(19)
(11) EP 2 283 193 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.02.2017  Patentblatt  2017/05

(21) Anmeldenummer: 09741782.8

(22) Anmeldetag:  19.03.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05B 9/04(2006.01)
E05B 29/00(2006.01)
E05B 15/16(2006.01)
E05B 45/10(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2009/002044
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2009/135563 (12.11.2009 Gazette  2009/46)

(54)

DRAHTVERSTÄRKUNG FÜR EIN KUNSTSTOFF-SCHLIESSZYLINDERGEHÄUSE UND HERSTELLVERFAHREN

WIRE REINFORCEMENT FOR A PLASTIC CYLINDER LOCK CASING AND MANUFACTURING METHOD

RENFORCEMENT À FIL POUR UN BOÎTIER EN PLASTIQUE D'UNE SERRURE CYLINDRIQUE ET PROCÉDÉ DE FABRICATION


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 07.05.2008 DE 102008001627

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.02.2011  Patentblatt  2011/07

(73) Patentinhaber: Huf Hülsbeck & Fürst GmbH & Co. KG
42551 Velbert (DE)

(72) Erfinder:
  • JACOB, Dirk
    42579 Heiligenhaus (DE)

(74) Vertreter: Zenz Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Rüttenscheider Straße 2
45128 Essen
45128 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 060 862
FR-A- 1 261 278
GB-A- 2 082 664
US-A1- 2007 271 777
DE-A1- 3 134 471
FR-A- 2 308 765
US-A- 3 967 481
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schließzylinderbauteil für ein Kraftfahrzeug. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Zylindergehäuse bzw. eine Zylinderführung für einen Schließzylinder eines Kraftfahrzeugs. Das Zylindergehäuse weist eine in Längsrichtung des Zylindergehäuses angeordnete Öffnung auf, in welche ein Zylinderkern mit wenigstens einer im Zylinderkern beweglich angeordneten Zuhaltung drehbar aufnehmbar ist. In dem Zylindergehäuse ist wenigstens eine Zuhaltungsaufnahme ausgebildet, in welche die bewegliche Zuhaltung wenigstens teilweise eintauchen kann, um den Zylinderkern gegen das Zylindergehäuse drehfest festzuhalten.

    [0002] Schließzylinder für Kraftfahrzeuge weisen üblicherweise ein Zylindergehäuse und einen Zylinderkern auf. Ein solcher Schließzylinder ist beispielsweise aus der DE 103 13 125 A1 bekannt. Der Zylinderkern ist drehbar in dem Zylindergehäuse gelagert. In dem Zylinderkern sind Zuhaltungen verschiebbar und federbelastet aufgenommen, welche je nach Einwirkung eines eingeschobenen Schlüssels unterschiedlich tief in das Zylindergehäuse eintauchen können. Taucht eine der Zuhaltungen in das Zylindergehäuse ein, wird eine Drehung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse verhindert. Nur wenn ein passender eingeschobener Schlüssel die Zuhaltungen außer Eingriff mit dem Zylindergehäuse bringt, diese also gänzlich im Zylinderkern verschwinden, ist die Drehung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse möglich und eine Entriegelung des Schlosses erfolgt. Wird hingegen kein Schlüssel eingeschoben oder wird der falsche Schlüssel eingeschoben, befinden sich die Zuhaltungen in Eingriff mit dem Zylindergehäuse und sperren eine Drehung, da sie teilweise in dem Zylinderkern und teilweise in das feststehende Zylindergehäuse eintauchen. Dazu sind in dem Zylindergehäuse entsprechende Ausnehmungen ausgebildet, in welche die Zuhaltungen eintauchen bzw. eingreifen können.

    [0003] Gemäß dem Stand der Technik werden Zylindergehäuse aus Metall gefertigt, also beispielsweise im Zink-Druckgussverfahren hergestellt. Dabei kommen oft Zink-Legierungen (Zamac) zum Einsatz, welche die erforderlichen mechanischen Eigenschaften aufweisen, um einer Belastung standzuhalten, welche durch eine Drehung des gesperrten Zylinderkerns gegen das Zylindergehäuse ausgeübt wird.

    [0004] Die Herstellung derartiger Zylindergehäuse ist kostenaufwändig und rohstoffintensiv.

    [0005] Das Dokument DE3134471A1 beschreibt ein Zylinderschloss mit Zuhaltungen und einem Gehäuse aus faserverstärkten Kunststoffen.

    [0006] Aus der FR2308765A1 ist ein Schloss mit zylindrischem Rotor in einem Stator aus selbstschmierendem Kunststoff bekannt. Der Rotor hat eine Anzahl von radial verschiebbaren Zuhaltungen.

    [0007] GB2082664A offenbart ein Zylinderschloss mit einem Stator aus Kunststoffmaterial mit Ausnehmungen die Weichmetalleinsätze aufweisen, um den Verschleiß Ausnehmungen zu verringern.

    [0008] Die FR1261278A beschreibt ein Schloss mit einem Schließzylinder aus Kunststoff und einem Stator zur Aufnahme des Schließzylinders, wobei zwischen diesen Bauteilen eine metallische Verstärkungseinlage eingebracht ist.

    [0009] US3967481A beschreibt ein Schloss, bei dem federbelastete Zuhaltungen mit elektrische Signalleitungen verbunden sind. Ein in das Schloss eingeschobener Schlüssel kann die Zuhaltungen verschieben und Schaltkontakte herstellen.

    [0010] Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Schließzylinderanordnung zu ermöglichen, insbesondere ein verbessertes Zylindergehäuse bereitzustellen, welches Sicherheitsanforderungen genügt und vorteilhaft in der Herstellung und Verwendung ist.

    [0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Zylindergehäuse mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Zylindergehäuses mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7.

    [0012] Gemäß der Erfindung ist das Zylindergehäuse aus einem Kunststoff gebildet und in dem Kunststoff ist eine Verstärkungseinlage von Kunststoff umschlossen eingebettet. Die Verstärkung ist benachbart zu der Zuhaltungsaufnahme ausgebildet und weist gegenüber dem Material des Kunststoffs des Zylindergehäuses eine erhöhte Festigkeit auf. Die Verstärkungseinlage ist so in dem Material des Zylindergehäuses eingebettet und platziert, dass sie an eine Anlagefläche für die Zuhaltungen angrenzt, auf welche die Zuhaltungen bei einer Drehung des gesperrten Zylinderkerns einwirken.

    [0013] Die Verstärkungseinlage erhöht in einem Bereich die mechanische Belastbarkeit des Zylindergehäuses, der bei einer Belastung des Schließzylinders durch eine unberechtigte Betätigung besonders beansprucht wird. Tauchen die Zuhaltungen in die Aufnahmen im Zylindergehäuse ein und sperren daher den Schließzylinder gegen eine Drehung und Entsperrung des zugehörigen Schlosses, so gelangen die Zuhaltungen bei einer gewaltsamen Drehung in Anlage an die Anlageflächen der Zuhaltungsaufnahme und üben eine Kraft auf diese aus. Die Verstärkungseinlage ist erfindungsgemäss in diesem Bereich in das Material eingebettet und darin umschlossen, nimmt einen Teil der Kraft von den Zuhaltungen auf und verteilt die Kraft über die gesamte Erstreckung der Verstärkungseinlage. Insbesondere wird verhindert, dass die Zuhaltungen, die regelmäßig mit einer schmalen Seite auf das Zylindergehäuse einwirken, in das Kunststoffmaterial einschneiden. Die Verstärkungseinlage nimmt nämlich die punktuell oder konzentriert einwirkende Kraft auf und verteilt den hohen Druck auf die Erstreckung der Verstärkung, wodurch der Druck auf den Kunststoff verringert wird. Die gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung eingebettete Verstärkungseinlage ist vollständig von dem Material des Zylindergehäuses umschlossen. Die Verstärkungseinlage kann unmittelbar unter der Oberfläche der Anlagefläche platziert sein oder in geringem Abstand zu der Oberfläche im Inneren des Zylindergehäusekörpers.

    [0014] Wird das Zylindergehäuse auf diese Weise mit einer solchen Verstärkungseinlage ausgebildet, so kann für das Kunststoffmaterial des Zylindergehäuses eine geringere Festigkeit des Materials gewählt werden.

    [0015] Üblicherweise ist es erforderlich, dass sicherheitsrelevante Türschlösser von Kraftfahrzeugen ein Drehmoment von etwa 50 Nm aufnehmen können, ohne dass eine Zerstörung des Schließzylinders erfolgt. Die Ausbildung aus einem Kunststoff mit einer eingebetteten Verstärkungseinlage gewährleistet diese Belastbarkeit im sicherheitsrelevanten Bereich.

    [0016] Vorzugsweise ist der Kunststoff, aus welchem das Zylindergehäuse gebildet ist, ein faserverstärkter oder kugelverstärkter Werkstoff.

    [0017] Faserverstärkte Werkstoffe oder auch sogenannte Verbundmaterialien weisen besondere Werkstoffeigenschaften auf. Die oben bereits erwähnte Kunststoffreihe mit der Markenbezeichnung Grivory ist beispielsweise als Konstruktionswerkstoff mit 30 Gew.%, 40 Gew.%, 50 Gew.% oder 60 Gew.% Glasfaseranteil erhältlich und zu verarbeiten. Derartige Werkstoffe weisen Eigenschaften auf, die ihre Verwendung zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Zylindergehäuses besonders vorteilhaft machen. Insbesondere sind sie ausreichend hart und zugfest, um den Belastungen Stand zu halten, die bei einem gewaltsamen Zugriff auf einen Schließzylinder und insbesondere das Zylindergehäuse einwirken. Die Zugfestigkeit derartiger Materialien ist regelmäßig gemäß ISO 527 im Bereich von 230 bis 270 MPa, wobei die Härte solcher Materialien nach ISO 868 im Bereich von D 94 liegt (Shore-D Härte).

    [0018] Trotz dieser Eigenschaften sind diese Materialien mit Spritzgießtechniken zu verarbeiten, wobei dies deutlich einfacher möglich ist, als bei der Herstellung herkömmlicher Zylindergehäuse mit Alu-Druckgussverfahren. Vorzugsweise ist die Verstärkungseinlage aus einem elektrisch leitfähigen Material gebildet.

    [0019] Während das Zylindergehäuse aus einem Kunststoff mit geringer elektrischer Leitfähigkeit gebildet ist, kann die Verstärkungseinlage aus einem elektrisch leitfähigen Material gebildet sein. Dies eröffnet neue Möglichkeiten einer Funktionalität des Schließzylinders bzw. des Zylindergehäuses insbesondere. Ein derartiges leitfähiges Material als Verstärkungseinlage kann beispielsweise als Sensor verwendet werden, um gewaltsame Zugriffsversuche zu detektieren. Dazu ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung die Verstärkungseinlage kontaktierbar, um ein elektrisches Signal anzulegen oder abzufragen, wobei eine Einrichtung zur Auswertung des Signals vorgesehen ist.

    [0020] Solange die elektrisch leitfähige Einlage vom nichtleitfähigen Kunststoffmaterial des Zylindergehäuses umschlossen ist, kann ein Spannungssignal beispielsweise an die leitfähige Einlage angelegt werden. Erfolgt ein gewaltsamer Zugriff, so wird die elektrisch leitfähige Einlage entweder von den ebenfalls metallischen Zuhaltungen kontaktiert oder kann von diesen beschädigt oder durchtrennt werden. Dies ist durch die Auswertung eines elektrischen Signals oder eine Überwachung der elektrischen Signale an der leitfähigen Einlage in dem Zylindergehäuse detektierbar. Eine gewaltsame Betätigung des Türschlosses kann so erfasst werden und der Zugriff auf die weiteren Fahrzeugfunktionen unterbunden werden. Diese Funktionalität ist nur dank der erfindungsgemässen Gestaltung des Schliesszylinders möglich, da als Material für das Zylindergehäuse ein nicht-leitfähiges Kunststoffmaterial Verwendung findet. Damit zeigt sich, dass die Kombination des mechanisch hochstabilen Kunststoffes mit der metallischen Einlage gänzlich neue Funktionalitäten für die Sicherheitsfunktionen eines Fahrzeuges bietet.

    [0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind mehrere Verstärkungseinlagen in das Zylindergehäuse eingebettet.

    [0022] Sind mehrere Verstärkungseinlagen im Material des Zylindergehäuses eingeschlossen, können diese an verschiedenen Positionen angeordnet sein und aus verschiedenen Materialien gebildet sein. Regelmäßig weisen Zylinderkerne an zwei in radialer Richtung diametralen Orten Einschuböffnungen für die Zuhaltungen aus. Die Zuhaltungen können also zu zwei gegenüberliegenden Seiten aus dem Zylinderkern austreten und in zugehörige Ausnehmungen im Zylindergehäuse eintauchen. Vorzugsweise weist jede dieser Aufnahmeöffnungen für die Zuhaltungen wenigstens eine Verstärkungseinlage auf, die in Aufbruchsrichtung an der Aufnahme für die Zuhaltungen angeordnet ist. Diese Verstärkungseinlagen können alle aus identischen Materialien und in identischer Ausführung gebildet sein oder unterschiedlich ausgebildet sein, zum Beispiel kann eine der Verstärkungseinlagen gleichzeitig die oben bereits erwähnte Sensorfunktion übernehmen.

    [0023] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung eines Zylindergehäuses für einen Schließzylinder eines Kraftfahrzeuges offenbart. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zur Herstellung des Zylindergehäuses ein Metalldraht durch die Kavität eines Werkzeuges einer Spritzgießmaschine gespannt, wobei der Metalldraht in axialer Richtung des zu bildenden Schließzylinders gespannt wird. Ein Kunststoff wird in das Werkzeug eingespritzt und der Metalldraht wird dabei umschlossen und so in das Innere des Materials des Schließzylinders eingebettet. Das ausgehärtete Werkstück mit dem eingebetteten Metalldraht wird ausgeworfen. Die Spannung des Metalldrahtes durch die Kavität des Werkzeugs vor dem Einspritzen des Kunststoffs stellt eine vollständige Erstreckung des Metalldrahts durch das Werkstück sicher. Auf diese Weise kann der erfindungsgemäße Effekt des Zylindergehäuses erzielt werden und es ist sichergestellt, dass die Verstärkungseinlage aus dem Metalldraht an beiden Seiten zugreifbar freiliegt.

    [0024] Vorzugsweise wird der Metalldraht von einem Drahtvorrat abgewickelt und durch die Kavität des Werkzeuges gespannt. Vor oder nach dem Spritzgießvorgang wird der Metalldraht dann beidseitig des Werkstückes abgelängt. Falls eine Verwendung des Metalldrahtes als Sensor geplant ist, kann beim oder nach dem Ablängen auch eine Kontaktierung des Metalldrahts erfolgen oder der Metalldraht wird in einem vorgegebenen Abstand vom Zylindergehäuse abgelängt, um Kontakte für eine Clip-Verbindung oder Lötverbindung stehen zu lassen.

    [0025] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Ansprüchen angegeben.

    [0026] Die Erfindung wird nun anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.

    Figur 1 zeigt eine schematische Schnittansicht durch einen Schließzylinder mit einem Zylindergehäuse gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    Figur 2 zeigt den in Figur 1 dargestellten Schließzylinder in Entriegelungsstellung und mit eingeschobenem Schlüssel.



    [0027] In Figur 1 ist ein Querschnitt durch einen Schließzylinder 1 gezeigt. Das Schließzylindergehäuse 2 umgibt den Schließzylinderkern 3. Der Zylinderkern 3 ist drehbar in dem Gehäuse 2 aufgenommen. In dem Zylinderkern 3 ist eine radial durchgehende Ausnehmung 4 ausgebildet, in der eine Zuhaltung 5 verschiebbar aufgenommen ist. Die Zuhaltung 5 kann sich quer zu der Längsachse des Zylinderkerns 3 verschieben und ist durch eine Feder 6 gegen einen Anschlag im Zylinderkern vorgespannt.

    [0028] In dem Zylindergehäuse 2 sind diametral gegenüberliegende Ausnehmungen 8 und 9 angeordnet. Bei der in Figur 1 gezeigten Ausrichtung des Zylindergehäuses 2 und des Zylinderkerns 3 zueinander gehen die Ausnehmungen 4 in dem Zylinderkern 3 und die Ausnehmungen 8, 9 in dem Zylindergehäuse 2 ineinander über, da die jeweiligen Begrenzungen fluchten. In dieser Stellung kann die Zuhaltung 5, gedrängt durch die Vorspannung der Feder 6 durch die Ausnehmung 4 mit einem Endabschnitt in die Ausnehmung 9 hineingleiten. Die Zuhaltung 5 steht damit sowohl mit der Ausnehmung 9 als auch mit der Ausnehmung 4 in Eingriff und verriegelt den Zylinderkern 3 gegen eine Verdrehung in dem Zylindergehäuse 2.

    [0029] In axialer Richtung (in Figur 1 aus der Blattebene heraus oder in die Blattebene hinein) sind mehrere derartiger Zuhaltungen 5 in zugehörigen Ausnehmungen hintereinander angeordnet.

    [0030] In der Zuhaltung 5 ist eine Einschuböffnung 11 ausgebildet, in die ein Schlüsselbart eingeschoben werden kann. Ein eingeschobener Schlüsselbart tritt auf diese Weise durch die hintereinander angeordneten Zuhaltungen hindurch und verschiebt diese. Zum Verschieben und bereitstellen der Schließ- oder Entriegelfunktionalität weist die Zuhaltung 5 an der Einschuböffnung 11 einen Vorsprung 12 auf, der mit einer seitlichen Nut des Schlüsselschaftes in Eingriff gelangen kann. Durch die Ausbildung der Nut im Schlüsselschaft eines einzuschiebenden Schlüssels wird die Zuhaltung 5 entgegen der Vorspannung 6 verschoben werden und kann bei passender Schlüssel-Schließzylinderkombination außer Eingriff mit der Öffnung 8 oder 9 gebracht werden. Wird der Zylinderkern hingegen nicht ordnungsgemäß entriegelt und in der in Figur 1 dargestellten Stellung gewaltsam in die Entsperrrichtung (im Uhrzeigersinn) bewegt, z. B. durch einen kriminellen Zugreifenden, der mit einem Instrument den Zylinderkern gewaltsam gegen das Zylindergehäuse verdreht, so drückt die Zuhaltung 5 mit der Anlagekante 13 gegen die Wandung der Aufnahme 9. Unmittelbar im Bereich der Ausnehmung 9 im Material des Zylindergehäuses 2 ist eine Verstärkung 14 vom Material des Zylindergehäuses 2 umschlossen. Das Zylindergehäuse 2 ist aus einem Kunststoff gebildet, in welches die Einlageverstärkung 14 sich in axialer Richtung erstreckt. Die Verstärkungseinlage 14 ist aus Draht gebildet und beim Herstellungsvorgang in das Innere des Materials des Zylindergehäuses 2 eingespritzt. Die Verstärkungseinlage 14 nimmt eine beim gewaltsamen Zugriff einwirkende Kraft bzw. den Druck der Zuhaltung 5 auf, der ansonsten ggf. zu einem Beschädigen oder Einschneiden in das Kunststoffmaterial des Zylindergehäuses 2 führen würde. Über die Einlage 14 wird der Druck jedoch in axialer Richtung des Zylindergehäuses 2 verteilt und ein Einschneiden der Zuhaltungen 5 in das Material des Zylindergehäuses 2 verhindert.

    [0031] Das Material des Zylindergehäuses 2 wird daher bei der gezeigten Ausführungsform im beschädigungskritischen und sicherheitsrelevanten Bereich der Anlagekante 13 verstärkt. Dadurch wird die Verwendung von solchen Kunststoffen für sicherheitsrelevante Schließzylinder möglich, die eigentlich nicht die Spezifikationen für derartige Belastungen erfüllen. Die Verstärkung erhöht jedoch die Stabilität und Belastbarkeit gerade im kritischen Bereich und der Schließzylinder erfüllt die geforderten Spezifikationen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Die Verstärkung ermöglicht mit minimalem Materialaufwand und minimalem Gewichtszuwachs eine Optimierung der Belastbarkeit des Zylindergehäuses.

    [0032] Figur 2 zeigt den Schließzylinder aus Figur 1 in einer entriegelten Stellung, wobei ein Schlüssel 15 in den Zylinderkern 3 eingeschoben ist und in die Schlüsselöffnung 11 der Zuhaltung 5 durchgeschoben wurde. Die seitliche Nut 16 des Schlüssels 15 wechselwirkt mit dem Vorsprung 12 der Zuhaltung 5 und verschiebt die Zuhaltung vertikal. In der dargestellten Stellung befindet sich die Zuhaltung außerhalb des Eingriffs mit der Ausnehmung 9 im Zylindergehäuse. In dieser Stellung ist entsprechend der Zylinderkern 3 gegen das Zylindergehäuse 2 drehbar und somit eine Schließfunktion ausübbar. Das Zylindergehäuse 2 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem Kunststoff gebildet, der ein Abgleiten des Zylinderkerns 3 im Inneren des Zylindergehäuses 2 ohne zusätzliche Schmierstoffe ermöglicht. Entsprechend entfällt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel das Erfordernis einer Fettung des Schließzylinders.

    [0033] Im Rahmen der Erfindung sind selbstverständlich weitere Abwandlungen möglich. Beispielsweise kann in dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine zusätzliche Verstärkung nahe der Ausnehmung 8 angeordnet werden. Ferner kann die Verstärkung in anderer Geometrie ausgebildet sein, z. B. mit rechteckigem Querschnitt oder in mehreren übereinander angeordneten oder nebeneinander angeordneten Segmenten. Wesentlich ist, dass gemäß der Erfindung die Vorteile des Kunststoffwerkstoffs ausgenutzt werden, wobei gleichzeitig die damit verbundenen Materialnachteile aufgehoben werden.


    Ansprüche

    1. Zylindergehäuse (2) für einen Schließzylinder eines Kraftfahrzeuges, mit einer in Längsrichtung des Zylindergehäuses angeordneten Öffnung, in welcher ein Zylinderkern (3) mit wenigstens einer Zuhaltung (5) drehbar aufnehmbar ist, wobei in dem Zylindergehäuse (2) wenigstens eine Zuhaltungsaufnahme (9) ausgebildet ist, in welche die Zuhaltung (5) teilweise eintauchbar ist und wobei
    das Zylindergehäuse (2) aus einem Kunststoff gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kunststoff benachbart zu der Zuhaltungsaufnahme (9) wenigstens eine Verstärkungseinlage (14) umschlossen eingebettet ist, wobei die Verstärkungseinlage (14) aus sich in axialer Richtung des Zylindergehäuses erstreckendem Draht aus einem Material mit gegenüber dem Kunststoff erhöhter Festigkeit gebildet ist,
    wobei die Verstärkungseinlage (14) angrenzend an eine Anlagefläche (13) platziert ist, auf welche eine in die Zuhaltungsaufnahme eintauchende Zuhaltung (5) bei einer Drehung des gesperrten Zylinderkerns einwirkt.
     
    2. Zylindergehäuse (2) nach Anspruch 1, wobei der Kunststoff, aus welchem das Zylindergehäuse (2) gebildet ist, ein faserverstärkter oder kugelverstärkter Werkstoff ist.
     
    3. Zylindergehäuse (2) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Kunststoff, aus welchem das Zylindergehäuse (2) gebildet ist, eine Härte nach Shore-D von mehr als D89 aufweist.
     
    4. Zylindergehäuse (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Verstärkungseinlage (14) aus elektrisch leitfähigen Material gebildet ist.
     
    5. Zylindergehäuse (2) nach Anspruch 4, wobei die Verstärkungseinlage (14) kontaktierbar ist, um eine elektrisches Signal anzulegen oder abzufragen, wobei ferner eine Einrichtung zu Auswertung des Signals vorgesehen ist.
     
    6. Zylindergehäuse (2) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei mehrere Verstärkungseinlagen in dem Zylindergehäuse (2) eingebettet sind.
     
    7. Verfahren zur Herstellung eines Zylindergehäuses für einen Schließzylinder eines Kraftfahrzeugs, wobei
    ein Metalldraht durch die Kavität eines Werkzeugs einer Spritzgießmaschine gespannt wird, wobei der Metalldraht in axialer Richtung des Schließzylinders gespannt wird,
    ein Kunststoff in das Werkzeug eingespritzt und der Metalldraht dabei umspritzt wird,
    das ausgehärtete Werkstück ausgeworfen wird.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei der Metalldraht von einem Drahtvorrat abgewickelt wird und vor oder nach dem Spritzvorgang beidseitig des Werkstücks abgelängt wird.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei mehrere Verstärkungseinlagen in die Zylinderführung eingebettet werden.
     


    Claims

    1. A cylinder casing (2) for a locking cylinder of a motor vehicle, with an opening arranged in longitudinal direction of the cylinder casing, in which a cylinder core (3) with at least one tumbler (5) can be rotatably accommodated, wherein the cylinder casing (2) has at least one tumbler recess (9) formed in it, into which the tumbler (5) can be partially dipped, and wherein the cylinder casing is made from a plastic, characterised in that
    at least one reinforcement insert (14) is embedded enclosed in the plastic, adjacent to the tumbler recess (9), wherein the reinforcement insert (14) is formed of wire extending in axial direction of the cylinder casing and consisting of a material with a strength greater than that of the plastic,
    wherein the reinforcement insert (14) is placed adjacent to a contact surface (13), which is acted upon by a tumbler (5) dipping into the tumbler recess when the locked cylinder core performs a rotation.
     
    2. The cylinder casing (2) according to claim 1, wherein the plastic, from which the cylinder casing (2) is made, is a fibre-reinforced or ball-reinforced material.
     
    3. The cylinder casing (2) according to one of the preceding claims, wherein the plastic, from which the cylinder casing (2) is made, has a Shore-D hardness of more than D89.
     
    4. The cylinder casing (2) according to one of claims 1 to 3, wherein the reinforcement insert (14) is made from electrically conductive material.
     
    5. The cylinder casing (2) according to claim 4, wherein the reinforcement insert (14) can be contacted in order to apply or query an electrical signal, wherein further, a device is provided for evaluating the signal.
     
    6. The cylinder casing (2) according to one of the preceding claims, wherein a number of reinforcement inserts are embedded in the cylinder casing (2).
     
    7. A method for producing a cylinder casing for a locking cylinder of a motor vehicle, wherein
    a metal wire is tensioned through the cavity of a tool of an injection moulding machine, wherein the metal wire is tensioned in axial direction of the locking cylinder,
    a plastic is injected into the tool, which encases the metal wire,
    the hardened workpiece is ejected.
     
    8. The method according to claim 7, wherein the metal wire is unwound from a wire store and is cut to length on either side of the workpiece before or after the injection process.
     
    9. The method according to one of claims 7 or 8, wherein a number of reinforcement inserts are embedded in the cylinder barrel.
     


    Revendications

    1. Boîtier de barillet (2) pour un barillet de serrure d'un véhicule automobile, avec un orifice placé dans la direction longitudinale du boîtier de barillet, dans lequel peut se loger de manière rotative une âme de barillet (3), avec au moins une gâchette (5), dans le boîtier de barillet (2) étant conçu au moins un logement de gâchette (9) dans lequel la gâchette (5) peut plonger en partie et le boîtier de barillet (2) étant formé dans une matière plastique,
    caractérisé en ce
    qu'un insert de renfort (14) est incorporé en étant noyé dans la matière plastique, au voisinage du logement de gâchette (9), l'insert de renfort (14) étant formé d'un fil métallique s'étendant dans la direction axiale du boîtier de barillet, en une matière faisant preuve d'une solidité élevée par rapport à la matière plastique,
    l'insert de renfort (14) étant placé en étant adjacent à une surface d'appui (13) sur laquelle agit une gâchette (5) plongeant dans le logement de gâchette lors d'une rotation de l'âme de barillet bloquée.
     
    2. Boîtier de barillet (2) selon la revendication 1, la matière plastique dans laquelle est formé le boîtier de barillet (2) étant une matière première renforcée par fibres ou renforcée par billes.
     
    3. Boîtier de barillet (2) selon l'une quelconque des revendications précédentes, la matière plastique dans laquelle est formé le boîtier de barillet (2) faisant preuve d'une dureté selon shore D supérieure à D89.
     
    4. Boîtier de barillet (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, l'insert de renfort (14) étant formé dans une matière conductrice d'électricité.
     
    5. Boîtier de barillet (2) selon la revendication 4, l'insert de renfort (14) pouvant être mis en contact pour appliquer un signal électrique ou pour interroger, un système d'évaluation du signal étant prévu par ailleurs.
     
    6. Boîtier de barillet (2) selon l'une quelconque des revendications précédentes, plusieurs inserts de renfort étant incorporés dans le boîtier de barillet (2).
     
    7. Procédé destiné à fabriquer un boîtier de barillet pour un barillet de serrure d'un véhicule automobile,
    lors duquel on tend un fil métallique à travers la cavité d'un outil d'une machine de moulage par injection, le fil métallique étant tendu dans la direction axiale du barillet de serrure,
    lors duquel on injecte une matière plastique dans l'outil et on enrobe à cet effet le fil métallique,
    lors duquel on éjecte la pièce d'oeuvre solidifiée.
     
    8. Procédé selon la revendication 7, lors duquel on déroule le fil métallique d'une réserve de fil métallique et on le sectionne de part et d'autre de la pièce d'oeuvre, avant ou après le processus de moulage par injection.
     
    9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 ou 8, lors duquel on incorpore plusieurs inserts de renfort dans le guidage du barillet.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente