[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schneidemaschine zum Schneiden von
Lebensmitteln, insbesondere Brotlaiben, mit einem Gehäuse, einer von einem Elektromotor
rotierend angetriebenen und damit verbundenen Antriebswelle zum Antrieb eines auf
einer Messerwelle gelagerten Schneidmessers und Antriebsmitteln zur Übertragung der
Antriebskraft von der Antriebswelle auf das Schneidmesser, wobei das Schneidmesser
mit seiner Schnittebene quer zu einem Schnittkanal angeordnet ist und zur Ausführung
eines Schnittes in den Schnittkanal angetrieben hinein und wieder heraus beweglich
gelagert ist.
[0002] Eine gattungsgemäße Schneidemaschine ist beispielsweise aus der Schrift
DE 10 2015 011 975.3 bekannt. Die gattungsgemäßen Schneidemaschinen werden insbesondere in Bäckereien
und Verbrauchermärkten eingesetzt, um auf Wunsch eines Kunden Brotlaibe mit hoher
Geschwindigkeit in Scheiben zu schneiden. Dazu werden die Brotlaibe in die Schneidemaschine
eingelegt und während des Schneidvorgangs schubweise durch den Schnittkanal geschoben.
Die Schubbewegung kann kurz gestoppt werden, wenn das in einer Kreisbewegung umlaufende
und dabei durch den Schnittkanal hindurch tretende Schneidmesser, das während des
Schneidvorgangs selbst rotierend angetrieben ist, den Brotlaib in der Schnittebene
durchtrennt und dabei eine Scheibe vom Brotlaib abschneidet. Die Schneidmesser solcher
Schneidemaschinen sind üblicherweise Rundmesser.
[0003] Manchmal ist es erforderlich, das Schneidmesser aus der Schneidemaschine herauszunehmen,
um dieses zu reinigen, zu schleifen oder sonstige Wartungsarbeiten daran vorzunehmen.
Damit die Brotmaschine während solcher Wartungsarbeiten nicht ausfällt, wird für eine
Schneidemaschine zumindest ein Ersatzmesser vorgehalten, das anstelle des ausgebauten
Schneidmessers in die Schneidemaschine eingesetzt wird. Es kommt auch vor, dass für
eine Schneidemaschine andere Schneidmesser vorgehalten werden, die eine unterschiedliche
Messerdicke, Zahnung oder/oder sonstige anderen technischen Merkmale aufweisen, durch
die sie ein anderes Schnittverhalten aufweisen, so das mit der Schneidemaschine auch
andere Waren oder besondere Brotarten geschnitten werden können.
[0004] Die für die Schneidemaschine verwendbaren Ersatzmesser sind vergleichsweise unhandlich
und voluminös, weil sie einen gewissen Mindestdurchmesser aufweisen müssen, um mit
einer Kreishälfte die gängigen Brotformate vollständig durchschneiden zu können. Sie
müssen auch eine gewisse Materialstärke aufweisen, um einen sauberen Schnitt ausführen
zu können. Die Ersatzmesser sind deshalb mehrere Kilogramm schwer. Da ihre Klinge
um den gesamten Messerumfang umläuft, sind die Schneidmesser schwer zu greifen, und
eine Bedienperson kann sich beim Transport eines Ersatzmessers vom Lagerort zur Schneidemaschine
und zurück leicht an der Klinge verletzen. Eine Bedienperson unterlässt es deshalb
häufig, während Wartungsarbeiten ein Ersatzmesser in die Schneidemaschine einzusetzen
oder ein Schneidmesser auszutauschen, um mit dem ausgewechselten Schneidmesser ein
anderes Produkt besser schneiden zu können.
[0005] Wegen des vergleichsweise hohen Gewichts, den unhandlichen Maßen und der scharfen
Klinge ist auch die Lagerung der Ersatzmesser nicht unproblematisch. Da ein Ersatzmesser
nur eher selten gebraucht wird, neigen die Maschinenbetreiber dazu, die Ersatzmesser
entfernt vom Aufstellungsort der Schneidemaschine zu lagern, wodurch sich allerdings
das Transportproblem verschärft. An den üblichen Lagerorten ist das Ersatzmesser auch
nicht vor Verschmutzungen geschützt, was bei Maschinenkomponenten, die der Lebensmittelverarbeitung
dienen, bedenklich ist.
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schneidemaschine zu schaffen,
durch die der Transport und die Lagerung eines Ersatzmessers vereinfacht werden.
[0007] Die Aufgabe wird für eine gattungsgemäße Schneidemaschine gelöst, indem im unteren
Bereich des Gehäuses ein Ersatzmesserfach zur Aufnahme zumindest eines Ersatzmessers
ausgebildet ist.
[0008] Durch die Ausbildung eines Ersatzmesserfaches direkt im Gehäuse der Schneidemaschine
muss ein Ersatzmesser im Falle eines Einbaus in die Schneidemaschine nicht mehr weit
transportiert werden, sondern kann direkt aus dem Ersatzmesserfach entnommen und in
die Maschine eingebaut werden. Der Transportaufwand verringert sich, und auch die
Verletzungsgefahr sinkt, weil das Ersatzmesser nur kurz bewegt werden muss. Ein zusätzlicher
Lageraufwand wird auch vermieden, weil das Ersatzmesser direkt in der Schneidemaschine
verbleibt.
[0009] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Ersatzmesserfach eine zur Aufnahme
eines Ersatzmessers ausreichende Dimensionierung auf und ist genau vertikal oder zumindest
annähernd vertikal im Gehäuse ausgerichtet. Die Dimensionierung ist auf den Durchmesser
und mindestens die Dicke eines Ersatzmessers ausgelegt, so dass das Ersatzmesser vollständig
im Ersatzmesserfach untergebracht werden kann. Die Breite des Ersatzmesserfaches kann
auch so gewählt sein, dass mehr als ein Ersatzmesser in dem Ersatzmesserfach Platz
finden. Durch die vertikale Ausrichtung des Ersatzmesserfaches kann das Ersatzmesser
darin stehend gelagert werden. Die stehende Lagerung erleichtert das Einstellen und
Herausnehmen des Ersatzmessers aus dem Ersatzmesserfach, da es dabei nicht noch zusätzlich
gekippt werden muss. Als annähernd vertikal ist auch noch eine um bis zu 20° von der
Vertikalen abweichende Schrägstellung des Ersatzmesserfaches anzusehen.
[0010] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Ersatzmesserfach genau parallel oder
zumindest annähernd parallel zu einer Seitenwand des Gehäuses angeordnet. Da sich
die Schnittebene etwa in der Mitte des Gehäuses befindet und sich das Schneidmesser
und die zugehörigen Antriebe um die Schnittebene herum gruppieren, stört eine Unterbringung
des Ersatzmesserfaches entfernt von der Schnittebene die Antriebstechnik am Wenigsten.
Die Anordnung genau parallel oder zumindest annähernd parallel zu einer Seitenwand
des Gehäuses ist vorteilhaft, weil die Seitenwand eine große plane Fläche abdeckt
und das Ersatzmesserfach daneben angeordnet werden kann, ohne dass dadurch viel Bauraum
im Inneren des Gehäuses für andere Maschinenorgane verloren ginge.
[0011] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Ersatzmesserfach als eine von der
Gehäusefront aus zugängliche Schublade ausgebildet. Als Schublade kann das Ersatzmesserfach
leicht ein- und ausgezogen werden, und das Ersatzmesser kann leicht und sicher der
Schublade entnommen und diese eingelegt werden.
[0012] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Ersatzmesserfach durch eine Abtrennung
vom Mehlbereich der Schneidemaschine abgetrennt. Durch die Abtrennung, die als Wand,
Folie, Tuch oder dergleichen ausgebildet sein kann, werden Mehl, Brotreste, Staub
und andere Verschmutzungen, die in das Gehäuse dringen können, vom Ersatzmesserfach
fern gehalten. Das im Ersatzmesserfach gelagerte Messer bleibt dadurch während seiner
gesamten Lagerdauer sauber und muss nicht erst gereinigt werden, wenn es benutzt werden
soll.
[0013] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Ersatzmesserfach im Zwischenraum zwischen
Antriebskomponenten zum Antrieb des Schneidmessers und einer Seitenwand des Gehäuses
angeordnet. Bei dieser Ausgestaltung wird der Freiraum zwischen den Antriebskomponenten
und der benachbarten Seitenwand sinnvoll genutzt.
[0014] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind im Ersatzmesserfach Vorrichtungen zur
Messerhalterung ausgebildet. Durch die Vorrichtungen zur Messerhalterungen wird das
Ersatzmesser gegen ein unerwünschtes Herausfallen gesichert, wenn das Ersatzmesserfach
geöffnet wird.
[0015] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend erläuterten vorteilhaften
Ausgestaltungen jeweils mit dem Gegenstand des Hauptanspruchs, aber auch mit anderen
vorteilhaften Ausgestaltungen beliebig kombinierbar sind, soweit dem nicht technische
Hinderungsgründe entgegenstehen.
[0016] Weitere Abwandlungen und Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich der nachfolgenden
gegenständlichen Beschreibung und den Zeichnungen entnehmen.
[0017] Die Erfindung soll nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Frontalansicht auf eine Schneidemaschine, und
- Fig. 2:
- eine Schnittansicht durch die Schneidemaschine entlang der Linie A-A in Fig. 1.
[0018] In Fig. 1 ist eine Schneidemaschine 2 in einer Frontalansicht von vorne gezeigt.
Die Schneidemaschine 2 besteht aus einem Gehäuse 4, in dem ein sich quer über die
Gehäusebreite erstreckender Schnittkanal 6 ausgebildet ist. Ein in den Schnittkanal
6 eingelegtes Brot als Beispiel für ein Lebensmittel wird von einer Fördereinrichtung
8 in kleinen Schritten vorgeschoben, deren Schrittlänge der Dicke entspricht, den
die Scheiben des zu schneidenden Lebensmittels aufweisen sollen.
[0019] Das zeichnerisch nicht näher dargestellte Schneidmesser ist mit seiner Schnittebene
10 quer zum Schnittkanal 6 angeordnet. Zur Ausführung eines Schnittes im Schnittkanal
6 wird das Schneidmesser in einer umlaufenden Bahn hinein und wieder heraus bewegt.
Dabei ist das Schneidmesser selbst angetrieben.
[0020] Das Gehäuse 4 verfügt über eine in Fig. 1 zeichnerisch dargestellte Front, von der
aus die Schneidemaschine 2 bedient wird. An den beiden Stirnseiten befinden sich Seitenwände
12. Die Antriebstechnik zum Antrieb des Schneidmessers befindet sich innerhalb des
Gehäuses 4.
[0021] In der Front der Schneidemaschine 2 befindet sich im unteren Bereich des Gehäuses
4 ein im Ausführungsbeispiel als Schublade ausgebildetes Ersatzmesserfach 14. Das
Ersatzmesserfach 14 ist vertikal im Gehäuse 4 ausgerichtet, so dass ein Ersatzmesser
darin stehend angeordnet werden kann. Das Ersatzmesserfach 14 ist genau parallel zu
einer Seitenwand 12 des Gehäuses 4 angeordnet. Das als Schublade ausgebildete Ersatzmesserfach
14 ist von der Gehäusefront aus zugänglich. Die Schublade kann aus dem Gehäuse 4 ausgezogen
werden.
[0022] Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht durch die Schneidemaschine 2 entlang der Linie A-A
in Fig. 1. In der Schnittansicht ist erkennbar, dass das Ersatzmesser 16 stehend im
Ersatzmesserfach 14 gelagert ist. Das Ersatzmesser 16 ist von Vorrichtungen 18 in
seiner Lagerposition gehalten.
[0023] Das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel dient nur der Erläuterung der Erfindung.
Die Erfindung ist nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt. Dem Fachmann
bereitet es keine Schwierigkeiten, das Ausführungsbei-spiel auf eine ihm als geeignet
erscheinende Art abzuwandeln, um es an einen konkreten Anwendungsfall anzupassen.
1. Schneidemaschine (2) zum Schneiden von Lebensmitteln, insbesondere Brotlaiben, mit
einem Gehäuse (4), einer von einem Elektromotor rotierend angetriebenen und damit
verbundenen Antriebswelle zum Antrieb eines auf einer Messerwelle gelagerten Schneidmessers
und Antriebsmitteln zur Übertragung der Antriebskraft von der Antriebswelle auf das
Schneidmesser, wobei das Schneidmesser mit seiner Schnittebene (10) quer zu einem
Schnittkanal (6) angeordnet ist und zur Ausführung eines Schnittes in den Schnittkanal
(6) angetrieben hinein und wieder heraus beweglich gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass im unteren Bereich des Gehäuses (4) ein Ersatzmesserfach (14) zur Aufnahme zumindest
eines Ersatzmessers ausgebildet ist.
2. Schneidemaschine (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzmesserfach (14) eine zur Aufnahme eines Ersatzmessers ausreichende Dimensionierung
aufweist und genau vertikal oder zumindest annähernd vertikal im Gehäuse (4) ausgerichtet
ist.
3. Schneidemaschine (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzmesserfach (14) genau parallel oder zumindest annähernd zu einer Seitenwand
(12) des Gehäuses (4) angeordnet ist.
4. Schneidemaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzmesserfach (14) als eine von der Gehäusefront aus zugängliche Schublade
ausgebildet ist.
5. Schneidemaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzmesserfach (14) durch eine Abtrennung vom Mehlbereich der Schneidemaschine
abgetrennt ist.
6. Schneidemaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzmesserfach (14) im Zwischenraum zwischen Antriebskomponenten zum Antrieb
des Schneidmessers und einer Seitenwand des Gehäuses (4) angeordnet ist.
7. Schneidemaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Ersatzmesserfach (14) Vorrichtungen (18) zur Messerhalterung ausgebildet sind.