gew.-% und insbesondere 0,05 bis 3 Gew.-%
an mindestens zwei Polymeren ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem mehrarmigen
Polyalkoxylat, insbesondere Silyl-Polyalkoxylat, einem Polyesteramid und einem Copolymer
aus quaternärem Ammoniumacrylamid und Acrylsäure;
- bei einem pH-Wert von 8 bis 12, vorzugsweise 9 bis 11.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1: Synthese von mehrarmigen Silyl-Polyalkoxylaten
a) Herstellung eines sechsarmigen Triethoxysilyl-terminierten Polyalkoxylats
[0123] Als Ausgangsmaterial wurde ein Polyether-Polyol verwendet, welches ein 6-armiges
statistisches Poly(ethylenoxid-co-propylenoxid) mit einem EO/PO-Verhältnis von 80/20
und mit einem Molekulargewicht von 12000 g/mol darstellt, das durch anionische ringöffnende
Polymerisation von Ethylenoxid und Propylenoxid unter Verwendung von Sorbitol als
Initiator hergestellt wurde. Vor der weiteren Umsetzung wurde das Polyether-Polyol
im Vakuum unter Rühren für 1 h auf 80 °C erwärmt. Eine Lösung von Polyether-Polyol
(3 g, 0,25 mmol), Triethylendiamin (9 mg, 0,081 mmol) und Dibutylzinndilaureat (9
mg, 0,014 mmol) in 25 ml wasserfreiem Toluol wurde vorgelegt, dazu wurde eine Lösung
von (3-Isocyanatopropyl)triethoxysilan (0,6 ml, 2,30 mmol) in 10 ml wasserfreiem Toluol
tropfenweise zugegeben. Die Lösung wurde weiter bei 50°C über Nacht gerührt. Nach
dem Entfernen des Toluols unter Vakuum wurde das Rohprodukt wiederholt mit wasserfreiem
Ether gewaschen. Nach dem Vakuumtrocknen erhielt man das Produkt, welches jeweils
eine Triethoxylsilyl-Gruppe an den freien Enden der Polymerarme des sternförmigen
Präpolymers aufweist, als eine farblos viskose Flüssigkeit. IR (Film, cm
-1): 3349 (m, -CO-NH-), 2868 (s, -CH
2-,-CH
3), 1719 (s, -C=O), 1456 (m, -CH
2-, -CH
3), 1107 (s, -C-O-C-), 954 (m, -Si-O-).
1H-NMR (Benzol-d
6, ppm): 1,13 (d, -CH
3 von Polymerarmen), 1,21 (t, -CH
3 von Silan-Endgruppen), 3,47 (s, -CH
2 von Polymerarmen), 3,74 (q, -CH
2 von Silan-Endgruppen). Das erhaltene Triethoxysilyl-terminierte Polyalkoxylat weist
ein Molekulargewicht von 13500 auf.
b) Herstellung eines dreiarmigen Triethoxysilyl-terminierten Polyalkoxylats
[0124] Voranol CP 1421 der Firma DOW Chemicals wurde im Vakuum unter Rühren für 1 h bei
80 °C getrocknet. Zu 2,04 g (0,41 mmol) des getrockneten Polyether-Polyols wurden
317 mg (1,0 Aquivalente) (3-Isocyanatopropyl)triethoxysilan langsam zugegeben. Die
Reaktionsmischung wurde weiter unter Schutzgas bei 100°C für 2 Tage gerührt, bis die
Schwingungsbande der NCO-Gruppe bei IR-Messung verschwunden war. Man erhielt das Produkt,
welches jeweils eine Triethoxylsilyl-Gruppe an den freien Enden der Polymerarme des
Polyether-Polyols aufweist, als eine farblose viskose Flüssigkeit.
c) Herstellung eines Gemischs enthaltend ein dreiarmiges sowie ein achtarmiges Triethoxysilylterminiertes
Polyalkoxylat
[0125] Voranol 4053 der Firma DOW Chemicals wurde im Vakuum unter Rühren für 1 h bei 80
°C getrocknet. Zu 209 g (16,9 mmol) des getrockneten Polyether-Polyols wurden 20,9
mg (0,01%) Dibutylzinndilaureat und 30,3 g (1,0 Äquivalente) (3-Isocyanatopropyl)triethoxysilan
langsam zugegeben. Alternativ zu dem Dibutylzinndilaureat kann etwa auch DABCO (1,4-diazabicyclo[2.2.2]octan)
als Katalysator verwendet werden. Die Reaktionsmischung wurde weiter unter Schutzgas
bei Raumtemperatur für 2 Tage gerührt, bis die NCO-Bande bei der IR-Messung verschwunden
war. Man erhielt das Produkt, welches jeweils eine Triethoxylsilyl-Gruppe an den freien
Enden der Polymerarme des Polyether-Polyols aufweist und eine Mischung aus einem 3-armigen
sowie einem 8-armigen Polyalkoxylat in einem Verhältnis von ca. 20/80 darstellt, als
eine farblose viskose Flüssigkeit (Hydrostellan S100).
Beispiel 2: WC-Reaktor-Test mit einzelnen Polymeren und Polymer-Mischungen
[0126] Die präventive Wirkung hinsichtlich der Biofilmreduktion von verschiedenen Polymeren
in Abhängigkeit von ihrer Konzentration in einem handelsüblichen WC-Reiniger wurde
in einem anwendungsnahen dynamischen Testsystem untersucht. Die präventive Wirkung
der einzelnen Polymere wurde zudem mit der Wirkung von Mischungen dieser Polymere
verglichen.
Der sogenannte WC-Reaktor stellt die Spülzyklen einer Toilette und somit das periodische
Benetzen und Trocknen von Keramikoberflächen nach.
Dieses System erlaubt es, Adhäsion und Biofilmbildung in einem Testsystem auf mehreren
unterschiedlichen Oberflächen über einen definierten Zeitraum von 48 h zu untersuchen.
Anstelle von Wasser in einer realen Toilette wird in diesem Modell frisches Medium
(TBY 1:50) über die Kacheln geleitet.
Der Reaktor wird zunächst mit 680 ml Medium befüllt und mit einem Keimgemisch, bestehend
aus Dermacoccus nishinomiyaensis DSMZ 20448, Bradyrhizobium japonicum DSMZ 1982 und
Xanthomonas campestris DSMZ 1526, welches in wässrigen Umgebungen einen stabilen Biofilm
bildet, angeimpft. Die Inkubation erfolgt über Nacht, damit sich die Keimflora in
dem System etablieren kann.
[0127] Die 'Wasserspülungen' erfolgen halbautomatisch gesteuert durch eine Pumpe und das
zeitversetzte Öffnen eines Magnetventils. Pro Spülgang werden 680 ml Medium verwendet.
Am ersten und zweiten Tag nach der Inkubation wird jeweils 15mal gespült, wobei ein
einzelner Spülgang 20 Minuten dauert.
Die Kacheln werden nach insgesamt 30 Spülgängen am Ende des Reaktorlaufs entnommen.
[0128] Die waagerecht platzierten Kacheln wurden vor dem Einspannen in den Reaktor in 15
- 20 ml der Polymerlösungen mit definierten Konzentrationen für drei Minuten getaucht,
anschließend kurz mit Wasser gespült und für zwei Stunden bei 60°C getrocknet. Als
Lösungsmittel wurde eine Reinigerformulierung verwendet.
[0129] Die Keramikkacheln werden nach Entnahme aus dem Reaktor bei Raumtemperatur getrocknet
und anschließend mit je 6 ml 0,01%iger SafraninO -Lösung 15 Minuten angefärbt. Danach
wird die Färbelösung abgesaugt, mit H
2O
bidest nicht-gebundener Farbstoff von den Gläsern entfernt und die gefärbten Kacheln werden
getrocknet. Die angefärbten Oberflächen werden eingescannt und mit Corel Draw Paint
9 ausgewertet. Der Hintergrundwert (verursacht durch die Keramik) wird anhand von
unbehandelten Oberflächen gemessen und von der detektierten Farbintensität der gefärbten
Kacheln abgezogen. Als Referenz wird die Intensität des Biofilms auf Kacheln, welche
im Vorfeld lediglich mit dem Reiniger ohne Polymerzusatz behandelt wurden, auf 100%
Biofilmbildung bzw. 0% Biofilmreduktion gesetzt.
Tabelle 1: Biofilm-reduzierende Wirkung von einzelnen Polymeren und Kombinationen
der Polymere formuliert in einem WC-Reiniger
| Polymer(e) |
Konz. [Gew.-%] |
Biofilmreduktion [%] |
| Copolymer aus Diallyldimethylammoniumacrylamid und Acrylsäure |
0,5 |
25 ± 7 |
| DSM Hybrane DAEO 5000 |
0,1 |
35 ± 7 |
| |
0,5 |
36 ± 2 |
| |
1,0 |
49 ± 4 |
| |
1,5 |
61 ± 8 |
| |
2,0 |
67 ± 12 |
| Hydrostellan S100 |
0,01 |
14 ± 5 |
| |
0,05 |
42 ± 6 |
| |
0,1 |
53 ± 9 |
| |
0,25 |
71 ± 4 |
| |
0,5 |
43 ± 2 |
| |
1,0 |
14 ± 14 |
| Copolymer aus Diallyldimethylammoniumacrylamid und Acrylsäure + |
0,5 |
|
| DSM Hybrane DAEO 5000 |
0,1 |
58 ± 7 |
| DSM Hybrane DAEO 5000 + |
0,1 |
|
| Hydrostellan S100 |
0,05 |
69 ± 1 |
| Kontrolle (ohne Polymer) |
0 |
0 |
[0130] Die Angaben in Gew.-% beziehen sich jeweils auf die enthaltene Menge an Aktivsubstanz.
Bei DSM Hybrane DAEO 5000 handelt es sich um verzweigtes Polyesteramid, das quaternisierte
Ammoniumgruppen und langkettige Polyoxyethylen-Gruppen enthält.
[0131] Überraschenderweise stellte sich heraus, dass Kombinationen der Polymere eine deutlich
höhere präventive Wirkung gegenüber der Biofilmbildung zeigen als die einzelnen Polymere
in derselben Einsatzmenge. Es ist daher davon auszugehen, dass ein synergistischer
Effekt vorliegt. Bei Einsatz von Polymer-Mischungen kann somit derselbe Gesamteffekt
mit einer relativ geringen Gesamtmenge an Polymeren erreicht werden.
Beispiel 3: Überprüfung der bioziden Eigenschaften der Polymere
[0132] Die bioziden Eigenschaften der einzelnen Polymere wurde gemäß DIN-Norm EN 1276 an
Staphylococcus aureus, Enterococcus hirae, Pseudomonas aeruginosa und
Escherichia coli untersucht.
[0133] Die bioziden Eigenschaften wurden anschließend mit den biorepulsiven Eigenschaften
der Polymere verglichen, die wie in Beispiel 2 beschrieben ermittelt wurden.
Als Referenz für diesen Versuch dienten Kacheln, welche im Vorfeld mit Wasser behandelt
wurden, um eine Biofilmreduktion durch den WC-Reiniger selbst zu ermitteln.
[0134] Hinsichtlich der biorepulsiven Wirksamkeit zeigte der WC-Reiniger unter Zusatz der
Polymere HydroStellan, DSM Hybrane Quat bzw. DSM Hybrane 5000 jeweils eine um ca.
70% erhöhte Biofilmreduktion. Die biozide Wirkung der verschiedenen Reiniger-Formulierungen
hingegen blieb weitestgehend erhalten. Sowohl die 80%igen Reiniger/Polymer-Formulierungen
unter 'clean' und 'dirty' Bedingungen, als auch die 10%igen Formulierungen unter ,clean'
Bedingungen zeigten die gleiche biozide Wirkung wie der WC-Reiniger ohne Polymer.
Tabelle 2: Gegenüberstellung der bioziden (EN1276) und der biorepulsiven Wirksamkeit
(Biofilmreduktion) verschiedener, in WC-Reiniger formulierter Polymere
| |
EN1276 Konzentration Versuchsbedingung |
80% |
Biofilmreduktion |
| clean |
dirty |
[%] |
| WC-Reiniger + 0,25 Gew.-% Hydrostellan |
S. aureus |
2,97E+05 |
2,97E+05 |
71 ± 5 |
| E. hirae |
1,32E+05 |
1,32E+05 |
|
| P. aeruginosa |
2,73E+05 |
2,73E+05 |
|
| E. coli |
1,73E+05 |
1,73E+05 |
|
| WC-Reiniger + 1 Gew.-% AS DSM Hybrane DAEO Quat |
S. aureus |
2,97E+05 |
2,97E+05 |
66 ± 7 |
| E. hirae |
1,32E+05 |
1,32E+05 |
|
| P. aeruginosa |
2,73E+05 |
2,73E+05 |
|
| E. coli |
1,73E+05 |
1,73E+05 |
|
| WC-Reiniger + 1 Gew.-% AS DSM Hybrane DAEO 5000 |
S. aureus |
2,97E+05 |
2,97E+05 |
68 ± 4 |
| E. hirae |
1,32E+05 |
1,32E+05 |
|
| P. aeruginosa |
2,73E+05 |
2,73E+05 |
|
| E. coli |
1,73E+05 |
1,73E+05 |
|
| WC-Reiniger (Kontrolle) |
S. aureus |
2,97E+05 |
2,97E+05 |
-6 ± 1 |
| E. hirae |
1,32E+05 |
1,32E+05 |
|
| P. aeruginosa |
2,73E+05 |
2,73E+05 |
|
| E. coli |
1,73E+05 |
1,73E+05 |
|
Beispiel 4: Formulierungen
a) WC-Reiniger-Rezepturen
[0135]
| Komponente |
|
|
|
|
|
| C9/11-8EO (Neodol 91/8E) |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Ameisensäure |
5,0 |
5,0 |
5,0 |
5,0 |
5,0 |
| Xanthan-Verdicker (Kelzan ASX-T) |
0,35 |
0,35 |
0,35 |
0,35 |
0,35 |
| Parfüm |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
| NaOH |
0,15 |
0,15 |
0,15 |
0,15 |
0,15 |
| Copolymer aus Diallyldimethylammoniumacrylamid und Acrylsäure |
0,5 |
-- |
0,5 |
0,5 |
0,3 |
| DSM Hybrane 5000 |
0,1 |
0,1 |
-- |
0,1 |
0,05 |
| Hydrostellan S100 |
-- |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
| Farbstoffe |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
[0136] Die Angaben in der Tabelle sind in Gew.-% Aktivsubstanz bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
Der pH-Wert der Zusammensetzungen wurde auf 2,2 eingestellt. Die Viskosität der Zusammensetzungen
betrug bei 20°C 550 mPaxs (Brookfield LV-DV II+, Spindel 31, 20 UpM).
b) Badreiniger-Rezepturen
[0137]
| Komponente |
|
|
|
|
|
| C8/10-Alkylpolyglucosid (Glucopon 215 UP) |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Citronensäure-1-Hydrat |
3,5 |
3,5 |
3,5 |
3,5 |
3,5 |
| Parfüm |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
| NaOH |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
| Copolymer aus Diallyldimethylammoniumacrylamid und Acrylsäure |
0,5 |
-- |
0,5 |
0,5 |
0,3 |
| DSM Hybrane 5000 |
0,1 |
0,1 |
-- |
0,1 |
0,05 |
| Hydrostellan S100 |
-- |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
| Konservierungsmittel |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Farbstoffe |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
[0138] Die Angaben in der Tabelle sind in Gew.-% Aktivsubstanz bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
Der pH-Wert der Zusammensetzungen wurde auf 3,9 eingestellt. Die Viskosität der Zusammensetzungen
betrug bei 20°C weniger als 10 mPaxs (Brookfield LV-DV II+, Spindel 31, 20 UpM).
c) Allzweckreiniger
[0139]
| Komponente |
|
|
|
|
|
| C10/13-Alkylbenzolsulfonsäure, Natriumsalz (Maranil A55) |
2,5 |
2,5 |
2,5 |
2,5 |
2,5 |
| C12/18-Fettsäure-Natriumsalz |
4,0 |
4,0 |
4,0 |
4,0 |
4,0 |
| C12/18-7EO (Dehydol LT7) |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Tri-Natriumcitrat-2-Hydrat |
0,4 |
0,4 |
0,4 |
0,4 |
0,4 |
| Ethanol |
2,0 |
2,0 |
2,0 |
2,0 |
2,0 |
| Parfüm |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
0,8 |
| Copolymer aus Diallyldimethylammoniumacrylamid und Acrylsäure |
0,5 |
-- |
0,5 |
0,5 |
0,3 |
| DSM Hybrane 5000 |
0,1 |
0,1 |
-- |
0,1 |
0,05 |
| Hydrostellan S100 |
-- |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
0,05 |
| Konservierungsmittel |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Farbstoffe |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
[0140] Die Angaben in der Tabelle sind in Gew.-% Aktivsubstanz bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
Der pH-Wert der Zusammensetzungen wurde auf 10,0 eingestellt.