[0001] Verfahren zum Betrieb eines Schienenfahrzeugs im Brandfall und dafür ausgebildetes
Schienenfahrzeug
[0002] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betrieb eines Schienenfahrzeugs
im Brandfall und auf ein zur Durchführung eines solchen Verfahrens ausgebildetes Schienenfahrzeug
selbst.
[0003] Schienenfahrzeuge sind typischer Weise mit einer Klimaanlage ausgestattet, die von
einer zugehörigen Steuereinrichtung gesteuert ist, sowie mit einer Anzahl von wenigstens
zwei Wagenkästen, die jeweils mit einem Rauchmelder sowie einer Zuluft und einer Abluft
ausgestattet sind, die von der Steuereinrichtung gesteuert sind. Aus der
DE 1 095 306 A ergibt sich ein Eisenbahnwagen, dessen Abteile aus einer gemeinsamen Klima- oder
Heizanlage mit Luft versorgt werden. Die Klima- oder Heizanlage umfasst eine Steuervorrichtung,
welche eine Zuluft und eine Abluft gezielt ansteuert.
[0004] Außerdem ist aus der
DE 199 47 713 A1 eine Lüftungsanlage für ein Gebäude sowie ein Verfahren zu ihrem Betrieb bekannt.
In eine Steuerung der Lüftungsanlage gehen Meldungen auch eines Rauchsensors ein,
so dass beispielsweise im Falle einer kritisch erhöhten Ablufttemperatur ein Alarmsignal
erzeugt wird.
[0005] Dabei hat die Steuereinrichtung im Stand der Technik allein die Aufgabe, erforderliche
Klimatisierungsmaßnahmen zu unterstützen, so dass beispielsweise eine gewünschte Raumtemperatur
innerhalb eines Wagenkastens aufrechterhalten bleibt.
[0006] Des Weiteren ist aus der
JP 2 031 915 A ein Verfahren zum Betrieb eines Schienenfahrzeugs in Brandfalle bekannt, bei dem
eine Rauchdetektion in einem der Wagen des Schienenfahrzeugs einer Klimaanlage signalisiert
wird. Die Klimaanlage wird dann derart angesteuert, dass in dem Brand beanspruchten
Wagen eine Zuluft abgeschaltet und eine Abluft unmittelbar in einen Außenbereich des
Schienenfahrzeugs gefördert wird.
[0007] Zu Brandschutzzwecken ist es bisher üblich, die Stirnwände der Wagenkästen des Schienenfahrzeugs
mit Türen auszustatten und als Feuerschutzabschluss auszuführen. Dies führt dazu,
dass jeder Wagen einen eigenen Brandabschnitt bildet, und auf diese Weise eine Ausbreitung
von Brandnebenprodukten (Rauchgasen) behindert wird. Infolge dessen wird ein erheblicher
konstruktiver Aufwand zur Gewährleistung des Feuerschutzes bei Schienenfahrzeugen
getrieben.
[0008] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb
eines Schienenfahrzeugs derart weiterzuentwickeln, dass für einen Brandschutz geringerer
konstruktiver Aufwand erforderlich ist, und ein Schienenfahrzeug zur Durchführung
des Verfahrens anzugeben. Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens gelöst durch
ein Verfahren zum Betrieb eines Schienenfahrzeugs im Brandfalle, bei dem
- a) eine Rauchdetektion in einem der Wagen oder Wagenverbund des Schienenfahrzeugs
einer Klimaanlage signalisiert wird,
- b) die Klimaanlage derart angesteuert wird, dass in dem brandbeanspruchten Wagen oder
Wagenverbund eine Zuluft und eine Abluft gezielt angesteuert und ggf. vermindert (Zuluft)
bzw. vergrößert (Abluft) wird, jeweils bezogen auf Standardbetriebsbedingungen der
Klimaanlage, wobei für den von dem Brand betroffenen Wagen oder Wagenverbund die Zuluft
abgeschaltet und erforderliche Zuluft über eine Lüftungsanlage eines dem vom Brand
betroffenen Wagen oder Wagenverbund benachbarten Wagens oder Wagenverbundes zugeführt
wird,
- c) ein oder mehrere Wagen (Wagenverbund) zu einem virtuellen Rauchabschnitt zusammengefasst
werden.
[0009] Dieses Verfahren gestattet es, dass Luftströmungen aus dem brandbeanspruchten Wagen
heraus durch geeignete Steuerung der Zu- und Abluft derart verändert werden, dass
die Rauchausbreitung begrenzt bleibt. Da gegenüber normalen Betriebsbedingungen die
Luftzufuhr und die Abluft modifiziert werden, werden Brandnebenprodukte über die Abluft,
die von aktiven Fortlüftern gebildet sein kann, abgeführt.
[0010] In Schritt b) wird für den brandbeanspruchten Wagen bzw. Wagenverbund die Zuluft
abgeschaltet und erforderliche Zuluft über eine Lüftungsanlage mindestens eines benachbarten
Wagens bzw. Wagenverbund des brandbeanspruchten Wagens bzw. Wagenverbundes zugeführt.
Dies hat die Auswirkung, dass von Außerhalb des brandbeanspruchten Wagens bzw. Wagenverbundes
eine Luftzufuhr erfolgt, welche verhindert, dass Brandnebenprodukte in benachbarte
Wagen gelangen können. Insgesamt ergibt sich eine gerichtete Strömung über die Fortlüfter
aus dem brandbeanspruchten Wagen bzw. Wagenverbund heraus, während die Zuluft dieses
Wagens bzw. Wagenverbundes selbst vorzugsweise vollständig abgeschaltet sein kann.
Zu differenzieren ist dabei unter den Fällen, dass der von dem Brand betroffene Wagen
ein Endwagen oder ein Mittelwagen ist. Bei einem Wagenverbund wird unterschieden unter
den Fällen, dass der brandbeanspruchte Wagenverbund sich am Ende oder im Mittelteil
des Schienenfahrzeuges befindet. In dem Fall eines Endwagens bzw. Endbereichs des
Schienenfahrzeugs strömt Zuluft allein über den benachbarten im Mittelbereich befindlichen
Wagen ein. Im Falle eines brandbeanspruchten Mittelwagens bzw. Wagenverbundes im Mittelbereich
des Schienenfahrzeugs strömt Zuluft aus beiden benachbarten Wagen bzw. Wagenverbünden
ein. Dabei ist der Begriff "benachbart" nicht nur im unmittelbaren Sinne zu verstehen.
Es ist auch denkbar, dass ein Brand in einem Übergangsbereich zwischen zwei Wagen
auftritt. In diesem Fall werden die zwei Wagen als der "vom Brand betroffene Wagen"
angesehen, so dass die Lüftungsanlagen der jeweils benachbarten zwei Wagen bzw. der
benachbarten Wagenverbünde so eingesetzt werden, wie oben dargestellt.
[0011] Die dargestellte Ansteuerung der Zu- und der Abluft führt zu dem Ergebnis, dass sich
in Schritt b) in dem vom Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbund ein unter dem Atmosphärendruck
liegender Druck einstellt, wobei angenommen wird, dass im Standardfall innerhalb der
Wagenkästen Atmosphärendruck vorliegt.
[0012] In Schritt b) kann die Abluft für den vom Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbund
maximal eingestellt sein, sodass Rauchgase unmittelbar aus dem Wagen abgeführt werden
können.
[0013] Zur Optimierung der Zu- und Abluftführung können im Bereich der Wagenübergänge eines
jeden Wagens bzw. Wagenverbundes gesonderte Brandschutzeinrichtungen installiert werden,
die den Öffnungsquerschnitt in ihrer Höhe von oben nach unten reduzieren, mit dem
Ziel, für die Rauchschicht im brandbeanspruchten Bereich eine Rezirkulationszone und
im unteren Bereich durch die Querschnittsverringerung eine erhöhte Zuluftgeschwindigkeit
zu schaffen. Dies kann bevorzugt durch mobile Rauschürzen oder herunterklappbare Deckenelemente
erfolgen. Grundsätzlich wird gewährleistet, dass sich unterhalb dieser Abschottungseinheit
Personen zügig bewegen können.
[0014] Das vorgestellte Verfahren gestattet den Vorteil, dass auf die im Stand der Technik
vorgesehenen Feuerabschlusstüren ggf. vollständig verzichtet werden kann, so dass
geringerer konstruktiver Aufwand für den Brandschutz erforderlich ist. Hinzu kommt
durch den Fortfall der Abschlusstüren, dass ein Fahrgastfluss unter den verschiedenen
Wagenkästen des Schienenfahrzeugs verbessert wird. Dies führt zu einem attraktiven
Fahrzeugkonzept.
[0015] Die Aufgabe wird hinsichtlich des Fahrzeugs gelöst durch ein Schienenfahrzeug mit
einer Klimaanlage, die von einer zugehörigen Steuereinrichtung gesteuert ist, und
einer Anzahl von wenigstens zwei Wagenkästen, die jeweils mit einem Rauchmelder sowie
einer Zuluft und einer Ablauf ausgestattet sind, die von der Steuereinrichtung gesteuert
sind, wobei die Rauchmelder mit der Steuereinrichtung derart in einer Signalverbindung
stehen, dass der Steuereinrichtung das Auftreten eines Brandes in einem betroffenen
Wagen bzw. eines Wagenverbundes signalisiert wird, und die Steuereinrichtung derart
ausgebildet ist, dass sie bei Signalisierung eines Brandes in dem von dem Brand betroffenen
Wagen eine Zuluft und eine Abluft gezielt angesteuert und ggf. vermindert (Zuluft)
bzw. vergrößert (Abluft), jeweils bezogen auf Standardbetriebsbedingungen der Klimaanlage
und dass sie für den von dem Brand betroffenen Wagen oder Wagenverbund die Zuluft
abschaltet und erforderliche Zuluft über eine Lüftungsanlage eines benachbarten Wagens
oder Wagenverbunds des Brand beanspruchten Wagens oder Wagenverbundes zugeführt wird.
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
noch näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines Schienenfahrzeugs, das zur Durchführung eines Verfahrens
zum Brandschutz ausgeführt ist, in einem ersten Anwendungsfall und
- Figur 2
- eine schematische Ansicht eines Schienenfahrzeugs, das zur Durchführung eines Verfahrens
zum Brandschutz ausgeführt ist, in einem zweiten Anwendungsfall und
- Figur 3
- eine schematische Ansicht eines Schienenfahrzeugs, das zur Durchführung eines Verfahrens
zum Brandschutz ausgeführt ist, in einem dritten Anwendungsfall und
- Figur 4
- eine schematische Ansicht eines Schienenfahrzeugs, das zur Durchführung eines Verfahrens
zum Brandschutz ausgeführt ist, in einem vierten Anwendungsfall.
[0017] Die Figuren 1 und 3 zeigen jeweils in Kombination miteinander ein Schienenfahrzeug
aus mehreren Wagen, eine Steuereinrichtung 1 einer Klimaanlage zur Steuerung von Zulufteinrichtungen
2 und aktiven Fortlüftern 3, Rauchmeldern 4, sowie eine örtliche Druckverteilung (gemittelte
Druckverhältnisse) über die jeweils dargestellten Wagen des Schienenfahrzeugs.
[0018] Die Figuren 2 und 4 zeigen jeweils in Kombination miteinander ein Schienenfahrzeug
mit Wagenverbünden, eine Steuereinrichtung 1 einer Klimaanlage zur Steuerung von Zulufteinrichtungen
2 und aktiven Fortlüftern 3, Rauchmeldern 4 im Übergangsbereich der beiden den Wagenverbund
bildenden Wagen, sowie eine örtliche Druckverteilung (gemittelte Druckverhältnisse)
über die jeweils dargestellten Wagenverbünde des Schienenfahrzeugs.
[0019] Figur 1 veranschaulicht den Anwendungsfall, dass in einem mittleren von insgesamt
fünf Wagen ein Brand ausgebrochen ist. Zunächst ist es erforderlich, das Vorliegen
des Brandes zu erfassen. Dazu ist jeder Wagen mit jeweils mindestens zwei Rauchmeldern
4 ausgestattet, die in einer Signalisierungsverbindung mit der Steuereinrichtung 1
stehen. Sobald der Steuereinrichtung 1 das Vorliegen des Brandes im mittleren Wagen
mit Hilfe der Rauchmelder 4 signalisiert wird, erfolgt die folgende Steuerung der
Zulufteinrichtungen 2 und Fortlüfter 3 (Abluft):
Die Fortlüfter 3, die jeweils über brandgeschützte Leitungen mit der Klimaanlage verbunden
sind, des vom Brand betroffenen Wagens werden mit maximaler Leistung betrieben, sodass
Brandnebenprodukte mit erhöhter Geschwindigkeit aus dem Wagen abgeführt werden. Gleichzeitig
wird die Zuluft 2 des vom Brand betroffenen Wagens geschlossen. Eine erforderliche
Zuluft erfolgt über die Zulufteinrichtungen 2 der dem vom Brand betroffenen Wagen
benachbarten Wagen, so dass aus diesen zwei benachbarten Wagen die Luftströmung jeweils
in den vom Brand betroffenen Wagen hinein gerichtet ist. Dies vermindert eine Ausbreitung
der Brandnebenprodukte in die benachbarten Wagen, so dass auch ein Übergreifen des
Brandes auf die benachbarten Wagen wesentlich behindert wird.
[0020] Bei den beiden in Figur 1 äußeren Wagen ist die Lüftung ausgeschaltet. Sie kann je
nach Auslegung des Systems zusätzlich aktiviert werden. Dies ist u.a. abhängig vom
Gesamtabluftvolumenstrom im brandbeanspruchten Wagen.
[0021] Im unteren Bereich der Figur 1 ist der örtliche Druckverlauf (gemittelter Druckverlauf)
qualitativ über die fünf dargestellten Wagen des Schienenfahrzeugs dargestellt. Es
ist ersichtlich, dass in den benachbarten Wagen ein erhöhter Luftdruck herrscht, während
in dem vom Brand betroffenen Wagen ein Unterdruck erzeugt wird. Dies liegt daran,
dass die Zuluft im vom Brand betroffenen Wagen unterbunden ist, während die Fortlüfter
3 die Nachströmung sicherstellen.
[0022] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 wird davon ausgegangen, dass der Brand in
einem Wagenverbund, bestehend aus 2 Wagen, eines Schienenfahrzeugs ausgebrochen ist.
Die Signalisierung des Brandes erfolgt über die Rauchmelder 4 im Bereich des Wagenübergangs.
Daraufhin erfolgt die Ansteuerung der Zulufteinrichtung 2 des vom Brand betroffenen
Wagenverbundes wiederum so, dass sie geschlossen wird, während die Fortlüfter 3 des
Wagenverbundes bei maximaler Leistung betrieben werden. Eine erforderliche Zuluft
erfolgt über die Zulufteinrichtungen 2 der benachbarten Wagen des brandbeanspruchten
Wagenverbundes, sodass aus diesen zwei benachbarten Wagen die Luftströmung jeweils
in den vom Brand betroffenen Wagenverbund hinein gerichtet ist. Dies vermindert eine
Ausbreitung der Brandnebenprodukte in die benachbarten Wagen, so dass auch ein Übergreifen
des Brandes auf die benachbarten Wagen wesentlich behindert wird.
[0023] Bei den beiden in Figur 2 äußeren Wagen ist die Lüftung ausgeschaltet. Sie kann je
nach Auslegung des Systems zusätzlich aktiviert werden. Dies ist u.a. abhängig vom
Gesamtabluftvolumenstrom im brandbeanspruchten Wagen. Des Weiteren kann die Zuluft
über benachbarte Wagenverbünde sichergestellt werden.
[0024] Die zugehörige Druckverteilung ergibt sich aus dem unteren Teil von Figur 2. Es ist
ersichtlich, dass in dem benachbarten Wagen ein Überdruck herrscht, während in dem
vom Brand betroffenen Wagenverbund ein Unterdruck erzeugt wird.
[0025] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 3 wird davon ausgegangen, dass der Brand in
einem Endwagen eines Schienenfahrzeugs ausgebrochen ist. Die Signalisierung des Brandes
erfolgt wiederum über die Rauchmelder 4. Daraufhin erfolgt die Ansteuerung der Zulufteinrichtung
2 des vom Brand betroffenen Wagens wiederum so, dass sie geschlossen wird, während
die Fortlüfter 3 bei maximaler Leistung betrieben werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel
existiert nur ein benachbarter Wagen, bei dem in derselben Weise verfahren wird, wie
oben bei den beiden benachbarten Wagen nach dem ersten Ausführungsbeispiel. Dies bedeutet,
dass die Zulufteinrichtung 2 des benachbarten Wagens für die erforderliche Zuluft
des vom Brand betroffenen Wagens sorgt, so dass Brandnebenprodukte über die Fortlüfter
3 des vom Brand betroffenen Wagens abgeführt werden können.
[0026] Die zugehörige Druckverteilung ergibt sich aus dem unteren Teil von Figur 3. Es ist
ersichtlich, dass in dem benachbarten Wagen ein Überdruck herrscht, während in dem
vom Brand betroffenen Wagen ein Unterdruck erzeugt wird.
[0027] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 4 wird davon ausgegangen, dass der Brand in
einem am Ende des Schienefahrzeugs befindlichen Wagenverbund ausgebrochen ist. Die
Signalisierung des Brandes erfolgt wiederum über die Rauchmelder 4. Daraufhin erfolgt
die Ansteuerung der Zulufteinrichtungen 2 des vom Brand betroffenen Wagenverbunds
wiederum so, dass sie geschlossen werden, während die Fortlüfter 3 im Wagenverbund
bei maximaler Leistung betrieben werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel existiert
nur ein benachbarter Wagen bzw. Wagenverbund, bei dem in derselben Weise verfahren
wird, wie bei Figur 2. Dies bedeutet, dass die Zulufteinrichtungen 2 des benachbarten
Wagens bzw. Wagenverbundes für die erforderliche Zuluft des vom Brand betroffenen
Wagenverbundes sorgen, so dass Brandnebenprodukte über die Fortlüfter 3 des vom Brand
betroffenen Wagenverbundes abgeführt werden können.
[0028] Die zugehörige Druckverteilung ergibt sich aus dem unteren Teil von Figur 4. Es ist
ersichtlich, dass in dem benachbarten Wagen bzw. Wagenverbund ein Überdruck herrscht,
während in dem vom Brand betroffenen Wagenverbundes ein Unterdruck erzeugt wird.
[0029] Es ergibt sich, dass nach dem vorgestellten Verfahren auf Feuerschutzabschlüsse gegebenenfalls
vollständig verzichtet werden kann, da auf andere Weise eine Ausbreitung von Brandnebenprodukten
in benachbarte Wagen wirksam behindert wird. Der Ausbreitung von Brandnebenprodukten
wird durch aktive Steuerung der Klimatisierungseinrichtungen, wie den Zulufteinrichtungen
2 und den Fortlüftern 3, entgegengewirkt. Dies ermöglicht die Realisierung offener
Zugkonzepte, ohne die Sicherheit von Fahrgästen zu beeinträchtigen, was den Brandschutz
betrifft.
[0030] Insgesamt ist zu berücksichtigen, dass eine Bemessung der Zu- und Abluftvolumenströme
sowie deren Lage und Anordnung im Schienenfahrzeug im Wesentlichen abhängig von einem
zu erwartenden Brandereignis sind. Dieses ist gekennzeichnet durch einen zeitlichen
Verlauf einer Wärmefreisetzungsrate und der Produktion von Brandnebenprodukten. Die
jeweilige Bemessung des Brandszenarios sowie des Abschottungssystems wird daher üblicher
Weise im Einzelfall unter Berücksichtigung der eingesetzten Materialien (Innenwandverkleidungen,
Fahrgastsitze, usw.) und technischen Einrichtungen im Schienenfahrzeug erfolgen.
1. Verfahren zum Betrieb eines Schienenfahrzeugs im Brandfalle, bei dem
a) eine Rauchdetektion in einem der Wagen bzw. Wagenverbund des Schienenfahrzeugs
einer Steuereinrichtung (1) einer Klimaanlage signalisiert wird,
b) die Klimaanlage derart angesteuert wird, dass in dem brandbeanspruchten Wagen bzw.
Wagenverbund eine Zuluft und eine Abluft gezielt angesteuert und ggf. vermindert bzw.
vergrößert wird, wobei für den von dem Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbundes
die Zuluft abgeschaltet und erforderliche Zuluft über eine Lüftungsanlage eines dem
vom Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbundes benachbarten Wagens bzw. Wagenverbundes
zugeführt wird bzw. Wagenverbund
c) ein oder mehrere Wagen bzw. Wagenverbund zu einem virtuellen Rauchabschnitt zusammengefasst
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem
die Klimaanlage in Schritt b) so gesteuert wird, dass in dem vom Brand betroffenen
Wagen bzw. Wagenverbundes ein unter dem Atmosphärendruck liegender Druck eingestellt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
bei dem
in Schritt b) die Abluft für den vom Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbundes maximal
und die Zuluft aus den benachbarten Wagen bzw. Wagenverbünden dementsprechend eingestellt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
bei dem
zur Optimierung der Zu- und Abluftführung im Bereich der Wagenübergänge eines jeden
Wagens bzw. Wagenverbundes gesonderte Brandschutzeinrichtungen in Form von mobilen
Rauchschürzen oder herunterklappbaren Deckenelementen installiert werden, die den
Öffnungsquerschnitt in ihrer Höhe von oben nach unten reduzieren, mit dem Ziel, für
die Rauchschicht im brandbeanspruchten Bereich eine Rezirkulationszone und im unteren
Bereich durch die Querschnittsverringerung eine erhöhte Zuluftgeschwindigkeit zu schaffen.
5. Schienenfahrzeug mit einer Klimaanlage, die von einer zugehörigen Steuereinrichtung
(1) gesteuert ist, und einer Anzahl von wenigstens zwei Wagenkästen, die jeweils mit
einem Rauchmelder (4) sowie einer Zuluft und einer Abluft ausgestattet sind, die von
der Steuereinrichtung (1) gesteuert sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rauchmelder (4) mit der Steuereinrichtung (1) derart in einer Signalverbindung
stehen, dass der Steuereinrichtung (1) das Auftreten eines Brandes in einem betroffenen
Wagen bzw. Wagenverbundes signalisiert wird, und die Steuereinrichtung (1) derart
ausgebildet ist, dass sie bei Signalisierung eines Brandes in dem von dem Brand betroffenen
Wagen bzw. Wagenverbund eine Zuluft und eine Abluft gezielt ansteuert und ggf. vermindert
bzw. vergrößert jeweils bezogen auf Standardbetriebsbedingungen der Klimaanlage, und
dass sie für den von dem Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbund die Zuluft abschaltet
und erforderliche Zuluft über eine Lüftungsanlage eines benachbarten Wagens bzw. Wagenverbundes
des brandbeanspruchten Wagens bzw. Wagenverbundes zugeführt wird.
6. Schienenfahrzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (1) derart ausgebildet ist, dass sie in dem von Brand betroffenen
Wagen bzw. Wagenverbund durch Ansteuern der Zuluft und der Abluft dieses Wagens bzw.
Wagenverbundes sowie der Lüftungsanlage eines benachbarten Wagens bzw. Wagenverbundes
in den vom Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbund einen unter dem Atmosphärischendruck
liegenden Druck einstellt.
7. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (1) derart ausgebildet ist, dass sie die Abluft für den vom
Brand betroffenen Wagen bzw. Wagenverbund maximal einstellt.
8. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zuleitung von der Klimaanlage zu Fortlüftern der Abluft brandgeschützt ausgeführt
ist.
1. Method for operating a rail vehicle in the case of fire, in which
a) detection of smoke in one of the coaches or groups of coaches of the rail vehicle
is signalled to a control device (1) of an air-conditioning system,
b) the air-conditioning system is activated in such a way that, in the fire-affected
coach or group of coaches, supply air and exhaust air are specifically activated and
reduced or increased as appropriate, wherein, for the coach or group of coaches that
is affected by the fire, the supply air is switched off and required supply air is
fed by way of a ventilation system of a coach or group of coaches neighbouring the
coach or group of coaches that is affected by the fire,
c) one or more coaches or group of coaches are combined to form a virtual smoke section.
2. Method according to Claim 1,
in which
the air-conditioning system is controlled in step b) in such a way that a pressure
below atmospheric pressure is set in the coach or group of coaches that is affected
by the fire.
3. Method according to Claim 2,
in which
in step b) the exhaust air for the coach or group of coaches that is affected by the
fire is set to the maximum and the supply air from the neighbouring coaches or groups
of coaches is set accordingly.
4. Method according to either of Claims 1 and 2,
in which
to optimize the conduction of supply air and exhaust air, installed in the region
of the gangways of each coach or group of coaches are separate fire protection devices
in the form of mobile smoke aprons or fold-down ceiling elements, which reduce the
opening cross section in its height from the top downwards, with the aim of creating
a recirculation zone for the layer of smoke in the fire-affected region and creating
an increased supply air rate in the lower region by reducing the cross section.
5. Rail vehicle with an air-conditioning system, which is controlled by an associated
control device (1), and with a number of at least two coach bodies, which are in each
case equipped with a smoke detector (4) and also supply air and exhaust air, which
are controlled by the control device (1), characterized in that
the smoke detectors (4) are in signalling connection with the control device (1) in
such a way that the occurrence of a fire in an affected coach or group of coaches
is signalled to the control device (1), and the control device (1) is designed in
such a way that, when a fire is signalled, in the coach or group of coaches that is
affected by the fire it specifically activates, and reduces or increases as appropriate,
supply air and exhaust air in each case with respect to standard operating conditions
of the air-conditioning system, and
in that it switches off the supply air for the coach or group of coaches that is affected
by the fire and required supply air is fed by way of a ventilation system of a coach
or group of coaches neighbouring the coach or group of coaches that is affected by
the fire.
6. Rail vehicle according to Claim 5,
characterized in that
the control device (1) is designed in such a way that it sets a pressure below atmospheric
pressure in the coach or group of coaches that is affected by the fire by activating
the supply air and the exhaust air of this coach or group of coaches and also the
ventilation system of a neighbouring coach or group of coaches in the coaches or group
of coaches that is affected by the fire.
7. Rail vehicle according to either of Claims 5 and 6,
characterized in that
the control device (1) is designed in such a way that it sets the exhaust air for
the coach or group of coaches that is affected by the fire to the maximum.
8. Rail vehicle according to one of Claims 5 to 7,
characterized in that
a supply line of the air-conditioning system to extractor fans for the exhaust air
is designed in a fire-protected manner.
1. Procédé pour faire fonctionner un véhicule ferroviaire en cas d'incendie, dans lequel
a) on signale une détection de fumée dans l'un d'une voiture ou d'un ensemble de voitures
du véhicule ferroviaire à un dispositif ( 1 ) de commande d'une installation de conditionnement
d'air,
b) on commande l'installation de conditionnement d'air de manière à commander, de
façon ciblée, une arrivée d'air et une évacuation d'air dans la voiture ou l'ensemble
de voitures menacé d'incendie et, le cas échéant, on la diminue ou on l'augmente,
dans lequel
pour la voiture ou l'ensemble de voitures concerné par l'incendie, on interrompt l'arrivée
d'air et on envoie l'air nécessaire par un système de ventilation d'une voiture ou
d'un ensemble de voitures voisin de la voiture ou de l'ensemble de voitures concerné
par l'incendie,
c) on rassemble une ou plusieurs voitures ou ensemble de voitures en un tronçon de
fumée virtuel.
2. Procédé suivant la revendication 1,
dans lequel
on commande l'installation de conditionnement d'air au stade b) de manière à établir
une pression inférieure à la pression atmosphérique dans la voiture ou dans l'ensemble
de voitures concerné par l'incendie.
3. Procédé suivant la revendication 2,
dans lequel
dans le stade b), on règle l'évacuation d'air pour la voiture ou l'ensemble de voitures
concerné par l'incendie au maximum et on règle de manière correspondante l'arrivée
d'air provenant des voitures ou des ensembles de voitures voisins.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 ou 2,
dans lequel
pour optimiser l'arrivée et l'évacuation d'air dans la partie de passage entre les
voitures de chaque voiture ou de chaque ensemble de voitures, on installe des dispositifs
anti-incendie particuliers sous la forme de jupes de fumée ou d'éléments de couverture
rabattables, qui réduisent la section transversale d'ouverture dans sa hauteur de
haut en bas dans le dessein de ménager, pour la couche de fumée dans la partie menacée
d'incendie, une zone de recirculation et, dans la partie inférieure, une vitesse d'air
arrivant plus grande par la diminution de la section transversale.
5. Véhicule ferroviaire ayant une installation de conditionnement d'air commandée par
un dispositif ( 1 ) de commande associé et un certain nombre d'au moins deux caisses
de voiture, qui sont équipées chacune d'un détecteur ( 4 ) de fumée, ainsi que d'une
arrivée d'air et d'une évacuation d'air commandées par le dispositif de commande,
caractérisé en ce que
le détecteur ( 4 ) de fumée est dans une relation de signalisation avec le dispositif
( 1 ) de commande, de manière à signaler au dispositif ( 1 ) de commande l'apparition
d'un incendie dans une voiture ou dans un ensemble de voitures concerné, et le dispositif
( 1 ) de commande est constitué de manière à commander de manière ciblée une arrivée
d'air ou une évacuation d'air lors de la signalisation d'un incendie dans la voiture
ou l'ensemble de voitures concerné par l'incendie et, le cas échéant, à la diminuer
ou à l'augmenter par rapport aux conditions de fonctionnement normales de l'installation
de conditionnement d'air
et en ce qu'elle interrompt l'arrivée d'air pour la voiture ou l'ensemble de voitures concerné
par l'incendie et envoie l'air nécessaire par un système de ventilation d'une voiture
ou d'un ensemble de voitures voisin de la voiture ou de l'ensemble de voitures menacé
d'incendie.
6. Véhicule ferroviaire suivant la revendication 5,
caractérisé en ce que
le dispositif ( 1 ) de commande est constitué de manière à établir une pression inférieure
à la pression atmosphérique dans la voiture ou dans l'ensemble de voitures concerné
par l'incendie en commandant l'arrivée d'air et l'évacuation d'air de cette voiture
ou de cet ensemble de voitures, ainsi que le système de ventilation d'une voiture
ou d'un ensemble de voitures voisin de la voiture ou de l'ensemble de voitures concerné
par l'incendie.
7. Véhicule ferroviaire suivant l'une des revendications 5 ou 6, caractérisé en ce que
le dispositif ( 1 ) de commande est constitué de manière à régler au maximum l'évacuation
d'air pour la voiture ou l'ensemble de voitures concerné par l'incendie.
8. Véhicule ferroviaire suivant l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que
un conduit d'arrivée d'air de l'installation de conditionnement d'air est réalisé
de manière protégée vis-à-vis de l'incendie pour ventiler l'air qui s'échappe.