[0001] Die Erfindung betrifft ein vierachsiges Drehgestell nach dem Oberbegriff des Anspruchs.
[0002] Die Erfindung ist für den Schienentransport einsetzbar. Es wird insbesondere erfindungsgemäß
ein vierachsiges Drehgestell mit einem gemeinsamen Rahmen für alle vier Achsen und
Räder vorgeschlagen. Die Räder haben veränderte Profile der Laufflächen. Sie ermöglichen
es, das gleiche Gestell mit zweispurigen Radsätzen in verschiedener Spurweite zu verwenden.
[0003] Zur Zeit werden zwei-, drei- und vierachsige Drehgestelle in Eisenbahnwagen bei Eisenbahnen
der GUS-Staaten und anderer Länder der ehemaligen UdSSR angewendet (© Railway Library
2009 http://rwlib.narod.ru/e_book_vagony_5.htm). Diese Drehgestelle haben Räder mit
Laufflächenprofilen (Fig. 1), welche durch Eisenbahnbetriebsvorschriften der RF (©Ministerium
für Verkehrswesen der RF, 2000) festgelegt sind. Der eigentliche Aufbau der Drehgestelle
einschließlich der Räder mit diesen Profilen wird bei zwei-, drei- und vierachsigen
Drehgestellen angewendet und erlaubt es nicht, die gleichen Drehgestelle mit Radsätzen
bei Spuren in verschiedener Spurweite zu benutzen. Beim Umsprung, z. B. von 1520 mm
auf 1435 mm, müssen Drehgestelle mit den für eine Spurweite ausgelegten Radsätzen
gegen andere Drehgestelle mit den für eine andere Spurweite ausgelegten Radsätzen
bei Fahrzeugen gewechselt werden. Oder aber müssen Radsätze eingesetzt werden, bei
denen die Räder beim Umsprung verschoben werden können, um den Radsatz für die jeweilige
Spurweite anzupassen. Das macht den Aufbau des Radsatzes komplizierter.
[0004] DE365697 C offenbart ein gattungsgemäßes vierachsiges Drehgestell.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Laufwerk (Drehgestell) für Fahrzeuge zu entwickeln,
welches ermöglicht, dieselben Drehgestelle mit Radsätzen auf Gleis-bahnen verschiedener
Spurweiten zu benutzen. Dadurch ist es möglich, jegliche Arbeiten zur Anpassung der
Fahrzeuge an die jeweilige Spurweite auf Umsprungsbahnstationen (wo die Umstellung
der Fahrzeuge von einer Spurweite auf eine andere erfolgt) zu vermeiden. Es handelt
sich dabei z. B. um solche arbeitsaufwändige Arbeiten wie Wechsel der Drehgestelle
mit Radsätzen für eine Spurweite (z. B. 1520 mm) gegen Drehgestelle mit Radsätzen
für eine andere Spurweite (z. B. 1435 mm).
[0006] Die gestellte Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs gelöst.
[0007] Dies ist dadurch erreicht, dass vierachsige Drehgestelle mit vier Rädern eingesetzt
werden, deren Räder eine horizontale Kontaktfläche zwischen einem Rad und einer Schiene
und einem Spurkranz aufweisen. Das Drehgestell hat erfindungsgemäß einen gemeinsamen
Rahmen für alle vier Radsätze. Der gemeinsame Rahmen ist mit allen vier Radsätzen
mit Rädern (Fig. 2) verbunden. Dabei sind die Räder des ersten und vierten Radsatzes
mit ihren Profilen mit einer erweiterten horizontalen Kontaktfläche zwischen dem Rad
und einer Schiene (Fig. 3) versehen. Die Räder des zweiten und dritten Radsatzes sind
mit den Profilen mit einem erweiterten Spurkranz und einer zusätzlichen horizontalen
Kontaktfläche zwischen dem Rad und einer Schiene (Fig. 4) versehen. Dabei sind an
den Rädern des ersten und des vierten Radsatzes dieselben erweiterten horizontalen
Kontaktflächen zwischen Rad und Schiene sowohl auf einer Spur mit einer Spurweite
als auch auf einer Spur mit einer anderen Spurweite (Fig. 3) verwendbar. Die Räder
des zweiten und des dritten Radsatzes haben bei einer Spur konventionelle horizontale
Kontaktflächen zwischen dem Rad und der Schiene. Bei einer anderen Spur sind als Laufflächen
zusätzliche horizontale Kontaktflächen zwischen Rad und Schiene (Fig. 4) verwendet,
die dank einer Vergrößerung der Spurkranzbreite erreicht werden. Das heißt, Eisenbahnwagen
mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen können auf Eisenbahnen mit unterschiedlichen
Spurweiten betrieben werden und bedürfen keiner Arbeiten zur Anpassung der Fahrzeuge
auf Bahnstationen, die für den Umsprung der Fahrzeuge hinsichtlich der Spurweite vorgesehen
sind.
[0008] Die Erfindung wird anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Profile der Radlaufflächen gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF,
- Fig. 2
- ein vierachsiges Drehgestell mit einem gemeinsamen Rahmen für alle vier Achsen,
- Fig. 3
- ein Rad mit einer erweiterten horizontalen Kontaktfläche zwischen dem Rad und einer
Schiene,
- Fig. 4
- ein Rad mit einem erweiterten Spurkranz und einer zusätzlichen horizontalen Kontaktfläche
zwischen dem Rad und der Schiene,
- Fig. 5
- die Herstellung eines Profils mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen
Rad und Schiene,
- Fig. 6
- das Profil mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene,
- Fig. 7
- die Herstellung eines Profils mit einem erweiterten Spurkranz,
- Fig. 8
- das Profil mit dem erweiterten Spurkranz,
- Fig. 9
- die Stellung der Radsätze des vierachsigen Drehgestells mit Rädern, die Profile mit
erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene und Profile
mit dem erweiterten Spurkranz bei einer Spurweite von 1520 mm aufweisen,
- Fig. 10
- die Stellung der Radsätze des vierachsigen Drehgestells mit Rädern, die Profile mit
erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene und Profile mit erweitertem
Spurkranz bei einer Spurweite von 1435 mm haben,
- Fig. 11
- die Nennstellung der Profile mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen Rad
und Schiene bei einer Spurweite von 1520 mm,
- Fig. 12
- die Nennstellung der Profile mit erweitertem Spurkranz bei einer Spurweite von 1520
mm,
- Fig. 13
- die Nennstellung der Profile mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen Rad
und Schiene bei einer Spurweite von 1435 mm,
- Fig. 14
- die Nennstellung der Profile mit erweitertem Spurkranz bei einer Spurweite von 1435
mm,
- Fig. 15
- die «ungünstigste» Stellung der Profile mit erweitertem Spurkranz am Schienenkopf
bei einer Spurweite von 1435 mm und
- Fig. 16
- eine mögliche "Einsenkung" des Radsatzes mit Rädern mit einem erweiterten Spurkranz
bei einer Spurweite von 1435 mm.
[0009] Weiter unten wird die Ausführbarkeit der Erfindung betrachtet. Als Beispiel der Nutzung
des erfindungsgemäßen vierachsigen Eisenbahn-Drehgestells mit Rädern mit veränderten
Profilen der Laufflächen sind zwei am meisten verbreitete Spurweiten von 1520 mm und
1435 mm verwendet.
[0010] Zuerst sei die Herstellung eines Profils mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche
zwischen Rad und Schiene betrachtet. Dieses Profil ist an den Rädern des ersten und
des vierten Radsatzes des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells verwendet.
[0011] Indem die Anordnungen der Profile der Räderlaufflächen gemäß den Bahnbetriebsvorschriften
der RF, und zwar die Profilstellung 1A (Fig. 5) bei einer Spurweite von 1520 mm und
die Profilstellung 1B (Fig. 5) bei einer Spurweite von 1435 mm, in Deckung gebracht
sind, entsteht ein Gesamtprofil 1, dessen Lauffläche eine Breite W hat. Hier gibt
es eine erweiterte horizontale Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene a1 (Fig.
5).
[0012] Es sei nun die Schienenoberkante (Schienenkopf) 6A bei einer Spurweite von 1520 mm
und der Schienenoberkante 6B bei einer Spurweite von 1435 mm in ihrer Nennstellung
zum erstellten Profil 1 (Fig. 5) betrachtet. Die Kontaktbreite zwischen dem Rad und
der Schiene C2 bei einer Spurweite von 1435 mm ist offensichtlich ungefähr gleich
der Kontaktbreite zwischen dem Rad und der Schiene C1 bei einer Spurweite von 1520
mm. Deshalb bedarf die Profilform keiner Änderungen bis auf die Breite W. Somit entsteht
ein Profil der Radlauffläche (Fig. 6) mit nur einer erweiterten horizontalen Kontaktfläche
a1 zwischen dem Rad und der Schiene. Diese Kontaktfläche wird bei Spuren mit verschiedener
Spurweite eingesetzt. Der Tabelle 1 sind Nennwerte für die Abmessungen des erstellten
Laufflächenprofils zu ent-nehmen, welche den Bezugszeichen in Fig. 6 entsprechen.
[0013] Nun sei die Herstellung eines Profils mit erweitertem Spurkranz betrachtet. Dieses
Profil ist an den Rädern des zweiten und des dritten Radsatzes des erfindungsgemäßen
vierachsigen Drehgestells verwendet. Indem die Profilanordnungen der Laufflächen der
Räder gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF, und zwar der Profilstellung 2A (Fig.
7) bei einer Spurweite von 1520 mm und der Profilstellung 2B (Fig. 7) bei einer Spurweite
von 1435 mm, in Deckung gebracht sind, ist nun die Spurkranzbreite vergrößert anstelle
einer Vergrößerung der Laufflächenbreite, wie es im obigen Beispiel der Fall ist.
Somit entsteht ein Gesamtprofil 2 mit erweitertem Spurkranz (Fig. 7), welches eine
Gesamtbreite W aufweist. Hier gibt es zwei horizontale Kontaktflächen zwischen dem
Rad und der Schiene, und zwar eine Hauptkontaktfläche a1 und eine zusätzliche Kontaktfläche
b1 (Fig. 7). Dabei ist die zusätzliche horizontale Kontaktfläche b1 zwischen dem Rad
und der Schiene durch die Vergrößerung der Spurkranzbreite erreicht. Bei der Betrachtung
der Schienen-oberkante 6A bei einer Spurweite von 1520 mm und der Schienenoberkante
6B bei einer Spurweite von 1435 mm in ihrer Nennstellung zum erstellten Profil 2 (Fig.
7) ist Folgendes offensichtlich: Die Kontaktbreite zwischen dem Rad und der Schiene
C2 bei einer Spurweite von 1435 mm ist beachtlich kleiner als die Kontaktbreite zwischen
dem Rad und der Schiene C1 bei einer Spurweite von 1520 mm (Fig. 7). Um C2 zu vergrößern,
ist der Winkel α von 60° auf 70° vergrößert und der Rundungsradius r von 15 auf 4
mm vermindert. Dadurch entsteht ein Profil mit einem erweiterten Spurkranz (Fig. 8).
Dieses Profil hat zwei Kontaktflächen zwischen dem Rad und den horizontalen Oberflächen
der Schienenkanten (Flächen a1 und b1). Es handelt sich dabei um eine Haupt- und eine
zusätzliche Kontaktfläche. Die horizontale Hauptkontaktfläche a1 zwischen dem Rad
und der Schiene ist bei einer Spurweite von 1520 mm verwendet. Die zusätzliche horizontale
Kontaktfläche b1 zwischen dem Rad und der Schiene ist dank einer Erweiterung des Spurkranzes
erreicht und ist bei einer Spurweite von 1435 mm benutzt.
[0014] Die Tabelle 1 enthält Nennwerte für die Abmessungen der Profile mit einem erweiterten
Spurkranz gemäß den Bezugszeichen in Fig. 8. Die Tabelle 1 enthält auch Kennwerte
des Profils mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene
(Fig. 6) zum Vergleich und die des Profils, welches gemäß den Bahnbetriebsvorschriften
der RF (Fig. 1) benutzt wird.
Tabelle 1
| Profiltyp |
Mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene |
Mit erweitertem Spurkranz |
Gemäß Bahnbetriebsvorschriften der RF |
| Profilparameter |
| Spurweite bei der Spur, wo das Profil angewendet wird, S (mm) |
1520 und 1435 |
1520 und 1435 |
1520 oder 1435 |
| Breite des Radkranzes (Radumfangs), w (mm) |
180 |
180 |
130 |
| Spurkranzhöhe, h1, (mm) |
28 |
30 |
28 |
| Spurkranzbreite, q1 (mm) |
40 |
82,5 |
40 |
| Abstand zur Spurkranzspitze, wo Spurkranzbreite q2 gemessen wird h'1 (mm) |
18 |
20 |
18 |
| Spurkranzbreite, gemessen auf Abstand h'1 zur Spurkranzspitze, q2 (mm) |
33 |
75,5 |
33 |
| Breite der horizontalen Fläche a1 mit Verhältnis 1:20, V1 (mm) |
110 |
67,5 |
60 |
| Breite der zusätzlichen horizontalen Fläche b1 mit Verhältnis 1:20 , v2 (mm) |
-//- |
49 |
-//- |
| Neigungswinkel der seitlichen Lauffläche des Spurkranzes α, (Grad) |
α = 60° |
α = 70° |
α = 60° |
| Rundungsradius der seitlichen Lauffläche des Spurkranzes, r (mm) |
12,5 |
4 |
12,5 |
[0015] Die Profile mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene
(Fig. 6) sowie die Profile mit erweitertem Spurkranz (Fig. 8) sind ein unentbehrlicher
Teil der Eisenbahnräder 1, 4 und 2, 3, die jeweils in Fig. 3 und Fig. 4 dargestellt
sind. Die Räder 1, 2, 3, 4 sind ihrerseits ein unentbehrlicher Teil des vierachsigen
Drehgestells nach Fig. 2.
[0016] Die Räder 1 und 4 mit Profilen mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen
dem Rad und der Schiene sind im ersten und im vierten Radsatz verwendet. Die Räder
2 und 3 mit Profilen mit erweitertem Spurkranz sind im zweiten und im dritten Radsatz
des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells eingesetzt.
[0017] Die Stellung der Radsätze des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells bei einer
Spurweite von 1520 mm ist in Fig. 9 und die bei einer Spurweite von 1435 mm ist in
Fig. 10 dargestellt. Hierbei stützen sich die Radsätze mit den Rädern 1, 2, 3, 4 auf
Schienen 6 ab, die ihrerseits auf Schwellen 7 aufliegen.
[0018] Bei einer Spurweite von 1520 mm ist der Flächenkontaktzustand zwischen dem Rad und
der Schiene beim zweiten und beim dritten Radsatz mit den Rädern 2 und 3 (Fig. 9)
mit erweitertem Spurkranz dem Flächenkontaktzustand gemäß den Bahnbetriebs-vorschriften
der RF ähnlich. Dementsprechend werden der zweite und der dritte Radsatz mit den Rädern
2 und 3 als Führungsräder verwendet, denn sie stellen eine erforderliche horizontale
Querfixierung des gesamten vierachsigen Drehgestells in der Spur und dessen Drehungen
beim Fahren über Kurvenstrecken der Bahn sicher. Beim ersten und vierten Radsatz mit
den Rädern 1 und 4 mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und
der Schiene gibt es ein großes Spiel Δ zwischen den Flanken der Schienenkanten und
den Spurkränzen (Fig. 9) der Räder. Aus diesem Grund sind der erste und der vierte
Radsatz bei einer Spurweite von 1520 mm nicht als Führungsräder benutzt. Dadurch,
dass alle vier Achsen mit dem gemeinsamen Rahmen 5 des Drehgestells (Fig. 2) verbunden
sind, fixieren der zweite und der dritte Radsatz das gesamte Drehgestell und stellen
somit die erforderliche Querfixierung des ersten und des vierten Radsatzes sicher.
Darüber hinaus macht dieses große Spiel Δ es möglich, dass der erste und der vierte
Radsatz und dementsprechend das ganze erfindungsgemäße vierachsige Drehgestell problemlos
die Kurvenstrecken bei einer Spurweite von 1520 mm durchfahren.
[0019] Bei einer Spurweite von 1435 mm haben der erste und der vierte Radsatz mit den Rädern
1 und 4 (Fig. 10) mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und
der Schiene einen Flächenkontaktzustand des Rades, der dem nach den Bahnbetriebsvorschriften
der RF ähnlich ist. Diese Radsätze sind als führende Radsätze verwendet, denn sie
sorgen für die erforderliche Querfixierung des vierachsigen Drehgestells in der Spur
und die Drehungen des Drehgestells beim Fahren über Kurvenstrecken der Bahn. Was den
zweiten und den dritten Radsatz mit den Rädern 2 und 3 (Fig. 10) mit erweitertem Spurkranz
anbelangt, so stützen sich diese Radsätze hier auf Schienen über zusätzliche horizontale
Kontaktflächen zwischen dem Rad und der Schiene ab. Solche zusätzliche Kontaktflächen
sind dank der Vergrößerung der Spurkranzbreite erreicht. In diesem Fall wirken die
Kontaktbreite zwischen dem Rad und der Schiene C2 (Fig. 10) und der zweite und der
dritte Radsatz nicht als führend. Dadurch, dass alle vier Achsen mit dem gemeinsamen
Rahmen 5 des Drehgestells (Fig. 2) verbunden sind, stellen der erste und der vierte
Radsatz die erforderliche Querfixierung des zweiten und des dritten Radsatzes sicher,
indem sie das ganze Drehgestell fixieren. Darüber hinaus können der zweite und der
dritte Radsatz und dementsprechend das ganze erfindungsgemäße vierachsige Drehgestell
problemlos Kurvenstrecken der Bahn bei einer Spurweite von 1435 mm passieren, und
zwar dadurch, dass es keine Querfixierung mittels der Spurkränze gibt (in diesem Fall
arretieren die Spurkränze den zweiten und den dritten Radsatz nicht).
[0020] Die Nennstellungen des Profils mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen
dem Rad und der Schiene und des Profils mit erweitertem Spurkranz sind detaillierter
in Fig. 11 und Fig. 12 für die Spur 1520 mm und in Fig. 13 und Fig. 14 für die Spur
1435 mm dargestellt.
[0021] Bei der Spur 1520 mm stützen sich das Rad mit dem Profil 1 (Fig. 11) mit erweiterter
horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene und das Rad mit dem Profil
2 (Fig. 12) mit dem erweiterten Spurkranz auf der Schienenoberkante 6 mittels der
Oberflächen a1 (Fig. 11 und Fig. 12) ab und bilden eine Kontaktbreite C1 zwischen
dem Rad und der Schiene. Der Kennwert für C1 beträgt in beiden Fällen (Fig. 11 und
Fig. 12) 25 mm (am neuen Rad) bis 60 mm (am Rad mit einem großen Verschleiß der Radlauffläche).
Die Differenz zwischen den Werten der Spiele Δ bei den verschiedenen Profilen (Fig.
11 und Fig. 12) beträgt 42,5 mm, denn das macht die Hälfte der Spurweitendifferenz
aus ((1520 mm - 1435 mm): 2 = 42,5 mm). Folglich gibt es keinen Unterschied zwischen
dem Spiel Δ, welches bei Abstand h'1 und bei Radnennstellung auf der geraden Strecke
bei dem Rad mit dem Profil mit erweitertem Spurkranz (Fig. 12) auftritt, und den Kenndaten
gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF. Dieses Spiel variiert im Bereich von 6
mm (am neuen Rad) bis 14 mm (am Rad mit dem maximalen zulässigen Verschleiß der Radlauffläche
von 8 mm gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF). Hat das Rad das Profil mit der
erweiterten horizontalen Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene (Fig. 11),
so variiert das Spiel Δ bei der Radnennstellung auf der geraden Fahrstrecke im Bereich
von 48,5 mm (am neuen Rad) bis 56,5 mm (am Rad mit dem maximalen zulässigen Verschleiß
der Radlauffläche von 8 mm).
[0022] Bei der Spur 1435 mm stützt sich das Rad mit dem Profil 1 (Fig. 13) mit erweiterter
horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene a1 auf der Schienenoberkante
6 mittels dieser Kontaktfläche ab und bildet eine Kontaktbreite C2 zwischen dem Rad
und der Schiene. Diese Kontaktbreite C2 beträgt 25 mm (am neuen Rad) bis 60 mm (am
Rad mit großem Verschleiß der Radlauffläche). Das Spiel Δ ist beim Abstand h'1 auf
der geraden Fahrstrecke bei Nennstellung gemessen. Beim Rad mit der erweiterten horizontalen
Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene bei der Spur 1435 mm (Fig. 13) unterscheidet
sich dieses Spiel nicht von den Werten gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF und
liegt im Bereich von 6 mm (am neuen Rad) bis 14 mm (am Rad mit dem maximalen zulässigen
Verschleiß der Radlauffläche von 8 mm gemäß den Bahnbetriebsvorschriften der RF).
Das Rad mit dem Profil mit erweitertem Spurkranz 2 (Fig. 14) stützt sich auf der Schienenoberkante
6 mittels der zusätzlichen horizontalen Fläche b1 ab und bildet auf der geraden Fahrstrecke
eine Kontaktbreite C2 zwischen dem Rad und der Schiene. Diese Kontaktbreite C2 variiert
im Bereich von 15 mm (am neuen Rad) bis 20 mm (am Rad mit dem Verschleiß der Radlauffläche
8 mm). Ein Spiel Δ liegt in diesem Fall nicht vor.
[0023] Weiter unten wird die Stellungsveränderung der Räder mit erweiterter horizontaler
Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene und der Räder mit erweitertem Spurkranz
in Bezug auf die Schiene beim Fahren des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells
über Kurvenstrecken betrachtet. Bei Kurvenfahrten kommt eine Querverschiebung des
Radsatzes nach links oder rechts zu den Schienen zustande. In diesem Fall gilt:
für den ersten und den vierten Radsatz für beide Spuren 1520 mm und 1435 mm und für
den zweiten und den dritten Radsatz für Spur 1520 mm:
- A) Das Spiel Δ nimmt unter einem Rad des Radsatzes ab, und der Kennwert C1 erreicht
seinen größten Wert; hier liegt der beste Kontakt zwischen dem Rad und der Schiene
vor.
- B) Das Spiel Δ unter dem anderen Rad des Radsatzes nimmt zu und erreicht seinen größten
Wert. Der Kennwert C1 bleibt fast unverändert, unter anderem auch dank der erweiterten
horizontalen Kontaktfläche zwischen dem Rad und der Schiene. Folglich liegt keine
Verschlechterung des Kontakts zwischen dem Rad und der Schiene und somit auch keine
"Einsenkung" des Radsatzes einwärts der Spur vor.
für den zweiten und den dritten Radsatz bei der Spurweite von 1435 mm:
C) Der Kennwert C2 erreicht unter einem Rad des Radsatzes seinen größten Wert; hier
wird der beste Kontakt zwischen dem Rad und der Schiene erzielt;
D) Unter dem anderen Rad des Radsatzes nimmt der Kennwert C2 ab und kann sogar Null
erreichen. Das führt die "Einsenkung" des Radsatzes einwärts der Spur herbei; diese
Stellung kann hiermit als die ungünstigste Stellung bezeichnet werden.
[0024] In der Spur 1435 mm nimmt der Kennwert C2 bei der "ungünstigsten" Stellung des Rades
mit dem Profil 2 (Fig. 15) mit dem erweiterten Spurkranz so weit ab, dass dies die
"Einsenkung" des Radsatzes einwärts der Spur 1435 mm verursacht (Fig. 16). Hier stützen
sich die Räder 2 auf die Schienen 6 mittels verschiedener Laufflächen ab. Um diese
Situation zu vermeiden, werden bei der Spurweite von 1435 mm, wo die vorgeschlagenen
vierachsigen Drehgestelle mit Rädern mit erweitertem Spurkranz eingesetzt sind, strengere
Vorschriften hinsichtlich des Verschleißes der Räder sowie eine eventuelle Gleisverbreitung
benötigt.
[0025] Nachfolgend wird das Durchfahren der Weichen in Spuren mit verschiedener Spurweite
beim Betrieb des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells betrachtet.
[0026] Bei der Spurweite von 1520 mm können die Radsätze des erfindungsgemäßen vierachsigen
Drehgestells mit Rädern mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem Rad
und der Schiene und den Rädern mit erweitertem Spurkranz zwischen der Stockschiene
und der Gegenschiene sowie zwischen der Flügelschiene und dem Weichenherzstück bei
der Durchfahrt der Weiche mit dem festen Weichenherzstück nicht durchfahren werden,
und zwar aufgrund des verkleinerten Radrückenabstands.
[0027] Dafür sind auf den Strecken, wo das erfindungsgemäße vierachsige Drehgestell bei
der Spurweite von 1520 mm eingesetzt ist, Weichen ohne Gegenschienen und mit beweglichen
Weichenherzstücken eingesetzt, die es ermöglichen, dass die erfindungsgemäßen vierachsigen
Drehgestelle mit Radsätzen, welche Räder mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche
zwischen dem Rad und der Schiene und Räder mit erweitertem Spurkranz haben, die Weiche
durchfahren können.
[0028] Bei der Spurweite von 1435 mm durchfahren der erste und der vierte Radsatz des erfindungsgemäßen
vierachsigen Drehgestells mit den Rädern mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche
zwischen dem Rad und der Schiene die Weiche mit festem Weichenherzstück ohne jegliche
Probleme. Der zweite und der dritte Radsatz des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells,
die Räder mit erweiterten Spurkränzen haben, führen zu einer Einsenkung des Rades
zwischen der Rille am Flügelschienenknick und der Spitze des Herzstücks in den Totraum
(Schadraum) bei der Durchfahrt des festen Weichenherzstücks. Das geschieht aufgrund
der kleinen Breite C2 der Oberfläche, die im unmittelbaren Kontakt mit der Schienenoberkante
(Fig. 14) steht. Das verursacht einen gewaltigen Schlag auf die Spitze des Herzstücks
beim Befahren der Weiche. Beim Befahren der Weiche, und zwar bei der Durchfahrt des
Herzstücks, wird die Herzstückspitze durch das Rad sehr stark belastet. Das führt
zu einem sehr schnellen Verschleiß des Weichenherzstücks.
[0029] Um die negative Einwirkung auf die Herzstückspitze beim Einsatz der erfindungsgemäßen
vierachsigen Drehgestelle bei der Spurweite von 1435 mm zu vermeiden, werden Weichen
mit einem beweglichen Herzstück verwendet. Sie vervollständigen die Lauffläche an
Weichen.
[0030] Nachfolgend wird separat auf die Belastung der Schiene durch den Radsatz eingegangen.
[0031] Die maximale Belastung der Schiene durch den Radsatz beträgt in den ehemaligen UdSSR-Ländern
und in den europäischen Ländern 22 bis 23 Tonnen. Da der Kennwert C2 in der Spur 1435
mm (Fig. 14) beim Rad mit erweitertem Spurkranz ca. 40% unter dem Kennwert C1 bei
der Spur 1520 mm (Fig. 12) liegt, nimmt der Druck, der auf der Schiene an ihrer Kontaktstelle
mit dem Rad bei derselben Belastung der Schiene durch den Radsatz anfällt, dementsprechend
zu. Dadurch wird die Verformung der Schiene und des Rades verstärkt. Deswegen ist
die verwendete maximale Belastung der Schiene durch den Radsatz beim Einsatz der erfindungs-gemäßen
vierachsigen Drehgestelle mit Rädern, die ein Profil mit vergrößerter Spurkranzbreite
haben, ebenfalls um 40% reduziert, um den Druck und dement-sprechend die Räderverformung
zu vermindern, und beträgt 13 Tonnen.
[0032] Weiter unten wird die Anwendbarkeit des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells
betrachtet. Gemäß der genannten Begrenzung hinsichtlich der maximalen Belastung der
Schiene durch den Radsatz von 13 Tonnen ergibt sich ein maximales Brutto-Gewicht M
Brut.max. des achtachsigen Güterwagens (in diesem Wagen sind zwei vierachsige Drehgestelle
verwendet):

wobei
- m
- die maximale Belastung der Schiene durch den Radsatz und
- N
- die Anzahl der Radsätze im Wagen ist.
[0033] Das heißt, um die überflüssige Verformung der Schiene und der Räder des zweiten und
des dritten Radsatzes bei der Spurweite von 1435 mm zu vermeiden, muss für jeden bestimmten
mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen ausgestatteten Güterwagen mit
einem Brutto-Gewicht M
Brut.Güter. folgende Bedingung erfüllt werden:

wobei
MBrut.Güter. das Brutto-Gewicht des bestimmten mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen
ausgestatteten Güterwagens und
MBrut.max.. das maximale Brutto-Gewicht des mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen
ausgestatteten Güterwagens ist
[0034] Die Leermasse der am meisten verbreiteten achtachsigen Güterwagen beträgt je nach
Bestimmungszweck (dachlose Güterwagen oder Behälterwagen) und Konstruktion 44 bis
51 Tonnen (© Railway Library 2009 http://rwlib.narod.ru/e_book_vagony_9.htm). Dementsprechend
gilt Folgendes, vorausgesetzt, dass die durch Ungleichung [2] ausgedrückte Begrenzung
hinsichtlich der Belastbarkeit M
Güter.max erfüllt wird:

wobei
- MGüter.max
- die maximale Belastbarkeit des achtachsigen Güterwagens und
- TWagen
- die Leermasse des achtachsigen Güterwagens ist.
[0035] Natürlich scheint die nach Formel [3] ermittelte Belastbarkeit von 53 bis 60 Tonnen
klein zu sein, wenn man die zur Zeit bestehende Belastbarkeit der achtachsigen Eisenbahn-Güterwagen
von 120 bis 130 Tonnen berücksichtigt (© Railway Library 2009 http://rwlib.narod.ru/e_book_vagony_9.htm).
Deswegen ist der Einsatz der erfindungsgemäßen Drehgestelle zum Transport von solchen
schweren Lasten wie Erz, Kohle, Schotter bzw. flüssigen Lasten wenig effektiv. Nichtsdestotrotz
fällt ein beachtlicher Teil des Eisenbahngüterverkehrs in der ganzen Welt auf den
Transport von Fertigwaren. Die Fertigwaren sind in Behältern (10-, 20- und 30- Tonnencontainer)
oder in Sondergüterwagen (z. B. Kfz-Transport) befördert, und hier können die erfindungsgemäßen
Drehgestelle erfolgreich verwendet werden.
[0036] Es sei angenommen, dass ein achtachsiger Flachwagen (mit zwei erfindungsgemäßen vierachsigen
Drehgestellen) mit einer Leermasse M
Leermasse.Flach. von 44 Tonnen je sechs Behälter à 10 Tonnen bzw. je drei Behälter à 20 Tonnen oder
aber zwei Behälter à 30 Tonnen sowohl bei der Spurweite von 1520 mm als auch bei der
Spurweite von 1435 mm transportieren kann. Die Belastbarkeit des Flachwagens M
Güter.Flach wird gleich 60 Tonnen angenommen. Das Brutto-Gewicht M
Brut.Flach dieses vierachsigen Flachwagens beträgt:

wobei
MLeermasse.Flach. die Leermasse des achtachsigen Güterflachwagens mit dem erfindungsgemäßen vierachsigen
Drehgestell und
MGüter.Flach die Belastbarkeit des achtachsigen Güterflachwagens mit den erfindungsgemäßen vierachsigen
Drehgestellen ist.
[0037] Das nach Formel [4] ermittelte Brutto-Gewicht des achtachsigen Flachwagens M
Brut.Flach beträgt 104 Tonnen und überschreitet die nach Formel [1] ermittelte M
Brut.max. nicht. Die Bedingung [2] hinsichtlich der Begrenzung des maximalen Brutto-Gewichts
des mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen ausgestatteten Güterwagens
ist damit erfüllt. Deswegen ist der Einsatz des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells,
dessen Profile eine vergrößerte Breite der Lauffläche oder eine vergrößerte Spurkranzbreite
haben, für den Transport von Behältern und für den Transport von Kraftfahrzeugen auf
den dafür vorgesehenen Güterwagen realistisch.
[0038] Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Drehgestelle in Eisenbahnreisewagen verwendet
werden. Da das Brutto-Gewicht der Eisenbahnreisewagen beachtlich unter dem Bruttogewicht
der Güterwagen liegt und max. 72 Tonnen beträgt, (© Railway Library 2009 http://rwlib.narod.ru/e_book_vagony6.htm),
so beträgt auch die Belastung der Schiene durch den Radsatz beim Eisenbahn-reisewagen
max. 18 Tonnen. Der Ersatz von zweiachsigen Drehgestellen durch die erfindungsgemäßen
vierachsigen Drehgestelle führt zu einer Verminderung der Belastung der Radsätze und
dementsprechend zu einer Belastungsverminderung der Schiene durch den Radsatz bis
auf 11 Tonnen. Dieser Wert liegt unter der angenommenen Begrenzung hinsichtlich der
maximalen Belastung der Schiene durch den Radsatz von 13 Tonnen.
[0039] Hier kann auch ein Beispiel für den Einsatz des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells
angeführt werden. Ein achtachsiger Eisenbahn-Flachwagen mit einer Belastbarkeit von
60 Tonnen und mit den erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestellen fährt problemlos
auf Eisenbahnen verschiedener Länder in Südostasien mit der Spurweite von 1435 mm,
dann auf Eisenbahnen der GUS-Staaten mit der Spurweite von 1520 mm und nachher wieder
auf Eisenbahnen der europäischen Länder mit der Spurweite von 1435 mm. Innerhalb des
ganzen Fahrwegs des Flachwagens bedarf es keiner Arbeiten, die mit dem Umsprung auf
die jeweilige Spurweite zusammenhängen.
[0040] Somit ermöglicht die Anwendung des erfindungsgemäßen vierachsigen Drehgestells mit
dem gemeinsamen Rahmen, mit dem alle vier Radsätze verbunden sind und dessen erster
und vierter Radsatz Räder mit erweiterter horizontaler Kontaktfläche zwischen dem
Rad und der Schiene und dessen zweiter und dritter Radsatz Räder mit erweitertem Spurkranz
aufweisen, dieselben Eisenbahnwagen mit denselben Drehgestellen in Eisenbahnspuren
mit verschiedener Spurweite zu benutzen. Dadurch ist es möglich, jegliche Arbeiten
zur Anpassung der Fahrzeuge an die jeweilige Spurweite in den Umsprungsstationen zu
vermeiden.