[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzanordnung für gepanzerte und ungepanzerte
Fahrzeuge gegen Blast-, Splitter- und insbesondere projektilbildende Minen.
[0002] In den letzten Jahren kommt dem Minenschutz gepanzerter Fahrzeuge, insbesondere auch
durch friedenserhaltende und friedensschaffende Maßnahmen in Out of Area - Einsätzen,
eine wachsende Bedeutung zu. Es ist zwar gelungen, durch den Einsatz geeigneter Werkstoffe
und auch einer Reihe konstruktiver Lösungsansätze, wie z. B. Mehrschichtaufbauten,
die Effizienz beim Minenschutz im Vergleich zu homogenen Schutzplatten erheblich zu
verbessern, jedoch kommen auf der Bedrohungsseite ein kontinuierlich wachsender Anteil
an schweren Blast- und insbesondere auch projektilbildenden Minen (sog. P-Ladungsminen)
zum Einsatz. So ist heute davon auszugehen, dass gepanzerte Fahrzeuge auch leichterer
bzw. mittlerer Gewichtsklassen einer Blast-Belastung durch Druckladungsminen mit einem
8 kg TNT-Äquivalent ausgesetzt werden, wobei auch bereits Minen mit einem 10 kg TNT-Äquivalent
vermehrt zu erwarten sind. Bei den P- Ladungsminen wurde die Durchschlagsleistung
des gebildeten Projektils stetig erhöht, so dass mit fahrzeugverträglichen homogenen
Schutztechnologien auch bei schwereren Fahrzeugen kein ausreichender Schutz mehr realisiert
werden kann. Strukturierte Panzerungen haben zwar einen erheblichen Gewinn an Masseneffektivität
gegen P-Ladungsminen erbracht, aber auch hier wird in absehbarer Zukunft eine fahrzeugspezifische
Grenze erreicht sein.
[0003] Die Leistungsfähigkeit bzw. Güte der Schutztechnologien wird von den beiden Faktoren
Masse und Bautiefe (ohne Berücksichtigung des Kostenfaktors) bestimmt. Dabei ist anzumerken,
dass bei allen bisher eingeführten Fahrzeugen ein zunehmend geforderter Minenschutz
bei der Konzeption des Fahrzeugs nur untergeordnet oder überhaupt nicht berücksichtigt
wurde. Dies wird auch aus den unterschiedlichen aus der Presse bekannten Nachrüstprogrammen
im Bereich Minenschutz deutlich. Hierbei ergeben sich zwangsläufig technische Fragen
zur Integration von Nachrüstlösungen an vorhandene Strukturen.
[0004] Bei neu zu entwickelnden Fahrzeugen muss bereits bei der Auslegung einer stets zunehmenden
Bedrohung sowohl im Blast-, Splitter- als auch im P-Ladungs-Bereich Rechnung getragen
werden. Aufgrund der Beschränkung der zulässigen Masse eines Systems ist davon auszugehen,
dass die Minenschutztauglichkeit neuer Fahrzeuge nach dem bisherigen Stand der Technik
insbesondere aus Verbesserungen der Gesamtstruktur im Unterbodenbereich resultiert,
höhere Minenbelastungen aber nicht bereits mit dem Basisschutz grundsätzlich abgefangen
werden können. Es ist also zweckmäßigerweise von einem modularen Minenschutzkonzept
auszugehen, mit dem auch dem jeweils neuesten Stand der Technik entsprochen werden
kann.
[0005] Zum Minenschutz gibt es eine Vielzahl von Schutzrechten, wobei die
EP 0 897 097 A2 als repräsentativ für den in Betracht zu ziehenden Stand der Technik gelten kann.
[0006] Dort wird eine Schutzvorrichtung für Land-, Luft- oder Wasserfahrzeuge gegen Splitter-
und Blastminen beschrieben. Diese besteht von der Bedrohungsseite her gesehen aus
mehreren Schichten: einer Hartschaumschicht, einer sogenannten Strukturelementptatte,
einer weiteren Hartschaumschicht und einer dynamisch druckfesten Platte.
[0007] Dieser Minenschutz kann als sogenannte integrierte Lösung mit dem Fahrzeug stationär
verbunden oder als adaptierbarer Schutz ausgebildet sein. Auch eine Mischung beider
Lösungen ist vorgesehen.
[0008] Die in der
EP 0 897 097 A2 vorgeschlagenen Lösungsansätze sind auch aus heutiger Sicht noch aktuell und bei
einer entsprechenden Dimensionierung grundsätzlich auch auf P-Ladungsminen zu übertragen.
Die dort beschriebenen Minenschutzanordnungen und deren Wirkungsweise gegen die unterschiedlichen
Bedrohungen können daher als Basis für die in der vorliegenden Erfindung mehrfach
angesprochenen Vorpanzerungen bzw. komplexer aufgebauten Abriebschichten dienen. Es
wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese die vorliegend Erfindung nur in ihrer Effizienz
unterstützen können, nicht aber ersetzen. Auch wirken Anordnungen entsprechend der
vorliegenden Erfindung vollständig unabhängig von technischen Lösungsverbesserungen
vorhandener Minenschutzkomponenten. Bei einem Standard-Einsatzszenario von Fahrzeugen
ist auf der Bodenseite lediglich eine (z. B. homogene) Abriebschicht grundsätzlich
vorzusehen. Aber auch diese kann in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung adaptiv
ausgelegt sein. Insbesondere bei leichteren Fahrzeugen kann eine derartige Schutzschicht
auch aus nichtmetallischen Werkstoffen oder Leichtmetallen bestehen oder von einer
entsprechend ausgeführten unteren Begrenzung des Liquid-Schutzes direkt gebildet werden.
[0009] Weiterhin ist in der
EP 0 897 097 A2 auch vorgesehen, dass die offenen Kanäle der Strukturelementplatte, die flächigen
Teilräume in dieser inneren Schicht oder zusätzliche Hohlprofilkörper ebenfalls in
der Strukturelementplatte ganz oder teilweise auch mit flüssigen Stoffen, auch z.
B. Treibstoffen, gefüllt sein können (vergleiche Figur 11 der Patentschrift sowie
die Ansprüche 22 und 23). Damit wird jedoch keine Lösung im Sinne der vorliegenden
Erfindung vorweggenommen, da sich die aus der Patentschrift
EP 0 897 097 A2 abzuleitenden Einsatzmöglichkeiten von Flüssigkeiten allein auf das Verformungsverhalten
bzw. Energieabsorptionsverhalten der Minenbelastungen in den diese Flüssigkeiten beinhaltenden
Komponenten beziehen. Eine dem Unterboden bzw. dem vorgeschalteten Schutz bei einem
bereits bestehenden Minenschutz von Fahrzeugen vorgeschaltete liquide Schicht oder
Behälter mit fließfähigen Medien als primäre Struktur-Komponente des Minenschutzes
gegen alle Minenbedrohungen wird dort nicht beschrieben.
[0010] Auch aus der
US 3 604 374 ist eine öhnliche Struktur bekannt.
[0011] Die vorliegende Erfindung beschreibt einen Weg, wie ein höchst effizienter Minenschutz
sowohl gegen Blast-, Splitter- als auch gegen P-Ladungsminen technisch denkbar einfach
erreicht werden kann. Von besonderem Vorteil ist dabei bei dem erfinderischen Konzept,
dass über eine auf einfache Weise zu variierende Vorpanzerung geringer Masse eine
zunehmende Minenbedrohung kompensiert werden kann. Dies führt auch zu einer erheblich
längeren Einsatzdauer selbst bei einem hochwertigen, gegenüber einer veränderten Bedrohung
jedoch nicht mehr ausreichenden Basis-Minenschutz. Ein weiterer entscheidender Vorteil
der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Kosten eines derartigen (auch additiven)
Systems sehr gering sind.
[0012] Die Erfindung betrifft eine Schutzanordnung für alle Gewichtsklassen gepanzerter
und selbst ungepanzerte Fahrzeuge gegen Blast-, Splitter- und projektilbildende Minen
(P- Ladungsminen) mit den Merkmalen von Patentanspruch 1.
[0013] Die erfindungsgemäße Schutzanordnung ist u.a. dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrzeugboden
bzw. eine Fahrzeugbodenschutzstruktur auf der der Bedrohung zugewandten Seite mit
einer Schutzstruktur bzw. einem Behälter versehen ist, die bzw. der zumindest teilweise
mit einem Füllmittel aus einem Liquid (bzw. einer Flüssigkeit) oder einem fließfähigen
Medium gefüllt ist.
[0014] Wie bereits bei der Besprechung der Patentschrift
EP 0 897 097 A2. erwähnt, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, zum Schutz gegen Minen strukturierte
Mehrplatten-Aufbauten einzusetzen. Deren im Vergleich zu einer homogenen Platte günstigeres
Schutzverhalten ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass durch die Beschleunigung
der einzelnen Platten in der Belastungsphase energetisch günstigere Stanzdurchschläge
eingeschränkt oder gar verhindert werden. Auf diese Weise können in die sich durchbeulenden
Platten Zugspannungen eingeleitet werden mit einer entsprechenden Energiekompensation
und einer zeitlich gestreckten Impulsübertragung. In Verbindung mit der hier vorgeschlagenen
Erfindung ergibt sich dadurch ein besonders wirksamer Schutz, wenn eine erfindungsgemäße
Anordnung einem strukturierten Aufbau der oben erwähnten Art vorgeschaltet wird. Denn
durch die Verminderung der Geschwindigkeit bei P-Ladungsprojektilen und dem damit
verbundenen Energieabbau und insbesondere aufgrund der Energieverteilung in der Liquidschicht
werden beste Voraussetzungen für ein möglichst günstiges Verformungsverhalten der
nachfolgenden Bauteile (Fahrzeugboden mit oder ohne Schutzstruktur) geschaffen. Auf
diese Weise ist es möglich, Minenschutzaufbauten leichtester Bauart zu konzipieren
bzw. einen Schutz auch gegen schwerste Bedrohungen bei auch an leichteren Fahrzeugen
realisierbaren Schutzmassen zu erreichen.
[0015] Dabei soll hier nochmals darauf hingewiesen werden, dass es durch den Einsatz von
Anordnungen entsprechend der vorliegenden Erfindung grundsätzlich möglich ist, auch
bei einfachsten Schutzaufbauten (einfache Boden-oder Seitenbleche) einen effizienten
Minenschutz gegen die genannten Bedrohungsarten zu erreichen. Von besonderem Interesse
ist auch der Fall, dass bei einer größeren Bodenfreiheit von Fahrzeugen (dies ist
in der Regel bei Radfahrzeugen der Fall) auch bei ursprünglich nur leicht oder überhaupt
nicht geschützten Fahrzeugen zumindest ein partieller Schutz gegen größere Minen bis
hin zu schwersten Minenbedrohungen erreicht werden kann.
[0016] In jedem Falle muss bei einer Beaufschlagung einer Struktur durch Minen ein ungestörter
Stoßwellendurchgang vermieden werden, da hierdurch der Impuls kurzzeitig und die Energie
nur wenig gedämpft in das Fahrzeuginnere übertragen wird. Hier bietet die Liquidschicht
mit der in ihr stattfindenden Dissipation der Stoßwellen und die daraus resultierende
Impulsdauer-Streckung in Verbindung mit einer Energieverteilung bzw. Energieableitung
einen auf andere Weise nicht zu erreichenden Schutzmechanismus. Die Masseneffektivität
ist auch im Vergleich zu wirksamsten Plattenaufbauten nicht zu überbieten, da z. B.
eine Füllung der Schutzmodule erst im Einsatzfall erfolgen kann.
[0017] Bei einer angestellten Bodenplatte, etwa im Bug- oder Seitenbereich von Radfahrzeugen
oder im Bugbereich von Kettenfahrzeugen, ist ein besonders wirkungsvoller Schutz bei
Anordnungen entsprechend der vorliegenden Erfindung dadurch gegeben, dass eine Blastbelastung
nur entsprechend der Winkelkomponenten in die Fahrzeugstruktur eingeleitet und damit
zur Wirkung kommen kann. Im Falle eines auf eine geneigte Struktur auftreffenden P-Ladungsprojektils
wird dieses asymmetrisch belastet und beim Impakt dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit
zerstört. In jedem Falle kann sich aber der die Durchschlagsleistung erzielende Stanzdurchschlag
des Minentellers nur sehr eingeschränkt einstellen. Hinzu kommt, dass das Folgeblech
entsprechend dem Neigungswinkel streifend belastet wird, verbunden mit einer weiteren
zeitlichen und örtlichen Streckung des Belastungsvorgangs.
[0018] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter kann (extern oder mittels eines Reservoirs)
befüllbar und/oder entleerbar sein; auf der der Bedrohung (Mine) zugewandten Seite
eine feste oder lösbare, ein- oder mehrschichtige Vorpanzerung (Abriebschicht) enthalten;
einteilig oder mehrteilig (modular) aufgebaut sein; starr (bzw. eigenstabil) oder
flexibel (z. B. aus einem flexiblen Kunststoffmaterial, wie Plastik oder Gummi) ausgebildet
sein; einoder mehrschichtig aufgebaut sein; und/oder in den Fahrzeugboden bzw. die
Unterseite der Fahrzeugbodenschutzstruktur integriert oder an diesem bzw. dieser fest
oder lösbar montiert sein.
[0019] Das Füllmittel kann aus einem homogenen Liquid oder einem einkomponentigen (bzw.
reinen) fließfähigen Medium (z. B. Sand gleicher Körnung, Granulat) bestehen; ein
Liquid beliebiger Viskosität bis hin zu paraffinartigen, gallertartigen oder kolloiden
Substanzen sein; aus einer Mischung bestehen; ein Additiv wie zum Beispiel ein Korrosionsschutzmittel,
einen Farbstoff oder ein Mittel mit spezifischen Eigenschaften enthalten; aus mehreren
unterschiedlichen Körpern oder Stoffen (z. B. Sand unterschiedlicher Körnung, Granulatmischung)
bestehen; und/oder in das Füllmittel können massive oder hohle metallische oder nichtmetallische
Körper eingebracht sein.
[0020] Ferner kann das Füllmittel selbst schockdämpfende und/oder energieverzehrende Eigenschaften
besitzen; frostsicher sein; und/oder ein solches Füllmittel sein, dass seine Liquid-
Eigenschaften mittels Wärmezufuhr erzeugt und/oder aufrechterhalten werden.
[0021] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter kann außerdem flächenhaft, linienhaft oder gitterartig
aufgebaut sein oder eine Schutzstruktur oder einen Behälter mit freier Oberflächengeometrie
darstellen; entweder selbst oder durch Austausch des Moduls eine Mehrfachfunktion
(z. B. Wasserbehälter, Treibstofftank, etc.) erfüllen; und/oder ein oder mehrere Ausgleichsvolumen
enthalten.
[0022] Weiterhin kann die Schutzstruktur bzw. der Behälter schockgedämpft befestigt bzw.
aufgehängt sein; in eine dem Boden zugewandte, schräge Seitenfläche des Fahrzeugbodens
bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur integriert oder dieser vorgeschaltet sein; mehrschichtig
aufgebaut und lösbar oder fest zusammengefügt oder getrennt angeordnet sein; und/oder
ein von dem Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur unabhängiges Element
(z. B. als abgehängter Liquid-Behälter oder Sand-Container) und mit dem Fahrzeugboden
bzw. der Fahrzeugbodenstruktur starr oder lose oder über eine regelbare/steuerbare
Mechanik verbunden sein.
[0023] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann die Trennung/Verbindung zwischen Schutzstruktur
bzw. Behälter und Fahrzeug eine eigene Funktion (Dämmzone, Tragstruktur) besitzen
oder aus einem leeren oder zumindest teilweise gefüllten Zwischenraum bestehen; wenigstens
eine Wand der Schutzstruktur bzw. des Behälters starr oder flexibel/dehnbar/faltbar
sein; die Wand der Schutzstruktur bzw. des Behälters aus einem metallischen (magnetisch
oder antimagnetisch) oder nichtmetallischen, ein- oder mehr- schichtigen Werkstoff
bestehen; die Innenwand der Schutzstruktur bzw. des Behälters mit einer Auskleidung
versehen sein, wobei die Auskleidung vorzugsweise durch einen eingebrachten ausdehnbaren,
ballonartigen abdichtenden Körper bzw. eine Innenhaut gebildet wird und der eingebrachte
Körper eine vorgegebene Struktur aufweist und in diese vorgegebene Struktur integrierte
Elemente enthält; die der Bedrohung zugewandte Seite der Schutzstruktur bzw. des Behälters
aus einem hochfesten Metall oder einem hochfesten Kunststoff, wie GFK oder CFK (z.
B. gegen Bodenabrieb), bestehen ; die der Bedrohung zugewandte Seite der Schutzstruktur
bzw. des Behälters aus einem zwei-oder mehrschichtigen, losen oder zusammengefügten
Aufbau bestehen; und/oder die Schutzstruktur bzw. der Behälter zusammenklappbar, faltbar,
stapelbar oder zerlegbar sein.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Schutzstruktur bzw. der
Behälter parallel oder in einem Winkel zu dem Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur
angeordnet sein; mit der tragenden Struktur einen Winkel einschließen oder in der
Neigung veränderlich/ schwenkbar sein; in der Höhe bzw. der Dicke veränderlich sein;
verschiebbar angeordnet sein; und/oder unten oder auf der Seite zumindest teilweise
mit einem (abdichtbaren) Deckel versehen sein.
[0025] Ferner ist es möglich, dass in die Schutzstruktur bzw. den Behälter technische Elemente
(Stützelemente, Knautschzonen, Gewebe, Trennwände, Schutzelemente) integriert sind;
die Schutzstruktur bzw. der Behälter Sollbruchstellen oder Ausblasöffnungen enthält;
die Module einer mehrteiligen Schutzstruktur untereinander durchlässig fest oder lösbar
verbunden sind; und/oder in die Schutzstruktur bzw. den Behälter fest positionierte
oder lose Strukturelemente eingebracht sind und der Zwischenraum bzw. das verbleibende
Volumen befüllt oder entleert werden kann.
[0026] Schließlich kann das Füllmittel für bestimmte Einsatzfälle durch einen festen Körper
(z. B. homogene Platte, Presskörper), durch eingeschobene Körper (z. B. Stangen),
durch eingefüllte Körper oder durch ein Granulat ganz oder teilweise ersetzt werden;
die Schutzstruktur bzw. der Behälter kann druckerzeugende Elemente enthalten, wobei
die druckerzeugenden Elemente vorzugsweise gesteuert ausgelöst werden können und die
Schutzstruktur bzw. der Behälter vor/unter dem Bug und/oder vor der Kette bzw. dem
vorderen Rad über den Untergrund mitbewegt wird.
[0027] Obige sowie weitere Merkmale und Vorteile sowie das Prinzip der Erfindung werden
nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte, schematische Vorderansicht eines gepanzerten Fahrzeugs mit einer
an der Unterseite angebrachten Schutzanordnung gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine schematische Querschnitts-Darstellung des Bodenbereichs mit drei Minenschutz-Beispielen
unterschiedlicher Unterbodenkontur;
- Fig. 2A
- als Detail von Fig. 2 eine detonierende Blast- bzw. P-Ladungsmine und die durch beide
Wirkungsträger verursachte Druckverteilung in einer mit einem liquiden Füllmittel
befüllten Schutzeinrichtung;
- Fig. 3
- eine weitere schematische Querschnitts-Darstellung des Bodenbereichs mit einer kammer-
bzw. modulartig aufgebauten Minenschutzanordnung;
- Fig. 4
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken und einer diesen angepassten Minenschutzanordnung;
- Fig. 5
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken und einem eingezogenen (konkaven) Bodenbereich mit angepassten additiven
Minenschutzmodulen;
- Fig. 6
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken und einem beweglichen Minenschutzmodul im Bodenbereich;
- Fig. 7
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken mit modularen Minenschutzkammern und einem Bereichsschutz im Bereich
des Bodens;
- Fig. 8
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken und einem Vorhängegitter unter dem Fahrzeugboden mit eingebrachtem
Liquidschutz;
- Fig. 9
- die schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs eines Radfahrzeugs mit
schrägen Flanken und einem konvexen Bodenbereich mit angepassten additiven Minenschutzmodulen;
- Fig. 10
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit einer Befüll- und Entleerungseinrichtung
(Links) und einem zweischichtigen Aufbau (rechts);
- Fig. 11
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit einer Hohlkörper enthaltenden Befüllung
mit einer Boden-Abriebschicht (links) und einer Dämpfungsschicht (rechts);
- Fig. 12
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit einer Körper sowie Ausgleichsvolumina
enthaltenden Liquid-Schicht (links) sowie einer Liquid-Schicht mit innenliegenden
Strukturteilen und doppelter Abrieb- bzw. Minenschutzschicht (rechts);
- Fig. 13
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit geometrisch/konstruktiv frei gestalteten
Oberflächen (links) und einem doppelwandigen Minenschutzmodul (rechts);
- Fig. 14
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit einem Minenschutzmodul mit Deckel (links),
alternativ mit Innenkammern versehen, und einer aus plastisch verformbaren Körpern
bestehenden Dämpfungsschicht (rechts);
- Fig. 15
- zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten mit einem Minenschutzmodul mit einer unteren
schockdämpfenden Struktur der Liquidkammer mit vorgeschalteter Plattenanordnung (links)
und einer liquidgefüllten Kammer mit schockdämpfender oberer Struktur (rechts);
- Fig. 16
- die numerische 2D-Simulation vom Durchschlagen einer homogenen Schutz- platte durch
ein P-Ladungsprojektil; und
- Fig. 17
- die numerische 2D-Simulation vom Beaufschlagen eines gegenüber Fig. 16 massegleichen
Schutzaufbaus mit einer vorgeschalteten Liquid-Schicht durch ein P-Ladungsprojektil.
[0028] Das in Fig. 1 schematisch als Frontansicht dargestellte Kettenfahrzeug 1 überfährt
einen Untergrund/Boden 2 mit einer in diesen eingebetteten oder eingegrabenen Blast-,
Splitter- oder P-Ladungsmine 3. Der untere Bugbereich 4 des Fahrzeugs 1 ist bei diesem
grundsätzlichen Beispiel mit einem mit einem Liquid oder einem fließfähigen Medium
als Füllmittel 19 gefüllten, flächenhaften Minenschutz 6 ausgestattet, der unter dem
Fahrzeugboden 5 angebracht ist. Dieser Minenschutz 6 kann allein oder in Kombination
mit anderen Minenschutzeinrichtungen im Bereich der Wanne 4 oder zwischen 5 und 6
wirksam sein. In der nachfolgenden Beschreibung wird im Falle des Füllmittels 19 häufig
nur noch von einem Liquid gesprochen, wobei sich alle diesbezüglichen Aussagen selbstverständlich
auch auf Mischungen und auch auf fließfähige Medien beziehen.
[0029] In Fig. 2 wird der Teilbereich unterhalb des Fahrzeugbodens 5 mit vier Gestaltungen
des Unterbodens bei flächenhaften Minenschutzanordnungen entsprechend der vorliegenden
Erfindung dargestellt. Es handelt sich dabei um eine alternativ zum ebenen Minenschutzaufbau
6A konkave Ausführung 8, eine abgekantete konvexe untere Kontur 7 und um eine gekrümmte,
ebenfalls konvexe Struktur 44. Selbstverständlich könnte eine Struktur entsprechend
44 auch konkav ausgebildet sein. Alle Anordnungen 6A, 7,8 und 44 sind mit einem liquiden
oder fließfähigen Medium 19 ausgestattet/befüllt. Zu diesem Zeitpunkt soll die Mine
3 detoniert sein (3A) und dadurch eine Blastwelle (Schockfront) 51 und/oder ein P-Ladungsprojektil
52 ausgebildet haben. Die Geschwindigkeitspfeile 50 für die sich ausbreitende Blast-Schockfront
51 und der Geschwindigkeitsvektor 49 für das P-Ladungs-projektil 52 sind mit eingezeichnet.
[0030] Fig. 2A zeigt eine Ausschnittsvergrößerung von Fig. 2. Dargestellt ist die detonierte
Mine 3A und die von ihr ausgehenden beiden Bedrohungsarten Blast-/Schockfront 51 und
der im Falle einer P-Ladung gebildete Teller 52. Selbstverständlich können auch alle
genannten Bedrohungsarten einschließlich Splitterladungen von einer einzigen Mine
ausgehen. Beim Auftreffen auf die Belastungsseite eines mit einem Liquid oder einem
fließfähigen Medium gefüllten Minenschutzmoduls 6 wird der Blastschock 51 an der Oberfläche
6A teilweise reflektiert, läuft durch eine eventuell zwischengeschaltete Anordnung/Abriebschicht
(vgl. Fig. 10 bis 15) und wird anschließend in der Liquidschicht 19 dissipiert. Die
Ausbreitungsrichtungen der von den unterschiedlichen Bedrohungen ausgehenden Belastungen
werden durch Pfeile angedeutet. Für den Fall einer Blastbelastung, z. B. durch Pfeile
50 für die sich ausbreitende Blastfront außerhalb des Fahrzeugs und durch die Pfeile
79 sowie 79A für einen etwas späteren Zeitpunkt.
[0031] In Fig. 2A mit eingezeichnet ist die Wirkungsweise einer Liquidschicht gegen ein
P-Ladungsprojektil 52. Dieses soll auf die minenseitige Begrenzung 6A bzw. auf eine
eventuell vorgeschaltete Abriebschicht 32 mit dem Geschwindigkeitsvektor 49 auftreffen.
Aufgrund der von der Liquid-Oberfläche ausgeübten Trägheitskraft und insbesondere
auch wegen der von einer dickeren Begrenzung (Abriebschicht) 32 ausgehenden Kraft
wird der auftreffende Teller 52 deformiert (symbolisch dargestellt durch die Verformungszustände
52A, 52B) und verliert dabei je nach dem Dickenverhältnis Teller/ Platte und dem entsprechenden
Dichteverhältnis (also Masseverhältnis) an Geschwindigkeit, dargestellt durch die
entsprechenden Geschwindigkeitsvektoren 49A und 49B. Dabei geht von dem eindringenden
Festkörper (52A, 52B) eine kontinuierliche Druckbelastung auf die Flüssigkeit bzw.
das fließfähige Medium 19 aus, symbolisiert durch die Druckfeld-Pfeile 137 sowie 137A
und 137B zu jeweils späteren Zeitpunkten.
[0032] Durch Fig. 2A wird die hohe Effizienz einer Schutzanordnung entsprechend der vorliegenden
Erfindung offenbar. Obwohl selbstverständlich auch hier der Impuls- und der Energieerhaltungssatz
gelten, werden die Belastungsart und insbesondere der zeitliche und örtliche Belastungsfortschritt
der Schutzeinrichtung bei allen Bedrohungen durch Minen entscheidend verändert. Besonders
deutlich wird dies beim Vergleich des Ein- und Durchdringverhaltens von P-Ladungsprojektilen.
Trifft ein derartiges Projektil auf einen Festkörper/eine homogene Platte auf, so
wird diese(r) je nach Dicke entweder durchstanzt oder der Teller/die Scheibe dringt
unter plastischem Verformungsverhalten ein. Geht man aufgrund von Erfahrungswerten
davon aus, dass bei Minentellern der gängigen Formen und Auftreffgeschwindigkeiten
von etwa 2000 m/s Plattendicken bei Stählen mittlerer Festigkeit bis zum halben Tellerdurchmesser
durchstanzt werden, so folgt daraus, dass bei den an Fahrzeugen zu realisierenden
Schutzaufbauten im Falle homogener Platten praktisch immer mit einem Stanzdurchschlag
gerechnet werden muss (vgl. die numerische Simulation eines derartigen Vorgangs in
Fig. 16). Dies bedeutet, dass bei Teller- oder Scheibendurchmessern von 120 bis 180
mm Durchschlagsleistungen zwischen 60 und 90 mm zu erwarten sind. Da aber auch gleichzeitig
mit dem Durchmesser die Streuung bzgl. eines Stanz-Grenzdurchschlags zunimmt, müssten
homogene Panzerungen in der Größenordnung von 500 bis zu 800 kg/m2 vorzusehen sein.
Weder derartige Dicken noch insbesondere derartige Massen können jedoch selbst bei
schweren Fahrzeugklassen akzeptiert werden. Bei Radfahrzeugen ist wegen der größeren
Bodenfreiheit die Dicke in der Regel zwar weniger problematisch, die Masse hingegen
nicht realisierbar. Die obigen Überlegungen gelten auch noch eingeschränkt für strukturierte
Aufbauten. Zwar können diese die Impulsübertragung bzw. die Impulsverteilung im Vergleich
zu einem homogenen Schutz besser gestalten, jedoch besitzen sie nicht den einzigartigen
Vorzug von Flüssigkeiten oder fließfähigen Medien, die grundsätzlich keine mechanischen
Schubspannungen übertragen können und bei denen im Falle einer Flüssigkeit stets eine
sich gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitende Belastung vorliegt, eben ein hydrostatisches
bzw. hydrodynamisches Druckfeld. Bei fließfähigen Medien höherer Dichte oder auch
Viskosität ist zwar zu Beginn der Belastung noch mit einer größeren Komponenten in
der ursprünglichen Belastungsrichtung zu rechnen, jedoch wird sich auch hier relativ
rasch eine Richtungsdissipation einstellen (vgl. Fig. 2A).
[0033] Ein weiterer, entscheidender Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass
die gegen die genannten Bedrohungen bisher bekannten, notwendigerweise massereichen
Minenschutzeinrichtungen auf ein Minimum reduziert werden können. Und dies einerseits
bei der Wirkungsentfaltung aufgrund der oben beschriebenen Vorgänge, zum anderen aber
insbesondere dadurch, dass der Minenschutzaufbau erst bei einem zu erwartenden Einsatzfall
befüllt werden muss. Da die Zeiten eines effektiven Einsatzes oder selbst einer geforderten
Einsatzbereitschaft aber bei Fahrzeugen im Verhältnis zu deren Nutzungsdauer gering
sind, ergibt sich hieraus ein besonderer Vorteil. Hinzu kommt noch die Mehrzweckfähigkeit
derartiger Aufbauten. So ist es durchaus denkbar, dass mit entsprechenden Innenauskleidungen
die Volumina mit Treibstoffen gefüllt sind oder auch mit Trinkwasser. Sind diese Auskleidungen
oder durch die Module auswechselbar, so werden die Verwendungsmöglichkeiten noch erheblich
erweitert (vgl. z. B. die Fig. 13 und 14).
[0034] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt entsprechend Fig. 2, jedoch mit Beispielen für einen
modular ausgeführten Minenschutz auf der Unterseite 5 der Wanne 4. Dieser besteht
auf der linken Seite in Verbindung mit der zentralen Bodeneinheit aus zwei zusammengefügten
oder auch getrennt angeordneten Schutzmodulen 9 und 10, die beispielsweise durch eine
Wand 12 getrennt sein können. Die Wand 12 kann Stützfunktionen oder Dämpfungsfunktionen
in Richtung beider Module beinhalten. Sie kann die Kammern 9 und 10 vollständig trennen
oder auch durchlässig sein. Auf der rechten Seite des Minenschutzes in Fig. 3 wird
als weiteres Ausgestaltungsmerkmal ein einzelnes Modul 11 mit einer oberen Abdeckung
15, den Seitenwänden 13 und 14 sowie der Unterseite 16 dargestellt, das über die Dämpfungs-oder
Verbindungselemente 17 mit dem Fahrzeugboden 5 verbunden ist, ebenso über das Dämpfungs-oder
Verbindungselement 18 mit dem Modul 10.
[0035] Die Verbindung der Schutzmodule mit dem Fahrzeugboden ist je nach konstruktiver Vorgabe
oder minentechnischer Auslegung des Gesamtschutzes zu gestalten. So können die einzelnen
Module grundsätzlich auch unabhängig voneinander positioniert sein. Selbstverständlich
kann eine gewünschte Verbindung zwischen dem Fahrzeugboden 5 und den Schutzmodulen
9 und 10 z. B. auch durch Kleben, Vulkanisieren, Schweißen usw. erfolgen. Weiterhin
können die Module grundsätzlich auch fest/bleibend/starr oder auch lösbar (z. B. mittels
einer Schraubverbindung) montiert sein.
[0036] Fig. 4 zeigt die vereinfachte schematische Querschnitts-Darstellung des Wannenbereichs
21 eines Radfahrzeugs 20 mit den hier als schräg angenommenen unteren Seitenteilen/
Flanken 22 sowie einem bei diesem Beispiel ebenen Bodenbereich/Unterboden 23 und einem
diesen Flächen angepassten Minenschutz. Dieser besteht hier aus dem flächenhaften
Boden-Schutzmodul 24, dem rechten Seiten-Schutzmodul 25 und dem linken Seitenmodul
26. Wie in den vorhergehenden Beispielen sind die Schutzmodule entsprechend der Erfindung
wieder mit einem Liquid bzw. mit einem fließfähigen Medium 19 ausgestattet/befüllt.
Für die Verbindungen zwischen den einzelnen Minenschutz-Elementen und der Verbindung
zwischen Minenschutz und Fahrzeug gelten die oben vorgetragenen Möglichkeiten/Überlegungen.
[0037] Fig. 5 zeigt entsprechend Fig. 4 die Querschnittsdarstellung des Wannenbereichs 21
eines Radfahrzeugs 127 mit den schrägen Flanken 22 und einem hier nicht ebenen Bodenbereich
75. Bei diesem Beispiel ist der Boden 75 nach innen gezogen (konvex). Diese Formgebung
erhöht nicht nur die Stabilität des Bodens, sondern ebenso die Bodenfreiheit in der
Fahrzeugmitte. Eine derartige Kontur kann mit einer sich vornehmlich als Zug einstellenden
Belastung durch eine Minendetonation allgemein vorteilhaft sein. Auf der linken Seite
ist wie bei Fig. 4 der Flanke 22 wieder ein Minenschutzmodul 139 vorgeschaltet, das
hier mit der Wannenflanke 22 einen Winkel 77 einschließt. Dadurch ergibt sich zwischen
22 und 26A ein keilförmiger Hohlraum 140, der bei einer Minenbelastung durch die Übergänge
gegen Schockwellen und auch gegen P-Ladungsprojektile vorteilhaft sein kann.
[0038] Auf der rechten Seite des in Fig. 5 dargestellten Beispiels wird die Flanke 22 durch
mehrere Minenschutzmodule 25A, 53 und 54 geschützt. Hierbei können die Flanken der
Module zur Wanne bzw. zur Innenseite parallel verlaufen oder einen abweichenden Außenwinkel
aufweisen (vgl. Modul 53). Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass die Fläche
zwischen 53 und 54 gegenüber 22 oder gegenüber der Oberfläche des Schutzes einen Winkel
aufweist oder auch auf der Außenseite nicht eben gestaltet ist. Auf der Unterseite
ist bei diesem Beispiel der konvexen (eingezogenen) Wanne 75 mittels der Dämpfungsvorrichtung/Aufhängung
76 ein der Kontur des Unterbodens angepasstes Minenschutz-Modul 55 vorgeschaltet,
das die bereits geschilderten Vorteile einer derartigen Anordnung noch verstärken
kann. Das Liquid bzw. das fließfähige Medium kann in den einzelnen Modulen speziell
angepasst sein, d. h. sie müssen nicht identisch sein. Dieser Umstand wird durch die
abweichende Ziffer 19A angedeutet. Es ist auch denkbar, dass der Unterboden 75 aus
mehreren konvexen oder konkaven Streifen aufgebaut ist, wobei der vorgeschaltete Minenschutz
entsprechend der Erfindung entweder diesem streifenartigen Aufbau angepasst ist oder
flächenhaft vor diesem montiert ist.
[0039] Fig. 6 zeigt wieder entsprechend Fig. 4 die schematische Querschnittsdarstellung
des Wannenbereichs 21 eines Radfahrzeugs 128 mit den schrägen Flanken 22 auf der linken
Seite, einer abgesetzten (ähnlich einem Radkasten) Flankenausführung 144 auf der rechten
Seite und einem ebenen Bodenbereich 5. Diesem vorgeschaltet ist ein bei diesem Beispiel
ebenfalls eben ausgeführter Minenschutz 57 entsprechend der Erfindung, der in Richtung
der Bedrohung 3 mittels einer Vorrichtung 58 verschiebbar/absenkbar sein soll. Die
Hubhöhe zwischen der Ausgangs- und der Endhöhe über dem Boden kann hierbei mechanisch
eingestellt werden oder z. B. auch über einen Sensor gesteuert werden. Auf diese Weise
kann in einer besonderen Ausgestaltung dieser Lösung in einem möglichst geringen Abstand
von der Bedrohung 3 ein Schutz bzw. eine Störung der Bedrohung während ihrer Ausbildung
erfolgen. Eine derartige Maßnahme kann eine Ausbildung der von 3A ausgehenden Bedrohungen
verhindern oder zumindest gravierend stören/vermindern. Selbstverständlich kann ein
Fahrzeug auch mit mehreren dieser Einrichtungen ausgestattet sein. Es ist auch denkbar,
dass ein derartiges Element nicht nur parallel zum Boden-oder zur Flanken-bzw. Bugstruktur
bewegt wird, sondern gegenüber diesen Flächen gedreht wird. Es kann auch vorteilhaft
sein, beim Übergang zwischen den Seitenteilen 22 und der oberen Fahrzeugstruktur von
128 ein Übergangsblech 100 vorzusehen (vgl. linke Seite von Fig. 6), welches z. B.
eine weitere Schutzkammer 141 einschließen kann. Diese kann hohl oder gefüllt sein.
Bei einem derartigen Aufbau 57 kann bei entsprechender Dimensionierung der eigene
Schutz der Flanke 22 entfallen.
[0040] Eine weitere, unter Berücksichtigung fahrzeug- oder einsatzspezifischer Vorgaben
bei der Auslegung von Fahrzeugen interessante Variante ergibt sich dadurch, dass ein
oder mehrere Module gegenüber dem Fahrzeug-Unterboden oder gegenüber den Seitenbereichen
verschiebbar angeordnet werden. Dadurch können z. B. für Wartungszwecke Flächen oder
Öffnungen freigegeben werden, ohne dass auf einen grundsätzlichen Schutz dieser Teilbereiche
verzichtet werden muss.
[0041] Fig. 7 zeigt die schematische Querschnittsdarstellung des Wannenbereichs 21 eines
Radfahrzeugs 129 mit den schrägen Flanken 22. Auf der linken Seite ist die Flanke
22 mittels modularer Minenschutzkammern 114 geschützt. Die Module 114 können mit einer
Abdeckung/einem Abdeckblech 116 versehen sein. Dieses kann sowohl der Glättung der
Außenstruktur dienen als auch Schutzfunktionen übernehmen. Auf der rechten Seite sind
die streifen- oder kastenförmigen Module 114A offen angeordnet. Außerdem besitzen
diese Ausblasöffnungen 115 zur dynamischen Druckentlastung im Falle einer Beaufschlagung.
[0042] Bei diesem in Fig. 7 dargestellten Ausführungsbeispiel für einen modularen Minenschutz
eines Radfahrzeugs besitzt der Unterboden einen bereichsabhängigen (partiell in der
Art oder in der Stärke unterschiedlichen) Schutz, der selbstverständlich auch bei
allen anderen Fahrzeugen vorteilhaft zu realisieren ist. Hier besteht er aus den Modulen
117 und 118, in die ein vergleichsweise dickes Modul 119 entsprechend der vorliegenden
Erfindung integriert ist. Ein partiell besonders wirkungsvoller Schutz kann auch dadurch
erreicht werden, dass an den entsprechenden Flächen ein doppelter Schutz entsprechend
der Erfindung vorgesehen wird.
[0043] Ein besonders einfacher, aber höchst effizienter Minenschutz entsprechend der vorliegenden
Erfindung kann auch mittels einer einfachen Improvisation erreicht werden, wie sie
beispielhaft in der Querschnittsdarstellung von Fig. 8 gezeigt ist. Es handelt sich
um ein einer Bodenstruktur 23 des Radfahrzeugs 130 mittels der Einrichtung 121 vorgehängtes
Gitter 120, in das im einfachsten Fall ein mit einem Liquid befüllbarer oder bereits
gefüllter Behälter (z. B. nach Art einer Luftmatratze) 122 oder mehrere Behälter 122A
(Beispiel rechte Seite, z. B. in Kammern mit Stegen 145) eingelegt sind. Um nochmals
zu unterstreichen, dass die Füllungen entsprechend der vorliegenden Erfindung in sehr
weiten Grenzen zu variieren sind, soll das Modul 122 mit dem Liquid bzw. dem fließfähigen
Medium 19B gefüllt sein. Die Aufhängevorrichtung 143 bzw. 143A für das/die Gitter
120 kann wieder lösbar oder fest sein. Auch ist es denkbar, diese einfache Vorrichtung
120 bezüglich ihrer Höhenposition und auch ihrer Position bezüglich des Fahrzeugbodens
zu variieren.
[0044] Im einfachsten Falle ist es denkbar, das Gitter 120 bei Bedarf mit einfachen, gefüllten
Bauteile, Beuteln oder Säcken zu belegen (vgl. Fig. 8 rechts). Diese können entweder
mittels vorgesehener Kammern gegen Verschieben gesichert sein oder schlicht fest-
gebunden werden. Eine technisch etwas anspruchsvollere Variante ergibt sich dadurch,
dass eine einfache Struktur entsprechend 120 z. B. von der Seite, von vorne, von hinten
oder auch von unten durch eingeschobene Kästen, Behälter, Beutel oder sonstige bewegliche,
liquidbefüllbare Teile bestückt wird.
[0045] In einer sehr weitgehenden Ausgestaltung dieser Möglichkeiten ist es auch denkbar,
dass ein derartiger von der Struktur eines Fahrzeuges weitgehend gelöster Minenschutz
in besonderen Einsatzszenarien als unter dem Bug bzw. vor dem Bug eines Fahrzeuges
geschleppter Behälter/Wanne zum Einsatz kommt. Auch ist eine derartige Schutzmaßnahme
vor den Ketten oder den vorderen Laufrädern denkbar.
[0046] Fig. 9 zeigt die Querschnittsdarstellung des Wannenbereichs 21 eines Radfahrzeugs
131 mit schrägen Flanken 22A und einem konvexen, hier aus zwei abgekanteten Flächen
bestehenden Bodenbereich 142 mit angepassten additiven Minenschutzmodulen. Diese bestehen
aus den die Fläche 22A hier teilweise schützenden Modulen 125/125A und den Unterboden-Modulen
123,124. Die Außenkonturen 126 der Seitenmodule 125,125A sind beliebig zu gestalten
- dies gilt selbstverständlich auch für alle anderen dargestellten Module.
[0047] In den Fig. 10 bis 15 ist eine Reihe von Ausgestaltungsbeispielen von Minenschutzanordnungen
entsprechend der Erfindung zusammengestellt. Mit eingezeichnet ist die von der detonierten
Mine ausgehende Blastwelle/Schockfront 50 und ein P-Ladungsprojektil 52. Die Geschwindigkeitspfeile
51 für die sich ausbreitende Blast-/Schockfront und der Geschwindigkeitsvektor 49
für das P-Ladungsprojektil sind ebenfalls eingezeichnet. Bei allen Beispielen wird
angenommen, dass sie dem Wannenboden 5 oder der unteren Seitenstruktur eines Fahrzeugs
22 vorgeschaltet sind. Die Verbindung kann dabei fest oder lösbar, gedämpft oder ungedämpft
sein. Die dargestellten Module können grundsätzlich größere Flächen abdecken, linienhaft
(streifenförmig) ausgeführt sein oder auch aus relativ kleinen Teilflächen bestehen,
die entsprechend ihren Positionen optimiert sein können.
[0048] Fig. 10 zeigt zwei Beispiele für Minenschutzaufbauten. Links ist ein Aufbau 59 mit
einer Befülleinrichtung, bestehend aus einer Einlassöffnung/einem Einlassventil 45
und dem eine Befüllung symbolisierenden Pfeil 46 sowie einer Entleerungseinrichtung
(dem Ventil/Verschluss 45 und dem Symbol für die Entleerungsmöglichkeit 47) eingezeichnet.
Es handelt sich hier um einen zweischichtigen Aufbau, bei dem der Bedrohung zunächst
eine Abriebschicht (dünne Vorpanzerung) 32 gegenübersteht, gefolgt von einer mit dem
Liquid oder dem fließfähigen Medium 19 befüllten Schicht 132. Die Liquidschicht 132
kann lediglich mit einem Liquid befüllt sein, oder aber, etwa zur Stoßdämpfung, zur
Vermeidung von Flüssigkeitsbewegungen oder zur inneren Schockdämpfung eine Struktur
oder ein Gewebe 27 enthalten.
[0049] Das rechte Beispiel von Fig. 10 zeigt einen zweischichtigen Liquid-Aufbau 60. Dieser
besteht aus einer oberen Minenschutzkammer 28, die mit einem Liquid bzw. mit einem
fließfähigen Medium befüllt sein soll, und einer unteren Minenschutzkammer 29, die
entweder mit dem gleichen Medium 19 oder mit einem anderen Medium 19A gefüllt sein
kann. Die Trennung zwischen 28 und 29 erfolgt mittels einer Trennwand 30, die ggf.
auch eine Verbindung 48 enthalten kann. Es ist selbstverständlich, dass alle gezeigten
Beispiele mit Befüll-und Entleerungseinrichtungen versehen sein können. Ebenso ist
eine Vielzahl von Kombinationen aus den gezeigten Beispielen und auch mit weiteren
Ausgestaltungen entsprechend der vorliegenden Erfindung möglich.
[0050] Fig. 11 zeigt zwei weitere Beispiele für Minenschutzaufbauten. Links ist ein Aufbau
61 mit einer liquiden Schutzschicht 133 dargestellt, die Hohlkörper 31 enthalten soll.
Diese können schockdämpfenden Eigenschaften besitzen und auch insbesondere während
der Belastungsphase als Ausgleichsvolumen dienen. Der Liquidschicht 133 vorgeschaltet
ist eine Abriebschicht 32A, die hier von 133 durch einen Zwischenraum 69 getrennt
werden soll. Dieser Hohlraum bewirkt, dass sich bei einer Beaufschlagung von 32A dieses
Schutzelement eine gewisse Wegstrecke dynamisch verformen (ausbeulen) kann, bevor
es auf die Folgeschicht 133 auftrifft. Ein derartiger Energie verzehrender und damit
die weitere Belastung reduzierender/vermeidender Aufbau ist insbesondere bei einer
größeren zur Verfügung stehenden Bauhöhe vorteilhaft.
[0051] Das rechte Beispiel von Fig. 11 zeigt einen zweischichtigen Aufbau 62. Dieser besteht
aus einer oberen, liquidbefüllten/liquidbefüllbaren Schutzkammer 70, die von der unteren,
ebenfalls mit einem Liquid befüllten/befüllbaren Schutzkammer 71 mittels einer dynamisch
wirksamen Dämmschicht 33 getrennt sein soll. Die Dämmschicht 33 kann beispielsweise
aus einem homogenen, strukturierten oder mit Kammern (oder aus Einzelkörpern mit stoßmindernden
plastischem Deformationsverhalten) versehenen Dämmmaterial bestehen. Die Schicht 33
kann aber auch aus einer Verbindungsschicht zwischen 70 und 71, wie z. B. einer Klettverbindung
oder einer Gummierschicht, bestehen. Für die Befüllung von 70 und 71 gilt das unter
Fig. 10/rechts Ausgeführte.
[0052] Fig. 12 zeigt zwei weitere Beispiele für Minenschutzaufbauten. Im linken Aufbau 63
ist eine Ausgleichsvolumina 35 enthaltende Liquidschicht 134 dargestellt. Diese Ausgleichsvolumina
können auch eine Innenstruktur 138 mit die Schutzleistung unterstützenden Eigenschaften
beinhalten. Außerdem kann das Liquid bzw. das fließfähige Medium 19 auch noch Körper
enthalten, die ein spezifisches dynamisches Verhalten bei einer Minenbeaufschlagung
besitzen. Die Position und die Größe dieser Ausgleichsvolumina ist ebenso wie der
zu wählende Werkstoff für die Umhüllung entsprechend der Schutz- aufbauten zu optimieren.
Sie können z. B. fixiert oder auch lose eingelegt sein.
[0053] Das rechte Beispiel von Fig. 12 zeigt einen weiteren Aufbau 64. Dieser besteht aus
einer Minenschutzkammer 135, die z. B. eine perforierte Innenstruktur/dynamisch wirksame
Deformationsflächen 36 bzw. 36A enthalten soll. Eine derartige Struktur kann sowohl
eine Unterteilung von 135 in einzelne Kammern bewirken (die gegeneinander dicht oder
untereinander verbunden sein können) als auch das dynamische Verhalten positiv beeinflussen,
beispielsweise durch schockmindernde und energieabsorbierende plastische Eigenschaften.
Bei diesem Beispiel ist der mit einem Liquid oder mit einem fließfähigen Medium 19
gefüllten Kammer 135 gegenüber der Bedrohung ein Sandwich vorgeschaltet, das hier
aus einem Zweiplatten-Aufbau mit der oberen Schicht 42 und der unteren Abriebschicht
43 besteht.
[0054] Fig. 13 zeigt zwei weitere Beispiele für Minenschutzaufbauten entsprechend der Erfindung.
Links ist ein mit einem Liquid 19 gefüllter Aufbau 65 dargestellt, der eine mit Vertiefungen
versehene obere Abdeckung 72 besitzt. Diese enthält zur Aufnahme von Befestigungen
17 an dem Wannenboden 5 Erhebungen/Stege, die entsprechend der gewünschten Verformungsspielräume
von 72 zu dimensionieren sind. Die Erhebungen 73 können dämpfende Elemente darstellen,
die in Verbindung mit den Dämpfungselementen 17 für die Befestigung von 65 an den
Unterboden 5 dienen. Selbstverständlich kann auch nur eine Dämpfung, also 73 oder
17 vorgesehen sein. Die untere Abdeckung 74 von 65 besitzt hier eine eingefaltete
Struktur, die ihrerseits eine untere Abriebsschicht 32 tragen kann. Auf diese Weise
ist eine besonders gute Dämpfung der auftreffenden Bedrohungen bereits zu Beginn des
Endringens in die Schutzstruktur 65 zu erwarten.
[0055] Das rechte Beispiel von Fig. 13 zeigt einen doppelwandigen Aufbau 66. Dieser besteht
aus einer inneren Kammer 38 und einer äußeren Kammer 39, die das Volumen/den Hohlraum
113 einschließen. Dieses Volumen kann entweder hohl sein oder ein Medium enthalten.
Die Innenkammer 38 ist wieder mit einem Liquid oder einem fließfähigen Medium befüllt.
Entsprechend den obigen Überlegungen sind hier wieder beispielhaft Befüll-und Entleerungseinrichtungen
mit eingezeichnet.
[0056] Fig. 14 zeigt zwei weitere Beispiele für Minenschutzaufbauten. Links ist ein Aufbau
67 mit einem Minenschutzmodul 81 mit einem Deckel 82 auf der Unterseite dargestellt.
Mittels eines derartigen offenen Systems können auch noch nachträglich feste/starre
Strukturen in das Innere von 81 verbracht werden. Alternativ kann der Innenraum von
67 auch mit einer Innenstruktur 110 versehen sein. Diese kann starr oder flexibel
sein und aus einzelnen Kammern bestehen. Die Kammern können über die Trennwände 111
gegeneinander abgedichtet sein oder auch mittels Öffnungen 112 verbunden sein. Der
Deckel 82 kann bei Bedarf mit einer Dichtung 83 versehen sein. Selbstverständlich
kann sich ein derartiger Deckel auch auf der Seite befinden oder, soweit zugänglich,
auch auf der Oberseite von 67.
[0057] Das rechte Beispiel von Fig. 14 zeigt einen dreischichtigen Aufbau 68. Dieser besteht
aus einer oberen Abdeckschicht 136, die von der eigentlichen Minenschutzkammer 146
durch eine Dämpfungsschicht 84 getrennt ist. Die Dämpfungsschicht 84 hat die Aufgabe,
die durch die Kammer 146 noch durchlaufenden/durchgeschalteten Verformungen weitgehend
abzubauen. Dies kann z. B. durch plastisch stark verformbare Körper 147 geschehen,
wie sie z. B. in der
EP 0 897 097 A2 näher ausgeführt sind.
[0058] Fig. 15 zeigt zwei weitere Beispiele für Minenschutzaufbauten entsprechend der Erfindung.
Links ist ein Aufbau 101 mit einem Schutzmodul 104 dargestellt, welcher auf der Unterseite
mit einer schockdämpfenden Struktur 103 versehen ist. Dieser Struktur 103 ist eine
relativ leicht verformbare doppelschichtige Plattenanordnung vorgeschaltet, die hier
aus den Platten 105 und 106 bestehen soll. Die gewünschte leichte Verformbarkeit soll
zu einem raschen Ausweichen dieser vorgeschalteten Schicht bei einer Minenbeaufschlagung
führen und damit zu einer raschen Zuschaltung einer belasteten Fläche. Dies bewirkt
in Verbindung mit der nachfolgenden Liquidschicht und deren besonderen dynamischen
Eigenschaften zu einem raschen Abbau der Zerstörungsleistungen der Bedrohungen.
[0059] Das rechte Beispiel von Fig. 15 zeigt einen 101 entsprechenden Aufbau 102. Die Liquid-Kammer
von 107 besitzt hier jedoch im Übergang zu 5 eine wellenartige Struktur 108, die Zwischenräume
109 zwischen 5 und 108 aufbaut. Auch sie können gute schockdämpfende Eigenschaften
besitzen und die Beulenbildung in der Folgestruktur 5 vermindern bzw. ganz unterbinden.
[0060] Nachfolgend werden weitere Merkmale von Schutzanordnungen beschrieben, die jedoch
nur insoweit Teil der vorliegenden Erfindung sind, als diese anhand der vorstehenden
Beschreibung und/oder anhand der Darstellungen in den Figuren in Kombination mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 beschrieben sind.
[0061] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter kann befüllbar und/oder entleerbar sein.
[0062] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können extern oder mittels eines Reservoirs
befüllbar und/oder entleerbar sein.
[0063] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können auf der der Bedrohung zugewandten Seite
eine feste oder lösbare, ein- oder mehrschichtige Vorpanzerung enthalten.
[0064] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können einteilig oder mehrteilig aufgebaut sein.
[0065] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können starr bzw. eigenstabil ausgebildet sein.
[0066] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können flexibel, insbesondere aus einem flexiblen
Kunststoffmaterial ausgebildet sein.
[0067] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein.
[0068] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können in den Fahrzeugboden bzw. die Unterseite
der Fahrzeugbodenschutzstruktur integrierbar oder an diesem bzw. dieser fest oder
lösbar montierbar sein.
[0069] Das Füllmittel kann aus einem homogenen Liquid oder einem einkomponentigen bzw. reinen
fließfähigen Medium bestehen.
[0070] Das Füllmittel kann ein Liquid beliebiger Viskosität bis hin zu paraffinartigen,
gallertartigen oder kolloiden Substanzen sein.
[0071] Das Füllmittel kann aus einer Mischung bestehen.
[0072] Das Füllmittel kann ein Additiv wie zum Beispiel ein Korrosionsschutzmittel, einen
Farbstoff oder ein Mittel mit spezifischen Eigenschaften enthalten.
[0073] Das Füllmittel kann aus mehreren unterschiedlichen Körpern oder Stoffen bestehen.
[0074] In das Füllmittel können massive oder hohle metallische oder nichtmetallische Körper
eingebracht sein.
[0075] Das Füllmittel selbst kann schockdämpfende und/oder eneraieverzehrende Eigenschaften
besitzen.
[0076] Das Füllmittel kann frostsicher sein.
[0077] Die Liquid-Eigenschaften des Füllmittels können mittels Wärmezufuhr erzeugt und/oder
aufrechterhalten werden.
[0078] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können flächenhaft, linienhaft oder gitterartig
aufgebaut sein oder eine Schutzstruktur oder einen Behälter mit freier Oberflächengeometrie
darstellen.
[0079] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können wenigstens ein Ausgleichsvolumen enthalten.
[0080] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können schockgedämpft befestigt/aufge-hängt
sein.
[0081] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können in eine dem Boden zugewandte, schräge
Seitenfläche des Fahrzeugbodens bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur integriert oder
dieser vorgeschaltet sein.
[0082] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können mehrschichtig aufgebaut und lösbar oder
fest zusammengefügt oder getrennt angeordnet sein.
[0083] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können ein von dem Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur
unabhängiges Element sein und mit dem Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenstruktur
starr oder lose oder über eine regelbare/steuerbare Mechanik verbunden sein.
[0084] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können von dem Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur
abgehängt oder absenkbar sein.
[0085] Die Trennung/Verbindung zwischen Schutzstruktur bzw. Behälter und Fahrzeug kann eine
eigene Funktion (Dämmzone, Tragstruktur) besitzen oder aus einem leeren oder zumindest
teilweise gefüllten Zwischenraum bestehen.
[0086] Wenigstens eine Wand der Schutzstruktur bzw. des Behälters kann starr oder flexibel/dehnbar/faltbar
sein.
[0087] Die Wand der Schutzstruktur bzw. des Behälters kann aus einem metallischen (magnetisch
oder anti-magnetisch) oder nichtmetallischen, ein- oder mehrschichtigen Werkstoff
bestehen.
[0088] Die Innenwand der Schutzstruktur bzw. des Behälters kann mit einer Auskleidung versehen
sein.
[0089] Die Auskleidung kann durch einen eingebrachten ausdehnbaren, ballonartigen abdichtenden
Körper bzw. eine Innenhaut gebildet sein.
[0090] Der eingebrachte Körper kann eine vorgegebene Struktur aufweisen und in diese vorgegebene
Struktur integrierte Elemente enthalten.
[0091] Die Bedrohung zugewandte Seite der Schutzstruktur bzw. des Behälters kann aus einem
hochfesten Metall oder einem hochfesten Kunststoff, wie GFK oder CFK, bestehen.
[0092] Die der Bedrohung zugewandte Seite der Schutzstruktur bzw. des Behälters kann aus
einem zwei- oder mehrschichtigen, losen oder zusammengefügten Aufbau bestehen.
[0093] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können zusammenklappbar, faltbar, stapelbar
oder zerlegbar sein.
[0094] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können parallel oder in einem Winkel zu dem
Fahrzeugboden bzw. der Fahrzeugbodenschutzstruktur anordbar sein.
[0095] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können mit der tragenden Struktur einen Winkel
einschließen oder in der Neigung veränderlich/schwenkbar angeordnet sein.
[0096] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können in der Höhe bzw. der Dicke veränderlich
sein.
[0097] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können verschiebbar angeordnet sein.
[0098] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter kann unten oder auf der Seite zumindest teilweise
mit einem (abdichtbaren) Deckel versehen sein.
[0099] In die Schutzstruktur bzw. den Behälter können technische Elemente (Stützelemente,
Knautschzonen, Gewebe, Trennwände, Schutzelemente) integriert sein.
[0100] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können Sollbruchstellen oder Ausblasöffnungen
enthalten.
[0101] Die Module einer mehrteiligen Schutzstruktur können untereinander durchlässig fest
oder lösbar verbunden sein.
[0102] In die Schutzstruktur bzw. den Behälter können fest positionierte oder lose Strukturelemente
eingebracht sein und der Zwischenraum bzw. das verbleibende Volumen befüllt oder entleert
werden.
[0103] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können druckerzeugende Elemente enthalten.
[0104] Die druckerzeugenden Elemente können gesteuert ausgelöst werden.
[0105] Die Schutzstruktur bzw. der Behälter können vor/unter dem Bug und/oder vor der Kette
bzw. dem vorderen Rad über den Untergrund mitbewegbar ausgebildet sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0106]
- 1
- schematisierte Frontansicht eines Kettenfahrzeugs
- 2
- Geländeboden/Untergrund
- 3
- Mine
- 3A
- detonierte Mine 3
- 4
- unterer Bugbereich/Wanne
- 5
- Fahrzeugbodens
- 6
- flächenhafter Minenschutz
- 6A
- ebene Minenschutz-Außengeometrie
- 7
- konkave Minenschutz-Außengeometrie
- 8
- konkave Minenschutz-Außengeometrie
- 9
- linke Kammer/linkes Minenschutz-Modul
- 10
- mittlere Kammer/mittleres Bodenmodul
- 11
- rechte Kammer/rechtes Minenschutz-Modul
- 12
- Zwischenwand
- 13
- linke Modul-Abdeckung von 11
- 14
- rechte Modul-Seitenwand von 11
- 15
- obere Modul-Seitenwand von 11
- 16
- untere Modulwand von 11
- 17
- Dämpfungs-/Verbindungselement zwischen 11 und 5
- 18
- Dämpfungs-/Verbindungselement zwischen 10 und 11
- 19
- Liquid bzw. fließfähiges Medium
- 19A
- weiteres Beispiel für Liquid bzw. fließfähiges Medium
- 19B
- weiteres Beispiel für Liquid bzw. fließfähiges Medium
- 20
- schematisierter Querschnitt eines Radfahrzeugs
- 21
- Fahrzeugwanne von 20
- 22
- Wannenflanke
- 22A
- Flanken von 131
- 23
- Bodenbereich von 21
- 23A
- Bodenbereich von 131
- 24
- Boden-Minenschutzmodul
- 25
- Beispiel für rechtes Minenschutz-Seitenmodul
- 26
- Beispiel für linkes Minenschutz-Seitenmodul
- 27
- Struktur, Gewebe
- 28
- obere Minenschutzkammer von 60
- 29
- untere Minenschutzkammer von 60
- 30
- Trennwand zwischen 28 und 29
- 31
- Hohlkörper in 19 bzw. 61
- 32
- Abriebschicht/vorgeschaltete Platte auf der Unterseite von 6
- 32A
- Abriebschicht/vorgeschaltete Platte
- 33
- Dämmschicht zwischen 70 und 71
- 34
- Körper in 19
- 35
- Ausgleichsvolumen
- 35A
- Ausgleichsvolumen mit Innenstruktur
- 36
- lnnenstruktur/dynamische Verformungsflächen
- 36A
- Abriebschicht/vorgeschaltete Platte
- 37
- doppelwandige Minenschutzstruktur
- 38
- Innenwand von 37
- 39
- Außenwand von 37
- 40
- Beispiel für Bodengestaltung von 24
- 41
- Beispiel für Deckelgestaltung von 24
- 42
- obere Abriebschicht (Vorpanzerung) von 64
- 43
- untere Abriebschicht von 64
- 44
- gekrümmter (konvexer) Minenschutz
- 45
- Ventil/Öffnung/Verschluss
- 46
- Symbolpfeil für Befüllung
- 47
- Symbolpfeil für Entleerung
- 48
- Verbindung zwischen 28 und 29
- 49
- Geschwindigkeitsvektor von 52
- 49A
- Geschwindigkeitsvektor von 49
- 49B
- Geschwindigkeitsvektor von 49
- 50
- Geschwindigkeitspfeile der Schockfront 51
- 51
- Blastwelle/Schockfront von 3A
- 52
- P-Ladungs-Projektil von 3A
- 52A
- verformtes P-Ladungs-Projektil
- 52B
- verformtes P-Ladungs-Projektil
- 53
- äußere Schicht der seitlichen Minenschutzeinrichtung für 22
- 54
- innere Schicht der seitlichen Minenschutzeinrichtung für 22
- 55
- konkaves Minenschutzmodul vor 75
- 56
- Aufhängung/Dämpfung/Verbindung zwischen 23 und 24
- 57
- vorgehängtes Minenschutzmodul
- 58
- Aufhängevorrichtung für 57
- 59
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 60
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 61
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 62
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 63
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 64
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 65
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 66
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 67
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 68
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 69
- Hohlraum zwischen 32A und 61
- 70
- obere Minenschutzkammer von 62
- 71
- untere Minenschutzkammer von 62
- 72
- Beispiel für obere Abdeckung von 65
- 73
- Dämpfungs-/Verbindungselement zwischen 5 und 65
- 74
- Beispiel für untere Deckelgestaltung von 65
- 75
- nach innen gezogener (konvexer) Bodenbereich
- 76
- Dämpfung/Aufhängung zwischen 75 und 55
- 77
- Winkel zwischen Boden- und Minenschutzmodul
- 78
- Blast/Ausbreitungswelle
- 79
- Druckfeld durch die Blastbelastung in 6A
- 79A
- sich ausbreitendes Druckfeld durch die Blastbelastung in 6A
- 80
- P-Ladungs-Teller/Projektil
- 80A
- auftreffender P-Ladungs-Teller
- 80B
- umgeformter P-Ladungs-Teller
- 80C
- umgeformter P-Ladungs-Teller
- 81
- offenes Gehäuse (unten oder seitlich)
- 82
- Deckel
- 83
- Dichtung
- 84
- Dämpfungsschicht aus plastischen Verformungskörpern
- 85
- homogene Minenschutz-Platte
- 85A
- verformte Platte 85
- 86
- Fahrzeugseite von 85
- 87
- Aufhängung/Widerlager von 85
- 88
- Minenschutzplatte
- 89
- Aufhängung/Widerlager von 88
- 90
- vorgeschaltetes Liquid-Modul
- 91
- minenseitige Abdeckung/Abriebschicht 91
- 91A
- verformte Abriebschicht
- 92
- Beule
- 93
- aus 85 ausgestanzter Teller
- 94
- Vektor der Auftreffgeschwindigkeit von 52
- 95
- Vektor der Restgeschwindigkeit von 93 und 52
- 96
- in der Liquidschicht umgeformtes P-Ladungs-Projektil 52
- 97
- von 96 eingeschlossenes Liquid
- 98
- sich radial ausbreitendes Liquid des ursprünglichen Moduls 90
- 99
- Vektor der dynamischen Beule 92
- 100
- Flanken-Ablenkblech
- 100A
- Schutzkammer
- 101
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 102
- Beispiel für Minenschutzaufbau entsprechend der Erfindung
- 103
- untere Struktur der Liquidkammer 104
- 104
- Liquidkammer
- 105
- Zwischenraum zwischen der unteren Struktur 103
- 106
- Mehrschicht-Vorpanzerung
- 107
- Liquidkammer
- 108
- obere Struktur der Liquidkammer 107
- 109
- Zwischenraum zwischen der oberen Struktur 108
- 110
- in 67 eingebrachte Innenstruktur (flexibel/starr)
- 111
- Zwischenwand
- 112
- Verbindung
- 113
- Zwischenraum zwischen 38 und 39
- 114
- linkes Seitenmodul von 22
- 114A
- rechtes Seitenmodul von 22
- 115
- Ausblasöffnung von 114A
- 116
- Außenschutz vor 114
- 117
- linke Boden-Liquidkammer
- 118
- rechte Boden-Liquidkammer
- 119
- dicker liquider Bereichsschutz
- 120
- Vorhängegifiter/untergehängte Struktur
- 121
- Aufhängung für 120
- 122
- in 120 eingelegter Liquidschutz
- 122A
- in 120 eingelegter Behälter
- 123
- linke untere Schutzkammer von 131
- 124
- rechte untere Schutzkammer von 131
- 125
- Seitenkammer von 131
- 126
- Außenkontur von 125
- 127
- Radfahrzeug mit konvexer Unterbodenkontur
- 128
- Radfahrzeug mit vorgehängtem Minenschutzmodul
- 129
- Radfahrzeug mit bereichsabhängigem Schutz
- 130
- Radfahrzeug mit untergehängtem Minenschutz
- 131
- Radfahrzeug mit konkaver Unterbodenkontur
- 132
- Liquid-Schicht
- 133
- liquidgefüllte Schutzschicht
- 134
- liquidgefüllte Schutzschicht
- 135
- obere Minenschutzkammer- von 64
- 136
- obere Schutzplatte
- 137
- Druckfeld durch P-Ladungs-Projektil
- 137A
- Druckfeld durch P-Ladungs-Projektil
- 137B
- Druckfeld durch P-Ladungs-Projektil
- 138
- Innenstruktur von 35
- 139
- Flanken-Minenschutzmodul
- 140
- durch 77 gebildeter Hohlraum zwischen 22 und 26
- 141
- Schutzkammer
- 142
- konvexer Bodenbereich
- 143
- Aufhängevorrichtung für 120
- 143A
- Aufhängevorrichtung für 120
- 144
- Wannenseite/Radkasten
- 145
- Steg/Abtrennung
- 146
- Minenschutzkammer
- 147
- Körper mit großem plastischen Verformungsvermögen