(19)
(11) EP 2 760 653 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.08.2017  Patentblatt  2017/31

(21) Anmeldenummer: 12778610.1

(22) Anmeldetag:  28.09.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B28B 7/38(2006.01)
C04B 40/06(2006.01)
C10M 173/02(2006.01)
B28B 7/36(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/004087
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/045106 (04.04.2013 Gazette  2013/14)

(54)

VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON BAUTEILEN MIT EINER QUALITATIV HOCHWERTIGEN BETONRANDZONE UND BETONOBERFLÄCHE

METHOD FOR PRODUCING COMPONENTS HAVING A HIGH-QUALITY CONCRETE EDGE ZONE AND CONCRETE SURFACE

ROCÉDÉ DE FABRICATION D'ÉLÉMENTS AVEC UNE SURFACE ET UNE ZONE PÉRIPHÉRIQUE DU BÉTON DE HAUTE VALEUR QUALITATIVE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 30.09.2011 DE 102011114595

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.08.2014  Patentblatt  2014/32

(73) Patentinhaber: H-Bau Technik GmbH
79771 Klettgau (DE)

(72) Erfinder:
  • HORSTMANN, Gerhard
    79790 Küssaberg (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Dr. Keller, Schwertfeger 
Westring 17
76829 Landau
76829 Landau (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 329 435
GB-A- 976 133
JP-A- 2006 233 028
US-A1- 2010 244 332
FR-A1- 2 909 918
JP-A- 6 170 819
US-A- 3 941 864
   
  • "SCHALUNGBAHN FUER HOHE BETONOBERFLAECHENQUALITAET FORMTEX - SCHALUNGSVLIES VON BETOMAX//FORMWORK BED FOR A HIGH SURFACE QUALITY FORMTEX - FORMWORK NON-WOVEN MAT FROM BETOMAX", BFT INTERNATIONAL, BAUVERLAG, GUTERSLOH, DE, Bd. 69, Nr. 9, 1. Januar 2003 (2003-01-01) , Seite 84, XP001170516, ISSN: 0373-4331
  • MECHTCHERINE V ET AL: "Internal curing by super absorbent polymers (SAP) - effects on material properties of self-compacting fibre-reinforced high performance concrete", VOLUME CHANGES OF HARDENING CONCRETE: TESTING AND MINIGATION: INTERNATIONAL RILEM CONFERENCE; LYNGBY, DENMARK, 20 - 23 AUGUST 2006. PROCEEDINGS,, 20 August 2006 (2006-08-20), pages 87-96, XP009172565, ISBN: 2-35158-004-4
  • SPRINGENSCHMID R ET AL: "SCHALUNGSEINLAGEN ZUR VERBESSERUNG DES BETONRANDBEREICHES", BFT INTERNATIONAL, BAUVERLAG, GUTERSLOH, DE, vol. 56, no. 11, 1 November 1990 (1990-11-01), pages 78-82, XP000169246, ISSN: 0373-4331
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung

Technisches Gebiet:



[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen eines Mittels auf die Schalfläche einer Betonschalung zur Herstellung von Betonbauteilen mit einer qualitativ hochwertigen Betonrandzone.

Stand der Technik:



[0002] Beton ist als Baustoff bei der Herstellung von Bauwerken des Hochbaus und Ingenieursbaus allgegenwärtig. Durch die Möglichkeit, den Beton in fließfähiger Konsistenz in eine Schalung beliebiger Form einbringen zu können und erhärten zu lassen, ist es möglich, den Bauteilen beinahe jede beliebige Gestalt und Größe zu geben. Es hat daher nicht an Bestrebungen gefehlt, Beton nicht nur für Bauteile mit konstruktiver Zweckbestimmung einzusetzen, sondern auch als Mittel zur Herstellung optisch ansprechender Bauwerke zu verwenden.

[0003] In diesem Zusammenhang kommt der Betonoberfläche als sichtbare Fläche eine übergeordnete Bedeutung zu. Deren optische Qualität ist in erster Linie von der Farbtongleichmäßigkeit, der Oberflächentextur sowie der Porigkeit abhängig. Einflussgrößen auf diese Faktoren sind neben der Betonrezeptur und der Verarbeitung des Betons vor allem die Schalhaut und das verwendete Trennmittel. Diese beeinflussen das Betongefüge in der Betonrandzone maßgeblich und damit nicht nur die Festigkeit, sondern auch die optische Qualität der Betonoberfläche.

[0004] Beton besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten, nämlich einem hydraulischen Bindemittel, mineralischen Zuschlagsstoffen und Wasser. Im Hinblick auf die Qualität des Betons kommt dem Wasser-Zement-Wert eine Schlüsselfunktion zu. Weist der Beton zu wenig Wasser auf, so kann die Hydratation nicht vollständig erfolgen. Ist hingegen mehr Wasser vorhanden als für die Hydratation notwendig, so führt das überschüssige Anmachwasser zu einer vermehrten Porenbildung und Festigkeitsverlusten.

[0005] Die Qualität der Betonrandzone wird im Wesentlichen vom Zusammenwirken des Betons, der Schalung und des Trennmittels bestimmt. In der Betonrandzone weist der Beton weniger Zuschlagsstoffe auf, hingegen ist der Anteil an Zementleim erhöht. Bei Verwendung einer nichtsaugenden Schalung, beispielsweise einer Schalung aus Stahl oder Kunststoff, kann das überschüssige Anmachwasser nicht in die Schalung diffundieren. In der Betonrandzone stellt sich daher ein erhöhter Wasseranteil und damit erhöhter Wasser-Zement-Wert ein. Das führt zu einer geringeren Betonfestigkeit und einem erhöhten Porenanteil in diesem Bereich mit der Neigung zum Absanden. Beim Einsatz saugender Schalungen wie zum Beispiel aus Holz oder Karton wird der Betonrandzone Wasser entzogen und damit der Wasser-Zement-Wert gesenkt. Durch Anhaften des Betons an der Schalhaut besteht beim Entschalen die Gefahr, dass die geschlossene Betonoberfläche in Teilbereichen aufgebrochen wird, was durch aufwändige Sanierungsarbeiten nur teilweise wieder behoben werden kann.

[0006] Pulverförmige, wasserunlösliche hydrophile Polymere sind beispielsweise aus der EP 1 329 435 A1 und der Veröffentlichung von Mechtcherine V. et al "Internal curing by super absorbent polymers (SAP) - effects on material properties of self-compacting fibrereinforced high performance concrete", VOLUME CHANGES OF HARDENING CONCRETE: TESTING AND MINIGATION: INTERNATIONAL RILEM CONFERENCE; LYNGBY, DENMARK, 20 - 23 AUGUST 2006. PROCEEDINGS, 20. August 2006, (2006-08-20) Seiten 87-96.

[0007] Die GB 976 133 A offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Betonbauteils durch Einbringen von Beton in eine Schalung, auf die dem Beton zugewandte Fläche der Schalung ein Mittel aus einer, mit einem hydrogelformenden Mittel beschichtete Papierträgerschicht, aufgebracht wird. Das hydrogelformende Mittel/Polymer ist eine Mischung aus Stärke und Carboxymethylzellulose oder Natriumalginat.

[0008] Die US 3 941 864 A beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Betonbauteils durch Einbringen von Beton in eine Schalung, auf die dem Beton zugewandte Fläche der Schalung eine Dispersion aus fein Silicastaub (Hydrogel) und eine härtbare Organosiliziumverbindung aufgebracht wird.

[0009] Die Veröffentlichungen "Schalungsbahn für hohe Betonoberflächenqualität Formtex - Schalungsvlies von Betomax / Formwork bed for a high surface quality Formtex - Formwork non-woven mat from Betomax", BFT International, Bauverlag, Gütersloh, DE, Bd. 69, Nr. 9, 1. Januar 2003 (2003-01-01), Seite 84 und Springenschmid R. et al: "Schalungseinlagen zur Verbesserung des Betonrandbereiches", BFT International, Bauverlag, Gütersloh, DE, Bd. 56, Nr. 11, 1. November 1990 (1990-11-01), Seiten 78-82 offenbaren Schalungseinlagen zur Verbesserung des Betonbereiches und damit zur Verminderung der Porosität. Allerdings kommen dort andere Mittel zum Einsatz.

Darstellung der Erfindung:



[0010] Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein alternatives Verfahren zur Verbesserung der Qualität des Betons in der Randzone sowie an der Bauteiloberfläche bereitzustellen.

[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

[0012] Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

[0013] Die Erfindung basiert auf dem Grundgedanken, durch eine selbsttätige Regulierung des Wasser-Zement-Werts optimale Rahmenbedingungen für die Hydratation des Betons zu schaffen und damit die Qualität der Betonrandzone zu verbessern. Dies gelingt gemäß der Erfindung mit Hilfe eines Mittels, das als wesentlichen Bestandteil zumindest ein Hydrogel aufweist, das flächig auf die dem Beton zugewandte Seite einer Schalung aufgebracht wird.

[0014] Unter der Bezeichnung "Hydrogel" werden im Sinne der Erfindung wasserunlösliche Polymere verstanden, die als dreidimensionales Netzwerk vorliegen. Zu diesen Polymeren gehören auch sogenannte Superabsorber. In Wasser quellen diese Polymere unter Formerhaltung auf, bis ein Gleichgewichtszustand erreicht ist. Die Netzwerkbildung erfolgt dabei vorwiegend über kovalente Verknüpfungen der Polymere, ist aber auch über elektrostatische, hydrophobe oder Dipol/Dipol-Wechselwirkungen zwischen einzelnen Segmenten der Poylmerketten möglich. Die notwendige Hydrophilie der Polymere stammt unter anderem aus Hydroxyl-, Carboxylat-, Sulfonat- oder Amid-Gruppen. Durch deren geeignete Auswahl können die Eigenschaften des Hydrogels eingestellt werden. Die Erfindung umfasst dabei auch synthetische Hydrogele, die beispielsweise auf Polyacrylsäuren, Polyacrylaten, Polycarboxyllaten, Polyvinylpyrrolidon oder Polyvinylalkohol basieren. Durch seine Fähigkeit, Wasser einzulagern, ist Hydrogel und damit das Mittel in der Lage, überschüssiges Anmachwasser im Beton unter Volumenzunahme zu absorbieren. Dabei bildet das Mittel einen vollflächigen dichten Film auf der Schalfläche. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliches Wasser zur vollständigen Hydratation in der Betonrandzone benötigt werden, so ist das Hydrogel in der Lage, eingelagertes Wasser wieder an den Beton abzugeben.
Aufgrund dieser Eigenschaften erweist sich das in dem Verfahren eingesetzte Mittel in zweierlei Hinsicht als vorteilhaft. Zum einen wird der Wassergehalt in der Betonrandzone reguliert und damit der dortige Wasser-Zement-Wert. Dies ersetzt zum Teil eine Nachbehandlung des Betons und führt darüber hinaus zu einer Verbesserung der Betonqualität und Verringerung der Porigkeit. Es bildet sich eine glatte, geschlossene und dichte Oberfläche ohne die Gefahr des Absandens feiner Betonpartikel.
Gleichzeitig bewirkt der sich bildende Film einen Trenneffekt zwischen Beton und Schalung, was einem Anhaften des Betons an der Schaloberfläche im Zuge des Erhärtens vorbeugt. Das Ergebnis ist eine Betonoberfläche mit einheitlicher Textur ohne nennenswerte sichtbare Poren. Nacharbeiten aufgrund anhaftenden Betons entfallen vollständig. Das Mittel kommt daher ebenfalls einem Trennmittel gleich.

[0015] Das Hydrogel besitzt pulverförmige Konsistenz, bevor es in Kontakt mit dem Beton gelangt. Das Aufbringen auf eine horizontale oder vertikale Schalfläche erfolgt dann vorteilhafterweise durch Aufsprühen, Aufrollen oder Einreiben mit einem Schwamm, Lappen oder dergleichen, wobei durch Wahl der geeigneten Flächendichte des Auftrags das Absorptionsvermögen eingestellt werden kann. Ein im Sinne der Erfindung bevorzugter Flächenauftrag des Hydrogels sieht 1 g/m2 bis 10 g/m2 vor.

[0016] Die Fixierung des Hydrogels an der Schalfläche geschieht gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit Hilfe einer Trägerschicht, die auf die Schalfläche aufgetragen wird und dort haftet. Die Trägerschicht kann dabei nach Auftrag des Hydrogels aushärten, wodurch eine besonders gute und dauerhafte Fixierung des Hydrogels erfolgt. Diese Alternative bietet sich bevorzugt bei Schalflächen für den einmaligen Gebrauch an, da die erhärtete Trägerschicht nicht mehr von der Schalfläche entfernt werden muss. Die Trägerschicht kann aber auch von einem viskos bleibenden Material gebildet sein, beispielsweise einem Polyol, das mit seiner adhäsiven Oberfläche das Hydrogel immobilisiert. Vor allem bei Schalflächen für wiederholten Einsatz erweist sich diese Alternative als vorteilhaft, da die Trägerschicht von der Schalfläche leichter entfernt werden kann.

[0017] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht zudem vor, die Trägerschicht auf einer Folie anzuordnen oder selbst als Folie auszubilden. Die Folie kann dann als Einwegfolie auf der Schalungsinnenseite aufgebracht sein, wo sie in Kontakt mit dem frischen Beton kommt. Zur Befestigung kann die Folie auf ihrer Rückseite selbstklebend ausgebildet sein. Die Folie dient auf diese Weise zusätzlich als Schutz für die Schalung, die dadurch ohne weitere Vorbereitung für den erneuten Einsatz wieder verwendet werden kann. Da die Folie nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist, eignet sich diese Ausführungsform gleichermaßen sowohl für erhärtbare Trägerschichten als auch viskos bleibende Trägerschichten. Die Folie besteht vorzugsweise aus PVC, Polyethylen oder Polyurethan.

[0018] Geeignete Materialien für eine erfindungsgemäße Trägerschicht sind beispielsweise Klarlacke, Harze, Haftkleber, Polyurethane und Schalungsöle, welche in flüssigem oder viskosem Zustand aufgesprüht werden. Als Trägerschicht eignet sich außerdem StyrolButadien, das als wässrige Lösung auf die Schalfläche aufgebracht wird. Nach Verdunsten des wässrigen Anteils bleibt eine adhäsive Schicht zur Aufnahme des Hydrogels zurück. Eine weitere Ausführungsform sieht die Verwendung einer wässrigen Silikatlösung als Trägerschicht vor, beispielsweise auf Basis von Biopolymeren oder Wasserglas, was zusätzlich einen positiven Effekt auf die Qualität der Betonoberfläche im Hinblick auf ein geschlossenes und dichtes Gefüge bewirkt. Das pulverförmige Hydrogel haftet an der Oberfläche derartiger Trägerschichten, wo es nach Einbringen des Frischbetons Anmachwasser im Bereich der Randzone aufnimmt.

[0019] Eine andere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, das Hydrogel in eine Matrix einzubetten und beide Komponenten zusammen als eine Art Dispersion auf die Schalfläche aufzubringen, was ebenfalls im Wege des Aufsprühens geschehen kann. Das gewichtsbezogene Mischungsverhältnis von Hydrogel zu Matrix liegt dabei vorzugsweise in einem Bereich von 0,01 bis 2,5. Hierfür geeignete Materialien bestehen aus Harz, Haftkleber, Polyol, Schalungsöl oder einer wässrigen Styrol-Butadienlösung.

[0020] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt die Trägerschicht oder die Matrix hydrophobe Eigenschaften. Zu diesem Zweck kann die Trägerschicht oder die Matrix aus einem hydrophoben Material bestehen oder hydrophobe Bestandteile oder eine hydrophobe Schicht aufweisen, beispielsweise aus einem hydrophoben Polyol oder Acrylat. Vor dem Betonieren sorgen die hydrophoben Eigenschaften dafür, dass das Hydrogel nicht vorzeitig Feuchtigkeit aufnimmt und quillt. Während des Betonierens erhält die Betonoberfläche durch Vernetzung mit dem erfindungsgemäßen Mittel ebenfalls hydrophobe Eigenschaften, so dass gegebenenfalls eine nachfolgende hydrophobierende Oberflächenbehandlung des Bauteils nicht mehr nötig ist, beispielsweise zum Schutz vor Verunreinigungen, Graffiti und dergleichen.

[0021] Sowohl die Ausführungsform als Trägerschicht als auch die Ausführungsform als Matrix können zusätzlich mit einer Schutzschicht versehen sein, die das Hydrogel vor Feuchtigkeit schützt, um ein Aufquellen vor dem Betonieren zu verhindern. Als Schutzschicht eignen sich beispielsweise hydrophobe Mittel oder konventionelle Betontrennmittel. Durch den beim Betonieren auf die Schutzschicht einwirkenden Betondruck wird das Hydrogel freigelegt und es kommt zur gewünschten Absorption von Wasser.

[0022] Da das auf die Schalfläche aufgebrachte Hydrogel aufgrund seiner unauffälligen Färbung und der relativ geringen Flächendichte des Auftrags mit bloßem Auge nicht gut wahrnehmbar ist, wird in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung das Hydrogel vor dem Aufbringen auf die Schalfläche mit Farbpigmenten vermischt. Als Farbpigmente eignen sich die zur Färbung von Beton bekannten Pigmente oder Rußpartikel. Die Mischung aus Hydrogel und Farbpigmenten ist nach dem Auftrag gut auf der Schalfläche wahrnehmbar, so dass ein vollständiger und gleichmäßiger Auftrag des erfindungsgemäßen Mittels leicht zu überwachen ist. Die Mischung aus Hydrogel und Farbpigmenten kann dabei wie oben beschrieben auf eine Trägerschicht aufgebracht oder in eine Matrix eingearbeitet werden. Da manche Farbpigmente selbst adhäsive Eigenschaften besitzen, kann die Mischung auch direkt auf die Schalfläche aufgebracht werden, beispielsweise durch Einreiben.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen:



[0023] Die Erfindung wird nachstehend anhand zweier in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.

[0024] Es zeigt
Fig. 1
einen Teilquerschnitt durch eine Schalung, bei der ein Hydrogel unter Zwischenschaltung einer Trägerschicht auf die Schalung aufgebracht ist und
Fig. 2
einen Teilquerschnitt durch eine Schalung, bei der ein in eine Matrix eingebettetes Hydrogel auf die Schalung aufgebracht ist.

Wege zur Ausführung der Erfindung und gewerblichen Verwertbarkeit:



[0025] In Fig. 1 sieht man den dem Beton 1 zugewandten Bereich einer Schalhaut 2, deren Schalfläche mit dem Bezugszeichen 3 bezeichnet ist. Auf der Schalfläche 3 haftet eine viskose Trägerschicht 4. An der Außenseite der Trägerschicht 4 sieht man Partikel eines pulverförmigen Hydrogels 5, das infolge auftretender Adhäsion an der Trägerschicht 4 anhaftet. Optional kann das Hydrogel 5 mit einer Schutzschicht 6 bedeckt sein, die lediglich durch Strichlierung angedeutet ist.

[0026] Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform der Erfindung zeigt ebenfalls den betonseitigen Teil einer Schalung 2 mit Schalfläche 3. Auf die Schalfläche 3 ist eine Matrix 7 aufgebracht, in die Partikel eines Hydrogels 5 eingebettet sind. Auch hier kann die Matrix 7 mit Hydrogel 5 von einer Schutzschicht 6 bedeckt sein entsprechend der unter Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform.


Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines Betonbauteils mit qualitativ hochwertiger Betonrandzone durch Einbringen von Beton (1) in eine Schalung (2), dadurch gekennzeichnet, dass auf die dem Beton (1) zugewandte Fläche (3) der Schalung (2) ein Mittel aufgebracht wird, das als wesentlichen Bestandteil ein wasserunlösliches hydrophiles Polymer (5) aufweist, das eine pulverförmige Konsistenz besitzt.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserunlösliche hydrophile Polymer (5) auf Basis von Stärke, Cellulose, Carboxymethylcellulose, Polyacrylsäure, Polyacrylat, Polyacrylamid, Polyvinylpyrrolidon, Kaliumpolyacrylat, Polyvinylalkohol, Natriumpolyacrylat oder Polycarboxylate gebildet wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Schalfläche (3) erst eine Trägerschicht (4) aufgebracht und das wasserunlösliche hydrophile Polymer (5) auf die Trägerschicht (4) aufgebracht wird.
 
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (4) von einem Klarlack, Harz, Haftkleber, Polyol, Polyurethan, Schalungsöl, einer wässrigen Styrol-Butadienlösung oder wässrigen Silikatlösung gebildet wird.
 
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (4) aus einem erhärtenden Material besteht, beispielsweise aus Polyurethan.
 
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (4) aus einem viskos bleibenden Material besteht, beispielsweise aus Polyol.
 
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (4) von einer Folie gebildet oder auf einer Folie angeordnet wird, die auf die Betonschalung (2) aufgebracht, vorzugsweise aufgeklebt wird.
 
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie zumindest eine Schicht aus PVC, Polyethylen oder Polyurethan aufweist oder aus einem dieser Materialien besteht.
 
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserunlösliche hydrophile Polymer (5) mit einer flüssigen oder viskosen Matrix (7) vermischt und zusammen mit der Matrix (7) auf die Schalfläche (3) aufgebracht wird.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Matrix (7) von einem Harz, Haftkleber, Polyol, Schalungsöl oder wässrigen Styrol-Butadienlösung gebildet wird.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (4) oder die Matrix (7) hydrophobe Eigenschaften besitzt.
 
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel eine Schutzschicht (6) an der dem Beton (1) zugewandten Fläche aufweist.
 


Claims

1. Method for producing a concrete component having a high-quality concrete edge region by introducing concrete (1) into a shuttering (2), characterised in that an agent is applied to the surface (3) of the shuttering (2) facing the concrete (1), which agent comprises a water-insoluble hydrophilic polymer (5) having a powdery consistency.
 
2. Method according to claim 1, characterised in that the water-insoluble hydrophilic polymer (5) is based on starch, cellulose, carboxymethyl cellulose, polyacrylic acid, polyacrylate, polyacrylamide, polyvinylpyrrolidone, potassium polyacrylate, polyvinyl alcohol, sodium polyacrylate or polycarboxylates.
 
3. Method according to claim 1, characterised in that a backing layer (4) is initially applied to the shuttering surface (3) and the water-insoluble hydrophilic polymer (5) is applied to the backing layer (4).
 
4. Method according to claim 3, characterised in that the backing layer (4) is made of a clear lacquer, resin, pressure-sensitive adhesive, polyol, polyurethane, shuttering oil, an aqueous styrene-butadiene solution or an aqueous silicate solution.
 
5. Method according to claim 3, characterised in that the backing layer (4) consists of a hardening material, for example polyurethane.
 
6. Method according to claim 3, characterised in the backing layer (4) consists of a permanently viscous material, for example polyol.
 
7. Method according to claim 3, characterised in that the backing layer (4) is made of a film or is arranged on a film that is applied, preferably glued, to the concrete shuttering (2).
 
8. Method according to claim 7, characterised in that the film comprises at least one layer made of PVC, polyethylene or polyurethane or is made of one of these materials.
 
9. Method according to claim 1, characterised in that the water-insoluble hydrophilic polymer (5) is mixed with a liquid or viscous matrix (7) and is applied to the shuttering surface (3) together with the matrix (7).
 
10. Method according to claim 9, characterised in that matrix (7) is made of a resin, pressure-sensitive adhesive, polyol, shuttering oil or an aqueous styrene-butadiene solution.
 
11. Method according to any of claims 3 to 10, characterised in that the backing layer (4) or the matrix (7) has hydrophobic properties.
 
12. Method according to any of claims 1 to 11, characterised in that the agent comprises a protective layer (6) on the surface facing the concrete (1).
 


Revendications

1. Procédé de fabrication d'un élément de construction en béton muni d'une zone marginale bétonnée à haute valeur qualitative, par déversement de béton (1) dans un coffrage (2), caractérisé par le fait qu'un moyen déposé sur la surface (3) du coffrage (2) tournée vers le béton (1) renferme, en tant que composant essentiel, un polymère hydrophile (5) insoluble dans l'eau, offrant une consistance pulvérulente.
 
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le polymère hydrophile (5) insoluble dans l'eau est formé à base d'amidon, de cellulose, de carboxyméthylcellulose, d'acide polyacrylique, de polyacrylate, de polyacrylamide, de polyvinylpyrrolidone, de polyacrylate de potassium, d'alcool polyvinylique, de polyacrylate de sodium ou de polycarboxylates.
 
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'une couche de substrat (4) est tout d'abord déposée sur la surface (3) du coffrage, puis le polymère hydrophile (5) insoluble dans l'eau est déposé sur ladite couche de substrat (4).
 
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la couche de substrat (4) est constituée d'un vernis translucide, d'une résine, d'un adhésif, de polyol, de polyuréthane, d'une huile de coffrage, d'une solution aqueuse de styrène-butadiène ou d'une solution aqueuse de silicate.
 
5. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la couche de substrat (4) consiste en un matériau durcissable, par exemple en du polyuréthane.
 
6. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la couche de substrat (4) consiste en un matériau conservant sa viscosité, par exemple en du polyol.
 
7. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la couche de substrat (4) est constituée d'un feuil, ou est placée sur un feuil appliqué sur le coffrage de bétonnage (2), de préférence par collage.
 
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé par le fait que le feuil présente au moins une couche de PVC, de polyéthylène ou de polyuréthane, ou bien est constitué par l'un de ces matériaux.
 
9. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le polymère hydrophile (5), insoluble dans l'eau, est mélangé à une matrice (7) liquide ou visqueuse et est déposé sur la surface (3) du coffrage, conjointement à ladite matrice (7).
 
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé par le fait que la matrice (7) est constituée d'une résine, d'un adhésif, de polyol, d'une huile de coffrage ou d'une solution aqueuse de styrène-butadiène.
 
11. Procédé selon l'une des revendications 3 à 10, caractérisé par le fait que la couche de substrat (4), ou la matrice (7), possède des propriétés hydrophobes.
 
12. Procédé selon l'une des revendications 3 à 11, caractérisé par le fait que le moyen comporte une couche de protection (6) sur la surface tournée vers le béton (1).
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur