[0001] Vorrichtung und Mahlwerkzeug zum Zerkleinern von Aufgabegut
[0002] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerkleinern von Aufgabegut gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Mahlwerkzeug zur Verwendung in einer solchen
Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 16.
[0003] Solche Vorrichtungen sind unter anderem als Wirbelstrommühlen zur Fein- und Feinstmahlung
von schüttfähigem Aufgabegut und insbesondere zur Mahlung von wärmeempfindlichem Aufgabegut
bekannt. Die
DE 35 43 370 A1 offenbart eine derartige Mühle mit zylindrischem Stator und darin umlaufendem Rotor.
Während sich der Stator über die gesamte axiale Länge des Rotors erstreckt, ist der
Rotor durch Anordnung axial beabstandeter Kreisscheiben in mehrere Mühlstufen untergliedert.
Jeder Mahlstufe ist eine Vielzahl von Mahlplatten zugeordnet, die am Außenumfang der
Kreisscheiben lösbar befestigt sind. Bei rotierendem Rotor erzeugen die Mahlplatten
mit ihren axial verlaufenden Kanten ein Wirbelfeld, in dem die Gutpartikel ständig
beschleunigt und umgelenkt werden. Die Zerkleinerung des Aufgabeguts erfolgt durch
Beschleunigungs-, Aufprall- und Reibkräfte, denen die Gutpartikel im Wirbelfeld ausgesetzt
sind.
[0004] Eine demgegenüber verbesserte Mühle ist in der
DE 197 23 705 C1 beschrieben. Dort ist die Mahlzone aufgeteilt in einen einlaufseitigen Bereich, wo
das Aufgabegut zunächst durch mechanische Einwirkung der Mahlleisten zerkleinert wird,
bevor es in den ablaufseitigen Bereich der Mahlzone gelangt, wo eine autogene Zerkleinerung
im Wirbelfeld des Rotors stattfindet. Auf diese Weise kann die Mühle sowohl im einlaufseitigen
als auch ablaufseitigen Mühlenbereich durch konstruktive Maßnahmen an die spezifischen
Besonderheiten des Aufgabeguts und des Zerkleinerungsprozesses angepasst und dadurch
die Effektivität der Mühle gesteigert werden.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, bekannte Vorrichtungen im Hinblick auf
einen wirtschaftlichen Zerkleinerungsbetrieb und eine konstant hohe Qualität des Endprodukts
weiter zu entwickeln.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
und ein Mahlwerkzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 16 gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, den Verlauf der wirksamen Kanten der
Mahlwerkzeuge eines Rotors so zu modifizieren, dass sich zusätzliche, die Zerkleinerungswirkung
verbessernde Effekte ergeben. Die Erfindung geht dabei davon aus, dass eine in einem
gasförmigen Medium bewegte Kante Wirbel erzeugt, deren Wirbelachse parallel zur Kante
ausgerichtet ist. Im Einflussbereich der Wirbel sind die einzelnen Gutpartikel enormen
Beschleunigungskräften und Richtungswechseln sowie Aufprall- und Reibkräften ausgesetzt,
die die Zerkleinerungsarbeit leisten.
[0009] Die Erfindung zielt nun auf eine Veränderung des Wirbelfelds im Umfangsbereich des
Rotors ab, wozu die axial verlaufenden wirksamen Kanten der Mahlwerkzeuge in einem
oder mehreren Teilabschnitten in Richtung der Rotorachse zurückversetzt sind. Es entstehen
also in ersten Teilabschnitten L
1 axial verlaufende wirksame Kanten mit einem ersten Radialabstand R
1 zur Rotationsachse und in zwischen den ersten Teilabschnitten L
1 angeordneten zweiten Teilabschnitten L
2 axial verlaufende wirksamen Kanten mit einem sich davon unterscheidenden zweiten
Radialabstand R
2 zur Rotationsachse, wobei der erste Radialabstand R
1 größer ist als der zweite Radialabstand R
2. Im Sinne der Erfindung gehören dabei zu den zweiten Teilabschnitten L
2 alle Teilabschnitte mit einem im Vergleich zu den ersten Teilabschnitten L
1 geringeren Radialabstand, was beinhaltet, dass die zweiten Teilabschnitte L
2 untereinander auch unterschiedliche Radialabstände R
2 aufweisen können, solange diese kleiner sind als der Radialabstand R
1 der ersten Teilabschnitte L
1 zur Rotationsachse.
[0010] Durch diese konstruktive Maßnahme entstehen radial verlaufende wirksame Kanten, die
nicht nur die Länge einer wirksamen Kante eines Mahlwerkzeugs verlängern, sondern
auch zusätzliche Wirbel mit einer radial ausgerichteten Wirbelachse erzeugen. Unter
radial verlaufender wirksamer Kante wird dabei nicht nur ein rechter Winkel zwischen
axial und radial verlaufenden Kanten verstanden, sondern allgemein auch eine Anordnung
der radialen Kanten quer zu den axial verlaufenden Kanten. Jedes Mahlwerkzeug erschafft
also, bedingt durch den erfindungsgemäßen Verlauf der wirksamen Kante, zweierlei Arten
von Wirbel, deren Wirbelachsen quer, vorzugsweise senkrecht, zueinander stehen und
deren Intensität durch gegenseitige Beeinflussung zeitlich und räumlich variiert.
[0011] Im Betrieb einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bedingt die Überlagerung der unterschiedlich
orientierten Wirbel äußerst komplexe turbulente Strömungsverhältnisse in den Zwischenräumen
zweier benachbarter Mahlwerkzeuge. Dadurch wird die Effizienz des Zerkleinerungsprozesses
erheblich gesteigert, was sich zunächst in einer unerwartet hohen Leistungssteigerung
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bemerkbar macht. Die verhältnismäßig kurze Verweildauer
des Aufgabeguts im Mahlbereich minimiert dabei den Wärmeeintrag in das Aufgabegut,
so dass sich eine solche Vorrichtung auch zur Zerkleinerung wärmeempfindlichen Aufgabeguts
eignet.
[0012] Die äußerst effektive Gutbearbeitung eröffnet jedoch auch Möglichkeit, das Aufgabegut
in einer gröberen Körnung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zuzuführen, ohne dass
sich dadurch die erreichbare Feinheit des zerkleinerten Guts verschlechtert. Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich somit gegenüber bekannten Vorrichtungen
zusätzlich durch einen höheren Zerkleinerungsgrad aus.
[0013] Dadurch, dass ein erfindungsgemäßes Mahlwerkzeug sich im Regelfall über die gesamte
axiale Länge der Mahlzone erstreckt, lassen sich durch den Wechsel einer relativ geringen
Anzahl von Mahlwerkzeugen sämtliche wirksamen Kanten tauschen. Die Werkzeugwechselzeiten
beim verschleißbedingten Erneuern der Mahlwerkzeuge oder beim Umstellen der Vorrichtung
auf ein anderes Aufgabegut lassen sich auf diese Weise auf ein Minimum reduzieren,
was zu einem äußerst wirtschaftlichen Gesamtbetrieb einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
führt.
[0014] Die zu einer vorteilhaften Anpassung und Optimierung vorgesehenen erfindungsgemäßen
Maßnahmen umfassen unter anderem die Wahl einer geeigneten Anzahl und/oder relativen
Länge der ersten und zweiten Teilabschnitte L
1, L
2 der axial verlaufenden wirksamen Kanten bezogen auf die Gesamtlänge L der Mahlwerkzeuge
bzw. die Wahl eines geeigneten Längenverhältnisses zwischen ersten Teilabschnitten
L
1 und zweiten Teilabschnitten L
2. Vorzugsweise beträgt die Summe der Längen aller ersten Teilabschnitte L
1 50 % bis 90 % der gesamten axialen Länge L eines Mahlwerkzeugs, höchstvorzugsweise
60 % bis 80 % und/oder die Summe aller Längen der ersten Teilabschnitte L
1 und/oder die Summe aller Längen der zweiten Teilabschnitte L
2 stehen in einem Verhältnis von 5:1 bis 1:1. Das bedeutet, dass mindestens die halbe
Länge einer wirksamen Kante eines erfindungsgemäßen Mahlwerkzeugs aufgrund des geringeren
radialen Abstands zu den Statorwerkzeugen für ein intensives Zusammenwirken mit den
Statorwerkzeugen zur Verfügung steht, wo ein Großteil der Zerkleinerungsarbeit geleistet
wird.
[0015] Vorzugsweise beträgt die axiale Länge eines einzelnen zweiten Teilabschnitts L
2 einer wirksamen Kante eines Mahlwerkzeugs 10 % bis 50 % der gesamten axialen Länge
L des Mahlwerkzeugs, vorzugsweise 20 % bis 40 %. Diese Maßnahme begrenzt die axiale
Länge des zweiten Teilabschnitt L
2 bezüglich der Gesamtlänge des Mahlwerkzeugs und ermöglicht so eine gezielte Steuerung
des Gutstroms innerhalb des Rotors.
[0016] Vorteilhafter Weise besitzt ein erfindungsgemäßes Mahlwerkzeug über seine Länge höchsten
acht zweite Teilabschnitte L
2, vorzugsweise zwei bis vier zweite Teilabschnitte L
2. Durch die Anzahl zweiter Teilabschnitte L
2 kann Einfluss auf die Intensität und damit Effizienz der Gutzerkleinerung genommen
werden, wobei im Umfangsbereich des Rotors ein Wirbelfeld mit weitgehend einheitlicher
Zerkleinerungswirkung erzeugt wird.
[0017] Durch eine geeignete Länge der radial wirksamen Kanten kann die Anzahl und damit
Wirkung der Wirbel mit radial ausgerichteter Wirbelachse eingestellt werden. In vorteilhafter
Weiterbildung der Erfindung besitzt zu diesem Zweck die radial wirksame Kante eine
maximale Länge, die der axialen Länge des angrenzenden zweiten Teilabschnitts L
2 entspricht, und die vorzugsweise 30 % bis 60 % der axialen Länge des angrenzenden
zweiten Teilabschnitts L
2 beträgt. Gleichzeitig wird dadurch aber auch Einfluss auf den Verlauf des Gutstroms
im Rotor genommen werden, da das Aufgabegut in den Bereichen der zweiten Teilabschnitte
L
2 infolge des größeren radialen Abstands von den Statorwerkzeugen konzentriert von
einer Kammer zu einer benachbarten Kammer zwischen den Mahlwerkzeugen strömt. In Abhängigkeit
von der Art des Aufgabeguts und der Art der Materialbearbeitung beträgt die Länge
der radial wirksamen Kanten eines bevorzugten Mahlwerkzeugs beispielsweise mindestens
5 mm, mindestens 8 mm, mindestens 10 mm, mindestens 15 mm oder mindestens 20 mm.
[0018] Die zurückversetzten zweiten Teilabschnitte L
2 der axial wirksamen Kanten führen also zu einem Materialfluss innerhalb einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung, bei dem größere Partikel im Bereich dieser zweiten Teilabschnitte L
2 von einer zwischen zwei benachbarten Mahlwerkzeugen im Rotor gebildeten Kammer in
eine nachfolgende Kammer strömen, um dort weiter zerkleinert zu werden. Hingegen werden
bereits ausreichend gefeinte Gutpartikel vom Luftstrom in der vorauseilenden Wirbelkammer
mitgerissen und aus der Vorrichtung abgezogen. Diese Bearbeitungsart hat neben einer
äußerst effizienten Gutzerkleinerung den zusätzlichen Vorteil, dass das zerkleinerte
Gut im Hinblick auf Form und Größe der einzelnen Gutpartikel innerhalb enger Grenzen
sehr einheitlich ist, so dass auch hohe Anforderungen an die Qualität des Endprodukts
erfüllt werden.
[0019] Dabei können die wirksamen Kanten des zweiten Teilabschnitts L
2 bzw. der zweiten Teilabschnitte L
2 zweier im Rotor benachbarter Mahlwerkzeuge den gleichen radialen Abstand R
2 zur Rotationsachse aufweisen oder aber auch einen unterschiedlichen radialen Abstand.
Ist beispielsweise der radiale Abstand R
2 des in Rotationsrichtung vorauseilenden Teilabschnitts L
2 kleiner als der des nachfolgenden Teilabschnitts L
2, so wird ein größerer Anteil des Aufgabeguts auf das nachfolgende Mahlwerkzeug treffen
und dort zerkleinert werden. Auf diese Weise kann der Gutstrom und die Intensität
der Zerkleinerung gesteuert werden.
[0020] Entsprechendes gilt bei unterschiedlichen axialen Längen der zweiten Teilabschnitte
L
2 zweier im Rotor benachbarter Mahlwerkzeuge. Auch hier wird bei einer größeren Länge
des zweiten Teilabschnitts L
2 eines vorauseilenden Mahlwerkzeugs im Vergleich zur kleineren Länge des zweiten Teilabschnitts
L
2 des nachfolgenden Mahlwerkzeugs ein größerer Anteil des Aufgabeguts auf das nachfolgende
Mahlwerkzeug treffen und dort zerkleinert werden.
[0021] Dieser Effekt kann alternativ oder kumulativ zu den vorbeschriebenen Maßnahmen auch
dadurch gesteuert werden, dass die zweiten Teilabschnitte L
2 eines Mahlwerkzeugs gegenüber den zweiten Teilabschnitten L
2 eines im Rotor benachbarten Mahlwerkzeugs einen axialen Versatz V aufweisen. Dadurch
wird der Gutstrom durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung so gesteuert, dass das Aufgabegut
bei seinem Weg von der Einlaufseite zur Auslaufseite des Rotors mehrere im Rotor zwischen
den Mahlwerkzeugen gebildete Kammern sukzessive durchströmt. Die Kammern bildet auf
diese Weise jeweils eine Bearbeitungsstufe, die vom Aufgabegut aufeinanderfolgend
durchlaufen werden.
[0022] Soll zum Beispiel das Aufgabegut zur intensiven Zerkleinerung länger im Bereich der
Mahlwerkzeuge gehalten werden, so kann der axiale Versatz V kleiner gewählt werden.
In diesem Fall ist es möglich, dass ein Mahlwerkzeug über seine axiale Länge mehrere
zweite Teilabschnitte L
2 aufweist und das Aufgabegut eine größere Anzahl Kammern durchläuft. In diesem Sinne
kann der Versatz V zweier in Rotationsrichtung benachbarter zweiter Teilabschnitte
L
2 bezogen auf deren Mitten beispielsweise mindestens der Summe aus der halben axialen
Länge des zweiten Teilabschnitts L
2 des vorauseilenden Mahlwerkzeugs und der halben axialen Länge des zweiten Teilabschnitts
L
2 des nachfolgenden Mahlwerkzeugs betragen, höchstvorzugsweise mindestens der Summe
aus der axialen Länge des zweiten Teilabschnitts L
2 des vorauseilenden Mahlwerkzeugs und der axialen Länge des zweiten Teilabschnitts
L
2 des nachfolgenden Mahlwerkzeugs.
[0023] Bei einem größeren axialen Versatz, der beispielsweise mindestens der 3-fachen, mindestens
der 4-fachen oder mindestens der 5-fachen Länge eines zweiten Teilabschnitts L
2 entspricht, ergeben sich verhältnismäßige kurze Aufenthaltsdauern des Aufgabeguts
im Bereich der Mahlwerkzeuge mit dem Vorteil einer hohen Maschinenleistung und eines
geringen Wärmeeintrags in das Aufgabegut.
[0024] Bei einem einheitlichen axialen Versatz aller zweiten Teilabschnitte L
2 liegen die zweiten Teilabschnitte L
2 auf einer Anzahl parallel verlaufender Schraubenlinien um die Rotorachse, wobei die
Steigung der Schraubenlinien das Maß des axialen Versatzes bestimmt. Um die vorbeschriebenen
Vorteile bei der Gutbearbeitung zu erzielen, verlaufen die Schraubenlinien vorzugsweise
in einem Winkel ε zwischen 10 Grad und 50 Grad zu den Mantellinien des Rotors, höchstvorzugsweise
in einem Winkel ε zwischen 20 Grad und 35 Grad.
[0025] Um wahlweise einen auf die Bewegung des Gutstroms fördernden oder rückhaltenden Effekt
auszuüben, sieht eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung vor, dass die wirksamen
Kanten der Mahlwerkzeuge in einem Winkel β zu den Mantellinien des Rotors verlaufen.
Ist die auslaufseitige wirksame Kante des Mahlwerkzeugs in Rotationsrichtung geneigt
(-β), so stellt sich ein rückhaltender Effekt mit längeren Aufenthaltsdauern des Aufgabeguts
im Bereich der Mahlwerkzeuge ein, während bei einer entgegengesetzten Neigung (+β)
der Gutstrom beschleunigt und damit die Aufenthaltsdauer verkürzt wird. Zu diesem
Zweck bevoorzugte Winkel β betragen -5 Grad bis +5 Grad gegenüber einer Mantellinie
des Rotors, vorzugsweise -3 Grad bis +3 Grad.
[0026] In einer darüber hinaus bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass die wirksame Kante am einlaufseitigen und/oder auslaufseitigen Ende eines Mahlwerkzeugs
von einem dritten Teilabschnitt L
3 gebildet ist mit einem dritten radialen Abstand R
3 von der Rotationsachse, wobei der erste radiale Abstand R
1 des ersten Teilabschnitts L
1 größer ist als der dritte radiale Abstand R
3. Durch diese Maßnahme kann erreicht werden, dass die Gutpartikel im Einlaufbereich
und/oder Auslaufbereich eine geringere Axialgeschwindigkeit besitzen und sich dort
aufgrund der größeren Verweildauer gleichmäßig über den Umfang des Rotors verteilen.
[0027] In vorteilhafter Weiterbildung dieser Ausführungsform ist der dritte radiale Abstand
R
3 zweier im Rotor benachbarter Mahlwerkzeuge unterschiedlich groß. Besitzt dabei ein
in Rotationsrichtung vorauseilendes Mahlwerkzeug einen dritten Teilabschnitt L
3 mit kleinerem radialem Abstand R
3 gegenüber dem radialen Abstand R
3 eines dritten Teilabschnitts L
3 eines nachfolgenden Mahlwerkzeugs, so wird ein größerer Anteil des Aufgabeguts auf
das nachfolgende Mahlwerkzeug treffen und dort zerkleinert werden. Auf diese Weise
kann der Gutstrom und die Intensität der Zerkleinerung gesteuert werden.
[0028] Ohne die Erfindung darauf zu beschränken wird die Erfindung nachstehend anhand in
der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert, wobei weitere Merkmale
und Vorteile der Erfindung offenbar werden. Zur Erleichterung des Verständnisses der
Erfindung werden dabei soweit möglich für gleiche oder funktionsgleiche Merkmale unterschiedlicher
Ausführungsformen gleichlautende Bezugszeichen verwendet.
Es zeigt
[0029]
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung entlang der in Fig.
2 gezeigten Linie I - I,
Fig. 2 einen Teilschnitt durch die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung entlang der dortigen
Linie II - II,
Fig. 3 in skizzenhafter Darstellung die von Statorwerkzeugen und Mahlwerkzeugen gebildeten
Mahlzone der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung mit Mahlwerkzeugen in einer ersten
Ausführungsform, die
Fig. 4a - 4d Ansichten auf im Rotor benachbart zueinander angeordnete Mahlwerkzeuge
in einer zweiten Ausführungsform, die
Fig. 5a - 5d Ansichten auf im Rotor benachbart zueinander angeordnete Mahlwerkzeuge
in einer dritten Ausführungsform,
Fig. 6 eine Abwicklung des in Fig. 4d gezeigten Rotorteilbereichs mit Darstellung
der Gutströmung, und
Fig. 7 eine Ansicht zweier Mahlwerkzeuge mit geneigter Anordnung gegenüber einer Mantellinie
des Rotors.
[0030] Die Fig. 1 bis 3 zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
1 in Form einer Wirbelstrommühle, die ohne Beschränkung darauf zur Fein- und Feinstmahlung
von Kunststoffen wie Duroplaste, Thermoplaste und Elastomere oder zur Mahlung kristalliner
Stoffe oder Agglomerate dient. Die Vorrichtung 1 umfasst einen plattformartigen Maschinenunterbau
2, der nach oben hin mit einer horizontalen Montageplatte 3 abschließt, auf der ein
Drehantrieb 4 und ein Tragrahmen 5 nebeneinander montiert sind. Mit dem Tragrahmen
5 ist ein zylindrisches Gehäuse 6 fest verbunden, dessen senkrecht zu Montageplatte
3 ausgerichtete Gehäuseachse das Bezugszeichen 7 trägt. Das Gehäuse 6 ist in axialer
Richtung untergliedert in einen eintragsseitigen Gehäuseabschnitt 8, einen mittleren
zylindrischen Gehäuseabschnitt 9 und einen austragsseitigen Gehäuseabschnitt 10.
[0031] Innerhalb des Gehäuses ist ein Rotor 11 mit einer zur Achse 7 koaxialen Antriebswelle
12 angeordnet. Die Antriebswelle 12 ist mit ihrem unteren Endabschnitt in einem unteren
Lager 13 und mit ihrem gegenüberliegenden Endabschnitt in einem oberen Lager 14 drehbar
gelagert. Das sich durch die Montageplatte 3 erstreckende Ende der Antriebswelle 12
trägt eine Mehrrillenscheibe 15, die über Antriebsriemen 16 mit der Mehrrillenscheibe
17 des Drehantriebs 4 gekoppelt ist.
[0032] Ebenfalls innerhalb des Gehäuses 6 sitzt achssenkrecht auf der Antriebswelle 12 eine
obere Tragscheibe 18 und in axialem Abstand dazu eine planparallele untere Tragscheibe
19, die mit der Antriebswelle 12 rotieren. An ihrem Umfang weisen die Tragscheiben
18 und 19 Positionsschlitze zur Aufnahme achsparallel verlaufender plattenförmiger
Mahlwerkzeuge 20 auf, die sich auf diese Weise kranzartig über den Umfang des Rotors
11 verteilen und im Betrieb einer erfindungsgemäßen Vorrichtung beispielsweise mit
einer Umfangsgeschwindigkeit von etwa zwischen 100 m/sec und 180 m/sec je nach Produkt
bewegen können. Der Winkelabstand der Mahlwerkzeuge 20 über den Umfang des Rotors
11 ist einheitlich und beträgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel drei Grad, kann
aber auch vier Grad, fünf Grad, sechs Grad oder mehr betragen.
[0033] Der einlaufseitige Gehäuseabschnitt 8 bildet nach unten den stirnseitigen Gehäuseabschluss
und besitzt im Bereich der Achse 7 eine konzentrische Eintrittsöffnung 21 für das
Aufgabegut, die die Antriebswelle 12 in lichtem radialem Abstand umgibt. Über die
axiale Dicke des eintragsseitigen Gehäuseabschnitts 8 entwickelt sich die Eintrittsöffnung
21 zu einer flachkegeligen Aufweitung, die auf diese Weise mit der unteren senkrechten
Tragscheibe 19 einen Verteilerraum 22 bildet, der sich radial nach außen hin verjüngt
und so für eine Beschleunigung des Aufgabeguts in diesem Bereich sorgt. Der auslaufseitige
Gehäuseabschnitt 10 bildet den oberen stirnseitigen Gehäuseabschluss und beherbergt
dort einen zur Achse 7 konzentrisch verlaufenden Ringkanal 23, der in einen tangential
aus dem Gehäuseabschnitt 10 austretenden Gutauslauf 24 übergeht.
[0034] Der mittlere zylindrische Gehäuseabschnitt 9 beherbergt einen Stator, wozu an dem
Gehäuseinnenumfang Statorwerkzeuge 35 angeordnet sind, die in ihrer Gesamtheit eine
Prallbahn bilden und die mit den axial verlaufenden wirksamen Kanten der plattenförmigen
Mahlwerkzeuge 20 des Rotors 11 einen Mahlspalt 36 einschließen (Fig. 3).
[0035] Die Beschickung der Vorrichtung 1 mit Aufgabegut 37 erfolgt einlaufseitig über einen
Zulaufkanal 38, durch welchen das Aufgabegut 37 als Gas-Feststoff-Gemisch über die
Eintrittsöffnung 21 in das Gehäuseinnere gelangt und dort im Verteilerraum 22 nach
Umlenkung in radialer Richtung zum Mahlspalt 36 hin beschleunigt wird. Im Mahlspalt
36 strömt das Aufgabegut 37 schraubenlinienförmig um die Achse 7 nach oben, während
es zerkleinert wird. Das ausreichend gefeinte Gut gelangt schließlich in den Ringkanal
23, von wo es über den Gutauslauf 24 aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung abgezogen
wird.
[0036] Zur Einflussnahme auf die Zerkleinerungswirkung der Mahlwerkzeuge 20 weist die wirksame
Kante der Mahlwerkzeuge 20 einen besonderen Verlauf auf. Wie vor allem aus Fig. 3
ersichtlich besitzt jedes Mahlwerkzeug 20 eine achsparallel zur Achse 7 verlaufende
wirksame Kante 25, die den Statorwerkzeugen 35 unter Einhaltung eines radialen Mahlspalts
36 gegenüberliegt. In Richtung der Achse 7 ist die axial verlaufende wirksame Kante
25 untergliedert in drei erste Teilabschnitte L
1 mit jeweils einem ersten radialen Abstand R
1 von der Achse 7 und zwei zweite Teilabschnitte L
2 mit jeweils einem zweiten radialen Abstand R
2 von der Achse 7. Dadurch dass der zweite radiale Abstand R
2 gegenüber dem ersten radialen Abstand R
1 geringer ist, ergibt sich ein radialer Versatz der wirksamen Kante 25" im Bereich
der zweiten Teilabschnitte L
2 gegenüber der wirksamen Kante 25' im Bereich der ersten Teilabschnitte L
1 in Richtung zur Achse 7. Dabei sind die ersten Teilabschnitte L
1 und zweiten Teilabschnitte L
2 jeweils über radial wirksame Kanten 26 miteinander verbunden.
[0037] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die geometrischen Verhältnisse so gewählt,
dass die Summe der Längen aller axial verlaufenden Teilabschnitte L
1 etwa 75 % der gesamten axialen Länge L eines Mahlwerkzeugs 20 ausmacht. Das Verhältnis
der aufsummierten Längen der ersten Teilabschnitte L
1 zu den aufsummierten Längen der zweiten Teilabschnitte L
2 beträgt etwa 3:1. Die axiale Länge eines einzelnen zweiten Teilabschnitts L
2 entspricht etwa 15 % der gesamten axialen Länge L eines Mahlwerkzeugs 20. Die radiale
Länge der in radialer Richtung wirksamen Kante 26 ist dabei maximal halb so groß wie
die axiale Länge des anschließenden zweiten Teilabschnitts L
2.
[0038] Die Fig. 4a bis c zeigen unterschiedliche Typen von im Rotor 11 benachbarter Mahlwerkzeugen
20.1, 20.2, 20.3, wie sie grundsätzlich unter Fig. 3 beschrieben sind. Die Anordnung
dieser unterschiedlichen Mahlwerkzeuge 20.1, 20.2, 20.3 in einem Rotor 11 mit vorgegebener
wiederkehrender Abfolge ist schließlich in Fig. 4d gezeigt. Bezogen auf die Rotationsrichtung
R des Rotors 11 ist das Mahlwerkzeug 20.1 das vorauseilende Mahlwerkzeug und das Mahlwerkzeug
20.2 das nachfolgende Mahlwerkzeug.
[0039] Den Mahlwerkzeugen 20.1, 20.2 und 20.3 gemäß der Fig. 4a bis 4d ist gemein, dass
deren axial wirksame Kante 25 im einlaufseitigen Bereich mit einem dritten Teilabschnitt
L
3 beginnt. Zudem endet das Mahlwerkzeug 20.2 als einziges mit einem dritten Teilabschnitt
L
3. Die axiale Länge des einlaufseitigen dritten Teilabschnitts L
3 ist bei allen Mahlwerkzeugen 20.1, 20.2 und 20.3 gleich groß. Hingegen ist die an
diesen Teilabschnitt L
3 anschließende radial wirksame Kante 26.1, 26.2 und 26.3 der unterschiedlichen Werkzeugtypen
unterschiedlich lang. So weist die radial wirksame Kante 26.1 des Mahlwerkzeugs 20.1
die größte Länge und die radial wirksame Kante 26.3 des Mahlwerkzeugs 20.3 die geringste
Länge, während die radial wirksame Kante 26.2 eine dazwischen liegende Länge besitzt.
In der Folge führt dies dazu, dass der radiale Abstand R
3 zwischen der axial verlaufenden wirksamen Kante 25"' im dritten Teilabschnitt L
3 zur Rotationsachse 7 vom Mahlwerkzeug 20.1 bzw. 20.2 zum Mahlwerkzeug 20.2 bzw. 20.3
jeweils zunimmt.
[0040] Zusätzlich weisen die Mahlwerkzeugen 20.1, 20.2 und 20.3 im axialen Abstand zu dem
einlaufseitigen dritten Teilabschnitt L
3 einen (Fig. 4a) oder zwei (Fig. 4b und 4c) zweite Teilabschnitte L
2 auf, wobei ein zweiter Teilabschnitt L
2 des Mahlwerkzeugs 20.1 bzw. Mahlwerkzeugs 20.2 einen axialen Versatz V gegenüber
einem zweiten Teilabschnitt L
2 des benachbarten Mahlwerkzeugs 20.2 bzw. Mahlwerkzeugs 20.3 aufweist. Die an die
zweiten Teilabschnitte L
2 anschließenden radialen wirksamen Kanten 26 aller Mahlwerkzeuge 20.1, 20.2 und 20.3
besitzen alle eine einheitliche Länge.
[0041] Die weitere Ausführungsform gemäß der Fig. 5a bis 5d unterscheidet sich von der unter
den Fig. 4a bis 4d beschrieben lediglich durch die höhere Anzahl an zweiten Teilabschnitten
L
2. Dadurch erhöht sich auch die Anzahl und Dichte der radial wirksamen Kanten 26, so
dass ein derartiges Mahlwerkzeug 20.1, 20.2, 20.3 in der Lage ist, das Aufgabegut
intensiver zu zerkleinern. Zur Vermeidung von Wiederholungen gilt das unter den Fig.
4a bis 4d Gesagte sinnentsprechend.
[0042] Fig. 6 stellt eine Abwicklung des in Fig. 4d gezeigten Umfangsabschnitt des Rotors
11 dar. Man sieht wiederum eine in Umfangsrichtung wiederkehrende Abfolge der Mahlwerkzeuge
20.1, 20.2 und 20.3. Zwei benachbarte Mahlwerkzeuge 20.1, 20.2, 20.3 bilden dabei
jeweils eine axial durchströmbare Kammer, in der das Aufgabegut von der Einlaufseite
zur Auslaufseite gelangt. Die wirksame Kante aller Mahlwerkzeuge ist von der Einlaufseite
zur Auslaufseite untergliedert in einen einlaufseitigen dritten Teilabschnitt L
3, einen ersten Teilabschnitt L
1, einen zweiten Teilabschnitt L
2 und einen ersten Teilabschnitt L
1. Die Mahlwerkzeuge 20.2 enden zudem auslaufseitig mit einem weiteren dritten Teilabschnitt
L
3 , dessen wirksame Kante 25'" mit der wirksamen Kante 25" fluchtet, und die Mahlwerkzeuge
20.3 mit einer weiteren Abfolge eines zweiten Teilabschnitts L
2 und daran anschließenden ersten Teilabschnitts L
1.
[0043] Die zweiten Teilabschnitte L
2 zweier benachbarter Mahlelemente 20.1, 20.2, 20.3 weisen einen einheitlichen axialen
Versatz V in Richtung zur Auslaufseite auf, wodurch sich deren Anordnung auf schraubenförmig
den Rotorumfang umlaufenden Linien 39 ergibt. Die Linien 39 schließen dabei mit einer
Mantellinie 40 des Rotorumfangs einen Winkel ε ein, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel
etwa 45 Grad beträgt.
[0044] Die Strömung des Aufgabeguts im Bereich des Rotors 11 ist in Fig. 6 durch die Pfeile
41 versinnbildlicht. Man erkennt, dass das Aufgabegut vor allem in den zweiten Längsabschnitten
L
2 von einer Kammer zur nachfolgenden Kammer gelangt und so den Rotor 11 bis zum Austritt
auf der Auslaufseite stufenartig durchwandert.
[0045] Gegenstand von Fig. 7 ist schließlich eine Ausführungsform der Erfindung bei der
die Mahlwerkzeuge 20 zur Steuerung der Aufenthaltzeit des Aufgabeguts im Bereich der
Mahlwerkzeuge 20 mit ihrer wirksamen Kante im Winkel β zu einer Mantellinie 40 des
Rotorumfangs angeordnet sind. Ist das auslaufseitige Ende des Mahlwerkzeugs 20 in
Rotationsrichtung R geneigt (-β), so erhalten die Gutpartikel beim Aufprall auf das
Mahlwerkzeug 20 einen Impuls entgegen der allgemeinen Gutströmung 41, was einen rückhaltenden
Effekt auf die Gutströmung 41 bewirkt. Bei entgegengesetzter Neigung (+β) hingegen
werden die Gutpartikel beim Aufprall auf die Mahlwerkzeuge 20 in Richtung der Gutströmung
41 beschleunigt.
[0046] Die Erfindung ist nicht auf die konkreten Merkmalskombinationen der einzelnen Ausführungsformen
beschränkt, sondern umfasst auch Kombinationen von Merkmalen, die in unterschiedlichen
Ausführungsformen der Erfindung offenbart sind.
1. Vorrichtung zum Zerkleinern von Aufgabegut mit einem sich entlang einer Rotationsachse
(7) erstreckenden Gehäuse (6), in dem ein um die Rotationsachse (7) drehend angetriebener
Rotor (11) angeordnet ist, der über seinen Umfang eine Vielzahl achsparalleler Mahlwerkzeuge
(20; 20.1, 20.2, 20.3) aufweist, die von einem Stator mit Statorwerkzeugen (35) umgeben
sind, wobei die wirksamen Kanten der Mahlwerkzeuge (20; 20.1, 20.2, 20.3) unter Bildung
eines Mahlspalts (36) in radialem Abstand zu den Statorwerkzeugen (35) angeordnet
sind und sich dabei über die axiale Länge des Mahlspalts (36) erstrecken, und wobei
das Aufgabegut (37) auf der Einlaufseite dem Mahlspalt (36) zugeführt wird und auf
der Auslaufseite aus dem Mahlspalt (36) austritt, dadurch gekennzeichnet, dass die axial verlaufenden wirksamen Kanten (25) der Mahlwerkzeuge (20; 20.1, 20.2, 20.3)
in axialer Richtung jeweils untergliedert sind in mindestens zwei erste Teilabschnitte
L1 mit jeweils einem ersten radialen Abstand R1 von der Rotationsachse (7), und in mindestens einen zweiten Teilabschnitt L2 mit einem zweiten radialen Abstand R2 von der Rotationsachse (7), wobei der zweite Teilabschnitt L2 zwischen den mindestens zwei ersten Teilabschnitten L1 angeordnet ist, und wobei der erste radiale Abstand R1 größer ist als der zweite radiale Abstand R2, und wobei die axial verlaufenden wirksamen Kanten (25') der mindestens zwei ersten
Teilabschnitts L1 und die axial verlaufende wirksame Kante (25") des mindestens einen zweiten Teilabschnitts
L2 über quer oder im Wesentlichen radial verlaufende wirksame Kanten (26) miteinander
verbunden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Längen aller ersten Teilabschnitte L1 50 % bis 90 % der gesamten axialen Länge L eines Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3)
beträgt, vorzugsweise 60 % bis 80 %.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe aller Längen der ersten Teilabschnitte L1 und die Summe aller Längen der zweiten Teilabschnitte L2 in einem Verhältnis von 5:1 bis 1:1 zu stehen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge eines einzelnen zweiten Teilabschnitts L2 10 % bis 50 % der gesamten axialen Länge L eines Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3)
beträgt, vorzugsweise 20 % bis 40 %.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Länge der in radialer Richtung wirksamen Kante (26) maximal so groß ist
wie die axiale Länge des angrenzenden zweiten Teilabschnitts L2, vorzugsweise 30 % bis 60 % der axialen Länge des angrenzenden zweiten Teilabschnitts
L2 beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Länge der in radialer Richtung wirksamen Kante (26) mindestens 5 mm beträgt,
vorzugsweise mindestens 8 mm, mindestens 10 mm, mindestens 15 mm oder mindestens 20
mm.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge L2 eines zweiten Teilabschnitts L2 zweier im Rotor (11) benachbarter Mahlwerkzeuge (20.1, 20.2, 20.3) abnimmt oder zunimmt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite radiale Abstand R2 zweier im Rotor (11) benachbarter Mahlwerkzeuge (20.1, 20.2, 20.3) abnimmt oder zunimmt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mahlwerkzeug (20; 20.1, 20.2, 20.3) über seine Länge höchstens acht zweite Teilabschnitte
L2 aufweist, vorzugsweise zwei bis vier zweite Teilabschnitte L2.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die wirksame Kante (25) am einlaufseitigen Ende und/oder auslaufseitigen Ende eines
Mahlwerkzeugs (20) einen dritten Teilabschnitt L3 aufweist mit einem dritten radialen Abstand R3 von der Rotationsachse (7), wobei der erste radiale Abstand R1 größer ist als der dritte radiale Abstand R3.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte radiale Abstand R3 zweier im Rotor (11) in Rotationsrichtung benachbarter Mahlwerkzeuge (20.1, 20.2,
20.3) abnimmt oder zunimmt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Teilabschnitte L2 eines Mahlwerkzeugs (20.1, 20.2, 20.3) gegenüber den zweiten Teilabschnitten L2 eines im Rotor (11) benachbarten Mahlwerkzeugs (20.1, 20.2, 20.3) einen axialen Versatz
V aufweisen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der axiale Versatz V mindestens der Summe aus 50 % der axialen Länge des zweiten
Teilabschnitts L2 des in Rotationsrichtung vorauseilenden Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3) und
50 % der axialen Länge des zweiten Teilabschnitts L2 des nachfolgenden Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3) entspricht, vorzugsweise mindestens
der Summe aus der axialen Länge des zweiten Teilabschnitts L2 des vorauseilenden Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3) und der axialen Länge des
zweiten Teilabschnitts L2 des nachfolgenden Mahlwerkzeugs (20; 20.1, 20.2, 20.3).
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Versatz V der Teilabschnitte L2 zweier im Rotor benachbarter Mahlwerkzeuge (20; 20.1, 20.2, 20.3) eine schraubenlinienförmige
Bahn definiert ist, die mit einer Mantellinie des Rotors einen Winkel ε einschließt,
wobei der Winkel ε vorzugsweise zwischen 10 Grad und Grad 50 liegt, höchst vorzugsweise
zwischen 20 Grad und 35 Grad.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die wirksamen Kanten der Mahlwerkzeuge mit einer Mantellinie des Rotors einen Winkel
β einschließen, wobei der Winkel β vorzugsweise zwischen +5 Grad und -5 Grad liegt,
höchstvorzugsweise zwischen +3 Grad und -3 Grad.
16. Plattenförmiges Mahlwerkzeug zur Verwendung in einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 15, mit einer zur Zerkleinerung des Aufgabeguts in Werkzeuglängsrichtung verlaufenden
wirksamen Kante (25), dadurch gekennzeichnet, dass die wirksame Kante (25) in Längsrichtung untergliedert ist in mindestens zwei erste
Teilabschnitte L1 und mindesten einen zweiten Teilabschnitt L2, wobei der zweite Teilabschnitt L2 zwischen den beiden ersten Teilabschnitten L1 angeordnet und gegenüber den ersten Teilabschnitten L1 zurück versetzt ist, und die wirksamen Kanten (25) der mindestens zwei ersten Teilabschnitte
L1 und die wirksame Kante des mindestens einen zweiten Teilabschnitts L2 über eine quer dazu verlaufende wirksame Kante (26) miteinander verbunden sind.