| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 547 226 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
24.05.2017 Patentblatt 2017/21 |
| (22) |
Anmeldetag: 19.03.2010 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2010/001732 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2011/113450 (22.09.2011 Gazette 2011/38) |
|
| (54) |
SOHLE FÜR EINEN SCHUH UND SCHUH
SOLE FOR A SHOE AND SHOE
SEMELLE POUR CHAUSSURE ET CHAUSSURE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
23.01.2013 Patentblatt 2013/04 |
| (73) |
Patentinhaber: Universität Duisburg-Essen |
|
45141 Essen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- HENNIG, Ewald
45259 Essen (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Von Rohr Patentanwälte Partnerschaft mbB |
|
Rüttenscheider Straße 62 45130 Essen 45130 Essen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 941 808 WO-A1-01/49143 DE-U1- 29 701 013 FR-A1- 2 735 334
|
WO-A1-01/15560 WO-A1-2010/136513 DE-U1-202006 016 038
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sohle für einen Schuh ausgebildet zur Erhöhung der Instabilität
beim Auftreten, wobei sich die Sohle vorzugsweise von einem hinteren Fersenbereich
über einen Mittelfußbereich zu einem vorderen Vorfußbereich erstreckt. Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung einen Schuh, insbesondere Trainingsschuh zur Koordinationsschulung
und zur Stärkung der Muskulatur, mit einer Sohle der vorgenannten Art.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Schuhe mit einer konvex in Laufrichtung abgerundeten
Sohlenform mit einem eingefügten Fersenweichteil bekannt. Bedingt durch die dadurch
absichtlich weich gemachte Schuhbodenkonstruktion des sogenannten Masai-Barefoot-Technology-Schuhs
verliert der Fuß den für eine physiologische Fortbewegung kennzeichnenden Halt und
die Stütze. Das soll sich auf größere Teile der Halte- und Stützmuskulatur auswirken,
weil der Körper jetzt aktiv im Gleichgewicht gehalten werden muß. Aufgrund dieser
ständig erforderlichen minimalen Ausgleichsbewegungen und Anspannungen der Fußmuskulatur
auf der Suche nach einem sicheren Stand sollen durch das Tragen von MBT-Schuhen ein
permanentes Koordinationstraining absolviert und zusätzliche Teile der Skelettmuskulatur
beansprucht werden. Je nach muskulärem Zustand des Trägers soll es durch bloßes Gehen
in diesen Schuhen zu einer Stärkung vor allem der Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur
kommen. Dies soll indirekt zu einer Gelenkentlastung führen. MBT-Schuhe sollen zudem
durch eine Verstärkung der gelenknahen Muskulatur einseitigen Überlastungen und Verspannungen
vorbeugend entgegenwirken können.
[0003] Die angeblich zu erzielenden gesundheitlichen Effekte beim Tragen von MBT-Schuhen
sind umstritten. Eine signifikante Verbesserung der Koordinationsfähigkeit durch Tragen
von MBT-Schuhen konnte bislang nicht nachgewiesen werden, wobei das Tragen der Schuhe
aufgrund der konvex in Laufrichtung abgerundeten Sohlenform als anstrengend und wenig
komfortabel empfunden wird und darüber hinaus zu Schmerzen beim Tragen führen kann.
Schließlich werden MBT-Schuhe aufgrund der besonderen Sohlenform in der Regel auch
als wenig optisch ansprechend empfunden.
[0004] DE 20 2006 016 038 U1 offenbart eine Sohle mit einem weitgehend in Längsrichtung verlaufenden Steg, der
von der Sohlenunterseite wegragt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Sohle und einen Schuh jeweils der
eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, welche ein verstärktes Training der
Gleichgewichtsfähigkeit, eine Schulung der Muskelkoordination und eine Muskelkräftigung
beim Träger eines Schuhs mit einer solchen Schuhsohle bewirken, wobei die vorgenannten
Nachteile von MBT-Schuhen nicht auftreten sollen.
[0006] Die vorgenannte Aufgabe ist bei einer ersten alternativen Ausführungsform der Erfindung
dadurch gelöst, daß die Sohle eine der Kontur der Ganglinie folgende und sich in Längsrichtung
der Sohle über die gesamte Länge der Ganglinie erstreckende Instabilitätsregion zur
Verringerung der Standfestigkeit beim Auftreten für den normalen Gang mit einem gegenüber
den benachbarten medialen und lateralen Außenbereichen der Sohle erhöhten Kompressionsmodul
aufweist. Der Kompressionsmodul im Sinne der Erfindung ist dabei bezogen auf den Gesamtkompressionsmodul
der Sohle über die Sohlendicke, wobei die Sohle sowohl aus einem im wesentlichen homogenen
Material mit über die Sohlendicke gleichbleibendem Kompressionsmodul, beispielsweise
einem geschäumten Kunststoff, als auch aus einem Material bestehen kann, das über
die Sohlendicke Zwischenräume aufweist, beispielsweise Waben, so daß sich der Kompressionsmodul
über die Sohlendicke ändert. Der Gesamtkompressionsmodul der Sohle an einem bestimmten
Punkt der Sohle wird jeweils in vertikaler Richtung über die gesamte Dicke der (Außen-)Sohle
an diesem Punkt ermittelt. Durch Einbau von Waben oder Hohlräumen läßt sich der Gesamtkompressionsmodul
an einem bestimmten Punkt der Sohle entsprechend verändern.
[0007] Der höhere Kompressionsmodul bewirkt, daß die Sohle im Bereich außerhalb der Instabilitätsregion
einer Komprimierung weniger Widerstand entgegensetzt als im Bereich der Instabilitätsregion.
Der Kompressionsmodul beschreibt dabei, welche einseitige Druckänderung nötig ist,
um eine bestimmte Volumenänderung hervorzurufen. Der Erfindung liegt an dieser Stelle
die Grundidee zugrunde, die Schuhsohle zur Verringerung der Standfestigkeit beim Auftreten
für den normalen Gang, das sportliche Laufen und Sprinten zu konstruieren, wobei durch
den höheren Kompressionsmodul im Bereich der Druckschwerpunktslinie bzw. der Ganglinie
beim Gehen, Laufen und sportlichen Bewegungen eine Instabilität unter dem Fuß erzeugt
wird, die zu motorischen Lernvorgängen führt. Der Fußaufsatz und das Abrollen des
Fußes werden instabiler und müssen neuromuskulär kompensiert werden. Dies beinhaltet
ein intrinsisches motorisches Lernen vielfältiger Muster zur Muskelansteuerung im
Gehirn und auf spinaler Ebene im Sinne einer verbesserten Gleichgewichtsfähigkeit.
Durch Tragen eines Schuhs mit einer Sohle der zuvor beschriebenen Art wird die Gleichgewichtsfähigkeit
trainiert, die Muskelkoordination geschult und eine Kräftigung der Muskulatur bewirkt.
Dabei ist der Schuh mit der erfindungsgemäßen Sohle für den therapeutischen Bereich,
im Sport und für einen höheren Fußkomfort gleichermaßen einsetzbar.
[0008] Ein Schutz mit der erfindungsgemäßen Sohle richtet sich an ältere Menschen zur Sturzprophylaxe,
an Übergewichtige mit mangelnder Gleichgewichtskontrolle, an Kinder mit Gleichgewichtsstörungen
aufgrund von Bewegungsmangel und an Patienten mit Neuropathien, die eine verminderte
Gleichgewichtskontrolle aufweisen, wie beispielsweise Parkinson-Patienten. Als Komfortschuh
kann eine einseitige Belastung der Muskulatur verhindert werden und damit eine lokale
Überbelastung, die zu Muskelermüdung und -schmerzen führen kann. Der höhere Kompressionsmodul
in der Instabilitätsregion der Sohle simuliert den Effekt eines unebenen Bodens. Als
Trainingsschuh kann ein Schuh mit der erfindungsgemäßen Sohle zur Koordinationsschulung
für alle Sportbereiche eingesetzt werden, in denen Gleichgewicht und Gleichgewichtskontrolle
eine besondere Rolle spielen. Durch Simulation des Effektes eines unebenen Bodens
wird hier die Stärkung der Muskulatur durch vermehrten Einsatz von sonst vernachlässigten
Muskeln bewirkt. Vorzugsweise ist es dabei so, daß der Kompressionsmodul zu beiden
Seiten hin, d. h. in medialer und in lateraler Richtung, von der Instabilitätsregion
nach außen hin abfällt. Hierauf wird nachfolgend noch im einzelnen eingegangen.
[0009] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Sohle
eine der Kontur der Ganglinie folgende und sich in Längsrichtung der Sohle über die
gesamte Länge der Ganglinie erstreckende Instabilitätsregion zur Verringerung der
Standfestigkeit beim Auftreten für den normalen Gang mit einer gegenüber den benachbarten
medialen und lateralen Außenbereichen der Sohle erhöhten Sohlendicke aufweist, so
dass sich eine unebene Sohlenkontur quer zur Laufrichtung ergibt. Bei dieser alternativen
Ausführungsform wird Instabilität durch geometrische Veränderung der Außensohle erreicht,
wobei die Sohlenform von der üblicherweise vorgesehenen ebenen und flachen Sohlenform
abweicht. Vorzugsweise ist eine quer zur Laufrichtung konvex abgerundete bzw. gekrümmte
Sohlenkontur vorgesehen. Beispielsweise kann die Sohlendicke von der Ganglinie ausgehend
nach außen hin stetig oder unstetig abnehmen, so daß sich eine entsprechend abgerundete,
ballige, gekrümmte oder auch abgewinkelte Sohlenform quer zur Laufrichtung auf der
Laufseite der Sohle ergibt. Auch bei der alternativen Ausführungsfonn der Erfindung
wird beim Gehen, Laufen und sportlichen Bewegungen eine Instabilität unter dem Fuß
erzeugt, mit den oben beschriebenen Auswirkungen.
[0010] Es versteht sich, daß die Sohle im Bereich der Instabilitätsregion einen gegenüber
den benachbarten medialen und lateralen Bereichen der Sohle erhöhten Kompressionsmodul
und gleichzeitig eine erhöhte Sohlendicke aufweisen kann, um beim Auftreten eine gewünschte
Instabilität unter dem Fuß zu erzeugen.
[0011] Grundsätzlich ist von Vorteil, daß sich die Instabilitätsregion über die gesamte
Länge der Sohle entlang der Ganglinie erstreckt, d. h. von einem hinteren Ende des
Sohlenrandes über den Fersen-, Mittelfuß- und Vorfußbereich bis zu einem vorderen
Ende des Sohlenrandes. Gegebenenfalls ist es möglich, daß sich die Instabilitätsregion
abschnittsweise in Richtung der Ganglinie erstreckt, wobei Sohlenabschnitte mit höherem
Kompressionsmodul und/oder höherer Sohlendicke und Abschnitte mit niedrigerem Kompressionsmodul
und/oder niedrigerer Sohlendicke in Längsrichtung der Sohle aufeinanderfolgend vorgesehen
sein können.
[0012] Die Breite der Instabilitätsregion kann ca. 10 % bis 70 %, weiter vorzugsweise ca.
20 % bis 50 %, insbesondere ca. 30 % bis 40 %, der Fersenbreite bei 20 % bis 30 %,
vorzugsweise bei ca. 25 %, der Sohlenlänge betragen. Die Instabilitätsregion erstreckt
sich dann bandförmig entlang der Ganglinie, wobei, vorzugsweise, die Instabilitätsregion
eine in Längsrichtung gleichbleibende Breite aufweisen kann. Grundsätzlich ist es
aber auch möglich, daß sich die Breite der Instabilitätsregion in Längsrichtung innerhalb
der oben genannten Grenzen ändert. Die Instabilitätsregion kann symmetrisch beidseitig
der Ganglinie verlaufen, wobei die Mittellängsachse der Region mit erhöhtem Kompressionsmodul
und/oder der Region mit höherer Sohlendicke im wesentlichen mit der Ganglinie zusammenfallen
kann. Dies trägt dazu bei, beim Auftreten eine hohe Instabilität unter dem Fuß zu
erzeugen, ohne daß der Tragekomfort negativ beeinflußt wird. Das Tragen eines Schuhs
mit der erfindungsgemäßen Sohle wird daher als sehr angenehm empfunden.
[0013] Um beim Auftreten eine noch größere Instabilität unter dem Fuß zu erzeugen, kann
die Instabilitätsregion in medialer und/oder in lateraler Richtung wenigstens zwei
Bereiche mit unterschiedlich hohem Kompressionsmodul und/oder unterschiedlicher Sohlendicke
aufweisen. Vorzugsweise kann in diesem Zusammenhang vorgesehen sein, daß der Kompressionsmodul
und/oder die Sohlendicke im Bereich der Instabilitätsregion von der Ganglinie in medialer
und/oder in lateraler Richtung nach außen hin vorzugsweise stetig oder auch sprunghaft
abfällt. Die Punkte der Sohle mit dem höchsten Kompressionsmodul und/oder der größten
Sohlendicke bilden eine Linie, die im wesentlichen mit der Ganglinie zusammenfällt.
Grundsätzlich ist es natürlich auch möglich, daß der Kompressionsmodul und/oder die
Sohlendicke über die Breite und vorzugsweise die Länge der Instabilitätsregion konstant
sind. In den Außenregionen außerhalb der Instabilitätsregion kann der Wert des Kompressionsmoduls
und/oder der Wert der Sohlendicke auf ca. 80 %, vorzugsweise ca. 60 %, insbesondere
ca. 40 %, weiter insbesondere ca. 20 % oder weniger des Wertes des Kompressionsmoduls
bzw. der Sohlendicke in der Instabilitätsregion abfallen. Auch in der Außenregion,
d. h. seitlich in medialer oder lateraler Richtung benachbart zur Instabilitätsregion,
kann der Kompressionsmodul und/oder die Sohlendicke weiter nach außen hin abfallen.
Dadurch läßt sich ausgehend von der Instabilitätsregion eine stete Abnahme des Kompressionsmoduls
und/oder der Sohlendicke quer zur Laufrichtung vorgeben, was zu einem hohen Tragekomfort
bei gleichzeitig großer Instabilität beim Auftreten beiträgt.
[0014] Der Wert des Kompressionsmoduls und/oder der Wert der Sohlendicke können in der Instabilitätsregion
und/oder außerhalb der Instabilitätsregion in medialer und/oder in lateraler Richtung
nach außen hin stetig und vorzugsweise mit einem gleichbleibenden Gradienten oder
einer gleichbleibenden Krümmung abfallen. Auch eine nicht-stetige Änderung des Kompressionsmoduls
und/oder der Sohlendicke über die Sohlenbreite ist denkbar.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert, wobei die Erfindung
nicht auf die dargestellte Ausführungsform beschränkt ist. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Schuhsohle, wobei der Verlauf der Ganglinie auf
der Grundlage gemittelter Werte bestimmt und eingezeichnet ist,
- Fig. 2
- die in Fig. 1 dargestellte Schuhsohle, wobei der Verlauf einer Instabilitätsregion
mit einem gegenüber den benachbarten medialen und/oder lateralen Bereichen der Sohle
erhöhten Kompressionsmodul und/oder einer erhöhten Sohlendicke eingezeichnet ist,
und
- Fig. 3a - 3d
- schematische Schnittansichten längs der Linie I-I aus Fig. 1 für unterschiedliche
Querschnittskonturen einer erfindungsgemäßen Schuhsohle.
[0016] In Fig. 1 ist schematisch der Verlauf der Ganglinie für die Sohle 1 eines Schuhs
dargestellt. Das Auftreffen des Fußes beim Gehen und Laufen erfolgt am äußersten (lateralen)
Rand der Ferse. Nach dem Aufsetzen wandert die Ganglinie beim Abrollen des Fußes zunächst
unterhalb des Zentrums der Ferse (Linie TG1) bis zu T25 bei 25 % der Schuhsohlenlänge.
Zwischen 25 % (T25) und 65 % (T65) der Schuhsohlenlänge bewegt sich die Druckschwerpunktslinie
(Ganglinie) geradlinig (Linie TG2) unterhalb des medialen Bereichs des Os Cuboideum
(Würfelbein) sowie zwischen dem dritten und vierten Metatarsalknochen (Mittelfußknochen)
bis zum posterioren Anteil der Metatarsalköpfe. Zwischen 65 % (T65) und 70 % (T70)
der Schuhsohlenlänge (Gebiet der Metatarsalköpfe oder Mittelfußknochenköpfe) macht
die Ganglinie (Linie TG3) eine starke Krümmung in medialer Richtung entlang der Metatarsalköpfe.
Zwischen 70 % (T70) und dem letzten Kontaktpunkt E (Linie TG4) bewegt sich die Ganglinie
zunächst weiter in medialer Richtung mit mittlerer Krümmung zur Großzehe hin. Im letzten
Abschnitt des Bodenkontakts (15 % der Sohlenlänge) bewegt sich die Ganglinie mit sehr
geringer Krümmung in Richtung des Großzehenstrahls zur vorderen Sohlenperipherie bzw.
zum letzten Kontaktpunkt E.
[0018] In Fig. 2 ist eine im wesentlichen der Kontur der Ganglinie 2 folgende und sich in
Richtung der Ganglinie 2 über die Sohle 1 erstreckende Instabilitätsregion 3 dargestellt,
die in medialer Richtung von einer medialen Grenzlinie 4 und in lateraler Richtung
von einer lateralen Grenzlinie 5 begrenzt wird. Nach außen schließen sich an die Instabilitätsregion
3 ein medialer Außenbereich 6 und ein lateraler Außenbereich 7 an.
[0019] Um die Standfestigkeit beim Auftreten für den normalen Gang, das sportliche Laufen
oder Sprinten zu verringern, weist die Instabilitätsregion 3 einen gegenüber den benachbarten
medialen und lateralen Außenbereichen 6, 7 erhöhten Kompressionsmodul und gegebenenfalls
eine erhöhte Sohlendicke auf. Dadurch wird beim Auftreten die Gleichgewichtsfähigkeit
trainiert, die Muskelkoordination geschult und eine Kräftigung der Muskulatur bewirkt.
Die Instabilitätsregion 3 erstreckt sich vom Punkt A bis zum Punkt E über die gesamte
Länge der Ganglinie, wobei die Breite der Instabilitätsregion 3 ca. 30 % der Fersenbreite
bei 25 % der Schuhsohlenlänge (an der Stelle T25) beträgt. Die Instabilitätsregion
3 weist beginnend vom Auftrittpunkt A bis zum Punkt C im wesentlichen eine gleichbleibende
Breite auf. Im Übergangsbereich von Punkt C zu Punkt D nimmt die Breite der Instabilitätsregion
3 dann ab, so daß sich der in Fig. 2 skizzierte Verlauf der medialen Grenzlinie 4
und der lateralen Grenzlinie 5 ergibt. Die Mittellinie durch die Instabilitätsregion
3 fällt dabei mit der Ganglinie 2 zusammen, so daß die Grenzlinien 4, 5 symmetrisch
beidseitig der Ganglinie 2 verlaufen.
[0020] Der Kompressionsmodul der Sohle 1 und gegebenenfalls die Sohlendicke fallen im Bereich
der Instabilitätsregion von der Ganglinie 2 in Richtung auf die mediale Grenzlinie
4 und die laterale Grenzlinie 5 hin nach außen ab. In den Außenbereichen 6, 7 fallen
der Kompressionsmodul und gegebenenfalls die Sohlendicke weiter in medialer und/oder
in lateraler Richtung nach außen hin ab, so daß der Kompressionsmodul und gegebenenfalls
die Sohlendicke im Bereich der Ganglinie die größten Werte annehmen können. Der Kompressionsmodul
der Sohle 1 und/oder die Sohlendicke können im medialen Außenbereich 6 und im lateralen
Außenbereich 7 auf einen Wert von ca. 80 % bis 20 % des Kompressionsmoduls bzw. der
Sohlendicke in der Instabilitätsregion 3 abfallen.
[0021] Der Abfall erfolgt dabei ausgehend von der Ganglinie in medialer und lateraler Richtung
nach außen hin vorzugsweise mit einem gleichbleibenden Gradienten oder - in bezug
auf die Sohlendicke - vorzugsweise mit einer gleichbleibenden Krümmung.
[0022] In den Fig. 3a bis 3d sind mögliche Sohlenprofile schematisch dargestellt, die sich
auf den Schnitt I-I aus Fig. 1 beziehen. Die Sohle 1 weist auf der Laufseite eine
unebene Sohlenkontur quer zur Laufrichtung auf. Dabei ist gemäß Fig. 3a quer zur Laufrichtung
eine konvex abgerundete bzw. gekrümmte Sohlenkontur vorgesehen. Die Lage der Instabilitätsregion
3 und der angrenzenden Außenbereiche 6, 7 ist jeweils schematisch dargestellt. Gemäß
Fig. 3a liegt der Punkt mit maximaler Sohlendicke P im Bereich der Mittellängsachse
der Sohle 1. Hier kann auch der Punkt mit maximalem Kompressionsmodul vorgesehen sein.
[0023] In den Fig. 3b, 3c und 3d sind mögliche alternative Ausführungsformen einer Sohle
1 mit quer zur Laufrichtung unebener Sohlenkontur dargestellt. Gemäß Fig. 3b weist
die Sohle 1 auf der Laufseite im Bereich der Instabilitätsregion 3 einen ebenen Auftrittbereich
8 auf. Von der medialen Grenzlinie 4 und der lateralen Grenzlinie 5 ausgehend nimmt
die Sohlendicke dann nach außen hin ab und folgt einem bogenförmigen Verlauf. Gemäß
Fig. 3c ist vorgesehen, daß die Sohlendicke von den Grenzlinien 4, 5 ausgehend nach
außen hin entlang einer Geraden abnimmt. Bei der in Fig. 3d dargestellten Ausführungs-form
weist die Sohle 1 ein im wesentlichen dreieckförmiges Querschnittsprofil auf, wobei
wiederum der Punkt P mit maximaler Sohlendicke im Bereich der Mittellängsachse der
Sohle 1 verläuft. Die vorgenannten Verläufe können entsprechend für den Kompressionsmodul
gelten.
[0024] Es versteht sich, daß die Erfindung auch solche Ausführungsformen als äquivalente
Ausführungsformen erfaßt, bei denen die Ganglinie um ± 10 % bis 25 %, insbesondere
um ± 15 % bis 20 %, von dem mathematisch beschriebenen und dargestellten Verlauf der
Ganglinie 2 abweicht.
1. Sohle (1) für einen Schuh ausgebildet zur Erhöhung der Instabilität beim Auftreten,
wobei sich die Sohle (1) vorzugsweise von einem hinteren Fersenbereich über einen
Mittelfußbereich zu einem vorderen Vorfußbereich erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (1) eine der Kontur der Ganglinie (2) folgende und sich in Längsrichtung
der Sohle (1) über die gesamte Länge der Ganglinie (2) erstreckende Instabilitätsregion
(3) zur Verringerung der Standfestigkeit beim Auftreten für den normalen Gang mit
einem gegenüber den benachbarten medialen und lateralen Außenbereichen (6, 7) der
Sohle (1) erhöhten Kompressionsmodul aufweist.
2. Sohle (1) für einen Schuh ausgebildet zur Erhöhung der Instabilität beim Auftreten,
wobei sich die Sohle (1) vorzugsweise von einem hinteren Fersenbereich über einen
Mittelfußbereich zu einem vorderen Vorfußbereich erstreckt, insbesondere nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (1) eine der Kontur der Ganglinie (2) folgende und sich in Längsrichtung
der Sohle (1) über die gesamte Länge der Ganglinie (2) erstreckende Instabilitätsregion
(3) zur Verringerung der Standfestigkeit beim Auftreten für den normalen Gang mit
einer gegenüber den benachbarten medialen und lateralen Außenbereichen (6, 7) der
Sohle (1) erhöhten Sohlendicke aufweist, so daß sich eine unebene Sohlenkontur quer
zur Laufrichtung ergibt.
3. Sohle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine quer zur Laufrichtung konvex abgerundete bzw. gekrümmte Sohlenkontur vorgesehen
ist.
4. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Instabilitätsregion (3) durchgehend über den Mittelfußbereich und den Vorfußbereich
bis zum vorderen Ende des Sohlenrandes erstreckt.
5. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Instabilitätsregion (3) ca. 10 % bis 70 %, vorzugsweise ca. 20 % bis
50 %, insbesondere ca. 30 % bis 40 %, der Fersenbreite bei 20 % bis 30 %, vorzugsweise
ca. 25 %, der Sohlenlänge beträgt.
6. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Instabilitätsregion (3) eine in Richtung der Ganglinie (2) gleichbleibende Breite
aufweist.
7. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Instabilitätsregion (3) symmetrisch beidseitig der Ganglinie (2) verläuft.
8. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Instabilitätsregion (3) in medialer und/oder in lateraler Richtung wenigstens
zwei Bereiche mit unterschiedlich hohem Kompressionsmodul und/oder unterschiedlicher
Sohlendicke aufweist.
9. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompressionsmodul und/oder die Sohlendicke im Bereich der Instabilitätsregion
(3) von der Ganglinie (2) in medialer und/oder in lateraler Richtung nach außen hin
abfällt.
10. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompressionsmodul der Sohle (1) und/oder die Sohlendicke in dem medialen Außenbereich
(6) und/oder in dem lateralen Außenbereich (7) weniger als ca. 80 %, vorzugsweise
weniger als ca. 60 %, insbesondere weniger als ca. 40 %, weiter insbesondere weniger
als ca. 20 % oder weniger des Kompressionsmoduls bzw. der Sohlendicke in der Instabilitätsregion
(3) beträgt.
11. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompressionsmodul und/oder die Sohlendicke in dem medialen Außenbereich (6) und/oder
in dem lateralen Außenbereich (7) in medialer und/oder in lateraler Richtung nach
außen hin abfällt.
12. Sohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompressionsmodul und/oder die Sohlendicke in der Instabilitätsregion (3) und/oder
in dem medialen Außenbereich (6) und/oder in dem lateralen Außenbereich (7) in medialer
und/oder in lateraler Richtung nach außen hin stetig und vorzugsweise mit einem gleichbleibenden
Gradienten oder einer gleichbleibenden Krümmung abfällt.
13. Schuh, insbesondere Trainingsschuh zur Koordinationsschulung und zur Stärkung der
Muskulatur, mit einer Sohle (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
1. A sole (1) for a shoe designed for increasing the instability during stepping, wherein
the sole preferably extends from a rear heel area across a metatarsal area to a front
forefoot area, characterized in that the sole (1) has an instability region (3) that follows the contour of the gait line
(2) and that extends over the entire length of the gait line (2) in the longitudinal
direction of the sole (1) for reducing the stability during stepping for the normal
gait with an bulk modulus increased relative to the adjacent medial and lateral outer
areas (6, 7) of the sole (1).
2. A sole (1) for a shoe designed for increasing the instability during stepping, wherein
the sole preferably extends from a rear heel area across a metatarsal area to a front
forefoot area, in particular according to Claim 1, characterized in that the sole (1) has an instability region (3) that follows the contour of the gait line
(2) and that extends over the entire length of the gate line (2) in the longitudinal
direction of the sole (1) for reducing the stability during stepping for the normal
gait with a sole thickness increased relative to the adjacent medial and lateral outer
areas (6, 7) of the sole (1), so that an uneven sole contour transverse to the direction
of movement results.
3. A sole according to Claim 2, characterized in that a convexly rounded or curved sole contour is provided transverse to the direction
of movement.
4. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the instability region (3) extends continuously across the metatarsal area and the
forefoot area up to the front end of the edge of the sole.
5. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the width of the instability region (3) is approx. 10% to 70%, preferably approx.
20% to 50%, in particular, approx. 30% to 40%, of the heel width at 20% to 30%, preferably
approx. 25% of the sole length.
6. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the instability region (3) has a constant width in the direction of the gait line
(2).
7. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the instability region (3) runs symmetrically on both sides of the gait line (2).
8. A sole according to one of the claims, characterized in that the instability region (3) has at least two areas in the medial and/or in the lateral
direction with varyingly high bulk modulus and/or varying sole thickness.
9. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the bulk modulus and/or the sole thickness in the area of the instability region
(3) decreases from the gait line (2) in the medial and/or in the lateral direction
towards the outside.
10. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the bulk modulus of the sole (1) and/or the sole thickness in the medial outer area
(6) and/or in the lateral outer area (7) is less than approx. 80%, preferably less
than approx. 60%, in particular less than approx. 40%, more particularly less than
approx. 20% or less of the bulk modulus or the sole thickness in the instability region
(3).
11. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the bulk modulus and/or the sole thickness in the medial outer area (6) and/or in
the lateral outer area (7) decreases in the medial and/or in the lateral direction
towards the outside.
12. A sole according to one of the preceding claims, characterized in that the bulk modulus and/or the sole thickness in the instability region (3) and/or in
the medial outer area (6) and/or in the lateral outer area (7) decreases constantly
in the medial and/or in the lateral direction towards the outside and preferably with
a constant gradient or a constant curvature.
13. A shoe, in particular a training shoe for coordination training and for strengthening
the muscles, with a sole (1) according to one of the preceding claims.
1. Semelle (1) pour une chaussure destinée à augmenter l'instabilité pendant la marche,
la semelle (1) s'étendant de préférence d'une zone de talon arrière à une zone d'avant-pied
avant en passant par une zone de pied centrale, caractérisée en ce que la semelle (1) présente une région d'instabilité (3) suivant le contour de la ligne
de marche (2) et s'étendant dans la direction longitudinale de la semelle (1) sur
toute la longueur de la ligne de marche (2) en vue de réduire la stabilité lors de
la marche pour l'allure normale avec un module de compression accru par rapport aux
zones extérieures (6, 7) médianes et latérales voisines de la semelle (1).
2. Semelle (1) pour une chaussure destinée à augmenter l'instabilité pendant la marche,
la semelle (1) s'étendant de préférence d'une zone de talon arrière à une zone d'avant-pied
avant en passant par une zone de pied centrale, en particulier selon la revendication
1, caractérisée en ce que la semelle (1) présente une région d'instabilité (3) suivant le contour de la ligne
de marche (2) et s'étendant dans la direction longitudinale de la semelle (1) sur
toute la longueur de la ligne de marche (2) en vue de réduire la stabilité lors de
la marche pour l'allure normale avec une épaisseur de semelle accrue par rapport aux
zones extérieures (6, 7) médianes et latérales voisines de la semelle (1), ce qui
donne un contour de semelle non plan transversalement à la direction du déplacement.
3. Semelle selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'il est prévu un contour de semelle arrondi ou respectivement courbé de façon convexe
transversalement à la direction du déplacement.
4. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la région d'instabilité (3) s'étend de façon continue sur la zone de pied centrale
et la zone d'avant-pied jusqu'à l'extrémité avant du bord de semelle.
5. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la largeur de la région d'instabilité (3) représente environ 10% à 70%, de préférence
environ 20 % à 50%, en particulier environ 30 % à 40 %, de la largeur de talon pour
20 % à 30%, de préférence environ 25%, de la longueur de semelle.
6. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la région d'instabilité (3) présente une largeur constante dans la direction de la
ligne de marche (2).
7. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la région d'instabilité (3) est symétrique des deux côtés de la ligne de marche (2).
8. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la région d'instabilité (3) présente, dans la direction médiane et/ou latérale, au
moins deux zones avec un module de compression de grandeur différente et/ou avec une
épaisseur de semelle différente.
9. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le module de compression et/ou l'épaisseur de semelle dans la zone de la région d'instabilité
(3) diminue à partir de la ligne de marche (2) dans la direction médiane et/ou latérale
en direction de l'extérieur.
10. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le module de compression de la semelle (1) et/ou l'épaisseur de semelle dans la zone
extérieure médiane (6) et/ou dans la zone extérieure latérale (7) est égale à moins
de 80% environ, de préférence moins de 60% environ, en particulier moins de 40 % environ,
encore en particulier moins de 20% environ ou moins du module de compression ou respectivement
de l'épaisseur de semelle dans la région d'instabilité (3).
11. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le module de compression de la semelle (1) et/ou l'épaisseur de semelle dans la zone
extérieure médiane (6) et/ou dans la zone extérieure latérale (7) diminue dans la
direction médiane et/ou latérale vers l'extérieur.
12. Semelle selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le module de compression et/ou l'épaisseur de semelle dans la région d'instabilité
(3) et/ou dans la zone extérieure médiane (6) et/ou dans la zone extérieure latérale
(7) diminue constamment dans la direction médiane et/ou latérale vers l'extérieur
et de préférence avec un gradient constant ou une courbure constante.
13. Chaussure, en particulier chaussure d'entraînement pour l'enseignement de la coordination
et pour le renforcement de la musculature, avec une semelle (1) selon l'une des revendications
précédentes.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente