(19)
(11) EP 3 117 962 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.01.2017  Patentblatt  2017/03

(21) Anmeldenummer: 15177226.6

(22) Anmeldetag:  17.07.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25D 17/06(2006.01)
B25D 11/12(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Liebert, Bernhard
    85235 Pfaffenhofen A.D. Glonn (DE)
  • Koch, Olaf
    86916 Kaufering (DE)
  • Jaromin, Jerome
    81671 München (DE)

(74) Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) HANDWERKZEUGMASCHINE


(57) Eine Schlagwerk hat einen in einem Führungsrohr längs einer Bewegungsachse 17 geführten Erregerkolben und einen über eine pneumatische Kammer an den Erregerkolben angekoppelten Schläger, wobei eine Kolbenwand 22 des Erregerkolbens das Führungsrohr berührt. Ein Pleuel 18 ist an einem Ende mit einem Kolbenbolzen 28 in dem Erregerkolben befestigt ist und mit einem anderen Ende mit dem Elektromotor gekoppelt ist. Ein Lager 29 zum Lagern des Kolbenbolzens 28 ist durch einen Kolbenboden 24 des Erregerkolbens und eine in den Erregerkolben eingesetzte, dem Kolbenboden 24 gegenüberliegende Verschlussplatte 36 gebildet. Ein Drehverschluss ist durch eine in einer Drehrichtung um die Bewegungsachse 17 verlaufende Nut in der Kolbenwand 22 des Erregerkolbens und einem radial vorstehenden Flügel 40 der Verschlussplatte 36 gebildet ist. Ein Sperrhaken zum Verriegeln des Flügels 40 entgegen der Drehrichtung kann in radialer Richtung zwischen einer verriegelnden Stellung und einer freigebenden Stellung verschwenkt werden, wobei der Sperrhaken in der freigebenden Stellung in radialer Richtung über die Außenabmessung der Kolbenwand 22 ausgelenkt ist.




Beschreibung

GEBIET DER ERFINDUNG



[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine meißelnde oder bohrmeißelnde Handwerkzeugmaschine.

[0002] Ein Bohrhammer ist aus der EP 2 857 149 bekannt. Der Bohrhammer hat ein pneumatisches Schlagwerk mit einem in einem Führungsrohr geführten Erregerkolben. Ein Verschlussplatte klemmt ein Pleuel in dem Erregerkolben an.

OFFENBARUNG DER ERFINDUNG



[0003] Eine erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine hat einen Werkzeughalter zum Haltern eines Werkzeugs, einen Elektromotor und ein pneumatisches Schlagwerk. Das Schlagwerk hat einen in einem Führungsrohr längs einer Bewegungsachse geführten Erregerkolben und einen über eine pneumatische Kammer an den Erregerkolben angekoppelten Schläger, wobei eine Kolbenwand des Erregerkolbens das Führungsrohr berührt. Ein Pleuel ist an einem Ende mit einem Kolbenbolzen in dem Erregerkolben befestigt ist und mit einem anderen Ende mit dem Elektromotor gekoppelt ist. Ein Lager zum Lagern des Kolbenbolzens ist durch einen Kolbenboden des Erregerkolbens und eine in den Erregerkolben eingesetzte, dem Kolbenboden gegenüberliegende Verschlussplatte gebildet. Ein Drehverschluss ist durch eine in einer Drehrichtung um die Bewegungsachse verlaufende Nut in der Kolbenwand des Erregerkolbens und einem radial vorstehenden Flügel der Verschlussplatte gebildet ist. Ein Sperrhaken zum Verriegeln des Flügels entgegen der Drehrichtung kann in radialer Richtung zwischen einer verriegelnden Stellung und einer freigebenden Stellung verschwenkt werden, wobei der Sperrhaken in der freigebenden Stellung in radialer Richtung über die Außenabmessung der Kolbenwand ausgelenkt ist.

[0004] Die Verschlussplatte kann in den hohlen Erregerkolben eingesetzt und durch den Drehverschluss befestigt werden. Der Sperrhaken verhindert ein unerwünschtes Freidrehen der Verschlussplatte. Der Sperrhaken selbst ist durch das Führungsrohr gehemmt, das der Sperrhakens für die freigebende Stellung über die Kolbenwand hinausragen können muss.

[0005] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1
einen Bohrhammer
Fig. 2
einen Erregerkolben mit Pleuel in einem Längsschnitt
Fig. 3
den Erregerkolben in einer perspektivischen Darstellung
Fig. 4
den Erregerkolben von der Rückseite
Fig. 5
eine Draufsicht auf die Vorderseite eine Verschlussplatte
Fig. 6
einen Querschnitt in Ebene VI-VI durch den Erregerkolben und die unverriegelte Verschlussplatte
Fig. 7
einen Querschnitt in der Ebene VI-VI durch den Erregerkolben und die verriegelte Verschlussplatte


[0006] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.

AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG



[0007] Fig. 1 zeigt als Beispiel einer meißelnden Handwerkzeugmaschine schematisch einen Bohrhammer 1. Der Bohrhammer 1 hat einen Werkzeughalter 2, in welchen ein Schaftende 3 eines Werkzeugs 4, z.B. eines des Bohrers, eingesetzt und verriegelt werden kann. Einen primären Antrieb des Bohrhammers 1 bildet ein Elektromotor 5, welcher ein Schlagwerk 6 und eine Abtriebswelle 7 antreibt. Ein Batteriepaket 8 oder eine Netzleitung versorgt den Elektromotor 5 mit Strom. Ein Anwender kann den Bohrhammer 1 mittels eines Handgriffs 9 führen und mittels eines Systemschalters 10 den Bohrhammer 1 in Betrieb nehmen. Im Betrieb dreht der Bohrhammer 1 den Bohrer 4 kontinuierlich um eine Arbeitsachse 11 und kann dabei den Bohrer 4 in Schlagrichtung 12 längs der Arbeitsachse 11 in einen Untergrund schlagen.

[0008] Das Schlagwerk 6 ist ein pneumatisches Schlagwerk 6. Ein Erregerkolben 13 und ein Schläger 14 sind in einem Führungsrohr 15 in dem Schlagwerk 6 längs der Arbeitsachse 11 beweglich geführt. Der Erregerkolben 13 ist über einen Exzenter 16 oder einen Taumelfinger an den Elektromotor 5 angekoppelt und zu einer periodischen, linearen Bewegung gezwungen. Der Erregerkolben 13 bewegt sich auf einer von dem Führungsrohr 15 vorgegebenen Bewegungsachse 17, welche vorzugsweise mit der Arbeitsachse 11 zusammenfällt. Ein Pleuel 18 verbindet den Exzenter 16 bzw. den Taumelfinger mit dem Erregerkolben 13. Eine Luftfeder gebildet durch eine pneumatische Kammer 19 zwischen dem Erregerkolben 13 und dem Schläger 14 koppelt eine Bewegung des Schlägers 14 an die Bewegung des Erregerkolbens 13 an. Der Schläger 14 kann direkt auf ein hinteres Ende des Bohrers 4 aufschlagen oder mittelbar über einen im Wesentlichen ruhenden Döpper 20 einen Teil seines Impulses auf den Bohrer 4 übertragen. Das Schlagwerk 6 und vorzugsweise die weiteren Antriebskomponenten sind innerhalb eines Maschinengehäuses 21 angeordnet.

[0009] Eine Kolbenwand 22 des Erregerkolbens 13 ist im Wesentlichen zylindrisch und in ihrem Durchmesser 23 dem Führungsrohr 15 so angepasst, dass die Kolbenwand 22 an dem Führungsrohr 15 anliegt. Die Kolbenwand 22 gleitet an der Innenfläche des Führungsrohrs 15, wodurch der Erregerkolben 13 parallel zu der Bewegungsachse 17 geführt wird. Ein Kolbenboden 24 des Erregerkolbens 13 ist senkrecht zu der Bewegungsachse 17 orientiert. Ein Durchmesser 23 des Kolbenbodens 24 bzw. der Kolbenwand 22 entspricht im Wesentlichen dem Innendurchmesser des Führungsrohrs 15, um die pneumatische Kammer 19 durch den Kolbenboden 24 abzuschließen.

[0010] Der Erregerkolben 13 ist durch das Pleuel 18 an den Exzenter 16 angebunden. Eine Drehachse 25 des Exzenters 16 steht senkrecht auf der Bewegungsachse 17 des Schlagwerks 6. Der Exzenter 16 hat beispielsweise einen Exzenterfinger 26, der in ein Auge 27 an einem Ende des Pleuels 18 drehbar eingreift. Das Pleuel 18 hat an dem anderen Ende einen Kolbenbolzen 28. Der Kolbenbolzen 28 ist innerhalb des Erregerkolbens 13 in einem Lager 29 befestigt, welches ein Verschwenken des Pleuels 18 um eine zu der Drehachse 25 parallele Schwenkachse 30 ermöglicht. Der Kolbenbolzen 28 ist dazu senkrecht zu der Bewegungsachse 17 orientiert. Der Kolbenbolzen 28 kann starr mit dem Pleuel 18 verbunden sein, insbesondere kann sich der Kolbenbolzen 28 gegenüber dem Kolbenbolzen 28 nicht um die Schwenkachse 30 drehen. Das Pleuel 18 und der Kolbenbolzen 28 sind vorzugsweise ein zusammenhängendes monolithisches Bauteil, welches beispielsweise aus demselben Kunststoff gefertigt ist. Das Pleuel 18 und der Kolbenbolzen 28 können beispielsweise in einem Spritzgussverfahren hergestellt sein. Monolithisch bedeutet, dass das Pleuel 18 und der Kolbenbolzen 28 untrennbar und ohne Fügezone miteinander verbunden sind. Alternativ kann das Pleuel ein zweites Auge aufweisen, in welches der Kolbenbolzen eingesetzt ist. Der Kolbenbolzen ist hierbei gegenüber dem Pleuel um die Schwenkachse drehbar.

[0011] Das Lager 29 für den Kolbenbolzen 28 ist innerhalb des Erregerkolbens 13 angeordnet (Fig. 2). Der Erregerkolben 13 ist im wesentlichen hohl (Fig. 3). Die Kolbenwand 22 und der Kolbenboden 24 umschließen einen Hohlraum 31, welcher an der dem Kolbenboden 24 abgewandten Rückseite 32 offen ist. Der Kolbenbolzen 28 und das Pleuel 18 sind über die Rückseite 32 in den Erregerkolben 13 hineingesteckt. Der Kolbenbolzen 28 liegt an der Innenseite 33 des Kolbenbodens 24 an. Die Innenseite 33 weist eine erste Lagerschale 34 auf (Fig.4). Die erste Lagerschale 34 beinhaltet vorzugsweise zwei halbzylindrische Lagerflächen 35, die entgegen die Schlagrichtung 12 weisen. Der Kolbenbolzen 28 liegt an der ersten Lagerschale 34, d.h. z.B. an den halbzylindrischen Lagerflächen 35, formschlüssig an. Der Kolbenbolzen 28 ist in die Schlagrichtung 12 an der ersten Lagerschale 34 abgestützt. Die teilweise in die Drehrichtungen um die Bewegungsachse 17 umgreifende Form der ersten Lagerschale 34 hemmt ferner ein Verdrehen des Kolbenbolzens 28 in die beiden Drehrichtungen um die Bewegungsachse 17.

[0012] Das Lager 29 ist durch eine Verschlussplatte 36 abgeschlossen. Die Verschlussplatte 36 enthält eine zweite Lagerschale 37, die der ersten Lagerschale 34 längs der Bewegungsachse 17 gegenüberliegt (Fig.5). Die zweite Lagerschale 37 liegt mit ihren Lagerflächen 38 in Schlagrichtung 12 an den zylindrischen Abschnitten des Kolbenbolzens 28 an. Die zweiten Lagerflächen 38 können eine teilzylindrische Form aufweisen, die formschlüssig an dem Kolbenbolzen 28 anliegen. Die beispielhaften Lagerflächen 38 entsprechen einem Viertel eines Zylinders. Die Lagerflächen 38 liegen jedoch nur in einer Drehrichtung um die Bewegungsachse 17 an dem Kolbenbolzen 28 an. In einer Ausgestaltung können die Lagerflächen 38 eben ausgebildet sein. Die Lagerflächen 38 der Verschlussplatte 36 sind geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt, und können daher mit einer geringeren Kontaktfläche zu dem Kolbenbolzen 28 ausgebildet sein.

[0013] Die Verschlussplatte 36 kann längs der Bewegungsachse 17 in den Hohlraum 31 des Erregerkolbens 13 eingesetzt werden. Das Profil des Hohlraums 31 längs der Bewegungsachse 17 und das Profil der Verschlussplatte 36 längs der Bewegungsachse 17 sind vorzugsweise in Form und Größe gleich (Fig. 6). Das Profil ist die Projektion längs der Bewegungsachse 17 auf die dazu senkrechte Ebene. Die Verschlussplatte 36 gleitet weitgehend formschlüssig längs der Bewegungsachse 17 bis zu dem Kolbenboden 24, d.h. bis anliegend an die erste Lagerschale 34, in den Erregerkolben 13 hinein.

[0014] Die Verschlussplatte 36 bildet zusammen mit der Kolbenwand 22 einen Drehverschluss, welcher die Verschlussplatte 36 längs der Bewegungsachse 17 in dem Erregerkolben 13 fixiert. Die Verschlussplatte 36 hat einen zylindrischen Korpus 39 (angedeutet durch den gestrichelten Kreis) und zwei von dem Korpus radial vorstehende Flügel 40, die der Verschlussplatte 36 eine nicht-rotationssymmetrische Gestalt verleihen. Die radiale Richtung bezieht sich durchgehend in der Beschreibung auf die Bewegungsachse 17 oder Längsachse des Erregerkolbens 13. Die beiden Flügel 40 definieren die größte radiale Abmessung 41 der Verschlussplatte 36. Die beispielhaften Flügel 40 sind diametral von der Bewegungsachse 17 angeordnet. Die Verschlussplatte 36 kann anstelle zweier auch eine andere Anzahl von Flügeln aufweisen. Die Flügel 40 können parallel zu dem Kolbenboden 24 ausgebildet oder etwas geneigt gegenüber dem Kolbenboden 24 ausgebildet sein.

[0015] Der Hohlraum 31 hat einen zylindrischen Kern 42 (angedeutet durch den gestrichelten Kreis) und zwei radial vorspringende Aussparungen 43, die einen zu den Flügeln 40 komplementären, längs der Bewegungsachse 17 gleichbleibenden Querschnitt aufweisen. Die Kolbenwand 22 umschließt diesen Hohlraum 31. Die Kolbenwand 22 hat zwei Nuten 44, die parallel zu dem Kolbenboden 24 oder ggf. mit der Neigung der Flügel 40 gegenüber dem Kolbenboden 24 verlaufen (Fig. 7). Die Nuten 44 sind entgegen einer Drehrichtung 45 in die Aussparungen 43 geöffnet. Die Drehrichtung 45 bezieht sich in der Beschreibung durchgehend auf die Bewegungsachse 17 oder Längsachse des Erregerkolbens 13. Die Nuten 44 sind in der Drehrichtung 45 versetzt zu den Aussparungen 43. Die Nuten 44 können eine gleichbleibende Tiefe oder sich ändernde Tiefe entlang der Drehrichtung 45 aufweisen. Die Tiefe ist jedoch ausreichend bemessen, so dass ein radialer Abstand des Nutbodens von der Bewegungsachse 17 größer als die radiale Abmessung 41 der Verschlussplatte 36, d.h. der Abstand der Flügel 40 von der Bewegungsachse 17 ist. Die Anzahl und Anordnung der Nuten 44 um die Bewegungsachse 17 entspricht der Anordnung der Flügel 40 um die Bewegungsachse 17.

[0016] Die Verschlussplatte 36 wird soweit in den Erregerkolben 13 längs der Bewegungsachse 17 hineingeschoben, bis die Flügel 40 auf der gleichen Höhe wie die Nuten 44 sind. Danach kann die Verschlussplatte 36 um die Bewegungsachse 17 gedreht werden, wodurch die Flügel 40 in die Nuten 44 hineingleiten. Die Verschlussplatte 36 ist vorzugsweise um einen Drehwinkel zwischen 45 Grad und 90 Grad, beispielsweise wenigstens 60 Grad, beispielsweise höchstens 75 Grad, um die Bewegungsachse 17 drehbar. Der maximale Drehwinkel ist durch einen Anschlag 46 begrenzt, der beispielsweise durch die in Drehrichtung 45 geschlossene Nuten 44 oder einen Anschlag der Verschlussplatte 36 außerhalb der Nuten 44 erfolgt. Die Verschlussplatte 36 ist durch den Drehverschluss längs der Bewegungsachse 17 in dem Erregerkolben 13 fixiert. Die Flügel 40 liegen innerhalb der Nuten 44 an einer Anlagefläche 47 entgegen der Schlagrichtung 12 an. Die entgegen der Schlagrichtung 12 wirksamen Zugkräfte auf den Erregerkolben 13 werden über die Anlagefläche 47 eingeleitet. Der zwischen den beiden Lagerschalen 34, 37 eingeschlossene Kolbenbolzen 28 fixiert das Pleuel 18 in dem Erregerkolben 13.

[0017] Ein Sperrhaken 48 ist in der Nut 44 vorgesehen. In seiner verriegelnden Stellung greift der Sperrhaken 48 in die Nut 44 ein und hemmt ein Drehen der Flügel 40 in der Nut 44. Beim Drehen der Verschlussplatte 36 wird der Sperrhaken 48 durch den Flügel 40 in radialer Richtung nach Außen in seine freigebende Stellung ausgelenkt. Der Flügel 40 passiert den Sperrhaken 48 soweit, dass der Sperrhaken 48 nach dem Flügel 40 wieder in die verriegelnde Stellung zurückkehren kann. Der Flügel 40 ist in der Nut 44 zwischen dem Anschlag 46 und dem Sperrhaken 48 gefangen. Der beispielhafte Sperrhaken 48 ist an einem Federelement 49 aufgehängt, welches den Sperrhaken 48 in der verriegelnden Stellung treibt.

[0018] Die beispielhafte Nut 44 hat eine gleichbleibende Höhe 50, d.h. Abmessung längs der Bewegungsachse 17. Der Sperrhaken 48 hat eine geringere Höhe als die Nut 44. Der beispielhafte Flügel 40 hat eine flächige Platte 51 und einen Höcker 52. Die flächige Platte 51 kann in der Nut 44 an dem Sperrhaken 48 in Drehrichtung 45 vorbeigleiten, da sie längs der Bewegungsachse 17 nicht überlappen. Der Höcker 52 stößt an dem Sperrhaken 48 an. In der verriegelten Stellung der Verschlussplatte 36 ist der Höcker 52 zwischen dem Anschlag 46 und dem Sperrhaken 48 gefangen.

[0019] Die radialen Abmessungen der Flügel 40 und des Sperrhakens 48 sind derart bemessen, dass der Sperrhaken 48 für die freigebende Stellung über den Umfang der Kolbenwand 22 ausgelenkt sein muss. Ein radialer Abstand 53 des Sperrhaken 48 von der Bewegungsachse ist geringer als die radiale Abmessung 41 der Verschlussplatte 36 im Bereich des Flügels 40. Der Außenradius, d.h. der halbe Durchmesser 23 der Kolbenwand 22 bzw. der Innenradius des Führungsrohrs 15, ist geringer als die Summe des radialen Abstands des Flügels 40 zu der Bewegungsachse 17 und der radialen Abmessung des Sperrhakens 48. Beim dem in das Führungsrohr 15 eingesetzten Erregerkolben 13 hemmt das Führungsrohr 15 ein Auslenken des Sperrhakens 48 bis in die freigebende Stellung. Die Verschlussplatte 36 ist sicher verriegelt.

[0020] Der Sperrhaken 48 kann als Teil der Kolbenwand 22 ausgebildet sein. Der Sperrhaken 48 ist ein in die Nut 44 vorstehender Dorn. Die Kolbenwand 22 ist umliegend um den Dorn soweit geschwächt, dass die Kolbenwand 22 beim Andrücken des Flügels 40 in radialer Richtung nachgibt. Bei dem beispielhaften Sperrhaken 48 ist die Kolbenwand 22 angrenzend an den Sperrhaken 48 geschlitzt. Jeweils ein Längsschlitz 54 verläuft parallel zu der Nut 44 in Schlagrichtung 12 oberhalb und unterhalb des Sperrhakens 48. Ein Durchbruch 55 verläuft angrenzend zu dem Sperrhaken 48 parallel zu der Bewegungsachse 17 und verbindet die beiden Längsschlitze 54. Der von den Längsschlitzen 54 eingefasste Abschnitt der Kolbenwand 22 bildet in der Ausgestaltung als Festkörpergelenk das Federelement 49, welches sich bei der radialen Auslenkung in die freigebende Stellung des Sperrhakens 48 elastisch verhält. Die Schlitze 54 durchbrechen die Kolbenwand 22.

[0021] Der Erregerkolben 13 weist eine umfängliche Rille 56 an der Außenseite der Kolbenwand 22 auf. Ein Dichtring 57 ist die Rille 56 eingelegt. Die Rille 56 überlappt längs der Bewegungsachse 17 mit dem Kolbenbolzen 28.


Ansprüche

1. Handwerkzeugmaschine mit
einem Werkzeughalter (2) zum Haltern eines Werkzeugs (4),
einem Elektromotor (5),
einem pneumatischen Schlagwerk (6), das einen in einem Führungsrohr (15) längs einer Bewegungsachse (17) geführten Erregerkolben (13) und einen über eine pneumatische Kammer (19) an den Erregerkolben (13) angekoppelten Schläger (14) aufweist, wobei eine Kolbenwand (22) des Erregerkolbens (13) das Führungsrohr (15) berührt,
einem Pleuel (18), das an einem Ende mit einem Kolbenbolzen (28) in dem Erregerkolben (13) befestigt ist und mit einem anderen Ende mit dem Elektromotor (5) gekoppelt ist,
einem Lager (29) zum Lagern des Kolbenbolzens (28), das durch einen Kolbenboden (24) des Erregerkolbens (13) und eine in den Erregerkolben (13) eingesetzte, dem Kolbenboden (24) gegenüberliegende Verschlussplatte (36) gebildet ist,
einem Drehverschluss, der durch eine in einer Drehrichtung (45) um die Bewegungsachse (17) verlaufende Nut (44) in der Kolbenwand (22) des Erregerkolbens (13) und einem radial vorstehenden Flügel (40) der Verschlussplatte (36) gebildet ist, wobei der Flügel (40) in die Nut (44) eingreift, und
einem Sperrhaken (48) zum Verriegeln des Flügels (40) entgegen der Drehrichtung (45), wobei der Sperrhaken (48) in radialer Richtung zwischen einer verriegelnden Stellung und einer freigebenden Stellung verschwenkbar ist, wobei der Sperrhaken (48) in der freigebenden Stellung in radialer Richtung über die Außenabmessung (23) der Kolbenwand (22) ausgelenkt ist.
 
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der verriegelnden Stellung der Sperrhaken (48) in die Nut (44) eingreift und vollständig innerhalb der Außenabmessungen (23) der Kolbenwand (22) liegt.
 
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (53) des Sperrhakens (48) zur Bewegungsachse (17) geringer als eine radiale Abmessung (41) der Verschlussplatte (36) im Bereich des Flügels (40) ist.
 
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrhaken (48) monolithisch als ein Abschnitt der Kolbenwand (22) ausgebildet ist.
 
5. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein zu der Nut (44) paralleler Längsschlitz (54) in der Kolbenwand (22) angrenzend an den Sperrhaken (48) ausgebildet ist.
 
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitz (55) die Kolbenwand (22) durchbricht.
 
7. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrhaken (48) ein Federelement (49) aufweist, das den Sperrhaken (48) in die verriegelnde Stellung treibt.
 
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenboden (24) eine erste Lagerschale (34) aufweist, an der der Kolbenbolzen (28) in Schlagrichtung (12) anliegt, und dass die Verschlussplatte (36) eine zweite Lagerschale (37) aufweist, an der der Kolbenbolzen (28) entgegen der Schlagrichtung (12) anliegt.
 
9. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Flügel (40) einen flache Platte (51) und einen gegenüber der Platte (51) längs der Bewegungsachse (17) erhabenen Höcker (52) aufweist, wobei die flache Platte (51) entgegen der Schlagrichtung (12) an der Nut (44) anliegt.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente