(19)
(11) EP 1 848 537 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.01.2017  Patentblatt  2017/03

(21) Anmeldenummer: 06706692.8

(22) Anmeldetag:  07.02.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B02C 4/32(2006.01)
B02C 4/02(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2006/001038
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2006/084652 (17.08.2006 Gazette  2006/33)

(54)

ZWEIWALZENMASCHINE INSBESONDERE ZUR GUTBETTZERKLEINERUNG

TWIN-ROLL MACHINE, IN PARTICULAR FOR MATERIAL BED MILLING

MACHINE A DEUX CYLINDRES, EN PARTICULIER POUR LE BROYAGE D'UN LIT DE MATIERE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 10.02.2005 DE 102005006090

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
31.10.2007  Patentblatt  2007/44

(73) Patentinhaber: KHD Humboldt Wedag GmbH
51067 Köln (DE)

(72) Erfinder:
  • FRANGENBERG, Meinhard
    51515 Kürten-Engeldorf (DE)
  • SPLINTER, Christian
    50259 Pulheim (DE)
  • HAGEDORN, Alexander
    50259 Pulheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-93/13857
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 1997, Nr. 11, 28. November 1997 (1997-11-28) -& JP 09 192519 A (HITACHI CONSTR MACH CO LTD; NETSUKOO KK), 29. Juli 1997 (1997-07-29)
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Zweiwalzenmaschine zur Druckbehandlung körnigen Gutes, insbesondere Rollenpresse zur Gutbettzerkleinerung oder Kompaktierung bzw. Brikettierung, mit zwei drehbar gelagerten, gegenläufig angetriebenen und durch einen Walzenspalt voneinander getrennten Walzen, von denen wenigstens eine als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalze ausgebildet ist, wobei die Lagergehäuse mit ihren Unter- und Oberseiten auf Gleitbahnen von Maschinenkonsolen gelagert sind, mit Einsatz von Hydraulikzylindern zum Anpressen der einen Walze gegen die gegenüberliegende Walze.

[0002] Bei Walzenmühlen zur Durchführung der sogenannten Gutbettzerkleinerung werden die einzelnen Stücke bzw. Partikel des durch Reibung in den Walzenspalt eingezogenen Mahlgutes wie z. B. Zementrohmaterial, Zementklinker, Erze oder dergleichen in einem Gutbett, d. h. in einer zwischen den beiden Walzenoberflächen zusammengedrückten Materialschüttung bei Anwendung eines hohen Druckes gepresst und gegenseitig zerkleinert, wobei man statt von einer Walzenmühle auch von einer Rollenpresse spricht. Bei bisher bekannten Rollenpressen, z. B. DE 100 18 271 A1, ist eine der beiden Walzen als Festwalze ausgebildet, die sich direkt gegen ein Seitenteil des Maschinenrahmens abstützt, während sich die andere Walze als Loswalze an Hydraulikzylindern abstützt, mit denen der Walzenanpressdruck aufgebracht wird. Dabei müssen sich die Hydraulikzylinder, welche auf die Lagergehäuse der Loswalze drücken, an massiven Seitenteilen des Maschinenrahmens abstützen. Der Maschinenrahmen bildet ein in sich geschlossenes Kräftesystem, d. h. die im Betrieb der Rollenpresse auftretenden hohen radialen Walzenpresskräfte bzw. Mahlkräfte müssen vom in sich geschlossenen Maschinenrahmen aufgenommen werden, der dadurch schwergewichtig und teuer ist. Hinzu kommt, dass seitens der Betreiber solcher Gutbettzerkleinerungs-Rollenpressen der Bedarf besteht, zu Reparaturzwecken etc. die Walzen in möglichst einfacher und schneller Weise ausbauen und wieder einbauen zu können, wozu der schwergewichtige Maschinenrahmen zerlegt und/oder auseinandergeklappt werden musste, um die Walzen zu ihrer Auswechselung zugänglich zu machen.

[0003] In der japanischen Offenlegungsschrift JP-H-09192519 wird eine Zweiwalzenmaschine mit drehbar gelagerten, gegenläufige angetriebenen und durch einen Walzenspalt voneinander getrennten Walzen offenbart. Die Lagergehäuse sind mit ihren Unter- und Oberseiten auf Gleitbahnen gelagert. Dabei weist die Zweiwalzenmaschine Hydraulikzylinder zum Anpressen der Walzen auf, die so angeordnet sind, dass sie dabei an den Lagergehäusen beider Walzen angreifen. Die Konstruktion ist nur mit einem hohen Gewicht der für die Übertragung der Hydraulikkraft notwendigen Lenker oder Hebel möglich.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zweiwalzenmaschine insbesondere Rollenpresse der oben genannten Art so zu konzipieren, dass der Maschinenrahmen einfach und leichtgewichtig zu bauen ist und eine einfache Montage und Demontage der Walzen ermöglicht.

[0005] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einer Zweiwalzenmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und 2 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0006] Bei der erfindungsgemäßen Zweiwalzenmaschine insbesondere Rollenpresse zur Gutbettzerkleinerung stützen sich die Hydraulikzylinder, mit denen die Walzenpresskraft zur Druckbeanspruchung des im Walzenspalt befindlichen zu zerkleinernden Gutes aufgebracht wird, nicht an einem schwergewichtigen Maschinenrahmen ab, sondern die Hydraulikzylinder sind so angeordnet, dass sie jeweils sowohl an den Lagergehäusen der einen Walze als auch an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen der anderen Walze angreifen unter Bildung eines in sich geschlossenen Mahlpresskräftesystems, so dass ein geschlossener mit den Walzenpresskräften belasteter Maschinenrahmen entbehrlich wird. Das heißt also, dass die radialen Mahlkräfte direkt über die sich jeweils gegenüberliegenden miteinander verbundenen Lagergehäuse beider Walzen aufgenommen werden. Dabei können nach einer ersten Variante der Erfindung die Hydraulikzylinder quer zum Walzenspalt zwischen den jeweils einander gegenüberliegenden Lagergehäusen der Walzen angeordnet sein, und zwar als Zugzylinder, welche die gegenüberliegenden Lagergehäuse und damit die beiden Mahlwalzen zusammenziehen. Bei dieser Lösung bilden die Hydraulik-Zugzylinder zusammen mit den Lagergehäusen ein in sich geschlossenes Kräftesystem, das einen schwergewichtigen Maschinenrahmen überflüssig macht. Als Maschinenrahmen genügen im wesentlichen Maschinenkonsolen mit Gleitbahnen, auf denen die Lagergehäuse mit ihren Unter- und Oberseiten gleitbar abgestützt sind und die in der Lage sind, im Walzenbetrieb auftretende axiale Kräfte aufzunehmen.

[0007] Gemäß einer zweiten Variante der Erfindung können die Hydraulikzylinder statt Zugzylinder aber auch Druckzylinder sein, die an den Lagergehäusen der einen Walze an deren dem Walzenspalt abgewandten Außenseiten andrückbar sind und die ihre Presskräfte über quer zum Walzenspalt liegende Zugstangen auf die jeweils gegenüberliegenden Lagergehäuse der anderen Walze übertragen. Bei dieser Lösung bilden die Hydraulik-Druckzylinder und die Lagergehäuse zusammen mit den Zugstangen wiederum das in sich geschlossene Kräftesystem zur Aufnahme der radialen Mahlkräfte.

[0008] Die erfindungsgemäße Zweiwalzenmaschine ist im Prinzip jedenfalls zur Seite hin offen. Im Überlastungsfall notwendige Ausweichbewegungen der Loswalze bzw. der Loswalzen werden nicht behindert. Da schwergewichtige Endstücke des Maschinenrahmens entfallen, können die Walzen z. B. anlässlich einer Reparatur ohne langwierige Zerlegung des Maschinenrahmens ausgewechselt, d. h. demontiert und montiert werden.

[0009] Sind die Hydraulikzylinder jeweils als doppelt wirkende Zylinder ausgebildet, können sie nicht nur zum Aufbringen der Walzenpresskraft, sondern bei umgekehrter Druckmediumbeaufschlagung auch zum Auseinanderfahren der beiden Walzen eingesetzt werden.

[0010] Mit besonderem Vorteil können beide Walzen als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalzen ausgebildet sein, wodurch beide Walzen gleichermaßen belastet werden und ein gleichmäßiger Verschleiß der Walzenoberflächen entsteht. Beide Walzen können von an den Maschinenkonsolen befestigten Positionierungs-Zylindern gehalten sein, die den Walzenspalt hin zur Maschinenmitte zentrieren können. Zum Zwecke des Zentrierens, aber auch zum voneinander unabhängigen Fahren beider Walzen besteht auch die Möglichkeit, die Arbeits-Hydraulikzylinder als Doppelkolben-Hydraulikzylinder auszubilden mit zwei unabhängig voneinander mit Druckmedium beaufschlagbaren Arbeitsräumen und Kolben, die an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen angreifen.

[0011] Die beiden Lagergehäuse einer der beiden Mahlwalzen können mit ihren dem Walzenspalt abgewandten Außenseiten aber auch über Verbindungselemente wie z. B. Lenker an einem Maschinenrahmenteil wie z. B. Konsolen angelenkt sein, so dass diese Walze dann die Festwalze wird. Diese Lenker liegen außerhalb des in sich geschlossenen Mahlpresskräftesystems und sie verhindern wiederum lediglich ein seitliches Verrutschen der beiden Walzen samt Lagergehäusen auf ihren Gleitbahnen der Maschinenkonsolen.

[0012] Die Erfindung und deren weitere Merkmale und Vorteile werden anhand der in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.

[0013] Es zeigt:
Fig. 1:
die Stirnansicht auf eine erste Variante der erfindungsgemäßen Zweiwalzenmaschine wie z. B. Rollenpresse,
Fig. 2:
die Stirnansicht der Fig. 1 mit zur rechten Seite herausgezogener Walze,
Fig. 3:
die Seitenansicht auf Fig. 1, und
Fig. 4:
die Stirnansicht auf eine zweite Variante der Anordnung der Lagergehäuse und Hydraulikzylinder zum Aufbringen der Walzenpresskraft.


[0014] Die Rollenpresse nach Fig. 1 hat keinen in sich geschlossenen Maschinenrahmen zur Aufnahme der Walzenpresskräfte mehr, sondern der Rahmen besteht im wesentlichen nur noch aus zwei beabstandeten quer zum Walzenspalt liegenden Konsolen 10, deren Oberseiten ebene Gleitbahnen aufweisen. Beide drehbar gelagerten, gegenläufig angetriebenen und durch den Walzenspalt voneinander getrennten Walzen 11, 12 sind im Ausführungsbeispiel als quer zum Walzenspalt bewegliche Walzen ausgebildet. Beide Walzen 11, 12 sind an ihren beiden Enden in Lagergehäusen 13 und 14 gelagert, die mit ihren Unter- und Oberseiten auf den Gleitbahnen der Konsolen 10, 10a gelagert sind.

[0015] Beide Walzen 11 und 12 können mit ihren Lagergehäusen 13 und 14 auf den Gleitbahnen der Konsolen 10 quer zum Walzenspalt translatorisch hin- und hergleiten. Die obere Gleitbahnführung der Lagergehäuse 13, 14 ist mit der Ziffer 10a angezeigt. Das Verbindungselement zwischen oberer und unterer Konsole 10, 10a ist in Fig. 3 mit der Ziffer 10b angezeigt. Die Walzenpresskraft zur Druckbeanspruchung des im Walzenspalt befindlichen zu zerkleinernden Gutes wird nach dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 von insgesamt vier Hydraulikzylindern aufgebracht, von denen in der Stirnansicht der Fig. 1 die beiden Hydraulikzylinder 15 und 16 zu sehen sind, welche die einander gegenüberliegenden vorderen Lagergehäuse 13 und 14 unmittelbar miteinander verbinden. Das heißt, wie auch aus Fig. 3 hervorgeht, beide Enden 17 und 18 des oberen Hydraulikzylinders 15 sind als Gelenklager, genauso beim unteren Hydraulikzylinder 16, an bzw. in den jeweils einander gegenüberliegenden Lagergehäusen 13 und 14 angelenkt. Anstelle der beiden Hydraulikzylinder 15, 16 könnte auch nur ein einziger zentraler Hydraulikzylinder pro Walzenstirnseite angeordnet sein.

[0016] Nach Fig. 1 sind die Hydraulikzylinder 15, 16 so angeordnet, dass sie jeweils sowohl an den Lagergehäusen 14 der einen Walze 12 als auch an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen 13 der anderen Walze 11 angreifen unter Bildung eines in sich geschlossenen Mahlpresskräftesystems, so dass ein mit den Walzenpresskräften belasteter schwergewichtiger Maschinenrahmen entbehrlich wird. Bei entgegengesetzter Druckmittelbeaufschlagung der Hydraulikzugzylinder 15, 16, wenn diese also doppelt wirkende Zylinder ausgebildet sind, können die Zylinder auch zum Auseinanderfahren der beiden Walzen eingesetzt werden.

[0017] Fig. 2 zeigt, wie sich z. B. die rechte Walze 11 samt Lagergehäusen 13 zur rechten Seite hin ohne Behinderung durch einen Maschinenrahmen auf den Konsolen 10 herausziehen lässt.

[0018] Damit das zwischen den jeweilig sich gegenüberliegenden Lagergehäusen 13, 14 bildende in sich geschlossene Mahlpresskräftesystem auf den Gleitbahnen der Konsolen 10 nicht seitlich verrutschen kann, sind die Walzen von Positionierungs-Zylindern 20 gehalten, die an den Maschinenkonsolen 10 befestigt sind und die an den Zylinderrohren der Hydraulikzylinder 16 oder an einem anderen geeigneten Bauteil des Systems angreifen, um durch Betätigung der PositionierungsZylinder 20 das System zur Maschinenmitte hin zentrieren zu können, auch während des Maschinenbetriebes. Die eine Steuerfunktion übernehmenden Positionierungszylinder 20 können gleichzeitig hydropneumatische Dämpfungskomponenten zur Dämpfung der im Maschinenbetrieb entstehenden Schwingungen und Stöße sein.

[0019] Da die Lagergehäuse 13, 14 auf der belasteten Seite frei sind, kann die Lagergehäuseform so gestaltet werden, dass eine optimale Lastverteilung auf das im jeweiligen Lagergehäuse eingebaute Wälzlager gewährleistet ist.

[0020] Bei der Variante der Fig. 4 sind die Hydraulikzylinder als flache Druckzylinder 22 ausgebildet, die an den Lagergehäusen 14 der einen Walze 12 an deren dem Walzenspalt abgewandten Außenseiten andrückbar sind und die ihre Presskräfte über quer zum Walzenspalt liegende Zugstangen 23, 24 auf die jeweils gegenüberliegenden Lagergehäuse 13 der anderen Walze 11 übertragen. Dabei stützen sich die flachen Druckzylinder 22 jeweils an einer Traverse 25 ab, die an den äußeren Enden der Zugstangen 23, 24 angelenkt ist, deren innere Enden wiederum am jeweils gegenüberliegenden Lagergehäuse 13 der anderen Walze 11 angelenkt sind. Auch bei dieser Variante der Erfindung entfällt ein Maschinenrahmen, der die Walzenpresskräfte aufnehmen müsste.


Ansprüche

1. Zweiwalzenmaschine zur Druckbehandlung körnigen Gutes, insbesondere Rollenpresse zur Gutbettzerkleinerung oder Kompaktierung bzw. Brikettierung, mit zwei drehbar gelagerten, gegenläufig angetriebenen und durch einen Walzenspalt voneinander getrennten Walzen (11, 12), von denen wenigstens eine als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalze (12) ausgebildet ist, wobei die Lagergehäuse (13, 14) mit ihren Unter- und Oberseiten auf Gleitbahnen von Maschinenkonsolen (10, 10a) gelagert sind, mit Einsatz von Hydraulikzylindern zum Anpressen der einen Walze (12) gegen die gegenüberliegende Walze (11), wobei die Hydraulikzylinder (15, 16, 22) so angeordnet sind, dass sie jeweils sowohl an den Lagergehäusen (14) der einen Walze (12) als auch an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen (13) der anderen Walze (11) angreifen unter Bildung eines in sich geschlossenen Mahlpresskräftesystems ohne geschlossenen mit den radialen Walzenpresskräften belasteten Maschinenrahmen
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hydraulikzylinder Druckzylinder (22) sind, die an den Lagergehäusen (14) der einen Walze (12) an deren dem Walzenspalt abgewandten Außenseiten andrückbar sind und die ihre Presskräfte über quer zum Walzenspalt liegende Zugstangen (23, 24) auf die jeweils gegenüberliegenden Lagergehäuse (13) der anderen Walze (11) übertragen.
 
2. Zweiwalzenmaschine zur Druckbehandlung körnigen Gutes, insbesondere Rollenpresse zur Gutbettzerkleinerung oder Kompaktierung bzw. Brikettierung, mit zwei drehbar gelagerten, gegenläufig angetriebenen und durch einen Walzenspalt voneinander getrennten Walzen (11, 12), von denen wenigstens eine als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalze (12) ausgebildet ist, wobei die Lagergehäuse (13, 14) mit ihren Unter- und Oberseiten auf Gleitbahnen von Maschinenkonsolen (10, 10a) gelagert sind, mit Einsatz von Hydraulikzylindern zum Anpressen der einen Walze (12) gegen die gegenüberliegende Walze (11), wobei die Hydraulikzylinder (15, 16, 22) so angeordnet sind, dass sie jeweils sowohl an den Lagergehäusen (14) der einen Walze (12) als auch an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen (13) der anderen Walze (11) angreifen unter Bildung eines in sich geschlossenen Mahlpresskräftesystems ohne geschlossenen mit den radialen Walzenpresskräften belasteten Maschinenrahmen
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arbeits-Hydraulikzylinder (15, 16, 22) als Doppelkolben-Hydraulikzylinder ausgebildet sind mit zwei unabhängig voneinander mit Druckmedium beaufschlagbaren Arbeitsräumen und Kolben, die an den jeweils gegenüberliegenden Lagergehäusen (13, 14) angreifen.
 
3. Zweiwalzenmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hydraulikzylinder Zugzylinder (15, 16) sind, die quer zum Walzenspalt zwischen den jeweils einander gegenüberliegenden Lagergehäusen (13, 14) der Walzen (11 und 12) angeordnet sind.
 
4. Zweiwalzenmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hydraulikzylinder (15, 16, 22) jeweils als doppelt wirkende Zylinder ausgebildet und auch zum Auseinanderfahren der beiden Walzen (11, 12) einsetzbar sind.
 
5. Zweiwalzenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Walzen (12, 11) als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalzen ausgebildet sind.
 
6. Zweiwalzenmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Walzen (12, 11) von an den Maschinenkonsolen (10) befestigten Positionierungs-Zylindern (20) gehalten sind, die den Walzenspalt hin zur Maschinenmitte zentrieren.
 
7. Zweiwalzenmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lagergehäuse der einen Walze als Festwalze über Lenker an einem Maschinenrahmenteil wie z. B. den Konsolen (10) angelenkt sind.
 


Claims

1. Twin-roller machine for the pressure treatment of granular material, in particular roll press for comminuting a bed of material or compacting or briquetting it, with two rotatably mounted, counterrotationally driven rollers (11, 12) which are separated from each other by a roller nip and of which at least one is designed as a loose roller (12) moveable transversely with respect to the roller nip, the bottom and top sides of the bearing housings (13, 14) being mounted on slideways of machine consoles (10, 10a), with hydraulic cylinders being used for pressing one roller (12) against the opposite roller (11), wherein the hydraulic cylinders (15, 16, 22) are arranged in such a manner that they act in each case both on the bearing housings (14) of one roller (12) and on the respectively opposite bearing housings (13) of the other roller (11) with a self-contained system of milling pressing forces being formed without a closed machine frame loaded by the radial roller pressing forces, characterized in that the hydraulic cylinders are pressure cylinders (22) which can be pressed against the bearing housings (14) of one roller (12), on the outer sides thereof that face away from the roller nip, and which transmit their pressing forces via connecting rods (23, 24), which are situated transversely with respect to the roller nip, to the respectively opposite bearing housings (13) of the other roller (11).
 
2. Twin-roller machine for the pressure treatment of granular material, in particular roll press for comminuting a bed of material or compacting or briquetting it, with two rotatably mounted, counterrotationally driven rollers (11, 12) which are separated from each other by a roller nip and of which at least one is designed as a loose roller (12) moveable transversely with respect to the roller nip, the bottom and top sides of the bearing housings (13, 14) being mounted on slideways of machine consoles (10, 10a), with hydraulic cylinders being used for pressing one roller (12) against the opposite roller (11), wherein the hydraulic cylinders (15, 16, 22) are arranged in such a manner that they act in each case both on the bearing housings (14) of one roller (12) and on the respectively opposite bearing housings (13) of the other roller (11) with a self-contained system of milling pressing forces being formed without a closed machine frame loaded by the radial roller pressing forces, characterized in that the working hydraulic cylinders (15, 16, 22) are designed as double piston hydraulic cylinders with two working spaces, which can be acted upon with pressure medium independently of each other, and pistons which act on the respectively opposite bearing housings (13, 14).
 
3. Twin-roller machine according to Claim 2, characterized in that the hydraulic cylinders are pulling cylinders (15, 16) which are arranged transversely with respect to the roller nip between the respectively mutually opposite bearing housings (13, 14) of the rollers (11 and 12).
 
4. Twin-roller machine according to Claim 2, characterized in that the hydraulic cylinders (15, 16, 22) are in each case designed as double-action cylinders and can also be used for moving the two rollers (11, 12) apart.
 
5. Twin-roller machine according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the two rollers (12, 11) are designed as loose rollers moveable transversely with respect to the roller nip.
 
6. Twin-roller machine according to Claim 5, characterized in that the two rollers (12, 11) are held by positioning cylinders (20) which are fastened to the machine consoles (10) and centre the roller nip towards the centre of the machine.
 
7. Twin-roller machine according to Claim 1 or 2, characterized in that the bearing housings of one roller as the fixed roller are coupled to a machine frame part, such as, for example, the consoles (10), via rods.
 


Revendications

1. Machine à deux cylindres pour le traitement sous pression de matière granuleuse, en particulier presse à rouleaux pour le broyage d'un lit de matière ou pour le compactage ou le briquetage, comprenant deux cylindres (11, 12) supportés à rotation, entraînés en sens contraire et séparés l'un de l'autre par une fente de cylindres, dont au moins l'un est réalisé en tant que cylindre libre (12) déplaçable transversalement à la fente de cylindres, les logements de palier (13, 14) étant supportés avec leurs côtés inférieur et supérieur sur des pistes de glissement de consoles de machine (10, 10a), avec l'utilisation de vérins hydrauliques pour le pressage d'un cylindre (12) contre le cylindre opposé (11), les vérins hydrauliques (15, 16, 22) étant disposés de telle sorte qu'ils s'engagent à la fois au niveau des logements de palier (14) de l'un des cylindres (12) et au niveau des logements de palier (13) respectivement opposés de l'autre cylindre (11) en formant un système de forces de pression de broyage fermé en soi sans cadre de machine sollicité par les forces de pressage de cylindres radiales,
caractérisée en ce que
les vérins hydrauliques sont des vérins de pression (22) qui peuvent être pressés contre les logements de palier (14) de l'un des cylindres (12) au niveau de leurs côtés extérieurs opposés à la fente de cylindres et qui transmettent leurs forces de pressage par le biais de tiges de traction (23, 24) situées transversalement à la fente de cylindres aux logements de palier respectivement opposés (13) de l'autre cylindre (11).
 
2. Machine à deux cylindres pour le traitement sous pression de matière granuleuse, en particulier presse à rouleaux pour le broyage d'un lit de matière ou pour le compactage ou le briquetage, comprenant deux cylindres (11, 12) supportés à rotation, entraînés en sens contraire et séparés l'un de l'autre par une fente de cylindres, dont au moins l'un est réalisé en tant que cylindre libre (12) déplaçable transversalement à la fente de cylindres, les logements de palier (13, 14) étant supportés avec leurs côtés inférieur et supérieur sur des pistes de glissement de consoles de machine (10, 10a), avec l'utilisation de vérins hydrauliques pour le pressage d'un cylindre (12) contre le cylindre opposé (11), les vérins hydrauliques (15, 16, 22) étant disposés de telle sorte qu'ils s'engagent à la fois au niveau des logements de palier (14) de l'un des cylindres (12) et au niveau des logements de palier (13) respectivement opposés de l'autre cylindre (11) en formant un système de forces de pression de broyage fermé en soi sans cadre de machine sollicité par les forces de pressage de cylindres radiales,
caractérisée en ce que
les vérins hydrauliques de travail (15, 16, 22) sont réalisés sous forme de vérins hydrauliques à double piston avec deux espaces de travail pouvant être sollicités avec un fluide sous pression indépendamment l'un de l'autre, et deux pistons qui s'engagent au niveau des logements de palier respectivement opposés (13, 14).
 
3. Machine à deux cylindres selon la revendication 2,
caractérisée en ce que
les vérins hydrauliques sont des vérins de traction (15, 16) qui sont disposés transversalement à la fente de cylindres entre les logements de palier respectivement opposés l'un à l'autre (13, 14) des cylindres (11 et 12).
 
4. Machine à deux cylindres selon la revendication 2,
caractérisée en ce que
les vérins hydrauliques (15, 16, 22) sont à chaque fois réalisés sous forme de vérins à double action et peuvent également être utilisés pour écarter l'un de l'autre les deux cylindres (11, 12).
 
5. Machine à deux cylindres selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que
les deux cylindres (12, 11) sont réalisés sous forme de cylindres libres déplaçables transversalement à la fente de cylindres.
 
6. Machine à deux cylindres selon la revendication 5,
caractérisée en ce que
les deux cylindres (12, 11) sont retenus par des vérins de positionnement (20) fixés aux consoles de machine (10), lesquels centrent la fente de cylindres vers le centre de la machine.
 
7. Machine à deux cylindres selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
les logements de palier de l'un des cylindres sont articulés sous forme de cylindres fixes par le biais de bras oscillants à une partie de cadre de machine comme par exemple les consoles (10).
 




Zeichnung

















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente