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EP 2 388 389 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.08.2017 Patentblatt 2017/31 |
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Anmeldetag: 14.03.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Dampfisolierende Wandverkleidung
Vapour insulating wall cladding
Habillage de mur isolé contre la vapeur
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
18.05.2010 DE 202010006938 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.11.2011 Patentblatt 2011/47 |
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Patentinhaber: Wedi, Stephan |
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48282 Emsdetten (DE) |
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Erfinder: |
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- Wedi, Stephan
48282 Emsdetten (DE)
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Vertreter: Träger, Denis et al |
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Meissner Bolte Patentanwälte
Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
Rolandsmauer 15 49074 Osnabrück 49074 Osnabrück (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 1 870 530 WO-A1-2005/010308 JP-B2- 3 577 833
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EP-B1- 0 871 810 DE-U- 1 995 154
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine dampfisolierende Wandverkleidung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0003] Aus den Unterlagen des
DE-Gebrauchsmusters 1 995 154 ist eine Isolierplatte bekannt, bei der der aus Hartschaumstoff bestehende Kern der
Platte einerseits mit einer als Dampfsperre wirkenden undurchlässigen Aluminiumfolie
und andererseits mit einem Putzträger beschichtet ist. Der Putzträger kann beispielsweise
eine Platte aus zementierter Holzwolle sein.
[0004] Insgesamt handelt es sich hierbei um eine steife, dickschichtige Platte, bei der
die Aluminiumfolie über die Hartschaumplatte mittelbar mit dem Putzträger verbunden
ist. Es handelt sich demnach um ein steifes Element in Form einer Bauplatte.
[0005] Für eine Erfindung stellt sich die Aufgabe im Gegensatz dazu dar, eine Wandverkleidung
anzugeben, die insgesamt sehr dünn ist und ähnlich einer Tapete auf eine Wand oder
einen sonstigen, ebenen Träger aufgeklebt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine dampfisolierenden Wandverkleidung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
Die Wandverkleidung ist flexibel, als Bahn zu rollen und ähnlich einer Tapete zu verarbeiten.
Sie kann demnach auch als "Putztapete" bezeichnet werden. Hervorzuheben ist, dass
die Putzträgerschicht, anders als beim vorgenannten Stand der Technik, auch eine dünne,
vorzugsweise ≤ 5 mm dicke Putzschicht bildet, die mit exakt gleichem Aufbau industriell
herstellbar ist und daher immer unter denselben Voraussetzungen als Putzschicht unmittelbar
eingesetzt werden kann.
[0007] Hydrophile Fasern, die im Wortsinne "wasserliebend" sind, zeichnen sich dadurch aus,
dass sie mit Wasser eine anziehende Wechselwirkung ausüben. Sie ergeben auch bei sehr
geringer Dicke der Putzträgerschicht eine innige Verbindung zwischen Fasern und Mörtel.
Vorzugsweise werden Fasern gewählt, die wasserunlöslich sind. Als Mörtel wird ein
Gemisch von 50 - 90 Ges.-% aus Zement mit feinstkörnigen Füllstoffen und 10 - 50 Gew.-%
aus ursprünglich in Wasser dispergierbaren elastifizierenden Kunststoffen verwendet.
Hierbei ist wesentlich, dass es nicht zu einer Abstoßung der Fasern gegenüber dem
einzurührenden Wasser kommt.
Um die Anbringung zu vereinfachen, ist die Aluminiumfolie auf der der Putzträgerschicht
abgewandten Seite mit einer Klebstoffschicht bedeckt.
Bei einer vorzugsweise gewählten Ausführungsform ist die Dicke der Aluminiumfolie
zwischen 0,01 und 1 mm und die Dicke der Mörtelschicht mit eingeschlossener Faserlage
zwischen 0,3 und 4 mm. Die Gesamthöhe liegt demnach zwischen 0,4 und 5 mm bei verklebter
Anbringung.
[0008] Die hydrophilen Fasern sind ausgewählt aus Glasfasern, Zellulosefasern und/oder hydrophilierten
Synthese-Fasern, wobei es sich in allen Fällen um wasserunlösliche Fasern handelt.
Weiterhin wird vorgeschlagen, einen wärmedämmenden Wandverkleidungsaufbau mit der
genannten Wandverkleidung herzustellen, indem ein wärmedämmendes Paneel, insbesondere
eine Schaumkunststoffplatte, mit einer dampfisolierenden Wandverkleidung der genannten
Art verbunden wird. Die Wandverkleidung wird mit der Aluminiumseite nach innen auf
der Warmseite des Paneels aufgeklebt.
Hierbei wird eine klebende Verbindungsschicht zusätzlich eingesetzt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Die Figuren
der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine vergrößerte Schnittdarstellung einer dampfisolierenden Wandverkleidung gemäß
Erfindung;
- Fig. 2
- einen erweiterten Wandverkleidungsaufbau, unter Verwendung der Wandverkleidung gemäß
Fig. 1.
Fig. 1 zeigt im Querschnitt einen Schichtaufbau einer dampfisolierenden Wandverkleidung
100. Die Gesamtdicke liegt bei dem Ausführungsbeispiel zwischen 0,3 und 5 mm.
[0009] Die Wandverkleidung umfasst zwei Schichten, nämlich eine Aluminiumfolie 4 und eine
kombinierte Faserlage 1 mit darin gefundenem Mörtel 2, die eine Putzträgerschicht
3 bilden.
Eine Aluminiumfolie 4 von etwa 0,1 mm Dicke ist mit einer Faserlage 1 in Form eines
Vlieses aus Glasfasern belegt. Die Fasern 4 sind in einem flexibel ausgehärteten Mörtel
2 gebunden und zusammen mit dem Mörtel mit der Aluminiumfolie 4 innig verklebt. Eine
zusätzliche Klebstoffschicht ist zwischen Mörtel und Aluminium nicht eingesetzt.
Der Mörtel 2 besteht aus einer ausgehärteten Masse, die zu 50 - 90 Gew.-% aus Zement
mit feinstkörnigen Füllstoffen und 10 - 50 Gew.-% aus ursprünglich in Wasser dispergierbaren
elastifizierenden Kunststoffen besteht. Unter "feinstkörnigen Füllstoffen" werden
Füll- und Zuschlagstoffe in Granulatform verstanden, beispielsweise Quarzmehl, bei
denen die Kornklasse bei quadratischer Sieböffnung unter 0,2 mm ausgesiebt ist. Allerdings
soll es sich nicht nur um Feinststäube handeln, um Bindefähigkeit, Verarbeitbarkeit
und Wasserhaltung nicht wesentlich zu verschlechtern. Als Füllstoffe eigenen sich
auch andere bekannte Zuschläge, wie Titandioxid, Aluminiumoxid oder Gemische derartiger
Stoffe. Faserlage 1 und Mörtel 2 ergeben zusammen eine Putzträgerschicht 3.
Weitere geeignete Mörtelmischungen, die zur technischen Verwendung geeignet sind,
sind beispielsweise der
EP 871 810 B1 zu entnehmen.
Unter "Aluminiumfolien" werden Folien verstanden, die üblicherweise aus einer Aluminiumlegierung
bestehen und auch als Leichtmetallfolien bezeichnet werden. Sie enthalten einen Anteil
von mehr als 80 Gew.-%.
[0010] Wird die Wandverkleidung 100 für sich verwendet, so wird die Aluminiumfolien-Seite
mit einer Wand, einem Bauteil oder dergleichen verklebt. Hierzu eignen sich Klebstoffe
auf Epoxidharzbasis. Die Verklebung und der Transport der Folie können vereinfacht
werden, wenn auf die Außenseite eine Klebstoffschicht 5 mit einer Release-Folie (letztere
nicht dargestellt) abdeckend aufgebracht ist. Die Klebstoffschicht 5 kann nach Abziehen
der Release-Folie unmittelbar auf praktisch jede Wandfläche aufgebracht werden, die
staubfrei ist.
[0011] Die dampfisolierende Wandverkleidung 100 kann einstückig auch mit einem wärmedämmenden
Paneel 10, wie in Fig. 2 dargestellt, verbunden werden. Hierbei handelt es sich insbesondere
um Schaumkunststoffplatten aus Polystyrol oder Polyurethan, wie sie beispielsweise
als "WEDI-Platten" vertrieben werden. Die dampfisolierende Wandverkleidung 100 wird
auf die Warmseite des Paneels aufgeklebt, wobei eine klebende Zwischenschicht vorhanden
ist, die hier nicht gesondert dargestellt ist.
[0012] Dadurch, dass eine Aluminiumfolie 4 zwischen der Schaumkunststoffplatte und der Putzträgerschicht
3 der Wandverkleidung 100 liegt, und darauf eine weitere Beschichtung, beispielsweise
Fliesen oder Keramikplatten, aufgebracht ist, lassen sich in einfacher Weise dampfsperrende
Wände erzeugen, die beispielsweise in Nassräumen benötigt werden.
[0013] Auch können verschiedene Schichtaufbauten hergestellt werden, wobei die Wandverkleidung
100 beispielsweise zwischen zwei Schaumkunststoff-Paneelen angeordnet ist.
1. Dampfisolierende Wandverkleidung (100), umfassend eine als Dampfsperre wirkende Aluminiumfolie
(4), die mit einer Putzträgerschicht (3) verbunden ist, wobei die Putzträgerschicht
(3) aus einer Faserlage (1), nämlich einer Vlies-, Gewebe-, Gewirke- oder Gelegelage
aus hydrophilen Fasern, besteht, die mit einem flexibel ausgehärteten, die Faserlage
mit der Aluminiumfolie verbindenden und die Eigenschaft eines Putzmörtels aufweisenden
Mörtel (2) gebunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandverkleidung flexibel, als Bahn zu rollen und ähnlich einer Tapete zu verarbeiten
ist, und dass der Mörtel (2) zu 50 - 90 Gew.-% aus Zement mit feinstkörnigen Füllstoffen
und 10 - 50 Gew.-% aus ursprünglich in Wasser dispergierbaren elastifizierenden Kunststoffen
besteht.
2. Wandverkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumfolie (4) auf der der Putzträgerschicht (3) abgewandten Seite mit einer
Klebstoffschicht (5) bedeckt ist.
3. Wandverkleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophilen Fasern wasserunlöslich sind und ausgewählt sind aus der Gruppe der
Glasfasern, Zellulosefasern und/oder hydrophilierten Synthese-Fasern.
4. Wandverkleidung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Aluminiumfolie (4) zwischen 0,01 und 1 mm beträgt.
5. Wandverkleidung nach einem der vorhergehenden Absprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Mörtelschicht (2) mit eingeschlossener Faserlage (1) zwischen 0,4 und
5 mm beträgt.
6. Wärmedämmender Wandverkleidungsaufbau, dadurch gekennzeichnet, dass ein wärmedämmendes Paneel (10), insbesondere eine Schaumkunststoffplatte, mit einer
dampfisolierenden Wandverkleidung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 auf der
Warmseite des Paneels (10) verbunden ist.
7. Wärmedämmender Wandverkleidungsaufbau nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumfolie (4) der Wandverkleidung über eine klebende Verbindungsschicht
mit dem wärmedämmenden Paneel verbunden ist.
1. Vapour-barrier wall cladding (100) comprising, bonded to a supportive render layer
(3), an aluminium foil (4) acting as vapour barrier, where the supportive render layer
(3) is composed of a fibre layer (1), namely a layer of nonwoven fabric, of woven
fabric, of knitted fabric, or of laid scrim, in each case made of hydrophilic fibres,
where the said fibre layer is bound by a mortar (2) which has been hardened to give
a flexible material and which bonds the fibre layer to the aluminium foil and which
has the character of a render mortar, characterized in that the wall cladding is a flexible material which can be rolled in the form of web and
its use can be similar to that of a wallpaper, and that the mortar (2) is composed
of from 50 to 90% by weight of cement with very fine-grain fillers and from 10 to
50% by weight of elastifying plastics that are initially water-dispersible.
2. Wall cladding according to Claim 1, characterized in that the aluminium foil (4) has been covered with an adhesive layer (5) on the side facing
away from the supportive render layer (3).
3. Wall cladding according to Claim 1, characterized in that the hydrophilic fibres are insoluble in water and are selected from the group of
glass fibres, cellulose fibres and/or hydrophilized synthetic fibres.
4. Wall cladding according to any of the preceding claims, characterized in that the thickness of the aluminium foil (4) is from 0.01 to 1 mm.
5. Wall cladding according to any of the preceding claims, characterized in that the thickness of the mortar layer (2) with enclosed fibre layer (1) is from 0.4 to
5 mm.
6. Thermally insulating wall cladding structure, characterized in that a thermally insulating panel (10), in particular a foam-plastic sheet, has been bonded
to a vapour-barrier wall cladding (100) according to any of Claims 1 to 6 on the warm
side of the panel (10).
7. Thermally insulating wall cladding structure according to Claim 6, characterized in that the aluminium foil (4) of the wall cladding has been bonded to the thermally insulating
panel by way of an adhesive bonding layer.
1. Habillage de mur isolé contre la vapeur (100), comprenant une feuille d'aluminium
(4) agissant en tant que barrière contre la vapeur, qui est reliée avec une couche
de support d'enduit (3), la couche de support d'enduit (3) étant constituée par une
couche de fibres (1), à savoir une couche de non-tissé, de tissu, de tricot ou de
nappe en fibres hydrophiles, qui est reliée avec un mortier (2) durci de manière flexible,
reliant la couche de fibres avec la feuille d'aluminium et présentant les propriétés
d'un mortier pour enduit, caractérisé en ce que l'habillage de mur est flexible, s'enroule comme une bande et est travaillé d'une
manière semblable à un papier peint, et en ce que le mortier (2) est constitué de 50 à 90 % en poids de ciment contenant des charges
à grains fins et de 10 à 50 % en poids de plastiques élastifiants initialement dispersibles
dans l'eau.
2. Habillage de mur selon la revendication 1, caractérisé en ce que la feuille d'aluminium (4) est recouverte sur le côté opposé à la couche de support
d'enduit (3) avec une couche adhésive (5).
3. Habillage de mur selon la revendication 1, caractérisé en ce que les fibres hydrophiles sont insolubles dans l'eau et sont choisies dans le groupe
constitué par les fibres de verre, les fibres de cellulose et/ou les fibres synthétique
hydrophilisées.
4. Habillage de mur selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'épaisseur de la feuille d'aluminium (4) est comprise entre 0,01 et 1 mm.
5. Habillage de mur selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'épaisseur de la couche de mortier (2) avec la couche de fibres incluse (1) est
comprise entre 0,4 et 5 mm.
6. Structure d'habillage de mur isolante thermiquement, caractérisée en ce qu'un panneau isolant thermiquement (10), notamment une plaque de plastique moussé, est
relié avec un habillage de mur isolant contre la vapeur (100) selon l'une quelconque
des revendications 1 à 6 sur le côté chaud du panneau (10).
7. Structure d'habillage de mur isolante thermiquement selon la revendication 6, caractérisée en ce que la feuille d'aluminium (4) de l'habillage de mur est reliée avec le panneau isolant
thermiquement par une couche de liaison adhésive.

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