[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung der Reinigung von
flüssigkeitsdurchströmten Leitungen oder Anlagen entlang einer Spülstrecke. Verfahren
und Vorrichtungen zum Spülen und Reinigen von Rohrleitungen, insbesondere Trinkwasserleitungen
durch Beaufschlagung der Rohrleitung mit Druckimpulsen oder Gemischen von Wasser und
Gasblasen sind seit längerem bekannt. Bereits die deutsche PS 67368 beschreibt ein
Verfahren zur Entfernung von festen Schlammniederschlägen aus Rohrleitungen durch
Einführen eines Stromes nicht kondensierender Gase. Bei dem Verfahren wird eine beschleunigte
Reinigung von Rohrleitungen erzielt, indem man unter Druck stehende, nicht kondensierende
Gase wie Luft o.ä. durch die Leitung treibt. Dabei wird eine starke Verwirbelung des
Gemisches von Wasser und Gasblasen angestrebt, um eine kräftig reibende Wirkung zu
erzielen.
[0002] In der
DE 10 204 737 A1 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Reinigen einer Rohrleitung beschrieben,
bei denen eine Einspeisung eines Stickstoffgases in die Rohrleitung Intervall artig
erfolgt, indem der Wasserstrom in Fließrichtung durch Stickstoffgasblasen unterteilt
wird. Dadurch entstehen in der Rohrleitung fortschreitende Wasser- und Stickstoffblasen,
die aufgrund sich stark ähnelnder Fließgeschwindigkeiten zu einer starken Wirbelbildung
führen, was eine Ablösung von Ablagerungen in der Rohrleitung zur Folge hat. Bei dem
Verfahren bauen sich die Stickstoffblasen nach der Öffnung des Intervallventils in
ca. 2 bis 5 Sekunden auf, so dass das Intervallventil nach dieser Öffnungszeit wieder
geschlossen werden kann. Dabei ist eine Sperrzeit notwendig, damit sich der für die
Beaufschlagung der Leitung erforderliche Druck von 4 bis 8 bar weiter aufbauen kann.
Erst nach Ablauf dieser Sperrzeit kann eine neue Stickstoffblase in die Leitung beaufschlagt
werden.
[0003] Bei der
DE 372 25 49 A1 erfolgt die Reinigung über eine pulsierende Druckluftzuführung in die Spülflüssigkeit,
wobei die Druckstöße der Spülflüssigkeit entweder gleichzeitig oder abwechselnd mit
den Druckstößen der Druckluft erfolgen.
[0004] In der
DE 350 29 69 A1 wird ein Verfahren zur Reinigung von Rohrleitungen mit Hilfe von gleichzeitig eingeleiteten
Impulsen einer Flüssigkeit und eines Gases beschrieben, wobei sich diese Impulse zu
Gesamtimpulsen mischen, welche die Rohrleitung intermittierend durchsetzen. Bei dem
Verfahren wird der Impuls der Flüssigkeit bzw. der Impuls des Gases in mehrere Einzelimpulse
zerlegt, wodurch die Wirkung der Reinigung erhöht werden soll. Zum Lockern, Lösen
und Fortspülen der in der Rohrleitung fest sitzenden Feststoffe geschieht das Einleiten
des Wassers und der Luft in Form von rechteckigen, nacheinander folgenden Impulsen,
wobei sich das Wasser und die Luft miteinander vermischen und als Gesamtimpulse die
Rohrleitung bis zu deren offenen Ende durchsetzen. Die Impulse der Luft bestehen aus
mehreren Einzelimpulsen gleicher Abstände, gleicher Amplitude und gleicher Länge.
[0005] In der
DE 44 389 39 C2 wird ein Verfahren zur Reinigung von Trinkwasserleitungen und zum Spülen von Trinkwasserleitungsnetzen
vorgeschlagen, bei dem die Reinigungswirkung des Spülverfahrens dadurch bewerkstelligt
wird, dass in einem Wasserstrom eine Luftblase in die Rohrleitung beaufschlagt wird,
die an ihren Rändern bestrebt ist, sich mit dem Spülwasser zu mischen. Die Vermischung
erfolgt unter turbulenten Verhältnissen und unter Ausbildung von Wirbeln, durch welche
Kavitationserscheinungen hervorgerufen werden, was zu einer Ablösung von losen Ablagerungen
in der Rohrleitung führt. Die Leitung wird in mehreren Intervallen mit Luftblasen
beaufschlagt. Die Wirkung des Spülverfahrens beruht hauptsächlich auf der Einleitung
von größeren komprimierten Luftblasen in fließendes Wasser sowie auf Kavitation. In
einigen verwandten Verfahren wird zur Innenreinigung von Rohren zusätzlich ein abrasives
Mittel verwendet, bei dem dieses mit wenigstens einem flüssigen und einem gasförmigen
Fluid durch ein zu reinigendes Rohr geschickt wird (vgl.
EP 06 34 229 A1). Ein ähnliches Verfahren ist auch in der
US 2005/0137104 A1 beschrieben.
[0006] In der
EP 10 271 75 B1 wird ein Verfahren zum Entfernen von Biofilmen in Rohrleitungen beschrieben, bei
dem eine Kombination eines unter Druck stehenden Gases und einer geeigneten wässrigen
Reinigungslösung dazu verwendet wird, eine turbulente Umgebung auf oder in einem Rohr/Schlauch
mit einem Biofilm oder Debris auf den inneren oder äußeren Oberflächen zu erzeugen,
welche den Biofilm und die Debris vollständig entfernt. Auch das darin beschriebene
Verfahren ähnelt den bereits zuvor erwähnten, da auch hier zur Erhöhung der Scheuerwirkung
die unter Druck stehende Luft gepulst wird.
[0007] Verfahren, bei denen eine Leitung über abwechselnde Folgen von Gas- und Wasserblöcken
beaufschlagt werden sind ferner Bestandteil der
DE 10 2010 013167 A1,
DE 10 2008 056523 A1,
DE 10 2008 056522 A1 und
DE 10 2008 048710 A1. Bei diesen Verfahren werden abwechselnd Gas- und Wasserblöcke erzeugt, die hintereinander
durch die Leitung wandern und über Verwirbelungen an der Innenoberfläche der Leitung
die Ablagerungen oder Biofilme lösen. Ähnliche Verfahren sind auch in der
US 2008/210262 A1, der
US 2005/150526 A1 und der
FR 2 602 571 A1 beschrieben. Obgleich die oben beschriebenen Verfahren, die eine Kombination einer
Wasser- und Gaszufuhr entweder als Gemisch oder als Impulse beschreiben, einen gegenüber
einer herkömmlichen Wasserspülung gesteigerten Reinigungserfolg aufweisen, so ist
es insbesondere bei hartnäckigen Ablagerungen, wie Biofilmen, noch immer erforderlich,
dass die Spülstrecke über längere Zeit oder mehrmals behandelt wird. Die mit diesen
Verfahren erzielten Fließgeschwindigkeiten und Drücke sind nicht ausreichend, um eine
längere Spülstrecke mit konstanter Reinigungswirkung zu reinigen. Eine Beaufschlagung
der Leitung mit sehr hohen Drücken oder einer großen Anzahl von Impulsen beansprucht
zum einen die Leitung, erfordert zum anderen auch einen erheblich höheren Energiebedarf
und zusätzlichen Aufwand bei der Durchführung der Reinigung. Insbesondere bei der
Entfernung von Biofilmen ist man daher auf die zusätzliche Gabe von chemischen Reinigungsmitteln
angewiesen, was unbefriedigend ist.
[0008] Die bisherige impulsartige Beaufschlagung einer Leitung mit einzelnen Druckimpulsen
führt entweder zu einer Vermischung mit dem in der Leitung befindlichen Wasser oder
zu einer Folge von Wasserblöcken und Gasblöcken, die die Leitung intermittierend durchsetzen.
Dabei ist die Höhe des zu beaufschlagenden Druckes begrenzt auf die jeweilige Nennweite
und Länge der Spülstrecke in der Leitung. Insbesondere bei sehr hartnäckigen Ablagerungen
führen solche Maßnahmen nicht zu einem zufriedenstellenden Reinigungsergebnis.
[0009] Ferner beobachtet man insbesondere bei langen Spülstrecken, beispielsweise bei mehr
als 500 m oder komplexen Leitungssystemen eine nachlassende Reinigungswirkung bei
Anwendung des Impulsspülverfahrens. Während sich Ablagerungen und Biofilme zu Beginn
der Spülstrecke noch zuverlässig aus der Leitung abtragen lassen, stellt man zum Ende
der Spülstrecke lediglich eine deutlich verminderte Abtragung von Ablagerungen oder
Biofilmen in der Leitung fest. Auch dies ist unbefriedigend.
[0010] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen,
mit dem eine Reinigung von längeren Spülstrecken und komplexen Leitungssystemen möglich
ist. Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Das erfindungsgemäße Verfahren optimiert die Reinigung von flüssigkeitsdurchströmten
Leitungen oder Anlagen entlang einer Spülstrecke, indem die Druckdifferenzen an der
Einspeise- und Ausspeisestelle möglichst gering gehalten werden. Üblicherweise handelt
es sich bei den Leitungen um Rohrleitungen, wie zum Beispiel Wasserleitungen oder
Stichleitungen bei Wasserversorgungsanlagen. Solche Leitungen können beispielsweise
Teil des Wasserversorgungsnetzes einer Hausinstallation oder des öffentlichen Versorgungsnetzes
sein. Daneben ist das erfindungsgemäße Verfahren auch bei Leitungen und Anlagen der
Getränkeindustrie, Lebensmittelindustrie oder Pharmaindustrie sowie bei Abschnitten
von Abwasserdruckleitungen anwendbar. Das Verfahren eignet sich ferner zur Reinigung
komplexer Anlagen, die über flüssigkeitsdurchströmte Leitungsabschnitte verfügen,
wie zum Beispiel eine Wärmetauschereinrichtung, Pumpe oder Luftmischer.
[0011] Im Rahmen der von den Erfindern durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt,
dass es bei herkömmlichen Verfahren zu einem deutlichen Abfall der Druckspitzen zum
Ende der Spülstrecke kommt, was letztendlich dazu führt, dass sich Ablagerungen oder
Biofilme am Ende der Spülstrecke nur sehr schwer von der Leitungsinnenwand entfernen
lassen. Diese Nachteile gilt es zu beheben und das Impulsspülverfahren dahingehend
zu optimieren, dass der Druckverlauf zum Ende der Spülstrecke im Vergleich zum Anfang
der Spülstrecke möglichst aufrechterhalten wird. Dazu wurden, wie in den nachfolgenden
Beispielen erläutert, mehrere Testreihen gefahren, wobei eine Aufrechterhaltung des
Druckverlaufes zum Ende der Spülstrecke dadurch erreicht werden konnte, indem die
Leitung oder die Anlage mit definierten, modulierten Gasblöcken beaufschlagt wurde.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich in drei Phasen einteilen:
- eine initiale Ruhephase, in der die Spülstrecke mit Flüssigkeit gefüllt ist oder wird,
- eine Einfahrphase, in der die Spülstrecke teilentleert wird,
- eine Impulsphase, in der die Spülstrecke mit mehreren Sequenzen aus wenigstens zwei
Impulsen mit dem Gas oder Gasgemisch beaufschlagt wird.
[0013] Die Messung und Erfassung der Druckverläufe zu Beginn der Spülstrecke und zum Ende
der Spülstrecke erfolgt vorzugsweise über Drucksensoren. Es können auch mehrere Drucksensoren
entlang der Spülstrecke verteilt sein. Erfindungsgemäß wurde nun festgestellt, dass
eine Optimierung der Reinigung von flüssigkeitsdurchströmten Leitungen oder Anlagen
dadurch erfolgen kann, indem mehrere Sequenzen mit Impulsen in die Leitung oder Anlage
geleitet werden, wobei zwischen den Sequenzen in der Impulsphase eine Pausenphase
eingeführt wird.
[0014] Erfindungsgemäß ist eine Sequenz wie folgt zusammengesetzt:

wobei die Impulszahl (n) der Anzahl der Impulse in der Sequenz, die Impulsdauer (DIM)
der Dauer eines Impulses in der Sequenz und das Impulsintervall (INT) dem zeitlichen
Abstand zwischen zwei Impulsen entspricht und wobei am Ende einer Sequenz bis zu Beginn
der nachfolgenden nächsten Sequenz eine Pausenphase (P) eingeführt wird, in der es
zum Druckabbau und Teilbefüllung in der Spülstrecke kommt.
[0015] Die Höhe der einzelnen Parameter hängt im Wesentlichen von der Leitungsgeometrie
und der Topografie ab. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt jedoch, die zur Optimierung
erforderliche Anpassung anhand der ermittelten und übertragenen Messwerte schnell
und effizient vorzunehmen. Vorzugsweise ist die Impulszahl (n) > 1. In einer Anlage
mit Rohrdurchmessern von DN80 hat die Impulszahl (n) beispielsweise einen Wert zwischen
1 und 3, vorzugsweise zwischen 2 und 5.
[0016] Durch die Festlegung der Impulszahl (n), der Impulsdauer (DIM), des Impulsintervalls
(INT), sowie der Länge der Pausenphase (P) kann der Druckverlauf zum Ende der Spülstrecke
variiert und somit optimiert werden. Eine weitere Anpassung kann über den Volumenstrom
der Spülflüssigkeit oder den Gasdruck an der Steuereinheit erfolgen. Der Volumenstrom
der Spülflüssigkeit lässt sich über die Einfließgeschwindigkeit des Wassers in Abhängigkeit
von der Drosselung der Absperrarmatur vor der Lufteinspeisung und des Rohrnetzdruckes
regeln.
[0017] Die Dauer (t) einer einzelnen Sequenz lässt sich wie folgt definieren:

[0018] Die Länge der einzelnen Parameter hängt auch hier von der Leitungstopografie ab.
Beispielsweise beträgt die Länge der Pausenphase (P) zwischen zwei Sequenzen bei einer
Anlage mit Nennweiten von 50 bis 75 m zwischen 30 Sekunden und 50 Sekunden. Vorzugsweise
ist die Pausenphase (P) wenigstens 30 Sekunden lang. In bestimmten Leitungssystemen
können auch Pausenlängen von mehr als 50 Sekunden erforderlich sein. Vorzugsweise
liegt die Dauer (t) einer einzelnen Sequenz zwischen 35 und 80 Sekunden, vorzugsweise
bei mehr als 30 Sekunden. Vorzugsweise liegt die Dauer (t) zwischen 50 und 90 Sekunden,
vorzugsweise bei mehr als 70 Sekunden. Durch die Ermittlung der Druckverläufe zumindest
am Anfang und zum Ende der Spülstrecke ist eine optimierte Einstellung der oben genannten
Parameter möglich.
[0019] Somit war es überraschend, dass eine Anpassung der Impulszahl (n), der Impulsdauer
(DIM) und des Impulsintervalls (INT) nicht ausreicht, um die Druckspitzen zum Ende
der Spülstrecke aufrechtzuerhalten. So lieferte eine Erhöhung der Impulsintervalle
am Drucksensor am Ende der Spülstrecke kaum höhere Druckwerte. Erst nachdem nach einer
festgelegten Anzahl von Impulsen eine längere Pause eingeführt wurde (= Pausenphase
(P)), bevor die nächste Sequenz einsetzte, konnte man eine Aufrechterhaltung des Druckes
auch am Ende der Spülstrecke feststellen.
[0020] Bei einer Versuchsanlage mit Spülstrecken mit Längen zwischen 50 und 750 m Längen
beträgt die Impulsdauer zur Aufrechterhaltung des Druckes am Ende der Spülstrecke
beispielsweise zwischen 1 und 10 Sekunden. Bevorzugt ist eine Impulsdauer bei einer
solchen Anlage zwischen 4 und 8 Sekunden, bevorzugter zwischen 2 und 4 Sekunden. Das
Impulsintervall beträgt bei der Versuchsanlage vorzugsweise zwischen 2 und 18 Sekunden,
bevorzugter zwischen 10 und 13 Sekunden. Der Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder
Anlage vor der Spülstrecke wird bei der Versuchsanlage vorzugsweise zwischen 3 und
7 bar, vorzugsweise bei 6 bar eingestellt. Die genauen Zahlenwerte in der Praxis können
je nach Länge und Art der Spülstrecke variieren und von diesen Werten abweichen. Es
ist bevorzugt, dass der Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder Anlage vor der Spülstrecke
unterhalb des Netzruhe- bzw. Betriebsdruckes eingestellt wird. Die Impulsdauer und
das Impulsintervall sollten möglichst gering gehalten werden.
[0021] Die genaue Höhe der einzustellenden Parameter ist abhängig von der zu reinigenden
Leitung, insbesondere dem Leitungsinnendurchmesser, der Länge der Spülstrecke, der
Anzahl von Verzweigungen und der Geometrie des Leitungssystems. Die in der Einfahrphase
beschriebene Teilentleerung des zuvor gefüllten Leitungsabschnittes folgt nach der
Ruhephase, in der die Spülstrecke mit Flüssigkeit gefüllt ist oder wird. Die Teilentleerung
in der Einfahrphase erfolgt durch Einleiten eines Gases oder eines Gasgemisches in
den Leitungsabschnitt, wodurch das Wasser aufgrund der Volumenausdehnung des Gases
verdrängt wird. Durch Rücklaufen von Flüssigkeit in die Sohle des Leitungsabschnittes
verbleibt insbesondere am Einspeisepunkt eine Flüssigkeitsrestmenge. Vorzugsweise
verbleiben etwa 10 bis 35 % der Flüssigkeit in der Spülstrecke. Wesentlich ist, dass
die Leitung nicht "trocken laufen" darf, um den gewünschten Reinigungserfolg, insbesondere
die Aufrechterhaltung des Druckverlaufes zum Ende der Spülstrecke, sicherzustellen.
[0022] In der zwischen den Sequenzen eingeführten Pausenphase erfolgt dann eine Teilbefüllung
der Spülstrecke. Die Teilentleerung des Leitungsabschnittes in der Einfahrphase und
die Teilbefüllung des Leitungsabschnittes in der Pausenphase sind ein wesentlicher
Bestandteil des Verfahrens zur Optimierung des Druckverlaufes am Ende der Spülstrecke
und der damit verbundenen Erhöhung der Reinigungsleistung bei Leitungen oder Leitungssystemen.
Eine Vorrichtung geeignet zur Optimierung der Reinigung von flüssigkeitsdurchströmten
Leitungen oder Anlagen entlang einer Spülstrecke, besteht aus
- einem Behälter zur Bereitstellung des Gases oder Gasgemisches,
- einem mit Flüssigkeit gefüllten Leitungsabschnitt,
- einem oder mehreren Einspeisepunkten für die Beaufschlagung der Spülstrecke mit dem
Gas oder Gasgemisch,
- einem Drucksensor am Anfang der Spülstrecke zur Erfassung des dortigen Druckverlaufes,
- wenigstens einem weiteren stromabwärts zum Ende der Spülstrecke angeordneten Drucksensor
zur Erfassung des Druckverlaufes in diesem Abschnitt der Spülstrecke.
[0023] Bei dem mit Flüssigkeit gefüllten Leitungsabschnitt kann es sich um das bestehende
Rohrnetz einer Trinkwasserleitung handeln. Diese sorgt für die erforderliche Flüssigkeitszufuhr.
Alternativ ist auch eine externe Einleitung von Flüssigkeit möglich. Die Vorrichtung
umfasst ferner vorzugsweise eine Einrichtung zur Regulation des Volumenstroms der
in die Leitung oder Anlage einzuleitenden Flüssigkeit. Dabei kann es sich beispielsweise
um einen Schieber oder ein Ventil handeln. Die Kontrolle des Volumenstroms des Wassers
ermöglicht eine schnellere Blockbildung von Wasserblöcken sowie Aufnahme und Weiterleitung
von Energie.
[0024] Bei der Datenübermittlung werden die Drücke über die Drucksensoren am Einspeisepunkt
sowie am Ende der Spülstrecke erfasst. Durch die Erfassung in einem Abstand von ca.
0,1 Sekunden ist eine relativ hohe Auflösung der Druckspitzen möglich. Durch den Abgleich
der Messwerte am Drucksensor am Ende der Spülstrecke im Vergleich zu den Druckwerten
am Einspeisepunkt erfolgt eine schnelle Rückkopplung, sodass die Differenz der sich
entsprechenden Druckspitzen möglichst gering gehalten wird.
[0025] Bislang musste eine Einstellung verschiedener Parameter bei bekannten Impulsspülverfahren
manuell erfolgen, was rohrleitungsspezifische Besonderheiten, wie die Ausmaße an Ablagerungen
und Inkrustationen nicht berücksichtigt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist
eine hohe Reproduzierbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. Die unmittelbare Rückkopplung
zur Verminderung der Druckdifferenz bei den Drucksensoren ermöglicht durchgehend hohe
Reinigungsleistungen. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Übertragung
der Daten der einzelnen Drucksensoren an die Auswerteeinheit sowie die anschließende
Anpassung der erfindungsgemäßen Parameter automatisch. Hierfür ist vorzugsweise eine
Zuordnungstabelle vorgesehen, mit der beispielsweise die Impulsdauer, das Impulsintervall,
der Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder Anlage, die Impulszahl und die Länge der
Pausenphase erfasst und aufgrund der ermittelten Druckwerte unmittelbar angepasst
werden. Eine Erfassung über die gesamte Spülstrecke durch Einbau entsprechender Drucksensoren
ist möglich, etwa an Hydranten oder anderen Anschlüssen. In der einfachsten Variante
erfolgt eine Erfassung des Druckverlaufes bzw. der Druckspitzen am Anfang sowie am
Ende der Spülstrecke.
[0026] Vorzugsweise umfasst eine solche Vorrichtung Einrichtungen zum Erfassen des Pumpendruckes
oder des Rohrnetzdruckes, des Gasdruckes am Einspeisepunkt und des Volumenstroms der
einfließenden Flüssigkeit. Je nach Ausführungsform können mehrere Drucksensoren entlang
der Spülstrecke angeordnet sein, um den Druckverlauf nahezu vollständig zu erfassen.
Die Drucksensoren können entweder direkt an einem Standrohr oder einem zusätzlich
eingebauten T-Stück angebracht sein. Sie messen den Druckverlauf an dem Einspeisungspunkt
für das Gas oder Gasgemisch sowie an der Ausspeisungsstelle für die Luft- und Wasserblöcke.
Vorzugsweise werden die Daten in einem Abstand von ca. 0,1 Sekunden erfasst. Die Daten
werden anschließend an eine Auswerteeinheit übergeben. Vorzugsweise kann die Datenübermittlung
drahtgebunden oder drahtlos erfolgen.
[0027] Die über die Drucksensoren erfassten Druckwerte bilden die Basis für die Regel- und
Steuereinheit, welche die einzelnen oben beschriebenen Parameter so anpasst, dass
die Druckdifferenz am Drucksensor zum Ende der Spülstrecke gegenüber dem Drucksensor
am Einspeisepunkt am Anfang der Spülstrecke möglichst gering ausfällt. Vorzugsweise
können die genannten Leitungs- bzw. Anlageparameter in einer Speichereinheit in der
Regel- und Steuereinheit hinterlegt werden. So können beispielsweise vorgegebene Werte
für die Impulsdauer, das Impulsintervall, den Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder
Anlage, die Impulszahl und die Länge der Pausenphase in Abhängigkeit von der Leitungsgeometrie
und der Länge der Spülstrecke hinterlegt sein. Durch diese Hinterlegung der Daten
ist eine Zuordnung der Parameter für zukünftig zu reinigende Leitungen möglich, sodass
möglichst optimale Ausgangspunkte für die Einstellung der jeweiligen Parameter bei
einem bestimmten Leitungsabschnitt vorliegen. Bei einer automatisierten Anpassung
kann unmittelbar auf sich ändernde Leitungsparameter reagiert werden. So werden im
Zuge der Reinigung ständig Ablagerungen aus dem Inneren des Leitungsabschnittes ausgetragen
und mobilisiert. Dadurch ändert sich der Leitungsinnendurchmesser und demnach auch
die Druckverhältnisse in der Spülstrecke. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden
solche sich ändernde Leitungsparameter unmittelbar ausgeglichen, d.h. die erfindungsgemäßen
Parameter werden so angepasst, dass die Differenz der Druckspitzen am Anfang bzw.
Ende der Spülstrecke möglichst gering ist.
[0028] Die Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen näher erläutert.
Vergleichsbeispiel (ohne Optimierung)
[0029] Um die Spülleistung und die dafür erforderlichen Scherkräfte auch quantitativ erfassen
zu können, wurde eine Versuchsanlage mit DN80 entwickelt, bei der Ablagerung und Biofilme
über ein Magnetsystem modelliert werden. Dazu wurden entlang der Spülstrecke Magnete
außerhalb der Rohre angebracht, an denen an der Innenseite Eisenkörper gebunden wurden.
Diese Eisenkörper stellen modellhaft Ablagerungen im Leitungsinneren (= Stahlprüfkörper)
dar. Für diese Versuchsanordnungen wurden die tatsächlichen Scherkräfte messtechnisch
ermittelt, da das Eisenmaterial nicht unmittelbar am Magnet gebunden vorliegt, sondern
durch die Rohrwand getrennt war.
[0030] Die Druckverläufe in den einzelnen Phasen, der Ruhephase, der Einfahrphase und der
Impulsphase wurden gemessen. In der Ruhephase wird die Rohrstrecke komplett mit Wasser
gefüllt, die Fließgeschwindigkeit beträgt 0,3 oder 0,5 m/s. Gas wird mit 5 bar Luftdruck
in die Leitung beaufschlagt. Volumenstrom und Wasserdruck sind konstant. In der anschließenden
Einfahrphase findet die Teilentleerung der Spülstrecke durch gepulste Druckluft statt.
Die genaue Länge der Einfahrphase ist abhängig von der Länge der Spülstrecken.
[0031] Die Ergebnisse der Versuchsanlage mit DN80 sind in Fig. 1A gezeigt. Dargestellt sind
die Druckverläufe an zwei Sensoren: am Anfang der Spülstrecke (dünne Linie) und am
Ende der Spülstrecke (dicke Linie), bei nicht optimierter Impulsreinigung. Deutlich
ist zu erkennen, wie es zu einem Druckabfall zum Ende der Spülstrecke beim letzten
Drucksensor kommt. Die Druckspitzen flachen an der Ausspeisestelle der Spülstrecke
nahezu vollständig ab. An dem gezeigten Rohrleitungsabschnitt wurde bei Wasserspülung
(ohne Luft) und einer Fließgeschwindigkeit von 3,7 m/s eine Druckdifferenz von etwas
mehr als 3 bar ermittelt. Der Druck an der Ausspeisung betrug während der Einfahrphase
kurzzeitig mehr als 80 % des Maximaldruckes an dem Einspeisepunkt während der Impulsphase,
jedoch wurde nicht einmal 20 % des Maximaldruckes an dem Einspeisepunkt erreicht.
Optimiertes Reinigungsverfahren
[0032] Durch Anpassung der Impulszahl, der Impulsdauer, des Impulsintervalls und der Länge
der Pausenphase zwischen zwei Sequenzen konnte das Reinigungsverfahren optimiert werden.
Dies ging mit einem möglichst geringen Druckverlust zwischen dem Drucksensor am Anfang
der Spülstrecke und dem Drucksensor am Ende der Spülstrecke einher. Dabei stellte
sich heraus, dass insbesondere die Pausenphase zwischen zwei Sequenzen für den Druckerhalt
zum Ende der Spülstrecke eine wesentliche Rolle spielt. In der Pausenphase kommt es
zum Druckabbau in der Spülstrecke sowie zum Rückfluss von Wasser in der Leitung für
die ebenfalls erforderliche Teilentleerung. Die in der Einfahrphase gesammelte Flüssigkeitsrestmenge
in der Leitung ist für die nächste Sequenz erforderlich. Durch die Beaufschlagung
der Leitung mit dem Gas bzw. Gasgemisch (durchgeführt bei einem Luftdruck von 3 bar)
bildet sich ein Luftblock, der den Leitungsquerschnitt nahezu vollständig ausfüllt.
Dieser Luftblock wird durch die Leitung getrieben und schiebt einen sich bildenden
Wasserblock (oder eine Gruppe von Luft- /Wasserblöcken) vor sich her, der im Wesentlichen
aus der Flüssigkeitsrestmenge der Leitung gebildet wird.
[0033] Die Ergebnisse des optimierten Verfahrens sind in Fig. 1B dargestellt. Deutlich erkennbar
ist, wie der Druck zum Ende der Spülstrecke (dicke Linie) im Vergleich zum Druckverlauf
am Anfang der Spülstrecke (dünne Linie) aufrechterhalten bleibt (Fig. 1 A). Die Differenz
der Druckspitzen am Ende der Spülstrecke im Vergleich zum Druck am Anfang der Spülstrecke
wird möglichst gering gehalten.
[0034] Interessanterweise führen längere Impulsintervalle von mehr als 18 Sekunden und eine
Impulsdauer (DIM) von mehr als 10 Sekunden bei der Versuchsanlage mit DN80 zu keiner
weiteren Erhöhung der Druckwerte am auslasseitigen Drucksensor der getesteten Spülstrecke.
Auch die Verläufe von Durchflussmenge, Wasser- und Luftdruck änderten sich bei gleicher
Sequenz nur geringfügig und scheinen deshalb unabhängig von der Länge der Pausenphase
zu sein.
[0035] In Fig. 2 wird das erfindungsgemäße Verfahren und der Aufbau einer Sequenz genauer
erläutert. Eine Sequenz besteht beim gezeigten Beispiel aus drei einzelnen Impulsen,
die im Diagramm als drei Impulsspitzen zu erkennen sind. Die Länge eines Impulses
definiert die Impulsdauer (DIM). Der Abstand zwischen dem Ende eines Impulses und
dem Anfang des nachfolgenden Impulses in der Sequenz definiert das Impulsintervall
(INT).
[0036] Eine Sequenz ist in dem Ausführungsbeispiel wie folgt definiert (s = Sekunden):

[0037] Die Pause zwischen zwei Sequenzen definiert die Pausenphase (P). Die Dauer (t) für
eine Sequenz und eine Pause beträgt:

[0038] Zu erkennen ist, wie in der Ruhephase Wasser mit einem Druck von ca. 2,5 bar eingeleitet
wird. In der sich anschließenden Einfahrphase werden zunächst einzelne Druckimpulse
in die Leitung beaufschlagt, wodurch die Leitung teilentleert wird. Nach der erfolgten
Teilentleerung folgen drei Impulsspitzen als Teil einer Sequenz gefolgt von einer
Pausenphase und einer erneuten Sequenz mit drei Impulsspitzen. Während der Impulsphase
erreicht der Druck an dem Ausspeisepunkt etwa 80 % des Maximaldruckes an dem Einspeisepunkt.
Die scharfen Peaks ermöglichen die Ermittlung der Laufzeit der Druckimpulse sowie
der Geschwindigkeit der durch die Leitung migrierenden Wasserblöcke.
[0039] Eine zusätzliche Veränderung der Drosselung der Wasserzufuhr durch eine Absperrarmatur
(entweder manuell oder per Antrieb) kann zu einer weiteren Verbesserung der Reinigungsleistung
führen. Vorzugsweise ist der Gasdruck so eingestellt, dass der Ruhedruck des Leitungsnetzes
nicht überschritten wird.
[0040] Es hat sich herausgestellt, dass bei der Versuchsanlage mit DN80 eine Impulszahl
(n) > 3 nur unwesentlich zur weiteren Optimierung beiträgt. Daher dürfte eine bevorzugte
Variante bei dieser Leitung so definiert sein, dass die Impulszahl (n) = 3 beträgt.
[0041] Diese Modulation des Druckverlaufes führt zur Aufrechterhaltung des Druckes am Ende
der Spülstrecke, was sich letztendlich dadurch zeigte, dass bei der Versuchsanlage
die "künstlich erzeugten Ablagerungen" vollständig vom Leitungsinneren entfernt werden
konnten, was bei der herkömmlichen Wasserspülung nicht der Fall war. Auch künstliche
Ablagerungen mit erhöhten Anhaftungen durch sehr starke Magnete mit enormer Haftwirkung,
die bei bekannten Impulsspülverfahren bei Strecken von mehr als 50 Meter Länge nicht
mehr mobilisierbar waren, konnten mithilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens abgelöst
und vollständig ausgetragen werden.
1. Verfahren zur Optimierung der Reinigung von flüssigkeitsdurchströmten Leitungen oder
Anlagen entlang einer Spülstrecke, bei dem zu Beginn der Spülstrecke am Einspeisungspunkt
eine impulsweise Beaufschlagung der zumindest teilweise mit Flüssigkeit gefüllten
Leitung mit einem Gas oder einem Gasgemisch erfolgt,
gekennzeichnet durch:
- eine initiale Ruhephase, in der die Spülstrecke mit Flüssigkeit gefüllt ist oder
wird,
- eine Einfahrphase, in der die Spülstrecke durch Einleiten eines Gases oder eines
Gasgemisches in den Leitungsabschnitt teilentleert wird,
- eine Impulsphase, in der die Spülstrecke mit mehreren Sequenzen aus wenigstens zwei
Impulsen mit dem Gas oder Gasgemisch beaufschlagt wird, wobei eine Sequenz wie folgt
zusammengesetzt ist:

wobei die Impulszahl (n) der Anzahl der Impulse in der Sequenz, die Impulsdauer (DIM)
der Dauer eines Impulses in der Sequenz und das Impulsintervall (INT) dem zeitlichen
Abstand zwischen zwei Impulsen entspricht und wobei am Ende einer Sequenz bis zu Beginn
der nachfolgenden nächsten Sequenz eine Pausenphase (P) eingeführt wird, in der es
zum Druckabbau und Teilbefüllung in der Spülstrecke kommt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer (t) einer Sequenz wie folgt definiert wird: t = n x (DIM + INT) + P.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Pausenphase (P) zwischen zwei Sequenzen in Abhängigkeit von der Leitungstopografie
ermittelt und eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckverläufe am Anfang und am Ende der Spülstrecke ermittelt werden und dass
die Differenz der Druckspitzen durch Anpassung eines oder mehrerer folgender Parameter
möglichst gering gehalten wird: Impulszahl (n), Impulsdauer (DIM), Impulsintervall
(INT), Pausenphase (P).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilentleerung der Leitung oder Anlage so lange durchgeführt wird, bis etwa 10
% bis 35 % der Flüssigkeit in der Spülstrecke verbleiben.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die von den Drucksensoren ermittelten Druckwerte einer Auswerteeinheit übergeben
werden, sodass darauf basierend eine Anpassung der Parameter, ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Impulszahl (n), Impulsdauer (DIM), Impulsintervall (INT), Länge der
Pausenphase (P), Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder Anlage erfolgen kann, um die
Differenz der Druckspitzen möglichst gering zu halten, wobei bei sich ändernden Leitungsparametern
über eine Rückkopplung eine erneute Anpassung dieser Parameter erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsdruck in der Leitung oder Anlage vor der Spülstrecke unterhalb des
Netzruhe- bzw. Betriebsdruckes eingestellt wird.
1. Method for optimising the cleaning, along a flushing segment, of pipes or systems
through which fluid flows, in which method, at the start of the flushing segment,
at a feed-in point, a gas or a gas mixture is applied in a pulsed manner to the pipe,
which is filled at least in part with fluid,
characterised by:
- an initial non-operational phase in which the flushing segment is filled or is being
filled with fluid,
- a start-up phase in which the flushing segment is partially emptied by introducing
a gas or a gas mixture into the pipe portion,
- a pulsed phase in which the gas or gas mixture is applied to the flushing segment
in a plurality of sequences consisting of at least two pulses, a sequence being composed
as follows:

the pulse count (n) corresponding to the number of pulses in the sequence, the pulse
duration (DIM) corresponding to the duration of a pulse in the sequence, and the pulse
interval (INT) corresponding to the distance in time between two pulses, and a pause
phase (P) being introduced at the end of a sequence until the start of the subsequent
sequence, in which pause phase a reduction of pressure in and a partial filling of
the flushing segment occurs.
2. Method according to claim 1, characterised in that the duration (t) of a sequence is defined as follows: t = n x (DIM + INT) + P.
3. Method according to either claim 1 or claim 2, characterised in that the length of the pause phase (P) between two sequences is determined and set on
the basis of the topography of the pipe.
4. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the pressure curves at the start and the end of the flushing segment are determined
and in that the difference between the pressure peaks is kept as small as possible by adjusting
one or more of the following parameters: pulse count (n), pulse duration (DIM), pulse
interval (INT), pause phase (P).
5. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the pipe or system is partially emptied until approximately from 10 % to 35 % of
the fluid remains in the flushing segment.
6. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the pressure values determined by the pressure sensors are transmitted to an evaluation
unit such that, based on said values, an adjustment can be made to the parameters,
selected from the group consisting of pulse count (n), pulse duration (DIM), pulse
interval (INT), length of the pause phase (P), fluid pressure in the pipe or system,
in order to keep the difference between the pressure peaks as small as possible, readjustment
of these parameters taking place by means of feedback if the pipe parameters change.
7. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the fluid pressure in the pipe or system upstream of the flushing segment is set
below the supply-network static pressure or operational pressure.
1. Procédé d'optimisation du nettoyage de conduites ou d'installations traversées par
un liquide le long d'une section de rinçage, dans lequel, au début de la section de
rinçage, au point d'alimentation, la conduite au moins partiellement remplie de liquide
est soumise par impulsions à un gaz ou un mélange de gaz,
caractérisé par :
- une phase de repos initiale, dans laquelle la section de rinçage est remplie de
liquide,
- une phase de démarrage, dans laquelle la section de rinçage est partiellement vidée
par introduction d'un gaz ou d'un mélange de gaz dans le tronçon de conduite,
- une phase d'impulsions, dans laquelle la section de rinçage est soumise au gaz ou
au mélange de gaz en plusieurs séquences d'au moins deux impulsions, une séquence
étant composée comme suit :

le nombre d'impulsions (n) correspondant au nombre des impulsions dans la séquence,
la durée d'impulsion (DIM) à la durée d'une impulsion dans la séquence et l'intervalle
d'impulsions (INT) à la distance temporelle entre deux impulsions et une phase de
pause (P) étant introduite à la fin d'une séquence jusqu'au début de la séquence suivante,
dans laquelle il se produit une diminution de pression et un remplissage partiel dans
la section de rinçage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la durée (t) d'une séquence est définie comme suit : t = n x (DIM + INT) + P.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la longueur de la phase de pause (P) entre deux séquences est déterminée et réglée
en fonction de la topographie de la conduite.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les courbes de pression au début et à la fin de la section de rinçage sont déterminées
et que la différence des pics de pression est maintenue aussi faible que possible
par adaptation d'un ou plusieurs des paramètres suivants : nombre d'impulsions (n),
durée d'impulsion (DIM), intervalle d'impulsions (INT), phase de pause (P).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le vidage partiel de la conduite ou de l'installation est effectué jusqu'à ce qu'il
reste environ 10 % à 35 % de liquide dans la section de rinçage.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les valeurs de pression déterminées par les capteurs de pression sont transmises
à une unité d'évaluation, de sorte qu'une adaptation des paramètres, sélectionnés
dans le groupe composé de : nombre d'impulsions (n), durée d'impulsion (DIM), intervalle
d'impulsions (INT), longueur de la phase de pause (P), pression de liquide dans la
conduite ou l'installation, peut avoir lieu sur cette base pour maintenir aussi faible
que possible la différence des pics de pression, une nouvelle adaptation de ces paramètres
ayant lieu par une rétroaction en cas de modification des paramètres de la conduite.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pression de liquide dans la conduite ou l'installation avant la section de rinçage
est réglée au-dessous de la pression du réseau au repos, respectivement de la pression
de service.