| (19) |
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(11) |
EP 2 242 339 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.08.2017 Patentblatt 2017/31 |
| (22) |
Anmeldetag: 03.03.2010 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (54) |
Gasinjektionssystem für eine Partikeltherapieanlage, Verfahren zum Betrieb eines solchen
Gasinjektionssystems, und Partikeltherapieanlage umfassend das Gasinjektionssystem
Gas injection system for a particle therapy assembly, method for operating the same,
and particle therapy assemby comprising the gas injection system
Système d'injection de gaz pour une installation de traitement par particules, procédé
de fonctionnement de ce système, et installation de traitement par particules comprennant
ce système d'injection de gaz
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
16.04.2009 DE 102009017648
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.10.2010 Patentblatt 2010/42 |
| (73) |
Patentinhaber: Siemens Healthcare GmbH |
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91052 Erlangen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Uhl, Thomas
35102, Lohra (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 185 926 JP-A- 2009 054 445 US-A1- 2006 093 754
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JP-A- H0 212 748 JP-U- S 599 500 US-A1- 2006 192 103
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- D BUTTON ET AL: "USE OF AN ECR ION SOURCE FOR MASS SPECTROMETRY", 18TH INTERNATIONAL
WORKSHOP ON ECR ION SOURCES, vol. 60, 1 January 2008 (2008-01-01), page 55, XP055192061,
- S LEMAITRE ET AL: "ECR PLASMA JET IONIZER FOR A HIGH INTENSITY POLARIZED H/D-ION SOURCE",
EPAC 2000 CONTRIBUTIONS TO THE PROCEEDINGS, 24 July 2000 (2000-07-24), XP055192068,
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Gasinjektionssystem für eine Partikeltherapieanlage sowie
ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Gasinjektionssystems.
[0003] Bei einer Partikeltherapie insbesondere von Krebserkrankungen, wird ein Partikelstrahl
beispielsweise aus Protonen oder Schwerionen, wie z.B. Kohlenstoffionen, erzeugt.
Der Partikelstrahl wird in einem Beschleuniger erzeugt und in einen Behandlungsraum
geführt und tritt dort über ein Austrittsfenster ein. In einer besonderen Ausführung
kann der Partikelstrahl von dem Beschleuniger abwechselnd in verschiedene Behandlungsräume
gelenkt werden. In dem Bestrahlungsraum ist ein zu therapierender Patient z.B. auf
einem Patiententisch positioniert und gegebenenfalls immobilisiert.
[0004] Zum Erzeugen des Partikelstrahls enthält der Beschleuniger eine Ionenquelle, beispielsweise
eine Elektron-Zyklotron-Resonanz-Ionenquelle (EZR-Ionenquelle). In der Ionenquelle
wird eine gerichtete Bewegung von freien Ionen mit einer bestimmten Energieverteilung
erzeugt. Dabei sind positiv geladene Ionen, wie Protonen oder Kohlenstoffionen, ideal
für die Bestrahlung bestimmter Tumore. Der Grund dafür ist, dass sie mit Hilfe des
Beschleunigers auf hohe Energien gebracht werden können und zum anderen geben sie
ihre Energie im Körpergewebe sehr präzise wieder ab. Die in der Ionenquelle erzeugten
Partikel laufen in einem Synchrotron-Ring mit mehr als 50MeV/u auf einer Kreisbahn
um. Es wird somit für die Therapie ein gepulster Partikelstrahl mit exakt vorher definierter
Energie, Fokussierung und Intensität geliefert.
[0005] Zum Erzeugen der Teilchen wird in die Ionenquelle ein Gas, welches ionisiert werden
soll, eingeleitet. Für einen definierten Partikelstrahl ist ein hochgenauer und gleichbleibender
Gasstrom des zugeleiteten Gases erforderlich. Um behandlungsabhängig unterschiedliche
Gase, wie z.B. Kohlenstoffdioxid oder Wasserstoff, alternierend in die Ionenquelle
einleiten zu können, sind für die Gasströme separate Leitungen vorgesehen, die in
die Ionenquelle münden. Beim Wechsel des Gasstromes zum Erzeugen eines neuen Partikelstrahls
werden beispielsweise zuerst die Gasleitungen des aktuellen Betriebsgases geschlossen,
das System wird durchgespült und erst dann wird der andere Gasstrom in die Ionenquelle
eingeleitet.
[0006] Die Einstellung eines hochgenauen gewünschten Gasstroms ist jedoch schwierig und
damit zeitaufwändig. Die Durchflussraten hängen von der gewählten Gasart ab und liegen
im Allgemeinen unter 1sccm (Standardkubikzentimeter pro Minute), für Kohlenstoffdioxid
bei einer Sputterionenquelle z.B. bei 0,002sccm. Und bei einer EZR-Ionenquelle z.B.
bei ca. 0,3sccm.
[0007] Zum Einstellen des Drucks und damit des Gasstroms in den Gasleitungen werden heutzutage
temperaturgesteuerte Nadelventile eingesetzt, über die eine genaue Einstellung der
gewünschten geringen Durchflussrate schwierig ist. Da zudem ein direktes Messen der
Durchflussraten nicht mit der gewünschten Genauigkeit möglich ist, erfolgt die Einstellung
der Durchflussrate durch Messen des erzeugten Partikelstrahls und ein sukzessives
Verstellen des Nadelventils nach dem try-and-error-Prinzip. Weiterhin sind die Ventile
sehr temperaturempfindlich. Variationen der Umgebungstemperatur führen daher zu Schwankungen
der Durchflussrate. Aus diesem Grund muss die Umgebungstemperatur innerhalb von 2°C
stabil gehalten werden. Darüber hinaus ist es erforderlich nach Austausch von Komponenten,
z.B. von in den Leitungen angeordneten Ventilen, die Parameter des Systems neu einzustellen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein möglichst schnelles Umschalten zwischen
den unterschiedlichen Gasen, die in die Ionenquelle eingeleitet werden, zu ermöglichen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Gasinjektionssystem gemäß dem Anspruch
1.
[0009] Ein wichtiger Vorteil des Gasinjektionssystems besteht darin, dass dank des Mehrweg-Umschaltventils,
an welches sowohl die zweite als auch die dritte Leitung angeschlossen sind, ein besonders
schnelles Umschalten zwischen diesen Leitungen erfolgt, so dass abwechselnd der Gasstrom
aus der zweiten oder aus der dritten Leitung in die erste Leitung bzw. in die Ionenquelle
eingeleitet wird. Die Zeit zum Umschalten bei einem solchen Ventil liegt bei weniger
als 1 Sekunde und nach weniger als 5 Sekunden ist der Gasstrom in der ersten Leitung
stabil. Somit kann innerhalb von wenigen Sekunden ein neuer konstanter Gasstrom eingestellt
werden und die Art der Ionen im Partikelstrahl geändert werden, ohne dass das System
gereinigt werden muss, wenn das Betriebsgas geändert wird.
[0010] Unter Umschaltventil wird hierbei ein Ventil verstanden, das ohne Vermischen der
beiden Gasströme wechselweise den einen oder den anderen Eingang mit dem Ausgang strömungstechnisch
verbindet. Es erfolgt daher quasi ein digitales Umschalten zwischen den Gasströmen.
[0011] Ein weiterer Vorteil beim Einsatz des Mehrweg-Umschaltventils ist, dass nur eine
Leitung erforderlich ist, durch welche Abwechselnd unterschiedliche Gasströme in die
Ionenquelle eingeleitet werden, so dass eine Reduzierung des Raumbedarfs vorliegt.
[0012] Darüber hinaus ist der zweiten Leitung und der dritten Leitung strömungstechnisch
jeweils ein Nadelventil vorgeschaltet und die zweite und dritte Leitung sind zumindest
abschnittsweise aus Kapillaren, insbesondere aus Glaskapillaren, zum Einstellen des
Volumenstroms gebildet. Das Gas im System gelangt aufgrund des in der Ionenquelle
herrschenden Vakuums zur Ionenquelle. Das Gas wird übelicherweise von einem Gasspeicher
mit einem Druck von einigen bar, wobei 1 bar = 1000000 Pa, beispielsweise von 200000
Pa (2 bar), bereitgestellt. Zur Einstellung der gewünschten Durchfluss- oder Strömungsrate
ist daher eine genaue und zuverlässige konstante Druckreduzierung, z.B. von etwa 200000
Pa (2 bar) auf nahezu 0 bar, Pa (0 bar), erforderlich. Um dies zu erreichen und dabei
einen möglichst wenig schwankenden Gasvolumenstrom einzustellen, der von den Umwelteinflüssen
minimal abhängig ist, sind die Kapillaren vorgesehen. Die Eigenschaften der Kapillare
wie Länge und innerer Durchmesser unter Berücksichtigung des Drucks auf der Hochdruckseite
(200000 Pa bzw. 2 bar) und der Niederdruckseite (0 Pa bzw. 0 bar) sind derart gewählt,
dass der gewünschte Druckabfall entlang der Kapillaren erfolgt. Dabei ist der Gasstrom
aufgrund der konstanten Druckdifferenz zwischen der Hochdruckseite und dem Vakuum
in der Ionenquelle konstant gehalten.
[0013] Bei der Glaskapillare handelt es sich allgemein um ein passiv wirkendes Drosselorgan,
das unempfindlich gegen äußere Einflüsse, wie beispielsweise Temperaturschwankungen
ist. Die Kapillaren stellen die engsten Bereiche der Leitungen dar und weisen einen
äußeren Durchmesser, der <1mm und insbesondere <0,5mm ist und eine Länge von mehreren
Dezimetern oder einigen Metern auf. Die Kapillaren münden in die Armaturen oder in
einen Leitungsabschnitt mit einem größeren Durchmesser, wobei die Durchflussrate des
Gases, die durch eine Kapillare eingestellt ist, stromabwärts konstant bleibt. Da
im Gasinjektionssystem der Druckabfall über die Kapillaren geregelt wird, müssen die
Einstellungen nach Austausch eines Ventiles nicht überprüft werden und es ist keine
Feinjustage erforderlich, d.h. die Parametereinstellungen des Systems sind hoch reproduzierbar.
[0014] Zweckdienlicherweise ist ein Steuersystem vorgesehen, das aus den geometrischen Daten
der Kapillaren die Durchflussrate des durch die erste Leitung der Ionenquelle zugeführten
Gases ermittelt.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist das Mehrweg-Umschaltventil weiter einen
zweiten Ausgang auf, wobei die Leitung, die mit der ersten Leitung nicht strömungstechnisch
kommuniziert, mit dem zweiten Ausgang verbunden ist. Somit strömt auch das Gas, welches
nicht in die Ionenquelle eingeleitet wird, insbesondere kontinuierlich aus dem Mehrweg-Umschaltventil
hinaus, so dass sich eine stabile Gasströmung einstellt.
[0016] Vorzugsweise ist an den zweiten Ausgang eine Pumpe, insbesondere eine Vakuumpumpe,
angeschlossen. Dies bedeutet, dass die Leitung, die über das Mehrweg-Umschaltventil
mit der ersten Leitung zur Gaszufuhr in die Ionenquelle nicht strömungstechnisch kommuniziert,
mit der Pumpe verbunden ist, so dass das Gas in dieser Leitung kontinuierlich aus
dem System ausgesaugt wird. Die Vakuumpumpe simuliert hierbei die evakuierten Ionenquelle.
Die Strömungsparameter für die Gasströme ändern sich daher im Betrieb der Partikeltherapieanlage
nicht, auch wenn einer dieser Gasströme für die Erzeugung des Partikelstrahls gerade
nicht verwendet wird. Wenn sich stabile Gasströme in der zweiten und der dritten Leitung
eingestellt haben, dann werden diese bevorzugt nicht unterbrochen, auch wenn eins
dieser Gasströme nicht in die Ionenquelle eingeleitet wird. Die Gasströme werden unterbrochen
wenn sie länger als z.B. 30 min nicht gebraucht werden, dafür ist ein zusätzliches
On-Off-Ventil an jeder Leitung vor dem Mehrweg-Umschaltventil eingebaut. Im Betrieb
der Partikeltherapieanlage fließen die Gasströme kontinuierlich entweder in Richtung
der Ionenquelle oder aus dem Gasinjektionssystem heraus. Da es sich dabei um sehr
kleine Gasströme handelt, die in Bereich von wenigen Standard-Mikrolitern pro Minute
liegen, sind die Gasverluste sehr klein.
[0017] Zweckdienlicherweise ist das Mehrweg-Umschaltventil ein 2-Positions-4-Wege-Ventil.
Dies bedeutet, dass das Ventil zwei Eingänge sowie zwei Ausgänge aufweist, so dass
durch das Ventil parallel zwei Gasströme in zwei unterschiedliche Richtungen fließen
können. Beim Umschalten des Ventils wird jeder der Eingänge an den jeweils anderen
Ausgang angeschlossen, so dass die Richtung der Gasströme aus dem Ventil heraus geändert
wird.
[0018] Damit mehr als nur zwei Gasströme in die Ionenquelle eingeleitet werden können, ist
vorzugsweise ein zusätzliches Multipositionsventil vorgesehen, welches strömungstechnisch
an einen der Eingänge des Mehrweg-Umschaltventils angeschlossen ist. Das Multipositionsventil
ist und dem Mehrweg-Umschaltventil vorgeschaltet. Eingangsseitig sind die zweite und
die dritte Leitung sowie zumindest eine weitere Leitung angeschlossen. Somit können
durch einen der Eingänge des Mehrweg-Umschaltventils alternierend mehrere Gasströme
in das Mehrweg-Umschaltventil eingeleitet werden.
[0019] Zur Ausbildung eines Gasgemisches münden zumindest zwei Vorleitungen in die zweite
Leitung, die insbesondere über einen Y-Verbinder mit der zweiten Leitung verbunden
sind. Häufig ist es erforderlich, dass das zu ionisierende Gas mit Hilfe eines Trägergases,
z.B. eines Inertgases, in die Ionenquelle transportiert wird. Um eine gute Durchmischung
der beiden Gase zu erreichen, münden ihre Leitungen an die gleiche Stelle in die zweite
Leitung, wobei dies technisch durch einen Y-Verbinder realisiert ist.
[0020] Nach einer bevorzugten Variante ist in den Vorleitungen jeweils ein Sperrventil zum
Unterbrechen der Gasströme bevor sie sich vermischt haben vorgesehen. Nach einer weiteren
bevorzugten Variante sind vor den Eingängen des Mehrweg-Umschaltventils Sperrventile
vorgesehen. Analogerweise ist gemäß einer dritten bevorzugten Variante zwischen dem
Mehrweg-Umschaltventil und der Ionenquelle ein Sperrventil vorgesehen. Die Sperrventile
werden beim Hochfahren bzw. Runterfahren der Partikeltherapieanlage geöffnet bzw.
geschlossen, wodurch die Bereitstellung der Betriebsgase reguliert wird. Auch wenn
ein Betriebsgas für längere Zeit als 30 min nicht benötigt wird, wird das entsprechende
Sperrventil geschlossen und etwa 5min vor der Wiederbenutzung des Betriebsgases wieder
geöffnet. Auch bei Betriebsstörungen werden die Sperrventile einzeln oder Gruppen
geschlossen, so dass die Gasströme in den unterschiedlichen Leitungsabschnitten des
Gasinjektionssystems unterbrochen werden.
[0021] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist ein Steuersystem zur zentralen Steuerung
der Ventile vorgesehen. Das komplexe Gasinjektionssystem wird dabei zentral gesteuert
und weist einen hohen Automatisierungs- und Synchronisierungsgrad auf.
[0022] Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb eines Gasinjektionssystems
gemäß dem Anspruch 12. Die in Bezug auf das Gasinjektionssystem aufgeführten Vorteile
und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auf das Verfahren zu übertragen.
[0023] Beim beschriebenen Verfahren wird ein dauerhaft stabiler Gasstrom eingestellt, unabhängig
davon, ob Gas aus der zweiten oder der dritten Leitung in die Ionenquelle eingeleitet
wird, indem das Gasinjektionssystem bevorzugt derart angesteuert wird, dass im Betrieb
solange der Gasstrom aus der zweiten Leitung in die Ionenquelle eingeleitet wird,
der Gasstrom aus der dritten Leitung über das Mehrweg-Umschaltventil von einer Pumpe
angesaugt wird, und beim Umschalten des Mehrweg-Umschaltventils der Gasstrom aus der
dritten Leitung in die Ionenquelle eingeleitet wird und der Gasstrom aus der zweiten
Leitung über das Mehrweg-Umschaltventil von der Pumpe angesaugt wird.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Hierin zeigen schematisch:
- FIG 1
- ein Gasinjektionssystem für eine Partikeltherapieanlage mit einem Mehrweg-Umschaltventil
in einer ersten Position, und
- FIG 2
- das Gasinjektionssystem gemäß FIG 1 mit dem Mehrweg-Umschaltventil in einer zweiten
Position.
[0025] Gleiche Bezugszeichen haben in den verschiedenen Figuren die gleiche Bedeutung.
[0026] In FIG 1 ist ein Gasinjektionssystem 2 gezeigt, welches im Wesentlichen eine Ionenquelle
4 und ein der Ionenquelle 4 vorgeschaltetes Mehrweg-Umschaltventil 6, weiterhin einfach
Ventil genannt, umfasst. Ausgehend vom Mehrweg-Umschaltventil 6 führt eine erste Leitung
8 zur Ionenquelle 4 und eine zweite und eine dritte Leitung 10, 12 münden in das Ventil
6. Über eine vierte Leitung 14 ist an das Ventil 6 eine Vakuumpumpe 16 angeschlossen.
Die Leitungen 8, 10, 12 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel aus rostfreiem Stahl
ausgebildet.
[0027] Das Ventil 6 ist ein 2-Position-4-Wege-Ventil, d.h. dass das Ventil 6 vier Anschlüsse
aufweist: zwei Eingänge 17a für die zweite und dritte Leitung 10, 12 und zwei Ausgänge
17b für die erste und die vierte Leitung 8, 14. Durch Kombinationen beim Verbinden
der beiden Eingänge 17a mit den beiden Ausgängen 17b entstehen 2 Postionen des Ventils
6, welche im Zusammenhang mit FIG 2 erläutert sind.
[0028] An der zweiten Leitung 10 ist ein Y-Verbinder 18 angeordnet, so dass zwei Vorleitungen
20,22 an der gleichen Stelle in die zweite Leitung 10 münden. Über die Vorleitung
20 wird aus einem ersten Druckbehälter 24 mit Niederfluss-Druckminder Kohlenstoffdioxid
bereitgestellt. Als Trägergas wird Helium verwendet, welches in einem weiteren Druckbehälter
26 mit Niederfluss-Druckminder aufbewahrt ist und über die Vorleitung 22 zur zweiten
Leitung 8 gelangt, in der es sich im Bereich des Y-Verbinders 18 mit dem Kohlenstoffdioxid
vermischt. Beide Vorleitungen 20,22 weisen jeweils ein Nadelventil 28a, 28b, einen
Drucksensor 30a, 30b zum Messen des Druckes in den Vorleitungen 20, 22 und ein Sperrventil
32, 34 zum Unterbrechen des jeweiligen Gasstroms aus den Druckbehältern 24, 26 auf.
Die Niederdruckventile 28a, 28b ermöglichen eine rasche Regulierung des Drucks in
den Vorleitungen 22, 24. Beim Reduzieren des Drucks in einer Leitung kann sich der
Druck bei einem Fluss von 1sccm nur langsam ändern. Um die Einstellung zu beschleunigen,
wird die Gasentnahme durch die Nadelventile 28a, 28b erhöht.
[0029] Über die dritte Leitung 12 kann aus einem weiteren Druckbehälter 36 mit Niederfluss-Druckminder
Wasserstoff in die Ionenquelle 4 eingeleitet werden, um einen Partikelstrahl aus Protonen
zu erzeugen. An der Wasserstoffleitung sind ebenfalls ein Nadelventil 28c, ein Drucksensor
30c sowie ein Sperrventil 38 angeordnet. Vorzugsweise - wie im Ausführungsbeispiel
dargestellt - ist dem Mehrweg-Umschaltventil 6 ein Multipositionsventil 40 vorgeschaltet,
durch welches weitere Gase, wie z.B. Sauerstoff, über die dritte Leitung 12 bei Bedarf
in die Ionenquelle 4 eingeleitet werden.
[0030] An der ersten Leitung 8 zwischen dem Mehrweg-Umschaltventil 6 und der Ionenquelle
4 ist ebenfalls ein Sperrventil 42 vorgesehen, durch welches der Gasstrom nach dem
Mehrweg-Umschaltventil 6 unterbrochen werden kann.
[0031] Das Gasinjektionssystem 2 weist außerdem ein Steuersystem 44 zur zentralen Steuerung
zumindest der Sperrventile 32, 34, 35, 38 und 42 auf. Die Steuerung der Sperrventile
32, 34, 35, 38 und 42 erfolgt pneumatisch mittels komprimierter Luft aus einem Druckbehälter
46 mit Niederfluss-Druckminder. Die Zu- und Ableitung der Luft erfolgt mittels elektrischer
Ventile 48, welche digital angesteuert werden.
[0032] Im Gasinjektionssystem 2 wird das Gas aufgrund der Druckdifferenz zwischen den Druckbehältern
24, 26, 36, in denen ursprünglich ein Druck von beispielsweise etwa 2 bar herrscht,
zur evakuierten Ionenquelle 4 bzw. zur Vakuumpumpe 16 transportiert. Damit ein Druckabfall
von 2 bar auf nahezu 0 bar realisiert wird, ist vorgesehen den Abschnitt der Vorleitungen
20,22 zwischen den Sperrventilen 32,34 und dem Y-Verbinder 18, den Abschnitt der zweiten
Leitung 10 zwischen dem Y-Verbinder 18 und dem Sperrventil 35 sowie den Abschnitt
der dritten Leitung 12 zwischen dem Druckbehälter 36 und dem Sperrventil 38 Kapillaren
C
1, C
2, C
3, insbesondere Glaskapillare, auszubilden. Die Länge und der innere Durchmesser der
Kapillaren C
1, C
2, C
3 sind derart gewählt, dass der gewünschte Druckabfall entlang der Kapillaren C
1, C
2, C
3 erfolgen kann. Die Länge der Kapillaren C
1, C
2, C
3 variiert dabei im Dezimeter- oder Meter-Bereich, z.B. der gewünschte Druckabfall
erfolgt auf einer Strecke von etwa 2m. Der Außendurchmesser der Kapillaren C
1, C
2, C
3 ist bevorzugt kleiner als 1mm, beispielsweise im Bereich 0,2 bis 0,3mm und der Innendurchmesser
ist etwa um Potenz 10
-1 kleiner und beträgt beispielsweise 0,02 bis 0,06mm.
[0033] Das Gasinjektionssystem 2 ist derart ausgebildet, dass Helium und Kohlenstoffdioxid
mit einer gewünschten Durchflussrate in die Ionenquelle 4 eingeleitet wird. Um einen
Rückstrom des Kohlenstoffdioxids in die Helium-Vorleitung 22 und umgekehrt zu verhindern,
ist zwischen dem Helium-Sperrventil 34 und dem Y-Verbinder 18 die Kapillare C
1 und zwischen dem Kohlenstoffdioxid-Sperrventil 32 und dem Y-Verbinder die Kapillare
C
2 vorgesehen. Diese gewährleistet einen höheren Druck auf der Seite des Helium-Sperrventils
24 im Vergleich zum Y-Verbinder 18, so dass die Richtung des Gasstroms vorgegeben
ist.
[0034] Der Kohlenstoffdioxid-Gasstrom ist über eine Glaskapillare C
2 zum Y-Verbinder 18 geleitet und dort in das Helium eingespeist. Die Eigenschaften
dieser Kapillaren C
2 und der Druck des Kohlenstoffdioxids bestimmen die Konzentration von Kohlenstoffdioxid
in Helium. Nachdem die Durchflussraten von Helium und Kohlenstoffdioxid durch die
Kapillaren C
2 und C
2 z.B. auf jeweils 0,3sccm eingestellt sind, ist eine weitere Glaskapillare C
3 vom Y-Verbinder 18 bis zum Sperrventil 35 für den Gastransport zur Ionenquelle 4
vorgesehen.
[0035] Analogerweise wird der Druckabfalls zwischen dem Wasserstoffbehälter 36 und dem Sperrventil
38 durch eine Kapillare C
4 eingestellt.
[0036] Zu beachten ist, dass bevor das Gasgemisch-Sperrventil 35 geschlossen wird, die Sperrventile
32 und 34 für das Kohlenstoffdioxid und das Helium geschlossen werden müssen, damit
ein Vermischen der Gase in den Druckbehältern 24,26 aufgrund von Diffusion vermieden
wird.
[0037] Die Gasströme von den Leitungen 10,12 sind in das 2-Position-4-Wege-Ventil 6 eingeleitet
und mittels des Ventils 6 wird eingestellt, ob das Helium-Kohlenstoffdioxid-Gasgemisch
oder der Wasserstoff der Ionenquelle 4 zugeführt wird. In FIG 1 ist eine erste Position
des Ventils 6 gezeigt, bei der das Gasgemisch aus der zweiten Leitung 10 über die
erste Leitung 8 in die Ionenquelle 4 eingespeist wird. Parallel wird der Wasserstoff
aus der dritten Leitung 12 nach dem Ventil 6 von der Vakuumpumpe 16 angesaugt, wobei
durch die Vakuumpumpe 16 die Betriebsbedingungen in der Ionenquelle 4 simuliert werden.
Durch das kontinuierliche Ansaugen des Wasserstoffs durch die Vakuumpumpe 16 kann
sich eine stabile Strömung einstellen, bevor durch ein Umschalten des Ventils 6 der
Wasserstoff in die Ionenquelle 4 eingeleitet wird. Wenn das Standby-Gas, in diesem
Fall der Wasserstoff, aus der dritten Leitung 12, für eine längere Zeit nicht benutzt
wird, kann das entsprechende Sperrventil 38 geschlossen werden, um die Gasverluste
zu minimieren.
[0038] Die zweite Position des Ventils 6 ist in FIG 2 gezeigt, aus der ersichtlich ist,
dass nach einem Umschalten des Ventils 6 Wasserstoff aus der dritten Leitung 12 in
die Ionenquelle 4 eingespeist und das Helium-Kohlenstoffdioxid-Gasgemisch aus der
zweiten Leitung 10 von der Vakuumpumpe 16 angesaugt wird.
[0039] Dank dem Ventil 6 kann ein besonders schnelles Umschalten der Gasströme erfolgen.
Nach dem Umschalten wird das Betriebsgas, welches bisher in die Ionenquelle 4 eingespeist
wurde, durch die Vakuumpumpe 16 aus dem System 2 hinausgeleitet und das bisherige
Standby-Gas, bei dem sich inzwischen eine stabile Strömung eingestellt hat, wird in
die erste Leitung 8 und somit in die Ionenquelle 4 eingeführt. Ein solcher Umschaltvorgang
dauert in der Regel etwa 0,5 Sekunden und nach weniger als 5 Sekunden hat sich der
Gasstrom in Richtung Ionenquelle 4 bereits stabilisiert.
[0040] Die Leitungen 8, 10, 12 und 14 sind aus rostfreiem Stahl und befinden sich daher
auf dem elektrischen Potential der Ionenquelle 4, das bei etwa 24kv liegt. Der Bereich
des hohen Potentials ist in den Figuren durch einen gestrichelten Block angedeutet,
wobei dieser Bereich durch die elektrisch isolierenden Glaskapillaren C
3 und C
4 entlang der Leitungen 10 und 12 definiert ist. Im Hinblick auf eine galvanische Isolation
ist auch die Verbindung zwischen dem Ventil 6 und der Vakuumpumpe 16 durch ein Glasrohr
50 realisiert.
[0041] Wenn das Gasinjektionssystem 2 gewartet wird oder ein Austausch einer Komponente
erforderlich ist, kann das Sperrventil 42 direkt vor der Ionenquelle 4 geschlossen
werden. Dieses Ventil kann außerdem zum schnellen Absperren des Gasstromes in die
Ionenquelle 4 im Falle eines Stromausfalls benutzt werden.
[0042] Ein weiterer Vorteil des Gasinjektionssystems 2 ist, dass die Einstellungen der Gasströme
nach Wartung reproduzierbar sind. Da der Durchfluss der Gasströme durch den Druckunterschied
an beiden Seiten der Leitungen 8, 10, 12 reguliert wird, führt der Austausch eines
beliebigen Ventils im System 2 zu keinen Veränderungen des Druckes entlang der Leitungen
8,10,12. Darüber hinaus ist das System 2 derart konzipiert, dass keine Totvolumenzonen
entstehen.
[0043] Das Gasinjektionssystem 2 und die Ionenquelle 4 sind Teil einer hier nicht näher
gezeigten Partikeltherapieanlage zum Erzeugen eines Partikelstrahls aus positiv geladenen
Teilchen. Zum Erzeugen der Ionen wird das Betriebsgas aus den Behältern 24, 26, oder
36 in eine Plasmakammer der Ionenquelle 4 mittels des Gasinjektionssystems 2 eingeleitet,
wobei abwechselnd in Abhängigkeit von der Art der Partikelstrahls entweder das Helium-Kohlenstoffdioxid-Gasgemisch
aus der Leitung 10 oder der Wasserstoff aus der Leitung 12 der Ionenquelle 4 zugeführt
wird. Die erzeugten Ionen werden anschließend auf einem Synchrotron-Ring der Partikeltherapieanlage
durch Magnete auf eine Endenergie von mehr als 50MeV/u (bei einer Einschussenergie
von 7 MeV/u) gebracht und schließlich werden sie auf eine zu behandelnde Körperregion
eines Patienten gerichtet.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 2
- Gasinjektionssystem
- 4
- Ionenquelle
- 6
- Mehrweg-Umschaltventil
- 8
- erste Leitung
- 10
- zweite Leitung
- 12
- dritte Leitung
- 14
- vierte Leitung
- 16
- Vakuumpumpe
- 17a
- Eingang des Mehrweg-Umschaltventils
- 17b
- Ausgang des Mehrweg-Umschaltventils
- 18
- Y-Verbinder
- 20
- Vorleitung
- 22
- Vorleitung
- 24
- Druckbehälter mit Niederfluss-Druckminder
- 26
- Druckbehälter mit Niederfluss-Druckminder
- 28a,b,c
- Nadelventile
- 30a,b,c
- Drucksensoren
- 32
- Sperrventil
- 34
- Sperrventil
- 35
- Sperrventil
- 36
- Druckbehälter mit Niederfluss-Druckminder
- 38
- Sperrventil
- 40
- Multipositionsventil
- 42
- Sperrventil
- 44
- Steuersystem
- 46
- Druckbehälter mit Niederfluss-Druckminder
- 48
- elektrisches Ventil
- 50
- Glasrohr
- C1-C4
- Glaskapillaren
1. Gasinjektionssystem (2) für eine Partikeltherapieanlage umfassend eine erste Leitung
(8) zum Einleiten von Gas in eine Ionenquelle (4), eine zweite und eine dritte Leitung
(10,12) für zwei getrennte Gasströme, sowie ein Mehrweg-Umschaltventil (6), wobei
die zweite und die dritte Leitung (10,12) jeweils in einen Eingang (17a) des Mehrweg-Umschaltventils
(6) münden, wobei die erste Leitung (8) an einen Ausgang (17b) des Mehrweg-Umschaltventils
(6) angeschlossen ist, wobei das Mehrweg-Umschaltventil (6) derart ausgebildet ist,
dass wahlweise der eine oder der andere Eingang (17a) mit dem Ausgang (17b) verbunden
ist, so dass entweder die zweite oder die dritte Leitung (10, 12) mit der ersten Leitung
(8) strömungstechnisch verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei Vorleitungen (20,22) in die zweite Leitung (10) münden, wobei in einer
jeweiligen Vorleitung (20,22) ein Nadelventil (28a,28b) angeordnet ist, wobei der
dritten Leitung (12) strömungstechnisch ein Nadelventil (28c) vorgeschaltet ist und
wobei die zweite Leitung (10) und die dritte Leitung (12) zumindest abschnittsweise
aus Kapillaren (C1, C2, C3, C4) zum Einstellen des Gasvolumenstroms gebildet sind.
2. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 1,
wobei das Mehrweg-Umschaltventil (6) einen zweiten Ausgang (17b) aufweist und wobei
die Leitung (10, 12), die mit der ersten Leitung (8) nicht strömungstechnisch kommuniziert,
mit dem zweiten Ausgang (17b) verbunden ist.
3. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 2,
wobei an den zweiten Ausgang (17b) eine Pumpe (16), insbesondere eine Vakuumpumpe,
angeschlossen ist.
4. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 3,
wobei das Mehrweg-Umschaltventil (6) ein 2-Position-4-Wege-Ventil (6) ist, bei dem
durch Umschalten jeder der Eingänge (17a) an den jeweils anderen Ausgang (17b) angeschlossen
wird.
5. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 4,
wobei ein zusätzliches Multipositionsventil vorgesehen ist, welches strömungstechnisch
an einen der Eingänge (17a) des Mehrweg-Umschaltventils (6) angeschlossen ist.
6. Gasinjektionssystem (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei ein Steuersystem (44) vorgesehen ist, das aus den geometrischen Daten der Kapillaren
(C1, C2, C3, C4) die Durchflussrate des durch die erste Leitung (8) der Ionenquelle (4) zugeführten
Gases ermittelt.
7. Gasinjektionssystem (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zur Ausbildung eines Gasgemisches zumindest zwei Vorleitungen (20,22) in die
zweite Leitung (10) münden, die insbesondere über einen Y-Verbinder (18) mit der zweiten
Leitung (10) verbunden sind.
8. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 7,
wobei in den Vorleitungen (20,22) jeweils ein Sperrventil (32,34) vorgesehen ist.
9. Gasinjektionssystem (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei vor den Eingängen (17a) des Mehrweg-Umschaltventils (6) Sperrventile (35,38)
vorgesehen sind.
10. Gasinjektionssystem (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zwischen dem Mehrweg-Umschaltventil (6) und der Ionenquelle (4) ein Sperrventil
(42) vorgesehen ist.
11. Gasinjektionssystem (2) nach Anspruch 6 und nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
wobei das Steuersystem (44) zur zentralen Steuerung der Sperrventile (32,34,35,38,42)
vorgesehen ist.
12. Verfahren zum Betrieb eines Gasinjektionssystems (2) nach einem der vorherigen Ansprüche,
wobei das Gasinjektionssystem (2) für eine Partikeltherapieanlage geeignet ist, wobei
das Gasinjektionssystem (2) ein Mehrweg-Umschaltventil (6) aufweist, von dem aus über
eine erste Leitung (8) Gas in eine Ionenquelle (4) eingeleitet wird und wobei an das
Mehrweg-Umschaltventil (6) eine zweite Leitung (10) und eine dritte Leitung (12) angeschlossen
sind, derart, dass entweder ein Gasstrom aus der zweiten Leitung (10) oder ein Gasstrom
aus der dritten Leitung (12) über die erste Leitung (8) in die Ionenquelle (4) eingeleitet
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
wobei das Gasinjektionssystem (2) derart angesteuert wird, dass im Betrieb solange
der Gasstrom aus der zweiten Leitung (10) in die Ionenquelle (4) eingeleitet wird,
der Gasstrom aus der dritten Leitung (12) über das Mehrweg-Umschaltventil (6) von
einer Pumpe (16) angesaugt wird und beim Umschalten des Mehrweg-Umschaltventils (6)
der Gasstrom aus der dritten Leitung (12) in die Ionenquelle (4) eingeleitet wird
und der Gasstrom aus der zweiten Leitung (10) über das Mehrweg-Umschaltventil (6)
von der Pumpe (16) angesaugt wird.
14. Partikeltherapieanlage dadurch gekennzeichnet, dass diese Partikeltherapieanlage einem Gasinjektionssystem (2) nach einem der vorherigen
Ansprüche 1-11 umfasst.
15. Partikeltherapieanlage mit einer Ionenquelle (4) und mit einem Gasinjektionssystem
(2) nach Anspruch 4,
wobei diese derart eingerichtet ist, dass zur Erzeugung eines Partikelstrahls aus
geladenen Teilchen im Wechsel zwei getrennte Gasströme mittels des Gasinjektionssystems
(2) über die erste Leitung (8) in eine Plasmakammer der Ionenquelle (4) eingeleitet
werden, wobei durch einen solchen Wechsel die Art der Ionen im Partikelstrahl geändert
wird,
- wobei der eine Gasstrom über die zweite Leitung (10) und der andere Gasstrom über
die dritte Leitung (12) zugeführt wird,
- wobei zum Wechsel eine Umschaltung des 2-Positions-4-Wege-Ventils vorgenommen wird,
welches über den zweiten Ausgang (17b) mit einer vierten Leitung (14) verbunden ist,
so dass entweder die zweite Leitung (10) mit der ersten Leitung (8) und die dritte
Leitung (12) mit der vierten Leitung (14) oder die zweite Leitung (10) mit der vierten
Leitung (14) und die dritte Leitung (12) mit der ersten Leitung (8) strömungstechnisch
verbunden ist, und
- wobei an die vierte Leitung (14) die Vakuumpumpe (16) angeschlossen ist, mittels
derer in der vierten Leitung (14) die Betriebsbedingungen in der Ionenquelle (4) simuliert
werden.
1. Gas injection system (2) for a particle therapy system comprising a first line (8)
for introducing gas into an ion source (4), a second and a third line (10, 12) for
two separate gas flows, and a multi-way switchover valve (6), wherein the second and
the third line (10, 12) each lead into an inlet (17a) of the multi-way switchover
valve (6), wherein the first line (8) is connected to an outlet (17b) of the multi-way
switchover valve (6), wherein the multi-way switchover valve (6) is embodied in such
a way that the one or other inlet (17a) is alternatively connected to the outlet (17b)
such that either the second or the third line (10, 12) is connected in flow relationship
to the first line (8), characterised in that at least two forelines (20, 22) lead into the second line (10), wherein in a foreline
(20, 22) a needle valve (28a, 28b) is arranged in each case, wherein a needle valve
(28c) is arranged upstream of the third line (12) in a flow relationship and wherein
the second line (10) and the third line (12) are formed at least in sections from
capillary tubes (C1, C2, C3, C4) for the purpose of setting the gas volume flow.
2. Gas injection system (2) according to claim 1,
wherein the multi-way switchover valve (6) has a second outlet (17b) and wherein the
line (10, 12) not communicating in flow relationship with the first line (8) is connected
to the second outlet (17b).
3. Gas injection system (2) according to claim 2,
wherein a pump (16), in particular a vacuum pump, is connected to the second outlet
(17b).
4. Gas injection system (2) according to one of the preceding claims,
wherein the multi-way switchover valve (6) is a 2-position 4-way valve, in which,
when the valve is switched over, each of the inlets (17a) is connected to the other
outlet (17b) in each case.
5. Gas injection system (2) according to claim 4,
wherein an additional multi-position valve is provided which is connected in flow
relationship to one of the inlets (17a) of the multi-way switchover valve (6).
6. Gas injection system (2) according to one of the preceding claims,
wherein a control system (44) is provided which determines the flow rate of the gas
supplied to the ion source (4) through the first line (8) from the geometric data
of the capillary tubes (C1, C2, C3, C4).
7. Gas injection system (2) according to one of the preceding claims,
wherein at least two forelines (20, 22) lead into the second line (10) in order to
form a gas mixture, the two forelines (20, 22) being connected to the second line
(10) in particular via a Y connector (18).
8. Gas injection system (2) according to claim 7,
wherein a stop valve (32, 34) is provided in each of the forelines (20, 22).
9. Gas injection system (2) according to one of the preceding claims,
wherein stop valves (35, 38) are provided upstream of the inlets (17a) of the multi-way
switchover valve (6).
10. Gas injection system (2) according to one of the preceding claims,
wherein a stop valve (42) is provided between the multi-way switchover valve (6) and
the ion source (4).
11. Gas injection system (2) according to claim 6 and according to one of claims 8 to
10,
wherein the control system (44) is provided to allow centralised control of the stop
valves (32, 34, 35, 38, 42).
12. Method for operating a gas injection system (2) according to one of the preceding
claims, wherein the gas injection system (2) is suitable for a particle therapy system,
wherein the gas injection system (2) has a multi-way switchover valve (6) from which
gas is introduced into an ion source (4) via a first line (8) and wherein a second
line (10) and a third line (12) are connected to the multi-way switchover valve (6)
in such a way that either a gas flow from the second line (10) or a gas flow from
the third line (12) is introduced into the ion source (4) via the first line (8).
13. Method according to claim 12,
wherein the gas injection system (2) is controlled in such a way that during operation,
while the gas flow is being introduced into the ion source (4) from the second line
(10), the gas flow from the third line (12) is aspirated by a pump (16) via the multi-way
switchover valve (6), and when the multi-way switchover valve (6) is switched over,
the gas flow from the third line (12) is introduced into the ion source (4) and the
gas flow from the second line (10) is aspirated by the pump (16) via the multi-way
switchover valve (6).
14. Particle therapy system characterised in that said particle therapy system comprises a gas injection system (2) according to one
of the preceding claims 1-11.
15. Particle therapy system with an ion source (4) and with a gas injection system (2)
according to claim 4,
wherein said particle therapy system is designed in such a way that two separate gas
flows are introduced in alternation via the first line (8) into a plasma chamber of
the ion source (4) by means of the gas injection system (2) in order to produce a
particle beam consisting of charged particles, wherein by way of such an alternation
the type of ions in the particle beam are changed,
- wherein the one gas flow is fed via the second line (10) and the other gas flow
is fed via the third line (12),
- wherein for the alternation a switching over of the 2-position 4-way valve, which
is connected to a fourth line (14) via the second outlet (17b), is carried out, so
that either the second line (10) is connected to the first line (8) and the third
line (12) is connected to the fourth line (14) or the second line (10) is connected
to the fourth line (14) and the third line (12) is connected to the first line (8)
in a flow relationship, and
- wherein the vacuum pump (16) is connected to the fourth line (14), by means of which
vacuum pump (16) the operating conditions in the ion source (4) are simulated in the
fourth line (14).
1. Système (2) d'injection de gaz pour une installation de thérapie par particules, comprenant
un premier conduit (8) d'introduction de gaz dans une source (4) d'ions, un deuxième
et un troisième conduits (10, 12) pour des courants gazeux distincts ainsi qu'une
vanne (6) de commutation à plusieurs voies, le deuxième et le troisième conduits (10,
12) débouchant chacun dans une entrée (17a) de la vanne (6) de commutation à plusieurs
voies, le premier conduit (8) étant raccordé à une sortie (17b) de la vanne (6) de
commutation à plusieurs voies, la vanne (6) de commutation à plusieurs voies étant
constituée de manière à relier, au choix, l'une ou l'autre entrée (17a) à la sortie
(17b), de manière à ce que le deuxième ou le troisième conduit (10, 12) soit relié
en technique d'écoulement au premier conduit (8), caractérisé en ce qu'au moins deux préconduits (20, 22) débouchent dans le deuxième conduit (10), dans
lequel il est monté, dans un préconduit (20, 22) respectif, une soupape (28a, 28b)
à pointeau, une soupape (28c) à pointeau étant montée en amont en technique d'écoulement
du troisième conduit (12) et le deuxième conduit (10) et le troisième conduit (12)
étant formés, au moins par tronçon, de capillaires (C1, C2, C3, C4) pour régler le courant gazeux en volume.
2. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 1,
dans lequel la vanne (6) de commutation à plusieurs voies a une deuxième sortie (17b)
et dans lequel le conduit (10, 12), qui ne communique pas en technique d'écoulement
avec le premier conduit (8), est relié à la deuxième sortie (17b).
3. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 2,
dans lequel une pompe (16), notamment une pompe à vide, est raccordée à la deuxième
sortie (17b).
4. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 3,
dans lequel la vanne (6) de commutation à plusieurs voies est une vanne (6) à deux
positions et à 4 voies, dans laquelle, par commutation, chacune des deux entrées (17a)
est raccordée à l'autre sortie (17b).
5. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 4,
dans lequel il est prévu une vanne supplémentaire à plusieurs positions, qui est raccordée
en technique d'écoulement à l'une des entrées (17a) de la vanne (6) de commutation
à plusieurs voies.
6. Système (2) d'injection de gaz suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel il est prévu un système (44) de commande, qui, à partir des données géométriques
des capillaires (C1, C2, C3, C4), détermine le débit du gaz envoyé par le premier conduit (8) à la source (4) d'ions.
7. Système (2) d'injection de gaz suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel, pour constituer un mélange gazeux, débouche dans le deuxième conduit
(10) au moins deux préconduits (20, 22), qui sont reliés au deuxième conduit (10),
notamment par un connecteur (18) en Y.
8. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 7,
dans lequel un robinet (32, 34) d'arrêt est prévu respectivement dans les préconduits
(20, 22).
9. Système (2) d'injection de gaz suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel des robinets (35, 38) d'arrêt sont prévus avant les entrées (17a) de la
vanne (6) de commutation à plusieurs voies.
10. Système (2) d'injection de gaz suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel un robinet (42) d'arrêt est prévu entre la vanne (6) de commutation à
plusieurs voies et la source (4) d'ions.
11. Système (2) d'injection de gaz suivant la revendication 6 et suivant l'une des revendications
8 à 10,
dans lequel le système (44) de commande est prévu pour la commande centralisée des
robinets (32, 34, 35, 38, 42) d'arrêt.
12. Procédé pour faire fonctionner un système (2) d'injection de gaz suivant l'une des
revendications précédentes,
dans lequel le système (2) d'injection de gaz est approprié à une installation de
thérapie par particules, dans lequel le système (2) d'injection de gaz a une vanne
(6) de commutation à plusieurs voies, à partir de laquelle du gaz est, par un premier
conduit (8), injecté dans une source (4) d'ions et dans lequel, à la vanne (6) de
commutation à plusieurs voies, est raccordé un deuxième conduit (10) et un troisième
conduit (12), de manière à injecter un courant gazeux du deuxième conduit (10) ou
un courant gazeux du troisième conduit (12), dans la source (4) d'ions, par le premier
conduit (8).
13. Procédé suivant la revendication (12),
dans lequel on commande le système (2) d'injection de gaz, de manière à ce qu'en fonctionnement,
tant que le courant gazeux provenant du deuxième conduit (10) est introduit dans la
source (4) d'ions, le courant gazeux provenant du troisième conduit (12) soit aspiré
par une pompe (16), par l'intermédiaire de la vanne (6) de commutation à plusieurs
voies et, lorsque la vanne (6) de commutation à plusieurs voies est commutée, le courant
gazeux est introduit, à partir du troisième conduit (12), dans la source (4) d'ions
et le courant gazeux est aspiré par la pompe (16) à partir du deuxième conduit (10),
par l'intermédiaire de la vanne (6) de commutation à plusieurs voies.
14. Installation de thérapie par particules, caractérisée en ce que cette installation de thérapie par particules comprend un système (2) d'injection
de gaz suivant l'une des revendications précédentes 1 à 11.
15. Installation de thérapie par particules, comprenant une source (4) d'ions et un système
(2) d'injection de gaz suivant la revendication 4,
cette installation étant conçue de manière à introduire, pour la production d'un faisceau
de particules composé de particules chargées, en alternance deux courants gazeux distincts,
au moyen du système (2) d'injection de gaz, par l'intermédiaire du premier conduit
(8), dans une chambre à plasma de la source (4) d' ions, le type d'ions du faisceau
de particules étant modifié par une alternance de ce genre,
- dans lequel on envoie l'un des courants gazeux par le deuxième conduit (10) et l'autre
courant gazeux par le troisième conduit (12),
- dans lequel, pour l'alternance, on effectue une commutation de la vanne à deux positions
et à quatre voies, qui est reliée par la deuxième sortie (17b) à un quatrième conduit
(14), de manière à ce que le deuxième conduit (10) soit relié en technique d'écoulement
au premier conduit (8) et le troisième conduit (12) au quatrième conduit (14), ou
de manière à ce que le deuxième conduit (10) soit relié en technique d'écoulement
au quatrième conduit (14) et le troisième conduit (12) au premier conduit (8) et
- dans lequel est raccordée au quatrième conduit (14) une pompe (16) à vide, au moyen
de laquelle on simule, dans le quatrième conduit (4), les conditions de fonctionnement
dans la source (4) d'ions.

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