(19)
(11) EP 3 118 553 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.01.2017  Patentblatt  2017/03

(21) Anmeldenummer: 15176758.9

(22) Anmeldetag:  15.07.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F26B 13/18(2006.01)
F26B 13/14(2006.01)
F26B 13/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder: Karl Mayer Rotal Srl
38017 Mezzolombardo (TN) (IT)

(72) Erfinder:
  • Paoli, Enzo
    38017 Mezzolombardo (IT)
  • Aldegheri, Stefano
    38123 Trento (IT)

(74) Vertreter: Knoblauch, Andreas 
Patentanwälte Dr. Knoblauch PartGmbB Reuterweg 51-53
60323 Frankfurt am Main
60323 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM TROCKNEN EINER FADENSCHAR


(57) Es wird eine Vorrichtung (1) zum Trocknen einer Fadenschar (2) angegeben mit einem Eingang, einem Ausgang und mindestens zwei Trockenzylindern zwischen dem Eingang und dem Ausgang, wobei ein Fadenscharpfad zwischen dem Eingang und dem Ausgang die Trockenzylinder auf einem Teil ihres Umfangs umschlingt.
Man möchte die Belastung der Fäden beim Trocknen klein halten.
Hierzu ist vorgesehen, dass jeder Trockenzylinder einen eigenen Rotationsantrieb aufweist und eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die die Rotationsantriebe einzeln ansteuert.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trocknen einer Fadenschar mit einem Eingang, einem Ausgang und mindestens zwei Trockenzylindern zwischen dem Eingang und dem Ausgang, wobei ein Fadenscharpfad zwischen dem Eingang und dem Ausgang die Trockenzylinder auf einem Teil ihres Umfangs umschlingt.

[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Trocknen einer Fadenschar, bei dem man die Fadenschar durch eine Trocknungsvorrichtung mit mindestens zwei Trockenzylindern zwischen einem Eingang und einem Ausgang leitet, wobei die Fadenschar die Trockenzylinder teilweise umschlingt.

[0003] Vor der Weiterverarbeitung zu einer textilen Flächenware müssen die Fäden einer Fadenschar in der Regel vorbehandelt werden. Ein Beispiel einer derartigen Vorbehandlung ist das sogenannte Schlichten, bei dem eine Schlichte auf die Fäden aufgetragen wird. Die Schlichte wird vielfach mit Hilfe einer wässrigen Lösung auf die Fäden aufgebracht, so dass die Fadenschar vor der Weiterverarbeitung getrocknet werden muss.

[0004] Eine Möglichkeit der Trocknung besteht darin, dass man die Fadenschar über Trockenzylinder leitet. Ein Trockenzylinder weist eine umlaufende Oberfläche auf, die beheizt ist. Wenn die Fadenschar auf dieser Oberfläche aufliegt, wird sie erwärmt, so dass die in einem Verfahrensschritt zuvor eingebrachte Feuchtigkeit, beispielsweise bei einem Schlichteauftrag, verdunsten kann.

[0005] Das Trocknen der Fadenschar ist zwar notwendig, belastet aber die Fäden, was zu einer Verschlechterung der Qualität der Fadenschar führen kann.

[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Belastung der Fäden beim Trocknen klein zu halten.

[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass jeder Trockenzylinder einen eigenen Rotationsantrieb aufweist und eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die die Rotationsantriebe einzeln ansteuert.

[0008] Damit ist es möglich, die Umlaufgeschwindigkeiten der Trockenzylinder an die Geschwindigkeit der Fadenschar anzupassen. Diese Geschwindigkeit ändert sich lokal beim Trocknen. So dehnen sich beispielsweise die Fäden der Fadenschar und die Spannung der Fäden steigt. Andere Arten von Fäden können schrumpfen. Durch die Steuerung der Rotationsantriebe kann man diesen Gegebenheiten Rechnung tragen und die Rotationsgeschwindigkeit und/oder das Drehmoment, mit dem die Rotationsantriebe die jeweiligen Trockenzylinder antreiben, gezielt auf die lokalen Bedingungen der Fäden der Fadenschar abstimmen.

[0009] Vorzugsweise steuert die Steuereinrichtung den Rotationsantrieb eines Trockenzylinders, der näher am Ausgang angeordnet ist, mit einer anderen Geschwindigkeit an, als den Rotationsantrieb eines Trockenzylinders, der weiter vom Ausgang entfernt ist. In einigen Fällen kann die Geschwindigkeit des Trockenzylinders, der näher am Ausgang angeordnet ist, höher sein als die Geschwindigkeit des Trockenzylinders, der weiter vom Ausgang entfernt ist. Damit trägt man der Tatsache Rechnung, dass sich die Fäden der Fadenschar dehnen, wenn sie über die Trockenzylinder geführt werden. Wenn sich die Fäden dehnen, muss bei einer konstanten Zufuhrgeschwindigkeit nach der Dehnung eine größere Länge Faden abgeführt werden. Dies lässt sich auf einfache Weise dadurch erreichen, dass man einen Trockenzylinder, auf den die Fadenschar später trifft, mit einer höheren Rotationsgeschwindigkeit als einen zuvor angeordneten Trockenzylinder antreibt. Damit lässt sich auf einfache Weise ein Schlupf zwischen der Fadenschar und der Oberfläche des Trockenzylinders verhindern oder zumindest klein halten. In anderen Fällen haben die Fäden ein anderes elastisches Verhalten, so dass sie sich zusammenziehen, wenn sie getrocknet werden. In diesen Fällen steuert die Steuereinrichtung den Rotationsantrieb des Trockenzylinders, der näher am Ausgang angeordnet ist, mit einer niedrigeren Geschwindigkeit an als den Rotationsantrieb eines Trockenzylinders, der weiter weg vom Ausgang angeordnet ist. Bevorzugterweise ist die Steuereinrichtung verbunden mit Mitteln zur Erfassung mindestens eines Parameters, der ausgewählt ist aus einer Gruppe, die Feuchtigkeit, Fadenspannung und Dehnung einer Fadenschar aufweist, die den Fadenscharpfad durchläuft. Die Steuereinrichtung bekommt dadurch Informationen, nach denen sie die Rotationsantriebe steuern kann.

[0010] Bevorzugterweise weisen die Mittel mindestens einen Sensor auf. Mit einem derartigen Sensor, der beispielsweise durch Tänzerwalzen gebildet ist, um eine Spannung der Fäden festzustellen, oder der als Feuchtigkeitssensor ausgebildet ist, um die Feuchtigkeit der Fäden festzustellen, lässt sich auf einfache Weise die Information gewinnen, die die Steuereinrichtung benötigt.

[0011] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Mittel eine Antriebsparameter-Auswerteeinrichtung aufweisen. Wenn die Rotationsantriebe beispielsweise als Elektromotoren ausgebildet sind, lässt sich aus Kenngrößen der zugeführten elektrischen Energie, wie Strom, Spannung, Leistung und/oder Frequenz, eine Information über die Drehgeschwindigkeit und/oder das aufgebrachte Drehmoment gewinnen. Wenn sich beispielsweise die Oberfläche eines Trockenzylinders mit einem Schlupf gegenüber der Fadenschar bewegt, dann ändert sich die Stromaufnahme des entsprechenden Rotationsantriebs. Dies lässt sich durch die Antriebsparameter-Auswerteeinrichtung leicht ermitteln.

[0012] Vorzugsweise steuert die Steuereinrichtung die Rotationsantriebe auf eine gleiche Dehnung der Fadenschar pro Trockenzylinder. Mit anderen Worten nimmt die Länge der Fadenschar bei jedem Trockenzylinder um das gleiche Maß zu. Dementsprechend erhöht sich auch die Rotationsgeschwindigkeit und damit auch die Umlaufgeschwindigkeit der Oberfläche des Trockenzylinders von Trockenzylinder zu Trockenzylinder um das gleiche Maß.

[0013] In einer alternativen Ausgestaltung ist bevorzugterweise vorgesehen, dass die Steuereinrichtung die Rotationsantriebe auf eine gleiche Fadenspannungszunahme der Fadenschar pro Trockenzylinder steuert. Da die verbleibende Feuchtigkeit in den Fäden bei jedem Trockenzylinder weiter reduziert wird, ändert sich das elastische Verhalten der Fäden entsprechend. In diesem Fall ist die Geschwindigkeitsveränderung der Trockenzylinder nicht linear, wird aber entsprechend der Fadenspannungszunahme gesteuert.

[0014] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass man die Trockenzylinder einzeln ansteuert.

[0015] Wie oben im Zusammenhang mit der Vorrichtung beschrieben, ist es damit auf einfache Weise möglich, die Umlaufgeschwindigkeit der Trockenzylinderoberflächen an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten der Fadenschar anzupassen. Wenn die Fadenschar trocknet, dann ändert sich das elastische Verhalten und die Fäden der Fadenschar dehnen sich oder schrumpfen. Durch eine einzelne Ansteuerung der Trockenzylinder, also die Einstellung der Rotationsgeschwindigkeit und damit der Umlaufgeschwindigkeit der Oberfläche der Trockenzylinder, lässt sich nun erreichen, dass man dem zunehmenden Trocknungsverlauf Rechnung trägt.

[0016] Hierbei ist bevorzugt, dass man einen Trockenzylinder, der näher am Ausgang angeordnet ist, mit einer anderen Geschwindigkeit antreibt als einen Trockenzylinder, der weiter vom Ausgang entfernt ist. Bei einer höheren Geschwindigkeit trägt man der Tatsache Rechnung, dass sich die Fäden beim Trocknen etwas dehnen. Bei einer konstanten Zufuhrgeschwindigkeit muss nach einer Dehnung des Fadens mehr Länge pro Zeit abtransportiert werden. Dies wird durch eine Steigerung der Drehgeschwindigkeiten der Trockenzylinder im Verlaufe der Trocknung erreicht. Wenn die Fäden schrumpfen, nimmt die Drehgeschwindigkeit der Trockenzylinder vom Eingang zum Ausgang ab.

[0017] Vorzugsweise erfasst man mindestens einen Parameter der Fadenschar, der aus der Gruppe Feuchtigkeit, Fadenspannung und Dehnung der Fadenschar gewählt ist, und wählt die Geschwindigkeit der Trockenzylinder in Abhängigkeit von dem mindestens einen Parameter. Damit lässt sich eine Zielgröße vorgeben, auf die die Drehgeschwindigkeit der Trockenzylinder eingestellt werden soll.

[0018] Vorzugsweise erfasst man den Parameter mit Hilfe mindestens eines Sensors. Ein derartiger Sensor kann beispielsweise mit der Fadenschar berührend oder berührungslos zusammenwirken.

[0019] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass man den Parameter aus Antriebsparametern der Rotationsantriebe ermittelt. In diesem Fall ist ein zusätzlicher Eingriff in die Fadenschar nicht erforderlich. Antriebsparameter können beispielsweise Strom und/oder Spannung und/oder Leistung und/oder Frequenz sein, die man den elektrischen Rotationsantrieben zuführt.

[0020] Vorzugsweise steuert man die Trockenzylinder auf eine gleiche Dehnung der Fadenschar pro Trockenzylinder.

[0021] Alternativ dazu kann vorgesehen sein, dass man die Trockenzylinder auf eine gleiche Fadenspannungszunahme pro Trockenzylinder steuert. Die Wahl der richtigen Führungsgröße richtet sich beispielsweise nach den Eigenschaften der zu trocknenden Fadenscharen. Fäden mit einer höheren Elastizität werden vorzugsweise auf eine gleiche Dehnung gesteuert. Weniger elastische Fäden werden vorzugsweise so gesteuert, dass ihre Spannung bei jedem Trockenzylinder um das gleiche Maß zunimmt.

[0022] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1
eine stark schematisierte Darstellung einer Vorrichtung zum Trocknen einer Fadenschar,
Fig. 2
verschiedene Kenngrößen der Fadenschar bei einer ersten Vorgehensweise und
Fig. 3
die Kenngrößen der Fadenschar bei einer zweiten Vorgehensweise.


[0023] Eine Vorrichtung 1 zum Trocknen einer Fadenschar 2 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel vier Trockenzylinder 3, 4, 5, 6 auf. Die Fadenschar 2 ist so durch die Vorrichtung 1 hindurchgeführt, dass sie jeden Trockenzylinder mit einem möglichst großen Umschlingungswinkel umschlingt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel umschlingt die Fadenschar 2 jeden der Trockenzylinder 3-6 um mindestens 180°. Die Fadenschar 2 liegt dabei auf der Oberfläche der jeweiligen Trockenzylinder 3-6 auf. Die Trockenzylinder 3-6 sind in hier nicht dargestellter Weise beheizt, d.h. die Oberfläche der Trockenzylinder 3-6 weist eine erhöhte Temperatur auf.

[0024] Die erhöhte Temperatur der Oberflächen der Trockenzylinder 3-6 bewirkt, dass eine Feuchtigkeit, die in der Fadenschar 2 enthalten ist, verdunstet, die Fadenschar 2 also beim Durchlaufen durch die Vorrichtung 1 getrocknet wird.

[0025] Jeder Trockenzylinder 3-6 weist einen eigenen Rotationsantrieb 7, 8, 9, 10 auf. Die Rotationsantriebe 7-10 sind mit einer Steuereinrichtung 11 verbunden, die die Rotationsantriebe 7-10 einzeln ansteuert. Die Steuereinrichtung 11 kann dabei Mittel 12 umfassen und die Antriebsparameter der Rotationsantriebe 7-10 auswerten. Bei diesen Antriebsparametern kann es sich beispielsweise um den von dem jeweiligen Rotationsantrieb 7-10 aufgenommenen Strom oder die Spannung oder elektrische Leistung handeln. Auch die Frequenz kann durch die Mittel 12 ermittelt werden, um so beispielsweise eine Aussage über die Rotationsgeschwindigkeit der jeweiligen Trockenzylinder 3-6 und damit über eine Umlaufgeschwindigkeit der Oberfläche der Trockenzylinder 3-6 zu gewinnen.

[0026] Die Steuereinrichtung kann auch mit schematisch dargestellten Sensoren 13-16 in Verbindung stehen (die Verbindungen sind hier aus Gründen der Übersicht nicht eingezeichnet), um bestimmte Parameter der Fadenschar 2 zu ermitteln. Zu diesen Parametern können beispielsweise Feuchtigkeit, Fadenspannung oder Dehnung der Fadenschar 2 gehören.

[0027] Wenn die Fadenschar 2 die Vorrichtung 1 zum Trocknen durchläuft, nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Fadenschar ab. Diese Feuchtigkeitsabnahme ist beim ersten Trockenzylinder 3 am größten und beim letzten Trockenzylinder 6 am kleinsten. Mit der Abnahme der Feuchtigkeit ändert sich das elastische Verhalten der Fäden der Fadenschar 2. Darüber hinaus dehnen sich die Fäden der Fadenschar 2.

[0028] Die Figuren 2 und 3 zeigen nun unterschiedliche Konzepte, um die Rotationsantriebe 7-10 durch die Steuereinrichtung 11 zu steuern.

[0029] In Figur 2 ist eine Vorgehensweise dargestellt, bei der die Fadenspannungszunahme bei jedem Trockenzylinder 3-6 gleich sein soll.

[0030] Im Einzelnen zeigt Figur 2 mit verschiedenen Kurvenverläufen die Feuchtigkeit 17, die Dehnung 18 und die Spannung 19 der Fäden der Fadenschar. Darüber hinaus sind die Geschwindigkeiten 20 der Oberflächen der Trockenzylinder 3, 4, 5, 6 dargestellt und die Geschwindigkeit 21 der Fadenschar 2 am Eingang 22 der Vorrichtung 1.

[0031] Man kann erkennen, dass die Abnahme der Feuchtigkeit 17 am ersten Trockenzylinder 3 am größten ist. Die weiteren Trockenzylinder 4, 5, 6 bewirken zwar ebenfalls eine Verringerung der Feuchtigkeit 17, die absolute Feuchtigkeitsabnahme pro Trockenzylinder ist jedoch geringer.

[0032] Die größte Dehnung der Fäden der Fadenschar 2 ergibt sich zwischen dem Eingang 22 der Vorrichtung 1 und dem ersten Trockenzylinder 3. Dementsprechend ist die Geschwindigkeit 20 der Oberfläche des ersten Trockenzylinders 3 auch größer als die Geschwindigkeit 21 der Fadenschar 2 am Eingang 22 der Vorrichtung 1.

[0033] Die Trockenzylinder sind nun so gesteuert, dass die Zunahme der Fadenspannung 19 bei jedem der Trockenzylinder 3, 4, 5, 6 gleich ist. Diese Zunahme ist durch Doppelpfeile 24 dargestellt.

[0034] Da die in der Fadenschar 2 verbleibende Feuchtigkeit zunehmend vermindert wird, ändert sich das elastische Verhalten der Fäden entsprechend. Als Ergebnis wird die Geschwindigkeit 20, mit der sich die Oberflächen der Trockenzylinder 3, 4, 5, 6 bewegen, entsprechend erhöht. Diese Erhöhung erfolgt hier nicht linear. Gleichwohl ist die Geschwindigkeit der Oberfläche des letzten Trockenzylinders 6, also des Trockenzylinders der dichter an einem Ausgang 23 der Vorrichtung 1 angeordnet ist, größer als die Geschwindigkeiten der vorangehenden Trockenzylinder 3-5.

[0035] Für andere Arten von Fäden kann man auch vorsehen, dass der Trockenzylinder, der näher am Ausgang 23 der Einrichtung 1 angeordnet ist, mit einer geringeren Rotationsgeschwindigkeit angetrieben wird als die Rotationsgeschwindigkeiten der vorangehenden Trockenzylinder 3-5.

[0036] Die gesamte Fadenspannungsdifferenz zwischen dem Eingang 22 und dem Ausgang 23, also zwischen einer vorangegangenen Behandlungseinrichtung (beispielsweise einer Schlichteeinrichtung) und einer nachgeschalteten Behandlungseinrichtung, wird in gleichgroße Schritte unterteilt.

[0037] Wenn beispielsweise die Fadenspannung am Eingang 22 2000 N und die Fadenspannung am Ausgang 23 3500 N beträgt, dann muss jeder der vier Trockenzylinder 3-6 die Spannung um 375 N erhöhen.

[0038] Figur 3 zeigt eine andere Vorgehensweise. Auch hier sind die Feuchtigkeit 17, die Dehnung 18 und die Spannung 19 der Fadenschar 2 sowie die Geschwindigkeit 20 der Trockenzylinder 3-6 dargestellt. Ebenfalls dargestellt ist die Geschwindigkeit 21 der Fadenschar 2 am Eingang 22.

[0039] In dieser Vorgehensweise werden die Trockenzylinder 3-6 so gesteuert, dass sich bei jedem der Trockenzylinder 3-6 die gleiche Dehnung 25 ergibt.

[0040] Dies hat zur Folge, dass die Fadenspannung mehr als linear ansteigt, was auf die abnehmende Elastizität der Fäden zurückzuführen ist.

[0041] Die Wahl der Vorgehensweise richtet sich nach den Eigenschaften der Fadenschar. Fäden mit einer höheren Elastizität werden bevorzugt mit einer gleichbleibenden Dehnung pro Trockenzylinder 3-6 behandelt. Weniger elastische Fäden werden vorzugsweise mit einer gleichbleibenden Fadenspannungszunahme pro Trockenzylinder behandelt.

[0042] Mit beiden Vorgehensweisen kann man erreichen, dass ein Schlupf zwischen der Fadenschar 2 und den Oberflächen der Trockenzylinder 3-6 vermieden wird. Dadurch wird die Fadenschar weniger beansprucht und aufgeraut.

[0043] Die Steuereinrichtung 11 kann die notwendigen Informationen von den Sensoren 13-16 (andere Sensoren können zusätzlich oder alternativ vorgesehen sein) gewinnen. Derartige Sensoren können beispielsweise pneumatisch vorgespannte Tänzerwalzen sein, um die Fäden zu spannen. Man kann Federn oder andere Sensoren verwenden, um die notwendige Information von der Fadenschar 2 auf den Trockenzylindern 3-6 oder zwischen den Trockenzylindern 3-6 zu gewinnen.

[0044] Bei einer sensorlosen Betriebsweise kann man die Parameter der Rotationsantriebe 7-10 auswerten, beispielsweise Drehmoment, Geschwindigkeit, Schlupf, Leistung, Motorstrom, Motorspannung etc.

[0045] Mit den dargestellten Vorgehensweisen kann man die lokale Feuchtigkeit und Elastizität der Fadenschar berücksichtigen. Als Ergebnis wird die Qualität der Fadenschar signifikant verbessert, weil die Fäden weicher, elastischer, widerstandsfähiger und deswegen in einem wesentlich besseren Zustand für die Weiterverarbeitung sind.

[0046] Damit ergibt sich bei der Weiterverarbeitung der Fadenschar 2 beispielsweise ein besserer Baumaufbau. Bei einer glatteren Oberfläche der Fäden der Fadenschar 2 kann man etwas Schlichte einsparen.

[0047] Wenn man den Schlupf zwischen der Fadenschar 2 und dem Trockenzylinder 3-6 vermeiden kann, wird die Staubentwicklung erheblich vermindert, was unter Umweltschutzgesichtspunkten von Vorteil ist. Dargestellt wurde eine Vorgehensweise bei Fäden, die sich mit abnehmendem Feuchtigkeitsgehalt dehnen. Bei anderen Fäden, die mit abnehmendem Feuchtigkeitsgehalt schrumpfen, kann man entsprechend vorgehen, wobei dann die Geschwindigkeit der Oberflächen der Trockenzylinder 3-6 vom Eingang 22 zum Ausgang 23 abnimmt.


Ansprüche

1. Vorrichtung (1) zum Trocknen einer Fadenschar (2) mit einem Eingang (22), einem Ausgang (23) und mindestens zwei Trockenzylindern (3-6) zwischen dem Eingang (22) und dem Ausgang (23), wobei ein Fadenscharpfad zwischen dem Eingang (22) und dem Ausgang (23) die Trockenzylinder (3-6) auf einem Teil ihres Umfangs umschlingt, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Trockenzylinder einen eigenen Rotationsantrieb (7-10) aufweist und eine Steuereinrichtung (11) vorgesehen ist, die die Rotationsantriebe (7-10) einzeln ansteuert.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (11) den Rotationsantrieb (10) eines Trockenzylinders (6), der näher am Ausgang (23) angeordnet ist, mit einer anderen Geschwindigkeit ansteuert als den Rotationsantrieb (7) eines Trockenzylinders (3), der weiter vom Ausgang (23) entfernt ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (11) verbunden ist mit Mitteln (12; 13-16) zur Erfassung mindestens eines Parameters, der ausgewählt ist aus einer Gruppe, die Feuchtigkeit, Fadenspannung und Dehnung einer Fadenschar (2) aufweist, die den Fadenscharpfad durchläuft.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel mindestens einen Sensor (13-16) aufweisen.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel eine Antriebsparameter-Auswerteeinrichtung (12) aufweisen.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (11) die Rotationsantriebe (7-10) auf eine gleiche Dehnung der Fadenschar (2) pro Trockenzylinder (3-6) steuert.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (11) die Rotationsantriebe (7-10) auf eine gleiche Fadenspannungszunahme der Fadenschar (2) pro Trockenzylinder (3-6) steuert.
 
8. Verfahren zum Trocknen einer Fadenschar (2), bei dem man die Fadenschar (2) durch eine Trocknungsvorrichtung (1) mit mindestens zwei Trockenzylindern (3-6) zwischen einem Eingang (22) und einem Ausgang (23) leitet, wobei die Fadenschar (2) die Trockenzylinder (3-6) teilweise umschlingt, dadurch gekennzeichnet, dass man die Trockenzylinder (3-6) einzeln ansteuert.
 
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Trockenzylinder (3-6), der näher am Ausgang (23) angeordnet ist, mit einer höheren Geschwindigkeit antreibt als einen Trockenzylinder (3), der weiter vom Ausgang (23) entfernt ist.
 
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen Parameter der Fadenschar (2) erfasst, der aus der Gruppe Feuchtigkeit, Fadenspannung und Dehnung der Fadenschar gewählt ist, und die Geschwindigkeit der Trockenzylinder (3-6) in Abhängigkeit von dem mindestens einen Parameter wählt.
 
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass man den Parameter mit Hilfe mindestens eines Sensors (13-16) erfasst.
 
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass man den Parameter aus Antriebsparametern der Rotationsantriebe (7-10) ermittelt.
 
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Trockenzylinder (3-6) auf eine gleiche Dehnung der Fadenschar (2) pro Trockenzylinder steuert.
 
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Trockenzylinder (3-6) auf eine gleiche Fadenspannungszunahme der Fadenschar (2) pro Trockenzylinder steuert.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht