| (19) |
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(11) |
EP 2 959 874 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.08.2017 Patentblatt 2017/31 |
| (22) |
Anmeldetag: 18.06.2015 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (54) |
PATIENTENAUFSTEHHILFE
STANDING UP AID
LÈVE-PERSONNE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
23.06.2014 DE 102014108755
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.12.2015 Patentblatt 2015/53 |
| (73) |
Patentinhaber: Leonair GmbH |
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71229 Leonberg (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Zeeb, Lothar
71229 Leonberg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Limbeck, Achim |
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Rechtsanwaltskanzlei Dr. Limbeck
Auf dem Schimmerich 11 53579 Erpel 53579 Erpel (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 1 654 956
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DE-T2- 69 015 110
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Patientenaufstehhilfe, die auch als Stehtrainer genutzt
werden kann.
Stand der Technik
[0002] Aufstehhilfen und Krankenhebehilfen in unterschiedlichsten Ausführungen sind seit
langem bekannt.
[0003] So geht aus der
DE 41 17 857 A1 eine Krankenhebe- und Transportvorrichtung hervor, bei der ein an einem Mast geführter
Läufer motorisch auf und ab bewegt wird. Diese Bewegung kann über ein Flaschenzugsystem
oder über eine lange Gewindespindel erfolgen. Ein Nachteil dieser Vorrichtung besteht
darin, dass eine Hubmutter der Vorrichtung infolge der Drehbewegung der Gewindespindel
immer versucht dieser Drehbewegung zu folgen. Dieser Effekt muss durch eine Verdrehsicherung
mittels zweier Laschen aufgefangen werden. Zu dieser Funktion als Verdrehsicherung
haben die Laschen jedoch auch noch die volle Zugkraft der Gewindespindel aufzunehmen.
Über die lange Distanz von der Umlenkung zum Motor ist diese lose, fliegende Verbindung
mechanisch bedenklich, da immer mit einer Schiefstellung oder einem Fluchtungsfehler
von Gewindespindel zu Hubteil gerechnet werden muss, was dann bis zum vorzeitigen
Ausfall oder Verschleiß der an der Zugbewegung beteiligten Elemente führen kann. Der
in geschlossener Profilform ausgeführte Mast erlaubt eine Zugangsmöglichkeit nur über
zwei offene Stirnseiten, was sowohl bei der Montage als auch im Servicefall zu hohem
Zeitaufwand führt. Zudem weist der Mast mehrere Rollkörper auf für die kostenaufwendige
Laufflächen vonnöten sind. Im Außenbereich des Mastes müssen die Führungsbahnen für
den Läufer von Schmutzeinwirkung freigehalten werden, um ein Klemmen zu verhindern.
Hinzu kommt die Gefahr des Einklemmens von Kleidungsstücken im Bereich des sich eng
am Mast bewegenden Läufers.
[0004] Die
GB 2 391 537 B zeigt einen Patientenlifter an dessen Mast ein elektrischer Aktuator gemäß dem Flaschenzugprinzip
über lose Rollen, eine feste Rolle und einen Fixpunkt ein Zugseil antreibt. Dieses
weist gegenüber dem Arbeitshub des Aktuators eine um das vierfache größere Länge am
Seilausgang in Richtung des Patienten auf. Dazu ist ein den Mast verlängerndes teleskopartiges
Element erforderlich. Der Antrieb muss wegen seine vierfachen Übersetzung ins Langsame
entsprechend schnell sein, damit der Patient in zumutbarer Zeit in die Vertikale gelangt.
Das gesamte Flaschenzugsystem und der Antrieb müssen gegenüber dem Mast verdrehgesichert
werden. Das Raumerfordernis ist im oberen Abschnitt des Mastes aufgrund der Parallelanordnung
von Zugseil, Teleskopverlängerung und Antrieb hoch. Für den Patienten und die Pflegekraft
besteht Klemmgefahr. Zudem können das Seil des Flaschenzugs und die Teleskopverlängerung
leicht verschmutzen.
[0005] Die
EP 1 654 956 B1 beschreibt ein ausschließlich für Therapiezwecke geeignetes Stehgerät, welches ein
Standgestell, eine daran angebrachte Tischplatte, einen Patientengurt und einen motorisch
angetriebenen Linearantrieb umfasst. Der Linearantrieb ist mit einem längenverstellbaren
Hub gemäß dem Flaschenzugprinzip gekoppelt. Dessen Seilzug und Rollen sind platzungünstig
außerhalb der tragenden Säule angebracht. Die Profilform der Säule verursacht ein
entsprechendes kompliziertes Gegenprofil am Schlitten. Das Konstruktionsprinzip macht
eine zusätzliche Schutzverkleidung notwendig.
[0006] Die
DE 600 17 617 T2 betrifft eine Hebevorrichtung für Behinderte mittels derer über einen um eine erste
und zweite horizontale Achse schwenkbaren Hebelarm eine Person beim Aufrichten unterstützt
wird. Hierbei geht von den sich bewegenden Gestängeteilen eine hohe Unfallgefahr aus.
Die Hebevorrichtung weist eine Rohrmimik auf, die manchen Patienten von vornherein
Unbehagen vermittelt, was bis zur Ablehnung des Hilfsmittels führen kann. Wegen der
komplexen Form dieser Vorrichtung muss für ihren Transport eine voluminöse Verpackung
vorgesehen werden. Alternativ muss sie zeitaufwendig durch Demontage in eine flache
Form gebracht werden. Die Rohrmimik kann nur mit großem Zeitaufwand gereinigt werden.
[0007] Die
DE 20 2009 004 889 U1 zeigt eine Einrichtung zum Aufrichten einer Person über Zugmittel. Eine Brustkorbabstützung,
eine Kniestütze und eine Fußauflage ermöglichen es, eine fixierte Person um eine horizontale
Achse in Richtung der Aufrichtbewegung zu kippen. Hierzu wird verlangt, dass die Pflegekraft
die notwendige Kippkraft um die Drehachse der Einrichtung aufbringen muss. Dies kann
jedoch, insbesondere bei schweren Patienten, einer Pflegekraft nicht zugemutet werden.
Der Anwenderkreis ist außerdem insofern eingeschränkt, als nur Patienten, bei denen
der abrupte Kippvorgang in die Schräglage keine Angstgefühle erzeugt, versorgt werden
können.
[0008] Die
DE 196 47 498 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Aufrichten von Patienten aus einer sitzenden in eine
aufrechte Position. Diese weist eine Hebevorrichtung auf, welche über einen Seilzug
mit einem Gurt verfügt. Der Seilzug ist teilweise durch ein Rohr geführt, und wird
in diesem mittels Rollen umgelenkt. Zum Betätigen des Seilzugs ist nur eine Handkurbel
vorgesehen, die von einer Pflegekraft betätigt werden muss.
[0009] Die
DE 10 2011 006 359 A1 betrifft eine Mobilitätsvorrichtung für körperbehinderte Personen. Diese sieht eine
Beckenstütze vor, die über einen Schwenkarm mit einer Stützsäule verbunden ist. Die
Stützsäule weist an ihrem oberen Ende Handgriffe auf. Diese ermöglichen es der körperbehinderten
Person, sich unter Abstützung an der Beckenstütze aufzurichten. Eine Unterstützung
der körperbehinderten Person durch eine Pflegekraft oder durch einen Motor ist nicht
vorgesehen.
Darstellung der Erfindung
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Patientenaufstehhilfe bereitzustellen,
welche die vorgenannten Nachteile des Standes der Technik vermeidet. Darüber hinaus
sollen möglichst viele Funktionselemente der Patientenaufstehhilfe äußerlich unsichtbar
bleiben. Ferner soll sie einfach und schnell auf unterschiedlichen Plattformen montiert
werden können.
[0011] Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Patientenaufstehhilfe sind in den abhängigen
Unteransprüchen angegeben.
[0012] Die erfindungsgemäße Patientenaufstehhilfe weist eine Säule auf, in der eine Antriebseinheit,
mehrere Seilrollen und mehrere Seile angeordnet sind. Die Säule weist ein offenes
Profil und ein das offene Profil schließendes Schließprofil auf. Innenseitig ist am
offenen Profil eine Führungsschiene zur Führung der Antriebseinheit angeordnet. Mindestens
ein Seil ist aus der Säule heraus geführt. Dieses ist außerhalb der Säule mit einem
Patientengurt verbunden. Insbesondere sind nicht mehr als zwei Seile aus der Säule
heraus geführt.
[0013] Eine separate Verkleidung entfällt, da die Säule neben der Trägerfunktion für die
Bauteile der Patientenaufstehhilfe auch deren Ummantelung übernimmt. Dies wiederum
bedeutet, dass, bis auf das zwangsläufig aus und in die Vorrichtung laufende Zugseil
sämtliche beweglichen Funktionselemente visuell und physikalisch dem menschlichen
Zugriff und somit negativer Einflussnahmemöglichkeit entzogen sind. Gleichzeitig verkleinert
sich damit die Gefahrenzone für Patient und Pflegekraft.
[0014] Das offene Profil ist bevorzugt ein polygonales Profil. Besonders bevorzugt ist das
offene Profil ein U-Profil, wobei das Schließprofil ein das U schließendes Schließblech
ist. Ein U-Profil kann kostengünstig aus Blech mittels Abkantung gefertigt werden.
Aus dem entstehenden geschlossenen Rechteck von U-Profil und Schließblech resultiert
ein hohes Widerstandsmoment gegen Biegen und Verdrehung der Säule. Zudem erleichtert
eine Glattflächigkeit der Säule mit wenigen Ecken und Kanten deren Reinigung.
[0015] Das offene Profil und das Schließprofil sind vorzugsweise lösbar miteinander verbunden.
Die Demontierbarkeit von offenem Profil und Schließprofil bedeutet, dass die Montage
der Innenteile problemlos erfolgen kann und auch im Sevicefall eine gute Zugänglichkeit
zu den Funktionsteilen innerhalb der Säule gegeben ist.
[0016] Die Antriebseinheit wird über eine Mitnehmer-Achse mittels mindestens einem auf der
Mitnehmerachse angeordneten Gleitschuh an der Führungsschiene zwangsgeführt. Bevorzugt
weist der Gleitschuh eine Nut auf und die Antriebseinheit wird gemäß dem Feder-Nut-Prinzip
über die Mitnehmer-Achse zwangsgeführt. Durch die direkt an das offene Profil angebrachte
Führungsschiene im Zusammenwirken mit dem Gleitschuh gemäß dem Feder-Nut-Prinzip kann
eine preisgünstige, sichere und gegenüber Fluchtungs- und Winkelfehlern tolerante
Funktionspaarung geschaffen werden.
[0017] An der Mitnehmerachse ist vorzugsweise mindestens eine lose Seilrolle angeordnet.
Der Begriff "lose" ist hierbei im Sinne einer losen Rolle eines Flaschenzugs zu verstehen.
Diese ist über mindestens ein Seil mit mindestens einer in der Säule, insbesondere
in dem offenen Profil, befestigten Seilrolle verbunden, so dass ein Flaschenzugsystem
realisiert werden kann.
[0018] Die Säule weist bevorzugt an ihrem unteren Ende mindestens ein Befestigungsmittel
zur Befestigung an einer Plattform auf. Mit diesem kann sie an unterschiedlichen Plattformen
oder am Fußboden befestigt werden. Das Befestigungsmittel ist insbesondere ein Achsbolzen.
Dies ermöglicht eine besonderes bevorzugte Ausführung der Patientenaufstehhilfe, in
der das untere Ende der Säule schwenkbar an einer Plattform angeordnet ist. Dadurch
kann die Säule zum Transport der Patientenaufstehhilfe abgeschwenkt werden. Wenn sich
die Patientenaufstehhilfe in Benutzung befindet, ist das untere Ende der Säule vorzugsweise
zusätzlich mittels mindestens eines Steckbolzens mit der Plattform verbunden, so dass
ein ungewolltes Verschwenken der Säule verhindert wird.
[0019] Die Säule kann in verschiedenen Ausführungen der Patientenaufstehhilfe weiterhin
mindestens eine Einrichtung aufweisen, die ausgewählt ist aus einer Greifeinrichtung,
einer Schienbeinstütze, einer Brustpelotte und einer Seitenpelotte. Die Greifeinrichtung,
die von dem Patienten mit seinen Händen gegriffen werden kann, ist vorzugsweise um
eine Drehachse in mindestens zwei verschiedenen Positionen schwenkbar um sie so in
eine Platz sparende Transportposition schwenken zu können. Die Schienbeinstütze dient
beim Aufstehen des Patienten zur Abstützung seiner Schienbeine. Die Schienbeinstütze
kann zum Transport der Patientenaufstehhilfe vorzugsweise von der Säule entfernt und
an einer anderen Position der Säule oder der Plattform befestigt werden. Die Brustpelotte
ermöglicht eine vorderseitige Abstützung des Patienten im oberen Bereich der Säule.
Dazu kann die Brustpelotte alternativ zu einer Anordnung unmittelbar an der Säule
auch mittelbar über mindestens eine Greifeinrichtung mit der Säule verbunden sein.
Mindestens eine Seitenpelotte, insbesondere mehrere Seitenpelotten, können zur rückwärtigen
Abstützung des Patienten in Höhe seines Beckens vorgesehen sein. Durch eine Stabilisierung
des Patienten in stehender Position mittels Brustpelotten und Seitenpelotten kann
die erfindungsgemäße Patientenaufstehhilfe zusätzlich als Stehtrainer verwendet werden.
[0020] In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Antriebseinheit elektrisch betrieben.
In dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, dass die erfindungsgemäße Patientenaufstehhilfe
eine Bedieneinheit aufweist, die eine Handbedienung, eine Steuerung und die elektrische
Spannungsversorgung der Antriebseinheit enthält. Dies ermöglicht eine Platz sparende
Anordnung aller elektrischen Komponenten.
[0021] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist die Antriebseinheit fluidisch,
insbesondere hydraulisch, betrieben. In noch einer anderen Ausführungsform der Erfindung
ist die Antriebseinheit eine mechanische Winde. In diesen Ausführungsformen der Erfindung
ist die Patientenaufstehhilfe von einer elektrischen Energiequelle unabhängig.
[0022] Auch eine Ausgestaltung des Antriebs als elektrisch-mechanischer Antrieb ist erfindungsgemäß
möglich.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0023] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen
Patientenaufstehhilfe ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnung.
Fig. 1 zeigt eine schematische Vorderansicht einer Patientenaufstehhilfe gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 2 zeigt eine teilweise geschnittene schematische Seitenansicht der Patientenaufstehhilfe
gemäß Fig. 1.
Fig. 3 zeigt ein Detail der geschnittenen schematischen Seitenansicht der Patientenaufstehhilfe,
welches in Fig. 2 mit dem Bezugszeichen III bezeichnet ist.
Fig. 4 zeigt eine schematische Schnittansicht der Säule der Patientenaufstehhilfe
gemäß Fig. 1 entlang der Linie IV-IV in Fig. 3.
Fig. 5a zeigt eine erste Position eines Ausstehvorgangs eines Patienten mittels der
Patientenaufstehhilfe gemäß Fig. 1.
Fig. 5b zeigt eine zweite Position eines Ausstehvorgangs eines Patienten mittels der
Patientenaufstehhilfe gemäß Fig. 1.
Fig. 5c zeigt eine dritte Position eines Ausstehvorgangs eines Patienten mittels der
Patientenaufstehhilfe gemäß Fig. 1.
Fig. 6 zeigt die Patientenaufstehhilfe gemäß Fig. 1 in zusammengelegter Form.
Ausführung der Erfindung
[0024] Eine Patientenaufstehhilfe gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, die schematisch
in den Figuren 1 bis 4 dargestellt ist, weist eine hohle Säule 1 auf, welche aus einem
U-förmigen offenen Profil 11 und einem Schließblech als das offene Profil 11 schließendem
Schließprofil 12 besteht. Das offene Profil 11 und das Schließprofil 12 sind mittels
Schrauben 131, 132 miteinander verbunden. In dem offenen Profil 11 ist ein C-förmiges
Profil als Führungsschiene 2 angeschweißt. Die Führungsschiene 2 weist zwei Führungsschenkel
21, 22 auf. Ein erster Gleitschuh 31 mit einer ersten Führungsnut 311 und ein zweiter
Gleitschuh 32 mit einer zweiten Führungsnut 321 sind über eine Mitnehmerachse 3 an
der Führungsschiene 2 zwangsgeführt, indem jeweils ein Führungsschenkel 21, 22 der
Führungsschiene 2 in jeweils eine Führungsnut 311, 321 eingreift. Jeder Gleitschuh
31, 32 ist mit einer Seilrolle 312, 322 verbunden. Über diese beiden Seilrollen 312,
322 sind zwei Seile 41, 42 geführt. Die Seile 41, 42 sind jeweils an einem Seilaufhängepunkt
411, 421 in der Säule befestigt und über zwei weitere, in dem offenen Profil 11 befestigte
Seilrollen 51, 52 geführt. Die so in der Säule 1 befestigten Seilrollen 51, 52 und
die Seilrollen 312, 322 der Gleitschuhe 31, 32 bilden mit den Seilen 41, 42 ein Flaschenzugsystem,
in dem die Seilrollen 312, 322 der Gleitschuhe 31, 32 als lose Seilrollen fungieren.
Eine Antriebseinheit 6 ist innerhalb der Säule 1 befestigt und erstreckt sich zum
Teil aus der Säule 1 heraus. Sie ist mit der Mitnehmerachse 3 verbunden und ist eingerichtet,
um die Gleitschuhe 31, 32 entlang der Führungsschiene 2 zu verfahren. Dabei führt
die Führungsschiene 2 die Antriebseinheit 6. Die Antriebseinheit 6 kann über eine
außerhalb der Säule 1 angeordnete Bedieneinheit 61 bedient werden. Die beiden Seile
41, 42 sind durch kurze Schlitze im offenen Profil 11 der Säule 1 aus dem Säuleninnenraum
herausgeführt und enden in einem Patientengurt 43, der um das Becken eines Patienten
P geführt werden kann.
[0025] Die Antriebseinheit 6 ist vorliegend als elektrischer Antrieb ausgeführt, dessen
Bedieneinheit 61 eine Handbedienung, eine Steuerung und die elektrische Spannungsversorgung
der Antriebseinheit 6 enthält. In weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispielen
der Erfindung kann die Antriebseinheit 6 allerdings auch als elektromechanische oder
als fluidische Antriebseinheit ausgeführt sein. In noch einem nicht dargestellten
Ausführungsbeispiel der Erfindung handelt es sich bei der Antriebseinheit 6 um eine
mechanische Winde.
[0026] Die Säule ist an ihrem unteren Ende mittels eines Achsbolzens 71 schwenkbar mit einer
mobilen, mit Rollen versehenen Plattform 7 verbunden. Ein Steckbolzen 72 fixiert die
Säule in aufrecht stehender Position. Um einem Patienten P ein Aufstehen aus einer
sitzenden Position zu erleichtern, verfügt die Säule 1 an ihrem oberen Ende über zwei
Greifeinrichtungen 81, 82 in Form von Handgriffen. Die Greifeinrichtungen 81, 82 sind
als Mehrfachgreif-Einrichtungen mit jeweils mehreren Griffen ausgeführt. Jede Greifeinrichtung
81, 82 kann um eine den beiden Greifeinrichtungen 81, 82 gemeinsame Achse 8 geschwenkt
werden und ist jeweils mittels eines Feststellelements 811, 821 in unterschiedlichen
Positionen fixierbar. Eine Schienbeinstütze 9 ist an der Säule befestigt und ermöglicht
es dem Patienten P, seine Schienbeine beim Aufstehen an der Säule abzustützen.
[0027] Wie in Fig. 5a gezeigt ist beginnt ein von der erfindungsgemäßen Patientenaufstehhilfe
unterstützter Aufstehvorgang damit, dass der Patient sitzt, wobei seine Füße auf der
Plattform 7 stehen und er seine Schienbeine an der Schienbeinstütze 9 abstützt. Der
Patient P greift mit seinen Händen die Greifeinrichtungen 81, 82. Die Seile 41, 42
sind weit aus der Säule 1 ausgefahren und der Patientengurt 43 ist um das Becken des
Patienten gelegt. Durch Betätigen der Bedieneinheit 61 wird die Antriebseinheit 6
so in Bewegung versetzt, dass sie die Gleitschuhe 31, 32 und die daran befestigten
Seilrollen 312, 322 entlang der Führungsschiene 2 nach unten verfährt. Dadurch werden
die Seile 41, 42 in die Säule 1 eingefahren und ein Aufstehen des Patienten P in die
in Fig. 5b dargestellte Position wird unterstützt. Um es dem Patienten zu ermöglichen,
sich in der in Fig. 5c dargestellten Weise mit der Brust an der Säule 1 abzustützen,
können die Seile 41, 42 anschließend noch weiter eingezogen werden. Dies ist beispielsweise
für ein anschließendes Verfahren der Plattform 7 vorteilhaft, oder zum Entlasten des
Patientengurts 43, um die Hose des Patienten P vor bzw. nach dem Toilettengang leichter
aus- bzw. anziehen zu können.
[0028] Um die Patientenaufstehhilfe gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung
einfach transportieren zu können, kann sie in der in Fig. 6 gezeigten Weise zusammengelegt
werden. Hierzu werden die Greifeinrichtungen 81, 82 um ihre Achse geschwenkt und in
einer neuen Position mittels der Feststellelemente 811, 821 fixiert. Die Schienbeinstütze
9 wird von der Säule 1 entfernt. Durch Entfernen des Steckbolzens 72 wird die Fixierung
der Säule 1 aufgehoben. Dadurch kann sie auf der Plattform 7 aufgelegt werden. Die
Schienbeinstütze 9 kann anschließend an der Plattform 7 befestigt werden, um alle
Bauteile der Patientenaufstehhilfe in kompakter Weise in einer Transportstellung unterzubringen.
[0029] Die erfindungsgemäße Patientenaufstehhilfe beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht
auf die vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsformen. Vielmehr sind eine Vielzahl
von Ausgestaltungsvariationen denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei
grundsätzlich anders gearteter Ausführung Gebrauch machen.
Liste der Bezugsziffern
[0030]
- 1
- Säule
- 2
- Führungsschiene
- 3
- Mitnehmerachse
- 6
- Antriebseinheit
- 7
- Plattform
- 8
- Achse
- 9
- Schienbeinstütze
- 11
- U-förmiges, offenes Profil
- 12
- Schließprofil
- 21,22
- Führungsschenkel
- 31,32
- Gleitschuh
- 41,42
- Seile
- 43
- Patientengurt
- 51,52
- Seilrollen
- 61
- Bedieneinheit
- 71
- Achsbolzen
- 72
- Steckbolzen
- 81,82
- Greifeinrichtungen
- 131,132
- Schrauben
- 312,322
- Seilrollen
- 321
- Führungsnut
- 411,421
- Seilaufhängepunkt
- 811,821
- Feststellelement
- P
- Patient
1. Patientenaufstehhilfe, aufweisend eine Säule (1), in der eine Antriebseinheit (6),
mehrere Seilrollen (312, 322, 51, 52) und mindestens ein Seil (41, 42) angeordnet
sind, wobei die Säule (1) ein offenes Profil (11) und ein das offene Profil (11) schließendes
Schließprofil (12) aufweist, innenseitig an dem offenen Profil (11) eine Führungsschiene
(2) zur Führung der Antriebseinheit (6) angeordnet ist und mindestens ein Seil (41,
42) aus der Säule (1) heraus geführt und außerhalb der Säule (1) mit einem Patientengurt
(43) verbunden ist, wobei die Antriebseinheit (6) über eine Mitnehmer-Achse (3) mittels
mindestens einem auf der Mitnehmer-Achse (3) angeordneten Gleitschuh (31, 32) an der
Führungsschiene (2) zwangsgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die die Säule bildenden Profile (11, 12) ausgelegt sind, sowohl eine Trägerfunktion
für die in der Säule angeordneten Bauteile als auch deren Ummantelung zu übernehmen.
2. Patientenaufstehhilfe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Mitnehmer-Achse (3) mindestens eine lose Seilrolle (312, 322) angeordnet ist
und diese über mindestens ein Seil (41, 42) mit mindestens einer in der Säule (1)
befestigten Rolle (51, 52) verbunden ist.
3. Patientenaufstehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Säule (1) an ihrem unteren Ende mindestens ein Befestigungsmittel (71, 72) zur
Befestigung an einer Plattform (7) aufweist.
4. Patientenaufstehhilfe nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das untere Ende der Säule (1) schwenkbar an der Plattform (7) angeordnet ist.
5. Patientenaufstehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Säule (1) mindestens eine Einrichtung aufweist, die ausgewählt ist aus einer
Greifeinrichtung (81, 82), einer Schienbeinstütze (9), einer Brustpelotte und einer
Seitenpelotte.
6. Patientenaufstehhilfe nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Säule (9) mindestens eine Greifeinrichtung (81,82) aufweist, die um eine Drehachse
(8) in mindestens zwei verschiedenen Positionen schwenkbar ist.
7. Patientenaufstehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (6) elektrisch betrieben ist.
8. Patientenaufstehhilfe nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Bedieneinheit (61) aufweist, die eine Handbedienung, eine Steuerung und
die elektrische Spannungsversorgung der Antriebseinheit (6) enthält.
9. Patientenaufstehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (6) fluidisch betrieben ist.
10. Patientenaufstehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (6) eine mechanische Winde ist.
1. Patient standing aid, exhibiting a column (1), into which a drive unit (6) several
rope rollers (312, 322, 51, 52) and at least one rope (41, 42) are arranged, whereby
the column (1) exhibits an open profile (11) and an cover profile (12) closing an
open profile (11), with a guide track (2) to guide the drive unit (6) mounted on the
inside of the open profile (11) and at least one rope (41, 42) lead out of the column
(1) and connected with the patient support strap (43) outside the column (1), whereby
the drive unit (6) is guided on the guide track (2) by means of at least one slider
(31, 32) arranged on the carrier axle (3), and characterized in that the profiles (11, 12) making up the column have a supporting function for the components
arranged inside the column as well as a covering for these components.
2. Patient standing aid according to Claim 1,
characterized in that
at least one loose rope roller (312, 322) is arranged on the carrier axle, which is
connected to the roller (51, 52) mounted inside the column (1) by means of at least
one rope (41, 42)
3. Patient standing aid according to one of the Claims 1 to 2,
characterized in that
the column (1) exhibits, at its bottom end at least one fastening medium (71, 72)
for mounting to a platform (7).
4. Patient standing aid according to Claim 3,
characterized in that
the bottom end of the column (1) is arranged on the platform (7) in a swivelling fashion.
5. Patient standing aid according to one of the Claims 1 to 4,
characterized in that
the column (1) exhibits at least one device, selected from gripping device (81, 82),
a shinbone support (9), a chest pad and a lateral pad.
6. Patient standing aid according to Claim 5,
characterized in that
the column (9) exhibits at least one gripping device (81, 82) which can be swivelled
around a rotation axle (8) into at least two different positions.
7. Patient standing aid according to one of the Claims 1 to 6,
characterized in that
the drive unit (6) is electrically powered.
8. Patient standing aid according to Claim 1 to 5,
characterized in that
it exhibits an operating unit (61) containing a manual control, a control system and
the electrical power supply for the drive unit (6).
9. Patient standing aid according to one of the Claims 1 to 5,
characterized in that
the drive unit (6) is powered in a fluid manner.
10. Patient standing aid according to one of the Claims 1 to 5,
characterized in that
the drive unit (6) is a mechanical winch.
1. Le lève-personne pour patients, comprend un pilier (1) dans lequel sont disposés une
unité motrice (6), plusieurs poulies à câble (312, 322, 51, 52) et au moins une bride
(41, 42), le pilier (1) étant muni d'un profil ouvert (11) et d'un profilé de fermeture
(12), où sont agencés sur le côté intérieur du profil ouvert (11), des rails de guidage
(2) pour diriger l'unité motrice (6) et où au moins une bride (41, 42) est acheminée
à partir des piliers (1) vers l'extérieur et reliée hors des piliers (1) au moyen
d'une sangle d'attache de patient (43), l'unité motrice (6) étant entraînée à guidage
forcé sur les rails (2) via un essieu suiveur (3) à l'aide d'au moins un patin de
glissement (31, 32) disposé sur l'essieu suiveur (3), et également caractérisée par le fait que les piliers formant les profilés (11, 12) sont conçus pour assumer à la fois une
fonction de porteuse des composants agencés dans les piliers ainsi que de leur gaine.
2. Le lève-personne pour patients selon la revendication 1,
se caractérise par le fait
qu'au moins une poulie à câble (312, 322) desserrée est disposée sur l'essieu suiveur
(3) et est reliée via au moins une corde (41, 42), à au moins une des roulettes (51,
52) fixées dans les piliers (1).
3. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 2,
se caractérise par le fait,
que le pilier (1) comporte au moins un moyen de fixation (71, 72) à son extrémité inférieure
pour l'arrimage à une plate-forme (7).
4. Le lève-personne pour patients selon la revendication 3,
se caractérise par le fait,
que l'extrémité inférieure du pilier (1) est montée de manière pivotante sur la plate-forme
(7).
5. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 4,
se caractérise par le fait,
que le pilier (1) dispose d'au moins un appareil sélectionné à partir d'un dispositif
de préhension (81, 82), d'un support de jambe sur rails (9), d'une pelote thoracique
et d'un rembourrage latéral.
6. Le lève-personne pour patients selon la revendication 5,
se caractérise par le fait,
que le pilier (9) possède au moins un dispositif de préhension (81, 82) qui est pivoté
autour d'un axe de rotation (8) dans au moins deux positions différentes.
7. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 6,
se caractérise par le fait,
que l'unité motrice (6) est actionnée électriquement.
8. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 5,
se caractérise par le fait,
qu'il dispose d'une unité de commande (61), qui comporte un fonctionnement manuel, une
commande et l'alimentation électrique de l'unité motrice (6).
9. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 5,
se caractérise par le fait,
que l'unité motrice (6) est commandée par voie fluidique.
10. Le lève-personne pour patients selon une des revendications de 1 à 5,
se caractérise par le fait,
que l'unité motrice (6) est un treuil mécanique.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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