[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung, insbesondere eine Fangvorrichtung,
für ein Regalbediengerät, ein Regalbediengerät mit einem Hubwerk zum Antrieb eines
verfahrbaren Hubwagens, und mit einer Sicherheitsvorrichtung, sowie ein Verfahren
zur Überwachung eines Regalbediengeräts.
[0002] Regalbediengeräte sind in der Förder- und Lagertechnik verbreitet. Regalbediengeräte
können für das Einlagern oder Auslagern von Waren bzw. Ladegütern genutzt werden.
Zu diesem Zweck können mittels der Regalbediengeräte ausgewählte Regalfächer etwa
von Regalen bzw. Hochregalen angefahren werden. Beispielhaft können die Regalbediengeräte
dazu ausgebildet sein, auf Ladehilfsmitteln, etwa Paletten, angeordnete Ladegüter
in Regale einzulagern bzw. aus diesen auszulagern. Regalbediengeräte allgemeiner Art
sind etwa aus der
EP 0 678 475 A1 oder der
EP 1 211 215 A1 bekannt.
[0003] Aus der
EP 0 433 922 A1 ist ein Lasthebesystem mit einem Hubmast, mit einem längs des Hubmastes vertikal
beweglich gelagerten Hubwagen, mit Antriebsmitteln, um den Hubwagen längs des Hubmastes
zu bewegen, und mit einem Sicherheitsbremssystem bekannt, durch das eine Absenkbewegung
des Hubwagens bezüglich des Hubmastes verhindert werden kann, wobei das Bremssystem
als Übergeschwindigkeitsbremse gestaltet ist und Eingriffsmittel am Hubwagen aufweist,
die zur Verhinderung einer Relativbewegung zwischen dem Hubwagen und dem Hubmast mit
dem Hubmast in Eingriff bringbar sind, wobei die Eingriffsmittel zwischen einer ersten
Stellung, in der sie mit dem Hubmast außer Eingriff stehen und einer zweiten Stellung
beweglich sind, in der sie mit dem Hubmast in Eingriff stehen.
[0004] DE 3 125 594 A1 ist eine Hubvorrichtung, insbesondere eine Hebebühne, bekannt, mit einer lotrecht
bewegbaren Plattform, die von Seilen getragen und in Säulen geführt ist, mit einer
Steuereinrichtung zum Heben der Plattform und zum Senken der Plattform, mit mindestens
einer Tastvorrichtung, die mit den Seilen zum Überprüfen von deren Spannung zusammenwirkt,
wobei die Tastvorrichtung mindestens einen Taster aufweist, der auf der Plattform
schwenkbar angeordnet ist und eine Rolle trägt, die mit dem Seil zusammenwirkt, mit
einem elastischen Mittel, das zwischen der Plattform und dem Taster zu dessen Schwenken
für den Fall angeordnet ist, wenn im Seil eine anormale Spannung auftritt, und wobei
der Taster über einen Elektromagneten mit einer Klinke gekoppelt ist, die einer Fangvorrichtung
der Plattform zugehörig ist.
[0005] Aus der
JP H04 292389 A ist eine Hubanordnung bekannt, mit einer sich in der Vertikalen erstreckenden Führungsschiene,
einer entlang der Führungsschiene beweglichen Hubplattform, die durch ein Tragmittel
in Form einer Kette oder eines Seil gehalten ist, einem Antrieb für das Tragmittel
zum Anheben der Hubplattform, und mit Erfassungsmitteln zum Erfassen einer Zugspannung
, die auf das Tragmittel einwirkt, wobei im Falle einer Signalabweichung eine Stoppeinrichtung
für die Hubplattform aktiviert wird. Die Erfassungsmittel sind als Kraftsensoren ausgebildet,
die zwischen Lagerböcken für eine Antriebswelle des Tragmittels und einem Rahmenbauteil
der Hubanordnung aufgenommen sind.
[0006] Aus der
US 3 247 930 A ist ein Regalbediengerät mit einer Mastbaugruppe bekannt, die einen ersten Mastabschnitt,
und einen zweiten, relativ zum ersten Abschnitt beweglichen Mastabschnitt aufweist,
mit einer Antriebseinrichtung zum Anheben des zweiten Mastabschnitts relativ zum ersten
Mastabschnitt, mit einer Bremseinrichtung zum Arretieren des zweiten Mastabschnitts
relativ zum ersten Mastabschnitt im Falle eines Ausfalls der Antriebseinrichtung,
und mit einem Mechanismus, der auf einen elektrischen Schalter einwirkt, um die Bremseinrichtung
zu aktivieren.
[0007] Regalbediengeräte sind üblicherweise mit zumindest einem Hubwerk zum Antrieb eines
verfahrbaren Hubwagens versehen, der an zumindest einer Hubsäule aufgenommen ist und
entlang der zumindest einen Hubsäule verfahrbar ist. Üblicherweise ist das zumindest
eine Hubwerk dazu ausgebildet, den Hubwagen vertikal zu verfahren, um eine Mehrzahl
übereinander angeordneter Regalebenen oder Regalfächer ansteuern zu können.
[0008] Beispielhaft kann der verfahrbare Hubwagen zumindest einen Schlitten umfassen, der
mit zumindest einem Tragmittel, etwa einem Tragseil, gekoppelt ist. Das zumindest
eine Tragmittel kann mit einem geeigneten Antrieb, etwa einem Elektromotor oder Ähnlichem,
gekoppelt werden. Beispielhaft kann der Antrieb mit einer Trommel für das zumindest
eine Tragmittel gekoppelt sein. Demgemäß kann das zumindest eine Tragmittel auf die
Trommel aufgewickelt bzw. von der Trommel abgewickelt werden, um den Hubwagen anheben
oder absenken zu können. Es versteht sich, dass andere Antriebe für den Hubwagen ohne
Weiteres vorstellbar sind.
[0009] Mit Regalbediengeräten bzw. deren Hubwerken können beträchtliche Höhendifferenzen
überwunden werden. Demgemäß kann im Falle eines Versagens des Hubwerks bzw. des Antriebs
für den Hubwagen aufgrund einer großen Absturzhöhe ein gewisses Gefährdungspotential
gegeben sein. Aus diesem Grund weisen Regalbediengeräte regelmäßig Sicherheitsvorrichtungen
auf, die etwa auch als Fangvorrichtungen oder Bremsvorrichtungen bezeichnet werden
können. Derartige Vorrichtungen sind etwa aus der
DE 296 23 082 U1 und der
DE 10 2006 056 157 A1 bekannt.
[0010] Bekannte Sicherheitsvorrichtungen umfassen üblicherweise einen Sensor zur Erfassung
einer (Fall-)Geschwindigkeit des Hubwagens. Sofern der Sensor eine überhöhte Geschwindigkeit
erfasst, die auf einen Absturz schließen lässt, wird etwa eine Bremse aktiviert, die
den Absturz des Hubwagens verhindert oder zumindest verzögert. Bekannte Sicherheitsvorrichtungen
sind üblicherweise als mechanische Sicherheitsvorrichtungen ausgebildet. Geschwindigkeitssensoren
können etwa als Fliehkraftsensoren, Tachogeneratoren oder in ähnlicher Weise als mechanischer,
optischer oder elektrischer Sensor zur Erfassung der Geschwindigkeit des Hubwagens
ausgebildet sein.
[0011] Es hat sich jedoch gezeigt, dass bekannte Sicherheitsvorrichtungen oft nur verzögert
ansprechen, so dass zwar ein Bremsen oder Abfangen des Hubwagens ermöglicht ist, häufig
jedoch aufgrund der bereits erreichten (Fall-)Geschwindigkeit des Hubwagens Beschädigungen
von Teilen des Regalbediengeräts oder des Regallagers bzw. der Ladegüter oder gar
Gefährdungen des Bedienpersonals drohen.
[0012] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsvorrichtung
für ein Regalbediengerät bzw. ein Regalbediengerät mit einer Sicherheitsvorrichtung
anzugeben, die ein zeitnahes, möglichst verzögerungsarmes, Abfangen des Hubwagens
erlaubt und somit dazu beitragen kann, Folgeschäden im Falle eines Fehlers im Antrieb
des Hubwerks, insbesondere im Falle einer Beschädigung oder eines Versagens des zumindest
einen Tragmittels, zu minimieren oder gar gänzlich zu vermeiden. Die Sicherheitsvorrichtung
soll möglichst über eine erweitere Funktionalität verfügen und insbesondere auch Schadensfälle
erfassen können, die mit bekannten Sicherheitsvorrichtungen gar nicht oder nur mit
Einschränkungen erfassbar sind. Ferner soll ein Verfahren zur Überwachung eines Regalbediengeräts
angegeben werden, mit dem sich verschiedene der genannten Aspekte verwirklichen lassen.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Sicherheitsvorrichtung, insbesondere
eine Fangvorrichtung, für ein Regalbediengerät, das ein Hubwerk zum Antrieb eines
verfahrbaren Hubwagens aufweist, der mit zumindest einem Tragmittel gekoppelt ist,
gelöst, wobei die Sicherheitsvorrichtung Folgendes aufweist:
- eine Überwachungseinrichtung, die dazu ausgebildet ist, einen Lastzustand des zumindest
einen Tragmittels zu erfassen, insbesondere eine tragmittelspannungsabhängige Messgröße,
- eine Halteeinrichtung, insbesondere eine Fangeinrichtung, die dazu ausgebildet ist,
eine Bewegung des Hubwagens selektiv zu hemmen,
- eine Energiespeichereinrichtung, die zur Energieversorgung der Halteeinrichtung ausgebildet
ist, und
- eine Steuereinrichtung, die dazu ausgebildet ist, abhängig von einem von der Überwachungseinrichtung
erfassten Signal die Energiespeichereinrichtung anzusteuern, um die Halteeinrichtung
zu aktivieren,
wobei das zumindest eine Tragmittel als strangförmiges Zugmittel ausgebildet ist,
wobei die Überwachungseinrichtung zumindest einen Kraftmesssensor aufweist, der dazu
ausgebildet ist, eine Spannung im Zugmittel zu erfassen, und wobei der zumindest eine
Kraftmesssensor als Kraftmessbolzen ausgebildet und mit einer Umlenkrolle für das
Tragmittel gekoppelt ist.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise vollständig gelöst.
[0015] Erfindungsgemäß erlaubt nämlich die Sicherheitsvorrichtung die Aktivierung der Halteeinrichtung
(auch: Bremseinrichtung) bereits dann, wenn die (Fall-)Geschwindigkeit des Hubwagens
noch nicht groß genug ist, um einen drohenden Absturz oder ähnliche Fehlfunktionen
mittels einer bloßen Geschwindigkeitsüberwachung erkennen zu können. Die erfindungsgemäße
Sicherheitsvorrichtung kann deutlich früher ansprechen, so dass etwa bei einem drohenden
Absturz der Hubwagen bereits bei deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten gebremst bzw.
abgefangen werden kann. Demgemäß kann der Abfangvorgang bzw. Bremsvorgang deutlich
schneller vonstatten gehen. Das Abfangen oder Abbremsen des Hubwagens kann mit verringertem
Energieaufwand einhergehen, da der Hubwagen noch keine hohe kinetische Energie aufgebaut
hat, wenn die Überwachungseinrichtung auf Basis des Lastzustands des zumindest einen
Tragmittels einen drohenden Absturz detektiert.
[0016] Bei dem Tragmittel kann es sich insbesondere um ein Zugmittel handeln. Das Tragmittel
kann etwa als Tragseil, Kette, Riemen oder in ähnlicher Weise ausgestaltet sein. Auch
Tragmittel in Form von Ketten sind denkbar. Die Überwachungseinrichtung kann insbesondere
als elektrische und/oder elektronische Überwachungseinrichtung ausgestaltet sein.
Die Überwachungseinrichtung kann dazu ausgebildet sein, ein elektrisches, insbesondere
ein digitales, Signal an die Steuereinrichtung zu übermitteln.
[0017] Die Halteeinrichtung kann zumindest eine Bremseinheit oder Sperreinheit umfassen.
Der Hubwagen kann zumindest einen Hubtisch oder eine Plattform umfassen, an der etwa
ein Lastaufnahmemittel aufgenommen sein kann. Am Hubtisch können weitere Fördermittel
aufgenommen sein. Beispielhaft kann der Hubtisch etwa eine ausfahrbare Hubgabel umfassen.
Der Hubtisch kann beispielhaft auch mit Endlosfördermitteln, etwa mit Förderbändern,
mit Rollenantrieben oder Ähnlichem versehen sein. Allgemein kann der Hubtisch Antriebsmittel
umfassen, die ein Fördern der Ladegüter in ein zu befüllendes Regalfach hinein und/oder
aus einem zu entleerenden Regalfach heraus ermöglichen. Das Hubwerk kann zumindest
einem Hubmast zugeordnet sein. Beispielhaft kann das Hubwerk zwei Hubmasten zugeordnet
sein, zwischen denen der Hubwagen aufgenommen und geführt ist.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Überwachungseinrichtung zumindest einen
Sensor, insbesondere einen Sensor zur Erfassung einer Tragmittelspannung oder eines
Tragmittelbruchs, auf, der dazu ausgebildet ist, ein elektrisches oder optisches Signal
auszugeben. Es versteht sich, dass das auszugebende Signal als Analogsignal, Quasi-Analogsignal,
ferner jedoch auch als Digitalsignal ausgebildet sein kann. Der Sensor kann insbesondere
dazu ausgestaltet sein, einen Riss oder eine sogenannte "Schlaffheit" des zumindest
einen Tragmittels zu erfassen. Vorzugsweise ist der Sensor zumindest einem als Seil
ausgebildeten Tragmittel zugeordnet und dazu ausgestaltet, einen Seilriss und/oder
eine Seilschlaffheit zu erfassen.
[0019] Das zumindest eine Tragmittel ist als strangförmiges Zugmittel, insbesondere als
Tragseil, ausgebildet, wobei die Überwachungseinrichtung zumindest einen Kraftmesssensor
aufweist, der dazu ausgebildet ist, eine Spannung im Zugmittel zu erfassen.
[0020] Die Erfassung der Spannung im Zugmittel bzw. im Tragmittel erlaubt eine Aktivierung
der Halteeinrichtung bereits dann, wenn noch kein Riss des Zugmittels bzw. Tragmittels
aufgetreten ist. Somit kann der Hubwagen präventiv verzögert bzw. abgefangen werden,
ehe es tatsächlich zu einem mit einer starken Fallbeschleunigung einhergehenden Riss
kommt. Der Sensor kann dazu ausgestaltet sein, die Spannung im Zugmittel oder Tragmittel
mittelbar und/oder unmittelbar zu erfassen.
[0021] Der zumindest eine Kraftmesssensor ist mit einer Umlenkrolle für das Tragmittel gekoppelt.
Ferner ist der zumindest eine Kraftmesssensor als Kraftmessbolzen ausgebildet. Auf
diese Weise kann die Spannung im Zugmittel mittelbar erfasst werden, indem etwa die
bei der Umlenkrolle wirkenden Lagerkräfte ermittelt werden. Die Umlenkrolle kann etwa
auch als Führungsrolle ausgestaltet sein.
[0022] Kraftmessbolzen allgemeiner Art sind im Stand der Technik bekannt. Kraftmessbolzen
können mit geeigneten Sensorelementen versehen sein, die auf den Kraftmessbolzen einwirkende
Kräfte aufgrund einer Erfassung von Verformungen des Kraftmessbolzens ermitteln können.
Mit anderen Worten kann etwa ein unter Spannung stehendes Tragmittel, das bei der
Umlenkrolle umgelenkt wird, eine bestimmte Verformung, etwa eine Biegung, des Kraftmessbolzens
verursachen. Der zumindest eine Kraftmesssensor kann diese Verformung ermitteln, wodurch
auf die im Zugmittel herrschende Spannung geschlossen werden kann. Sollte die durch
den Kraftmesssensor ermittelte Spannung plötzlich signifikant sinken, könnte dies
auf eine Schlaffheit oder einen Riss hindeuten. Umgekehrt könnte etwa auch eine erhöhte
Spannung im Kraftmessbolzen auf eine drohende Überlastung des Tragmittels hinweisen.
[0023] So ist es denkbar, bei einem Regalbediengerät, das etwa ein Hubwerk aufweist, das
mit zwei Hubsäulen zusammenwirkt, denen jeweils ein Tragmittel zugeordnet ist, für
beide Tragmittel jeweils zumindest einen Kraftmesssensor vorzusehen. Demgemäß könnte
etwa im Falle eines drohenden einseitigen Seilrisses durch einen Kraftmesssensor eine
erhöhte Seilspannung und durch einen anderen Kraftmesssensor eine verringerte Seilspannung
festgestellt werden. Derartige Zustände können etwa dann auftreten, wenn der Hubwagen
einseitig verkantet.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung der Sicherheitsvorrichtung weist die Überwachungseinrichtung
zumindest einen als Rissdetektor ausgebildeten Sensor auf, der insbesondere in einem
Normalzustand unter Vorspannung an dem zumindest einen Tragmittel anliegt und im Falle
eines Tragmittelrisses verlagert wird. Die sich im Falle des Risses ergebende Verlagerung
kann beispielsweise durch einen Näherungsschalter, eine Lichtschranke, ein Potentiometer
oder ein ähnliches Sensorelement erfasst werden. Wenn zumindest ein Sensor der Überwachungseinrichtung
als Rissdetektor ausgebildet ist, kann ein Riss des Tragmittels direkt erfasst werden.
[0025] Allgemein ist unter einer "direkten Erfassung" des Tragmittelrisses eine Erfassung
zu verstehen, die den Tragmittelriss nicht indirekt über die einem Tragmittelriss
folgende Geschwindigkeitszunahme des Hubwagens erfasst. Dies heißt mit anderen Worten:
Der Tragmittelriss kann unabhängig von der Geschwindigkeit oder Fallgeschwindigkeit
des Hubwagens erfasst werden.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Überwachungseinrichtung zumindest einen
optischen Sensor auf, insbesondere eine Lichtschranke. Auch mittels einer Lichtschranke
kann ein Riss des Tragmittels, der etwa einen Strahlengang freigeben oder unterbrechen
kann, sicher und auf direktem Wege, unabhängig von der Geschwindigkeit des Hubwagens
erfasst werden.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Überwachungseinrichtung zumindest einen
als Schwingungssensor ausgebildeten Sensor auf, der dazu ausgebildet ist, bei dem
zumindest einen Tragmittel induzierte Schwingungen zu erfassen. Diese Ausgestaltung
macht sich zunutze, dass das zumindest eine Tragmittel abhängig von seiner aktuellen
Belastung verschiedene Eigenfrequenzen aufweisen kann und demgemäß in verschiedener
Weise auf einfallende Impulse reagiert. Auch auf diese Weise kann der Spannungszustand
des zumindest einen Tragmittels und ggf. auch ein Riss des zumindest einen Tragmittels
sicher und unabhängig von einer Verfahrgeschwindigkeit des Hubwagens ermittelt werden.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Energiespeichereinrichtung zumindest
eine Sperreinheit zur Zurückhaltung gespeicherter Energie auf, wobei die zumindest
eine Sperreinheit durch ein Freigabesignal oder das Ausbleiben eines Sperrsignals
entriegelbar ist. Es ist ferner bevorzugt, wenn zur Entriegelung der Sperreinheit
eine Kraft erforderlich ist, die deutlich geringer als eine Schließkraft der Sperreinheit
ist, mit der die in der Energiespeichereinrichtung zurückgehaltene Energie gesichert
wird. Beispielhaft kann die Sperreinheit mit einem Aktor gekoppelt werden, insbesondere
mit einem elektrischen Aktor, der durch die Steuereinrichtung aktivierbar oder deaktivierbar
ist.
[0029] Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit ist es vorstellbar, die zumindest eine Sperreinheit
dann zu entriegeln, wenn ein im Normalzustand anliegendes Sperrsignal ausbleibt. Auf
diese Weise kann die Energie aus der Energiespeichereinrichtung auch in einem sogenannten
spannungslosen Zustand abgegeben werden. Somit können etwa auch Stromausfälle oder
Ähnliches kompensiert werden.
[0030] Es ist ferner bevorzugt, wenn die Energiespeichereinrichtung in einem verriegelten
Zustand ein unter Vorspannung stehendes Energiespeichermittel aufweist. Ein unter
Vorspannung stehendes Energiespeichermittel, also etwa ein unter Druck stehendes Energiespeichermittel,
kann etwa dann, wenn die zumindest eine Sperreinheit durch die Steuereinrichtung entriegelt
wird, abrupt Energie freigeben.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Energiespeichereinrichtung als mechanische
oder fluidische Energiespeichereinrichtung ausgebildet. Eine mechanische Energiespeichereinrichtung
kann etwa zumindest eine Feder umfassen. Eine fluidische Energiespeichereinrichtung
kann etwa zumindest einen Druckbehälter umfassen. Die fluidische Energiespeichereinrichtung
kann etwa zur Aufnahme von komprimierter Luft oder allgemein von komprimierten Gasen
ausgestaltet sein.
[0032] Es versteht sich jedoch auch, dass die Energiespeichereinrichtung alternativ etwa
auch als elektrische Energiespeichereinrichtung ausgebildet sein kann. Demgemäß kann
die Energiespeichereinrichtung etwa zumindest einen Kondensator umfassen, der zur
abrupten Abgabe von elektrischer Energie ausgestaltet ist.
[0033] Die freigegebene Energie kann auf die Halteeinrichtung einwirken, um bremsend oder
sperrend auf den Hubwagen einzuwirken. Die Halteeinrichtung kann mit geeigneten Mitteln
zur Kraftverstärkung versehen sein, etwa mit selbsthemmenden Reibkörpern, Keilen,
formschlüssigen Sperren oder Ähnlichem. Somit ist es nicht unbedingt erforderlich,
in der Energiespeichereinrichtung die gesamte Energie vorzuhalten, die erforderlich
ist, um den Hubwagen abzufangen.
[0034] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die Sicherheitsvorrichtung
ferner zumindest einen Sensor zur Erfassung einer Geschwindigkeit des Hubwagens auf,
wobei die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, abhängig von einem geschwindigkeitsabhängigen
Signal die Energiespeichereinrichtung anzusteuern, um die Halteeinrichtung zu aktivieren.
Auf diese Weise kann zusätzlich zur (geschwindigkeitsunabhängigen) spannungsabhängigen
Erfassung eines drohenden Absturzes des Hubwagens eine geschwindigkeitsabhängige Überwachung
des Hubwagens etabliert werden. Demgemäß kann die Funktionalität der Sicherheitsvorrichtung
erweitert werden.
[0035] Die zusätzliche Erfassung der Geschwindigkeit des Hubwagens kann dazu beitragen,
weitere Fehlerarten beim Hubwagen bzw. bei dessen Antrieb zu ermitteln. Der zur Erfassung
der Geschwindigkeit des Hubwagens ausgebildete Sensor kann auch dazu benutzt werden,
den Verzögerungsvorgang oder Abfangvorgang des Hubwagens zu überwachen.
[0036] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner durch ein Regalbediengerät zur Beschickung
von Regalen, insbesondere zum Einlagern und Auslagern von Ladegütern, gelöst, das
ein Hubwerk zum Antrieb eines verfahrbaren Hubwagens aufweist, der mit zumindest mit
einem Tragmittel gekoppelt ist, und das eine Sicherheitsvorrichtung nach einem der
vorgenannten Aspekte umfasst.
[0037] Auch auf diese Weise wird die Aufgabe der Erfindung vollständig gelöst.
[0038] Das Regalbediengerät kann etwa auch als sogenanntes Regalförderzeug bezeichnet werden.
Der Hubwagen kann ferner eine Plattform aufweisen, an der ein weiteres Fördermittel
aufgenommen ist, das insbesondere zum Einlagern oder Auslagern in das Regalfach hinein
oder aus dem Regalfach heraus gestaltet ist. Demgemäß kann das (weitere) Fördermittel
etwa als Seitenschubeinrichtung, Satellitenfahrwagen, Übergabeeinheit oder in ähnlicher
Weise gestaltet sein.
[0039] In bevorzugter Weiterbildung des Regalbediengeräts ist das Hubwerk zwei Hubsäulen
zugeordnet, zwischen denen der Hubwagen geführt ist, wobei der Hubwagen mit zwei Tragmitteln
gekoppelt ist, wobei ein erstes Tragmittel einer ersten Hubsäule zugeordnet und ein
zweites Tragmittel einer zweiten Hubsäule zugeordnet ist, wobei die Überwachungseinrichtung
zumindest einen ersten Sensor zur Erfassung des Lastzustands des ersten Tragmittels
und zumindest einen zweiten Sensor zur Erfassung des Lastzustands des zweiten Tragmittels
aufweist, wobei der zumindest eine erste Sensor und der zumindest eine zweite Sensor
unabhängig voneinander Signale erfassen können, die von der Steuereinrichtung verwertbar
sind, um die Energiespeichereinrichtung selektiv anzusteuern, um die Halteeinrichtung
zu aktivieren.
[0040] Es versteht sich, dass eine derartige Gestaltung auch ein Hubwerk betreffen kann,
das einer Hubsäule zugeordnet ist, die im Wesentlichen aus zwei Führungsabschnitten
für den Hubwagen zusammengefügt ist. Demgemäß kann das erste Tragmittel des Hubwagens
dem ersten Führungsabschnitt und das zweite Tragmittel des Hubwagens dem zweiten Führungsabschnitt
zugeordnet sein. Allgemein kann jedes Tragmittel, das mit dem Hubwagen gekoppelt ist,
einen eigenen Antrieb aufweisen. Es wäre jedoch auch vorstellbar, zumindest zwei Tragmittel,
mit denen der Hubwagen gekoppelt ist, mit einem gemeinsamen Antrieb zu versehen.
[0041] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner durch ein Verfahren zur Überwachung eines Regalbediengeräts,
umfassend Betreiben einer Fangvorrichtung für einen verfahrbaren Hubwagen, der mit
zumindest einem Tragmittel gekoppelt ist, das als strangförmiges Zugmittel ausgebildet
ist, gelöst, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Erfassen eines Lastzustands des zumindest einen Tragmittels, insbesondere Erfassen
einer tragmittelspannungsabhängigen Messgröße, mit zumindest einem Kraftmesssensor,
der dazu ausgebildet ist, eine Spannung im Zugmittel zu erfassen, wobei der zumindest
eine Kraftmesssensor als Kraftmessbolzen ausgebildet und mit einer Umlenkrolle für
das Tragmittel gekoppelt ist,
- Übermitteln eines den Lastzustand des Tragmittels beschreibenden Signals an eine Steuereinrichtung,
- Auswerten des Signals mit der Steuereinrichtung,
- im Falle einer Schwellwertüberschreitung, Ansteuern einer Energiespeichereinrichtung
zur Freigabe von Energie, und
- Aktivieren einer Halteeinrichtung mit der freigegebenen Energie zur selektiven Hemmung
einer Bewegung des Hubwagens.
[0042] Auch auf diese Weise wird die Aufgabe der Erfindung vollständig gelöst.
[0043] Es versteht sich, dass das Verfahren ferner auch einen parallelen Schritt umfassen
kann, der die Überwachung einer Geschwindigkeit des Hubwagens betrifft. Demgemäß kann
ein weiterer "Signalkanal" zur Verfügung gestellt werden, der es erlaubt, unerwünschte
Betriebszustände des Hubwerks zu ermitteln.
[0044] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch
in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
vorliegenden Ansprüche zu verlassen.
[0045] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
mehrerer bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Es
zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines Regalbediengeräts für ein Hochregallager;
- Figur 2
- eine stark vereinfachte schematische Seitenansicht einer Sicherheitsvorrichtung für
ein Regalbediengerät;
- Figur 3
- eine spezifische Teilansicht eines weiteren, gegenüber der Darstellung in Figur 1
abgewandelten Regalbediengeräts;
- Figur 4
- ein Weg-Zeit- bzw. Geschwindigkeits-Zeit-Diagramm zur Veranschaulichung der Funktion
einer Sicherheitsvorrichtung für ein Regalbediengerät;
- Figur 5
- ein stark vereinfachtes schematisches Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines beispielhaften
Funktionsumfangs einer Sicherheitsvorrichtung, insbesondere einer Fangvorrichtung,
für ein Regalbediengerät; und
- Figur 6
- ein schematisches Blockschaltbild einer beispielhaften Ausgestaltung eines Verfahrens
zur Überwachung eines Regalbediengeräts.
[0046] Fig. 1 zeigt eine schematisch stark vereinfachte Darstellung eines Regalbediengeräts,
das insgesamt mit 10 bezeichnet ist. Das Regalbediengerät 10 kann grundsätzlich Bestandteil
eines Hochregallagers sein. Das Regalbediengerät 10 dient zur Beschickung, also etwa
der Befüllung und/oder Entleerung, von Regalebenen bzw. Regalfächern. Zu diesem Zweck
kann das Regalbediengerät 10 entlang eines Pfades 12 verfahren werden. Dies erfolgt
üblicherweise entlang einer Regalgasse 14 und regelmäßig parallel zu einem Regal oder
Hochregal 16 (in Fig. 1 lediglich teilweise schematisch dargestellt). Der Pfad 12
kann beispielhaft durch eine Schiene oder ein ähnliches Führungselement gebildet sein.
Der Pfad 12 kann jedoch ferner auch als "virtueller Pfad" ausgestaltet sein, also
etwa durch geeignete Sensoren, Navigationselemente und/oder andere geeignete Steuereinrichtungen
für das Regalbediengerät 10 gebildet sein.
[0047] In Fig. 1 ist ferner ein Koordinatensystem 18 dargestellt, das grundsätzlich aus
drei Achsen X, Y und Z besteht. In Fig. 1 sind lediglich die parallel zur Ansichtsebene
verlaufenden Achsen X und Y dargestellt. Fig. 3, die eine perspektivische Teilansicht
eines weiteren Regalbediengeräts 10a zeigt, weist eine korrespondierende perspektivische
Darstellung des Koordinatensystems 18 auf, das eine Darstellung einer X-Achse, einer
Y-Achse und einer Z-Achse umfasst. Demgemäß verläuft die Z-Achse bei der in Fig. 1
veranschaulichten Ansichtsorientierung senkrecht zur Ansichtsebene. Die Beschreibung
der bereits genannten und noch zu erläuternden Figuren hält sich bei der Wortwahl
der Orientierung der Koordinatensysteme grundsätzlich an die in der (Intra-)Logistik
üblichen Bezeichnungen, so dass die Längsrichtung mit X, die Tiefe mit Z und die (vertikale)
Höhe mit Y bezeichnet werden.
[0048] Des Weiteren werden gleiche Teile und Merkmale mit den gleichen Bezugsziffern versehen.
Die in der Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sind sinngemäß auf gleiche Teile
und Merkmale mit denselben Bezugszeichen übertragbar. Lage-und Orientierungsangaben
(wie z.B. "oben", "unten", "seitlich", "längs", "quer", "horizontal", "vertikal" oder
dergleichen) sind auf die unmittelbar beschriebene Figur bezogen. Es versteht sich
jedoch, dass diese Angaben bei einer Änderung der Lage oder Orientierung, etwa in
anderen Figuren, sinngemäß auf die neue Lage bzw. Orientierung übertragen werden können.
[0049] Die X-Achse verläuft üblicherweise in Längsrichtung parallel zum Hochregal 16 entlang
des Verlaufs der Regalgasse 14. Grundsätzlich kann die X-Achse zum Pfad 12 parallel
ausgerichtet sein. Die Y-Achse beschreibt üblicherweise eine Höhenorientierung. Die
Höhenerstreckung des Hochregals 16 erfolgt üblicherweise entlang der Y-Achse. Sofern
nachfolgend von einer Höhenverstellung und/oder einer vertikalen Verfahrbarkeit von
Komponenten des Regalbediengeräts 10 die Rede ist, kann dies grundsätzlich entlang
der Y-Richtung erfolgen. Die Z-Achse (in Fig. 1 nicht dargestellt) beschreibt üblicherweise
die Richtung, in der Waren vom Regalbediengerät 10 an einzelne Regalböden oder Regalebenen
des Hochregals 16 übergeben oder von diesen entnommen werden. Ferner erfolgt etwa
eine Tiefenerstreckung der Ebenen oder Lagerplätze des Hochregals 16 entlang der Z-Achse.
Es versteht sich, dass das vorstehend skizzierte, beispielhafte Layout und die Festlegung
der Richtungsangaben vorrangig aus Veranschaulichungsgründen erfolgt und nicht im
einschränkenden Sinne zu verstehen ist.
[0050] Regalbediengeräte 10 weisen einerseits üblicherweise Hebezeuge oder ähnliche Hebemechanismen
auf, sind jedoch andererseits auch im Allgemeinen dazu ausgebildet, entlang einer
im Wesentlichen horizontal orientierten Achse verfahren zu werden. Dabei handelt es
sich üblicherweise um die X-Achse, also die Längsachse. Zu diesem Zweck weist das
Regalbediengerät 10 gemäß Fig. 1 beispielhaft ein Fahrgestell 20 auf, an dem ein Fahrwerk
22 aufgenommen ist. Das Fahrgestell 20 kann beispielhaft eine Rahmen- oder Trägerstruktur
aufweisen. Das Fahrwerk 22 kann zumindest ein Rad oder eine Rolle umfassen. Üblicherweise
wird beim Fahrwerk 22 eine Mehrzahl von Rädern oder Rollen verbaut. Das Fahrwerk 22
kann mit zumindest einem Antrieb 24 gekoppelt werden, um das Regalbediengerät 10 entlang
des Pfades 12 kontrolliert zu verfahren.
[0051] Wie vorstehend bereits angedeutet, kann der Pfad 12 etwa eine Führungsschiene umfassen.
Demgemäß kann das zumindest eine Rad oder die zumindest eine Rolle des Fahrwerks 22
dazu ausgebildet sein, das Regalbediengerät 10 zu tragen und/oder entlang des Pfades
bzw. der Schiene 12 zu führen. Es versteht sich, dass Räder oder Rollen vorgesehen
sein können, die im Wesentlichen der Lastaufnahme dienen. Ferner können Räder oder
Rollen vorgesehen sein, die im Wesentlichen zur Sicherstellung der Ausrichtung des
Regalbediengeräts 10 dienen.
[0052] Die vorstehend skizzierte Gestaltung des Fahrgestells 20 und des Pfades 12 ist jedoch
lediglich als beispielhafte Ausgestaltung zu verstehen. Es sind beispielhaft alternative
Regalbediengeräte 10 bekannt, bei denen der Pfad 12 etwa aus einer Ansammlung von
im Boden eingelassenen Sensoren besteht, die einen (virtuellen) Pfad 12 definieren.
Andere Gestaltungen sind denkbar, etwa optische Steuerungssysteme und/oder funkbasierte
Steuerungssysteme. Auch kombinierte Steuerungssysteme auf Basis verschiedener Wirkmechanismen
sind grundsätzlich denkbar.
[0053] Das anhand der Fig. 1 veranschaulichte Regalbediengerät 10 weist ein Hubwerk 30 sowie
eine Rahmenstruktur auf, die beispielhaft durch eine erste Säule 32, eine zweite Säule
34 sowie eine Traverse 36 gebildet ist. Die Säulen 32, 34 stützen sich am Fahrgestell
20 ab. Die Traverse 36 kann die Säulen 32, 34 an ihrem dem Fahrgestell 20 abgewandten
Ende miteinander verbinden. Auf diese Weise kann sich eine Portalstruktur ergeben.
Eine Portalstruktur kann hochsteif gestaltet werden und unterliegt häufig auch bei
hohen Lasten allenfalls nur geringen Verformungen.
[0054] Das Hubwerk 30 dient zum Antrieb (etwa zum Heben und/oder Absenken) eines im Wesentlichen
vertikal (Y-Richtung) verfahrbaren Hubwagens 38. Ein in Fig. 1 mit 40 bezeichneter
Pfeil veranschaulicht die übliche Bewegungs- und/oder Verfahrrichtung des Hubwagens
38 relativ zum Fahrgestell 20 des Regalbediengeräts 10. Der Hubwagen 38 dient üblicherweise
dazu, Ladegüter 42 auf eine gewünschte Höhe anzuheben oder abzusenken, um diese in
das Hochregal 16 einlagern zu können oder aus diesem auslagern zu können. Bei den
Ladegütern 42 kann es sich etwa um Stückgüter handeln, die beispielsweise auf Ladehilfsmitteln
48 angeordnet sind, etwa auf Paletten oder dergleichen. Es ist jedoch auch vorstellbar,
dass es sich bei den Ladegütern 42 selbst um Ladehilfsmittel handelt, die befüllt
oder leer sein können. Der Hubwagen 38 weist einen Tisch oder eine Plattform 44 auf,
die sich im Wesentlichen entlang einer Ebene erstreckt, die durch die X-Achse und
die (in Fig. 1 nicht gezeigte) Y-Achse definiert wird.
[0055] Es versteht sich, dass die Plattform 44 des Hubwagens 38 des Hubwerks 30 im Wesentlichen
dazu ausgebildet ist, Ladehilfsmittel 48 und/oder Ladegüter 42 aufzunehmen und relativ
zum Regal 16 zu verfahren. Dies schließt jedoch nicht aus, dass gemäß verschiedener
Ausgestaltungen von Regalbediengeräten 10 am Hubwagen 38 etwa auch ein Steuerstand
für Bedienpersonal vorgesehen sein kann.
[0056] Gemäß einer derartigen Ausgestaltung wäre der Hubwagen 38 grundsätzlich auch dazu
befähigt, Bedienpersonal, Servicepersonal, Wartungspersonal oder dergleichen zu verfahren.
Dies kann etwa in einem Betriebsmodus erfolgen, bei dem ein Bediener, der direkt am
Hubwagen 38 positioniert ist, ein anzusteuerndes Regalfach auswählt, um dort Ladegüter
42 einzulagern oder auszulagern. Es ist jedoch auch vorstellbar, den Bediener lediglich
in besonderen Betriebsmodi mit dem Hubwagen 38 zu verfahren. Hierzu können etwa Wartungsarbeiten,
Servicearbeiten und/oder das Beheben von Schäden gehören.
[0057] An der Plattform 44 kann ein verfahrbarer Ausleger 46 aufgenommen sein. Der Ausleger
46 kann über geeignete Antriebe, Führungen oder dergleichen verfügen. So ist es vorstellbar,
den Ausleger 46 zumindest teilweise teleskopierbar zu gestalten, um die Ladegüter
selektiv entlang der (in Fig. 1 nicht gezeigten) Z-Richtung zu verfahren. Auf diese
Weise können die Ladegüter 42 eingelagert oder ausgelagert werden. Es versteht sich,
dass der Ausleger 46 auch in anderer Weise gestaltet sein kann. Beispielhaft kann
auf der Plattform 44 ein Fördermittel vorgesehen sein, etwa ein umlaufendes Fördermittel.
Ein derartiges Fördermittel muss nicht unbedingt teleskopierbar gestaltet sein. Vielmehr
kann beispielsweise mittels eines Förderbands oder einer ähnlichen Gestaltung ein
einzulagerndes Ladegut 42 an ein gewünschtes Fach im Hochregal 16 übergeben werden.
Diese Ausgestaltung kommt besonders häufig dann zur Verwendung, wenn auch im Hochregallager
16 Fördermittel vorgesehen sind. Es versteht sich, dass weitere Gestaltungen der Plattform
44 und insbesondere des Auslegers 46 denkbar sind. Allgemein kann die Plattform 44
als Basis für ein sogenanntes Shuttle oder Satellitenfahrzeug ausgebildet sein, dass
zur automatischen Beschickung von (sich in der Z-Richtung erstreckenden) Lagerplätzen
in Regallagern ausgebildet ist. Die in Fig. 1 gezeigte Gestaltung ist daher als lediglich
zu Veranschaulichungszwecken vorgesehenes Beispiel zu betrachten.
[0058] Die Plattform 44 des Hubwagens 38 ist mit zumindest einem Schlitten 50, 52 verbunden.
Wie vorstehend bereits erläutert, weist das in Fig. 1 gezeigte Regalbediengerät 10
zwei Säulen oder Hubsäulen 32, 34 auf. Üblicherweise ist jeder Hubsäule 32, 34 ein
Schlitten 50, 52 zugeordnet. Beispielhaft ist der Hubwagen 38 über den Schlitten 50
an der ersten Säule 32 aufgenommen. Demgemäß ist der Hubwagen 38 über den Schlitten
52 an der zweiten Säule 34 aufgenommen. Es versteht sich, dass abweichend von der
in Fig. 1 gezeigten Gestaltung das Regalbediengerät 10 grundsätzlich auch ein Hubwerk
30 aufweisen kann, das mit lediglich einer Hubsäule zusammenwirkt.
[0059] Der der Säule 32 zugeordnete Schlitten 50 ist mit einer (Vertikal-)Führung 54 gekoppelt.
Der der zweiten Hubsäule 34 zugeordnete Schlitten 52 ist einer (Vertikal-)Führung
56 zugeordnet. Die Führungen 54, 56 sind regelmäßig derart gestaltet, dass der Hubwagen
38 geführt entlang der Y-Achse verfahrbar ist. Es ist grundsätzlich auch vorstellbar,
etwa bei einer Gestaltung mit lediglich einer Hubsäule, mit der das Hubwerk 30 zusammenwirkt,
beide Führungen 54, 56 an der einen Hubsäule vorzusehen. Auch auf diese Weise kann
der Hubwagen 38 hinreichend definiert und sicher geführt werden.
[0060] Zum Antrieb des Hubwagens 38, also zur Erzeugung der Vertikalbewegung des Hubwagens
38, sind verschiedene Konzepte denkbar. Beispielhaft kann der Hubwagen 38 etwa über
einen Spindelantrieb verfügen. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausgestaltung wird der
Hubwagen 38 durch zumindest ein Tragmittel 60 gehalten und angehoben oder abgesenkt.
Das zumindest eine Tragmittel ist insbesondere als strangförmiges Tragmittel ausgebildet.
Es kann sich dabei etwa um eine Kette, ein Seil, ein Kabel oder ein in ähnlicher Weise
gestaltetes Tragmittel 60 handeln. Lediglich beispielhaft wird das zumindest eine
Tragmittel 60 des in Fig. 1 gezeigten Hubwagens 38 durch ein erstes Seil 62 und ein
zweites Seil 64 gebildet. Sofern nachfolgend verschiedene Funktionen und Ausgestaltungen
des Hubwagens 38 unter Bezugnahme auf das erste Seil 62 und das zweite Seil 64 erläutert
werden, versteht es sich, dass ohne Weiteres auch andere Tragmittel 60 zur Verwendung
kommen können. Daher ist der Begriff "Seil" nachfolgend synonymisch für Kette, Kabel,
Riemen oder Ähnliches zu verstehen.
[0061] Es ist grundsätzlich vorstellbar, den Hubwagen 38 mittels lediglich eines Seils (allgemein:
mittels lediglich eines Tragmittels 60) zu verfahren. Es hat sich jedoch bei vielen
Regalbediengeräten 10 als vorteilhaft erwiesen, den Hubwagen 38 mit zwei oder mehr
Seilen 62, 64 (allgemein: zwei Tragmitteln) zu koppeln. Auf diese Weise kann sich
hinsichtlich des Haltens und/oder Verfahrens des Hubwagens 38 eine gewisse Redundanz
ergeben.
[0062] Zum Antrieb des Hubwagens 38 ist zumindest ein Hubantrieb 66, 68 vorgesehen, der
mit dem zumindest einen Tragmittel 60 gekoppelt ist. Der in Fig. 1 gezeigte Hubwagen
38 wird durch einen ersten Hubantrieb 66 und einen zweiten Hubantrieb 68 verfahren.
Der erste Hubantrieb 66 ist mit dem ersten Seil 62 gekoppelt. Der zweite Hubantrieb
68 ist mit dem zweiten Seil 64 gekoppelt. Die Hubantriebe 66, 68 können in geeigneter
Weise angesteuert werden, um den Hubwagen 38 möglichst spannungsfrei und gleichmäßig
entlang der Vertikalrichtung (Y-Richtung) zu verfahren. Dabei weist jeder der Hubantriebe
66, 68 eine Trommel 70, 72 auf, an der das erste Seil 62 bzw. das zweite Seil 64 aufgewickelt
oder abgewickelt werden kann. Ferner weist die anhand der Fig. 1 gezeigte Gestaltung
des Regalbediengeräts 10 eine Mehrzahl von Rollen 74, 76 für das zumindest eine Tragmittel
66 auf. So kann das erste Seil 62 über zumindest eine erste Rolle 74 in gewünschter
Weise umgelenkt werden, um am Hubwagen 38 anzugreifen und diesen zu verfahren. Dementsprechend
kann dem zweiten Seil 64 zumindest eine zweite Rolle 76 zugeordnet sein.
[0063] Es ist ferner vorstellbar, alternativ zu der in Fig. 1 gezeigten "über Kreuz" gestalteten
Zuordnung zwischen den Hubantrieben 66, 68 und den Schlitten 50, 52, den Hubantrieb
66, 68 jeder Säule 32, 34 mit dem an dieser geführten Schlitten 50, 52 zu koppeln.
Demgemäß könnten etwa der Hubantrieb 66 mit dem Schlitten 50 sowie der Hubantrieb
68 mit dem Schlitten 52 gekoppelt werden.
[0064] Regalbediengeräte 10 weisen regelmäßig Sicherheitseinrichtungen auf, die etwa auch
als Fangeinrichtungen bezeichnet werden können. Fangeinrichtungen dienen regelmäßig
dazu, einen (unkontrollierten) Absturz des Hubwagens 38 zu verhindern oder zumindest
abzuschwächen bzw. abzufangen. Ein Absturz des Hubwagens 38 kann etwa dann drohen,
wenn eine Fehlfunktion bei dem zumindest einen Zugmittel 60 oder bei zumindest einem
der Hubantriebe 66, 68 auftritt. Beispielhaft kann ein Riss des zumindest einen Tragmittels
60, etwa ein Riss des ersten Seils 62 oder ein Riss des zweiten Seils 64, zu einem
drohenden Absturz des Hubwagens 38 führen.
[0065] Grundsätzlich weist die in Fig. 1 gezeigte Ausgestaltung des Regalbediengeräts 10
eine redundante Gestaltung auf, bei der etwa beim Versagen eines der Seile 62, 64
das übrige Seil 62, 64 noch funktionstüchtig ist. Auch aus diesem Grund ist es bei
verschiedenen Ausgestaltungen von Regalbediengeräten 10 bevorzugt, jedem der Seile
62, 64 (allgemein: jedem der Tragmittel 60) einen eigenen Hubantrieb 66, 68 zuzuordnen.
So ist der Hubwagen 38 beim Riss lediglich eines Seils 62, 64 über die Schlitten 50,
52 noch hinreichend an den Führungen 54, 56 des der Säulen 32, 34 geführt. Das verbliebene
Seil 62, 64 und dessen Hubantrieb 66, 68 sind üblicherweise derartig dimensioniert,
dass sie einen (vollständigen) Absturz des Regalbediengeräts 38 vermeiden können.
[0066] Es können sich gleichwohl beim Riss eines Seils 62, 64 unerwünschte Betriebszustände
ergeben. Dies kann beispielsweise mit einer Schiefstellung des Hubwagens 38 einhergehen.
Eine solche Schiefstellung oder Schrägstellung kann mit einer "Schieflage" der Plattform
44 einhergehen. Mit anderen Worten ist die Plattform 44 in der Schieflage nicht mehr
horizontal ausgerichtet und kann etwa gegenüber der X-Achse und/oder gegenüber der
(in Fig. 1 nicht gezeigten) Z-Achse einen Winkelversatz aufweisen. In der Schieflage
kann es zu Eigenbewegungen aufgenommener Ladegüter 42 kommen. Schlimmstenfalls droht
ein Absturz der Ladegüter 42 auch dann, wenn kein Absturz des Hubwagens 38 zu erwarten
ist.
[0067] Bekannte Fangvorrichtungen bei Regalbediengeräten überwachen regelmäßig eine Vertikalgeschwindigkeit
(Geschwindigkeit entlang der Y-Achse) des Hubwagens. Dies erfolgt üblicherweise auf
mechanischem oder elektromechanischem Wege, etwa mit Fliehkraftsensoren oder Ähnlichem.
Derartige Geschwindigkeitsüberwachungssensoren sind regelmäßig mit Bremsen oder Sperren
gekoppelt, die beim "Ansprechen" des Geschwindigkeitssensors ausgelöst werden, um
den Hubwagen zu bremsen. Mit einer derartigen Gestaltung kann ein (Total-)Absturz
des Hubwagens häufig mit hoher Wahrscheinlichkeit vermieden werden. Da jedoch zum
Aktivieren einer solchen "Fangeinrichtung" der Hubwagen bereits eine gewisse Geschwindigkeit
erreicht haben muss, können sich trotzdem unerwünschte Betriebszustände ergeben, die
etwa mit einer "Schieflage" der Hubplattform einhergehen können. Derartige Betriebszustände
können insbesondere bei Gestaltungen auftreten, bei denen der Hubwagen an zwei Tragmitteln,
etwa zwei Seilen, aufgehangen ist, von denen lediglich eines versagt.
[0068] Zur Überwindung dieses Nachteils weist das Regalbediengerät 10 eine Sicherheitsvorrichtung
80 auf, die grundsätzlich auch als Fangvorrichtung 80 bezeichnet werden kann. Zur
Erläuterung und Veranschaulichung der Funktion der Sicherheitsvorrichtung 80 wird
neben der Fig. 1 ergänzend auch auf die Fig. 2 verwiesen. Fig. 2 zeigt eine stark
vereinfachte schematische Ausgestaltung einer Sicherheitsvorrichtung 80, die etwa
beim in der Fig. 1 gezeigten Regalbediengerät 10 zur Verwendung kommen kann.
[0069] Die Sicherheitsvorrichtung 80 weist eine Steuereinrichtung 82 auf. Es versteht sich,
dass die Steuereinrichtung 82 auch dazu ausgestaltet sein kann, weitere Funktionen
des Regalbediengeräts 10 zu steuern und zu kontrollieren. So kann die Steuereinrichtung
82 beispielhaft dazu ausgestaltet sein, den Antrieb 34 des Fahrwerks 22 zu steuern.
Demgemäß kann die Steuereinrichtung 82 auch dazu ausgestaltet sein, die Hubantriebe
66, 68 zu steuern und zu regeln. Somit kann die Sicherheitsvorrichtung 80 zu Steuerungs-
und/oder Regelungszwecken lediglich auf eine Teilfunktionalität einer übergeordneten
Steuereinrichtung 82 zurückgreifen. Umgekehrt ist es jedoch auch vorstellbar, für
die Sicherheitsvorrichtung 80 eine separate, eigens zugeordnete Steuereinrichtung
82 vorzusehen. Dies kann von Vorteil sein, um die Funktionssicherheit der Sicherheitsvorrichtung
80 weiter zu erhöhen. Demgemäß würden sich Funktionsstörungen, die eine (übergeordnete)
Steuereinrichtung betreffen, die etwa den Verfahrantrieb 24 oder den zumindest einen
Hubantrieb 66, 68 steuert, nicht auf die Funktionalität und Funktionssicherheit der
Sicherheitsvorrichtung 80 auswirken.
[0070] Die Steuereinrichtung 82 ist mit zumindest einer Überwachungseinrichtung 84 gekoppelt.
Die Überwachungseinrichtung 84 kann beispielhaft zumindest einen Sensor 86, 88 umfassen.
Es ist bevorzugt, wenn die Überwachungseinrichtung 84 dazu ausgebildet ist, einen
Zustand des Tragmittels 60 zu erfassen. Dies kann die Erfassung eines Lastzustands
des Tragmittels 60 umfassen. So kann die Überwachungseinrichtung 84 beispielhaft dazu
ausgestaltet sein, eine aktuelle Spannung der Seile 62, 64 zu überwachen. So kann
etwa der Sensor 86 dem ersten Seil 20 zugeordnet sein. Der Sensor 88 kann dem zweiten
Seil 64 zugeordnet sein. Sofern die Überwachungseinrichtung 84 dazu ausgestaltet ist,
eine Tragmittelspannung zu erfassen, kann auch ein Riss des Tragmittels, also etwa
ein Riss eines der Seile 62, 64, erfasst werden. Ein Seilriss kann nämlich üblicherweise
dann angenommen werden, wenn der zumindest eine Sensor 86, 88 ein Signal ausgibt,
das auf einen "spannungsfreien" Zustand des zumindest einen Seils 62, 64 schließen
lässt. Der spannungsfreie Zustand wird häufig nur im Falle eines Seilrisses erreicht.
[0071] Insbesondere bei der Gestaltung des Regalbediengeräts 10 mit zwei Tragmitteln 60
bzw. Seilen 62, 64 kann gleichwohl auch die Erfassung der Tragmittelspannung in Spannungsbereichen,
die nicht auf einen Riss des Tragmittels 60 schließen lassen, von Vorteil sein. Auf
diese Weise können etwa drohende Verkantungen und/oder Schwergängigkeiten bei einem
der Schlitten 50, 52 detektiert werden. Auf diese Weise lassen sich auch Fehlfunktionen,
Beschädigungen oder dergleichen bei den Hubantrieben 66, 68 bzw. den Trommeln 70,
72 feststellen. Dies kann auch eine Fehlfunktion, etwa erhöhte Reibung, zumindest
einer der Rollen 74, 76 umfassen. Fehlfunktionen oder Beschädigungen, die dazu führen,
dass der Hubwagen 38 nicht mehr "symmetrisch" durch beide Seile 62, 64 geführt wird,
können schnell zu einer unerwünschten Schieflage des Hubwagens 38 bzw. der Plattform
44 führen. Es wäre daher bei derartigen Fehlfunktionen von Vorteil, den Spannungszustand
des Tragmittels 60 bzw. der Seile 62, 64 mit hinreichender Auflösung zu erfassen und
einer Auswertung zuzuführen. Die vorstehend skizzierten Fehler können bei Fangeinrichtungen,
die lediglich durch das Erreichen einer bestimmten (überhöhten) Geschwindigkeitsschwelle
ausgelöst werden, nicht erkannt werden.
[0072] Es ist bevorzugt, wenn die Überwachungseinrichtung 84 den zu erfassenden Spannungszustand
kontinuierlich oder quasi-kontinuierlich an die Steuereinrichtung 82 übermittelt.
Dort können Eingangssignale, die etwa von den Sensoren 86, 88 bereitgestellt werden,
einer Auswertung zugeführt werden. Die Auswertung kann nach verschiedenen Kriterien
erfolgen. Verschiedene denkbare Auswertestrategien werden nachfolgend anhand der Fig.
5 und 6 veranschaulicht.
[0073] Sofern die Steuereinrichtung 82 einen Zustand ermittelt, der eine aktive Verzögerung
des Hubwagens 38 durch die Sicherheitsvorrichtung 80 erforderlich macht, kann ein
entsprechendes Signal ausgegeben werden. Die Verzögerung des Hubwagens 38 kann ein
Abbremsen einer Bewegung des Hubwagens 38 bis hin zum Stillstand umfassen.
[0074] Das durch die Steuereinrichtung 82 ausgegebene Signal kann eine Halteeinrichtung
90 aktivieren, die zur Verzögerung bzw. zum vollständigen Abbremsen des Hubwagens
38 ausgebildet ist. Die Halteeinrichtung kann zumindest eine Bremse 92, 94 umfassen.
Beispielhaft kann die Halteeinrichtung eine erste Bremse 92 aufweisen, die der ersten
Führung 54 zugeordnet ist. Demgemäß kann die Halteeinrichtung 90 eine zweite Bremse
94 umfassen, die der zweiten Führung der ersten Bremse zugeordnet ist. Die erste Bremse
92 und die zweite Bremse 94 sind in Fig. 1 lediglich symbolhaft dargestellt. Die Bremsen
92, 94 können etwa kraftschlüssig und/oder formschlüssig auf den zumindest einen Schlitten,
50, 52 bzw. die zumindest eine Führung 54, 56 einwirken, um den Hubwagen 38 in gewünschter
Weise zu verzögern bzw. zum Stillstand zu bringen. Allgemein ist die Halteeinrichtung
90 dazu ausgebildet, einen Kraftschluss, etwa einen Reibschluss, und/oder einen Formschluss
zwischen dem Hubwagen 38 und der zumindest einen Säule 32, 34 zu erzeugen.
[0075] Im Stand der Technik bekannte (herkömmliche) Halteeinrichtungen werden üblicherweise
direkt durch die verbauten Geschwindigkeitssensoren zur Erfassung der Geschwindigkeit
des Hubwagens aktiviert. Beispielhaft kann es sich bei den Geschwindigkeitssensoren
um Fliehkraftsensoren handeln, die ihrerseits Bremsen auslösen können. Es erfolgt
regelmäßig eine mechanische und/oder fluidische (insbesondere hydraulische) Kopplung
zwischen dem Geschwindigkeitssensor und der Bremse. Da jedoch die Geschwindigkeitssensoren
auf das Erreichen einer überhöhten Geschwindigkeit des Hubwagens angewiesen sind,
kann die Bremse nicht bei anderen Betriebszuständen aktiviert werden. Demgemäß können
bekannte Fangeinrichtungen auf viele der vorstehend skizzierten Zustände und Fehlfunktionen
nicht in gewünschter Weise zeitnah reagieren.
[0076] Bei der anhand der Fig. 1 und 2 erläuterten Ausgestaltung der Steuereinrichtung 80
ist jedoch die Steuereinrichtung 82 der Überwachungseinrichtung 84 mit dem zumindest
einen Sensor 86, 88 und der Halteeinrichtung 90 mit der zumindest einen Bremse 92,
94 zwischengeschaltet. Mit anderen Worten kann die Steuereinrichtung 80 eine Gestaltung
aufweisen, die einen "Wechsel" des Signalmediums umfasst. So kann der zumindest eine
Sensor 86, 88 dazu ausgestaltet sein, ein elektrisches Signal auszugeben, beispielsweise
ein Spannungssignal. Das elektrische Signal kann durch die Steuereinrichtung 82 verarbeitet
und ausgewertet werden. Zur Aktivierung der Halteeinrichtung 90 kann die Steuereinrichtung
82 ein Signal (auch: Triggersignal) ausgeben, das etwa auch in elektrischer Form erzeugt
wird. Es versteht sich, dass die zur Kommunikation genutzten Signale Analogsignale,
Quasi-Analogsignale, Digitalsignale oder ähnliche Signalformen umfassen können.
[0077] In vorteilhafter Weise weist die Sicherheitsvorrichtung 80 ferner eine Energiespeichereinrichtung
96 auf, die dazu dient, Energie vorzuhalten, die zur abrupten Verzögerung des Hubwagens
38 durch die Halteeinrichtung 90 genutzt werden kann. Die Energiespeichereinrichtung
96 kann zumindest einen Energiespeicher 98, 100 umfassen. In Fig. 1 ist aus Gründen
der Übersichtlichkeit lediglich ein Energiespeicher 98 dargestellt, der mit der ersten
Bremse 92 für den ersten Schlitten 50 des Hubwagens 38 gekoppelt ist.
[0078] Es versteht sich, dass der Energiespeicher 98 grundsätzlich mit jeder der Bremsen
92, 94 gekoppelt sein kann. Alternativ ist es vorstellbar, etwa gemäß der in Fig.
2 gezeigten Ausgestaltung, jeder der Bremsen 92, 94 einen separaten Energiespeicher
98, 100 zuzuordnen. So zeigt Fig. 2 einen zweiten Energiespeicher 100, der der Energiespeichereinrichtung
96 zugeordnet und mit der zweiten Bremse 94 für den zweiten Schlitten 92 gekoppelt
ist.
[0079] Jeder der Energiespeicher 98, 100 kann grundsätzlich als mechanischer Energiespeicher,
als fluidischer Energiespeicher (etwa als hydraulischer oder pneumatischer Energiespeicher),
als elektrischer Energiespeicher oder ähnlich gestaltet sein. Ein mechanischer Energiespeicher
kann etwa zumindest eine gespannte Feder umfassen. Ein fluidischer Energiespeicher
kann etwa ein Druckreservoir umfassen. Ein elektrischer Energiespeicher kann etwa
zumindest einen Kondensator umfassen, der dazu ausgebildet ist, in kürzester Zeit
hohe Mengen elektrischer Energie freizugeben. Demgemäß kann die Energiespeichereinrichtung
96 auf Basis eines elektrischen Signals aktiviert werden und hierauf etwa mechanische
Energie abgeben.
[0080] Allgemein ist es bevorzugt, wenn der zumindest eine Energiespeicher 98, 100 zur abrupten
Energieabgabe (an die zumindest eine Bremse 92, 94) ausgebildet ist. Mittels der abgegebenen
Energie kann die zumindest eine Bremse 92, 94 aktiviert werden und derart auf den
Hubwagen 38 bzw. das Hubwerk 30 einwirken, dass ein Absturz bzw. eine unerwünschte
Lage (etwa: Schieflage) des Hubwagens 38 sicher abgefangen bzw. vermieden wird.
[0081] Die Energiespeichereinrichtung 96 kann ferner zumindest eine Sperreinheit 102, 104
umfassen, die dazu dient, den zumindest einen Energiespeicher 98, 100 zu sichern,
wenn keine Abgabe von (Brems-)Energie erforderlich ist. Jedem Energiespeicher 98,
100 kann eine eigene Sperreinheit 102, 104 zugeordnet sein. Die Sperreinheit 102 kann
dem Energiespeicher 98 zugeordnet sein. Die Sperreinheit 104 kann dem Energiespeicher
100 zugeordnet sein, vgl. Fig. 2. Die Sperreinheiten 102, 104 können funktional etwa
einem Ventil oder einer ähnlichen Freigabeeinrichtung entsprechen. Die Sperreinheiten
102, 104 können grundsätzlich mit der Steuereinrichtung 92 gekoppelt sein, um von
dieser ein Freigabesignal zu empfangen.
[0082] Durch Übermittlung des Freigabesignals an die zumindest eine Sperreinheit 102, 104
kann die Steuereinrichtung 82 die Abgabe von Energie aus dem zumindest einen Energiespeicher
98, 100 veranlassen, um die zumindest eine Bremse 92, 94 der Halteeinrichtung 90 zu
aktivieren. Die zumindest eine Sperreinheit 102, 104 kann auch dann angesteuert werden,
wenn etwa bei herkömmlichen Regalbediengeräten ein Geschwindigkeitssensor einer Fangeinrichtung
noch gar keine erhöhte Geschwindigkeit detektiert hätte. Auf diese Weise können durch
den "Wechsel" des Signalmediums eine Vielzahl unerwünschter Betriebszustände erfasst
werden. Insbesondere kann auf diese Weise eine drohende Schiefstellung des Hubwagens
38 bereits im Ansatz erkannt und mit hoher Wahrscheinlichkeit abgefangen werden.
[0083] Fig. 2 zeigt ergänzend eine schematisch stark vereinfachte Darstellung der Sicherheitsvorrichtung
80, die grundsätzlich bei einem Regalbediengerät 10 gemäß Fig. 1 zur Verwendung kommen
kann. Wie anhand von Fig. 1 bereits veranschaulicht, weist die Sicherheitsvorrichtung
80 als wesentliche Komponenten die Steuereinrichtung 82, die Überwachungseinrichtung
84, die Halteeinrichtung 90 und die Energiespeichereinrichtung 96 auf. Dieselben Komponenten
oder Module sind der Darstellung gemäß Fig. 2 entnehmbar.
[0084] Die in der Fig. 1 gezeigte Energiespeichereinrichtung 96 weist einen Energiespeicher
98 in Form eines mechanischen Energiespeichers auf, der etwa zumindest eine Feder
umfasst. Die in der Fig. 2 veranschaulichte Energiespeichereinrichtung 96 weist hingegen
zwei Energiespeicher 98, 100 auf, die vorliegend beispielhaft etwa als fluidische,
insbesondere als pneumatische, Energiespeicher gestaltet sind. Darüber hinaus umfasst
die Blockdarstellung der Sicherheitsvorrichtung 80 in Fig. 2 weitere (fakultative)
Komponenten, die alternativ oder zusätzlich zu den bereits anhand der Fig. 1 veranschaulichten
Komponenten verwendet werden können. Insbesondere umfasst die Überwachungseinrichtung
84 beispielhaft verschiedene Typen von Sensoren 86, 88 zur Erfassung des Lastzustands
des Seils 62, 64.
[0085] Zumindest ein Sensor 86, 88 kann als Kraftmesssensor 110, 112 ausgebildet sein. Gemäß
einer bevorzugten Ausgestaltung ist der zumindest eine Kraftmesssensor 110, 112 als
Kraftmessbolzen ausgeführt und mit der zumindest einen Rolle 74, 76 zur Umlenkung
des Seils 62, 64 gekoppelt. Eine solche Gestaltung erlaubt es, auf die zumindest eine
Rolle 74, 76 einwirkende Lasten zu erfassen, vgl. mit F bezeichnete Pfeile in Fig.
2, die auf einen Lastzustand des zumindest einen Seils 62, 64 schließen lassen. Mit
anderen Worten kann der zumindest eine etwa als Kraftmessbolzen ausgestaltete Kraftmesssensor
110, 112 dazu ausgestaltet sein, Verformungen zu erfassen, die über die zumindest
eine Rolle 74, 76 auf einen die Rolle 74, 76 aufnehmenden Bolzen übertragen werden.
[0086] Andere Arten von Sensoren 86, 88 sind gleichwohl vorstellbar. Beispielhaft kann alternativ
oder zusätzlich zumindest ein als Lichtschranke 114, 116 ausgebildeter Sensor vorgesehen
sein. Mittels der zumindest einen Lichtschranke 114, 116 kann in besonders einfacher
Weise ein Bruch oder Riss des Seils 62, 64 erfasst werden.
[0087] Eine weitere denkbare Ausgestaltung des zumindest einen Sensors 86, 88 kann einen
(nicht-optischen) Rissdetektor 118, 120 umfassen. Der zumindest eine Rissdetektor
118, 120 kann beispielhaft mit einer Messkraft auf das Seil 62, 64 einwirken, wobei
der Messkraft im Falle eines Risses oder Bruches des Seils 62, 64 kein wesentlicher
Widerstand entgegengestellt wird. Demgemäß kann der zumindest eine Rissdetektor 118,
120 im Falle eines Seilrisses eine Verlagerung erfahren, welche den Riss detektiert.
[0088] Wie vorstehend bereits erwähnt, sind auch andere Arten von Sensoren 86, 88 denkbar,
die dazu ausgestaltet sind, einen Lastzustand des Seils 62, 64 (generell: des Tragmittels
60) zu erfassen. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn der zumindest eine Sensor 86,
88 dazu ausgestaltet ist, einen Spannungszustand des Seils 62, 64 zu erfassen, sei
es direkt oder indirekt.
[0089] Es versteht sich, dass die Sicherheitsvorrichtung 80 zusätzlich auch zumindest einen
Geschwindigkeitssensor 122 umfassen kann, der dazu ausgestaltet ist, eine Verfahrgeschwindigkeit
des Hubwagens 38 zu erfassen, also etwa die Geschwindigkeit einer Bewegung in Richtung
des in Fig. 2 mit 40 bezeichneten Pfeils. Der Geschwindigkeitssensor 122 kann hinsichtlich
seiner Gestaltung grundsätzlich bekannten Geschwindigkeitssensoren entsprechen, die
bei bekannten Fangeinrichtungen für Regalbediengeräte genutzt werden.
[0090] Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung 82 der Sicherheitsvorrichtung 80 dazu ausgebildet,
neben von dem zumindest einen Sensor 86, 88 bereitgestellten tragmittelspannungsabhängigen
Messgrößen auch von dem zumindest einen Geschwindigkeitssensor 122 bereitgestellte
geschwindigkeitsabhängige Messgrößen zu erfassen und entsprechend zu verarbeiten.
Auf diese Weise kann die Funktionalität der Sicherheitsvorrichtung 80 erweitert werden.
Insbesondere bietet es sich an, die Halteeinrichtung 90 der Sicherheitsvorrichtung
80 dann zu aktivieren, wenn zumindest eine einer Mehrzahl von Bedingungen eintritt.
Die Auslösebedingungen können insbesondere tragmittelspannungsabhängige Bedingungen
und/oder geschwindigkeitsabhängige Bedingungen (bezogen auf die Geschwindigkeit des
Hubwagens 38) umfassen.
[0091] Ergänzend zu den Fig. 1 und 2 veranschaulicht Fig. 3 eine alternative Gestaltung
eines Regalbediengeräts 10a, das analog dem Regalbediengerät 10 gemäß Fig. 1 in vorteilhafter
Weise mit der etwa anhand der Fig. 2 veranschaulichten Sicherheitsvorrichtung 80 koppelbar
ist. Das Regalbediengerät 10a weist einen Hubwagen 38 auf, der einem Hubwerk 30 zugeordnet
ist.
[0092] Im Gegensatz zum anhand der Fig. 1 veranschaulichten Regalbediengerät 10 weist das
Regalbediengerät 10a beispielhaft eine einsäulige Gestaltung auf, so dass im Wesentlichen
ein Hubmast für den Hubwagen 38 vorgesehen ist. Der eine Hubmast kann gleichwohl eine
Mehrzahl von Führungen für den Hubwagen 38 aufweisen. Demgemäß kann auch der Hubwagen
38 des Regalbediengeräts 10a mittels zweier Seile 62, 64 vertikal (in Y-Richtung)
verfahren werden.
[0093] Ein weiterer Gestaltungsunterschied zwischen den Regalbediengeräten 10 und 10a betrifft
die Anordnung der verfahrbaren Auslegergabel 46. In beiden Fällen ist die Auslegergabel
46 dazu ausgebildet, Lagegüter 42 (in Fig. 3 nicht dargestellt) in der Z-Richtung
zu verfahren, also im Regelfalle quer zum Regal 16. Die Ladegüter 42 können auf diese
Weise in das Regal 16 eingelagert oder aus diesem ausgelagert werden. Eine derartige
Bewegung umfasst gemäß der in Fig. 1 gezeigten Ausgestaltung des Regalbediengeräts
10 ein Verfahren der Ladegüter 42 durch die Säulen 32, 34 des Hubwagens 38 "hindurch".
Beim Regalbediengerät 10a gemäß Fig. 3 erfolgt das Verfahren der Ladegüter 42 gerade
nicht durch die Säule/die Säulen "hindurch", sondern "seitlich" am Hubwerk 30 bzw.
der Säule/den Säulen vorbei.
[0094] Es versteht sich, dass auch Regalbediengeräte mit Gestaltungen, die von den Regalbediengeräten
10, 10a gemäß den Fig. 1 und 3 abweichen, in vorteilhafter Weise mit Sicherheitsvorrichtungen
80 gemäß zumindest einigen Aspekten der vorliegenden Offenbarung kombiniert werden
können.
[0095] Fig. 4 zeigt Geschwindigkeits-Zeit-Verläufe eines Hubwagens im Falle eines Risses
eines Tragmittels in einer Diagrammdarstellung. Eine mit 130 bezeichnete Abszisse
bezeichnet die Zeit t. Eine mit 132 bezeichnete Ordinate beschreibt eine Geschwindigkeit
eines Hubwagens, genauer gesagt eine Fallgeschwindigkeit des Hubwagens in vertikaler
Richtung (Y-Richtung). Demgemäß weist das entsprechende Symbol v
Y ein negatives Vorzeichen auf. Eine mit 134 bezeichnete Ordinate, die aus Veranschaulichungszwecken
der Ordinate 132 entgegengerichtet ist, beschreibt eine Fallhöhe (aktueller Weg auf
der Y-Achse) des Hubwagens. Da das in Fig. 4 gezeigte Diagramm einen Absturz oder
Fall eines Hubwagens (etwa nach einem Riss des Tragmittels oder Seils) beschreibt,
weist auch das Symbol für die (Fall-)Höhe ein negatives Vorzeichen auf.
[0096] In Fig. 4 wird zunächst einmal ein Geschwindigkeitsverlauf 136 und ein Wegverlauf
138 eines Hubwagens im Falle eines Absturzes nach einem Seilriss veranschaulicht,
die bei konventionellen Fangvorrichtungen zu erwarten sind. Eine mit 144 bezeichnete
gestrichelte Linie kennzeichnet einen Zeitpunkt eines Seilrisses. Es wird angenommen,
dass der Hubwagen vor dem Seilriss mit konstanter Geschwindigkeit abgesenkt wird,
vgl. einen konstanten Geschwindigkeitswert auf der Ordinate 132 sowie eine stetig
abnehmende Höhe auf der Ordinate 134 im betreffenden Zeitabschnitt. Nach dem Seilriss
144 erfolgt aufgrund der Gravitation eine stetige Erhöhung der Fallgeschwindigkeit
des Hubwagens. Diese geht einher mit einer überproportional zunehmenden Fallhöhe.
[0097] Auf der Ordinate 132 sind zwei Geschwindigkeitsschwellen 140, 142 eingetragen, anhand
derer konventionelle Fangvorrichtungen üblicherweise die Detektion eines Absturzes
vornehmen. Eine mit 140 bezeichnete gestrichelte Linie kennzeichnet eine Nenngeschwindigkeit,
die der zu überwachende Hubwagen im Normalbetrieb erreichen kann. Eine mit 142 bezeichnete
Linie kennzeichnet eine sogenannte Übergeschwindigkeit, also eine erhöhte Geschwindigkeit,
die etwa um einen bestimmten Faktor über der Nenngeschwindigkeit liegt.
[0098] Mit anderen Worten kennzeichnet die Linie 142 einen Schwellwert, bei dessen Überschreitung
eine konventionelle Fangvorrichtung einen Seilriss "erkennen" kann. Demgemäß kann
die Erkennung des Seilrisses aufgrund der Überwachung der Geschwindigkeit des Hubwagens
erst bei einer Zeit erfolgen, die in Fig. 4 durch eine mit 146 bezeichnete gestrichelte
Linie gekennzeichnet ist. Es wird jedoch unmittelbar ersichtlich, dass der Hubwagen
bis zu diesem Zeitpunkt schon eine beträchtliche Wegstrecke zurückgelegt hat. Demgemäß
kann ein erhöhtes Gefährdungspotential gegeben sein.
[0099] Gemäß verschiedenen Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung kann jedoch die Erfassung
eines Risses des Tragmittels grundsätzlich unabhängig von der Überschreitung des Schwellwertes
142 erfolgen. Eine Überwachung des Lastzustands des Tragmittels, insbesondere der
Tragmittelspannung, erlaubt die Detektion eines Risses bereits dann, wenn noch keine
wesentliche Erhöhung der Geschwindigkeit des Hubwagens aufgrund eines Risses erfolgt
ist. Somit kann ein Brems- oder Fangvorgang bereits zu einem Zeitpunkt ausgelöst werden,
der nahe dem Zeitpunkt des tatsächlichen Risses liegt (vgl. die gestrichelte Linie
144 in Fig. 4). Demgemäß kann der Brems- oder Fangvorgang bereits dann erfolgen, wenn
der Hubwagen noch keine überhöhte Geschwindigkeit erreicht hat.
[0100] Eine resultierende Verzögerung des Hubwagens ist in Fig. 4 durch mit 150 (Geschwindigkeits-Zeit-Verlauf)
sowie mit 154 (Weg-Zeit-Verlauf) bezeichnete gestrichelte Linien gekennzeichnet. Eine
weitere, mit 152 bezeichnete, gestrichelte Linie kennzeichnet einen Zeitpunkt, zu
dem der Hubwagen 38 sicher abgebremst bzw. verzögert worden ist. Der Zeitpunkt 152
liegt deutlich vor dem Zeitpunkt 146, der das Abfangen bzw. Verzögern des Hubwagens
mittels konventioneller Fangvorrichtungen beschreibt. Aus den sich ergebenden Zeitdifferenzen
kann abgeleitet werden, dass das Abfangen des Hubwagens bei einer deutlich geringeren
Fallhöhe erfolgt. Ein sich ergebender Unterschied der Fallhöhe zwischen einer konventionellen
Fangvorrichtung und einer Sicherheitsvorrichtung gemäß verschiedenen Ausgestaltungen
der vorliegenden Erfindung wird in Fig. 4 durch einen mit 156 bezeichneten Pfeil veranschaulicht.
[0101] Eine Gestaltung eines Regalbediengeräts mit einer Sicherheitsvorrichtung gemäß verschiedenen
der vorgenannten Aspekte kann insbesondere bei einem Hubwerk von Vorteil sein, das
mit einem Hubwagen zusammenwirkt, der zweiseitig geführt ist und dementsprechend mit
zwei Tragmitteln gekoppelt ist, etwa mit zwei Tragseilen. Derartige Ausgestaltungen
können ferner etwa mit zwei Antrieben versehen sein, also mit einem Antrieb für jedes
Tragseil. Üblicherweise werden beide Antriebe durch eine Steuerung derart geregelt,
dass der Hubwagen in einer gewünschten Vertikalposition (Höhe) und einer gewünschten
Orientierung (regelmäßig: waagerechte Orientierung) ausgerichtet wird.
[0102] Würde bei einer solchen Konstellation lediglich ein Tragseil versagen, würde dies
nicht notwendigerweise zu einem Absturz des Hubwagens führen. Es könnten sich jedoch
Zustände ergeben, die etwa eine übermäßige Schrägstellung oder ein Verkanten des Hubwagens
umfassen. Konventionelle Fangvorrichtungen, die zum Auslösen gerade auf eine überhöhte
(Fall-)Geschwindigkeit des Hubwagens angewiesen sind, könnten einen derartigen Zustand
unter Umständen nicht sicher erfassen. Eine Fangvorrichtung oder Sicherheitsvorrichtung,
die dazu ausgebildet ist, die Spannung des Tragmittels oder Spannung der Tragmittel
zu überwachen, kann einen derartigen Zustand sicher erfassen, um eine "Schiefstellung"
des Hubwagens zu verringern oder nahezu vollständig zu vermeiden.
[0103] Das Diagramm gemäß der Fig. 4 kann grundsätzlich Zusammenhänge veranschaulichen,
die einen Riss sämtlicher Seile eines Hubwagens beschreiben. Es ist jedoch auch vorstellbar,
dass die gezeigten Zusammenhänge auch auf einen Riss einzelner Seile eines Hubwagens
übertragbar sind, der mittels zumindest zweier Seile geführt und verfahren wird. Eine
solche Gestaltung des Hubwagens kann bei konventionellen Fangvorrichtungen zu weiteren
Schwierigkeiten führen. Insbesondere im Fall eines Risses lediglich eines Seils können
sich Betriebszustände ergeben, bei denen der Hubwagen einerseits eine Schiefstellung
einnimmt, andererseits jedoch noch nicht eine überhöhte Geschwindigkeit erreicht,
die erforderlich wäre, um eine Fangvorrichtung auszulösen. Sofern jedoch eine Verzögerung
oder ein Fang des Hubwagens abhängig von einem Spannungszustand des Seils aktiviert
wird, können auch derartige Zustände sicher erfasst werden.
[0104] Fig. 5 veranschaulicht eine stark vereinfachte Blockdarstellung einer Sicherheitssteuerung,
die bei der Sicherheitsvorrichtung 80 verwendbar ist. Ein mit 170 bezeichneter Block
umfasst eine Mehrzahl von Überwachungsprozessen und Auswerteprozessen. Ein mit 172
bezeichneter Strang betrifft die Erfassung und Überwachung eines Spannungszustands
zumindest eines Tragmittels oder Seils. Ein mit 174 bezeichneter Block betrifft die
Erfassung und Überwachung einer Geschwindigkeit eines Hubwagens eines Regalbediengeräts.
In alternativer Weise (oder in Kombination) kann jeder der Stränge 172, 174 herangezogen
werden, um einen unerwünschten Zustand zu detektieren, um eine Verzögerung oder ein
Abfangen des Hubwagens zu veranlassen. Dies kann insbesondere die Überschreitung (oder:
Unterschreitung) vordefinierter Schwellwerte für einen Spannungszustand des Seils
oder Tragmittels oder einer (Fall-)Geschwindigkeit des Hubwagens umfassen.
[0105] Es versteht sich, dass je nach Auslegung auch eine Schwellwertunterschreitung zur
Detektion eines unerwünschten Zustands herangezogen werden kann. Tritt zumindest eine
der beiden vorgenannten Bedingungen ein, vgl. einen mit 176 bezeichneten ODER-Operator,
kann grundsätzlich ein Aktivierungssignal zur Verzögerung oder zum Abfangen des Hubwagens
ausgegeben werden. Mittels des Aktivierungssignals kann ein Teilprozess eingeleitet
werden, der die Freigabe einer Sicherung für eine Sperreinheit betrifft, vgl. Block
180 in Fig. 5.
[0106] Das durch den Block oder Operator 176 ausgegebene Aktivierungssignal kann zur Steuerung
eines Entscheidungsblocks 182 genutzt werden. Durch das Aktivierungssignal kann die
Entscheidung getroffen werden, die Sicherung für die Sperreinheit (Block 180) freizugeben
und somit die Sperreinheit (Block 184) zu öffnen. Mittels der Sperreinheit 184 kann
ein Energiespeicher (Block 186) derart angesteuert bzw. geöffnet werden, dass eine
gespeicherte Energiemenge abrupt und zeitnah freigegeben werden kann. Beispielhaft
kann die Sperreinheit 184 zumindest ein Ventil umfassen, das bei Bedarf ein Ausströmen
eines unter Druck stehenden Mediums des Energiespeichers 186 ermöglicht. Andere Gestaltungen
des Energiespeichers 186 sowie der Sperreinheit 184 sind ohne Weiteres denkbar. Die
freigegebene Energie kann dazu genutzt werden, eine Halteeinrichtung 188 zu aktivieren,
um den Hubwagen sicher und zeitnah zu verzögern bzw. vollständig zum Stillstand bringen
zu können.
[0107] Fig. 6 zeigt verschiedene Schritte eines Verfahrens zur Überwachung eines Regalbediengeräts,
das in vorteilhafter Weise zur Erhöhung der Betriebssicherheit, insbesondere im Falle
eines Tragmittelrisses oder Seilrisses, beitragen kann. Das Verfahren kann bei einem
mit S10 bezeichneten Schritt starten bzw. initialisiert werden. An den Schritt S10
kann sich ein Schritt S12 anschließen, der das Erfassen eines Lastzustandes eines
Tragmittels betrifft. An dem Tragmittel ist üblicherweise ein Hubwagen des Regalbediengeräts
aufgenommen. Der Hubwagen kann beispielhaft mit einem Tragmittel in Form zweier Seile
oder Tragseile verbunden sein. Die Erfassung des Lastzustands kann insbesondere die
Erfassung einer Seilspannung umfassen. Die Erfassung kann mittels zumindest eines
Sensors erfolgen. In einem weiteren Schritt S14 kann ein im Rahmen der Überwachung
oder Erfassung ermitteltes Signal an eine Steuereinrichtung übermittelt werden.
[0108] Zusätzlich zu den Schritten S12 und S14 kann das Verfahren die fakultativen Schritte
S16 und S18 umfassen. Der Schritt S16 betrifft das Erfassen einer Verfahrgeschwindigkeit
des Hubwagens. Insbesondere kann zumindest ein Geschwindigkeitssensor vorgesehen sein,
um eine (vertikale) Verfahrgeschwindigkeit des Hubwagens zu erfassen. Die Geschwindigkeit
des Hubwagens kann im Falle einer Überschreitung eines Schwellwertes als Indikator
für einen Riss eines Drahtmittels oder Seils herangezogen werden. Im Schritt S18 wird
ein geschwindigkeitsabhängiges Überwachungssignal an die Steuereinrichtung übermittelt.
[0109] An die Schritte S12 und S14 bzw. S16 und S18 kann sich der Schritt S20 anschließen,
der das Überwachen bzw. Auswerten des Signals oder der Signale beinhaltet. Die Auswertung
kann insbesondere mittels einer Steuereinrichtung erfolgen. Beispielhaft kann die
Auswertung in einen Schritt S22 münden, der einen Schwellwertabgleich umfasst. Beim
Schritt S22 kann eine Überschreitung und/oder eine Unterschreitung bestimmter Schwellwerte
geprüft werden.
[0110] Für den Fall, dass beim Schritt S22 keine auffälligen Abweichungen erkannt werden,
kann die Überwachung bzw. Erfassung fortgesetzt werden, vgl. den gestrichelten Pfeil.
Für den Fall, dass beim Schritt S22 eine signifikante Abweichung erkannt wurde, kann
in einem weiteren Schritt S24 eine Sperreinheit einer Energiespeichereinrichtung entriegelt
werden. Die Energiespeichereinrichtung kann insbesondere dazu ausgestaltet sein, Energie
in hinreichender Menge abrupt binnen kurzer Zeit abzugeben. Dies kann nach dem Entriegeln
der Sperreinheit beim Schritt S24 in einem nachgelagerten Schritt S26 erfolgen.
[0111] Mittels der freigegebenen Energie kann in einem weiteren Schritt S28 eine Halteeinrichtung
aktiviert werden, die eine Verzögerung des Hubwerks bewirkt. Vorzugsweise wird der
Hubwagen beim Schritt S28 bis zum Stillstand verzögert. Das Verfahren kann in einem
Schritt S30 beendet werden, wenn der Hubwagen sicher zum Stillstand gebracht worden
ist.
1. Sicherheitsvorrichtung, insbesondere Fangvorrichtung, für ein Regalbediengerät (10),
das ein Hubwerk (30) zum Antrieb eines verfahrbaren Hubwagens (38) aufweist, der mit
zumindest einem Tragmittel (60) gekoppelt ist, wobei die Sicherheitsvorrichtung Folgendes
aufweist:
- eine Überwachungseinrichtung (84), die dazu ausgebildet ist, einen Lastzustand des
zumindest einen Tragmittels (60) zu erfassen, insbesondere eine tragmittelspannungsabhängige
Messgröße,
- eine Halteeinrichtung (90), insbesondere eine Fangeinrichtung, die dazu ausgebildet
ist, eine Bewegung des Hubwagens (38) selektiv zu hemmen,
- eine Energiespeichereinrichtung (96), die zur Energieversorgung der Halteeinrichtung
(90) ausgebildet ist, und
- eine Steuereinrichtung (82), die dazu ausgebildet ist, abhängig von einem von der
Überwachungseinrichtung (84) erfassten Signal die Energiespeichereinrichtung (96)
anzusteuern, um die Halteeinrichtung (90) zu aktivieren
wobei das zumindest eine Tragmittel (60) als strangförmiges Zugmittel ausgebildet
ist, und wobei die Überwachungseinrichtung (84) zumindest einen Kraftmesssensor (86,
88; 110, 112) aufweist, der dazu ausgebildet ist, eine Spannung im Zugmittel zu erfassen,
dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Kraftmesssensor (86, 88; 110, 112) als Kraftmessbolzen (110, 112)
ausgebildet und mit einer Umlenkrolle (74, 76) für das Tragmittel (60) gekoppelt ist.
2. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Überwachungseinrichtung (84) zumindest
einen Sensor (86, 88), insbesondere einen Sensor (86, 88) zur Erfassung einer Tragmittelspannung
oder eines Tragmittelbruchs, aufweist, der dazu ausgebildet ist, ein elektrisches
oder optisches Signal auszugeben.
3. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das zumindest eine Tragmittel
(60) als Tragseil (62, 64) ausgebildet ist.
4. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Überwachungseinrichtung
(84) zumindest einen als Rissdetektor ausgebildeten Sensor (86, 88; 118, 120) aufweist.
5. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 4, wobei der als Rissdetektor ausgebildete Sensor
(86, 88; 118, 120) insbesondere in einem Normalzustand unter Vorspannung an dem zumindest
einen Tragmittel (60) anliegt und im Falle eines Tragmittelrisses verlagert wird.
6. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Überwachungseinrichtung
(84) zumindest einen optischen Sensor (86, 88; 114, 116) aufweist, insbesondere eine
Lichtschranke (114, 116).
7. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Überwachungseinrichtung
(84) zumindest einen als Schwingungssensor (86, 88) ausgebildeten Sensor aufweist,
der dazu ausgebildet ist, bei dem zumindest einen Tragmittel (60) induzierte Schwingungen
zu erfassen.
8. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Energiespeichereinrichtung
(96) zumindest eine Sperreinheit (102, 104) zur Zurückhaltung gespeicherter Energie
aufweist, wobei die zumindest eine Sperreinheit (102, 104) durch ein Freigabesignal
oder das Ausbleiben eines Sperrsignals entriegelbar ist.
9. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Energiespeichereinrichtung
(96) in einem verriegelten Zustand ein unter Vorspannung stehendes Energiespeichermittel
(98, 100) aufweist.
10. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Energiespeichereinrichtung
(96) als mechanische oder fluidische Energiespeichereinrichtung (96) ausgebildet ist.
11. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ferner zumindest
ein Sensor (122) zur Erfassung einer Geschwindigkeit des Hubwagens (38) vorgesehen
ist, wobei die Steuereinrichtung (82) dazu ausgebildet ist, abhängig von einem geschwindigkeitsabhängigen
Signal die Energiespeichereinrichtung (96) anzusteuern, um die Halteeinrichtung (90)
zu aktivieren.
12. Regalbediengerät (10) zur Beschickung von Regalen (16), insbesondere zum Einlagern
und Auslagern von Ladegütern (42), das ein Hubwerk (30) zum Antrieb eines verfahrbaren
Hubwagens (38) aufweist, der mit zumindest einem Tragmittel (60) gekoppelt ist, umfassend
eine Sicherheitsvorrichtung (80) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Regalbediengerät (10) nach Anspruch 12, wobei das Hubwerk (30) zwei Hubsäulen (32,
34) zugeordnet ist, zwischen denen der Hubwagen (38) geführt ist, wobei der Hubwagen
(38) mit zwei Tragmitteln (60; 62, 64) gekoppelt ist, wobei ein erstes Tragmittel
(60; 62) einer ersten Hubsäule (32) zugeordnet und ein zweites Tragmittel (60; 64)
einer zweiten Hubsäule (34) zugeordnet ist, wobei die Überwachungseinrichtung (84)
zumindest einen ersten Sensor (60; 86) zur Erfassung des Lastzustands des ersten Tragmittels
(60; 62) und zumindest einen zweiten Sensor (60; 88) zur Erfassung des Lastzustands
des zweiten Tragmittels (60; 64) aufweist, wobei der zumindest eine erste Sensor (60;
86) und der zumindest eine zweite Sensor (60; 88) unabhängig voneinander Signale erfassen
können, die von der Steuereinrichtung (82) verwertbar sind, um die Energiespeichereinrichtung
(96) selektiv anzusteuern, um die Halteeinrichtung (90) zu aktivieren.
14. Verfahren zur Überwachung eines Regalbediengeräts (10), umfassend Betreiben einer
Fangvorrichtung für einen verfahrbaren Hubwagen (38), der mit zumindest einem Tragmittel
(60) gekoppelt ist, das als strangförmiges Zugmittel ausgebildet ist, wobei das Verfahren
die folgenden Schritte aufweist:
- Erfassen eines Lastzustands des zumindest einen Tragmittels (60), insbesondere Erfassen
einer tragmittelspannungsabhängigen Messgröße, mit zumindest einem Kraftmesssensor
(86, 88; 110, 112), der dazu ausgebildet ist, eine Spannung im Zugmittel zu erfassen,
wobei der zumindest eine Kraftmesssensor (86, 88; 110, 112) als Kraftmessbolzen (110,
112) ausgebildet und mit einer Umlenkrolle (74, 76) für das Tragmittel (60) gekoppelt
ist,
- Übermitteln eines den Lastzustand des Tragmittels (60) beschreibenden Signals an
eine Steuereinrichtung (82),
- Auswerten des Signals mit der Steuereinrichtung (82),
- im Falle einer Schwellwertüberschreitung, Ansteuern einer Energiespeichereinrichtung
(96) zur Freigabe von Energie, und
- Aktivieren einer Halteeinrichtung (90) mit der freigegebenen Energie zur selektiven
Hemmung einer Bewegung des Hubwagens (38).
1. Safety device, particularly catching device, for a stacker crane (10), comprising
a lifting unit (30) for driving a movable lifting carriage (38) that is coupled with
at least one carrying element (60), wherein the safety device comprises the following:
- a monitoring unit (84) that is arranged to detect a load state of the at least one
carrying element (60), particularly a carrying element stress dependent measurement
parameter,
- a retaining unit (90), particularly a catching unit, that is arranged to selectively
inhibit a movement of the lifting carriage (38),
- an energy storage unit (96) that is arranged for supplying the retaining unit (90)
with energy, and
- a control unit (82) that is arranged to control the energy storage unit (96) dependent
on a signal detected by the monitoring unit (84) to activate the retaining unit (90),
wherein the at least one carrying element (60) is arranged as a cord-shaped traction
element, and wherein the monitoring unit (84) comprises at least one load measurement
sensor (86, 88; 110, 112) that is arranged to detect a tension in the traction element,
characterized in that the at least one load measurement sensor (86, 88; 110, 112) is arranged as a load
measurement bolt (110, 112) and coupled with a guide roller (74, 76) for the carrying
element (60).
2. Safety device according to claim 1, wherein the monitoring unit (84) comprises at
least one sensor (86, 88), particularly a sensor (86, 88) for detecting a carrying
element tension or a carrying element breakage, that is arranged to output an electrical
or optical signal.
3. Safety device according to claim 1 or 2, wherein the at least one carrying element
(60) is arranged as carrier rope (62, 64).
4. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the monitoring unit
(84) comprises at least one sensor (86, 88; 118, 120) that is arranged as a tear detector.
5. Safety device according to claim 4, wherein the sensor (86, 88; 118, 120) that is
arranged as a tear detector abuts the carrying element (60), particularly in a normal
state, and is displaced in the event of a carrying element breakage.
6. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the monitoring unit
(84) comprises at least one optical sensor (86, 88; 114, 116), particularly a light
barrier (114, 116).
7. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the monitoring unit
(84) comprises at least one sensor that is arranged as a vibration sensor (86, 88)
and that is arranged to detect vibrations that are induced at the at least one carrying
element (60).
8. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the energy storage
unit (96) comprises at least one locking unit (102, 104) for retaining stored energy,
wherein the at least one locking unit (102, 104) is arranged to be unlocked by a release
signal or in the absence of a locking signal.
9. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the energy storage
unit (96) comprises, in the locked state, an energy storage element (98, 100) that
is pretensioned.
10. Safety device according to any of the preceding claims, wherein the energy storage
unit (96) is arranged as mechanical or fluidic energy storage unit (96).
11. Safety device according to any of the preceding claims, wherein further at least one
sensor (122) for detecting a velocity of the lifting carriage (38) is provided, wherein
the control unit (82) is arranged to control the energy storage unit (96) dependent
on a velocity dependent signal to activate the retaining unit (90).
12. Stacker crane (10) for feeding racks (16), particularly for loading loaded goods (42)
and for taking loaded goods (42) out of store, comprising a lifting unit (30) for
driving a moveable lifting carriage (38) that is coupled with at least one carrying
element (60), comprising a safety device (80) according to anyone of the preceding
claims.
13. Stacker crane (10) according to claim 12, wherein the lifting unit (30) is associated
to two lifting columns (32, 34), wherein the lifting carriage (38) is guided therebetween,
wherein the lifting carriage (38) is coupled with two carrying elements (60; 62, 64),
wherein the first carrying element (60; 62) is associated to a first column (32) and
a second carrying element (60; 64) is associated to a second lifting column (34),
wherein the monitoring unit (34) comprises at least a first sensor (60; 86) for detecting
the load state of the first carrying element (60; 62), and at least a second sensor
(60; 88) for detecting the load state of the second carrying element (60; 64), wherein
the at least one first sensor (60; 86) and the at least one second sensor (60; 88)
are arranged to detect, independently of one another, signals that are usable by the
control unit (82) to selectively control the energy storage unit (96) to activate
the retaining unit (90).
14. Method of monitoring a stacker crane (10), comprising operating a catching device
for a movable lifting carriage (38) that is coupled with at least one carrying element
(60) that is arranged as a cord-shaped traction element, wherein the method comprises
the following steps:
- detecting a load state of the at least one carrying element (60), particularly detecting
a carrying element stress dependent measurement parameter, by at least one load measurement
sensor (86, 88; 110, 112) that is arranged to detect a tension in the traction element,
wherein the at least one load measurement sensor (86, 88; 110, 112) is arranged as
load measurement bolt (110, 112) and coupled with a guide roller (74, 76) for the
carrying element (60),
- transmitting a signal that describes the load state of the carrying element (60)
to a control unit (82),
- evaluating the signal with the control unit (82),
- in the event of a threshold value transgression, controlling an energy storage unit
(96) for releasing energy, and
- activating a retaining unit (90) with the released energy for selectively inhibiting
a movement of the lifting carriage (38).
1. Dispositif de sécurité, en particulier un dispositif de capture destiné à un gerbeur
(10) comportant un mécanisme de levage (30) servant à entraîner un chariot de levage
mobile (38) qui est accouplé à au moins un moyen de transport (60), dans lequel le
dispositif de sécurité comporte :
- un dispositif de surveillance (84) qui est conçu pour détecter un état de charge
de l'au moins un moyen de transport (60), en particulier une grandeur de mesure dépendant
d'une tension du moyen de transport,
- un dispositif de retenue (90), en particulier un dispositif de capture qui est conçu
pour inhiber sélectivement un mouvement du chariot de levage (38),
- un dispositif accumulateur d'énergie (96) qui est conçu pour alimenter en énergie
le dispositif de retenue (90), et
- un dispositif de commande (82) qui est conçu pour commander le dispositif accumulateur
d'énergie (96) en fonction d'un signal détecté par le dispositif de surveillance (84)
afin d'activer le dispositif de retenue (90),
dans lequel l'au moins un moyen de transport (60) est réalisé sous la forme d'un moyen
de traction sous forme de câble, et dans lequel le dispositif de surveillance (84)
comporte au moins un capteur de mesure de force (86, 88 ; 110, 112) qui est conçu
pour détecter une tension dans le moyen de traction,
caractérisé en ce que l'au moins un capteur de mesure de force (86, 88 ; 110, 112) est réalisé sous la
forme d'axes dynamométriques (110, 112) et
en ce qu'il est accouplé à une poulie de renvoi (74, 76) destinée au moyen de transport (60).
2. Dispositif de sécurité selon la revendication 1, dans lequel le dispositif de surveillance
(84) comporte au moins un capteur (86, 88), en particulier un capteur (86, 88) servant
à détecter une tension du moyen de transport ou une rupture du moyen de transport,
qui est conçu pour délivrer un signal électrique ou optique.
3. Dispositif de sécurité selon la revendication 1 ou 2, dans lequel l'au moins un moyen
de transport (60) est réalisé sous la forme d'un câble porteur (62, 64).
4. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif de surveillance (84) comporte au moins un capteur (86, 88 ; 118,
120) réalisé sous la forme d'un détecteur de fissure.
5. Dispositif de sécurité selon la revendication 4, dans lequel le capteur (86, 88 ;
118, 120) réalisé sous la forme d'un détecteur de fissure repose sur l'au moins un
moyen de transport (60), en particulier dans un état normal sous précontrainte, et
est déplacé en cas de fissuration du moyen de transport.
6. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif de surveillance (84) comporte au moins un capteur optique (86,
88 ; 114, 116), en particulier une barrière photoélectrique (114, 116).
7. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif de surveillance (84) comporte au moins un capteur réalisé sous
la forme d'un capteur de vibrations (86, 88), qui est conçu pour détecter des vibrations
induites dans l'au moins un moyen de transport (60).
8. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif accumulateur d'énergie (96) comporte au moins une unité de verrouillage
(102, 104) servant à retenir l'énergie accumulée, dans lequel l'au moins une unité
de verrouillage (102, 104) peut être déverrouillée par un signal de libération ou
par l'absence d'un signal de verrouillage.
9. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif accumulateur d'énergie (96) comporte un moyen accumulateur d'énergie
(98, 100) se trouvant sous précontrainte à l'état verrouillé.
10. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le dispositif accumulateur d'énergie (96) est réalisé sous la forme d'un dispositif
accumulateur d'énergie (96) mécanique ou fluidique.
11. Dispositif de sécurité selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel il est en outre prévu au moins un capteur (122) servant à détecter une vitesse
du chariot de levage (38), dans lequel le dispositif de commande (82) est conçu pour
commander le dispositif accumulateur d'énergie (96) en fonction d'un signal dépendant
de la vitesse afin d'activer le dispositif de retenue (90).
12. Gerbeur (10) destiné à charger des rayonnages (16), notamment la mise en entrepôt
et la sortie d'entrepôt de marchandises (42), comportant un mécanisme de levage (30)
servant à entraîner un chariot de levage mobile (38) qui est accouplé à au moins un
moyen de transport (60), comprenant un dispositif de sécurité (80) selon l'une quelconque
des revendications précédentes.
13. Gerbeur (10) selon la revendication 12, dans lequel le mécanisme de levage (30) est
associé à deux colonnes de levage (32, 34) entre lesquelles le chariot de levage (38)
est guidé, dans lequel le chariot de levage (38) est accouplé à deux moyens de transport
(60 ; 62, 64), dans lequel un premier moyen de transport (60 ; 62) est associé à une
première colonne de levage (32) et un deuxième moyen de transport (60 ; 64) est associé
à une deuxième colonne de levage (34), dans lequel le dispositif de surveillance (84)
comporte au moins un premier capteur (60 ; 86) servant à détecter l'état de charge
du premier moyen de transport (60 ; 62) et au moins un deuxième capteur (60 ; 88)
servant à détecter l'état de charge du deuxième moyen de transport (60 ; 64), dans
lequel l'au moins un premier capteur (60 ; 86) et l'au moins un deuxième capteur (60
; 88) peuvent détecter des signaux indépendamment l'un de l'autre, lesquels signaux
peuvent être évalués par le dispositif de commande (82) pour commander sélectivement
le dispositif accumulateur d'énergie (96) afin d'activer le dispositif de retenue
(90).
14. Procédé de surveillance d'un gerbeur (10), consistant à mettre en fonctionnement un
dispositif de capture destiné à un chariot de levage mobile (38) qui est accouplé
à au moins un moyen de transport (60), réalisé sous la forme d'un moyen de traction
sous forme de câble, dans lequel le procédé comprend les étapes consistant à :
- détecter un état de charge de l'au moins un moyen de transport (60), en particulier,
détecter une grandeur de mesure dépendant d'une tension du moyen de transport, comportant
au moins un capteur de mesure de force (86, 88 ; 110, 112), qui est conçu pour détecter
une tension dans le moyen de traction, dans lequel l'au moins un capteur de mesure
de force (86, 88 ; 110, 112) est réalisé sous la forme d'axes dynamométriques (110,
112) et est accouplé à une poulie de renvoi (74, 76) destinée au moyen de transport
(60),
- transmettre un signal décrivant l'état de charge du moyen de transport (60) à un
dispositif de commande (82),
- évaluer le signal à l'aide du dispositif de commande (82),
- dans le cas où un seuil est dépassé, commander un dispositif accumulateur d'énergie
(96) afin qu'il délivre de l'énergie, et
- activer un dispositif de retenue (90) à l'aide de l'énergie délivrée pour inhiber
sélectivement un mouvement du chariot de levage (38).