[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Ablaufanlage sowie eine
Steuereinrichtung für eine solche Ablaufanlage gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen
Verfahrensanspruchs 1 bzw. des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs 8 (siehe zum Beispiel
die
DE 28 52 784 A1).
[0002] In rangiertechnischen Ablaufanlagen werden Wagen oder Wagengruppen, die auch als
Abläufe bezeichnet werden, unter Nutzung der auf die Abläufe wirkenden Schwerkraft
aus einem Berggleis in unterschiedliche Richtungsgleise sortiert. Im Sinne der Effizienz
und Zuverlässigkeit erfolgt hierbei üblicherweise eine weitgehende Automatisierung
des Betriebs der Ablaufanlage. Ein zu diesem Zwecke geeignetes automatisches Steuerungssystem
ist beispielsweise aus der Firmenveröffentlichung "Automatisierungssystem für Zugbildungsanlagen
MSR32 - Mehr Effizienz und Sicherheit im Güterverkehr", Bestell-Nr.: A19100-V100-B898-V1,
Siemens AG 2010 bekannt. Dabei erfolgt eine automatische Geschwindigkeitsbeeinflussung
der Abläufe durch eine entsprechende Steuerung einer Talbremse derart, dass die Einlaufgeschwindigkeit
der Abläufe in die nächste Bremsstaffel in Form einer Richtungsgleisbremse einen ersten
Schwellenwert nicht überschreitet. Hierdurch wird sichergestellt, dass durch die am
Anfang des jeweiligen Richtungsgleises angeordnete Richtungsgleisbremse unter allen
in der Praxis üblicherweise auftretenden Umständen ein ausreichendes Abbremsen der
Abläufe möglich ist.
[0003] Ein Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage (sowie eine entsprechende
Steuereinrichtung für eine solche Ablaufanlage), bei dem eine Talbremse derart gesteuert
wird, dass Abläufe eine Richtungsgleisbremse eines Richtungsgleises mit einer einen
Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreichen, ist z.B. aus der o.g.,
gattungsbildenden
DE 28 52 784 A1 bekannt. Weitere Verfahren bzw. Steuereinrichtungen sind aus der
DE 30 05 675 A1 oder auch der
DE 11 66 811 A bekannt.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben
einer rangiertechnischen Ablaufanlage anzugeben, das eine noch weitergehende Automatisierung
des Betriebs der Ablaufanlage und hiermit verbunden letztlich eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit
derselben ermöglicht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren
zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage, wobei in einem ersten Betriebsmodus
eine Talbremse derart gesteuert wird, dass Abläufe in Form von ablaufenden Wagen oder
Wagengruppen eine Richtungsgleisbremse eines Richtungsgleises mit einer einen ersten
Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreichen, dadurch gekennzeichnet,
dass aus dem ersten Betriebsmodus in einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird,
sofern für einen Ablauf ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises
ermittelt wird, und in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse derart gesteuert wird,
dass der Ablauf das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse mit einer
einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht.
[0005] Gemäß dem ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird somit in einem ersten
Betriebsmodus eine Talbremse derart gesteuert, dass die Abläufe die Richtungsgleisbremse
des jeweiligen Richtungsgleises mit einer einen ersten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen. Ausgehend von diesem ersten Betriebsmodus erfolgt nun gemäß
dem zweiten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Umschaltung in einen zweiten
Betriebsmodus für den Fall, dass für einen Ablauf ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse
des Richtungsgleises ermittelt wird. Dies bedeutet, dass bereits bevor der Ablauf
die Talbremse tatsächlich erreicht, erkannt wird, dass der Ablauf die Richtungsgleisbremse
planmäßig zumindest nicht vollständig durchlaufen wird. Dies hat zur Folge, dass bezogen
auf den betreffenden Ablauf die Bremsleistung der Richtungsgleisbremse nicht oder
zumindest nicht vollumfänglich für ein Abbremsen des Ablaufs zur Verfügung steht.
[0006] Konkret tritt der zuvor beschriebene Fall in der Praxis dann auf, wenn das betreffende
Richtungsgleis bereits bis an die Richtungsgleisbremse heran mit Wagen gefüllt ist,
wobei zwischen den einzelnen Wagen oder Wagengruppen Lücken vorhanden sein können.
Bei einem entsprechenden Füllungsgrad eines Richtungsgleises kann bei herkömmlichen
Betriebsverfahren von Ablaufanlagen die geforderte Rangierqualität, das heißt insbesondere
die Vermeidung einer unzulässig hohen Aufprallgeschwindigkeit der Abläufe auf stehende
Wagen, nicht mehr gewährleistet werden. In dieser Situation besteht nun bislang grundsätzlich
die Möglichkeit, weitere für das Richtungsgleis bestimmte Abläufe durch freies Rangieren
des gesamten Zuges, der noch am Berg steht, manuell in den betreffenden Bereich zu
fahren. Alternativ hierzu ist es auch denkbar, dass durch einen Betriebsmitarbeiter
die Handbremse der betreffenden Wagen manuell betätigt wird und auf diese Weise der
Wagen handgebremst ablaufen gelassen wird. In beiden Fällen ergeben sich jedoch erhebliche
Verzögerungen und Behinderungen des Ablaufbetriebs. In Bezug auf eine mögliche manuelle
Bremsung der Wagen ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass eine entsprechende
Vorgehensweise insbesondere in Bezug auf neuere Güterwagen regelmäßig bereits daran
scheitert, dass die zu bremsenden Wagen keine Handbremse aufweisen.
[0007] Um nun eine Fortsetzung des automatischen Ablaufbetriebes auch bei einer Überfüllung
des Richtungsgleises dahingehend, dass das Laufziel eines Ablaufs in oder auch vor
der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises liegt, zu ermöglichen, wird gemäß dem
dritten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens die Talbremse in dem zweiten Betriebsmodus
derart gesteuert, dass der Ablauf das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse
mit einer einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht.
Dies bedeutet, dass in dem zweiten Betriebsmodus im Unterschied zum ersten Betriebsmodus
die Steuerung der Talbremse derart erfolgt, dass bezogen auf das jeweilige Laufziel
und nicht bezogen auf die jeweilige Richtungsgleisbremse gebremst wird.
[0008] Des Weiteren erfolgt die Steuerung der Talbremse beziehungsweise die Geschwindigkeitsbeeinflussung
des Ablaufs durch die Talbremse hierbei derart, dass der Ablauf das ermittelte Laufziel
mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht. Hierbei
kann der zweite Schwellenwert typischerweise bei ca. 1,5 m/s liegen, da es sich hierbei
um eine übliche Zielgeschwindigkeit für den Aufprall eines Ablaufs auf einen stehenden
Wagen handelt. Hingegen wird der erste Schwellenwert im ersten Betriebsmodus typischerweise
bei ca. 4 m/s liegen, da dies ein in der Praxis üblicher Wert für eine zulässige Einlaufgeschwindigkeit
in eine Richtungsgleisbremse ist.
[0009] Entsprechend den vorstehenden Ausführungen zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren
somit bereits dadurch aus, dass ein automatischer Betrieb der Ablaufanlage auch für
den Fall zugelassen wird, dass ein Richtungsgleis in die jeweilige Richtungsgleisbremse
hinein oder über diese hinaus befüllt wird. Nicht nur wird eine Belegung beziehungsweise
Nutzung dieses Bereiches überhaupt zugelassen, sondern darüber hinaus wird durch das
Umschalten aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus und die geänderte
Steuerung der Talbremse in dem zweiten Betriebsmodus weiterhin ein automatisierter
Betrieb der Ablaufanlage ermöglicht. Im Ergebnis führt dies dazu, dass mittels der
Ablauf- beziehungsweise Zugbildungsanlage auch solche Züge in automatisierter Form
gebildet werden können, deren Länge die Nutzlänge des jeweiligen Richtungsgleises
überschreitet, so dass sich die durch die einzelnen Abläufe gebildete Wagensäule in
den Bereich der Richtungsgleisbremse oder auch in den Bereich vor der Richtungsgleisbremse,
das heißt zwischen Talbremse und Richtungsgleisbremse, hinein erstreckt. Dadurch,
dass hierbei weiterhin die erforderliche Rangierqualität sichergestellt wird, wird
letztlich eine generelle Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Ablaufanlage und damit
verbunden eine Verbesserung der Effizienz des Ablaufbetriebes erzielt.
[0010] Es sei darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemäße Verfahren in der Regel dahingehend
spezifisch für das jeweilige Richtungsgleis durchgeführt werden wird, dass eine Umschaltung
aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus spezifisch für das jeweilige
Richtungsgleis erfolgt. Dies bedeutet, dass für ein vollständig gefülltes Richtungsgleis
bestimmte Abläufe derart behandelt werden, dass gemäß dem zweiten Betriebsmodus die
Talbremse derart gesteuert wird, dass der Ablauf das ermittelte Laufziel in oder vor
der Richtungsgleisbremse mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit
erreicht. Hingegen werden solche Abläufe, die für ein anderes, noch nicht vollständig
gefülltes Richtungsgleis bestimmt sind, weiterhin gemäß dem ersten Betriebsmodus derart
behandelt, dass die Talbremse derart gesteuert wird, dass die Abläufe die jeweilige
Richtungsgleisbremse mit einer den ersten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit
erreichen.
[0011] Weiterhin sei angemerkt, dass die Talbremse sowie die Richtungsgleisbremse jeweils
für sich als einzelnes Bremselement oder auch in Form mehrerer Bremselemente, das
heißt als Bremsstaffel, ausgebildet sein können.
[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus umgeschaltet, sofern
für den Ablauf unter Berücksichtigung einer Gleisfüllstandsprognose und/oder einer
Zerlegeliste ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises
ermittelt wird. Dies bietet den Vorteil, dass ein Überfüllen des jeweiligen Richtungsgleises
in einen in und/vor der Richtungsgleisbremse gelegenen Gleisbereich hinein frühzeitig
erkennbar ist. Hierdurch wird eine rechtzeitige Umschaltung aus dem ersten Betriebsmodus
in den zweiten Betriebsmodus der Ablaufanlage gewährleistet. Dabei kann die Gleisfüllstandsprognose
insbesondere auch Messinformationen von in dem Richtungsgleis oder im Bereich des
Richtungsgleises angebrachten Sensoren berücksichtigen. Bei entsprechenden Sensoren
kann es sich beispielsweise um Gleisstromkreise zur Gleisfreilängenmessung, Radsensoren
zum Ermitteln des Belegungszustands von Gleisabschnitten oder auch Radarsensoren zur
Abstandsmessung handeln. Die Zerlegeliste wird üblicherweise von einem Dispositionssystem
bereitgestellt und kann neben Angaben zu dem Ziel des jeweiligen Ablaufs beziehungsweise
zu dem Richtungsgleis, in dem der jeweilige Ablauf bereitzustellen ist, beispielsweise
auch Informationen zu Typ und Länge der einzelnen Wagen beinhalten. Insbesondere aus
einer Kombination der Gleisfüllstandsprognose mit Informationen der Zerlegeliste kann
somit vergleichsweise präzise und frühzeitig eine Überfüllung beziehungsweise sich
abzeichnende Überfüllung des Richtungsgleises erkannt werden.
[0013] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße
Verfahren derart ausgestaltet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse derart
gesteuert wird, dass die Abläufe auf eine im Vergleich zum ersten Betriebsmodus niedrigere
Auslaufgeschwindigkeit aus der Talbremse abgebremst werden. Grundsätzlich ist die
Steuerung der Talbremse im zweiten Betriebsmodus darauf ausgerichtet, sicherzustellen,
dass der jeweilige Ablauf das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse
mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht. Im
Vergleich zum ersten Betriebsmodus hat dies für Abläufe mit vergleichbaren Laufeigenschaften
in der Regel jedoch unmittelbar zur Folge, dass im zweiten Betriebsmodus die Auslaufgeschwindigkeit
aus der Talbremse niedriger ist als im ersten Betriebsmodus. So wird die Geschwindigkeit
der Abläufe im Bereich hinter der Talbremse im zweiten Betriebsmodus in der Regel
bei ca. 1,5 m/s bis ca. 2 m/s liegen, während im ersten Betriebsmodus die Geschwindigkeit
der Abläufe in diesem Bereich in der Regel zumindest ca. 3,5 m/s betragen wird.
[0014] Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart ausgestaltet sein,
dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse derart gesteuert wird, dass weitere
für das Richtungsgleis bestimmte Abläufe ein spezifisch für den jeweiligen weiteren
Ablauf ermitteltes Laufziel mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen. Dies bedeutet, dass in dem zweiten Betriebsmodus spezifisch
für jeden Ablauf ein Laufziel ermittelt und dieses Laufziel bei der Steuerung der
Talbremse berücksichtigt wird. Dabei "wandert" das Laufziel, das auch als Zielpunkt
bezeichnet werden kann, durch ein Ablaufen weiterer für das Richtungsgleis bestimmter
Abläufe immer weiter in Richtung des Ablaufberges, das heißt in Richtung der Talbremse.
Hierbei kann das jeweilige Laufziel beispielsweise dadurch ermittelt werden, dass
ausgehend von einer Gleisfüllstandsprognose des Richtungsgleises beziehungsweise der
Information, dass dieses bis zur Richtungsgleisbremse belegt ist, die Längen nachfolgender
Abläufe aufsummiert werden und somit spezifisch beziehungsweise individuell für jeden
weiteren für das betreffende Richtungsgleis bestimmten Ablauf das Laufziel berechnet
wird.
[0015] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Verfahren weiterhin derart ausgeführt, dass
in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse unter Berücksichtigung von für den jeweiligen
Ablauf spezifischen Ablaufdaten gesteuert wird. Dies ist vorteilhaft, da spezifische
Ablaufdaten, wie beispielsweise das Gewicht oder der Rollwiderstand eines Ablaufes,
in dem zweiten Betriebsmodus bei ihrer Berücksichtigung eine besonders exakte und
zuverlässige Steuerung der Talbremse und damit letztlich der gesamten Ablaufanlage
ermöglichen.
[0016] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung ist das erfindungsgemäße
Verfahren derart ausgestaltet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Ablaufanlage
derart gesteuert wird, dass ein Ablauf, der auf einen Ablauf folgt, für den ein Laufziel
in oder vor der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises ermittelt worden ist, auf
diesen Ablauf einen räumlichen und/oder einen zeitlichen Mindestabstand einhält. Entsprechend
den vorstehenden Ausführungen werden in dem zweiten Betriebsmodus für das betreffende
Richtungsgleis bestimmte Abläufe in der Regel im Bereich hinter der Talbremse eine
geringere Geschwindigkeit aufweisen als solche Abläufe, die für ein anderes, nicht
bereits vollständig gefülltes Richtungsgleis bestimmt sind. Um ein unzulässiges Auftreffen
aufeinanderfolgender Abläufe, etwa in Form so genannter Eckstöße, zuverlässig zu vermeiden,
ist es somit erforderlich, die Ablaufanlage in dem zweiten Betriebsmodus derart zu
steuern, dass ein Ablauf, der auf einen Ablauf folgt, der für ein vollständig gefülltes
Richtungsgleis bestimmt ist, auf diesen Ablauf einen räumlichen und/oder einen zeitlichen
Mindestabstand einhält. Auf diese Weise können somit alle Abläufe durch die Talbremse
automatisch abgebremst werden, wobei gleichzeitig die erforderliche Rangierqualität
eingehalten wird. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Wagen eines über die Richtungsgleisbremse
hinaus gefüllten Richtungsgleises den Grenzzeichenkontakt der letzten Verteilweiche
erreichen, ergeben sich somit hinsichtlich der Nutzbarkeit weiterer Richtungsgleise
keinerlei Einschränkungen des Ablaufbetriebs. Ab diesem Augenblick können jedoch einzelne
Richtungsgleise nicht mehr verfügbar sein, da die entsprechenden Verteilweichen durch
die Wagen des in dem überfüllten Richtungsgleis gebildeten Zuges blockiert sind. Unabhängig
hiervon ist jedoch darauf hinzuweisen, dass aus steuerungstechnischer Sicht mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren Züge bis in den Bereich des Auslaufs aus der Talbremse
hinein gebildet werden können.
[0017] Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart ausgeprägt sein, dass
das Steuern der Ablaufanlage ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit der Abläufe umfasst.
Hierbei ist es beispielsweise möglich, dass zwecks Abstandshaltung zwischen einem
langsam laufenden Ablauf, der für das überfüllte Richtungsgleis bestimmt ist, und
einem nachfolgenden, für ein anderes Richtungsgleis bestimmten Ablauf mittels einer
Neuberechnung einer Ablaufsimulation die optimale Abdrückgeschwindigkeit für die Abläufe
berechnet wird. Hierbei kann es gegebenenfalls erforderlich werden, einen entsprechenden
langsamen Ablauf allein, das heißt ohne gleichzeitigen Ablauf weiterer Abläufe, über
die Ablaufanlage laufen zu lassen. In diesem Fall kann für den nachfolgenden Ablauf
erforderlichenfalls der Zug am Berg angehalten und erst nach einer Wartezeit der Abdrückvorgang
durch ein automatisches Wiederanfahren der Abdrücklokomotive fortgesetzt werden. Dies
ist insbesondere dann relevant, wenn anderenfalls die Minimalgeschwindigkeit, die
von der Abdrücklokomotive gefahren werden kann, unterschritten wird. Das Steuern der
Abdrückgeschwindigkeit kann mittels einer automatischen Lokomotivsteuerung erfolgen,
das heißt durch unmittelbare Einwirkung auf die Antriebssteuerung der Abdrücklokomotive.
Des Weiteren ist es auch möglich, dass eine Soll-Abdrückgeschwindigkeit auf die Abdrücklokomotive
übertragen wird. In diesem Fall kann die Soll-Abdrückgeschwindigkeit von einer Steuerkomponente
der Abdrücklokomotive berücksichtigt werden oder, sofern ein manuelles Abdrücken durch
einen Lokomotivführer erfolgt, auf einer Anzeigeeinrichtung der Abdrücklokomotive
zur Anzeige gebracht werden. Darüber hinaus ist ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit
auch dadurch möglich, dass ein Abdrücksignal in Halt gestellt wird.
[0018] Hinsichtlich der Steuereinrichtung liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Steuereinrichtung für eine rangiertechnische Ablaufanlage anzugeben, die ein
Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage unterstützt, das eine
noch weitergehende Automatisierung des Betriebs der Ablaufanlage und hiermit verbunden
letztlich eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit derselben ermöglicht.
[0019] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Steuereinrichtung für eine rangiertechnische
Ablaufanlage, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass in einem ersten
Betriebsmodus eine Talbremse derart gesteuert wird, dass Abläufe in Form von ablaufenden
Wagen oder Wagengruppen eine Richtungsgleisbremse eines Richtungsgleises mit einer
einen ersten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreichen, dadurch gekennzeichnet,
dass aus dem ersten Betriebsmodus in einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird,
sofern für einen Ablauf ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises
ermittelt wird, und in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse derart gesteuert wird,
dass der Ablauf das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse mit einer
einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht.
[0020] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung entsprechen denjenigen des erfindungsgemäßen
Verfahrens, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden Ausführungen
verwiesen wird. Gleiches gilt hinsichtlich der im Folgenden genannten bevorzugten
Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung in Bezug auf die entsprechenden
bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, so dass auch diesbezüglich
auf die entsprechenden vorstehenden Erläuterungen verwiesen wird.
[0021] Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung derart weitergebildet, dass
aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, sofern
für den Ablauf unter Berücksichtigung einer Gleisfüllstandsprognose und/oder einer
Zerlegeliste ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse des Richtungsgleises
ermittelt wird.
[0022] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist die erfindungsgemäße
Steuereinrichtung derart ausgebildet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse
derart gesteuert wird, dass die Abläufe auf eine im Vergleich zum ersten Betriebsmodus
niedrigere Auslaufgeschwindigkeit aus der Talbremse abgebremst werden.
[0023] Vorzugsweise kann die erfindungsgemäße Steuereinrichtung auch derart ausgestaltet
sein, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse derart gesteuert wird, dass
weitere für das Richtungsgleis bestimmte Abläufe ein spezifisch für den jeweiligen
weiteren Ablauf ermitteltes Laufziel mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen.
[0024] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung
derart ausgeprägt, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse unter Berücksichtigung
von für den jeweiligen Ablauf spezifischen Ablaufdaten gesteuert wird.
[0025] Die erfindungsgemäße Steuereinrichtung kann vorzugsweise auch derart weitergebildet
sein, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Ablaufanlage derart gesteuert wird, dass
ein Ablauf, der auf einen Ablauf folgt, für den ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse
des Richtungsgleises ermittelt worden ist, auf diesen Ablauf einen räumlichen und/oder
einen zeitlichen Mindestabstand einhält.
[0026] Vorteilhafterweise ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung hierbei weiterhin derart
weitergebildet, dass das Steuern der Ablaufanlage ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit
der Abläufe umfasst.
[0027] Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Ablaufanlage mit einer erfindungsgemäßen
Steuereinrichtung beziehungsweise einer Steuereinrichtung gemäß einer der zuvor aufgeführten
bevorzugten Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Hierzu zeigt die
- Figur
- in einer schematischen Skizze ein Ausführungsbeispiel einer Ablaufanlage.
[0029] In der Figur ist eine Ablaufanlage 10 erkennbar. Dabei stellt der obere Teil der
Figur das Gleisbild der Ablaufanlage 10 und der untere Teil der Figur das Profil beziehungsweise
einen Längsschnitt der Ablaufanlage 10 dar.
[0030] Entsprechend der Darstellung der Figur weist die Ablaufanlage 10, die Bestandteil
einer rangiertechnischen Anlage des schienengebundenen Verkehrs ist, eine Ablauframpe
20 auf, an die sich eine Zwischenneigung 30, eine Verteilweichen 80 bis 86 aufweisende
Verteilzone 40 sowie Richtungsgleise 50 bis 57 anschließen. Darüber hinaus sind in
der Figur Gleisbremsen in Form von Talbremsen 60, 61 und Richtungsgleisbremsen 70
bis 77 erkennbar.
[0031] Neben den genannten Komponenten der Ablaufanlage 10 sind in der Figur exemplarisch
Abläufe 100 und 101 dargestellt, die von einer Abdrücklokomotive 110 über den Ablaufberg
geschoben beziehungsweise abgedrückt worden sind und sich in der Folge angetrieben
durch die einwirkende Schwerkraft entlang der Ablaufanlage 10 bewegen.
[0032] Im Rahmen der weiteren Beschreibung sei angenommen, dass das Richtungsgleis 50 bereits
soweit mit zu einem Zug zusammenzustellenden Wagen gefüllt ist, dass für den ebenfalls
für das Richtungsgleis 50 bestimmten Ablauf 100 aufgrund des bestehenden Füllungszustandes
des Richtungsgleises 50 ein Laufziel der Art ermittelt wird, dass der Ablauf 100 planmäßig
zum Stillstand kommen wird, bevor er die Richtungsgleisbremse 70 vollständig durchlaufen
hat. Mit anderen Worten bietet das Richtungsgleis 50 somit im Bereich hinter, das
heißt rechts, der Richtungsgleisbremse 70 nicht mehr ausreichend Platz für den Ablauf
100. Dies hat zur Folge, dass der Ablauf 100 durch die Talbremse 60 nicht mehr in
der in einem ersten Betriebsmodus der Talbremse 60 üblichen Art und Weise derart in
seiner Geschwindigkeit beeinflusst werden kann, dass die Talbremse 60 derart gesteuert
wird, dass Abläufe die Richtungsgleisbremse 70 mit einer einen ersten Schwellenwert
unterschreitenden Geschwindigkeit, die beispielsweise 4 m/s betragen kann, erreichen.
Sofern nämlich der Ablauf 100 in dem ersten Betriebsmodus behandelt werden würde,
würde dies dazu führen, dass der Ablauf 100 auf den letzten im Richtungsgleis 50 stehenden
Wagen mit einer Aufprallgeschwindigkeit auftreffen würde, die regelmäßig größer als
die maximal zulässige Aufprallgeschwindigkeit wäre, die typischerweise etwa 1,5 m/s
beträgt.
[0033] Um nun auch in dieser Situation eine automatische, effiziente und zuverlässige Steuerung
der Ablaufanlage 10 beziehungsweise der Talbremse 60 derselben zu ermöglichen, wird
in der beschriebenen Situation aus dem ersten Betriebsmodus in einen zweiten Betriebsmodus
umgeschaltet. Dabei zeichnet sich der zweite Betriebsmodus dadurch aus, dass die Talbremse
60 derart gesteuert wird, dass der Ablauf 100 das ermittelte Laufziel in oder vor
der Richtungsgleisbremse 70 mit einer einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit, das heißt beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von weniger als
1,5 m/s, erreicht. Hierdurch wird vorteilhafterweise eine automatische Geschwindigkeitsbeeinflussung
des Ablaufs 100 durch die Talbremse 60 auch für den Fall ermöglicht, dass das Richtungsgleis
50 bereits in die Richtungsgleisbremse 70 hinein oder über diese hinaus gefüllt ist.
[0034] Konkret ist es in dem Ausführungsbeispiel der Figur hierbei möglich, das Richtungsgleis
50 über die Richtungsgleisbremse 70 hinaus in die Verteilzone 40 hinein zu füllen.
Dabei ist dies bis zum Grenzzeichenkontakt der letzten Verteilweiche 82 möglich, ohne
dass hierdurch die Erreichbarkeit der anderen Richtungsgleise, insbesondere des Richtungsgleises
51, eingeschränkt wird. Sofern eine entsprechende Einschränkung der Erreichbarkeit
der weiteren Richtungsgleise 51 bis 57 zugelassen wird, ist es aus steuerungstechnischer
Sicht hierbei grundsätzlich möglich, zusätzlich zum eigentlichen Richtungsgleis 50
den gesamten Bereich in der Verteilzone 40 bis hin zum Auslauf der Talbremse 60 für
die Bildung des Zuges zu verwenden.
[0035] Das Umschalten aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus erfolgt
vorteilhafterweise unter Berücksichtigung einer Gleisfüllstandsprognose sowie einer
Zerlegeliste, die bei dem Erkennen der sich abzeichnenden Überfüllung des Richtungsgleises
50 sowie der Ermittlung des Laufzieles Verwendung finden.
[0036] Sofern nun der Ablauf 101 ebenfalls für das Richtungsgleis 50 bestimmt ist, so wird
in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse 60 derart gesteuert, dass für den weiteren
Ablauf 101 ein spezifisch für diesen Ablauf ermitteltes Laufziel mit einer den zweiten
Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht wird. Bei der Ermittlung
des Laufziels für den Ablauf 101 wird hierbei vorzugsweise berücksichtigt, dass das
Richtungsgleis 50 bereits bis zur Richtungsgleisbremse 70 gefüllt war und in der Folge
zusätzlich noch der Ablauf 100 auf das Ende der in dem Richtungsgleis 50 stehenden
Wagensäule aufgelaufen ist. Somit wandert das Laufziel durch Nachlaufen von weiteren
Abläufen zunehmend weiter in Richtung des Ablaufberges, das heißt in Richtung der
Talbremse 60.
[0037] Das entsprechende Aufsummieren der nachgelaufenen Längen weiterer Abläufe kann beispielsweise
ebenso wie die Steuerung der Talbremsen 60, 61 durch eine Steuereinrichtung 200 erfolgen,
die über Kommunikationsverbindungen 210, 211, die drahtgebunden oder auch drahtlos
ausgeführt sein können, an die Talbremsen 60, 61 angebunden ist. Dabei kann es sich
bei der Steuereinrichtung 200 einerseits um eine zentrale Steuereinrichtung der Ablaufanlage
10 handeln. Andererseits ist es auch denkbar, dass die Ablaufanlage 10 ein verteiltes
Steuerungssystem aufweist und die Steuereinrichtung 200 innerhalb dieses verteilten
Steuerungssystems beispielsweise die Funktion einer Talbremsensteuerung wahrnimmt.
Unabhängig hiervon weist die Steuereinrichtung 200 sowohl hardwaretechnische Komponenten,
etwa in Form von Prozessoren und Speichermitteln, als auch softwaretechnische Komponenten,
etwa in Form von Programmcode, auf.
[0038] Neben der Berücksichtigung des jeweiligen Laufziels wird in dem zweiten Betriebsmodus
die Talbremse 60 vorteilhafterweise unter Berücksichtigung von für den jeweiligen
Ablauf 100, 101 spezifischen Ablaufdaten gesteuert. Dabei können die Ablaufdaten sowohl
von einem Dispositionssystem bereitgestellt als auch durch Sensoren der Ablaufanlage
10 gemessen beziehungsweise bestimmt werden.
[0039] Für den Fall, dass der Ablauf 101 nicht für das Richtungsgleis 50, sondern beispielsweise
für das Richtungsgleis 52 bestimmt ist, kann der Ablauf 101 bezogen auf die Talbremse
60 sowie die Richtungsgleisbremse 72 grundsätzlich gemäß dem ersten Betriebsmodus
der Talbremse 60 derart gesteuert werden, dass er die Richtungsgleisbremse 72 des
Richtungsgleises 52 mit einer den ersten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit
erreicht. Dies bedeutet, dass sich die Umschaltung zwischen dem ersten Betriebsmodus
und dem zweiten Betriebsmodus grundsätzlich ausschließlich auf das jeweilige Richtungsgleis
beziehungsweise die jeweilige Richtungsgleisbremse bezieht.
[0040] Da der Ablauf 101 in diesem Fall ohne weitere Maßnahmen in der Verteilzone 40 eine
höhere Geschwindigkeit aufweisen würde als der Ablauf 100, ist hierbei jedoch sicherzustellen,
dass in dem zweiten Betriebsmodus die Ablaufanlage 10 derart gesteuert wird, dass
der Ablauf 101, der dem Ablauf 100 folgt, für den das Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse
70 des Richtungsgleises 50 ermittelt worden ist, auf diesen Ablauf 100 einen räumlichen
und/oder zeitlichen Mindestabstand einhält. Dies bedeutet, dass sich aufgrund der
auf das Richtungsgleis 50 bezogenen Umschaltung in den zweiten Betriebsmodus auch
bezogen auf den für das Richtungsgleis 52 bestimmten Ablauf 101 eine geänderte Geschwindigkeits-
beziehungsweise Bremssteuerung ergeben kann. Dabei kann das entsprechende Steuern
der Ablaufanlage 10 insbesondere ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit des Ablaufs
101 umfassen. So ist es beispielsweise möglich, dass nach Umschaltung aus dem ersten
Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus eine Ablaufsimulation neu berechnet und
eine geänderte optimale Abdrückgeschwindigkeit für den weiteren Ablauf 101 berechnet
wird. In Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten und der von der Abdrücklokomotive
110 fahrbaren Minimalgeschwindigkeit kann es hierbei erforderlich werden, den weiteren
Ablauf 101 am Berg zunächst anzuhalten und erst dann den Abdrückbetrieb nach einer
Wartezeit automatisch wieder anzufahren, wenn der Ablauf 100 die Verteilweiche 81
grenzzeichenfrei geräumt hat.
[0041] Es sei darauf hingewiesen, dass in der Regel neben den Talbremsen 60 und 61 weitere
Komponenten kommunikationstechnisch an die Steuereinrichtung 200 angebunden sein werden,
die in der Figur aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind. Dies betrifft
insbesondere Komponenten zur Freimeldung von Gleisabschnitten der Ablaufanlage 10,
Sensoren zur Ermittlung des Füllungsgrades beziehungsweise -standes der Richtungsgleise
50 bis 57 sowie im Bereich des Ablaufbergs angeordnete Sensoren zur Messung der Länge
und des Gewichts der Abläufe.
[0042] Entsprechend den vorstehenden Ausführungen weisen die im Zusammenhang mit der Figur
beschriebenen Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen
Steuereinrichtung insbesondere den Vorteil auf, dass eine automatische, effiziente
und zuverlässige Befüllung der Richtungsgleise 50 bis 57 auch bis in die Richtungsgleisbremsen
70 bis 77 hinein beziehungsweise über diese hinaus in die Verteilzone 40 hinein ermöglicht
wird. Hierdurch kann auch für solche Züge, welche hinsichtlich ihrer Länge die Nutzlänge
der Richtungsgleise 50 bis 57 überschreiten, die in Richtung des Ablaufberges üblicherweise
durch die jeweiligen Richtungsgleisbremse 70 bis 77 begrenzt wird, eine automatische
Zugbildung erfolgen, wodurch letztlich die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Ablaufanlage
10 gesteigert wird.
1. Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage (10), wobei
- in einem ersten Betriebsmodus eine Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass Abläufe
(100, 101) in Form von ablaufenden Wagen oder Wagengruppen eine Richtungsgleisbremse
(70) eines Richtungsgleises (50) mit einer einen ersten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen, dadurch gekennzeichnet, dass
- aus dem ersten Betriebsmodus in einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, sofern
für einen Ablauf (100) ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) des
Richtungsgleises (50) ermittelt wird, und
- in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass der
Ablauf (100) das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) mit
einer einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass aus dem ersten Betriebsmodus in den zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, sofern
für den Ablauf (100) unter Berücksichtigung einer Gleisfüllstandsprognose und/oder
einer Zerlegeliste ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) des Richtungsgleises
(50) ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass die Abläufe
(100, 101) auf eine im Vergleich zum ersten Betriebsmodus niedrigere Auslaufgeschwindigkeit
aus der Talbremse (60) abgebremst werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass weitere
für das Richtungsgleis (70) bestimmte Abläufe (101) ein spezifisch für den jeweiligen
weiteren Ablauf (101) ermitteltes Laufziel mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse (60) unter Berücksichtigung von für den
jeweiligen Ablauf (100, 101) spezifischen Ablaufdaten gesteuert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Ablaufanlage (10) derart gesteuert wird, dass ein
Ablauf (101), der auf einen Ablauf (100) folgt, für den ein Laufziel in oder vor der
Richtungsgleisbremse (70) des Richtungsgleises (50) ermittelt worden ist, auf diesen
Ablauf (100) einen räumlichen und/oder einen zeitlichen Mindestabstand einhält.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuern der Ablaufanlage (10) ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit der Abläufe
(100, 101) umfasst.
8. Steuereinrichtung (200) für eine rangiertechnische Ablaufanlage (10), wobei die Steuereinrichtung
(200) derart ausgebildet ist, dass
- in einem ersten Betriebsmodus eine Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass Abläufe
(100, 101) in Form von ablaufenden Wagen oder Wagengruppen eine Richtungsgleisbremse
(70) eines Richtungsgleises (50) mit einer einen ersten Schwellenwert unterschreitenden
Geschwindigkeit erreichen, dadurch gekennzeichnet, dass
- aus dem ersten Betriebsmodus in einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, sofern
für einen Ablauf (100) ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) des
Richtungsgleises (50) ermittelt wird, und
- in dem zweiten Betriebsmodus die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass der
Ablauf (100) das ermittelte Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) mit
einer einen zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreicht.
9. Steuereinrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass aus dem ersten Betriebsmodus
in den zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, sofern für den Ablauf (100) unter
Berücksichtigung einer Gleisfüllstandsprognose und/oder einer Zerlegeliste ein Laufziel
in oder vor der Richtungsgleisbremse (70) des Richtungsgleises (50) ermittelt wird.
10. Steuereinrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass in dem zweiten Betriebsmodus
die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass die Abläufe (100, 101) auf eine im
Vergleich zum ersten Betriebsmodus niedrigere Auslaufgeschwindigkeit aus der Talbremse
(60) abgebremst werden.
11. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass in dem zweiten Betriebsmodus
die Talbremse (60) derart gesteuert wird, dass weitere für das Richtungsgleis (70)
bestimmte Abläufe (101) ein spezifisch für den jeweiligen weiteren Ablauf (101) ermitteltes
Laufziel mit einer den zweiten Schwellenwert unterschreitenden Geschwindigkeit erreichen.
12. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass in dem zweiten Betriebsmodus
die Talbremse (60) unter Berücksichtigung von für den jeweiligen Ablauf (100, 101)
spezifischen Ablaufdaten gesteuert wird.
13. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass in dem zweiten Betriebsmodus
die Ablaufanlage (10) derart gesteuert wird, dass ein Ablauf (101), der auf einen
Ablauf (100) folgt, für den ein Laufziel in oder vor der Richtungsgleisbremse (70)
des Richtungsgleises (50) ermittelt worden ist, auf diesen Ablauf (100) einen räumlichen
und/oder einen zeitlichen Mindestabstand einhält.
14. Steuereinrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (200) derart ausgebildet ist, dass das Steuern der Ablaufanlage
(10) ein Steuern der Abdrückgeschwindigkeit der Abläufe (100, 101) umfasst.
15. Ablaufanlage (10) mit einer Steuereinrichtung (200) nach einem der Ansprüche 8 bis
14.
1. Method for operating a switching hump yard (10), wherein
- in a first operating mode a lower main retarder (60) is controlled such that cuts
(100, 101) in the form of rolling cars or car groups reach a classification track
retarder (70) of a classification track (50) at a speed which is lower than a first
threshold value,
characterised in that
- a switch from the first operating mode into a second operating mode occurs if a
target for a cut (100) is identified in or ahead of the classification track retarder
(70) of the classification track (50), and
- in the second operating mode the lower main retarder (60) is controlled such that
the cut (100) reaches the identified target in or ahead of the classification track
retarder (70) at a speed which is lower than a second threshold value.
2. Method according to claim 1,
characterised in that
a switch from the first operating mode into the second operating mode occurs if, with
reference to a track occupancy forecast and/or a split list, a target for the cut
(100) is identified in or ahead of the classification track retarder (70) of the classification
track (50).
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that
in the second operating mode the lower main retarder (60) is controlled such that
the cuts (100, 101) are braked to a lower release speed from the lower main retarder
(60) than in the first operating mode.
4. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
in the second operating mode the lower main retarder (60) is controlled such that
further cuts (101) destined for the classification track (70) reach a target which
has been identified specifically for the respective further cut (101) at a speed that
is lower than the second threshold value.
5. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
in the second operating mode the lower main retarder (60) is controlled with reference
to specific cut data for the respective cut (100, 101).
6. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
in the second operating mode the hump yard (10) is controlled such that a cut (101)
following a cut (100) for which a target has been identified in or ahead of the classification
track retarder (70) of the classification track (50) maintains a minimal spatial and/or
temporal distance from this cut (100).
7. Method according to claim 6,
characterised in that
the control of the hump yard (10) includes control of the push-off speed of the cuts
(100, 101).
8. Control device (200) for a switching hump yard (10), wherein said control device (200)
is so designed that
- in a first operating mode a lower main retarder (60) is controlled such that cuts
(100, 101) in the form of rolling cars or car groups reach a classification track
retarder (70) of a classification track (50) at a speed which is lower than a first
threshold value,
characterised in that
- a switch from the first operating mode into a second operating mode occurs if a
target for a cut (100) is identified in or ahead of the classification track retarder
(70) of the classification track (50), and
- in the second operating mode the lower main retarder (60) is controlled such that
the cut (100) reaches the identified target in or ahead of the classification track
retarder (70) at a speed which is lower than a second threshold value.
9. Control device according to claim 8,
characterised in that
the control device (200) is so designed that a switch from the first operating mode
into the second operating mode occurs if, with reference to a track occupancy forecast
and/or a split list, a target for the cut (100) is identified in or ahead of the classification
track retarder (70) of the classification track (50).
10. Control device according to claim 8 or 9,
characterised in that
the control device (200) is so designed that in the second operating mode the lower
main retarder (60) is controlled such that the cuts (100, 101) are braked to a lower
release speed from the lower main retarder (60) than in the first operating mode.
11. Control device according to one of the claims 8 to 10,
characterised in that
the control device (200) is so designed that in the second operating mode the lower
main retarder (60) is controlled such that further cuts (101) destined for the classification
track (70) reach a target which has been identified specifically for the respective
further cut (101) at a speed that is lower than the second threshold value.
12. Control device according to one of the claims 8 to 11,
characterised in that
the control device (200) is so designed that in the second operating mode the lower
main retarder (60) is controlled with reference to specific cut data for the respective
cut (100, 101) .
13. Control device according to one of the claims 8 to 12,
characterised in that
the control device (200) is so designed that in the second operating mode the hump
yard (10) is controlled such that a cut (101) following a cut (100) for which a target
has been identified in or ahead of the classification track retarder (70) of the classification
track (50) maintains a minimal spatial and/or temporal distance from this cut (100).
14. Control device according to claim 13,
characterised in that
the control device (200) is so designed that the control of the hump yard (10) includes
control of the push-off speed of the cuts (100, 101).
15. Hump yard (10) having a control device (200) according to one of the claims 8 to 14.
1. Procédé pour faire fonctionner un chantier (10) de triage à la gravité, dans lequel
- dans un premier mode de fonctionnement, on commande un frein (60) de fond de manière
à ce que des triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité sous la forme de voitures ou
de groupes de voitures manoeuvrés à la gravité atteignent un frein (70) d'une voie
(50) d'affectation à une vitesse inférieure à une première valeur de seuil,
caractérisé en ce que
- on passe du premier mode de fonctionnement à un deuxième mode de fonctionnement,
dans la mesure où on détermine, pour un trié (100) manoeuvré à la gravité, un but
dans ou avant le frein (70) de la voie (50) d'affectation, et
- dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond, de manière
à ce que le trié (100) manoeuvré à la gravité atteigne le but déterminé dans ou avant
le frein (70) de la voie d'affectation à une vitesse inférieure à une deuxième valeur
de seuil.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on passe du premier mode de fonctionnement au deuxième mode de fonctionnement, dans
la mesure où on détermine, pour le trié (100) manoeuvré à la gravité, en tenant compte
d'un pronostic de remplissage de la voie et/ou d'une liste de dégroupement, un but
dans ou avant le frein (70) de la voie (50) d'affectation.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond de manière
à freiner les triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité à partir du frein (60) de fond
jusqu'à une vitesse de sortie plus petite que dans le premier mode de fonctionnement.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond de manière
à ce que d'autres triés (101) manoeuvrés à la gravité, destinés à la voie (70) d'affectation,
atteignent un but déterminé spécifiquement pour l'autre trié (101) manoeuvré à la
gravité à une vitesse inférieure à la deuxième valeur de seuil.
5. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond en tenant
compte de données de manoeuvre spécifiques aux triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le chantier (10) de triage de
manière à ce qu'un trié (101) manoeuvré à la gravité qui suit un trié (100) manoeuvré
à la gravité, pour lequel un but dans ou avant le frein (70) de la voie (50) d'affectation
a été déterminé, conserve sur ce trié (100) manoeuvré à la gravité une distance minimum
dans l'espace et/ou dans le temps.
7. Procédé suivant la revendication 6,
caractérisé en ce que
la commande du chantier (10) de triage comprend une commande de la vitesse de refoulement
des triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité.
8. Dispositif (200) de commande d'un chantier (10) de triage à la gravité, le dispositif
(200) de commande étant constitué de manière à ce que
- dans un premier mode de fonctionnement, on commande un frein (60) de fond de manière
à ce que des triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité sous la forme de voitures ou
de groupes de voitures manoeuvrés à la gravité atteignent un frein (70) d'une voie
(50) d'affectation à une vitesse inférieure à une première valeur de seuil,
- on passe du premier mode de fonctionnement à un deuxième mode de fonctionnement,
dans la mesure où on détermine pour un trié (100) manoeuvré à la gravité un but dans
ou avant le frein (70) de la voie (50) d'affectation, et
- dans le deuxième mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond, de manière
à ce que le trié (100) manoeuvré à la gravité atteigne le but déterminé dans ou avant
le frein (70) de la voie d'affectation à une vitesse inférieure à une deuxième valeur
de seuil.
9. Dispositif de commande suivant la revendication 8,
caractérisé en ce que
le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce qu'on passe du premier
mode de fonctionnement au deuxième mode de fonctionnement, dans la mesure où on détermine,
pour le trié (100) manoeuvré à la gravité, en tenant compte d'un pronostic de remplissage
de la voie et/ou d'une liste de dégroupement, un but dans ou avant le frein (70) de
la voie (50) d'affectation.
10. Dispositif de commande suivant la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que
le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce que, dans le deuxième
mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond de manière à freiner les
triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité jusqu'à une vitesse de sortie du frein (60)
de fond plus petite que dans le premier mode de fonctionnement.
11. Dispositif de commande suivant l'une des revendications 8 à 10,
caractérisé en ce que
le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce que, dans le deuxième
mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond de manière à ce que d'autres
triés (101) manoeuvrés à la gravité, destinés à la voie (70) d'affectation, atteignent
un but déterminé spécifiquement pour l'autre trié (101) manoeuvré à la gravité à une
vitesse inférieure à la deuxième valeur de seuil.
12. Dispositif de commande suivant l'une des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce que, dans le deuxième
mode de fonctionnement, on commande le frein (60) de fond en tenant compte de données
de manoeuvre spécifiques aux triés (100, 101) manoeuvrés à la gravité.
13. Dispositif de commande suivant l'une des revendications 8 à 12,
caractérisé en ce que le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce que, dans le deuxième
mode de fonctionnement, on commande le chantier (10) de triage de manière à ce qu'un
trié (101) manoeuvré à la gravité, qui suit un trié (100) manoeuvré à la gravité,
pour lequel un but dans ou avant le frein (70) de la voie (50) d'affectation a été
déterminé, conserve sur ce trié (100) manoeuvré à la gravité une distance minimum
dans l'espace et/ou dans le temps.
14. Dispositif de commande suivant la revendication 13,
caractérisé en ce que le dispositif (200) de commande est constitué de manière à ce que la commande du
chantier (10) de triage comprend une commande de la vitesse de refoulement des triés
(100, 101) manoeuvrés à la gravité.
15. Chantier (10) de triage ayant un dispositif (200) de commande suivant l'une des revendications
8 à 14.