[0001] Die Erfindung betrifft eine Poliervorrichtung zum Polieren gekrümmter Linsenflächen
von optischen Linsen gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und ein Verfahren zu deren
Betrieb nach Anspruch 8.
[0002] Zur Erzielung einer optisch wirksamen Linsenoberfläche werden optische Linsen mit
Poliervorrichtungen poliert. So sind aus dem Stand der Technik Poliervorrichtungen
bekannt, die einen Werkstückhalter aufweisen, die eine optische Linse aufnehmen und
um eine Rotationsachse rotieren. Auf die freie Linsenoberfläche, die konkav, konvex,
torisch, sphärisch und freiformgestaltet sein kann, wird ein Polierwerkzeug mit einer
Polierfläche aufgesetzt.
[0003] Zur Bearbeitung konkaver Linsenflächen ist aus
DE 10 2007 026 841 A1 bekannt, ein Polierwerkzeug einzusetzen, welches einen Trägerteller aufweist, auf
dem eine elastischer Unterbau aufgebracht ist. Auf dem elastischen Unterbau ist die
Polierfläche angeordnet. Durch Rotieren des Trägertellers rotiert also auch die Polierfläche
um eine Rotationsachse lotrecht zum Trägerteller. Dabei sind die Rotationsachsen der
optischen Linse und einer Antriebswelle des Polierwerkzeugs parallel ausgerichtet.
Der Trägerteller wiederum ist über ein kardanisches Ausgleichsgelenk mit der Antriebswelle
verbunden.
[0004] Die eingesetzten Poliermaschinen im Stand der Technik haben zur Einstellung des Abtragprofils
beim Polieren also drei interpolierend angetriebene Achsen, nämlich
- a) die Geschwindigkeit um die Rotationsachse des Werkstückhalters,
- b) eine Position entlang einer ersten Verschiebeachse für einen seitlichen Versatz
zwischen den Rotationsachsen des Werkstückhalters und des Polierwerkzeugs,
- c) sowie eine Position entlang einer zweiten Verschiebeachse zur Einstellung des Abstands
zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug.
[0005] Das kardanische Ausgleichgelenk bildet einen Freiheitsgrad aus, sodass das Polierwerkzeug
statisch unbestimmt auf die Linsenoberfläche aufgesetzt ist und immer plan auf der
Linsenoberfläche aufliegt, wozu es um das Ausgleichsgelenk pendelt. Die Oberflächenkrümmung
der Polierfläche entspricht meist im Wesentlichen der Oberflächenkrümmung der konkaven
Linsenfläche.
[0006] Nachteilhaft an einer solchen Ausgestaltung ist, dass das Polierwerkzeug nur sehr
begrenzt über einen Umfangsrand der Linsenfläche hinausbewegt werden kann. Dies hat
nämlich zur Folge, dass der Anpressdruck in Richtung Linsenmitte schon bei einem kleinen
Überstand stark abfällt. Bewegt man die Polierfläche zu einem noch größeren Teil über
den Umfangsrand hinaus, kippt das Polierwerkzeug ab.
[0007] Ein weiterer Nachteil derartiger Polierwerkzeuge ist, dass die Anpresskraft über
der Polierfläche dazu führt, dass der Polierabtrag der Linsenoberfläche in Richtung
einer Sphäre tendiert. Hierdurch werden bereits hergestellte optische Geometrien auf
der Linsenoberfläche auspoliert. Um überhaupt engere Radien auf der Linsenoberfläche
polieren zu können, sind große Anpressdrücke erforderlich, um durch elastische Verformung
des Trägertellers und/oder dem elastischen Unterbau an diese heran zu gelangen. Hierdurch
wird die Poliertendenz hin zu einer Sphäre in diesen Linsenbereichen noch verstärkt.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Poliervorrichtung und ein Polierverfahren
zu entwickeln, mit denen Linsenoberflächen bearbeitbar sind, die Überlagerungen aus
sphärischen, torischen und progressiven Wirkungen aufweisen und somit Freiformflächen
bilden, die durch reine Punktewolken beschrieben sind, ohne dass beim Polieren diese
Wirkungen auspoliert werden. Die Vorrichtung und das Verfahren sollen zudem eine schnelle,
effiziente und kostengünstige Polierbearbeitung von solchen Linsenflächen ermöglichen.
[0009] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 sowie in
Anspruch 8 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 7 und 9
bis 15.
[0010] Die Erfindung betrifft eine Poliervorrichtung zum Polieren gekrümmter Linsenflächen
von optischen Linsen, wobei die Poliervorrichtung einen Werkstückhalter zur Aufnahme
einer optischen Linse und ein Polierwerkzeug aufweist, wobei das Polierwerkzeug ein
Trägerelement, einen elastischen Unterbau und eine gekrümmte Polierfläche auf dem
elastischen Unterbau aufweist, wobei das Polierwerkzeug mit der Polierfläche rotierend
um eine Rotationsachse angetrieben ist, wobei entweder die gekrümmte Linsenfläche
konkav und die gekrümmte Polierfläche konvex oder die gekrümmte Linsenfläche konvex
und die gekrümmte Polierfläche konkav ist, wobei der Werkstückhalter rotierend um
eine erste Achse angetrieben ist, um die optische Linse zu rotieren, wobei ein Abstand
zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang einer zweiten Achse verstellbar
ist, wobei ein Versatz zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang
einer dritten Achse, die quer zur ersten Achse ausgerichtet ist, verstellbar ist,
und wobei ein Anstellwinkel zwischen der Rotationsachse und der ersten Achse durch
Kippen um eine vierte Achse, im Besonderen aktiv, verstellbar ist.
[0011] Die Poliervorrichtung hat den Vorteil, dass eine bis zu zehnfach höhere Polierleistung
erzielt wird als mit einem kardanisch gelagerten Polierteller. Außerdem kann durch
das Kippen ein konstantes Abtragprofil in engeren und weiteren Radien erzielt werden.
Zudem kann auch der an den Umfangsrand angrenzende Bereich sehr gut und präzise bearbeitet
werden. Dies hat zur Folge, dass Geometrien auf der optischen Oberfläche nicht auspoliert
werden. Es gibt nämlich nicht das Phänomen, dass das Polierwerkzeug die Linsenfläche
tendenziell in Richtung einer Sphäre bearbeitet. Vielmehr ist es mit dem elastischen
Unterbau des Polierwerkzeugs und dem Anstellwinkel möglich, Abweichungen, bedingt
durch einen progressiven Anteil der Linsenoberfläche von einer kugelabschnittsförmigen
Relativfläche der Polierfläche, zu einer rein sphärischen partiellen Berührungsfläche
zu kompensieren. Außerdem lassen sich mit einer solchen Poliervorrichtung Zylinderwirkungen
von bis zu zehn Zylindern herstellen. Das ganze gelingt in einer ersten Variante für
die Bearbeitung konkaver Linsenflächen mit einer konvexen Polierfläche und in einer
zweiten Variante für die Bearbeitung konvexer Linsenflächen mit einer konkaven Polierfläche.
Durch Umrüsten, insbesondere automatisiert, ist es außerdem möglich mit der Vorrichtung
eine konkave vordere Linsenfläche und die gegenüberliegende konvexe rückseitige Linsenfläche
zu polieren. Es lassen sich so insbesondere sehr komplexe Brillengläser fertigen.
[0012] Die gekrümmte Linsenfläche liegt auf der Linsenvorderseite oder der Linsenrückseite.
Ein Umfangsrand der Linse zählt nicht zu der gekrümmten Linsenfläche. Optional kann
die gekrümmte Linsenfläche eine Teilfläche der Linsenvorderseite oder der Linsenrückseite
sein. Vorzugsweisen werden optische Linsen mit kreisrundem Umfangsrand poliert. Der
Umfangsrand begrenzt die Linsenvorderseite und die Linsenrückseite jeweils an deren
Umfang.
[0013] Dabei sollte die erste Achse im Wesentlichen lotrecht durch das Zentrum der gekrümmten
Linsenfläche ausgerichtet sein. Entsprechend wird die erste Achse im Wesentlichen
oder exakt lotrecht zu einer Aufnahme des Werkstückhalters sein, in welcher eine optische
Linse aufgenommen wird.
[0014] Weiterhin wird erfindungsgemäß erreicht, dass die Polierfläche in einer definierten
rotationssymmetrischen Fläche um die Rotationsachse rotiert. Bei kardanisch pendelnder
Lagerung wie im Stand der Technik ist dies nicht der Fall. Die rotationssymmetrische
Fläche kann insbesondere eine Sphäre sein, zumindest außerhalb einer Kontaktfläche
mit der Linsenfläche, wo es zu einer elastischen Verformung der Polierfläche kommt.
[0015] Dabei sollte die Polierfläche um Ihr Zentrum rotieren. Zwar kann die Polierfläche
bis an ihr Zentrum heranragen. In vielen Anwendungsfällen sind jedoch auch Polierwerkzeuge
einsetzbar, bei denen eine ringförmige oder ringsegmentförmige Polierfläche um das
Zentrum angeordnet ist.
[0016] Eine im Verhältnis einfache interpolierende Bewegungskinematik der ersten, zweiten,
dritten und vierten Achse wird erreicht, wenn die erste Achse parallel zur zweiten
Achse ist.
[0017] Gemäß einer näheren Ausgestaltung der Poliervorrichtung ist, wenn eine optische Linse
in dem Werkstückhalter aufgenommen ist, das Polierwerkzeug entsprechend des Anstellwinkels
schräg auf der gekrümmten Linsenfläche aufsetzbar und durch Verformung des elastischen
Unterbaus eine streifenförmige Kontaktfläche zwischen der Polierfläche und der gekrümmten
Linsenfläche ausbildbar. Der Anstellwinkel zwischen der Rotationsachse und der ersten
Achse sollte so groß sein, dass die Polierfläche teilweise von der gekrümmten Linsenfläche
abgehoben ist, sozusagen über dieser schwebt. Dabei schwebt dann ein Teil der Polierfläche
seitlich von der Kontaktfläche beabstandet oberhalb der Linsenfläche. Je stärker das
Polierwerkzeug gegen die Linsenoberfläche gedrückt wird, desto größer wird die Anpresskraft
und desto breiter wird die Kontaktfläche. Beides korreliert mit der Abtragleistung.
Durch Einstellen des Anstellwinkels ist es insbesondere möglich, auf ein konstantes
Abtragprofil über der Länge der Kontaktfläche zu regeln. Insbesondere ist ein Anstellwinkel
geeignet, bei dem das Polierwerkzeug im Bereich der Rotationsachse keinen Kontakt
zur Linsenfläche hat. Hierdurch wird das Geschwindigkeitsvektorprofil in der Kontaktfläche
konstanter.
[0018] Hierzu trägt auch eine spezielle Ausbildung bei, nach der sich die streifenförmige
Kontaktfläche an beiden Enden bis an einen Umfangsrand der gekrümmten Linsenfläche
erstreckt. Hierdurch wird erreicht, dass der Anpressdruck über die Länge und bis an
die Enden der streifenförmigen Kontaktfläche auf einen homogenen Wert regelbar ist.
Hierfür sollte entweder die Oberflächenkrümmung der konvexen Polierfläche kleiner
sein als die Oberflächenkrümmung der konkaven Linsenfläche oder die Oberflächenkrümmung
der konkaven Polierfläche größer bzw. stärker sein als die Oberflächenkrümmung der
konvexen Linsenfläche. Außerdem ist der Durchmesser der Polierfläche größer zu wählen
als der Durchmesser der zu polierenden Linsenfläche, vorzugsweise um wenigstens 20%
größer.
[0019] Weiterhin ist in einer näheren Ausführung der Poliervorrichtung vorgesehen, dass
diese eine elektrische Steuereinrichtung aufweist, durch welche während eines Polierprozesses,
insbesondere ausschließlich, die Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters
um die erste Achse, der Abstand zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug
entlang der zweiten Achse, der Versatz zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug
entlang der dritten Achse, und der Anstellwinkel zwischen der Rotationsachse und der
ersten Achse durch Kippen um die vierte Achse interpolierend angetrieben sind.
[0020] Die Interpolation ermöglicht es, den Anpressdruck der Kontaktfläche über deren Länge
auf einen konstanten Wert zu regeln. Zusätzlich lässt sich der Anpressdruck auf einen
gewünschten Wert regeln, der zum Beispiel zu Beginn des Polierens höher ist als zum
Ende des Polierens. Hierdurch wird mit dem Polierfortschritt ein feinerer Polierschliff
erzeugt. Als elektrische Steuereinrichtung kommt eine CNC-Steuerung in Betracht.
[0021] Nach einer speziellen Variante der Poliervorrichtung ist der rotierende Antrieb des
Werkstückhalters um die erste Achse mit einem ersten Antrieb bewirkt, die Verstellung
des Abstands zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang der zweiten
Achse mit einem zweiten Antrieb bewirkt, die Verstellung des Versatzes zwischen dem
Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang der dritten Achse mit einem dritten
Antrieb bewirkt, und die Verstellung des Anstellwinkels zwischen der Rotationsachse
und der ersten Achse mit einem vierten Antrieb bewirkt. Hierdurch kann das interpolierende
Zusammenwirken weitestgehend frei durchgeführt werden, denn die Antriebe sind unabhängig
ansteuerbar.
[0022] In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass es sich anbietet, die Rotation des Polierwerkzeugs
mit der Polierfläche um die Rotationsachse durch einen Spindelantrieb zu bewirken.
[0023] In derartiger Ausgestaltung kann die Poliervorrichtung eine elektrische Steuereinrichtung
aufweisen, durch welche während eines Polierprozesses, insbesondere ausschließlich,
die Rotationsgeschwindigkeit des ersten Antriebs, die Position des zweiten Antriebs,
die Position des dritten Antriebs, und die Position des vierten Antriebs interpolierend
angetrieben sind. Damit eignen sich für den ersten Antrieb rotierende Motoren und
für den zweiten, dritten und vierten Antrieb insbesondere Stellmotoren.
[0024] In besonderer Konfiguration der Steuereinrichtung ist der Anstellwinkel mit der Steuereinrichtung
auf einen Wert geregelt, bei dem über die Länge einer streifenförmigen Kontaktfläche
zwischen der Polierfläche und der gekrümmten Linsenfläche eine maximal einheitliche
Andrückkraft vorliegt.
[0025] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Poliervorrichtung sind die zweite Achse
und die dritte Achse mechanisch mit dem Werkstückhalter gekoppelt. Das bedeutet, dass
der Werkstückhalter sich absolut entlang der zweiten Achse und der dritten Achse bewegt.
Damit bewegt sich die optische Linse in zwei Raumrichtungen und rotiert dabei um die
erste Achse.
[0026] Bei einer optionalen Ausführungsform der Poliervorrichtung ist die vierte Achse mechanisch
mit dem Polierwerkzeug gekoppelt. Entsprechend wird das Polierwerkzeug um die vierte
Achse gekippt. Gleichzeitig kann es um die Rotationsachse rotieren. Eine einfache
interpolierende Kinematik wird erreicht, wenn die Rotationsachse die vierte Achse
schneidet, vorzugsweise Lotrecht. Bevorzugt wird zudem eine Ausbildung gewählt, bei
der das Polierwerkzeug starr mit einer Antriebsachse gekoppelt ist. Weder Winkel-
noch Längenänderungen sollten möglich sein, damit eine CNC-gesteuerte definierte Position
ohne Freiheitsgrade mit dem Polierwerkzeug angefahren werden kann. Insbesondere sollte
das Polierwerkzeug kein kardanisches Ausgleichsgelenk aufweisen oder an einem solchen
gelagert sein.
[0027] Vorzugsweise ist der Werkstückhalter geodätisch oberhalb des Polierwerkzeugs angeordnet.
Abraum und überschüssiges Poliermittel geraten somit nicht auf die zu polierende Linsenfläche,
sondern fallen herab.
[0028] Besonders geeignet ist die Vorrichtung zur Bearbeitung von gekrümmten Linsenflächen
mit einer torischen Grundform, auf der auch progressive Wirkungsflächen enthalten
sein können.
[0029] Die Erfindung betrifft zudem die Verwendung einer vorstehend beschriebenen Poliervorrichtung
zum Polieren einer gekrümmten Linsenfläche einer optischen Linse, insbesondere von
konkaven oder konvexen Linsenflächen. Auch bei der Verwendung werden je nach Ausgestaltung
der Poliervorrichtung die vorstehend beschriebenen Vorteile erzielt.
[0030] Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer vorstehend beschriebenen
Poliervorrichtung, bei dem folgende Schritte durchgeführt werden:
- a) Aufnehmen einer optischen Linse mit dem Werkstückhalter, insbesondere bevor die
folgenden Schritte durchgeführt werden,
- b) Aufsetzen des Polierwerkzeugs mit der Polierfläche auf die gekrümmte Linsenfläche,
- c) Rotieren des Polierwerkzeugs um die Rotationsachse, und
- d) Durchführen eines Poliervorgangs durch interpolierendes Antreiben bzw. interpolierendes
Modulieren
- der Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters um die erste Achse,
- des Abstands zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang der zweiten
Achse,
- des Versatzes zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang der dritten
Achse, und
- des Anstellwinkels zwischen der Rotationsachse und der ersten Achse durch Kippen um
die vierte Achse.
[0031] Vorteilhaft hieran ist, dass eine bis zu zehnfach höhere Polierleistung erzielt wird
als mit einem kardanisch gelagerten Polierteller. Außerdem kann durch das modulierte
Kippen um die vierte Achse ein konstantes Abtragprofil in engeren und weiteren Radien
erzielt werden. Hierbei ist auch der an den Umfangsrand angrenzende Bereich der Linsenfläche
sehr gut und präzise bearbeitbar. Dies hat zur Folge, dass Geometrien auf der optischen
Oberfläche nicht auspoliert werden. Es lassen sich verfahrensgemäß Zylinderwirkungen
von bis zu zehn Zylindern herstellen. Es ist ausreichend, dass beim Poliervorgang
vier Achsen miteinander interpolieren, nämlich die erste, zweite, dritte und vierte
Achse. Zur Durchführung des Poliervorgangs sollte ein Poliermittel vorgesehen sein,
welches in der Polierfläche oder in einem zugeführten Fluid enthalten sein kann.
[0032] Mit dem Verfahren ist insbesondere erreichbar, dass bei jeder Umdrehung des Linsenrohlings
um die erste Ache eine interpolierende Bewegung der zweiten, dritten und vierten Achse
durchgeführt wird. Zur Erhöhung der Schliffqualität wird dabei vorzugsweise gleichzeitig
auch die Rotationsgeschwindigkeit um die erste Achse moduliert. Ein gutes Schliffbild
wird insbesondere erzielt, wenn die interpolierende Bewegung der zweiten, dritten
und vierten Achse kontinuierlich ist.
[0033] In einer speziellen Verfahrensausgestaltung wird beim interpolierenden Antreiben
als erste Zielfunktion ein Anstellwinkel berücksichtigt, bei dem über der Länge einer
streifenförmigen Kontaktfläche zwischen der Polierfläche und der gekrümmten Linsenfläche
eine maximal einheitliche Andrückkraft vorliegt. Es wird hierdurch ein einheitliches
Abtragprofil über der Länge der Kontaktfläche erzielt. Hierzu sollten als Eingangsgrößen
die Form und Position des Polierwerkzeugs, sowie die Form und Position der optischen
Linse bzw. von deren Linsenfläche bekannt sein.
[0034] Eine weitere optionale Verfahrensausgestaltung sieht vor, dass das interpolierende
Antreiben als zweite Zielfunktion eine streifenförmige Kontaktfläche zwischen der
Polierfläche und der gekrümmten Linsenfläche berücksichtigt, die sich an beiden Enden
bis an einen Umfangsrand der gekrümmten Linsenfläche erstreckt. Damit wird erreicht,
dass bis in den Endbereich der streifenförmigen Kontaktfläche innerhalb der Linsenfläche
eine konstante Andrückkraft vorliegen kann.
[0035] Nach einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens berücksichtigt das interpolierende
Antreiben als dritte Zielfunktion einen über eine Umdrehung der optischen Linse maximal
einheitliche Andrückkraft. Damit wird nicht nur in einer Standbetrachtung eine einheitliche
Andrückkraft über der Länge der Kontaktfläche erzielt, sondern auch während einer
fortschreitenden Bewegung der Kontaktfläche über die Linsenfläche. Hierdurch wird
über der gesamten Linsenfläche ein konstantes Abtragprofil erzielt.
[0036] Des Weiteren sieht eine ergänzende Ausgestaltung des Verfahrens vor, dass das interpolierende
Antreiben als vierte Zielfunktion ein konstantes Abtragprofil in der Kontaktfläche
zwischen der Polierfläche und der gekrümmten Linsenfläche berücksichtigt. Hierbei
werden insbesondere neben den Anpressdrücken in der Kontaktfläche auch die Relativgeschwindigkeiten
zwischen der Polierfläche und der Linsenfläche berücksichtigt. Es resultieren homogen
über der Kontaktfläche verteilte Abtragraten.
[0037] Zu einem gewünschten Polierverhalten trägt auch eine Verfahrensvariante bei, nach
der pro Umdrehung des Linsenrohlings um die erste Ache der Anstellwinkel zwischen
der Rotationsachse und der ersten Achse zweimal, insbesondere exakt zweimal, um die
vierte Achse hin- und her gekippt bzw. vor- und zurückgekippt wird. Dies insbesondere,
wenn eine Linsenfläche mit torischer Grundform poliert wird. Auf diese Weise kann
der Anstellwinkel an die torische Grundform angepasst werden und es wird in jedem
Drehwinkel eine über die Länge der Kontaktfläche gleichmäße Anpresskraft erzielt.
[0038] Hierzu trägt auch eine Verfahrensausgestaltung bei, nach der pro Umdrehung des Linsenrohlings
um die erste Achse der Versatz zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug
entlang der dritten Achse zweimal, insbesondere exakt zweimal, hin und her pendelt,
insbesondere um eine Nulllage hin und her pendelt. Dies wiederum insbesondere, wenn
eine Linsenfläche mit torischer Grundform poliert wird.
[0039] Ferner trägt zu einem harmonischen Schliffbild eine Variante bei, bei der die Verstellung
des Versatzes zwischen dem Werkstückhalter und dem Polierwerkzeug entlang der dritten
Achse mit einer Oszillationsbewegung entlang der dritten Achse überlagert ist, wobei
die Oszillationsbewegung kleiner ist als die Verstellung des Versatzes. Hierdurch
werden größere kreisförmige Schliffbahnen um das Zentrum der Linsenfläche durch kleinere
kreisförmige Schliffbahnen überlagert. Es entsteht ein besonders feines Schliffbild,
bei dem die größeren Schliffbahnen nicht durch Lichtbrechung erkennbar sondern verwischt
sind.
[0040] Gemäß einer bevorzugten Verfahrensdurchführung erfolgt das Rotieren des Polierwerkzeugs
um die Rotationsachse zwischen einem Anfahren und einem Abbremsen mit konstanter Drehzahl.
Damit interpoliert die Drehzahl also nicht mit der ersten, zweiten, dritten und vierten
Achse. Geeignet für das Polieren ist insbesondere ein Rotieren des Polierwerkzeugs
um die Rotationsachse zwischen einem Anfahren und einem Abbremsen mit einer Drehzahl
zwischen 600 und 1500 Umdrehungen pro Minute. Das Verfahren sollte so ausgeführt werden,
dass die Drehzahl des Rotierens des Polierwerkzeugs um die Rotationsachse zwischen
dem Anfahren und dem Abbremsen höher ist als die maximale Drehzahl der Rotation des
Werkstückhalters um die erste Achse. Es bietet sich an, die Drehzahl der Rotation
des Werkstückhalters um die erste Achse während des Poliervorgangs auf Werte zwischen
0 und 100 Umdrehungen pro Minute zu modulieren. Mit der schnell rotierenden Polierfläche
wird so eine hohe Abtragleistung erzielt, während die Verteilung der Abtragleistung
über der Linsenfläche durch die Interpolation auf Seiten der weniger schnell agierenden
ersten, zweiten, dritten und vierten Achse erfolgt. Entsprechend schnell und effizient
ist das Polierverfahren pro optische Linse durchführbar.
[0041] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen Ausschnitt einer Poliervorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer Poliervorrichtung mit zwei Arbeitsebenen;
- Fig. 3
- eine schematische Skizze zur Veranschaulichung der Kontaktfläche eines mit Anstellwinkel
auf die Linsenfläche aufgesetzten Polierwerkzeugs; und
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht einer Poliervorrichtung gemäß Fig. 2 jedoch dargestellt
mit Gestell, Gehäuse und Sekundäreinrichtungen zum automatisierten Betrieb.
[0042] In Fig. 1 sieht man in einen Schnitt durch einen Ausschnitt einer Poliervorrichtung
1, wie das Polieren einer konkaven Linsenfläche 101 einer optischen Linse 100 mit
einem Polierwerkzeug 20 erfolgt.
[0043] Die Poliervorrichtung 1 setzt sich aus zwei korrespondierenden Einheiten zusammen.
Dabei umfasst die erste Einheit die Aufnahme und Bewegungskinematik der optischen
Linse 100 mit einem Werkstückhalter 10. Die zweite Einheit betrifft das Polierwerkzeug
20 und dessen Bewegungskinematik.
[0044] Das Polierwerkzeug 20 verfügt über ein Trägerelement 21 sowie einen elastischen Unterbau
22 zwischen einer konvexen Polierfläche 23 und dem Trägerelement 21. Dabei ist das
Polierwerkzeug 20 mit der Polierfläche 23 rotierend um eine Rotationsachse R angetrieben.
Insbesondere ist das Polierwerkzeug 20 rotierbar an einem Werkzeughalter, hier insbesondere
einer Werkzeugtrommel 50 gelagert. Hier ist auch ein Spindelantrieb 35 angeordnet,
mit dem Polierwerkzeug 20 um die Rotationsachse R angetrieben ist.
[0045] Die Werkzeugtrommel 50 wiederum ist um eine vierte Achse A4 rotierbar angetrieben.
Diese Rotation wird dazu eingesetzt, um mittels eines vierten Antriebs A4 einerseits
einen Anstellwinkel W des Polierwerkzeugs 20 gegenüber der optischen Linse 100 einzustellen
und zu regeln, und andererseits, um unterschiedliche Polierwerkzeuge, die auf dem
Umfang der Werkzeugtrommel 50 angeordnet sind, einsetzen zu können.
[0046] Vorliegend schneiden sich die Rotationsachse R und die vierte Achse A4 perpendikular.
Dies macht die Bewegungskinematik besonders einfach. Dieses Schneiden ist jedoch nicht
unbedingt notwendig. Denkbar sind alternativ auch eine nicht-perpendikulare Ausrichtung
und/oder eine beabstandete Anordnung.
[0047] Zusammengefasst rotiert das Polierwerkzeug 20 also um die Rotationsachse R und kann
durch Anpassung des Anstellwinkels W zur Linsenfläche 101 ausgerichtet und angestellt
werden. Dies sind die einzigen verstellbaren Achsen und Freiheitsgrade des Polierwerkzeugs
20. Es ist also gerade kein kardanisch gelagerter Polierteller vorgesehen.
[0048] Der Werkstückhalter 10 ist rotierend um eine erste Achse A1 angetrieben, um die optische
Linse 100 um ihr Zentrum zu rotieren. Die optische Linse 100 kann hierzu insbesondere
mit Ihrer Linsenrückseite 102 entweder materialschlüssig mit einem sogenannten Blockstück
verbunden sein oder aber es wird ein Vakuumhalter eingesetzt, der die optische Linse
100 durch Unterdruck auf der Linsenrückseite 102 hält.
[0049] Bezüglich der optischen Linse 100 sind auch der Durchmesser D2 der Linsenfläche 101,
der Umfangsrand 103 und die Oberflächenkrümmung K2 der Linsenfläche 101 gekennzeichnet.
[0050] Des Weiteren ist die Bewegungskinematik des Werkstückhalters 10 schematisch dargestellt.
Zunächst weist der Werkstückhalter 10 einen ersten Antrieb 31 zur Bewirkung einer
Rotation um die erste Achse A1 auf. Mittels eines zweiten Antriebs 32 lässt sich der
Werkstückhalter 10 entlang einer zweiten Achse A2 vor und zurück bewegen. Die zweite
Achse A2 ist vorliegend koaxial zur ersten Achse A1. Hierdurch wird eine einfache
Bewegungskinematik erzielt. Zusätzlich ist ein dritter Antrieb 33 vorgesehen, mit
dem der Werkstückhalter 10 seitlich hin und her bewegbar ist; dies insbesondere quer
und im Besonderen perpendikular zur zweiten Achse A2. Dies sind die einzigen drei
Bewegungsachsen des Werkstückhalters 10. Außerdem ist die erste Achse A1 lotrecht
durch das Zentrum der konkaven Linsenfläche 101 ausgerichtet.
[0051] Es ist zu bevorzugen, dass die vierte Achse A4 die von der zweiten und dritten Achse
A2, A3 aufgespannte Ebene perpendikular schneidet. Außerdem schneiden sich bevorzugt
auch die Rotationsachse R und die erste Achse A1.
[0052] Vorliegend sind also die erste Achse A1, die zweite Achse A2 und die dritte Achse
A3 mechanisch mit dem Werkstückhalter 10 gekoppelt bzw. bestimmen diese drei Achsen
die Freiheitsgrade des Werkstückhalters 10. Die vierte Achse A4 und die Rotationsachse
R sind mechanisch mit dem Polierwerkzeug 20 gekoppelt, bzw. bestimmen diese die Freiheitsgrade
des Polierwerkzeugs 20.
[0053] Die erste Achse A1 und die Rotationsachse R sind wie beschrieben anzuordnen, um die
Rotationen der Linse 100 und des Polierwerkzeugs 20 zu bewirken. Demgegenüber ist
es grundsätzlich alternativ möglich, die zweite Achse A2 und die dritte Achse A3 mechanisch
mit dem Polierwerkzeug 20 zu koppeln und/oder die vierte Achse A4 mechanisch mit dem
Werkstückhalter 10 zu koppeln.
[0054] Durch diese oder die genannten alternativen Anordnungen und Freiheitsgrade des Werkstückhalters
10 und des Polierwerkzeugs 10 ist es nunmehr möglich, einen Abstand z zwischen dem
Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug 20 entlang der zweiten Achse A2 zu verstellen
und zu regeln. Gleichzeitig ist ein Versatz x zwischen dem Werkstückhalter 10 und
dem Polierwerkzeug 20 entlang der dritten Achse A3, die quer zur ersten Achse A1 ausgerichtet
ist, verstell- und regelbar. Ergänzend ist der Anstellwinkel W zwischen der Rotationsachse
R und der ersten Achse A1 aktiv mittels des vierten Antriebs 34 durch Kippen um die
vierte Achse A4 verstell- und regelbar.
[0055] Damit gelingt es, das Polierwerkzeug 10 derart schräg auf die konkave Linsenfläche
101 aufzusetzen, dass nur ein Teil der Polierfläche 23 in Kontakt mit der konkaven
Linsenfläche 101 tritt. Dargestellt ist diese Kontaktfläche F durch eine Überschneidung
zwischen dem Polierwerkzeug 10 und der optischen Linse 100. In der Realität verformt
sich der elastische Unterbau 22. Ein anderer Teil der Polierfläche 23 ist von der
Linsenfläche 101 abgehoben. Er schwebt gewissermaßen oberhalb der Linsenfläche 101.
Dies betrifft insbesondere auch das Zentrum in der Mitte M der Polierfläche 23 um
die Rotationsachse R.
[0056] Durch Verformung des elastischen Unterbaus 22 wird insbesondere eine streifenförmige
Kontaktfläche F zwischen der Polierfläche 23 und der konkaven Linsenfläche 101 ausgebildet,
wie es nachstehend näher zu Fig. 3 erläutert wird. Je stärker das Polierwerkzeug 20
gegen die Linsenfläche 101 gedrückt wird, desto größer wird die Anpresskraft und desto
breiter wird die Kontaktfläche F. Beides korreliert mit der Abtragsleistung. Außerdem
wird die Abtragsleistung von der Rotationsgeschwindigkeit des Polierwerkzeugs 20 um
die Rotationsachse R und die Rotationsgeschwindigkeit der optischen Linse 100 um die
erste Achse A1 mitbestimmt.
[0057] Mit Hilfe einer elektrischen Steuereinrichtung kann nunmehr während eines Polierprozesses,
insbesondere ausschließlich,
- die Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters 10 um die erste Achse A1,
- der Abstand z zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug 20 entlang der
zweiten Achse A2,
- der Versatz x zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug 20 entlang der
dritten Achse A3, und
- der Anstellwinkel W zwischen der Rotationsachse R und der ersten Achse A1 durch Kippen
um die vierte Achse A4
interpolierend angetrieben werden. Dies insbesondere indem
- der rotierende Antrieb des Werkstückhalters 10 um die erste Achse A1 mit dem ersten
Antrieb 31 durch die Steuereinrichtung geregelt wird,
- die Verstellung des Abstands z zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug
20 entlang der zweiten Achse A2 mit dem zweiten Antrieb 32 durch die Steuereinrichtung
geregelt wird,
- die Verstellung des Versatzes x zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug
20 entlang der dritten Achse A3 mit dem dritten Antrieb 33 durch die Steuereinrichtung
geregelt wird, und
- die Verstellung des Anstellwinkels W zwischen der Rotationsachse R und der ersten
Achse A1 mit dem vierten Antrieb 34 durch die Steuereinrichtung geregelt wird.
[0058] Durch die elektrische Steuereinrichtung sind während eines Polierprozesses, insbesondere
ausschließlich,
- die Rotationsgeschwindigkeit des ersten Antriebs 31,
- die Position des zweiten Antriebs 32,
- die Position des dritten Antriebs 33, und
- die Position des vierten Antriebs 34
interpolierend angetrieben. Es ist insbesondere eine Interpolation möglich, die über
jeder Umdrehung des Linsenrohlings 100 um die erste Ache A1 eine interpolierende Bewegung
der zweiten, dritten und vierten Achse A2, A3, A4 durchführt.
[0059] Demgegenüber wird die Rotationsgeschwindigkeit der konvexen Polierfläche 23 um die
Rotationsachse R durch den Spindelantrieb 35 vorzugsweise auf einer konstanten Umdrehungszahl
gehalten. Diese ist vorzugsweise ohnehin derart schnell zu wählen, dass aufgrund der
Rotationsträgheit eine schnelle Modulation der Umdrehungsgeschwindigkeit nicht möglich
ist. Zu bevorzugen ist eine Drehzahl zwischen 600 und 1500 Umdrehungen pro Minute.
[0060] Die Drehzahl des Rotierens des Polierwerkzeugs 20 um die Rotationsachse R zwischen
dem Anfahren und dem Abbremsen sollte außerdem höher sein als die maximale Drehzahl
der Rotation des Werkstückhalters 10 um die erste Achse A1. Als maximale Drehzahl
der Rotation des Werkstückhalters 10 um die erste Achse A1 eignen sich während des
Polierens insbesondere Werte zwischen 0 und 100 Umdrehungen pro Minute.
[0061] Der Anstellwinkel W wird mit der Steuereinrichtung soweit möglich auf einen Wert
geregelt, bei dem über die Länge der streifenförmigen Kontaktfläche F zwischen der
Polierfläche 23 und der konkaven Linsenfläche 101 eine maximal einheitliche Andrückkraft
vorliegt. Je größer die örtliche Oberflächenkrümmung K2 der Linsenfläche K2 ist, desto
größer wird der Anstellwinkel W folglich sein.
[0062] Zum Betrieb einer Poliervorrichtung 1 werden insbesondere folgende Schritte durchgeführt:
- a) Aufnehmen einer optischen Linse 100 mit dem Werkstückhalter 10,
- b) Aufsetzen des Polierwerkzeugs 20 mit der Polierfläche 23 auf die konkave Linsenfläche
101,
- c) Rotieren des Polierwerkzeugs 20 um die Rotationsachse R,
- d) Durchführen eines Poliervorgangs durch interpolierendes Antreiben
- der Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters 10 um die erste Achse A1,
- des Abstands z zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug 20 entlang der
zweiten Achse A2,
- des Versatzes x zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug 20 entlang
der dritten Achse A3, und
- des Anstellwinkels W zwischen der Rotationsachse R und der ersten Achse A1 durch Kippen
um die vierte Achse A4.
[0063] Das heißt, es interpolieren beim Polieren exakt vier Achsen miteinander, nämlich
die erste, zweite, dritte und vierte Achse A1, A2, A3, A4. Die Rotationsgeschwindigkeit
um die Rotationachse R wird (wenn überhaupt) als konstante Eingangsgröße berücksichtigt.
[0064] Verfahrensgemäß ist es möglich, dass das interpolierende Antreiben als erste Zielfunktion
einen Anstellwinkel W berücksichtigt, bei dem über der Länge einer streifenförmigen
Kontaktfläche F zwischen der Polierfläche 23 und der konkaven Linsenfläche 101 eine
maximal einheitliche Andrückkraft vorliegt. Zusätzlich kann darauf geregelt werden,
dass das interpolierende Antreiben als dritte Zielfunktion eine über eine Umdrehung
der optischen Linse 100 maximal einheitliche Andrückkraft erzeugt.
[0065] Außerdem kann durch das interpolierende Antreiben als zweite Zielfunktion eine streifenförmige
Kontaktfläche F zwischen der Polierfläche 23 und der konkaven Linsenfläche 101 verfolgt
werden, die sich an beiden Enden E1, E2 bis an einen Umfangsrand 103 der konkaven
Linsenfläche 101 erstreckt. Unerheblich ist ein Linsenrand, der die konkave Linsenfläche
101 umgibt und nicht poliert werden muss.
[0066] Wie vorstehend beschrieben, hängt die Abtragsleistung auch von den Umdrehungsgeschwindigkeiten
ab, insbesondere von den Geschwindigkeitsvektoren in der Kontaktfläche F. Die Geschwindigkeitsvektoren
sind neben der lokalen Andrückkraft allein anhand der Positionen des Werkstückhalters
10, des Polierwerkzeugs 20 und der Flächenform der Linsenfläche 101 bestimmbar. Dies
ermöglicht, dass das interpolierende Antreiben als vierte Zielfunktion ein maximal
konstantes Abtragprofil in der Kontaktfläche F zwischen der Polierfläche 23 und der
konkaven Linsenfläche 101 berücksichtigt.
[0067] In
Fig. 2 sieht man eine perspektivische Ansicht einer Poliervorrichtung 1 mit zwei Arbeitsebenen.
In der in Bildrichtung vorne liegenden Arbeitsebene liegen ein Werkstückhalter 10
und ein Polierwerkzeug 20 gemäß dem Schnitt nach Fig. 1. Zur Übersichtlichkeit sind
hier nur einige der technischen Merkmale mit Bezugszeichen versehen.
[0068] Insbesondere erkennt man, dass der Werkstückhalter 10 eine optische Linse 100 hält,
welche mit dem Polierwerkzeug 20 bearbeitet wird. Das Polierwerkzeug 20 setzt sich
zusammen aus einem Trägerelement 21, einem hierauf angebrachten elastischen Unterbau
22 und einer Polierfläche 23 auf dem elastischen Unterbau 22.
[0069] Wie auch in Fig. 1 lässt sich der Werkstückhalter 10 entlang der zweiten Achse A2
verschieben, um einen Abstand z zwischen dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug
20 regeln zu können. Außerdem ist ein Versatz x zwischen dem Werkstückhalter 10 und
dem Polierwerkzeug 20 durch Verschieben des Werkstückhalters 10 entlang einer dritten
Achse A3 regelbar. Gleichzeitig wird der Werkstückhalter 10 inklusive optischer Linse
100 um eine erste Achse A1 rotiert.
[0070] Auf der anderen Seite ist das Polierwerkzeug 20 um eine Rotationsachse R rotierend
angetrieben. Außerdem kann die Werkzeugtrommel 50, an welcher das Polierwerkzeug 20
um die Rotationsachse R drehbar gelagert ist, um eine vierte Achse A4 gedreht werden,
um den Anstellwinkel W des Polierwerkzeugs 20 auf der Linse 100 zu regeln.
[0071] Hinsichtlich der weiteren Details zu dem Werkstückhalter 10 und dem Polierwerkzeug
20 wird auf vorstehende Beschreibung zu Fig. 1 verwiesen.
[0072] In Fig. 2 erkennt man weiterhin, dass noch eine optionale zweite Arbeitsebene vorgesehen
ist. Diese ist funktional identisch zur vorderen Arbeitsebene ausgebildet. Hierdurch
lassen sich zwei Linsen 100, 100a gleichzeitig und identisch bearbeiten. Insbesondere
sind die Arbeitsebenen hinsichtlich der Freiheitsgrade des Werkstückhalters 10, 10a
und des Polierwerkzeugs 20, 20a fest miteinander verbunden. Die Arbeitsebenen teilen
sich auch die Antriebe, sodass sich die Werkstückhalter 10, 10a und die Polierwerkzeuge
20, 20a synchron bewegen.
[0073] Ein weiteres optionales Detail der Ausführung nach Fig. 2 ist, dass die Werkzeugtrommel
50 in jeder der Arbeitsebenen über mehrere, hier insbesondere vier, insbesondere unterschiedliche
Polierwerkzeuge 20, 20a, 20b, 20c, 20d, 20e, 20f, 20g verfügt. Bei den dritten bis
achten Polierwerkzeugen 20b, 20c, 20d, 20e, 20f, 20g kann es sich auch um Polierteller
handeln, die ein kardanisches Ausgleichsgelenk aufweisen. Diese Polierteller legen
sich dann an die Linsenflächen der Linsen 100, 100a an und pendeln um das kardanische
Ausgleichsgelenk.
[0074] Fig. 3 zeigt eine schematische Skizze zur Veranschaulichung der Kontaktfläche F eines
mit Anstellwinkel auf eine Linsenfläche 101 einer optischen Linse 100 aufgesetzten
Polierwerkzeugs 20.
[0075] Von der Linsenfläche 101 sind außerdem der Umfangsrand 103, die Oberflächenkrümmung
K2 und der Durchmesser D2 gekennzeichnet. Anhand einer optischen Übergangslinie erkennt
man, dass die bereits vorbearbeitete Linse 100 eine torische Linsenfläche 101 aufweist.
Das heißt, die zu polierende Linsenfläche 101 ist oval bzw. elliptisch. Zwei mondsichelförmige
Randbereiche müssen nicht mitpoliert werden.
[0076] Mit Schraffur gekennzeichnet ist nunmehr insbesondere die Kontaktfläche F zwischen
der Polierfläche 23 und der Linsenfläche 101. Diese ist streifenförmig und ragt an
beiden Enden E1, E2 bis an einen Umfangsrand 103 der konkaven Linsenfläche 101 erstreckt.
Mit anderen Bereichen ragt die Polierfläche 23 an den Enden E1, E2 über den Umfangsrand
103 hinaus. Nicht erkennbar sind die Teile der Polierfläche 23, die wie in Fig. 1
erkennbar über der Linsenfläche 101 schweben.
[0077] Gekennzeichnet sind zudem die Bewegungen der Linse 100 um die erste Achse A1 und
entlang der Achse A3.
[0078] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Poliervorrichtung 1 gemäß Fig. 2 jedoch
dargestellt mit Gestell 41, Gehäuse 40 und Sekundäreinrichtungen zum automatisierten
Betrieb.
[0079] Das Gestell 41 haltert sowohl das Polierwerkzeug 20 als auch den Werkstückhalter
10. Die gesamte Werkzeugtrommel 50 nebst Polierwerkzeug 20 und dem Werkstückhalter
sind innerhalb des Gehäuses 40 angeordnet. Auf der Vorderseite verfügt das Gehäuse
40 über ein Sichtfenster und eine Klappe bzw. Tür. Gut zu erkennen sind in der Darstellung
der Fig. 4 die Antriebe 31, 32, 33, 34. Der erste Antrieb 31 treibt den Werkstückhalter
10 rotierend um die erste Achse A1 an.
[0080] Der zweite und dritte Antrieb 32, 33 sind als Kreuzschlitten ausgebildet, sodass
die Verschiebungen zur Regelung des Versatzes x und des Abstands z regelbar sind.
[0081] Ferner erkennt man eine Transportschiene 42, über welche automatisiert vorbearbeitete
Linsen 100a bereitgestellt und nach der Bearbeitung wieder abtransportiert werden.
[0082] Mit Hilfe einer Ladeeinrichtung 43 werden die Linsen 100, 100a vor dem Polieren von
der Transportschiene 42 entnommen und in die Werkstückhalter 10 geladen. Nach dem
Polieren werden sie mit Hilfe der Ladeeinrichtung 43 wieder aus dem Werkstückhalter
10 entnommen und zum Abtransport auf der Transportschiene 42 abgesetzt.
[0083] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0084] Insbesondere gelten die vorstehenden Beschreibungen auch für eine optionale Abwandlung,
bei welcher die gekrümmte Linsenfläche 101 konvex und die gekrümmte Polierfläche 23
konkav ist. Im Besonderen können in der Werkzeugtrommel 50 neben den Polierwerkzeugen
20, 20a auch Polierwerkzeuge 20b, 20c mit konkaver Polierfläche 23 eingesetzt werden.
Dann sind in derselben Poliervorrichtung 1 konkave und konvexe Linsenflächen 101 bearbeitbar.
[0085] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0086]
| 1 |
Poliervorrichtung |
50 |
Werkzeugtrommel |
| |
|
|
|
| 10 |
Werkstückhalter |
100 |
optische Linse |
| 10a |
zweiter Werkstückhalter |
100a |
zweite optische Linse |
| |
|
|
|
| 20 |
Polierwerkzeug |
101 |
Linsenfläche |
| 20a |
zweites Polierwerkzeug |
102 |
Linsenrückseite |
| 20b |
drittes Polierwerkzeug |
103 |
Umfangsrand |
| 20c |
viertes Polierwerkzeug |
|
|
| 20d |
fünftes Polierwerkzeug |
A1 |
erste Achse (Rotation) |
| 20e |
sechstes Polierwerkzeug |
A2 |
zweite Achse (Abstand) |
| 20f |
siebtes Polierwerkzeug |
A3 |
dritte Achse (Versatz) |
| 20g |
achtes Polierwerkzeug |
A4 |
vierte Achse (Anstellwinkel) |
| |
|
D1 |
Durchmesser (Polierfläche) |
| 21 |
Trägerelement |
D2 |
Durchmesser (Linsenfläche) |
| 22 |
elastischer Unterbau |
E1 |
erstes Ende (streifenförmige Kontaktfläche) |
| 23 |
konvexe Polierfläche |
| |
|
E2 |
zweites Ende (streifenförmige Kontaktfläche) |
| 31 |
erster Antrieb (erste Achse) |
| 32 |
zweiter Antrieb (zweite Achse) |
F |
streifenförmige Kontaktfläche |
| 33 |
dritter Antrieb (dritte Achse) |
K1 |
Oberflächenkrümmung (Polierfläche) |
| 34 |
vierter Antrieb (vierte Achse) |
K2 |
Oberflächenkrümmung (Linsenfläche) |
| 35 |
Spindelantrieb |
M |
Zentrum (Polierfläche) |
| |
|
R |
Rotationsachse |
| 40 |
Gehäuse |
|
Anstellwinkel |
| 41 |
Gestell |
Z |
Abstand |
| 42 |
Transportschiene |
x |
Versatz |
| 43 |
Ladeeinrichtung |
|
|
1. Poliervorrichtung (1) zum Polieren gekrümmter Linsenflächen (101) von optischen Linsen
(100),
- wobei die Poliervorrichtung (1) einen Werkstückhalter (10) zur Aufnahme einer optischen
Linse (100) und ein Polierwerkzeug (20) aufweist,
- wobei das Polierwerkzeug (20) ein Trägerelement (21), einen elastischen Unterbau
(22) und eine gekrümmte Polierfläche (23) auf dem elastischen Unterbau (22) aufweist,
wobei das Polierwerkzeug (20) mit der Polierfläche (23) rotierend um eine Rotationsachse
(R) angetrieben ist,
- wobei entweder die gekrümmte Linsenfläche (101) konkav und die gekrümmte Polierfläche
(23) konvex oder die gekrümmte Linsenfläche (101) konvex und die gekrümmte Polierfläche
(23) konkav ist,
- wobei der Werkstückhalter (10) rotierend um eine erste Achse (A1) angetrieben ist,
um die optische Linse (100) zu rotieren,
- wobei ein Abstand (z) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20)
entlang einer zweiten Achse (A2) verstellbar ist,
- wobei ein Versatz (x) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20)
entlang einer dritten Achse (A3), die quer zur ersten Achse (A1) ausgerichtet ist,
verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Anstellwinkel (W) zwischen der Rotationsachse (R) und der ersten Achse (A1)
durch Kippen um eine vierte Achse (A4) verstellbar ist.
2. Poliervorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenn eine optische Linse (100) in dem Werkstückhalter (20) aufgenommen ist, das Polierwerkzeug
(20) entsprechend des Anstellwinkels (W) schräg auf der gekrümmten Linsenfläche (101)
aufsetzbar ist und durch Verformung des elastischen Unterbaus (22) eine streifenförmige
Kontaktfläche (F) zwischen der Polierfläche (23) und der gekrümmten Linsenfläche (101)
ausbildbar ist.
3. Poliervorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die streifenförmige Kontaktfläche (F) an beiden Enden (E1, E2) bis an einen
Umfangsrand (103) der gekrümmten Linsenfläche (101) erstreckt.
4. Poliervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass diese eine elektrische Steuereinrichtung aufweist, durch welche während eines Polierprozesses,
- die Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters (10) um die erste Achse (A1),
- der Abstand (z) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20) entlang
der zweiten Achse (A2),
- der Versatz (x) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20) entlang
der dritten Achse (A3), und
- der Anstellwinkel (W) zwischen der Rotationsachse (R) und der ersten Achse (A1)
durch Kippen um die vierte Achse (A4)
interpolierend angetrieben sind.
5. Poliervorrichtung (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstellwinkel (W) mit der Steuereinrichtung auf einen Wert geregelt ist, bei
dem über die Länge einer streifenförmigen Kontaktfläche (F) zwischen der Polierfläche
(23) und der gekrümmten Linsenfläche (101) eine maximal einheitliche Andrückkraft
vorliegt.
6. Poliervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Achse (A2) und die dritte Achse (A3) mechanisch mit dem Werkstückhalter
(10) gekoppelt sind.
7. Poliervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vierte Achse (A3) mechanisch mit dem Polierwerkzeug (20) gekoppelt ist.
8. Verfahren zum Betrieb einer Poliervorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) Aufnehmen einer optischen Linse (100) mit dem Werkstückhalter (10),
b) Aufsetzen des Polierwerkzeugs (20) mit der Polierfläche (23) auf die gekrümmte
Linsenfläche (101),
c) Rotieren des Polierwerkzeugs (20) um die Rotationsachse (R),
d) Durchführen eines Poliervorgangs durch interpolierendes Antreiben
- der Geschwindigkeit der Rotation des Werkstückhalters (10) um die erste Achse (A1),
- des Abstands (z) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20) entlang
der zweiten Achse (A2),
- des Versatzes (x) zwischen dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20)
entlang der dritten Achse (A3), und
- des Anstellwinkels (W) zwischen der Rotationsachse (R) und der ersten Achse (A1)
durch Kippen um die vierte Achse (A4).
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das interpolierende Antreiben als erste Zielfunktion einen Anstellwinkel (W) berücksichtigt,
bei dem über der Länge einer streifenförmigen Kontaktfläche (F) zwischen der Polierfläche
(23) und der gekrümmten Linsenfläche (101) eine maximal einheitliche Andrückkraft
vorliegt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das interpolierende Antreiben als zweite Zielfunktion eine streifenförmige Kontaktfläche
(F) zwischen der Polierfläche (23) und der gekrümmten Linsenfläche (101) berücksichtigt,
die sich an beiden Enden (E1, E2) bis an einen Umfangsrand (103) der gekrümmten Linsenfläche
(101) erstreckt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das interpolierende Antreiben als dritte Zielfunktion eine über eine Umdrehung der
optischen Linse (100) maximal einheitliche Andrückkraft berücksichtigt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das interpolierende Antreiben als vierte Zielfunktion ein konstantes Abtragprofil
in der Kontaktfläche (F) zwischen der Polierfläche (23) und der gekrümmten Linsenfläche
(101) berücksichtigt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass pro Umdrehung des Linsenrohlings (100) um die erste Achse (A1) der Anstellwinkel
(W) zwischen der Rotationsachse (R) und der ersten Achse (A1) zweimal um die vierte
Achse (A4) hin und her gekippt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass pro Umdrehung des Linsenrohlings (100) um die erste Ache (A1) der Versatz (x) zwischen
dem Werkstückhalter (10) und dem Polierwerkzeug (20) entlang der dritten Achse (A3)
zweimal hin und her pendelt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotieren des Polierwerkzeugs (20) um die Rotationsachse (R) zwischen einem Anfahren
und einem Abbremsen mit konstanter Drehzahl erfolgt.