[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ferrolegierungen, insbesondere
von FeCr und FeMn Legierungen, mit niedrigem Kohlenstoffgehalt im AOD Konverter,
[0002] Der Entkohlungsprozess für die Herstellung von Ferrolegierungen mit niedrigsten C-Gehalten
findet heute im AOD-Konverter (
Argon-
Oxygen-
Decarburisation), CLU Konverter (Creusot
Loire Uddeholm) oder in einer VOD-Anlage (
Vacuum
Oxgen
Decarburisation) statt. Die Nachteile dieser bekannten Konverterverfahren AOD und CLU
bestehen darin, dass tiefe C-Gehalte nur bedingt über sehr lange Behandlungszeiten
unter atmosphärischen Druck erreicht werden können. Wegen der hohen Start Si- Gehalte
und der hohen Start C-Gehalte müssen bei den konventionellen Konverterverfahren große
Kühlmittelmengen während der Entsilizierungs- und Hauptentkohlungsphase zugesetzt
werden.
[0003] Die erreichbaren Grenzwerte für Kohlenstoff zur Produktion von FeCr und FeMn liegen
bei den konventionellen Verfahren bei ca.:
| |
Fe Cr |
Fe Mn- |
| AOD Konverter |
1,0% |
1,0% |
| CLU Konverter |
1,0% |
1,0% |
| VOD/ VODC Konverter |
0,4% |
0,4% |
[0004] Teilt man bei der Erzeugung von Ferrolegierungen die Raffination zu niedrigsten C-gehalten
in zwei Prozessstufen mit Konverter und Vakuumanlage (d. h. Entsilizierung und Hauptentkohlung
im Konverter und Tiefentkohlung in der VOD- Anlage) wird die Zykluszeit der einzelnen
Anlagenkomponenten deutlich verkürzt und tiefere Kohlenstoffgehalte können erreicht
werden. Über diese Aufteilung der Prozessschritte verkürzt man die Behandlungszeit
in den einzelnen Behandlungsstufen und erhöht damit die Produktion der Gesamtanlage.
[0005] Der VODC Konverter (
Vacuum
Oxygen
Decarburisation
Converter) verbindet diese beiden Prozessschritte bereits in einem Aggregat. Der Prozess
ist aus der Stahlerzeugung, insbesondere für die Produktion von Edelstahl und Spezialstähle,
bekannt. Vakuum-Konverter wurden u.a. bereits von GHH, Leybold Heräus, Daido und Demag
gebaut.
[0006] Bei einem VODC Konverter wird Sauerstoff über eine Toplanze in ein Konvertergefäß
mit Bodenspülen (Ar oderN
2) unter Vakuum in eine Stahlschmelze zur Raffination eingeblasen. Die dafür verwendeten
Technologien und Anlagenkomponenten wurden im Laufe der Zeit wesentlich verbessert
(Vakuum-Pumpen, Lanzeneinsatz unter Vakuum, Vakuum-Bunker, Abgasanalyse usw.).
Der Nachteil dieses Prozesses ist, dass der Entkohlungsprozess, wie bei der VOD- Anlage,
nur über eine O
2 Toplanze mit sehr niedrigen Blasraten bei niedriger Durchmischungsenergie über den
gesamten Prozessverlauf, nur sehr langsam fortschreitet.
[0007] Aus der
EP 1431404 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem in einem Vakuum-Konverter in der ersten Stufe
die Entsilizierung und Hauptentkohlung auf Basis des Konverter-Verfahrens unter atmosphärischen
Bedingungen durchgeführt wird, wobei über eine Toplanze Sauerstoff und über Unterbaddüsen,
Sauerstoff und CO2 in die Schmelze eingeblasen werden und anschließend in einer zweiten
Stufe im selben Konverter die Tiefentkohlungsphase unter Vakuum durchgeführt wird,
wobei auf der Schutzgasseite der Unterbaddüsen zusätzlich CO2 injiziert wird.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Herstellungsverfahren zu vereinfachen.
[0009] Erfindungsgemäß wird der Prozess in 2 Prozessstufen in einem Aggregat gefahren.
[0010] Die erste Stufe umfasst die Entsilizierung und die Hauptentkohlung der Schmelze und
wird auf Basis des AOD-Verfahrens unter atmosphärischen Bedingungen durchgeführt.
In der Ensilizierungs.- und Hauptentkohlungsphase wird über eine Toplanze Sauerstoff
und über die Unterbaddüsen Sauerstoff und CO
2 in die Schmelze eingeblasen.
[0011] Als Unterbaddüsen werden insbesondere Ringspaltdüsen verwendet.
[0012] Auf der Schutzgasseite der Ringspaltdüsen werden alternative Gase wie CO2, CmH2m+2,
Ar oder N2 zusätzlich zum Inertgas injiziert. Speziell das CO2 bzw. die Carbonhydrate
rufen beim Zusammentreffen mit den flüssigen Ferrolegierungen eine stark endotherme
Reaktion hervor. Außerdem kann Inertgas mit Sauerstoff gemischt werden. Bei dieser
Fahrweise werden Ansätze von erstarrtem Metall an der Düsenspitze kontrolliert abgebrannt.
Auf der Prozessgasseite der Ringspaltdüse wird Sauerstoff mit Inertgas wie CO2, Argon
oder Stickstoff alternative gemischt. Die Verwendung der Gase CO
2 oder CmH2m+2 auf der Prozess.- und Schutzgasseite hat zur Folge, dass der Kühlmittelbedarf
während der Entsilizierung und der Entkohlung reduziert wird.
[0013] In der zweiten Stufe, der Tiefentkohlungsphase, wird der Prozess im Konvertergefäß
unter Vakuum gefahren.
Ein Vakuumdeckel wird über die Konvertermündung gefahren und mit Hilfe der Seitendüsen
unter Vakuum gefrischt.
Die Partialdruckabsenkung von CO erfolgt zu Einem über das Einblasen von Inertgas
und parallel über eine Druckreduzierung im Gefäß. Auf der Schutzgasseite der Unterbaddüsen
werden zusätzlich die Gase CO
2 oder C
mH
2m+2
injiziert, die wiederum eine endotherme Reaktion hervorrufen und bei der Anwendung
von CO
2 die Boudouard Reaktion (Der Kohlenstoffgehalt der Schmelze liegt in dieser Phase
noch deutlich über 1 %) nutzen.
[0014] Als Boudouard-Gleichgewicht bezeichnet man das temperaturabhängige chemische Gleichgewicht
zwischen Kohlenstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid.
[0015] Auf der Prozess.- und Schutzgasseite der Ringspaltdüse kann Sauerstoff mit CO
2 gemischt werden. Die Verwendung dieser Gase hat auch in dieser Prozessphase zur Folge,
dass der Kühlmittelbedarf reduziert werden kann.
[0016] Nach Erreichen des Zielkohlenstoffgehalts wird die Schlacke mit Hilfe von konventionellen
Reduktionmittel und Schlackenbildner reduziert. Bei dem neuen Prozess wird hierbei
auch CO
2 verwendet. Das CO
2 wird in der Schmelze mit dem Kohlenstoff (Boudouard Reaktion) zu CO reagieren. So
erzeugtes CO unterstützt die Reduktion der Schlacke, was zu niedrigsten Chromoxid/
Manganoxid Gehalten in der Sclacke und damit zu höheren Ausbringungen der jeweils
reduzierten Metalle führt.
[0017] Als Spülgas kann auch Inert Gas in Form von Ar oder N
2 verwendet werden. Die Reduktion der Schlacke kann sowohl unter Vakuum als auch unter
atmosphärischen Bedingungen stattfinden.
[0018] Der Vakuumkonverter ist mit einer Ventilstation ausgerüstet, die ein Mischen der
zum Einsatz kommenden Prozess.- und Inertgase für die Toplanze und Unterbaddüsen erlaubt.
Dabei werden insbesondere bei den Unterbaddüsen auf der Prozess.- und Schutzgasseite
die Gase wie folgt gemischt
| |
Unterbaddüsen |
Unterbaddüsen |
Lanze |
Mischungsverhältnis |
| |
Schutzgas |
Prozessgas |
|
|
| O2 |
|
X |
X |
|
| N2 |
X |
X |
|
|
| Ar |
X |
X |
|
|
| CO2 |
X |
X |
X |
|
| CmH2m+2 |
X |
|
|
|
| O2+N2/Luft |
X |
X |
X |
1:4-4:1 |
| O2+Ar |
|
X |
|
1:4-4:1 |
| O2+CO2 |
X |
X |
|
1:4-4:1 |
[0019] Die Bedingungen für das Frischen unter Vakuum im AOD Konverter bei gleichzeitigen
Einblasen von großen Inertgasmengen zur Absenkung des Partialdrucks von CO sind deutlich
günstiger als in einer VOD/ VODC-Anlage, weil der Reaktionsraum, die spezifische Blasraten
und die Durchmischungsenergie das Reaktionspotenzial für die Entkohlung im Konvertergefäß
deutlich vergrößern. Aus diesem Grund ist die Entkohlungsgeschwindigkeit im Vakuum
Konverter deutlich größer, als in einer VOD.- oder VODC Anlage.
[0020] Der Feuerfest-Verbrauch einer konventionellen VOD/ VODC-Anlage ist Aufgrund längerer
Behandlungszeiten deutlich größer als bei einem Vakuum Konverter.
[0021] Die Vorteile, die sich aus der erfindungsgemäßen Kombination ergeben, lassen sich
wie Folgt zusammenfassen:

Herstellung von Ferrolegierungen mit niedrigem C Gehalt

reduzierter Argon Verbrauch

minimale Verdünnung mit Inertgas

verbesserte Entkohlungsgeschwindigkeit

weniger Kühlmaterial

verbesserte Produktvielfalt

hohe Produktionsflexibilität

kürzere Zyklen

höhere Produktionskapazität

geringere Wärmeverluste

verringerte Investitionskosten

verringerte Verfahrenskosten

reduzierter Verbrauch von Feuerfestmaterial, Reduktionsmittel

reduzierter Anzahl an operativem Personal

erhöhte Ausbringung
1. Verfahren zur Herstellung von Ferrolegierungen, insbesondere von FeCr und FeMn Legierungen
mit niedrigem Kohlenstoffgehalt in einem Vakuum - Konverter,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Vakuum -Konverter in der erste Stufen die Entsilizierung und die Hauptentkohlung
der Schmelze auf Basis des Konverter -Verfahrens unter atmosphärischen Bedingungen
durchgeführt wird, wobei über eine Toplanze Sauerstoff und über Unterbaddüsen, insbesondere
Ringspaltdüsen, Sauerstoff und CO2 in die Schmelze eingeblasen werden,
und
dass anschließend im selben Konverter in einer zweiten Stufe
die Tiefentkohlungsphase unter Vakuum durchgeführt wird, wobei
auf der Schutzgasseite der Unterbaddüsen zusätzlich CO2 oder CmH2m+2 injiziert werden, wobei in der ersten Stufe auf der Schutzgasseite der Ringspaltdüsen
CO2, CmH2m+2, Ar oder N2 zusätzlich zum Inertgas injiziert werden und
auf der Prozessgasseite der Ringspaltdüse Sauerstoff mit Inertgas wie CO2, Argon oder Stickstoff injiziert wird.
1. Method of producing ferro-alloys, particularly FeCr and FeMn alloys, with low carbon
content in a vacuum converter,
characterised in that
desiliation and main decarburisation of the melt is carried out on the basis of the
converter procedure under atmospheric conditions in the vacuum converter in the first
stage, wherein oxygen is injected into the melt by way of a top lance and oxygen and
CO2 are injected into the melt by way of lower bath nozzles, particularly annular gap
nozzles,
and
subsequently the deep decarburisation phase is carried under vacuum in the same converter
in a second stage, wherein additionally CO2 or CmH2m+2 is injected on the protective gas side of the lower bath nozzle, and wherein in the
first stage CO2, CmH2m+2, Ar or N2 is injected on the protective gas side of the annular gap nozzles additionally to
the inert gas, and oxygen together with inert gas such as CO2, argon or nitrogen is injected on the process gas side of the annular gap nozzle.
1. Procédé pour la fabrication de ferro-alliages, en particulier d'alliages FeCr et FeMn
possédant une faible teneur en carbone dans un convertisseur à vide, caractérisé en ce que, dans le convertisseur à vide, au cours de la première étape, on effectue la désiliciation
et la décarburation principale de la masse fondue sur base du procédé de conversion
dans des conditions atmosphériques, dans lequel on introduit par soufflage, dans la
masse fondue, via une lance supérieure, de l'oxygène et, via des buses immergées,
en particulier des buses à fente annulaire, de l'oxygène et du CO2, et en ce que, directement après, dans le même convertisseur, au cours d'une deuxième étape, on
procède à la décarburation en profondeur sous vide, dans lequel on injecte, du côté
du gaz de protection des buses immergées, en outre du CO2 ou du CmH2m+2; dans lequel, au cours de la première étape, du côté du gaz de protection des buses
à fente annulaire, on injecte du CO2, du CmH2m+2 du Ar ou du N2, en plus du gaz inerte, et on injecte, du côté du gaz de traitement des buses à fente
annulaire, de l'oxygène avec un gaz inerte tel que du CO2, de l'argon ou de l'azote.