[0001] Die Erfindung betrifft ein im Patentanspruch 1 angegebenes Verfahren zum Einstellen
eines Hörgeräts und eine im Patentanspruch 7 angegebene Hörvorrichtung mit einem Hörgerät
und einer externer Einheit zum Einstellen des Hörgeräts.
[0002] Die Einstellung von Hörgeräten, insbesondere betreffend die Verstärkung und Kompression,
wird heutzutage vielfach durch Anpassalgorithmen auf der Basis von audiometrischen
Daten erreicht. Als audiometrische Daten werden beispielsweise der Hörverlust, die
Unbehaglichkeitsschwelle, die Lautstärkeskalierung und dergleichen berücksichtigt.
Die Anpassformeln beruhen auf statistischen und empirischen Erkenntnissen und haben
daher für den individuellen Hörgerätenutzer nur bedingte Gültigkeit. Insbesondere
für die optimale Einstellung der frequenz- und pegelabhängigen Verstärkung ist daher
eine zeitaufwändige Nachversorgung beim Hörgeräteakustiker nötig. Ein weiteres Problem
besteht darin, dass die für den Nutzer optimale Einstellung seines Hörgeräts nur in
realistischen und für den Nutzer relevanten akustischen Situationen gefunden und verifiziert
werden kann.
[0003] Bislang wurde in wiederholten Besuchen beim Hörgeräteakustiker iterativ eine individuelle,
optimale Einstellung gefunden. Da jedoch beim Akustiker bestimmte akustische Situationen
nur unzureichend nachempfunden werden können, stellt sich die so gefundene Einstellung
in realen Situationen häufig wieder als weniger passend heraus. Gerade das für den
Nutzer häufig vorhandene typische räumliche Schallfeld oder die individuellen Bedürfnisse
des Hörgerätenutzers können in künstlichen akustischen Situationen nicht nachgestellt
beziehungsweise berücksichtigt werden.
[0004] Es ist daher ein Anliegen bei der Einstellung eines Hörgeräts gezielter auf individuelle
Bedingungen eingehen zu können.
[0005] Daher weisen moderne digitale Hörgeräte Lernalgorithmen auf, mit deren Hilfe persönliche
Hörgeräteeinstellungen erlernbar sind. Der Hörgerätenutzer stellt wahlweise über eine
zeitlich begrenzte Lernperiode oder kontinuierlich über die Lebenszeit seines Hörgerätes
viele verschiedene Werte der Hörgeräteeinstellungen ein. Aber nicht alle diese Einstellungen
haben dieselbe Bedeutung für den Hörgerätenutzer. Einige dieser Einstellungen werden
rasch widerrufen. Hat der Hörgerätenutzer einmal Einstellungen gefunden, welche der
Hörsituation gut entsprechen, wird er diese Einstellungen so lange unverändert lassen
bis sich die Hörgerätesituation verändert. Für einen Lernalgorithmus sind zunächst
alle Nutzereinstellungen von gleicher Bedeutung. Daher muss die Zufriedenheit mit
einer bestimmten Einstellung in irgendeiner Weise mitberücksichtigt werden.
[0006] Dazu gibt es zwei Ansätze: Das zeitbasierte Lernen und das ereignisbasierte Lernen.
Beim zeitbasierten Lernen werden Hörgeräteeinstellungen, die für eine längere Dauer
verwendet werden, mehr Gewicht gegeben als solchen mit kürzerer Dauer. Ein Nachteil
des zeitbasierten Lernens ist die begrenzte Verwendbarkeit für pegelabhängiges Lernen.
Beim pegelabhängigen Lernen ist es wichtig, dass ein Lernschritt den aktuellen Pegel
mitberücksichtigt. Daher gibt es auch das sogenannte ereignisbasierte Lernen. Dabei
wird immer dann ein Lernschritt ausgeführt, wenn der Hörgerätenutzer eine Veränderung
seines Geräts, beispielsweise der Verstärkung, vornimmt.
[0007] Das ereignisbasierte Lernen hat aber ihre Begrenzung darin, dass die Bedeutung eines
Trainingsschritts unabhängig von der Zeit ist, innerhalb welcher eine Einstellung
aktiv bleibt. In anderen Worten, wenn der Hörgerätenutzer eine Änderung über einen
langen Zeitraum aufrecht erhält, wird diese Änderung nicht stärker gewichtet als eine
Änderung für einen kürzeren Zeitraum.
[0008] Aus der
US 2008/0107296 A1 ist beispielsweise ein Verfahren zum Einstellen eines Hörgerätes zu entnehmen, bei
dem Änderungen, die durch den Hörgeräteträger während des Tragens des Hörgerätes vorgenommen
werden, in einem Logfile geschrieben und zu einem späteren Zeitpunkt für eine Anpassung
der Einstellung des Hörgerätes ausgewertet werden.
[0009] Aus der
US 2007/0009126 A1 ist weiterhin ein Verfahren zum Einstellen eines Hörgerätes im Rahmen eines Lernmodus
zu entnehmen, bei dem von dem Hörgeräteträger verschiedene abgespeicherte Hörsituationen
abgerufen werden und wobei der Hörgeräteträger Einstellungen am Hörgerät zu der jeweiligen
Hörsituation vornehmen kann. Die Testsignale bzw. Hörbeispiele sind typischerweise
vom Hersteller vorab auf dem Hörgerät oder einer zugehörigen Fernbedienung gespeichert
und entsprechen allen wesentlichen Umgebungssituationen, denen ein Hörgeräteträger
typischerweise ausgesetzt ist.
[0010] Die nachveröffentlichte Druckschrift
DE 10 2008 019 898 A1 gibt ein Verfahren zur Überwindung des beschriebenen Nachteils an. Dabei wird ein
gewünschter Einstellwert in das Hörgerät zu einem frei wählbaren Zeitpunkt eingegeben,
mindestens eine Schallgröße betreffend eine Umgebungssituation zu dem frei wählbaren
Zeitpunkt gemessen, eine Zeitdauer ermittelt, innerhalb welcher der gewünschte Einstellwert
nicht verändert wurde und zu verwendende Einstellwerte - in Abhängigkeit von dem gewünschten
Einstellwert, der mindestens einen zum frei wählbaren Zeitpunkt gemessenen Schallgröße
und der ermittelten Zeitdauer - gelernt.
[0011] Der beschriebene Umfang des Lernens beschränkt sich jedoch auf Algorithmen, die der
Hörgeräteträger über ein Bedienelement, wie zum Beispiel ein Lautstärkerädchen oder
eine Fernbedienung, "in vivo" umsetzen kann. Weitere Algorithmen, die zu Klang und
Tragekomfort in gleichem Maße beitragen, werden nicht gelernt. Beispielsweise ist
eine Begrenzung des maximalen Ausgangspegels (MPO) mit den bekannten Methoden nicht
erlernbar. Die MPO schlägt in der Regel für sehr laute, kurze, transiente Signale
an und ist daher nur sehr schwer "in vivo" zu lernen. Andere Beispiele sind Unterdrückungsverfahren
für impulsive Störgeräusche oder die Rückkopplungsunterdrückung. Die Situationen,
in denen der Algorithmus wirkt, sind zu kurz, um innerhalb der Situation zu reagieren
und das Hörgerät zu trainieren.
[0012] Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine dazugehöriges Hörvorrichtung
anzugeben, welche eine Einstellung von Algorithmen auch für nur kurz andauernde Hörsituationen
erlernbar bzw. trainierbar machen.
[0013] Gemäß der Erfindung wird die gestellte Aufgabe mit dem Verfahren des unabhängigen
Patentanspruchs 1 und der Hörvorrichtung des unabhängigen Patentanspruchs 7 gelöst.
[0014] Die Erfindung beansprucht ein Verfahren zum Einstellen eines Hörgeräts mit den Schritten
gemäß Anspruch 1.
[0015] Dies bietet den Vorteil, dass auch nur kurz ansprechende Algorithmen, wie zum Beispiel
eine MPO, trainierbar sind. Diese können auch nicht über geeignete Bedienelemente
an dem Hörgerät oder einer Hörgeräte-Fernbedienung abgebildet werden.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform kann die Hörsituation durch eine Situationserkennung
und/oder mindestens eine Pegelmessung und/oder mindestens einen Algorithmus identifiziert
und beschrieben werden.
[0017] In einer Weiterbildung der Erfindung kann die Ausgabe und/oder Anzeige sowie die
Eingabe des Bewertungsmaßes über eine Hörgeräte-Fernbedienung erfolgen. Dadurch ist
ein einfaches Abfragen der gespeicherten Hörsituationen möglich.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform kann die Ausgabe und/oder Anzeige sowie die Eingabe
des Bewertungsmaßes über einen Personal Computer erfolgt. Dies bietet den Vorteil
einer einfachen Bedienung.
[0019] Des Weiteren kann die Ausgabe akustisch durch das Hörgerät erfolgen. Die Bedienung
wird dadurch vereinfacht.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform können die Speicherung und die Ausgabe Mitschnitte
von Mikrofonsignalen des Hörgeräts umfassen. Vorteilhaft darin ist, dass ein Hörgerätenutzer
die Hörsituation einfach wiedererkennen kann.
[0021] Die Erfindung beansprucht auch eine Hörvorrichtung zum Einstellen eines Hörgeräts
mit mindestens einem Hörgerät und mindestens einer externen Einheit mit den Merkmalen
des Anspruchs 7.
[0022] Dies bietet den Vorteil, dass auch Algorithmen, die nur kurz angewandt werden, trainierbar
sind.
[0023] Vorteilhaft kann die Vorrichtung eine Situationserkennungseinheit und/oder mindestens
einen Pegelmesser umfassen. Diese erkennen und bestimmen die Hörsituation.
[0024] In einer Weiterbildung kann die externe Einheit eine Fernbedienung oder ein Personal
Computer sein.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform kann die Ausgabeeinheit eine Anzeigeeinheit umfassen.
[0026] Des Weiteren kann die Speichereinheit Mitschnitte von Mikrofonsignalen des Hörgeräts
speichert.
[0027] Außerdem kann die Ausgabeeinheit die gespeicherten Mitschnitte von Mikrofonsignalen
des Hörgeräts ausgeben.
[0028] Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen
mehrerer Ausführungsbeispiele anhand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.
[0029] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Figur 2:
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Hörvorrichtung.
[0030] Figur 1 zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Einstellen
eines Hörgeräts. Im ersten Schritt 100 trägt ein Hörgeräteträger das Hörgerät, dessen
Parameter eingestellt werden sollen. Das Hörgerät speichert im Schritt 101 diejenigen
Zeitpunkte und Hörsituationen, in denen mindestens ein vorgebbarer Algorithmus einer
Hörgeräte-Signalverarbeitung aktiviert wird.
[0031] Im folgenden Schritt 102 wird das Hörgerät auf einen Lernmodus umgeschaltet. Dies
kann beispielsweise durch den Hörgeräteträger am Abend erfolgen. Bevorzugt erfolgt
das Umschalten über eine Fernbedienung. Anschließend werden in den Schritten 103 und
104 die aufgezeichneten Daten ausgegeben bzw. angezeigt. Für die Ausgabe bzw. Anzeige
der Daten die akustische Situation betreffend, können unter anderem die Ergebnisse
einer hörgeräteeigenen Situationserkennungseinheit oder aber unterschiedliche Pegelmesser
verwendet werden, um basierend auf diesen Daten die akustische Situation repräsentativer
zu charakterisieren. Die Ausgabe erfolgt bevorzugt akustisch über das Hörgerät selbst.
Anzeige und Ausgabe erfolgen auch auf der Fernbedienung oder einem Personal Computer.
Die Ausgabe kann auch eine kurze verbale oder textliche Charakterisierung der Hörsituation,
wie zum Beispiel "lautes Pochen" oder "Knall", umfassen. Auch können aufgezeichnete
Mitschnitte des Mikrofonsignals vorgespielt werden. Dies dient dazu, den Hörgeräteträger
besser an die Hörsituation zu erinnern. Im nachfolgenden Schritt 105 wird vom Hörgeräteträger
eine Bewertung der Zufriedenheit mit der Einstellung des Algorithmus bei der speziellen
Hörsituation vorgenommen. Dazu wird ein Bewertungsmaß BM in die Fernbedienung oder
den Personal Computer eingegeben. Die Fernbedienung oder der Personal Computer bieten
dazu dem Hörgeräteträger verschiedene Wahlmöglichkeiten für die Bewertung an. Die
einfachste Bewertung umfasst drei Abstufungen: "zu laut", "richtig" und "zu leise".
[0032] Im abschließenden Schritt 106 werden entsprechend des Bewertungsmaßes BM ein oder
mehrere Parameter des gewählten und angezeigten Algorithmus verändert. Im Falle der
Bewertung "richtig" erfolgt keine Änderung.
[0033] Ein geeignetes Beispiel für das Erlernen ist der Algorithmus zur Begrenzung des maximalen
Ausgangspegels, kurz MPO genannt. Die MPO schlägt in der Regel für sehr laute, kurze,
transiente Signale an. Das Hörgerät speichert zum Beispiel, dass die MPO im Laufe
eines Tages in lauter Umgebung um 15:00 Uhr einmal in den Kanälen 1 und 2 ausgelöst
wurde. Der Hörgeräteträger hat dann die Möglichkeit post-hoc zu beurteilen, ob er
in dieser Situation mit dem Hörgerät zufrieden war. War das Gerät zu laut, wird das
Hörgerät so trainiert, dass die MPO in den Kanälen 1 und 2 um eine Stufe reduziert
wird.
[0034] In Figur 2 ist ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Hörvorrichtung mit einem
Hörgerät 1 und einer Fernbedienung 11 dargestellt. Das Hörgerät umfasst ein Mikrofon
2 zur Aufnahme von Umgebungsschall und dessen Umwandlung in ein elektrisches Signal,
eine mit dem Mikrofon 2 verbundene Signalverarbeitungseinheit 4, die das elektrische
Signal digitalisiert, modifiziert, verstärkt und wieder in ein analoges Signal zurückverwandelt,
das schließlich über einen Hörer 3 als verstärktes und modifiziertes akustisches Signal
an das Trommelfell eines Hörgeräteträgers abgegeben wird.
[0035] Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besitzt das Hörgerät 1 des Weiteren
eine mit dem Ausgang des Mikrofons 2 verbundene Klassifikationseinheit 6, die jede
Hörsituation klassifiziert, und eine mit der Klassifikationseinheit 6 und der Signalverarbeitungseinheit
4 verbundene Speichereinheit 5, welche die von der Signalverarbeitungseinheit 4 ausgewählten
Algorithmen sowie die dazugehörige Hörsituationen und Zeitstempel aufzeichnet bzw.
abspeichert. Mit Hilfe einer Änderungseinheit 7 im Hörgerät 1 können bei Bedarf die
Parameter der Algorithmen der Signalverarbeitungseinheit 4 verändert werden.
[0036] Mit der Fernbedienung 11 lässt sich das Hörgerät 1 in einen Trainingsmodus bzw. Lernmodus
schalten, bei dem aus der Speichereinheit 5 des Hörgeräts die gespeicherten Hörsituationen
mit den zugehörigen Algorithmen abgerufen werden und auf einer Ausgabeeinheit 12,
die eine Anzeigeeinheit 13 umfasst, dargestellt werden können. Mit der Anzeigeinheit
12 kann dem Hörgerätenutzer die Hörsituation mit den zugehörigen Algorithmen wieder
in Erinnerung gerufen werden. Der Hörgerätenutzer kann so die Hörsituation und die
dazugehörige Reaktion des Hörgeräts 1 bewerten und diese Bewertung über eine Eingabeeinheit
14 der Fernbedienung 11 dem Hörgerät 1 mitteilen. Entsprechend der Bewertung verändert
die Änderungseinheit 7 ein oder mehrere Parameter des in der jeweiligen Hörsituation
ansprechenden Algorithmus. Mit Hilfe der Fernbedienung 11 und den darin implementierten
interaktiven Dialog kann somit der Hörgeräteträger beispielsweise abends das Hörgerät
1 trainieren. Die Kommunikation zwischen dem Hörgerät 1 und der Fernbedienung 11 erfolgt
über eine drahtlose Datenübertragung 21, 22.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Hörgerät
- 2
- Mikrofon
- 3
- Hörer
- 4
- Signalverarbeitungseinheit
- 5
- Speichereinheit
- 6
- Klassifikationseinheit
- 7
- Änderungseinheit
- 11
- Externe Einheit / PC / Fernbedienung
- 12
- Ausgabeeinheit
- 13
- Anzeigeeinheit
- 14
- Eingabeeinheit
- 21
- Datenübertragung Hörgerät 1 > externe Einheit 11
- 22
- Datenübertragung externe Einheit 11 > Hörgerät 1
- 100
- Tragen des Hörgeräts 1
- 101
- Speichern von Daten
- 102
- Umschalten in einen Lernmodus
- 103
- Ausgabe von Daten
- 104
- Anzeige von Daten
- 105
- Eingabe eines Bewertungsmaßes BM
- 106
- Ändern eines Parameters
- BM
- Bewertungsmaß
1. Verfahren zum Einstellen eines Hörgeräts (1) mit den Schritten:
- Tragen (100) des Hörgeräts (1) durch einen Hörgeräteträger.
- Speichern (101) im Hörgerät (1) von Zeitstempeln, Hörsituationen, zu denen ein vorgebbarer
Algorithmus zur Signalverarbeitung aktiviert wird, und des aktivierten Algorithmus,
wobei es sich bei dem Algorithmus
- um einen Algorithmus zur Begrenzung des maximalen Ausgangspegels handelt, welcher
für sehr laute, kurze, transiente Signale anschlägt oder
- um einen Algorithmus eines Unterdrückungsverfahrens für impulsive Störgeräusche
handelt,
- Umschalten (102) des Hörgeräts (1) durch einen Hörgeräteträger in einen Lernmodus
zu einem in Bezug auf die Zeitstempel späteren Zeitpunkt,
- Ausgabe (102) und/oder Anzeige (104) der gespeicherten Zeitstempel und Hörsituationen
sowie des aktivierten Algorithmus durch das Hörgerät (1) und/oder durch eine externe
Einheit (11),
- Eingabe (105) eines Bewertungsmaßes (BM), das die Zufriedenheit des Hörgeräteträgers
mit dem aktivierten Algorithmus ausdrückt, durch den Hörgeräteträger und
- Ändern (106) mindestens eines Parameters des aktivierten Algorithmus in Abhängigkeit
des Bewertungsmaßes (BM) durch das Hörgerät (1).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hörsituation durch eine Situationserkennung und/oder mindestens eine Pegelmessung
und/oder mindestens einen Algorithmus identifiziert und beschrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgabe (102) und/oder Anzeige (103) sowie die Eingabe des Bewertungsmaßes (BM)
über eine Hörgeräte-Fernbedienung (11) erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgabe (102) und/oder Anzeige (103) sowie die Eingabe des Bewertungsmaßes (BM)
über einen Personal Computer (11) erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgabe (102) akustisch durch das Hörgerät (1) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Speicherung (101) und die Ausgabe (102) Mitschnitte von Mikrofonsignalen des
Hörgeräts (1) umfassen.
7. Hörvorrichtung zum Einstellen eines Hörgeräts (1), umfassend mindestens ein Hörgerät
(1) und mindestens eine externe Einheit (11), sowie
- eine Speichereinheit (5) im Hörgerät (1), die Zeitstempel, Hörsituationen, zu denen
mindestens ein vorgebbarer Algorithmus zur Signalverarbeitung aktiviert wird, und
den aktivierten Algorithmus speichert, wobei es sich bei dem Algorithmus
- um einen Algorithmus zur Begrenzung des maximalen Ausgangspegels handelt, welcher
für sehr laute, kurze, transiente Signale anschlägt oder
um einen Algorithmus eines Unterdrückungsverfahrens für impulsive Störgeräusche handelt,
- eine Ausgabeeinheit (12) im Hörgerät (1) und/oder der externen Einheit (11), die
die gespeicherten Zeitpunkte, Hörsituationen und den aktivierten Algorithmus ausgibt
und/oder anzeigt,
- eine Eingabeeinheit (14) im Hörgerät (1) oder der externen Einheit (11) zur Eingabe
eines Bewertungsmaßes (BM), das die Zufriedenheit eines Hörgeräteträgers mit dem aktivierten
Algorithmus ausdrückt, und
- eine Änderungseinheit (7) im Hörgerät (1) zum Ändern mindestens eines Parameters
des Algorithmus in Abhängigkeit des Bewertungsmaßes (BM).
8. Hörvorrichtung nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch:
eine Situationserkennungseinheit und/oder mindestens einen Pegelmesser, welche die
Hörsituation erkennen und bestimmen.
9. Hörvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die externe Einheit (11) eine Fernbedienung oder ein Personal Computer ist.
10. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgabeeinheit (12) eine Anzeigeeinheit (13) umfasst.
11. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Speichereinheit (5) Mitschnitte von Mikrofonsignalen des Hörgeräts (1) speichert.
12. Hörvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgabeeinheit (12) die gespeicherten Mitschnitte von Mikrofonsignalen des Hörgeräts
(1) ausgibt.
1. Method for tuning a hearing device (1) having the steps of:
- the hearing device (1) being worn (100) by a hearing device wearer,
- timestamps, listening situations for which a prescribeable algorithm for signal
processing is activated and the activated algorithm being stored (101) in the hearing
device (1), wherein the algorithm
- is an algorithm for restricting the maximum output level effective for very loud,
short, transient signals or
- is an algorithm from a rejection method for impulsive noise,
- the hearing device (1) being switched (102) by a hearing device wearer to a learning
mode at a later time in relation to the timestamp,
- the stored timestamps and listening situations and also the activated algorithm
being output (102) and/or displayed (104) by the hearing device (1) and/or by an external
unit (11),
- an assessment rating (BM) that expresses the hearing device wearer's satisfaction
with the activated algorithm being input (105) by the hearing device wearer, and
- at least one parameter of the activated algorithm being changed (106) as a function
of the assessment rating (BM) by the hearing device (1).
2. Method according to Claim 1,
characterized
in that the listening situation is identified and described by a situation recognition and/or
at least one level measurement and/or at least one algorithm.
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized
in that the assessment rating (BM) is output (102) and/or displayed (103) and also input
by means of a hearing device remote control (11).
4. Method according to Claim 1 or 2,
characterized
in that the assessment rating (BM) is output (102) and/or displayed (103) and also input
by means of a personal computer (11).
5. Method according to one of Claims 1 to 3,
characterized
in that the output (102) is effected audibly by the hearing device (1).
6. Method according to one of the preceding claims,
characterized
in that the storage (101) and the output (102) comprise recordings of microphone signals
from the hearing device (1).
7. Hearing apparatus for tuning a hearing device (1), comprising at least one hearing
device (1) and at least one external unit (11), and also
- a memory unit (5) in the hearing device (1), which memory unit stores timestamps,
listening situations for which at least one prescribeable algorithm for signal processing
is activated and the activated algorithm, wherein the algorithm
- is an algorithm for restricting the maximum output level effective for very loud,
short, transient signals or
is an algorithm from a rejection method for impulsive noise,
- an output unit (12) in the hearing device (1) and/or the external unit (11) that
outputs and/or displays the stored times, listening situations and the activated algorithm,
- an input unit (14) in the hearing device (1) or the external unit (11) for inputting
an assessment rating (BM) that expresses a hearing device wearer's satisfaction with
the activated algorithm, and
- a change unit (7) in the hearing device (1) for changing at least one parameter
of the algorithm as a function of the assessment rating (BM).
8. Hearing apparatus according to Claim 7,
characterized by:
a situation recognition unit and/or at least one level meter that recognize and determine
the listening situation.
9. Hearing apparatus according to Claim 7 or 8,
characterized
in that the external unit (11) is a remote control or a personal computer.
10. Hearing apparatus according to one of Claims 7 to 9,
characterized
in that the output unit (12) comprises a display unit (13).
11. Hearing apparatus according to one of Claims 7 to 10,
characterized
in that the memory unit (5) stores recordings of microphone signals from the hearing device
(1).
12. Hearing apparatus according to Claim 11,
characterized
in that the output unit (12) outputs the stored recordings of microphone signals from the
hearing device (1).
1. Procédé de réglage d'un appareil auditif (1) comportant les étapes consistant à :
- faire en sorte que l'appareil auditif (1) soit porté (100) par un porteur d'appareil
auditif,
- stocker (101) dans l'appareil auditif (1) des marqueurs temporels, des situations
d'audition lors desquelles un algorithme pouvant être prédéterminé est activé pour
effectuer un traitement du signal, et l'algorithme activé, dans lequel l'algorithme
est
- un algorithme destiné à limiter le niveau de sortie maximum appliqué pour des signaux
transitoires courts de très haute intensité, ou
- un algorithme d'un processus de suppression de bruits parasites impulsionnels,
- faire en sorte que le porteur de l'appareil auditif fasse basculer (102) l'appareil
auditif (1) dans un mode d'apprentissage à un instant consécutif au marqueur temporel,
- fournir en sortie (102) et/ou afficher (104) les marqueurs temporels et les situations
d'audition ayant été stockés ainsi que l'algorithme activé au moyen de l'appareil
auditif (1) et/ou au moyen d'une unité externe (11),
- faire en sorte que le porteur de l'appareil auditif fournisse en entrée (105) une
mesure d'évaluation (BM) qui exprime la satisfaction du porteur de l'appareil auditif,
et
- modifier (106) au moins un paramètre de l'algorithme activé en fonction de la mesure
d'évaluation (BM) au moyen de l'appareil auditif (1).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la situation d'audition est identifiée et décrite par un identifiant de situation
et/ou par au moins une mesure de niveau et/ou par au moins un algorithme.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que la fourniture en sortie (102) et/ou l'affichage (103) ainsi que la fourniture en
entrée de la mesure d'évaluation (BM) sont effectués par l'intermédiaire d'une commande
à distance d'appareil auditif (11).
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que la fourniture en sortie (102) et/ou l'affichage (103) ainsi que la mesure d'évaluation
(BM) sont effectués par l'intermédiaire d'un ordinateur personnel (11).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que la fourniture en sortie (102) est effectuée de manière acoustique par l'intermédiaire
de l'appareil auditif (1).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le stockage (101) et la fourniture en sortie (102) comprennent des enregistrements
de signaux de microphone de l'appareil auditif (1).
7. Dispositif auditif destiné à régler un appareil auditif (1), comprenant au moins un
appareil auditif (1) et au moins une unité externe (11), et
- une unité de stockage (5), dans l'appareil auditif (1), qui stocke des marqueurs
temporels, des situations auditives lors desquelles au moins un algorithme pouvant
être prédéterminé est activé pour effectuer un traitement du signal, et l'algorithme
activé, dans lequel l'algorithme est
- un algorithme destiné à limiter le niveau de sortie maximum appliqué pour des signaux
transitoires courts de très forte intensité, ou
- un algorithme d'un processus de suppression de bruits parasites impulsionnels,
- une unité de sortie (12), dans l'appareil auditif (1) et/ou dans l'unité externe
(11), qui fournit en sortie et/ou affiche les points dans le temps ayant été stockés,
les situations d'audition et l'algorithme activé,
- une unité d'entrée (14), dans l'appareil auditif (1) ou dans l'unité externe (11),
destinée à fournir en entrée une mesure d'évaluation (BM) qui exprime la satisfaction
d'un porteur de l'appareil auditif avec l'algorithme activé, et
- une unité de modification (7), dans l'appareil auditif (1), destinée à modifier
au moins un paramètre de l'algorithme en fonction de la mesure d'évaluation (BM).
8. Dispositif auditif selon la revendication 7,
caractérisé par :
une unité d'identification de situation et/ou au moins un dispositif de mesure de
niveau qui identifient et déterminent la situation d'audition.
9. Dispositif auditif selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que l'unité externe (11) est une commande à distance ou un ordinateur personnel.
10. Dispositif auditif selon l'une quelconque des revendications 7 à 9,
caractérisé en ce que l'unité de sortie (12) comprend une unité d'affichage (13).
11. Dispositif auditif selon l'une quelconque des revendications 7 à 10,
caractérisé en ce que l'unité de stockage (5) stocke des enregistrements de signaux de microphone de l'appareil
auditif (1).
12. Dispositif auditif selon la revendication 11,
caractérisé en ce que l'unité de sortie (12) fournit en sortie les enregistrements stockés de signaux de
microphone de l'appareil auditif (1).