[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung bestimmter Iminodiole, welche zur
Komplexbildung mit Übergangsmetallionen befähigt sind, oder einem entsprechend vorgebildeten
Übergangsmetallkomplex zur Verstärkung der Reinigungsleistung von Wasch- und Reinigungsmitteln
gegenüber Anschmutzungen sowie Wasch- und Reinigungsmittel, welche das Iminodiol oder
den Komplex enthalten.
[0002] Anorganische Persauerstoffverbindungen, insbesondere Wasserstoffperoxid und feste
Persauerstoffverbindungen, die sich in Wasser unter Freisetzung von Wasserstoffperoxid
lösen, wie Natriumperborat und Natriumcarbonat-Perhydrat, werden seit langem als Oxidationsmittel
zu Desinfektions- und Bleichzwecken verwendet. Die Oxidationswirkung dieser Substanzen
hängt in verdünnten Lösungen stark von der Temperatur ab; so erzielt man beispielsweise
mit H
2O
2 oder Perborat in alkalischen Bleichflotten erst bei Temperaturen oberhalb von etwa
80 °C eine ausreichend schnelle Bleiche verschmutzter Textilien. Bei niedrigeren Temperaturen
kann die Oxidationswirkung der anorganischen Persauerstoffverbindungen durch Zusatz
sogenannter Bleichaktivatoren verbessert werden, die in der Lage sind, unter den angesprochenen
Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren zu liefern und für die zahlreiche Vorschläge,
vor allem aus den Stoffklassen der N- oder O-Acylverbindungen, beispielsweise reaktive
Ester, mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine,
Hydrazide, Triazole, Hydrotriazine, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate,
außerdem Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester,
insbesondere Natrium-nonanoyloxy-benzolsulfonat (NOBS), Natrium-isononanoyloxy-benzolsulfonat,
O-acylierte Zuckerderivate, wie Pentaacetylglukose, und N-acylierte Lactame, wie N-Benzoylcaprolactam,
in der Literatur bekannt geworden sind. Durch Zusatz dieser Substanzen kann die Bleichwirkung
wäßriger Peroxidflotten so weit gesteigert werden, daß bereits bei Temperaturen um
60 °C im Wesentlichen die gleichen Wirkungen wie mit der Peroxidflotte allein bei
95 °C eintreten.
[0003] Bei differenzierender Betrachtungsweise beobachtet man allerdings, dass beispielsweise
unter Textilwaschbedingungen aber auch beim maschinellen Geschirrspülen solche Bleichaktivatoren,
die relativ kurzkettige Peroxocarbonsäuren freisetzen (wichtigstes Beispiel hierfür
ist TAED), eine besonders ausgeprägte Wirksamkeit gegenüber hydrophilen gefärbten
Anschmutzungen aufweisen, während Bleichaktivatoren, die relativ längerkettige Peroxocarbonsäuren
freisetzen (ein Beispiel hierfür ist NOBS), eine höhere Wirksamkeit gegenüber hydrophoben
gefärbten Anschmutzungen besitzen. Im Wesentlichen um gemittelt über möglichst alle
Anschmutzungen eine hohe Bleichleistung zu erreichen wird verschiedentlich der Einsatz
von Mischungen aus Bleichaktivatoren vorgeschlagen, die Peroxocarbonsäuren verschiedener
Kettenlänge freisetzen.
[0004] Im Bemühen um energiesparende Wasch- und Bleichverfahren gewinnen in den letzten
Jahren zudem Anwendungstemperaturen noch deutlich unterhalb 60 °C, insbesondere unterhalb
45 °C bis herunter zur Kaltwassertemperatur an Bedeutung.
[0005] Bei diesen niedrigen Temperaturen läßt die Wirkung der bisher bekannten Aktivatorverbindungen
in der Regel erkennbar nach. Es hat deshalb nicht an Bestrebungen gefehlt, für diesen
Temperaturbereich wirksamere Aktivatoren zu entwickeln. Dabei muß man allerdings in
einzelnen Fällen feststellen, daß ein bei niedrigen Temperaturen hoch wirksamer Bleichaktivator
seine Wirksamkeit im mittleren oder hohen Temperaturbereich, in dem bei hoher Anforderung
an die Reinigungsleistung des Wasch- oder Reinigungsmittels durchaus ebenfalls noch
eine Steigerung der Bleichleistung über diejenige des reinen Oxidationsmittels hinaus
erwünscht sein kann, verliert.
[0006] Verschiedentlich ist auch der Einsatz von Übergangsmetallverbindungen, insbesondere
Übergangsmetallkomplexen, zur Steigerung der Oxidationskraft von Persauerstoffverbindungen
oder auch Luftsauerstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln vorgeschlagen worden. Zu
den für diesen Zweck vorgeschlagenen Übergangsmetallverbindungen gehören beispielsweise
Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Salenkomplexe, Mangan-, Eisen-,
Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-,
Molybdän-, Titan-, Vanadium- und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden,
und Mangan-Komplexe mit Polyazacycloalkan-Liganden, wie TACN.
[0008] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß bestimmte Komplexe, nämlich solche mit
einem wie unten beschriebenen Liganden vom Iminodiol-Typ, eine ausgezeichnete bleichverstärkende
Wirkung aufweisen und die Reinigungsleistung von Wasch- und Reinigungsmitteln insbesondere
gegenüber bleichbaren, aber auch gegenüber proteinhaltigen Anschmutzungen verstärken,
ohne daß es beim Einsatz des Mittels beziehungsweise beim gemeinsamen Einsatz seiner
vorstehend genannten Komponenten zu Schädigungen des so behandelten Textils kommt,
die über das beim Einsatz marktüblicher Mittel auftretende Maß hinausgehen. Proteinhaltige
Anschmutzungen sind normalerweise nicht oxidativ von Textilien entfernbar.
[0009] Ein Gegenstand der Erfindung ist demgemäß die Verwendung eines Bleichkatalysators
in Form eines Komplexes von Fe, Mo, Mn und/oder W, insbesondere Fe- und/oder Mn, mit
einem Liganden mit einem Gerüst der Formel (I),

zur Verstärkung der Reinigungsleistung von Wasch- oder Reinigungsmitteln, insbesondere
gegenüber bleichbaren und/oder proteinhaltigen Anschmutzungen, wobei das Gerüst der
Formel (I) auch verbrückt sowie ein- oder mehrfach substituiert sein kann. Die Herstellung
des Metall-Ligand-Komplexes kann in der Regel auf einfache Weise dadurch erfolgen,
dass ein Metallsalz des entsprechenden Metalls mit dem entsprechenden Ligand in wässriger
Umgebung vermischt wird. Durch Einstellen eines geeigneten Redoxpotentials kann die
Entstehung einer gewünschten Oxidationsstufe begünstigt werden.
[0010] Die Substituenten, die an die Grundstruktur der Formel (I) gebunden sein können,
können insbesondere ausgewählt sein aus Alkyl, insbesondere C
1-22-Alkyl, vorzugsweise C
1-18-Alkyl, Trifluormethyl, Cycloalkyl, insbesondere C
3-8-Cycloalkyl, Cycloalkylalkyl, insbesondere C
3-8-Cycloalkyl-C
1-12-alkyl, Alkenyl, insbesondere C
2-18-Alkenyl, Alkinyl, insbesondere C
2-18-Alkinyl, Heteroalkyl, Heterocycloalkyl, Alkoxy, insbesondere C
1-18-Alkoxy, Alkylsulfanyl, insbesondere C
1-18-Alkylsulfanyl, Alkyl-sulfinyl, insbesondere C
1-18-Alkylsulfinyl, Alkylsulfonyl, insbesondere C
1-18-Alkylsulfonyl, Alkanoyl, insbesondere C
1-18-Alkanoyl, Alkanoyloxy, insbesondere C
1-18-Alkanoyloxy, Alkoxycarbonyl, insbesondere C
1-18-Alkoxycarbonyl, Alkylaminocarbonyl, insbesondere C
1-18-Alkylaminocarbonyl, Alkylsulfanylcarbonyl, insbesondere C
1-18-Alkylsulfanylcarbonyl, Hydroxy, Amino, Aryl, insbesondere C
6-10-Aryl, Arylalkyl, insbesondere C
6-10-Aryl-C
1-12-alkyl, Aryloxy, insbesondere C
6-10-Aryloxy, Arylsulfanyl, insbesondere C
6-10-Arylsulfanyl, Arylsulfinyl, insbesondere C
6-10-Arylsulfinyl, Arylsulfonyl, insbesondere C
6-10-Arylsulfonyl, Arylcarbonyl, insbesondere C
6-10-Arylcarbonyl, Arylcarbonyloxy, insbesondere C
6-10-Arylcarbonyloxy, Aryloxycarbonyl, insbesondere C
6-10-Aryloxycarbonyl, Arylaminocarbonyl, insbesondere C
6-10-Arylaminocarbonyl, Arylsulfanylcarbonyl, insbesondere C
6-10-Arylsulfanylcarbonyl, Heteroaryl, Heteroarylalkyl, insbesondere Heteroaryl-C-
1-12-alkyl, Heteroaryloxy, Heteroarylamino, Heteroarylsulfanyl, Heteroarylsulfonyl, Heteroarylsulfoxidyl,
Heteroarylcarbonyl, Heteroarylcarbonyloxy, Heteroaryloxycarbonyl, Heteroarylaminocarbonyl,
Heteroarylsulfanylcarbonyl, Alkoxysulfonyl, insbesondere C
1-18-Alkoxysulfonyl, Alkoxycarbinol, insbesondere C
1-12-Alkoxycarbinol, Ammonium, Hydroxycarbonyl, Alkoxycarbonyl, insbesondere C
1-18-Alkoxycarbonyl, Aryloxycarbonyl, insbesondere C
6-10-Aryloxycarbonyl, Amidocarbonyl, Halogen, insbesondere Chlor, Brom, lod oder Fluor,
Nitro, Sulfato, Sulfo, Amidosulfo, Phosphato, Phosphono, Amidophosphono, Formyl, Thioformyl,
-(CH
2-CH
2-O-)
nH und -(CH
2-CH
2-CH
2-O)
nH mit n = 1 bis 20, vorzugsweise 3 bis 20, wobei alle Reste des sich so ergebenden
Moleküls, insbesondere die aliphatischen und aromatischen Reste jeweils unabhängig
voneinander gegebenenfalls auch ein- oder mehrfach, insbesondere ein-, zwei- oder
dreifach, vorzugsweise einfach, substituiert sein können, insbesondere durch Substituenten
ausgewählt aus den zuvor genannten Resten. Durch Verknüpfung zweier Atome der Grundstruktur
der Formel (I) mit einem zweibindigen Rest erhält man verbrückte Gerüste. Bevorzugte
substituierte beziehungsweise verbrückte Abkömmlinge des Gerüsts der allgemeinen Formel
(I) entsprechen den Formeln (II) oder (III),

wobei R
1 und R
2 in Formel (II) unabhängig voneinander für Wasserstoff, eine Phenylgruppe, eine Benzylgruppe
oder eine C
1-20-Alkylgruppe stehen und vorzugsweise R
1 und R
2 jeweils eine Phenylgruppe sind.
[0011] Der erfindungsgemäß beabsichtigte Erfolg tritt auch auf, wenn man nicht den genannten
Komplex, sondern lediglich den entsprechenden Liganden mit einem Gerüst gemäß Formel
(I) einsetzt und die zum Einsatz kommende Flotte mindestens ein genanntes Übergangsmetallion
enthält, wobei die Oxidationsstufe der genannten Metalle wegen des sich in der wäßrigen
Flotte üblicherweise rasch einstellenden Redox-Gleichgewichtes unter den verschiedenen
Oxidationsstufen normalerweise nicht wesentlich ist. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
ist daher die Verwendung einer Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I),

zur Verstärkung der Reinigungsleistung von Wasch- und Reinigungsmitteln, insbesondere
gegenüber bleichbaren und/oder proteinhaltigen Anschmutzungen, in wäßriger, insbesondere
tensidhaltiger Flotte, die Fe-, Mo-, Mn- und/oder W-Ionen, insbesondere Fe- und/oder
Mn-Ionen, enthält.
[0012] Weitere Gegenstände der Erfindung sind ein Verfahren zum Waschen von Textilien und
ein Verfahren zum Reinigen harter Oberflächen, insbesondere zum maschinellen Reinigen
von Geschirr, unter Einsatz einer Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I) oder
eines Bleichkatalysators in Form eines Komplexes von Fe, Mo, Mn und/oder W, insbesondere
Fe- und/oder Mn, mit einem Liganden mit einem Gerüst der Formel (I).
[0013] Im Rahmen der erfindungsgemäßen Verwendung und des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
bevorzugt, wenn die Konzentration der Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I)
in der wäßrigen Wasch- beziehungsweise Reinigungsflotte 0,5 µmol/l bis 1500 µmol/l,
insbesondere 1 µmol/l bis 300 µmol/l beträgt. Vorzugsweise liegt die Konzentration
an Fe, Mo, Mn und/oder W, insbesondere Fe- und/oder Mn, in der wäßrigen Wasch- beziehungsweise
Reinigungsflotte im Bereich von 0,1 µmol/l bis 500 µmol/l, insbesondere 1 µmol/l bis
100 µmol/l. Bevorzugte Persauerstoffkonzentrationen (berechnet als H
2O
2) in der Wasch- beziehungsweise Reinigungsflotte liegen im Bereich von 0,001 g/l bis
10 g/l, insbesondere von 0,1 g/l bis 1 g/l und besonders bevorzugt von 0,2 g/l bis
0,5 g/l. Die erfindungsgemäße Verwendung und das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise
bei Temperaturen im Bereich von 10 °C bis 95 °C, insbesondere 20 °C bis 40 °C durchgeführt.
Die Wasserhärte des zur Zubereitung der wäßrigen Wasch- beziehungsweise Reinigungsflotte
zum Einsatz kommenden Wassers liegt vorzugsweise im Bereich von 0°dH bis 16°dH, insbesondere
0°dH bis 3°dH. Die erfindungsgemäße Verwendung und das erfindungsgemäße Verfahren
wird vorzugsweise bei pH-Werten im Bereich von pH 5 bis pH 12, insbesondere von pH
7 bis pH 11 durchgeführt.
[0014] Die erfindungsgemäßen Verwendungen beziehungsweise die erfindungsgemäßen Verfahren
können besonders einfach durch den Einsatz eines Wasch- oder Reinigungsmittels, das
eine Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I) oder einen durch Komplexbildung
mit einem genannten Übergangsmetallion aus dieser zugänglichen Bleichkatalysator enthält,
realisiert werden. Waschmittel zur Reinigung von Textilien und Mittel zur Reinigung
harter Oberflächen, insbesondere Geschirrspülmittel und unter diesen vorzugsweise
solche für den maschinellen Einsatz, die eine Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel
(I) oder einen durch Komplexbildung mit einem genannten Übergangsmetallion aus dieser
zugänglichen Bleichkatalysator neben üblichen damit verträglichen Inhaltsstoffen,
insbesondere einem Tensid, enthalten, sind daher weitere Gegenstände der Erfindung.
Obgleich der erfindungsgemäße Erfolg sich bereits bei Anwesenheit von Luftsauerstoff
als alleinigem Oxidationsmittel einstellt, kann die erfindungsgemäße Verwendung beziehungsweise
das erfindungsgemäße Verfahren auch in Gegenwart von persauerstoffhaltigem Bleichmittel
vorgenommen werden beziehungsweise ein erfindungsgemäßes Mittel kann zusätzlich auch
persauerstoffhaltiges Bleichmittel enthalten.
[0015] Ein bleichkatalysierender Komplex, der einen Liganden mit einem Gerüst gemäß Formel
(I) aufweist, kann den entsprechenden Liganden einmal oder auch mehrfach, insbesondere
zweimal, aufweisen. Er kann ein- oder gegebenenfalls zwei- oder mehrkerning sein.
Er kann außerdem weitere Neutral-, Anion- oder Kationliganden, wie beispielsweise
H
2O, NH
3, CH
3OH, Acetylaceton, Terpyridin, organische Anionen, wie beispielsweise Citrat, Oxalat,
Tartrat, Formiat, ein C
2-18-Carboxylat, ein C
1-18-Alkylsulfat, insbesondere Methosulfat, oder ein entsprechendes Alkansulfonat, anorganische
Anionen, wie beispielsweise Halogenid, insbesondere Chlorid, Perchlorat, Tetrafluoroborat,
Hexafluorophosphat, Nitrat, Hydrogensulfat, Hydroxid oder Hydroperoxid. Er kann auch
verbrückende Liganden, wie beispielsweise Alkylendiamine, aufweisen.
[0016] Vorzugsweise ist in erfindungsgemäßen Mitteln 0,01 Gew.-% bis 2 Gew.-%, insbesondere
0,1 Gew.-% bis 1 Gew.-% der Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I) enthalten.
Wenn eine Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I) enthalten ist, ist bevorzugt,
dass das Mittel zusätzlich ein Fe-, Mo-, Mn- und/oder W-Salz und/oder einen Fe-, Mo-,
Mn- und/oder W-Komplex ohne einen Liganden, welcher einer Verbindung mit einem Gerüst
gemäß Formel (I) entspricht, enthält. Dann liegt das Molverhältnis des genannten Übergangsmetalls
oder der Summe der genannten Übergangsmetalle zu der Verbindung gemäß Formel (I) vorzugsweise
im Bereich von 0,001:1 bis 2:1, insbesondere 0,01:1 bis 1:1. In einer weiteren bevorzugten
Ausgestaltung erfindungsgemäßer Mittel sind in diesen 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-%, insbesondere
0,1 Gew.-% bis 0,5 Gew.-% an bleichkatalysierendem Komplex, der einen Liganden gemäß
Formel (I) aufweist, enthalten. Bevorzugte Übergangsmetalle im Rahmen der erfindungsgemäßen
Verwendung, des erfindungsgemäßen Verfahrens und des erfindungsgemäßen Mittels sind
Fe und Mn, insbesondere Mn.
[0017] Als in den Mitteln gegebenenfalls enthaltene Persauerstoffverbindungen kommen insbesondere
organische Persäuren beziehungsweise persaure Salze organischer Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure,
Perbenzoesäure oder Salze der Diperdodecandisäure, Wasserstoffperoxid und unter den
Waschbedingungen Wasserstoffperoxid abgebende anorganische Salze, wie Perborat, Percarbonat
und/oder Persilikat, in Betracht. Wasserstoffperoxid kann dabei auch mit Hilfe eines
enzymatischen Systems, das heißt einer Oxidase und ihres Substrats, erzeugt werden.
Sofern feste Persauerstoffverbindungen eingesetzt werden sollen, können diese in Form
von Pulvern oder Granulaten verwendet werden, die auch in im Prinzip bekannter Weise
umhüllt sein können. Besonders bevorzugt wird Alkalipercarbonat, Alkaliperborat-Monohydrat,
Alkaliperborat-Tetrahydrat oder Wasserstoffperoxid in Form wäßriger Lösungen, die
3 Gew.-% bis 10 Gew.-% Wasserstoffperoxid enthalten, eingesetzt. Vorzugsweise sind
Persauerstoffverbindungen in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-%
bis 30 Gew.-%, in erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln vorhanden.
[0018] Die erfindungsgemäßen Mittel, die als insbesondere pulverförmige Feststoffe, in nachverdichteter
Teilchenform, als homogene Lösungen oder Suspensionen vorliegen können, können außer
dem erfindungsgemäß zu verwendenden Liganden beziehungsweise Bleichkatalysator im
Prinzip alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten.
Die erfindungsgemäßen Mittel können insbesondere Buildersubstanzen, oberflächenaktive
Tenside, wassermischbare organische Lösungsmittel, Enzyme, Sequestrierungsmittel,
Elektrolyte, pH-Regulatoren, Polymere mit Spezialeffekten, wie soil release-Polymere,
Farbübertragungsinhibitoren, Vergrauungsinhibitoren, knitterreduzierende polymere
Wirkstoffe und formerhaltende polymere Wirkstoffe, und weitere Hilfsstoffe, wie optische
Aufheller, Schaumregulatoren, zusätzliche Persauerstoff-Aktivatoren, Farb- und Duftstoffe
enthalten.
[0019] Ein erfindungsgemäßes Mittel kann zur Verstärkung der Desinfektionswirkung, beispielsweise
gegenüber speziellen Keimen, zusätzlich zu den bisher genannten Inhaltsstoffen übliche
antimikrobielle Wirkstoffe enthalten. Derartige antimikrobielle Zusatzstoffe sind
in den erfindungsgemäßen Desinfektionsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 10 Gew.-%,
insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, enthalten.
[0020] Zusätzlich zu der erfindungsgemäß zu verwendenden Substanz können übliche Bleichaktivatoren,
die unter Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren oder Peroxoimidsäuren bilden,
und/oder übliche die Bleiche aktivierende Übergangsmetallkomplexe eingesetzt werden.
Die fakultativ, insbesondere in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 6 Gew.-%, vorhandene Komponente
der Bleichaktivatoren umfaßt die üblicherweise verwendeten N- oder O-Acylverbindungen,
beispielsweise mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin,
acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine,
Hydrazide, Triazole, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate, außerdem
Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester, insbesondere
Natrium-isononanoyl-phenolsulfonat, und acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose,
sowie kationische Nitrilderivate wie Trimethylammoniumacetonitril-Salze. Die Bleichaktivatoren
können zur Vermeidung der Wechselwirkung mit den Perverbindungen bei der Lagerung
in bekannter Weise mit Hüllsubstanzen überzogen beziehungsweise granuliert worden
sein, wobei mit Hilfe von Carboxymethylcellulose granuliertes Tetraacetylethylendiamin
mit mittleren Korngrößen von 0,01 mm bis 0,8 mm, granuliertes 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin,
und/oder in Teilchenform konfektioniertes Trialkylammoniumacetonitril besonders bevorzugt
ist. In Wasch- oder Reinigungsmitteln sind derartige Bleichaktivatoren vorzugsweise
in Mengen bis zu 8 Gew.-%, insbesondere von 2 Gew.-% bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen
auf gesamtes Mittel, enthalten.
[0021] Die erfindungsgemäßen Mittel können ein oder mehrere Tenside enthalten, wobei insbesondere
anionische Tenside, nichtionische Tenside und deren Gemische in Frage kommen, aber
auch kationische und/oder amphotere Tenside enthalten sein können. Geeignete nichtionische
Tenside sind insbesondere Alkylglykoside und Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte
von Alkylglykosiden oder linearen oder verzweigten Alkoholen mit jeweils 12 bis 18
C-Atomen im Alkylteil und 3 bis 20, vorzugsweise 4 bis 10 Alkylethergruppen. Weiterhin
sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte von N-Alkyl-aminen,
vicinalen Diolen, Fettsäureestern und Fettsäureamiden, die hinsichtlich des Alkylteils
den genannten langkettigen Alkoholderivaten entsprechen, sowie von Alkylphenolen mit
5 bis 12 C-Atomem im Alkylrest brauchbar.
[0022] Geeignete anionische Tenside sind insbesondere Seifen und solche, die Sulfat- oder
SulfonatGruppen mit bevorzugt Alkaliionen als Kationen enthalten. Verwendbare Seifen
sind bevorzugt die Alkalisalze der gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12
bis 18 C-Atomen. Derartige Fettsäuren können auch in nicht vollständig neutralisierter
Form eingesetzt werden. Zu den brauchbaren Tensiden des Sulfat-Typs gehören die Salze
der Schwefelsäurehalbester von Fettalkoholen mit 12 bis 18 C-Atomen und die Sulfatierungsprodukte
der genannten nichtionischen Tenside mit niedrigem Ethoxylierungsgrad. Zu den verwendbaren
Tensiden vom Sulfonat-Typ gehören lineare Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 14 C-Atomen
im Alkylteil, Alkansulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, sowie Olefinsulfonate mit 12
bis 18 C-Atomen, die bei der Umsetzung entsprechender Monoolefine mit Schwefeltrioxid
entstehen, sowie alpha-Sulfofettsäureester, die bei der Sulfonierung von Fettsäuremethyl-
oder -ethylestern entstehen.
[0023] Derartige Tenside sind in den erfindungsgemäßen Reinigungs- oder Waschmitteln in
Mengenanteilen von vorzugsweise 5 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-%
bis 30 Gew.-%, enthalten, während die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel wie auch
erfindungsgemäße Reinigungsmittel vorzugsweise 0,1 Gew.-% bis 20 Gew.-%, insbesondere
0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-% Tenside, enthalten.
[0024] Die erfindungsgemäßen Mittel, insbesondere wenn es sich bei ihnen um solche handelt,
die für die Behandlung von Textilien vorgesehen sind, können als kationische Aktivsubstanzen
mit textilweichmachender Wirkung insbesondere einen oder mehrere der kationischen,
textilweichmachenden Stoffe der allgemeinen Formeln X, XI oder XII enthalten:

worin jede Gruppe R
1 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
1-6-Alkyl-, -Alkenyl- oder -Hydroxyalkylgruppen; jede Gruppe R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
8-28-Alkyl- oder -Alkenylgruppen; R
3 = R
1 oder (CH
2)
n-T-R
2; R
4 = R
1 oder R
2 oder (CH
2)
n-T-R
2; T = -CH
2-, -O-CO- oder -CO-O- und n eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist. Die kationischen Tenside
weisen übliche Anionen in zum Ladungsausgleich notwendiger Art und Anzahl auf, wobei
diese neben beispielsweise Halogeniden auch aus den anionischen Tensiden ausgewählt
werden können. In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kommen
als kationische Tenside Hydroxyalkyl-trialkyl-ammonium-verbindungen, insbesondere
C
12-18-Alkyl(hydroxyethyl)dimethylammoniumverbindungen, und vorzugsweise deren Halogenide,
insbesondere Chloride, zum Einsatz. Ein erfindungsgemäßes Mittel enthält vorzugsweise
0,5 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% kationisches Tensid.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Mittel enthält vorzugsweise mindestens einen wasserlöslichen
und/oder wasserunlöslichen, organischen und/oder anorganischen Builder. Zu den wasserlöslichen
organischen Buildersubstanzen gehören Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure
und Zuckersäuren, monomere und polymere Aminopolycarbonsäuren, insbesondere Methylglycindiessigsäure,
Nitrilotriessigsäure und Ethylendiamintetraessigsäure sowie Polyasparaginsäure, Polyphosphonsäuren,
insbesondere Aminotris(methylenphosphonsäure), Ethylendiamintetrakis(methylen-phosphonsäure)
und 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, polymere Hydroxyverbindungen wie Dextrin sowie
polymere (Poly-)carbonsäuren, insbesondere durch Oxidation von Polysacchariden beziehungsweise
Dextrinen zugänglichen Polycarboxylate, und/oder polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren,
Maleinsäuren und Mischpolymere aus diesen, die auch geringe Anteile polymerisierbarer
Substanzen ohne Carbonsäurefunktionalität einpolymerisiert enthalten können. Die relative
Molekülmasse der Homopolymeren ungesättiger Carbonsäuren liegt im allgemeinen zwischen
5 000 und 200 000, die der Copolymeren zwischen 2 000 und 200 000, vorzugsweise 50
000 bis 120 000, jeweils bezogen auf freie Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer
weist eine relative Molekülmasse von 50 000 bis 100 000 auf. Geeignete, wenn auch
weniger bevorzugte Verbindungen dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder
Methacrylsäure mit Vinylethern, wie Vinylmethylethern, Vinylester, Ethylen, Propylen
und Styrol, in denen der Anteil der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Als wasserlösliche
organische Buildersubstanzen können auch Terpolymere eingesetzt werden, die als Monomere
zwei ungesättigte Säuren und/oder deren Salze sowie als drittes Monomer Vinylalkohol
und/oder einem veresterten Vinylalkohol oder ein Kohlenhydrat enthalten. Das erste
saure Monomer beziehungsweise dessen Salz leitet sich von einer monoethylenisch ungesättigten
C
3-C
8-Carbonsäure und vorzugsweise von einer C
3-C
4-Monocarbonsäure, insbesondere von (Meth)-acrylsäure ab. Das zweite saure Monomer
beziehungsweise dessen Salz kann ein Derivat einer C
4-C
8-Dicarbonsäure, wobei Maleinsäure besonders bevorzugt ist, und/oder ein Derivat einer
Allylsulfonsäure, die in 2-Stellung mit einem Alkyl- oder Arylrest substituiert ist,
sein. Derartige Polymere weisen im allgemeinen eine relative Molekülmasse zwischen
1 000 und 200 000 auf. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere
Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze beziehungsweise Vinylacetat aufweisen. Die
organischen Buildersubstanzen können, insbesondere zur Herstellung flüssiger Mittel,
in Form wäßriger Lösungen, vorzugsweise in Form 30- bis 50-gewichtsprozentiger wäßriger
Lösungen eingesetzt werden. Alle genannten Säuren werden in der Regel in Form ihrer
wasserlöslichen Salze, insbesondere ihre Alkalisalze, eingesetzt.
[0026] Derartige organische Buildersubstanzen können gewünschtenfalls in Mengen bis zu 40
Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten
sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder
flüssigen, insbesondere wasserhaltigen, erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt.
[0027] Als wasserlösliche anorganische Buildermaterialien kommen insbesondere polymere Alkaliphosphate,
die in Form ihrer alkalischen neutralen oder sauren Natrium- oder Kaliumsalze vorliegen
können, in Betracht. Beispiele hierfür sind Tetranatriumdiphosphat, Dinatriumdihydrogendiphosphat,
Pentanatriumtriphosphat, sogenanntes Natriumhexametaphosphat sowie die entsprechenden
Kaliumsalze beziehungsweise Gemische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Als wasserunlösliche,
wasserdispergierbare anorganische Buildermaterialien werden insbesondere kristalline
oder amorphe Alkalialumosilikate, in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise nicht
über 40 Gew.-% und in flüssigen Mitteln insbesondere von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
Unter diesen sind die kristallinen Natriumalumosilikate in Waschmittelqualität, insbesondere
Zeolith A, P und gegebenenfalls X, bevorzugt. Mengen nahe der genannten Obergrenze
werden vorzugsweise in festen, teilchenförmigen Mitteln eingesetzt. Geeignete Alumosilikate
weisen insbesondere keine Teilchen mit einer Korngröße über 30 µm auf und bestehen
vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen mit einer Größe unter 10 µm. Ihr
Calciumbindevermögen, das nach den Angaben der deutschen Patentschrift
DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt in der Regel im Bereich von 100 bis 200 mg CaO pro Gramm.
[0028] Geeignete Substitute beziehungsweise Teilsubstitute für das genannte Alumosilikat
sind kristalline Alkalisilikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten
vorliegen können. Die in den erfindungsgemäßen Mitteln als Gerüststoffe brauchbaren
Alkalisilikate weisen vorzugsweise ein molares Verhältnis von Alkalioxid zu SiO
2 unter 0,95, insbesondere von 1:1,1 bis 1:12 auf und können amorph oder kristallin
vorliegen. Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen
Natriumsilikate, mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:2 bis 1:2,8. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen
Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate der allgemeinen
Formel Na
2Si
xO
2x+1 y H
2O eingesetzt, in der x, das sogenannte Modul, eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl
von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Bevorzugte kristalline
Schichtsilikate sind solche, bei denen x in der genannten allgemeinen Formel die Werte
2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl ß- als auch δ-Natriumdisilikate (Na
2Si
2O
5 ·yH
2O) bevorzugt. Auch aus amorphen Alkalisilikaten hergestellte, praktisch wasserfreie
kristalline Alkalisilikate der obengenannten allgemeinen Formel, in der x eine Zahl
von 1,9 bis 2,1 bedeutet, können in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden. In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel wird ein kristallines
Natriumschichtsilikat mit einem Modul von 2 bis 3 eingesetzt, wie es n aus Sand und
Soda hergestellt werden kann. Kristalline Natriumsilikate mit einem Modul im Bereich
von 1,9 bis 3,5 werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel eingesetzt. In einer bevorzugten Ausgestaltung erfindungsgemäßer Mittel setzt
man ein granulares Compound aus Alkalisilikat und Alkalicarbonat ein, wie es zum Beispiel
unter dem Namen Nabion® 15 im Handel erhältlich ist. Falls als zusätzliche Buildersubstanz
auch Alkalialumosilikat, insbesondere Zeolith, vorhanden ist, beträgt das Gewichtsverhältnis
Alumosilikat zu Silikat, jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanzen, vorzugsweise
1:10 bis 10:1. In Mitteln, die sowohl amorphe als auch kristalline Alkalisilikate
enthalten, beträgt das Gewichtsverhältnis von amorphem Alkalisilikat zu kristallinem
Alkalisilikat vorzugsweise 1:2 bis 2:1 und insbesondere 1:1 bis 2:1.
[0029] Buildersubstanzen sind in den erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln vorzugsweise
in Mengen bis zu 60 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, enthalten.
[0030] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist ein erfindungsgemäßes Mittel
einen wasserlöslichen Builderblock auf. Durch die Verwendung des Begriffes "Builderblock"
soll hierbei ausgedrückt werden, daß die Mittel keine weiteren Buildersubstanzen enthalten
als solche, die wasserlöslich sind, das heißt sämtliche in dem Mittel enthaltenen
Buildersubstanzen sind in dem so charakterisierten "Block" zusammengefasst, wobei
allenfalls die Mengen an Stoffen ausgenommen sind, die als Verunreinigungen beziehungsweise
stabilisierende Zusätze in geringen Mengen in den übrigen Inhaltsstoffen der Mittel
handelsüblicherweise enthalten sein können. Unter dem Begriff "wasserlöslich" soll
dabei verstanden werden, daß sich der Builderblock bei der Konzentration, die sich
durch die Einsatzmenge des ihn enthaltenden Mittels bei den üblichen Bedingungen ergibt,
rückstandsfrei löst. Vorzugsweise sind mindestens 15 Gew.-% und bis zu 55 Gew.-%,
insbesondere 25 Gew.-% bis 50 Gew.-% an wasserlöslichem Builderblock in den erfindungsgemäßen
Mitteln enthalten. Dieser setzt sich vorzugsweise zusammen aus den Komponenten
- a) 5 Gew.-% bis 35 Gew.-% Citronensäure, Alkalicitrat und/oder Alkalicarbonat, welches
auch zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat ersetzt sein kann,
- b) bis zu 10 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich von 1,8 bis 2,5,
- c) bis zu 2 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat,
- d) bis zu 50 Gew.-% Alkaliphosphat, und
- e) bis zu 10 Gew.-% polymerem Polycarboxylat,
wobei die Mengenangaben sich auf das gesamte Wasch- beziehungsweise Reinigungsmittel
beziehen. Dies gilt auch für alle folgenden Mengenangaben, sofern nicht ausdrücklich
anders angegeben.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel enthält der wasserlösliche
Builderblock mindestens 2 der Komponenten b), c), d) und e) in Mengen größer 0 Gew.-%.
[0032] Hinsichtlich der Komponente a) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 15 Gew.-% bis 25 Gew.-% Alkalicarbonat, welches zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat
ersetzt sein kann, und bis zu 5 Gew.-%, insbesondere 0,5 Gew.-% bis 2,5 Gew.-% Citronensäure
und/oder Alkalicitrat enthalten. In einer alternativen Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel sind als Komponente a) 5 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere 5 Gew.-% bis 15
Gew.-% Citronensäure und/oder Alkalicitrat und bis zu 5 Gew.-% , insbesondere 1 Gew.-%
bis 5 Gew.-% Alkalicarbonat, welches zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat
ersetzt sein kann, enthalten. Falls sowohl Alkalicarbonat wie auch Alkalihydrogencarbonat
vorhanden sind, weist die Komponte a) Alkalicarbonat und Alkalihydrogencarbonat vorzugsweise
im Gewichtsverhältnis von 10:1 bis 1:1 auf.
[0033] Hinsichtlich der Komponente b) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 1 Gew.-% bis 5 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich von 1,8 bis
2,5 enthalten.
[0034] Hinsichtlich der Komponente c) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat enthalten.
Unter Phosphonsäuren werden dabei auch gegebenenfalls substituierte Alkylphosphonsäuren
verstanden, die auch mehrere Phosphonsäuregruppierungen aufweisen könne (sogenannte
Polyphosphonsäuren). Bevorzugt werden sie ausgewählt aus den Hydroxy- und/oder Aminoalkylphosphonsäuren
und/oder deren Alkalisalzen, wie zum Beispiel Dimethylaminomethandiphosphonsäure,
3-Aminopropan-1-hydroxy-1,1-diphosphonsäure, 1-Amino-1-phenyl-methandiphosphonsäure,
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, Amino-tris(methylenphosphonsäure), N,N,N',N'-Ethylendiamin-tetrakis(methylenphosphonsäure)
und acylierte Derivate der phosphorigen Säure, die auch in beliebigen Mischungen eingesetzt
werden können.
[0035] Hinsichtlich der Komponente d) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 15 Gew.-% bis 35 Gew.-% Alkaliphosphat, insbesondere Trinatriumpolyphosphat,
enthalten. Alkaliphosphat ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, existiert als Dihydrat (Dichte 1,91 gcm
-3, Schmelzpunkt 60°) und als Monohydrat (Dichte 2,04 gcm
-3). Beide Salze sind weiße, in Wasser sehr leicht lösliche Pulver, die beim Erhitzen
das Kristallwasser verlieren und bei 200°C in das schwach saure Diphosphat (Dinatriumhydrogendiphosphat,
Na
2H
2P
2O
7), bei höherer Temperatur in Natiumtrimetaphosphat (Na
3P
3O
9) und Madrellsches Salz übergehen. NaH
2PO
4 reagiert sauer; es entsteht, wenn Phosphorsäure mit Natronlauge auf einen pH-Wert
von 4,5 eingestellt und die Maische versprüht wird. Kaliumdihydrogenphosphat (primäres
oder einbasiges Kaliumphosphat, Kaliumbiphosphat, KDP), KH
2PO
4, ist ein weißes Salz der Dichte 2,33 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt 253° (Zersetzung unter Bildung von (KPO
3)
x, Kaliumpolyphosphat) und ist leicht löslich in Wasser. Dinatriumhydrogenphosphat
(sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, ist ein farbloses, sehr leicht wasserlösliches kristallines Salz. Es existiert wasserfrei
und mit 2 Mol. (Dichte 2,066 gcm
-3, Wasserverlust bei 95°), 7 Mol. (Dichte 1,68 gcm
-3, Schmelzpunkt 48° unter Verlust von 5 H
2O) und 12 Mol. Wasser (Dichte 1,52 gcm
-3, Schmelzpunkt 35° unter Verlust von 5 H
2O), wird bei 100° wasserfrei und geht bei stärkerem Erhitzen in das Diphosphat Na
4P
2O
7 über. Dinatriumhydrogenphosphat wird durch Neutralisation von Phosphorsäure mit Sodalösung
unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator hergestellt. Dikaliumhydrogenphosphat
(sekundäres od. zweibasiges Kaliumphosphat), K
2HPO
4, ist ein amorphes, weißes Salz, das in Wasser leicht löslich ist. Trinatriumphosphat,
tertiäres Natriumphosphat, Na
3PO
4, sind farblose Kristalle, die als Dodecahydrat eine Dichte von 1,62 gcm
-3 und einen Schmelzpunkt von 73-76°C (Zersetzung), als Decahydrat (entsprechend 19-20%
P
2O
5) einen Schmelzpunkt von 100°C und in wasserfreier Form (entsprechend 39-40% P
2O
5) eine Dichte von 2,536 gcm
-3 aufweisen. Trinatriumphosphat ist in Wasser unter alkalischer Reaktion leicht löslich
und wird durch Eindampfen einer Lösung aus genau 1 Mol Dinatriumphosphat und 1 Mol
NaOH hergestellt. Trikaliumphosphat (tertiäres oder dreibasiges Kaliumphosphat), K
3PO
4, ist ein weißes, zerfließliches, körniges Pulver der Dichte 2,56 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt von 1340° und ist in Wasser mit alkalischer Reaktion leicht
löslich. Es entsteht z.B. beim Erhitzen von Thomasschlacke mit Kohle und Kaliumsulfat.
Trotz des höheren Preises werden in der Reinigungsmittel-Industrie die leichter löslichen,
daher hochwirksamen, Kaliumphosphate gegenüber entsprechenden Natrium-Verbindungen
vielfach bevorzugt. Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7, existiert in wasserfreier Form (Dichte 2,534 gcm
-3, Schmelzpunkt 988°, auch 880° angegeben) und als Decahydrat (Dichte 1,815-1,836 gcm
-3, Schmelzpunkt 94° unter Wasserverlust). Bei Substanzen sind farblose, in Wasser mit
alkalischer Reaktion lösliche Kristalle. Na
4P
2O
7 entsteht beim Erhitzen von Dinatriumphosphat auf >200° oder indem man Phosphorsäure
mit Soda im stöchiometrischem Verhältnis umsetzt und die Lösung durch Versprühen entwässert.
Das Decahydrat komplexiert Schwermetall-Salze und Härtebildner und verringert daher
die Härte des Wassers. Kaliumdiphosphat (Kaliumpyrophosphat), K
4P
2O
7, existiert in Form des Trihydrats und stellt ein farbloses, hygroskopisches Pulver
mit der Dichte 2,33 gcm
-3 dar, das in Wasser löslich ist, wobei der pH-Wert der 1%igen Lösung bei 25° 10,4
beträgt. Durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höhermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann. Insbesondere für letztere sind eine Vielzahl von Bezeichnungen
in Gebrauch: Schmelz- oder Glühphosphate, Grahamsches Salz, Kurrolsches und Madrellsches
Salz. Alle höheren Natrium- und Kaliumphosphate werden gemeinsam als kondensierte
Phosphate bezeichnet. Das technisch wichtige Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat), ist ein wasserfrei oder mit 6 H
2O kristallisierendes, nicht hygroskopisches, weißes, wasserlösliches Salz der allgemeinen
Formel NaO-[P(O)(ONa)-O]
n-Na mit n=3. In 100 g Wasser lösen sich bei Zimmertemperatur etwa 17 g, bei 60° ca.
20 g, bei 100° rund 32 g des kristallwasserfreien Salzes; nach zweistündigem Erhitzen
der Lösung auf 100° entstehen durch Hydrolyse etwa 8% Orthophosphat und 15% Diphosphat.
Bei der Herstellung von Pentanatriumtriphosphat wird Phosphorsäure mit Sodalösung
oder Natronlauge im stöchiometrischen Verhältnis zur Reaktion gebracht und die Lsg.
durch Versprühen entwässert. Ähnlich wie Grahamsches Salz und Natriumdiphosphat löst
Pentanatriumtriphosphat viele unlösliche Metall-Verbindungen (auch Kalkseifen usw.).
Pentakaliumtriphosphat, K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat), kommt beispielsweise in Form einer 50 Gew.-%-igen Lösung
(> 23% P
2O
5, 25% K
2O) in den Handel. Die Kaliumpolyphosphate finden in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie
breite Verwendung. Weiter existieren auch Natriumkaliumtripolyphosphate, welche ebenfalls
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind. Diese entstehen beispielsweise,
wenn man Natriumtrimetaphosphat mit KOH hydrolysiert:
(NaPO
3)
3 + 2 KOH → Na
3K
2P
3O
10 + H
2O
[0036] Diese sind erfindungsgemäß genau wie Natriumtripolyphosphat, Kaliumtripolyphosphat
oder Mischungen aus diesen beiden einsetzbar; auch Mischungen aus Natriumtripolyphosphat
und Natriumkaliumtripolyphosphat oder Mischungen aus Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
oder Gemische aus Natriumtripolyphosphat und Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0037] Hinsichtlich der Komponente e) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 1,5 Gew.-% bis 5 Gew.-% polymeres Polycarboxylat, insbesondere ausgewählt aus
den Polymerisations- beziehungsweise Copolymerisationsprodukten von Acrylsäure, Methacrylsäure
und/oder Maleinsäure enthalten. Unter diesen sind die Homopolymere der Acrylsäure
und unter diesen wiederum solche mit einer mittleren Molmasse im Bereich von 5 000
D bis 15 000 D (PA-Standard) besonders bevorzugt.
[0038] Als in den Mitteln verwendbare Enzyme kommen außer der obengenannten Oxidase solche
aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen, Mannanasen,
Cellulasen, Hemicellulasen, Xylanasen und Peroxidasen sowie deren Gemische in Frage,
beispielsweise Proteasen wie BLAP®, Optimase®, Opticlean®, Maxacal®, Maxapem®, Alcalase®,
Esperase®, Savinase®, Durazym® und/oder Purafect® OxP, Amylasen wie Termamyl®, Amylase-LT®,
Maxamyl®, Duramyl® und/oder Purafect® OxAm, Lipasen wie Lipolase®, Lipomax®, Lumafast®
und/oder Lipozym®, Cellulasen wie Celluzyme® und/oder Carezyme®. Besonders geeignet
sind aus Pilzen oder Bakterien, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces
griseus, Humicola lanuginosa, Humicola insolens, Pseudomonas pseudoalcaligenes oder
Pseudomonas cepacia gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Die gegebenenfalls verwendeten
Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein,
um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Sie sind in den erfindungsgemäßen
Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 10 Gew.-%,
insbesondere von 0,2 Gew.-% bis 2 Gew.-%, enthalten, wobei besonders bevorzugt gegen
oxidativen Abbau stabilisierte Enzyme eingesetzt werden.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das Mittel 5 Gew.-% bis
50 Gew.-%, insbesondere 8 - 30 Gew.-% anionisches und/oder nichtionisches Tensid,
bis zu 60 Gew.-%, insbesondere 5 - 40 Gew.-% Buildersubstanz und 0,2 Gew.-% bis 2
Gew.-% Enzym, ausgewählt aus den Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen,
Mannanasen, Cellulasen, Oxidasen und Peroxidasen sowie deren Gemischen.
[0040] Zu den in den erfindungsgemäßen Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger oder
pastöser Form vorliegen, verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole
mit 1 bis 4 C-Atomen, insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol,
Diole mit 2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren
Gemische und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige
wassermischbare Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäßen Waschmitteln vorzugsweise
nicht über 30 Gew.-%, insbesondere von 6 Gew.-% bis 20 Gew.-%, vorhanden.
[0041] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäßen Mittel system- und
umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure,
Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch
Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium- oder
Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den erfindungsgemäßen
Mitteln vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-% bis 17 Gew.-%,
enthalten.
[0042] Schmutzablösevermögende Polymere, die oft als "Soil Release"-Wirkstoffe oder wegen
ihres Vermögens, die behandelte Oberfläche, zum Beispiel der Faser, schmutzabstoßend
auszurüsten, als "Soil Repellents" bezeichnet werden, sind beispielsweise nichtionische
oder kationische Cellulosederivate. Zu den insbesondere polyesteraktiven schmutzablösevermögenden
Polymeren gehören Copolyester aus Dicarbonsäuren, beispielsweise Adipinsäure, Phthalsäure
oder Terephthalsäure, Diolen, beispielsweise Ethylenglykol oder Propylenglykol, und
Polydiolen, beispielsweise Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol. Zu den bevorzugt
eingesetzten schmutzablösevermögenden Polyestern gehören solche Verbindungen, die
formal durch Veresterung zweier Monomerteile zugänglich sind, wobei das erste Monomer
eine Dicarbonsäure HOOC-Ph-COOH und das zweite Monomer ein Diol HO-(CHR
11-)
aOH, das auch als polymeres Diol H-(O-(CHR
11-)
a)
bOH vorliegen kann, ist. Darin bedeutet Ph einen o-, m- oder p-Phenylenrest, der 1
bis 4 Substituenten, ausgewählt aus Alkylresten mit 1 bis 22 C-Atomen, Sulfonsäuregruppen,
Carboxylgruppen und deren Mischungen, tragen kann, R
11 Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 22 C-Atomen und deren Mischungen, a eine Zahl
von 2 bis 6 und b eine Zahl von 1 bis 300. Vorzugsweise liegen in den aus diesen erhältlichen
Polyestern sowohl Monomerdioleinheiten -O-(CHR
11-)
aO- als auch Polymerdioleinheiten -(O-(CHR
11-)
a)
bO- vor. Das molare Verhältnis von Monomerdioleinheiten zu Polymerdioleinheiten beträgt
vorzugsweise 100:1 bis 1:100, insbesondere 10:1 bis 1:10. In den Polymerdioleinheiten
liegt der Polymerisationsgrad b vorzugsweise im Bereich von 4 bis 200, insbesondere
von 12 bis 140. Das Molekulargewicht beziehungsweise das mittlere Molekulargewicht
oder das Maximum der Molekulargewichtsverteilung bevorzugter schmutzablösevermögender
Polyester liegt im Bereich von 250 bis 100 000, insbesondere von 500 bis 50 000. Die
dem Rest Ph zugrundeliegende Säure wird vorzugsweise aus Terephtalsäure, Isophthalsäure,
Phthalsäure, Trimellithsäure, Mellithsäure, den Isomeren der Sulfophthalsäure, Sulfoisophthalsäure
und Sulfoterephtalsäure sowie deren Gemischen ausgewählt. Sofern deren Säuregruppen
nicht Teil der Esterbindungen im Polymer sind, liegen sie vorzugsweise in Salzform,
insbesondere als Alkali- oder Ammoniumsalz vor. Unter diesen sind die Natrium- und
Kaliumsalze besonders bevorzugt. Gewünschtenfalls können statt des Monomers HOOC-Ph-COOH
geringe Anteile, insbesondere nicht mehr als 10 Mol-% bezogen auf den Anteil an Ph
mit der oben gegebenen Bedeutung, anderer Säuren, die mindestens zwei Carboxylgruppen
aufweisen, im schmutzablösevermögenden Polyester enthalten sein. Zu diesen gehören
beispielsweise Alkylen- und Alkenylendicarbonsäuren wie Malonsäure, Bernsteinsäure,
Fumarsäure, Maleinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure
und Sebacinsäure. Zu den bevorzugten Diolen HO-(CHR
11-)
aOH gehören solche, in denen R
11 Wasserstoff und a eine Zahl von 2 bis 6 ist, und solche, in denen a den Wert 2 aufweist
und R
11 unter Wasserstoff und den Alkylresten mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 C-Atomen
ausgewählt wird. Unter den letztgenannten Diolen sind solche der Formel HO-CH
2-CHR
11-OH, in der R
11 die obengenannte Bedeutung besitzt, besonders bevorzugt. Beispiele für Diolkomponenten
sind Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,5-Pentandiol,
1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol, 1,2-Decandiol, 1,2-Dodecandiol und Neopentylglykol.
Besonders bevorzugt unter den polymeren Diolen ist Polyethylenglykol mit einer mittleren
Molmasse im Bereich von 1000 bis 6000. Gewünschtenfalls können diese Polyester auch
endgruppenverschlossen sein, wobei als Endgruppen Alkylgruppen mit 1 bis 22 C-Atomen
und Ester von Monocarbonsäuren in Frage kommen. Den über Esterbindungen gebundenen
Endgruppen können Alkyl-, Alkenyl- und Arylmonocarbonsäuren mit 5 bis 32 C-Atomen,
insbesondere 5 bis 18 C-Atomen, zugrundeliegen. Zu diesen gehören Valeriansäure, Capronsäure,
Önanthsäure, Caprylsäure, Pelargonsäure, Caprinsäure, Undecansäure, Undecensäure,
Laurinsäure, Lauroleinsäure, Tridecansäure, Myristinsäure, Myristoleinsäure, Pentadecansäure,
Palmitinsäure, Stearinsäure, Petroselinsäure, Petroselaidinsäure, Ölsäure, Linolsäure,
Linolaidinsäure, Linolensäure, Eläostearinsäure, Arachinsäure, Gadoleinsäure, Arachidonsäure,
Behensäure, Erucasäure, Brassidinsäure, Clupanodonsäure, Lignocerinsäure, Cerotinsäure,
Melissinsäure, Benzoesäure, die 1 bis 5 Substituenten mit insgesamt bis zu 25 C-Atomen,
insbesondere 1 bis 12 C-Atomen tragen kann, beispielsweise tert.-Butylbenzoesäure.
Den Endgruppen können auch Hydroxymonocarbonsäuren mit 5 bis 22 C-Atomen zugrundeliegen,
zu denen beispielsweise Hydroxyvaleriansäure, Hydroxycapronsäure, Ricinolsäure, deren
Hydrierungsprodukt Hydroxystearinsäure sowie o-, m- und p-Hydroxybenzoesäure gehören.
Die Hydroxymonocarbonsäuren können ihrerseits über ihre Hydroxylgruppe und ihre Carboxylgruppe
miteinander verbunden sein und damit mehrfach in einer Endgruppe vorliegen. Vorzugsweise
liegt die Anzahl der Hydroxymonocarbonsäureeinheiten pro Endgruppe, das heißt ihr
Oligomerisierungsgrad, im Bereich von 1 bis 50, insbesondere von 1 bis 10. In einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden Polymere aus Ethylenterephthalat und
Polyethylenoxid-terephthalat, in denen die Polyethylenglykol-Einheiten Molgewichte
von 750 bis 5000 aufweisen und das Molverhältnis von Ethylenterephthalat zu Polyethylenoxid-terephthalat
50:50 bis 90:10 beträgt, allein oder in Kombination mit Cellulosederivaten verwendet.
[0043] Zu den für den Einsatz in erfindungsgemäßen Mitteln für die Wäsche von Textilien
in Frage kommenden Farbübertragungsinhibitoren gehören insbesondere Polyvinylpyrrolidone,
Polyvinylimidazole, polymere N-Oxide wie Poly-(vinylpyridin-N-oxid) und Copolymere
von Vinylpyrrolidon mit Vinylimidazol und gegebenenfalls weiteren Monomeren.
[0044] Die erfindungsgemäßen Mittel zum Einsatz in der Textilwäsche können Knitterschutzmittel
enthalten, da textile Flächengebilde, insbesondere aus Reyon, Wolle, Baumwolle und
deren Mischungen, zum Knittern neigen können, weil die Einzelfasern gegen Durchbiegen,
Knicken, Pressen und Quetschen quer zur Faserrichtung empfindlich sind. Hierzu zählen
beispielsweise synthetische Produkte auf der Basis von Fettsäuren, Fettsäureestern,
Fettsäureamiden, -alkylolestern, -alkylolamiden oder Fettalkoholen, die meist mit
Ethylenoxid umgesetzt sind, oder Produkte auf der Basis von Lecithin oder modifizierter
Phosphorsäureester.
[0045] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der harten Oberfläche und insbesondere
von der Textilfaser abgelösten Schmutz in der Flotte suspendiert zu halten. Hierzu
sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise Stärke,
Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder
der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke.
Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet.
Weiterhin lassen sich andere als die obengenannten Stärkederivate verwenden, zum Beispiel
Aldehydstärken. Bevorzugt werden Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz),
Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether, wie Methylhydroxyethylcellulose,
Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose und deren Gemische, beispielsweise
in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, eingesetzt.
[0046] Die Mittel können optische Aufheller, unter diesen insbesondere Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
beziehungsweise deren Alkalimetallsalze, enthalten. Geeignet sind zum Beispiel Salze
der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, zum Beispiel die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
optischen Aufheller können verwendet werden.
[0047] Insbesondere beim Einsatz in maschinellen Wasch- beziehungsweise Reinigungsverfahren
kann es von Vorteil sein, den Mitteln übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren
eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen
hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure oder Bisfettsäurealkylendiamiden. Mit Vorteilen werden auch
Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, zum Beispiel solche aus Silikonen,
Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon-
und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren, an eine granulare, in Wasser lösliche
beziehungsweise dispergierbare Trägersubstanz gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen
aus Paraffinen und Bistearylethylendiamid bevorzugt.
[0048] In erfindungsgemäßen Mitteln können außerdem Wirkstoffe zur Vermeidung des Anlaufens
von Gegenständen aus Silber, sogenannte Silberkorrosionsinhibitoren, eingesetzt werden.
Bevorzugte Silberkorrosionsschutzmittel sind organische Disulfide, zweiwertige Phenole,
dreiwertige Phenole, gegebenenfalls alkyl- oder aminoalkylsubstituierte Triazole wie
Benzotriazol sowie Cobalt-, Mangan-, Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Vanadium- oder
Cersalze und/oder -komplexe, in denen die genannten Metalle in einer der Oxidationsstufen
II, III, IV, V oder VI vorliegen.
[0049] Die Verbindung mit einem Gerüst gemäß Formel (I) oder der entsprechend vorgebildete
Komplex können in Form von Pulvern oder als Granulate, die auch gegebenenfalls gecoatet
und/oder gefärbt sein können und übliche Trägermaterialien und/oder Granulationshilfsmittel
enthalten können, vorliegen. Im Fall ihres Einsatzes als Granulate können diese gewünschtenfalls
auch weitere Aktivstoffe, insbesondere Bleichaktivator, enthalten.
[0050] Die Herstellung erfindungsgemäßer fester Mittel bietet keine Schwierigkeiten und
kann in im Prinzip bekannter Weise, zum Beispiel durch Sprühtrocknen oder Granulation,
erfolgen, wobei Persauerstoffverbindung und Bleichaktivatorkombination gegebenenfalls
später zugesetzt werden. Zur Herstellung erfindungsgemäßer Mittel mit erhöhtem Schüttgewicht,
insbesondere im Bereich von 650 g/l bis 950 g/l, ist ein einen Extrusionschritt aufweisendes
Verfahren bevorzugt. Erfindungsgemäße Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel
in Form wäßriger oder sonstige übliche Lösungsmittel enthaltender Lösungen werden
besonders vorteilhaft durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe, die in Substanz oder
als Lösung in einen automatischen Mischer gegeben werden können, hergestellt. In einer
bevorzugten Ausführung von Mitteln für die insbesondere maschinelle Reinigung von
Geschirr sind diese tablettenförmig.
Beispiele
Beispiel 1: Darstellung von 2-(2-Hydroxyphenyl)chinolin-8-ol (hpc)
1.1. Darstellung von 2-Lithioanisol
[0051]

[0052] 2-Bromanisol (97,0 g, 0,52 mol, 1,0 eq) wurde in 150 ml Pentan gelöst. Unter starkem
Rühren und Kühlung mit einem Eisbad wurden 325 ml einer 1,6 M Lösung von n-Butyllithium
in Hexan (0,52 mol, 1,0 eq) langsam zugetropft. Es bildet sich eine weiße Suspension,
welche für weitere 3 h bei 0°C, dann 9 h bei Raumtemperatur gerührt wurde. Der weiße
Feststoff wurde abfiltriert und mit Pentan gewaschen (4x30 ml). Nach Trocknen im Vakuum
wurde 2-Lithioanisol als feines weißes Pulver isoliert.
[0053] Ausbeute: weißes Pulver, 48,7 g (82%), Lagerung in der Glove-Box.
[0054] 1H-NMR (300.1 MHz, C
6D
6), δ/ppm = 7.99 (dd, 1H,
3J
HH= 6.3 Hz,
4J
HH = 1.4 Hz, H5), 7.32 (ddd, 1H,
3J
HH = 7.6 Hz,
3J
HH = 7.6 Hz,
4J
HH = 1.6 Hz, H4), 7.18 (d, 1H,
3J
HH = 6.6 Hz, H7), 6.58 (dd, 1 H,
3J
HH= 8.12 Hz, H6), 3.08 (s, 3H, O-CH
3).
13C-NMR (100 MHz, C
6D
6), δ/ppm = 170.4, 156.9 (C1), 141.8, 129.3, 123.6, 107.9, 54.9 (O-CH
3).
1.2. Darstellung von 8-Methoxy-2-(2-methoxyphenyl)chinolin
[0055]

[0056] Eine Lösung von 8-Methoxychinolin (5,54 g, 34,8 mmol, 1,0 eq) in 55 ml Diethylether
wurde langsam (innerhalb von etwa 30 min) zu einer Lösung von o-Lithioanisol (4,37
g, 38,4 mmol, 1,1 eq) in 55 ml Diethylether (je 55 mL) getropft. Dabei bildete sich
eine gelbgrün fluoreszierende Lösung. Nach beendeter Zugabe wurde für 2 h bei Raumtemperatur
gerührt, woraufhin kein Edukt mehr durch Dünnschichtchromatographie nachweisbar war.
Die Farbe der Reaktionsmischung änderte sich während der Reaktion von gelb fluoreszierend
über grün nach grünbraun. Zur Aufarbeitung wurde das Reaktionsgemisch auf Eis gegeben
und anschließend mit Diethylether extrahiert (3x 40 ml). Die vereinigten organischen
Phasen (gelb) wurden über MgSO
4 getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Der Rückstand wurde
in 200 ml Dichlormethan gelöst und mit ca. 40 Äquivalenten aktiviertem Braunstein
(Fa. Merck) so lange gerührt, bis die Kontrolle durch Dünnschichtchromatographie (Ethylacetat/Hexan
= 4/6) anzeigtw, dass sämtliches Rohprodukt umgesetzt war. Der Braunstein wurde abfiltriert
und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Das Produkt wurde im Vakuum
getrocknet.
[0057] Ausbeute: beigefarbener Feststoff, 9,0 g (97%).
[0058] 1H-NMR (300.1 MHz, CDCl
3), ö/ppm = 8.07 (d, 1 H,
3J
HH = 8.7 Hz, H4) 7.95 (dd, 1 H,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 1.8 Hz, H3'), 7.93 (d, 1H,
3J
HH = 8.7 Hz, H3), 7.44-7.35 (m, 3H, H5', H6, H5), 7.12 (ddd, 1H,
3J
HH = 7.5 Hz,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 0.9 Hz, H4'), 7.01 (dd, 1H,
3J
HH = 7.2 Hz,
4J
HH = 1.8 Hz, H7) 6.98 (dd, 1H,
3J
HH = 8.4 Hz,
4J
HH = 0.6 Hz, H6'), 4.05 (s, 3H, O-CH
3, 3.81 (s, 3H, O-CH
3).
13C-NMR (75.5 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 157.5 (C2), 156.0 (C8/C1'), 155.8 (C8/C1'), 140.4 (C4/C8a/C2'), 135.1 (C4),
132.1 (C3'), 130.3 (C6/C5'), 130.2 (C4/C8a/C2'), 128.3 (C4/C8a/C2'), 126.5 (C6/C5'),
124.2 (C3), 121.5 (C4'), 119.4 (C5), 111.6 (C6'), 107.8 (C7), 56.2 (O-CH
3) 55.9 (O-CH
3).
HRMS-ESI (MeOH): berechnet für [C
17H
15N
1O
2Na]
+: 288.0995, gefunden: 288.0992 [M+Na]
+.
1.3. Darstellung von 2-(2-Hydroxyphenyl)chinolin-8-ol (hpc)
[0059]

[0060] KO
tBu (18,6 g, 0,17 mol, 5,5 eq) wurde in 10 ml DMF gelöst und auf 0°C gekühlt. Dann
wurde festes Diethylaminoethanthiol-Hydrochlorid (12,8 g, 0,08 mol, 2,5 eq) in mehreren
Portionen zugegeben. Nach 15 min wurde die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur erwärmt.
Eine Lösung von 8-Methoxy-2-(2-methoxyphenyl)chinolin (8,0 g, 0,03 mol, 1,0 eq) in
20 ml DMF wurde langsam zugetropft. Die braune Reaktionsmischung wurde für 1,5 h unter
Rückfluss erhitzt, wobei ein Farbwechsel nach Rotorgange beobachtet wurde. Das Gemisch
wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und mit wenig 2N HCl gequencht. Nach Zugabe von
150 ml Wasser wurde der pH-Wert mit 2N HCl auf pH 7 eingestellt. Die tiefrote Lösung
wurde mit Ethylacetat extrahiert (5x 60 ml) und die vereinigten organischen Phasen
über MgSO
4 getrocknet. Das Lösungsmittel wurde am Rotationsverdampfer entfernt und der Rückstand
aus einem Ethanol-Wasser-Gemisch (5:1) umkristallisiert. Über Nacht kristallisierte
2-(2-Hydroxyphenyl)chinolin-8-ol in Form roter Nadeln aus, welche abfiltriert, mit
Ether gewaschen und im Vakuum getrocknet wurden.
[0061] Ausbeute: gelbes Pulver bis orangerote Nadeln, 5,8 g (81%).
[0062] 1H-NMR (500 MHz, DMSO-d
6), δ/ppm = 15.62 (s, 1H, OH), 10.57 (s, 1H, OH), 8.49 (d, 1H,
3J
HH = 8.5 Hz, H4), 8.34 (d, 1H,
3J
HH = 8.3 Hz, H3), 8.20 (d, 1H,
3J
HH = 8.2 Hz, H3'), 7.48 (m, 2H, H5, H6), 7.39 (ddd, 1H,
3J
HH = 7.7 Hz,
3J
HH = 7.7 Hz,
4J
HH = 1.2 Hz, H5'), 7.26 (dd, 1 H,
3J
HH = 6.2 Hz,
4J
HH = 2.6 Hz, H7) 7.03 (d, 1H,
3J
HH = 8.3 Hz, H6'), 6.98 (dd, 1H,
3J
HH = 7.5 Hz,
3J
HH = 7.5 Hz, H4').
13C-NMR (125 MHz, DMSO-d
6), δ/ppm = 161.5 (C1'), 156.5 (C2), 153.1 (C8), 139.0 (C4), 136.2 (C8a), 132.8 (C5'),
128.6 (C4a), 128.4 (C6), 128.3 (C3'), 119.6 (C2'), 119.5 (C4'), 119.2 (C6'), 118.7
(C5), 118.5 (C3), 114.0 (C7).
MS-EI: m/z (%): 237 (100) [M]
+.
HRMS-ESI (MeOH): berechnet für [C
15H
12N
1O
2]
+: 238.0863, gefunden: 238.0861 [M+H]
+.
[0063] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1:3188 (s), 1605 (m), 1553 (s), 1471 (s), 1384 (m), 1293 (s), 1151 (w), 1089 (w), 833
(m), 822 (m), 745 (s), 577 (w).
Elementaranalyse: C
15H
11N
1O
2 (M = 237.3) /Gew%
| berechnet |
C: 75.94 |
H: 4.67 |
N: 5.90 |
| gefunden |
C: 75.73 |
H: 5.01 |
N: 5.89. |
Beispiel 2: Darstellung von 2-(6-(Hydroxydiphenylmethyl)pyridin-2-yl)phenol (hdpp)
2.1. Darstellung von 2-(2-Methoxyphenyl)pyridin
[0064]

[0065] Magnesiumspäne (3,2 g, 132 mmol, 1,5 eq) wurden zusammen mit einem lodkristall in
120 ml THF für 15 min zur Aktivierung der Metalloberfläche kräftig gerührt. Anschließend
wurde langsam o-Bromanisol (19,8 g, 106 mmol, 1,2 eq) zugetropft. Die Reaktionsmischung
fing dabei an zu sieden und wurde nach beendeter Zugabe für weitere 50 min unter Rückfluss
erhitzt. Die auf Raumtemperatur abgekühlte Grignard-Lösung wurde zu einer auf 0°C
vorgekühlten Lösung des Nickelkatalysators [Ni(dppe)Cl
2] (1,8 g, 3.8 mol%) und 2-Chlorpyridin (10,0 g, 88,1 mmol, 1,0 eq) in 90 ml THF getropft.
Die tiefrote Reaktionslösung wurde für 10 min bei 0°C und anschließend für 17 h bei
RT gerührt. Eine Reaktionskontrolle wurde mittels Dünnschichtchromatographie (Hexan/Ethylacetat
= 7/3) durchgeführt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 10 ml wässriger, konzentrierter
Ammoniumchlorid-Lösung abgebrochen und die Lösung mit halbkonzentrierter wässriger
HCl acidifiziert. Die wässrige Phase wurde mit DCM (4x 20 ml) gewaschen und anschließend
mit konzentrierter KOH-Lösung neutralisiert. Das Produkt wurde mit DCM extrahiert
(4x 50 ml). Die vereinigten organischen Extraktionsphasen wurden über MgSO
4 getrocknet und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt.
[0066] Ausbeute: strohfarbenes Öl, 14,8 g (91%).
[0067] 1H-NMR (300.1 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 8.70 (ddd, 1H,
3J
HH = 4.9 Hz,
4J
HH = 1.8 Hz,
5J
HH = 1.0 Hz, H6), 7.79 (m, 2H, H
Ar), 7.66 (ddd, 1H,
3J
HH = 7.5 Hz,
3J
HH = 7.9 Hz,
4J
HH = 1.8 Hz, H
Ar), 7.35 (m, 1H, H
Ar), 7.16 (m, 1 H, H
Ar), 7.08 (dd, 1H,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 1.1 Hz, H
Ar), 6.98 (dd, 1H,
3J
HH = 8.2 Hz,
4J
HH = 0.9 Hz, H
Ar), 3.81 (s, 3H, O-CH
3).
13C-NMR (75.5 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 157.1, 156.2, 149.5, 135.8, 131.3, 130.1, 129.2, 125.3, 121.8, 121.2, 111.6,
55.7 (O-CH
3).
HRMS-ESI (MeOH): berechnet für [C
12H
12N
1O
1]
+: 186.0913, gefunden: 186.0912 [M+H]
+.
2.2. Darstellung von 6-(2-Methoxyphenyl)pyridin-2-nitril
[0068]

[0069] 5,3 ml einer 35-prozentigen wässrigen Wasserstoffperoxidlösung (54,4 mmol, 1,0 eq)
wurden langsam zu einer Lösung von 2-(2-Methoxyphenyl)pyridin (10.1 g, 54,4 mmol,
1,0 eq) in 30 ml Eisessig zugetropft und die Reaktionslösung bei 80°C gerührt. Nach
jeweils 1, 2 und 3 h wurden jeweils weitere 5,3 ml der Wasserstoffperoxidlösung zugetropft
und die Reaktionslösung bei 80°C über Nacht gerührt. Der Reaktionsfortschritt wurde
mittels Dünnschichtchromatographie (Hexan/Ethylacetat = 1/1) verfolgt. Die Reaktionslösung
wurde mit festem K
2CO
3 neutralisiert, bis sich ein Niederschlag bildete. Die entstandene Suspension wurde
mit DCM (5x 35 ml) extrahiert und die vereinigten organischen Phasen wurden mit wässriger
KHCO
3-Lösung gewaschen. Nach Entfernung des Lösungsmittels wurde das intermediäre N-Oxid
als gelbgoldenes Öl in für die Folgereaktion ausreichender Reinheit gewonnen (8,9
g, 81%). Das N-Oxid (2,0 g, 9,9 mmol, 1,0 eq) wurde zusammen mit Triethylamin (1,7
g, 16,8 mmol, 1,7 eq) und TMS-CN (2,65 g, 16,7 mmol, 2,7 eq) in 20 ml Acetonitril
gelöst. Die rotbraune Lösung wurde für 17 h unter Rückfluss erhitzt. Der Reaktionsfortschritt
wurde mit Dünnschichtchromatographie (Hexan/Ethylacetat = 7/3) verfolgt. Nach beendeter
Reaktion wurde wässrige, konzentrierte NaHCO
3-Lösung zugegeben, bis ein cremefarbener Niederschlag ausfiel. Durch weitere Zugabe
von NaHCO
3-Lösung löste sich der Niederschlag wieder auf. Es wurde Wasser zugegeben und das
organische Lösungsmittel am Rotationsverdampfer entfernt. Die wässrige Phase wurde
mit DCM extrahiert (4x20 ml). Das Rohprodukt wurde durch säulenchromatographische
Trennung (Ø 3 cm x 18 cm, Kieselgel 60, DCM) gereinigt.
[0070] Ausbeute über 2 Stufen: weißer Feststoff, 853 mg (41%).
[0071] r
f (DCM): 0.57.
1H-NMR (300.1 MHz, CDCl
3), ö/ppm = 8.12 (dd, 1H,
3J
HH = 8.2 Hz,
4J
HH = 1.0 Hz, H5), 7.85 (dd, 1H,
3J
HH = 7.7 Hz,
4J
HH = 1.5 Hz, H3'), 7.81 (dd, 1H,
3J
HH = 7.7 Hz,
3J
HH = 7.7 Hz, H4), 7.59 (dd, 1 H,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 1.0 Hz, H3), 7.43 (ddd, 1H,
3J
HH = 8.2 Hz,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 1.8 Hz H5'), 7.10 (dd, 1H,
3J
HH = 7.5 Hz,
4J
HH = 1.0 Hz, H4'), 7.02 (d, 1H,
3J
HH = 8.3 Hz, H6'), 3.88 (s, 3H, O-CH
3).
13C-NMR (75.5 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 158.1 (C6/C1'), 157.4 (C6/C1'), 136.8 (C4), 133.8 (C2), 131.7 (C3'), 131.5
(C5'), 128.8 (C5), 127.2 (C2'), 126.6 (C3), 121.6 (C4'), 117.9 (CN), 111.8 (C6'),
55.9 (O-CH
3).
HRMS-ESI (MeOH) m/z: berechnet für [C
13H
10N
2O
1Na]
+: 233.0685, gefunden: 233.0685 [M+Na]
+.
[0072] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 2966 (w), 2836 (w), 2229 (w), 1602 (m), 1583 (s), 1494 (m), 1463 (m), 1494 (m),
1258 (s), 1170 (w), 1128 (w), 1023 (m), 812 (w), 753 (s).
2.3. Darstellung von (6-(2-Methoxyphenyl)pyridin-2-yl)diphenyl-methanol
[0073]

[0074] Zu elementarem Natrium (75 mg, 3.26 mmol, 2.2 eq) in 20 ml Toluol wurde 6-(2-Methoxy-phenyl)pyridin-2-nitril
(312 mg, 1,48 mmol, 1,0 eq) und Benzophenon (270 mg, 1,48 mmol, 1,0 eq) gegeben. Die
Reaktionsmischung wurde unter Rückfluss erhitzt. Dabei färbte sich die Reaktionslösung
tief blau. Nach 3,5 h wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und die Reaktion durch Zugabe
von 10 ml Wasser gequencht. Die durch Zugabe von wässriger NaHCO
3-Lösung und 1 N wässriger HCL auf einen pH-Wert von pH 7-8 eingestellte Reaktionsmischung
wurde mit Ethylacetat (3x 10 ml) extrahiert. Die vereinigten gelborangefarbenen organischen
Phasen wurden über MgSO
4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Die Reinigung
des Produktes erfolgte durch Säulenchromatographie (Ø 3 cm x 18 cm, Kieselgel 60,
Laufmittel: Ethylacetat/Hexan = 2/8).
[0075] Ausbeute: hell gelber Feststoff, 421 mg (83%).
[0076] r
f (Ethylacetat/Hexan = 2/8): 0.32.
1H-NMR (300.1 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 7.77-7.72 (m, 2H, H
Ar), 7.52 (dd, 1H,
3J
HH= 7.8 Hz,
3J
HH = 7.8 Hz, H
Ar), 7.28-7.12 (m, 11 H, H
Ar), 6.97-6.89 (m, 3H, H
Ar), 6.68 (s, 1 H, OH), 3.72 (s, 3H, O-CH
3).
13C-NMR (75.5 MHz, CDCl
3), δ/ppm = 162.4, 157.4, 153.8, 146.8, 136.5, 131.6, 130.6, 128.6 (4xC, Ph
2C-OH), 128.3 (4xC, Ph
2C-OH), 127.5 (2xC, Ph
2C-OH), 126.8, 123.9, 121.3, 121.2, 111.7, 81.1 (Ph
2C-OH), 55.8 (O-CH
3).
EI-MS: m/z (%): 367 (100) [M]
+, 290 (75) [M-C
6H
6]
+, 185 (50) [C
12H
11NO]
+, 77 (62) [C
6H
6].
2.4. Darstellung von 2-(6-(Hydroxydiphenylmethyl)pyridin-2-yl)phenol (hdpp)
[0077]

[0078] Zu einer auf 0°C vorgekühlten Suspension von KOtBu (1,02 g, 9,13 mmol, 3,9 eq) in
8 ml DMF wurde Diethylaminoethanthiol-Hydrochlorid (516 mg, 3,04 mmol, 1,3 eq) fest
hinzugegeben. Die Mischung wurde für 15 min bei 0°C gerührt, anschließend wurde eine
Lösung von (6-(2-Methoxyphenyl)pyridin-2-yl)diphenyl-methanol (860 mg, 2,34 mmol,
1,0 eq) in 10 ml DMF langsam zugetropft. Die entstandene hellgelbe Suspension wurde
für 15 min bei Raumtemperatur gerührt und anschließend für 2 h 15 min unter Rückfluss
erhitzt. Die Reaktionskontrolle erfolgte über Dünnschichtchromatographie (Ethylacetat/Hexan
= 4/6). Während der Reaktion verfärbte sich die Lösung gelb, später über grüngelb
fluoreszierend nach braungrün. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 2 N wässriger HCl
gequencht und der pH-Wert der Lösung mit wässriger NaHCO
3-Lösung auf pH 7 eingestellt. Die wässrige Phase wurde mit Ethylacetat extrahiert
(4x 20 ml) und nach Trocknen der vereinigten organischen Phasen über MgSO
4 das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Der braune Rückstand wurde in
Chloroform gelöst und so lange Hexan zugegeben, bis eine Trübung auftrat. Der nach
Lagerung bei 4°C über Nacht sich bildende kristalline Niederschlag wurde abfiltriert,
mit Hexan gewaschen und im Vakuum getrocknet.
[0079] Ausbeute: blassgelbes Pulver, 529 mg (64%).
[0080] r
f (Ethylacetat/Hexan = 2/8): 0.27.
1H-NMR (500 MHz, DMSO-d
6), δ/ppm = 13.16 (s, 1H, Ar-OH), 8.11-8.05 (m, 2H, H4, H5), 8.00 (d, 1H,
3J
HH = 8.1 Hz, H3'), 7.73 (d, 1H,
3J
HH = 7.7 Hz, H3), 7.38-7.26 (m, 11 H, 10xPh
2, H5'), 6.92-6.89 (m, 1H, H4'), 6.88 (s, 1H, C-OH), 6.79 (d, 1H,
3J
HH= 8.2 Hz, H6').
13C-NMR (125 MHz, DMSO-d
6), δ/ppm = 164.2 (C2), 159.7 (C1'), 156.2 (C6), 147.2 (2xC (C
6H
6)
2), 139.8 (C4), 132.1 (C5'), 128.7 und 128.6 (8xC, (C
6H
6)
2), 127.98 (C3'), 127.96 (2xC, (C
6H
6)
2), 121.1 (C5), 119.7 (C2'), 119.6 (C4'), 118.8 (C3), 118.7 (C6'), 81.9 (C-OH).
HRMS-ESI (MeOH): m/z: berechnet für [C
24H
20N
1O
2]
+: 354.1489, gefunden: 354.1481 [M+H]
+. MS-EI: m/z (%): 353 (52) [M]
+, 276 (9) [M-Ph]
+, 170 (17) [M-Ph
2C-OH]
+, 77 (53) [C
6H
6]
+.
[0081] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 3445 (s), 3055 (w), 3024 (w), 1593 (s), 1560 (m), 1491 (w), 1458 (s), 1413 (w),
1336 (m), 1296 (m), 1178 (m), 1151 (m), 765 (m), 754 (s), 700 (s).
| Elementaranalyse: |
C24H19N1O2 (M = 353.43) /Gew% |
| berechnet |
C: 81.56 |
H: 5.42 |
N: 3.96 |
| gefunden |
C: 81.00 |
H: 5.49 |
N: 3.81. |
Beispiel 3: Darstellung von [Mn(hpc)]2 (A)
[0082]

[0083] Eine Lösung von gemäß Beispiel 1 hergestelltem hpc-Ligand (1,0 g, 4,2 mmol, 1,0 eq)
und Triethylamin (850 mg, 8,4 mmol, 2,0 eq) in 90 ml entgastem Methanol wurde langsam
zu einer Lösung von Mn(BF
4)
2 x 6 H
2O (1,4 g, 4,2 mmol, 1,0 eq) in 30 ml entgastem Methanol getropft. Nach beendeter Zugabe
wurde für 15 min bei RT gerührt und anschließend für zwei Stunden unter Rückfluss
erhitzt. Danach wurde die Mischung auf Raumtemperatur abgekühlt, der entstandene Niederschlag
abzentrifugiert, dreimal mit entgastem Methanol gewaschen und im Vakuum getrocknet.
Durch mehrmaliges Einfrieren des Kolbens in flüssigem Stickstoff und anschließendem
Auftauen auf Raumtemperatur unter Vakuum (Gefriertrocknung) wurde das teilweise verklumpte
Material als feines Pulver erhalten.
[0084] Ausbeute: hellgelbes Pulver, 1.1 g (89%).
[0085] MALDI-MS: m/z: 290.0 [M]
+, 579.1 [M
2]
+.
HRMS-APCI (MeOH): m/z: berechnet für [C
15H
9Mn
1N
1O
2]
+: 290.0008, gefunden: 290.0002 [M/2]
+.
[0086] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 3043 (w), 1601 (m), 1551 (m), 1503 (m), 1465 (s), 1429 (m), 1378 (w), 1334 (m),
1315 (w), 1271 (m), 1238 (m), 1125 (w), 1099 (m), 827 (m), 737 (s).
| Elementaranalyse: |
C15H9MnNO2(M = 308.2) /Gew% |
| berechnet |
C: 62.09 |
H: 3.13 |
N: 4.83 |
Mn: 18.93 |
| gefunden |
C: 57.54 |
H: 3.22 |
N: 4.37 |
Mn: 18.93. |
Beispiel 4: Darstellung von [Mn(hpc)(acac)(MeOH)] (B)
[0087]

[0088] Eine Lösung von gemäß Beispiel 1 hergestelltem hpc-Ligand (498 mg, 2,1 mmol, 1,0
eq) in 60 ml Methanol wurde langsam zu einer Lösung von [Mn(acac)
3] (740 mg, 2,1 mmol, 1,0 eq) in 50 ml Methanol gegeben. Die Farbe der Reaktionslösung
schlug von gelbschwarz nach rotbraun um. Die Lösung wurde für 1 h unter Rückfluss
erhitzt. Die nahezu homogene Reaktionsmischung wurde durch einen Spritzenfilter (0,45
µm) in einen zweiten Schlenk-Kolben überführt. Der Komplex kristallisierte über 3
Tage bei -30°C in Form feiner Nadeln aus. Der kristalline Niederschlag wurde abfiltriert
und im Vakuum getrocknet. Durch Auflösen in Methanol und Eindiffusion von Diethylether
konnten für die Röntgenstrukturanalyse geeignete Kristalle erhalten werden.
[0089] Ausbeute: braune Nadeln, 433 mg (53%).
[0090] HRMS-EI (MeOH): m/z: berechnet für [C
20H
16N
1Mn
1O
4]
+: 389.0477, gefunden: 389.0467 [M-MeOH]
+; berechnet für [C
15H
9N
1Mn
1O
2]
+: 290.0017, gefunden: 290.0015 [M-MeOH-acac]
+. EI-MS: m/z (%): 389 [M-MeOH]
+ (60), 329 [M-Phenoxy]
+(40), 290 [M-MeOH-acac]
+ (100), 154 [Mn(acac)]
+(15), 100 [acac+H]
+(30).
HRMS-ESI (MeOH): m/z: berechnet für [C
16H
13Mn
1N
1O
3]
+: 322.0270, gefunden: 322.0270 [M-acac]
+.
[0091] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 3165 (m), 3063 (w), 2913 (w), 1593 (s), 1543 (m), 1502 (s), 1472 (m), 1387 (s),
1327 (m), 1262 (m), 1022 (s), 930 (w), 841 (m), 829 (m), 748 (s).
Elementaranalyse: C
21H
20MnNO
5 (M = 421.3) /Gew%
| berechnet |
C: 59.86 |
H: 4.78 |
N: 3.32 |
Mn: 13.04 |
| gefunden |
C: 59.80 |
H: 4.77 |
N: 3.29 |
Mn: 13.20. |
Beispiel 5: Darstellung von [Mn(hpc)(terpy)] (C)
[0092]

[0093] Zu einer Lösung von Mn(BF
4)
2 x 6 H
2O (700 mg, 2,1 mmol, 1,0 eq) in 80 ml Methanol wurde festes Terpyridin (485 mg, 2,1
mmol, 1,0 eq) gegeben. Die gelbweiße Suspension wurde für 20 min bei Raumtemperatur
gerührt. Dann wurde eine Lösung von Triethylamin (421 mg, 4,2 mmol, 2,0 eq) und dem
gemäß Beispiel 1 hergestellten hpc-Liganden (493 mg, 2,1 mmol, 1,0 eq) in 50 ml Methanol
langsam zugetropft, wobei eine Farbänderung nach hellorange zu beobachten war. Die
orangefarbene Suspension wurde für 1,5 h unter Rückfluss erhitzt. Nach Abkühlen wurde
der orange Feststoff abzentrifugiert, zweimal mit Methanol gewaschen und im Vakuum
getrocknet. Die Mutterlauge wurde durch einen Spritzenfilter (0,45 µm) in einen zweiten
Schlenk-Kolben überführt. Bei 4°C kristallisierten über Nacht für die Röntgenstrukturanalyse
geeignete stäbchenförmige Kristalle aus.
[0094] Ausbeute: orangefarbenes Pulver, 618 mg (53%).
[0095] HRMS-ESI (MeOH): m/z: berechnet für [C
30H
20Mn
1N
4O
2]
+: 523.0961, gefunden: 523.0960 [M-MeOH]
+.
MALDI-MS: m/z: 523.1 [M-MeOH]
+.
[0096] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 3045 (m), 1593 (m), 1537 (m), 1470 (s), 1450 (s), 1431 (m), 1346 (s), 1159 (m),
1101 (w), 1008 (m), 777 (s), 742 (s).
| Elementaranalyse: |
C30H20MnN4O2 x MeOH (M = 555.5) /Gew% |
| berechnet |
C: 67.03 |
H: 4.35 |
N: 10.09 |
| gefunden |
C: 66.66 |
H: 4.37 |
N: 10.09. |
Beispiel 6: Darstellung von [Mn(hdppp)(acac)]2 (D)
[0097]

[0098] Eine Lösung von gemäß Beispiel 2 hergestelltem hdppp-Ligand (495 mg, 1.4 mmol, 1.0
eq) in 20 ml Methanol wurde langsam zu einer Lösung von [Mn(acac)
3] (493 mg, 1,4 mmol, 1,0 eq) in 10 ml Methanol gegeben. Die Farbe der Reaktionslösung
schlugt von gelbschwarz nach rotbraun um. Die Lösung wurde für 1 h unter Rückfluss
erhitzt. Die homogene Reaktionslösung wurde nach dem Abkühlen mit so viel Wasser (ca.
30 ml) versetzt, bis sich ein beigefarbener Niederschlag bildete, welcher sich beim
Erwärmen wieder löste. Die leicht trübe Mischung wurde für mehrere Tage bei 4°C gelagert,
wodurch für die Röntgenstrukturanalyse geeignete Kristalle erhalten wurden. Der entstandene
Niederschlag wurde abfiltriert und im Vakuum getrocknet.
[0099] Ausbeute: braunes Pulver, 538 mg, 76%.
[0100] HRMS-ESI (MeOH): m/z: berechnet für [C
29H
24MnNNaO
4]
+: 528.0978, gefunden: 528.0989 [M/2+Na]
+.
[0101] IR-Spektroskopie (KBr)
ṽ/cm
-1: 3437 (w), 3052 (w), 1591 (s), 1516 (m), 1455 (s), 1445 (m), 1384 (s), 1251 (m),
1044 (m), 1024 (m), 738 (s), 698 (s).
| Elementaranalyse: |
C29H24MnNO4 (M = 505.4) /Gew% (verunreinigt) |
| berechnet |
C: 68.91 |
H: 4.79 |
N: 2.77 |
| gefunden |
C: 72.65 |
H: 5.04 |
N: 3.09. |
Beispiel 7: Untersuchung der Waschleistung und Faserschädigung
[0102] Primärwaschkraft und Nassreißkraftverlust bei Einsatz der gemäß den Beispielen 3
bis 6 hergestellten Komplexe A, B, C und D wurden in einem miniaturisierten Waschtest
getestet. Es wurde zum einen mit einer vereinfachten Waschlauge bestehend aus Tensid,
H
2O
2 und Katalysator in Wasser gearbeitet. Dabei kamen Lösungen von jeweils 0,93 g/l Tensid,
10 mmol/l H
2O
2 und 0,0086 mmol/l (bezogen auf Mn) des zu testenden Katalysators in Wasser (3°dH),
deren pH-Werte mittels NaOH auf pH 10,5 eingestellt worden waren, zum Einsatz; zum
Vergleich wurde eine ansonsten gleich zusammengesetzte katalysatorfreie Lösung, der
man 0,151 g/l TAED zugesetzt hatte, getestet (Tabelle 1). Zum anderen wurde mit Lösungen
eines percarbonathaltigen Waschmittels (V1), das frei von Bleichaktivatoren und Bleichkatalysatoren
war, oder eines ansonsten gleich zusammengesetzten Mittels (V2), das zusätzlich 2,7
Gew.-% TAED enthielt, gearbeitet. Dabei kamen Lösungen von jeweils 5,88 g/l des zu
testenden Waschmittels zum Einsatz, wobei die Komplexe A, B, C und D in Mengen von
jeweils 0,588 mg/l (bezogen auf Mn) jeweils einer V1 enthaltenden Lösung zugesetzt
wurden (Tabelle 2).
[0103] Für die Messung der Primärwaschleistung wurden Baumwollsubstrate, die mit einer standardisierten
Teeanschmutzung (T) oder einer standardisierten Blaubeersaftanschmutzung (S) versehen
worden war, 30 Minuten bei 20 °C, 30 °C oder 40 °C in den jeweiligen Lösungen behandelt.
Das behandelte Stoffsubstrat wurde unter fließendem Wasser ausgewaschen und anschließend
getrocknet und farbvermessen. In den nachfolgenden Tabellen ist der Helligkeitswert
der Baumwollmeßstücke angegeben (5fach-Bestimmungen, angegeben sind die Mittelwerte).
Tabelle 1: Bleichleistung in tensidhaltigem H
2O
2
| |
A |
B |
C |
D |
TAED |
| 20 °C, T |
51,5 |
51,5 |
54,6 |
56,0 |
50,8 |
| 20 °C, S |
37,7 |
37,9 |
37,1 |
37,6 |
n.b. |
| 30 °C, T |
54,3 |
54,8 |
57,4 |
57,6 |
51,5 |
| 30 °C, S |
41,1 |
41,2 |
41,8 |
42,3 |
n.b. |
| 40°C, T |
60,8 |
61,6 |
60,4 |
59,2 |
55,9 |
| 40 °C, S |
45,6 |
45,3 |
45,7 |
46,5 |
n.b. |
Tabelle 2: Bleichleistung in Waschmittellösungen
| |
V1+A |
V1+B |
V1+C |
V1+D |
V2 |
| 20 °C, T |
49,6 |
50,3 |
52,2 |
52,8 |
50,2 |
| 20 °C, S |
53,9 |
54,2 |
52,9 |
54,7 |
n.b. |
| 30 °C, T |
53,1 |
53,5 |
54,7 |
54,4 |
53,3 |
| 30 °C, S |
56,6 |
56,1 |
57,9 |
59,2 |
n.b. |
| 40°C, T |
57,7 |
57,5 |
56,8 |
58,5 |
55,9 |
| 40 °C, S |
60,9 |
60,9 |
59,7 |
60,9 |
n.b. |
[0104] Für die Messung des Nassreißkraftverlusts wurden Baumwollstreifen mit definierter
Breite (Fadenanzahl) 20 Mal über jeweils 60 Minuten bei 60°C in den oben angegebenen
Waschmittellösungen behandelt. Die Streifen wurden getrocknet und in eine Netzlösung
eingetaucht, bevor sie mittels einer Zugprüfmaschine mit konstanter Zugprüfgeschwindigkeit
zerrissen wurden. Die Zerreißkraft der behandelten Baumwolle wurde mit der Zerreißkraft
der unbehandelten Baumwolle verglichen und der Nassreißkraftverlust in % berechnet.
In der nachfolgenden Tabelle 3 sind die Mittelwerte von 5fach-Bestimmungen angegeben.
Tabelle 3: Nassreißkraftverlust