[0001] Die Erfindung betrifft eine Folienverpackung mit einer sich in einer Längsrichtung
und einer Querrichtung erstreckenden Vorderseite und einer sich in der Längsrichtung
und in der Querrichtung erstreckenden Rückseite. Die Vorderseite und die Rückseite
sind durch eine in der Querrichtung verlaufende Quersiegelnaht miteinander verbunden.
Die Quersiegelnaht bildet gleichzeitig eine Abschlusskante der Folienverpackung in
dem Sinne, dass die Quersiegelnaht in der Längsrichtung einen zwischen der Vorderseite
und der Rückseite angeordneten Verpackungsinnenraum zur Aufnahme eines Produktes zur
Umgebung hin abgegrenzt. Dabei ist es unschädlich, wenn die Vorderseite und/ oder
die Rückseite in Längsrichtung von einer den Verpackungsinnenraum abgewandten Seite
der Quersiegelnaht abstehen. Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zum Verpacken
eines Produktes, insbesondere in einer erfindungsgemäßen Folienverpackung.
[0002] Eine gattungsgemäße Folienverpackung lässt sich besonders einfach in einem sogenannten
"Form Fill and Seal"(FFS)-Verfahren herstellen und gleichzeitig befüllen. Dabei wird
ein Folienmaterial zur Bildung einer sich in der Längsrichtung und der Querrichtung
erstreckenden Vorderseite und einer sich in der Längsrichtung und der Querrichtung
erstreckenden Rückseite zugeführt, so dass zwischen der Vorderseite und der Rückseite
ein Verpackungsinnenraum gebildet wird. In den Verpackungsinnenraum zwischen der Vorderseite
und der Rückseite wird das Produkt angeordnet und der Verpackungsinnenraum anschließend
zumindest durch eine die Vorderseite mit der Rückseite verbindende und sich in Querrichtung
erstreckende Quersiegelnaht verschlossen.
[0003] Derartige Verfahren werden in automatischen Verpackungsstraßen großtechnisch eingesetzt,
um beliebige Produkte mit leicht zu handhabenden Umverpackungen aus einem Folienmaterial
zu versehen. Dabei ist das Verfahren auch für beliebige Produkttypen geeignet. So
eignen sich insbesondere quader- bzw. riegelförmige Produkte besonders gut für ein
solches Verpackungsverfahren. Aber auch schüttfähige Güter, wie Pellets, Pulver und
sogar Flüssigkeiten lassen sich in einem FFS-Prozess verarbeiten, wenn dieser vertikal
als sogenannter VFFS(Vertical Form Fill Seal)-Prozess abläuft. Dabei wird die Folienverpackung
zunächst so vorgefertigt, dass sie seitlich und unterseitig dicht geschlossen ist,
sodass das schüttfähige Produkt von oben eingefüllt werden kann. Die Folienverpackung
wird anschließend durch eine kopfseitige Quersiegelnaht verschlossen.
[0004] Um den hohen mechanischen Anforderungen durch Transport und Beutelformung widerstehen
zu können, wird zur Durchführung von FFS-Verfahren bevorzugt ein Folienmaterial mit
einer hohen Festigkeit verwendet. Bevorzugt finden orientierte bzw. biaxial orientierte
Polymerfolien wie OPET (Orientiertes Polyethylenterephthalat) bzw. BOPP (Biaxial orientiertes
Polypropylen) Anwendung. Auch zellulosebasierte Folienschichten sind für den Anwendungszweck
besonders gut geeignet.
[0005] Diese Materialien haben jedoch den Nachteil, dass sie ein unvorhersehbares Rissverhalten
aufweisen. Zwar lassen sich Materialschichten aus den genannten Materialien leicht
einreißen, jedoch erfolgt die Rissausbreitung danach in hohem Maße zufällig. Auch
im mehrlagigen Folienverbund mit anderen Funktionsschichten, wie beispielsweise Siegel-
oder Deckschichten, wird das Rissverhalten nahezu ausschließlich durch die spröde
Schicht bestimmt. Daher können im FFS-Verfahren hergestellte Folienverpackungen nur
sehr eingeschränkt durch Aufreißen vom Benutzer geöffnet werden. Vielmehr ist es in
der Regel zweckmäßiger, die Folienverpackung durch Lösen zumindest einer Siegelnaht
zu öffnen. Dies ist beispielsweise auf dem Gebiet von Snackverpackungen bekannt.
[0006] Dennoch ist es wünschenswert, auch bei modernen FFS-Verpackungen ein definiertes
Aufreißverhalten bereitzustellen. Dies kann erforderlich sein, um etwa bei riegelförmigen
Produkten reproduzierbar eine Öffnung von ausreichender Größe herzustellen. Dadurch
kann das Produkt beispielsweise im Ganzen entnommen werden. Auch bei schüttfähigen
Gütern ist eine definierte Öffnung unerlässlich, um ein unkontrolliertes Ausschütten
zu verhindern. Gleichzeitig soll jedoch auch eine leichte Herstellbarkeit erhalten
bleiben.
[0007] Lösung dieser Aufgabe und Gegenstand der Erfindung ist eine Folienverpackung nach
Anspruch 1 sowie ein Verfahren nach Anspruch 11. Bevorzugte Ausgestaltungen sind in
den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Die gattungsgemäße Folienverpackung weist eine sich in einer Längsrichtung und einer
Querrichtung erstreckenden Vorderseite und einer sich in der Längsrichtung und der
Querrichtung erstreckenden Rückseite auf. Die Vorderseite und die Rückseite sind durch
eine in Querrichtung verlaufende Quersiegelnaht miteinander verbunden, die eine Abschlusskante
der Folienverpackung bildet. Erfindungsgemäß sind an der Vorderseite und an der Rückseite
jeweils zumindest zwei in Längsrichtung verlaufende Schwächungslinien angeordnet,
die sich über die gesamte Vorderseite und die gesamte Rückseite in Längsrichtung erstrecken.
Die Vorderseite und die Rückseite weisen bevorzugt zumindest eine Kunststoffschicht
mit einem orientierten Polymer, insbesondere OPET oder BOPP auf. Durch die erfindungsgemäße
Anordnung kann auch bei Folienverpackungen mit einer zu einer unkontrollierten Rissausbildung
neigenden Folienmaterial, wie beispielsweise OPET oder BOPP ein sicheres und reproduzierbares
Aufreißverhalten gewährleistet werden. Die eine Abschlusskante bildende Quersiegelnaht
lässt sich einfach und an einer definierten Stelle einreißen, wonach ein Riss zwischen
zwei benachbart angeordneten Schwächungslinien geführt wird.
[0009] Bei Schwächungslinien handelt es sich um linien- bzw. streifenförmige Bereiche des
Folienmaterials, deren mechanische Widerstandsfähigkeit herabgesetzt ist. Durch eine
Schwächungslinie kann die Rissausbreitung innerhalb eines Folienmaterials gesteuert
werden, da Risse dazu tendieren, sich in die Bereiche mit der geringsten mechanischen
Festigkeit fortzupflanzen. Eine Schwächungslinie kann insbesondere durch Reduktion
der Materialstärke und/oder lokale Veränderungen der Materialeigenschaften erzeugt
werden, wie dieses bei der Herstellung des Folienmaterials oder auch nachträglich
geschehen kann. Schwächungslinien können insbesondere durchgängig oder abschnittsweise
unterbrochen gebildet sein. Eine abschnittsweise unterbrochene Schwächungslinie ist
dabei im Sinne der Erfindung als eine Perforation zu verstehen, welche über ihre gesamte
Erstreckung in Längsrichtung ein gleichmäßig wiederkehrendes Muster aufweist.
[0010] Die jeweils zumindest zwei Schwächungslinien sind zweckmäßigerweise an derselben
Außenfläche der Vorderseite bzw. der Rückseite angeordnet. Bevorzugt weisen sie dieselbe
Eindringtiefe in das Material der Vorderseite bzw. der Rückseite auf und erstrecken
sich bei einem mehrschichtigen Aufbau in dieselben Teilschichten. Besonders bevorzugt
sind die zumindest zwei Schwächungslinien identisch aufgebaut.
[0011] Dadurch, dass erfindungsgemäß sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite eine
Vielzahl von Schwächungslinien vorgesehen sind, kann eine besonders vorteilhafte Öffnung
der Folienverpackung ermöglicht werden. Dabei wird die Folienverpackung durch Aufreißen
zwischen den beiden Schwächungslinien entlang der Längsrichtung geteilt. So kann ein
riegelförmiges Produkt bei teilweiser Öffnung ab der Kopfseite nur teilweise aus der
Öffnung herausragen und so stückweise verbraucht werden. Ein Lebensmittelriegel kann
beispielsweise wie eine teilgeöffnete Banane gegessen werden. Alternativ kann nach
dem vollständigen Abtrennen einer Hälfte der Beutelverpackung das Produkt im Ganzen
in der Querrichtung entnommen werden.
[0012] Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die Folienverpackung eine größere Erstreckung
in der Längsrichtung (Längserstreckung) als in der Querrichtung (Quererstreckung)
aufweist. Ein besonderer Vorteil lässt sich erzielen, wenn die Längserstreckung mehr
als das 1,5 fache, insbesondere mehr als das doppelte der Quererstreckung beträgt,
da dann bereits geringe Abweichungen bei der Rissausbreitung verhindern können, dass
sich die Folienverpackung sauber längs trennen lässt.
[0013] Durch die Parallelführung von zumindest zwei in Längsrichtung verlaufenden Schwächungslinien
jeweils an der Vorder- und Rückseite kann bei der erfindungsgemäßen Folienverpackung
trotz einer steifen Folienkomponente ein in etwa geradliniges Reißverhalten gewährleistet
werden. Gleichzeitig ist die Gefahr eines Aufreißens entlang der Schwächungslinien
während des Verpackungsvorganges minimal, da das Folienmaterial hauptsächlich auf
Zug beansprucht und durch die in Querrichtung verlaufenden Verbindungswerkzeuge zur
Herstellung der Quersiegelnaht stabilisiert wird. Scherkräfte oder Biegemomente senkrecht
zur Vorder- bzw. Rückseite, welche eine Risseinleitung hervorrufen könnten, treten
kaum auf. Dies gilt umso mehr, wenn die Längsrichtung der Vorderseite und der Rückseite
identisch mit einer Maschinenrichtung ist, in der das Folienmaterial während des Verpackungsprozesses
transportiert wird.
[0014] Die Quersiegelnaht erstreckt sich bevorzugt über die gesamte Breite der Vorderseite
und der Rückseite. So kann ohne weitere Hilfsmittel an dieser Abschlusskante ein dichter
Abschluss erzielt werden. Außerdem wird die Folienverpackung durch die Quersiegelnaht
über die gesamte Breite stabilisiert. Je nach Einsatzgebiet kann die Quersiegelnaht
durch Heiß- oder Kaltsiegeln erstellt werden. Eine Klebeverbindung ist im Rahmen der
Erfindung auch möglich.
[0015] Besonders bevorzugt ist an der Quersiegelnaht eine Einreißhilfe angeordnet. Hierdurch
kann die Einleitung eines Risses in die Quersiegelnaht vereinfacht werden. Die Einreißhilfe
kann beispielsweise als zumindest eine Kerbe oder eine zickzackförmige Schnittkante
gebildet sein. Diese kann sich über die gesamte Breite der Quersiegelnaht erstrecken
oder auf Bereiche beschränkt sein, in denen die Risseinleitung bevorzugt erfolgen
soll. Insbesondere ist die Einreißhilfe nur im Bereich zwischen den Schwächungslinien
angeordnet und nicht in Randbereichen zwischen den seitlichen Außenkanten der Folienverpackung
und der nächstliegenden Schwächungslinie.
[0016] Besonders bevorzugt sind die Schwächungslinien zueinander parallel ausgerichtet.
Hierdurch kann für die Rissausbreitung ein Korridor von konstanter Breite zur Verfügung
gestellt werden.
[0017] Es ist besonders bevorzugt, auf der Vorderseite und/oder der Rückseite jeweils zumindest
drei Schwächungslinien in Querrichtung äquidistant anzuordnen. Hierdurch kann die
Position der Risseinleitung in einem größeren Bereich dem Benutzer überlassen werden.
Dennoch wird ein einmal eingeleiteter Riss in dem durch die beiden nächstliegenden
Schwächungslinien gebildeten Kanal nahezu linear bis zur gegenüberliegenden Abschlusskante
der Folienverpackung weitergeleitet.
[0018] Bevorzugt sind die Schwächungslinien in Querrichtung über die gesamte Breite der
Vorderseite und/oder der Rückseite verteilt. Hierdurch ist der Benutzer in seiner
Wahl besonders frei, in welchem Bereich er die Verpackung aufreißen möchte.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind die Schwächungslinien in Querrichtung
auf einen Bereich beschränkt. Hierdurch kann der Benutzer angeleitet werden, die Folienverpackung
in dem bezeichneten Bereich aufzureißen. Dies kann zusätzlich durch eine entsprechend
positionierte Einreißhilfe und/oder eine optische Kennzeichnung des Bereichs unterstützt
werden. Dies kommt insbesondere dann in Frage, wenn das Produkt zweckmäßigerweise
nur in bestimmten Bereichen direkt berührt werden darf. Je nach Anforderung handelt
es sich bei dem Bereich, in dem die Schwächungslinien angeordnet sind, um eine Hälfte.
Ebenso kann es zweckmäßig sein, die Schwächungslinien in den mittleren oder in einem
oder beiden äußeren Dritteln der Folienverpackung vorzusehen.
[0020] Vorzugsweise sind zumindest die äußeren, das heißt einer seitlichen Verpackungskante
am nächsten gelegenen, Schwächungslinien parallel zur Längsrichtung ausgerichtet.
Dadurch erfolgt die Rissausbreitung in jedem Fall so, dass dabei die seitlichen Beutelränder
nicht erreicht werden. Dadurch ist eine vollständige Teilung der Folienverpackung
möglich.
[0021] Besonders bevorzugt ist es, wenn jede Schwächungslinie auf der Vorderseite zu einer
Schwächungslinie an der Rückseite deckungsgleich ausgerichtet ist.
[0022] Dadurch ergeben sich sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite bei der
Rissausbildung die gleichen Randbedingungen.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Vorderseite und die Rückseite aus einem
einzigen Folienabschnitt gebildet. Dieser Folienabschnitt kann durchgängig über seine
gesamte Breite mit Schwächungslinien versehen sein. Der Folienabschnitt kann zweckmäßigerweise
durch eine sogenannte Flossennaht, bei dem ein Teil der Innenseite des Folienabschnitts
mit einem anderen Teil der Innenseite des Folienabschnitts verbunden wird, oder einen
Überlappungsbereich zu einem Folienschlauch geschlossen sein.
[0024] Vorzugsweise ist die Vorderseite und die Rückseite an zumindest einer Seitenkante
durch eine Seitenfalte verbunden. Die Seitenfalte kann aus demselben Folienabschnitt
wie die Vorderseite und/oder die Rückseite oder aber aus einem separaten Folienabschnitt
gebildet sein. Durch eine Seitenfalte lässt sich der Beutelinnenraum vergrößern und
das Stapelverhalten verbessern. Bevorzugt ist die Seitenfalte ohne Schwächungslinien
ausgebildet, um die Rissausbreitung auf Vorder- und Rückseite zu begrenzen. Alternativ
oder zusätzlich kann die Folienverpackung an der der Quersiegelnaht gegenüber liegenden
Seite mit einem Standboden ausgerüstet sein.
[0025] Ein bevorzugtes Folienmaterial zur Bildung einer erfindungsgemäßen Folienverpackung
ist ein Mehrschichtlaminat, mit einer Außenschicht aus BOPP mit einer Stärke von 20
µm und einer mit der Außenschicht durch eine Kaschierkleberschicht verbundene Innenschicht
aus metallisiertem biaxial orientierten Polypropylen (metBOPP) mit einer Stärke von
ebenfalls 20 µm. Die metallisierte Polymerschicht dient als Barriere gegenüber einem
Wasserdampf- und Sauerstoffdurchtritt. Die Außenschicht kann an der der Innenschicht
zugewandten Innenseite mit einer Bedruckung versehen sein. Die Außenschicht ist im
Wesentlichen transparent, sodass der Druck von der Außenseite her sichtbar ist, während
er durch die Außenschicht vor Beschädigung geschützt wird. Soll die Folienverpackung
im Kaltsiegelverfahren geschlossen werden, kann zusätzlich an der Innenseite der Innenschicht
eine Lage Kaltsiegelkleber aufgetragen sein.
[0026] Die Erfindung geht von einem Verfahren zum Verpacken eines Produktes in einer Folienverpackung
aus, bei dem ein Folienmaterial zur Bildung einer sich in einer Längsrichtung und
einer Querrichtung erstreckenden Vorderseite und einer sich in der Längsrichtung und
der Querrichtung erstreckenden Rückseite zugeführt wird, so dass zwischen der Vorderseite
und der Rückseite ein Verpackungsinnenraum gebildet wird. Das Produkt wird zwischen
der Vorderseite und der Rückseite in dem Verpackungsinnenraum angeordnet. Anschließend
wird der Verpackungsinnenraum durch zumindest eine die Vorderseite mit der Rückseite
verbindende und sich in Querrichtung erstreckende Quersiegelnaht verschlossen. Erfindungsgemäß
sind an der Vorderseite und der Rückseite jeweils zumindest zwei in Längsrichtung
verlaufende Schwächungslinien angeordnet, die sich über die gesamte Länge der Vorderseite
und der Rückseite in Längsrichtung erstrecken. Das Verfahren ist insbesondere geeignet,
eine erfindungsgemäße Folienverpackung bereitzustellen.
[0027] In einer bevorzugten Ausgestaltung wird das Folienmaterial für die Vorderseite und
die Rückseite endlos zugeführt. Nach dem Verpacken wird die Folienverpackung mit dem
darin enthaltenen Produkt nach oder während der Bildung der Quersiegelnaht auf Länge
geschnitten. Hierbei wird das Folienmaterial im Bereich der Quersiegelnaht durchtrennt.
Alternativ ist es auch möglich, das Folienmaterial lediglich bereichsweise, insbesondere
in Form einer Perforation zu durchtrennen. Hierdurch wird eine Sollbruchstelle geschaffen,
die vom Benutzer oder einer Maschine nachträglich geöffnet werden kann.
[0028] Zweckmäßigerweise verläuft die vollständige oder teilweise Trennlinie durch die Siegelnaht.
Hierdurch verbleiben beidseits der Trennlinie Bereiche, in denen die Vorderseite und
die Rückseite miteinander verbunden sind. Dadurch kann ein Teil der Quersiegelnaht,
welche den Beutelinnenraum der Folienverpackung abschließt, gleichzeitig als Fußsiegelnaht
zur Begrenzung eines im kontinuierlichen Verfahren nachfolgend gefertigten Folienbeutels
dienen. Gleichzeitig bildet die Siegelnaht den Abschluss der Folienverpackung in Längsrichtung,
so dass die Vorderseite und die Rückseite nicht voneinander trennbar sind und gemeinsam
aufgerissen werden können.
[0029] Weiterhin ist es zweckmäßig, die Folienverpackung an einer Abschlusskante mit einer
Einreißhilfe zu versehen. Diese kann beispielsweise als Zickzackschnitt ausgebildet
sein. Dies kann besonders bevorzugt gleichzeitig mit dem Ablängen einer kontinuierlich
hergestellten Folienverpackung geschehen. Bevorzugt die Einreißhilfen so angeordnet,
dass sie zwischen denen in Längsrichtung verlaufenden Schwächungslinien wirksam werden
können. Hierdurch wird eine Rissinitiierung zwischen zumindest zwei Schwächungslinien
begünstigt, so dass der Riss nicht anschließend unkontrolliert zu einem seitlichen
Ende der Folienverpackung auswandern kann.
[0030] Vorzugsweise wird das Folienmaterial für die Vorderseite und/oder die Rückseite mit
vorgefertigten Schwächungslinien als Halbzeug zugeführt. Dadurch kann die Verpackungsanlage
insgesamt kompakter ausgestaltet werden, da das Folienmaterial nicht erst hergestellt
und/oder nachbearbeitet werden muss. Auch kann als Folienmaterial besonders einfach
ein vorgefertigtes mehrlagiges Laminat verwendet werden, bei dem die Schwächungslinien
an innenliegenden Schichten bzw. innenliegenden Grenzflächen von Schichten ausgebildet
sind. Dadurch wird nach außen durch das Folienlaminat ein einheitlicher, wertigerer
Eindruck erzeugt. Wenn die Längsrichtung mit der Maschinenrichtung zusammenfällt,
kann die Zuführvorrichtung überdies sehr einfach ausgestaltet sein, da die Vorderseite
und die Rückseite nicht in einer bestimmten Lage zueinander angeordnet werden müssen.
[0031] Bei einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung werden die Schwächungslinien in die
Vorderseite und/oder die Rückseite vor dem Einfüllen des Produktes eingebracht. Hierzu
eignen sich insbesondere Laserschneiden, Anstanzen, eine mechanische Materialentfernung
(sogenanntes Scraping) oder mechanisches Prägen. Auch hier ist es von Vorteil, wenn
die Längsrichtung mit der Maschinenrichtung zusammenfällt, da dann die Schwächungslinien
kontinuierlich und ohne Synchronisation eingebracht werden können.
[0032] Zweckmäßigerweise wird vor dem Einfüllen des Produktes aus einer einzigen Materialbahn
ein Folienschlauch gebildet, der die Vorderseite und die Rückseite umfasst. Der Folienschlauch
kann durch eine sogenannte Flossennaht oder durch eine Überlappverbindung geschlossen
werden.
[0033] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen erläutert, die lediglich Ausführungsbeispiele
darstellen. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Folienverpackung,
- Fig. 2A
- erfindungsgemäßes Verfahren in einer Ausgestaltung als VFFS-Prozess,
- Fig. 2B
- Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens als HFFS-Prozess,
- Fig. 3A
- geöffnete Folienverpackung in einer weiteren Ausführungsform und
- Fig. 3B
- teilgeöffnete Folienverpackung in noch einer weiteren Ausführungsform.
[0034] Die Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Folienverpackung 1 mit einer sich in einer
Längsrichtung l und einer Querrichtung q erstreckenden Vorderseite 2. Dabei ist die
Erstreckung der Folienverpackung 1 in der Längsrichtung l (Längserstreckung) größer
als die Erstreckung in der Querrichtung q (Quererstreckung). Hinter der Vorderseite
2 und durch diese verdeckt ist eine Rückseite 3 angeordnet, die sich ebenfalls in
der Längsrichtung l und der Querrichtung q erstreckt. Die Vorderseite 2 und die Rückseite
3 sind an seitlichen Rändern 4 der Folienverpackung 1 unter Bildung eines umlaufenden
Folienschlauchs miteinander verbunden. An einer oberen und unteren Abschlusskante
5 sind die Vorderseite 2 und die Rückseite 3 jeweils durch eine Quersiegelnaht 6 miteinander
verbunden. Hierdurch wird der zwischen der Vorderseite 2 und der Rückseite 3 angeordnete
Verpackungsinnenraum dicht verschlossen. Erfindungsgemäß ist sowohl an der Vorderseite
2 als auch an der Rückseite 3 eine Mehrzahl von Schwächungslinien 7 angeordnet, die
sich in Längsrichtung l über die gesamte Vorderseite 2 und die gesamte Rückseite 3
erstrecken.
[0035] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel verläuft die Quersiegelnaht 6 sowohl an der Oberseite
als auch an der Unterseite über die gesamte Breite der Vorderseite 2 und der Rückseite
3 in Querrichtung q. An den Abschlusskanten 5 ist eine Einreißhilfe 15 in Form eines
in die Quersiegelnähte 6 hineinreichenden Zickzack-Schnittes vorgesehen, der sich
ebenfalls über die gesamte Breite der Folienverpackung 1 in Querrichtung q erstreckt.
Die Schwächungslinien 7 sind zu einander und zu der Längsrichtung l der Folienverpackung
1 parallel angeordnet und über die gesamte Breite der Folienverpackung 1 in Querrichtung
q zwischen den Außenkanten 4 äquidistant verteilt.
[0036] In Fig. 2A ist ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren dargestellt,
mit der eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Folienverpackung hergestellt
werden kann. Ein Folienmaterial 8 zur Bildung sowohl der Vorderseite 2 als auch der
Rückseite 3 der Folienverpackung 1 wird als vorgefertigtes Halbzeug von einer Rolle
abgezogen. Dabei sind in dem Folienmaterial 8 bereits Schwächungslinien 7 angeordnet,
die sich parallel zur Transportrichtung des Folienmaterials 8 erstrecken. Die Bahn
des Folienmaterials 8 wird nachfolgend so umgefaltet, dass ihre seitlichen Ränder
9 so miteinander in Anlage gebracht werden, dass die an die seitlichen Ränder 9 anschließenden
Innenflächen des Folienmaterials 8 flächig in Anlage sind. In diesem Bereich wird
das Folienmaterial durch eine sogenannte Flossennaht mit sich selbst verbunden, so
dass ein umlaufender Folienschlauch 10 entsteht. In diesen kann durch einen Fülltrichter
11 ein Produkt 14 eingefüllt werden, welches auch schüttfähig sein kann. In einer
anschließenden kombinierten Schneide- und Siegelstation 12 wird an dem Folienschlauch
10 eine Quersiegelnaht 6 quer zur Transportrichtung gebildet und diese gleichzeitig
entlang ihrer Erstreckung in etwa mittig geteilt. Hierdurch wird eine erfindungsgemäße
Folienverpackung 1 von dem Folienschlauch 10 abgetrennt und dieser gleichzeitig mit
einer oberseitigen Quersiegelnaht verschlossen. Ebenso wird simultan eine Fußsiegelnaht
gebildet, welche den verbleibenden Folienschlauch 10 abschließt und somit die Grundlage
für einen nachfolgend hergestellten Folienbeutel 1 bildet.
[0037] Eine Synchronisierung zwischen der Bewegung der Materialbahn 8 und der Siegelstation
12 ist nicht notwendig, da die Schwächungslinien 7 ohnehin in Transportrichtung verlaufen.
Es ist überdies möglich, Folienverpackungen 1 unterschiedlicher Größe aus demselben
Folienmaterial 8 herzustellen, indem die Taktung der Siegelstation gegenüber der Transportgeschwindigkeit
des Folienmaterials 8 variiert wird.
[0038] In Fig. 2B ist eine alternative Verfahrensausführung als HFFS(horizontal FFS)-Anlage
dargestellt. Dabei wird das zur Bildung der Vorderseite 2 und das zur Bildung der
Rückseite 3 vorgesehene Folienmaterial als separate Folienbahnen 8, 8' zugeführt.
Beide sind mit bereits in Transportrichtung verlaufenden Schwächungslinien 7 versehen.
Auf das auf einem Transportband 13 geführten Folienmaterial 8 zur Bildung der Rückseite
3 wird mittels einer nicht dargestellten Zuführung ein Produkt 14 aufgelegt. Dieses
wird anschließend mit dem Folienmaterial 8' zur Bildung der Vorderseite 2 bedeckt.
Die Vorderseite 2 und die Rückseite 3 werden im Bereich der seitlichen Ränder 4 durch
Längssiegelnähte miteinander verbunden. Anschließend wird in einer kombinierten Schneide-
und Siegelstation 12 eine quer zur Transportrichtung verlaufende Quersiegelnaht eingebracht,
die die Vorderseite 2 mit der Rückseite 3 verbindet. Gleichzeitig wird die Quersiegelnaht
6 zur Ablängung einer einzelnen Folienverpackung 1 entlang ihrer Längsrichtung geteilt.
[0039] Die Figuren 3A und 3B zeigen mögliche Varianten zur Öffnung einer erfindungsgemäßen
Folienverpackung bei zwei Ausführungsbeispielen. In der Fig. 3A sind sowohl die Schwächungslinien
7 als auch die Einreißhilfen 15 lediglich in der linken Hälfte der Folienverpackung
1 angeordnet. Die Folienverpackung kann durch Einreißen an einer Einreißhilfe 15 und
einen an oder zwischen den Schwächungslinien 7 verlaufenden Riss in diesen Bereich
geteilt werden. Danach wird der kleinere Teil der Folienverpackung entfernt, so dass
ein - im Ausführungsbeispiel quaderförmiges - Produkt 14 aus dem Verpackungsinnenraum
zwischen der Vorderseite 2 und der Rückseite 3 seitlich hervorsteht. Das Produkt 14
kann in diesem Zustand bereits verwendet oder in Querrichtung q entnommen werden.
[0040] In einer weiteren Variante gemäß Fig. 3B sind die Schwächungslinien 7 und die Einreißhilfe
15 lediglich in einem mittleren Drittel der Vorderseite 2 und der Rückseite 3 der
Folienverpackung 1 angeordnet. Die Folienverpackung 1 ist von einer Abschlusskante
5 her teilweise eingerissen und an der Oberkante auseinandergezogen. Hierdurch steht
das im Ausführungsbeispiel riegelförmige Produkt 14 in Längsrichtung l aus der Öffnung
hervor. Das Produkt 14 kann so sicher gehandhabt werden, ohne es berühren zu müssen.
1. Folienverpackung (1) mit einer sich in einer Längsrichtung (I) und einer Querrichtung
(q) erstreckenden Vorderseite (2) und einer sich in der Längsrichtung (I) und in der
Querrichtung (q) erstreckenden Rückseite (3), wobei die Vorderseite (2) und die Rückseite
(3) durch eine in der Querrichtung (4) verlaufende Quersiegelnaht (6) miteinander
verbunden sind, die eine Abschlusskante (5) der Folienverpackung (1) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorderseite (2) und an der Rückseite (3) jeweils zumindest zwei in der Längsrichtung
(I) verlaufende Schwächungslinien (7) angeordnet sind, die sich über die gesamte Vorderseite
(2) und die gesamte Rückseite (3) in Längsrichtung (I) erstrecken.
2. Folienverpackung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Quersiegelnaht (6) über die gesamte Breite der Vorderseite (2) und der Rückseite
(3) erstreckt.
3. Folienverpackung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Quersiegelnaht (6) eine Einreißhilfe (15) angeordnet ist.
4. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinien (7) zueinander parallel ausgerichtet sind.
5. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Vorderseite (2) und der Rückseite (3) jeweils zumindest drei Schwächungslinien
(7) angeordnet sind, wobei die Schwächungslinien (7) auf der Vorderseite (2) und/oder
der Rückseite (3) in der Querrichtung (q) zwischen einer äußerst linken Schwächungslinie
und einer äußerst rechten Schwächungslinie äquidistant angeordnet sind.
6. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinien (7) in Querrichtung (q) über die gesamte Breite der Vorderseite
(2) und/oder der Rückseite (3) verteilt sind.
7. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinien (7) in Querrichtung (q) auf einen Bereich beschränkt sind.
8. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die äußeren Schwächungslinien (7) parallel zur Längsrichtung ausgerichtet
(l) sind.
9. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderseite (2) und die Rückseite (3) aus einem einzigen Folienabschnitt gebildet
sind.
10. Folienverpackung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderseite (2) und die Rückseite (3) an zumindest einer Seitenkante (4) durch
eine Seitenfalte miteinander verbunden sind.
11. Verfahren zum Verpacken eines Produktes (14) in einer Folienverpackung (1) insbesondere
nach Anspruch 1 bis 10, wobei ein Folienmaterial (8) zur Bildung sich in einer Längsrichtung
(l) und einer Querrichtung (q) erstreckenden Vorderseite (2) und einer sich in der
Längsrichtung (l) und der Querrichtung (q) erstreckenden Rückseite (3) zugeführt wird,
so dass zwischen der Vorderseite (2) und der Rückseite (3) ein Verpackungsinnenraum
gebildet wird, wobei das Produkt zwischen der Vorderseite (2) und der Rückseite (3)
in dem Verpackungsinnenraum angeordnet und der Verpackungsinnenraum anschließend zumindest
durch eine die Vorderseite (2) mit der Rückseite (3) verbindende und sich in Querrichtung
(q) erstreckende Quersiegelnaht (6) verschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, dass an dem zugeführten Folienmaterial (8) zur Bildung der Vorderseite (2) und dem zugeführten
Folienmaterial (8, 8') zur Bildung der Rückseite (3) jeweils zumindest zwei in Längsrichtung
verlaufende Schwächungslinien (7) angeordnet sind, die sich über die gesamte Länge
der Vorderseite (2) und der Rückseite (3) in Längsrichtung erstrecken.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial (8, 8') für die Vorderseite (2) und die Rückseite (3) endlos zugeführt
wird und dass die Folienverpackung (1) mit dem darin enthaltenen Produkt (14) während
oder nach der Bildung der Quersiegelnaht (6) auf Länge geschnitten wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial (8, 8') für die Vorderseite (2) und die Rückseite (3) mit vorgefertigten
Schwächungslinien (7) als Halbzeug zugeführt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinien (7) in die Vorderseite (2) und die Rückseite (3) vor dem Einfüllen
des Produktes, insbesondere durch Laserschneiden, Anstanzen, mechanische Materialentfernung
oder mechanisches Prägen, eingebracht werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einfüllen des Produktes (14) aus einer einzigen Bahn des Folienmaterials
(8) ein Folienschlauch (10) gebildet wird, der die Vorderseite (2) und die Rückseite
(3) umfasst.