[0001] Die Erfindung betrifft eine Schlitzwandvorrichtung zum Erstellen von Schlitzen im
Boden für eine Schlitz- oder Dichtwand, mit einem Trägergerät, an welchem eine Bodenabtragseinheit
vertikal verstellbar gelagert ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Erstellen von Schlitzen im Boden
mit einer Schlitzwandvorrichtung, wobei eine Bodenabtragseinheit in den Boden abgesenkt
und dabei Bodenmaterial abgetragen wird, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
[0003] Schlitzwandvorrichtungen zum Erstellen von Schlitzen im Boden sind seit langem bekannt.
Als Bodenabtragseinheit weisen diese eine sogenannte Schlitzwandfräse oder einen sogenannten
Schlitzwandgreifer auf. Die Bodenabtragseinheit ist dabei üblicherweise an einem Mast
oder einem Auslegerarm vertikal verstellbar angeordnet. Die Masten oder Auslegerarme
an den Trägergeräten weisen dabei üblicherweise eine Höhe von 15 bis 30 m oder mehr
auf.
[0004] Schlitz- oder Dichtwände können Tiefen von 100 m und mehr erreichen. Sie dienen dazu,
horizontale Wasserströmung zu unterbinden, wenn etwa eine Baugrube ausgehoben wird.
Eine Dichtwand verhindert das seitliche Einströmen von Grundwasser in die Baugrube.
Mit Dichtwänden kann auch verhindert werden, dass Wasser aus einer Deponie oder einem
Speichersee seitlich in den Boden versickert.
[0005] In bestimmten Fällen ist es erforderlich, eine Dichtwand in oder nahe an einem Bauwerk,
in einem Tunnel oder unter sonstigen beengten Raumverhältnissen zu erstellen. Hierfür
sind Trägergeräte mit großen Masten nicht geeignet.
[0006] Aus der
EP 0 518 297 B1 ist eine besonders kompakte Schlitzwandvorrichtung zum Erstellen von Schlitzen bekannt.
Diese Schlitzwandvorrichtung weist dabei einen schienengeführten Wagen mit einem Gestell
und einem Auslegerarm auf, welcher nur unwesentlich höher ist als eine vertikale Länge
einer Schlitzwandfräse. Eine Seiltrommel für ein Tragseil sowie Verbindungskabel sowie
eine Schlauchtrommel für einen Versorgungsschlauch sind bodennah an dem Traggestell
gelagert. Diese bekannte Schlitzwandvorrichtung kann aufgrund der kompakten Bauweise
in Räumen mit begrenzter Bauhöhe eingesetzt werden.
[0007] Aus der
EP 2 423 388 A1 geht ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen einer Schlitzwand hervor,
bei welcher mehrere stangenförmige Mischelemente zusammen mit Fräselementen, welche
an einer vertikalen Stange angeordnet sind, entlang eines Mastes vertikal in den Boden
abteufbar sind. Die vertikale Stange muss dabei mindestens eine Länge besitzen, welche
der Tiefe des Schlitzes entspricht. Über die Fräselemente kann Bodenmaterial gleichzeitig
über die gesamte Schlitztiefe abgearbeitet werden. Um die dabei entstehenden Querkräfte
aufzufangen, wird gelehrt, neben dem Trägergerät mit der Misch- und Abtragseinheit
ein separates Fahrzeug mit Stütz- und Anpresselementen vorzusehen. Die Stütz- und
Anpresselemente sind dabei unmittelbar mit der stangenförmigen Misch- und Abtragseinheit
in dem Schlitz verbunden, um diese seitlich von hinten abzustützen.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Schlitzwandvorrichtung und ein Verfahren zum Erstellen von Schlitzen
im Boden für eine Schlitz- oder Dichtwand im Boden anzugeben, mit welchen eine Schlitz-
oder Dichtwand auch bei besonders begrenzten Raumverhältnissen effizient erstellbar
ist.
[0009] Die Aufgabe wird nach der Erfindung zum einen durch eine Schlitzwandvorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 und zum anderen mit einem Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 12 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils
abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Schlitzwandvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein
erstes Trägergerät und ein zweites Trägergerät vorgesehen sind, welche über ein Joch
miteinander verbunden sind, und dass die Bodenabtragseinheit unterhalb des Jochs verstellbar
angeordnet ist.
[0011] Eine Grundidee der Erfindung liegt darin, eine Bodenabtragseinheit sozusagen zwischen
zwei Trägergeräten an einem Joch zu lagern, welches sich auf den beiden Trägergeräten
abstützt. Damit können die Trägergeräte für sich jeweils relativ klein und kompakt
ausgebildet werden. Die Traglast kann sich auf die beiden Trägergeräte zu beiden Seiten
verteilen. Gegenüber einer üblichen einseitigen Aufhängung einer Bodenabtragseinheit
an nur einem Trägergerät kann bei einer mittigen Aufhängung zwischen zwei Trägergeräten
die sonst übliche Kippgefahr grundsätzlich weitgehend vermieden werden. Damit können
die Trägergeräte deutlich kleiner und auch weitgehend ohne die sonst üblichen erheblichen
Gegengewichte am Heckbereich eines einzelnen Trägergerätes ausgebildet werden. Insgesamt
wird also eine besonders kompakte Schlitzwandvorrichtung erreicht, welche beispielsweise
in Tunneln, unter Brücken oder Straßenüberführungen sowie in Gebäuden mit Decken eingesetzt
werden kann. Aufgrund der guten Kraftverteilung können aber selbst besonders schwere
Bodenabtragseinheiten oder hohe Schlitzwandvorrichtungen effizient betrieben werden.
Die beiden Trägergeräte sind insbesondere fahrbar und können als Trägerfahrzeug bezeichnet
werden.
[0012] Die Bodenabtragseinheit kann grundsätzlich jedes geeignete Gerät sein, etwa ein Schlitzwandgreifer.
Besonders bevorzugt ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung, dass die Bodenabtragseinheit
eine Schlitzwandfräse mit mindestens einem Paar von Fräsrädern ist, welche um horizontale
Drehachsen drehend antreibbar sind. Besonders bevorzugt sind zwei Paare von Fräsrädern
angeordnet. Eine Schlitzwandfräse mit drehenden Fräsrädern erlaubt ein kontinuierliches
Abteufen des Schlitzes in den Boden. Abgefrästes Bodenmaterial kann dabei über einen
Absaugschlauch aus dem Schlitz entfernt werden oder in dem Schlitz verbleiben, wobei
das abgefräste Bodenmaterial im Schlitz mit einer zugeführten Flüssigkeit, insbesondere
einer Betonsuspension, vermengt wird. Die so gebildete Mischung aus Bodenmaterial
und Betonsuspension kann zu der gewünschten Schlitz- oder Dichtwand aushärten.
[0013] Grundsätzlich kann die Bodenabtragseinheit an einem Gestänge, insbesondere einem
teleskopierbaren Gestänge an dem Joch gelagert sein. Eine besonders kompakte Bauform
wird nach einer Weiterbildung der Erfindung dadurch erreicht, dass die Bodenabtragseinheit
an mindestens einem Tragseil aufgehängt ist. Die Schlitzwandvorrichtung kann dabei
eine Höhe aufweisen, welche im Wesentlichen der Höhe der Bodenabtragseinheit entspricht
oder nur geringfügig größer ist.
[0014] Nach einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es bevorzugt, dass die
Bodenabtragseinheit mit mindestens einem Versorgungsschlauch und/oder mindestens einem
Kabel verbunden ist. Über den oder die Versorgungsschläuche kann Hydraulikflüssigkeit,
Stützflüssigkeit, Betonsuspension oder ein sonstiges gasförmiges oder fließfähiges
Medium der Bodenabtragseinheit in dem Schlitz zugeführt werden. Weiter kann über einen
entsprechenden Entsorgungsschlauch auch abgetragenes Bodenmaterial von Fräsrädern
nach außerhalb des Schlitzes abgepumpt werden. Über ein oder mehrere Kabel kann eine
entsprechende elektrische Stromversorgung sowie Datenleitungen zur Steuerung der Bodenabtragseinheit
vorgesehen werden. Zur Energieversorgung kann an zumindest einem der Trägergeräte
ein Verbrennungsmotor vorgesehen sein, welcher alle weiteren Aggregate, wie Hydraulikantriebe,
Pumpen etc. an den Trägergeräten und der Bodenabtragseinheit mit Energie versorgt.
Alternativ kann eine externe Energieversorgung, etwa durch ein Stromkabel, vorgesehen
sein.
[0015] Dabei ist die Erfindung in bevorzugter Weise dadurch weitergebildet, dass für das
mindestens eine Tragseil und/oder das mindestens eine Kabel mindestens eine Seiltrommel
und für den mindestens einen Versorgungsschlauch mindestens eine Schlauchtrommel vorgesehen
sind. Über die entsprechenden Trommeln können die Seile, Kabel oder Schläuche effizient
und kompakt gelagert und betätigt werden.
[0016] Dabei besteht eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darin, dass die Seiltrommel
an dem ersten Trägergerät und die Schlauchtrommel an dem zweiten Trägergerät drehbar
gelagert sind. Seiltrommel und Schlauchtrommel sind somit funktional getrennt und
an unterschiedlichen Trägergeräten angeordnet. Dies führt zu einer möglichst gleichmäßigen
Gewichtsverteilung und erleichtert die Versorgung der Schlitzwandvorrichtung.
[0017] Grundsätzlich kann das vorzugsweise U- oder C-förmige Joch als ein starres Balkenelement
ausgebildet sein. Eine verbesserte Verfahrbarkeit der Schlitzwandvorrichtung wird
gemäß einer Weiterbildung der Erfindung dadurch erreicht, dass an dem Joch mindestens
ein Schwenkgelenk vorgesehen ist. Das Schwenkgelenk weist dabei eine im Wesentlichen
vertikale Schwenkachse auf, so dass die beiden Trägergeräte zueinander anstellbar
und verstellbar sind. Dies ermöglicht ein vereinfachtes Verfahren der Schlitzwandvorrichtung
um Ecken und verbessert insgesamt die Handhabbarkeit der gesamten Vorrichtung.
[0018] Eine weitere Verbesserung der Verfahrbarkeit wird gemäß einer Ausführungsvariante
der Erfindung dadurch erzielt, dass zumindest ein Trägergerät einen Unterwagen aufweist,
auf welchem ein Oberwagen drehbar gelagert ist. Vorzugsweise weisen beide Trägergeräte
einen Unterwagen mit darauf drehbar gelagertem Oberwagen auf.
[0019] Grundsätzlich können die Trägergeräte als ein Radfahrzeug oder ein Schienenfahrzeug
ausgebildet sein. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist es besonders zweckmäßig,
dass zumindest eines der Trägergeräte als ein Raupenfahrzeug mit einem eigenen Antrieb
ausgebildet ist. Das Trägergerät kann dabei selbstfahrend sein. Bei einem einzelnen
angetriebenen Trägergerät kann das andere Trägergerät passiv ohne eigenen Antrieb
verfahren werden. Besonders bevorzugt ist es jedoch, dass beide Trägergeräte als ein
Raupenfahrzeug mit einem eigenen Antrieb ausgebildet sind. Dabei sind die Trägergeräte,
zumindest deren Unterwagen, im Wesentlichen gleich ausgebildet. Hierdurch ist eine
besonders gute Rangierbarkeit der Gesamtvorrichtung und ein effizientes Verfahren
auch bei sehr engen Raumverhältnissen, wie es in Tunneln auftreten kann, möglich.
[0020] Vorzugsweise sind ein oder beide Trägergeräte mit einer Bedieneinheit versehen. Die
Bedieneinheit kann eine geschlossene Fahrerkabine oder einen einfachen Bedienstand
umfassen.
[0021] Für eine besonders kompakte Ausführungsvariante der Erfindung ist es bevorzugt, dass
eine mobile Bedieneinheit vorgesehen ist. Damit können die Trägergeräte von einem
oder mehreren Bedienern ferngesteuert verfahren werden. Dies erlaubt ein besonders
exaktes Verfahren der Trägergeräte, da der Bediener sich mit einer mobilen Bedieneinheit
unmittelbar an kritischen Positionen einfinden kann. Die mobile Bedieneinheit kann
dabei vorzugsweise ein Schaltpult oder in einer besonders einfachen Ausführungsvariante
ein Tablet-Computer mit einer entsprechenden Bedienoberfläche sein. Die Verbindung
zum Trägergerät kann drahtlos oder mit einem Kabel erfolgen. Die mindestens eine Bedieneinheit
ist dabei vorzugsweise lösbar an dem oder den Trägergeräten befestigt und kann vom
Bediener abgenommen werden.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenabtragseinheit
an einem Joch zwischen einem ersten Trägergerät und einem zweiten Trägergerät angeordnet
wird, welche über das Joch miteinander verbunden sind. Das Verfahren kann insbesondere
mit der zuvor beschriebenen Schlitzwandvorrichtung durchgeführt werden. Es ergeben
sich bei der Durchführung des Verfahrens entsprechend die zuvor beschriebenen Vorteile.
[0023] Eine bevorzugte Verfahrensvariante der Erfindung besteht darin, dass der Schlitz
in einem Tunnel, einer Strecke oder sonstigem Raum mit begrenzter Deckenhöhe durchgeführt
wird. Darüber hinaus kann das Verfahren auch in Kanälen oder sonstigen Räumen mit
engen seitlichen Begrenzungen effizient durchgeführt werden.
[0024] Weiterhin ist es nach einer Ausführungsvariante der Erfindung vorgesehen, dass eine
Schlitz- oder Dichtwand gebildet wird, wobei die Schlitze zusammenhängend ausgebildet
und mit einer aushärtbaren Masse verfüllt werden. Dabei werden die Schlitze zunächst
beabstandet voneinander erstellt und mit einer aushärtbaren Masse verfüllt. In einem
zweiten Überlauf werden dann die Zwischenräume zwischen den einzelnen Schlitzwandsegmenten
ausgehoben und mit einer aushärtbaren Masse verfüllt. Die einzelnen Schlitze und Schlitzwandsegmente
werden so miteinander verbunden und können eine durchgehende Schlitz- oder Dichtwand
erzeugen. Die einzelnen Schlitzwandsegmente können mit Metallarmierungen versehen
werden, solange die Füllmasse mit einem Betonwerkstoff noch nicht ausgehärtet ist.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
beschrieben, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Schlitzwandvorrichtung;
- Fig. 2
- eine Draufsicht von oben auf die Schlitzwandvorrichtung von Fig. 1; und
- Figuren 3a bis 3h
- Draufsichten auf eine erfindungsgemäße Schlitzwandvorrichtung beim Verfahren um eine
Ecke.
[0026] Die Schlitzwandvorrichtung 10 gemäß den Figuren 1 und 2 weist ein erstes Trägergerät
20 und ein zweites Trägergerät 30 auf, welche jeweils ein Raupenfahrwerk als Unterwagen
22, 32 aufweisen. An dem ersten Unterwagen 22 ist über ein Drehlager 23 ein erster
Oberwagen 24 mit einem gestellartigen ersten Aufbau 26 angeordnet. In entsprechender
Weise ist auf dem zweiten Unterwagen 32 des zweiten Trägerfahrzeuges 30 über ein Drehlager
33 ein zweiter Oberwagen 34 drehbar gelagert. An dem zweiten Oberwagen 34 ist ein
gestellartiger erster Aufbau 36 befestigt.
[0027] Das erste Trägerfahrzeug 20 und das zweite Trägerfahrzeug 30 sind über ein balkenförmiges
Joch 12 miteinander verbunden. Hierzu ist an einem oberen Bereich des ersten Aufbaus
26 des ersten Trägerfahrzeuges 20 ein erstes horizontal vorspringendes Jochteil 17
angebracht, welches über ein Schwenkgelenk 19 mit einer vertikal gerichteten Schwenkachse
mit einem zweiten Jochteil 18 gekoppelt ist. Das vospringende zweite Jochteil 18 ist
in entsprechender Weise fest an einem oberen Bereich des zweiten Aufbaus 36 des zweiten
Trägerfahrzeuges 30 befestigt. Das Joch 12 bildet mit den beiden Aufbauten 26, 36
der beiden Trägerfahrzeuge 20, 30 eine torartige Anordnung, mit einem Frei- oder Zwischenraum,
in welchem eine Bodenbearbeitungseinheit 50 aufgehängt ist.
[0028] Die Bodenabtragseinheit 50 ist in den dargestellten Ausführungsbeispiel als eine
Schlitzwandfräse mit einem etwa rechteckigen Rahmen 56 ausgebildet, an dessen unteren
Ende zwei Fräsradpaare 51, 52 drehbar um horizontale Drehachsen 53, 54 gelagert sind.
Am Rahmen 56 der Bodenabtragseinheit 50 ist eine Pumpe 58 angeordnet, über welche
entweder eine aushärtende Suspension in den Bereich zwischen den Fräsradpaaren 51,
52 eingespritzt werden kann oder über welche abgetragenes Bodenmaterial mit umgebender
Stützflüssigkeit aus dem Frässchlitz abgesaugt werden kann. Am Rahmen 56 sind weiterhin
nicht dargestellte Hydraulikantriebe zum Antreiben der Fräsradpaare 51, 52 angebracht.
[0029] Die Pumpe 58 ist mit einem Versorgungsschlauch 16 verbunden, welcher über einen vierteilkreisförmigen
Rollenbogen 37 am Joch 12 zu einer Schlauchtrommel 38 geführt ist. Die Schlauchtrommel
38 ist drehbar um eine horizontale Drehachse am zweiten Aufbau 36 des zweiten Trägerfahrzeugs
30 gelagert.
[0030] Die Aufhängung der Bodenabtragseinheit 50 an dem Joch 12 erfolgt über mindestens
ein Tragseil 14, welches an einer Aufhängung 57 am oberen Ende des Rahmens 56 befestigt
ist. Das Tragseil 14 wird zusammen mit mehreren Kabeln 15, welche Strom- und Datenleitungen
umfassen, bandförmig über eine drehbare Umlenkrolle 27 am Joch 12 zu einer Seiltrommel
28 am ersten Trägergerät 20 geführt. Die Seiltrommel 28 ist in dem ersten Aufbau 26
des ersten Trägergerätes 20 um eine horizontal gerichtete Drehachse drehbar gelagert.
[0031] Mit der Schlitzwandvorrichtung 10 kann ein Schlitz im Boden erstellt werden, wobei
die Bodenabtragseinheit 50 bei drehenden Fräsradpaaren 51, 52 in den Boden abgesenkt
wird. Dabei werden das Tragseil 14, die Kabel 15 sowie der Versorgungsschlauch 16
durch Abrollen von der Seiltrommel 28 beziehungsweise der Schlauchtrommel 38 nachgeführt.
Der sich so im Boden bildende Schlitz wird vorzugsweise mit einer Stützsuspension
verfüllt, welche über eine nicht dargestellte Pumpe in den Schlitz eingeleitet wird.
Nach Erreichen der Endtiefe wird die Bodenabtragseinheit 50 wieder nach oben gezogen,
wobei das Tragseil 14, die Kabel 15 sowie der Versorgungsschlauch 16 wieder aufgerollt
werden. Anschließend wird die Schlitzwandvorrichtung 10 weiter verfahren, um einen
weiteren Schlitz zu erstellen. Die so erstellten und verfüllten Schlitze bilden nach
Aushärtung der Füllmasse eine durchgehende Schlitz- und Dichtwand im Boden.
[0032] Aus den Figuren 3a bis 3h ist ersichtlich, dass die erfindungsgemäße Schlitzwandvorrichtung
10 mit den beiden Trägerfahrzeugen 20, 30 auch bei begrenzten Raumverhältnissen sehr
gut verfahrbar und rangierbar ist. So befindet sich gemäß Fig. 3a die erfindungsgemäße
Schlitzwandvorrichtung 10 in einer tunnelartigen Hauptstrecke 5, in welche eine Querstrecke
7 etwa rechtwinklig mündet. Dabei ist zwischen den Wänden 8 ein etwa rechtwinkliger
Eckbereich 6 ausgebildet.
[0033] Zum Einfahren in die Querstrecke 7 wird die Schlitzwandvorrichtung 10 entlang der
Hauptstrecke 5 verfahren, wobei das erste Trägerfahrzeug 20 und das zweite Trägerfahrzeug
30 gleichgerichtet sind. Sobald das hier in Fahrtrichtung vorne liegende zweite Trägerfahrzeug
30 auf Höhe der Mitte der einmündenden Querstrecke 7 ist, wird der Unterwagen 32 des
zweiten Trägerfahrzeuges 30 durch entsprechende Betätigung der Raupenketten um 90°
zum unverändert angeordneten Oberwagen 34 gedreht, wie in Fig. 3b gezeigt ist.
[0034] Nunmehr kann das zweite Trägerfahrzeug 30 in Richtung der Querstrecke 7 in diese
einfahren.
[0035] Bei diesem Einfahren verbleibt der erste Unterwagen 22 des ersten Trägergerätes 20
in seiner Längsausrichtung zur Hauptstrecke 5. Mit zunehmendem Einfahren des zweiten
Trägerfahrzeugs 30 in die Querstrecke 7 verstellen sich jedoch die beiden Oberwagen
24, 34 gegenüber ihrem jeweiligen Unterwagen 22, 32, wobei eine Auslenkung an dem
Schwenkgelenk 19 am Joch 12 der Schlitzwandvorrichtung 10 erfolgt. Dabei wird das
erste Jochteil 17 zum zweiten Jochteil 18 immer stärker angewinkelt, wie in den Figuren
3c bis 3f dargestellt ist.
[0036] Die Fig. 3f zeigt dabei eine rechtwinklige Anordnung des ersten Trägerfahrzeugs 20
zu dem zweiten Trägerfahrzeug 30, wobei in dieser rechtwinkligen Anstellposition die
jeweiligen Oberwagen 24, 34 wieder gleichgerichtet in ihrer Längsausrichtung zu den
jeweiligen Unterwagen 22, 32 sind.
[0037] Es kann nunmehr das zweite Trägerfahrzeug 30 parallel zur Querstrecke 7 in diese
einfahren, während das erste Trägerfahrzeug 20 weiter parallel zur Längsrichtung der
Hauptstrecke 5 verfahren wird, bis das erste Trägerfahrzeug 20 auf Höhe der Mitte
der einmündenden Querstrecke 7 ist, wie in Fig. 3g gezeigt ist. Bei diesem Verfahren
schwenkt der erste Oberwagen 24 des ersten Trägerfahrzeugs 20 in die Querstrecke 7
ein.
[0038] Bei Erreichen der in Fig. 3g gezeigten Position wird nunmehr der erste Unterwagen
22 des ersten Trägerfahrzeugs 20 durch entsprechend gegensätzliche Betätigung der
Raupenketten des ersten Unterwagens 22 um 90° gegenüber dem Oberwagen 24 verdreht,
bis auch der erste Unterwagen 22 wie auch der erste Oberwagen 24 gleichgerichtet zur
Längsrichtung der Querstrecke 7 und dem zweiten Trägerfahrzeug 30 sind. Von dieser
in Fig. 3h gezeigten Position kann nunmehr die wieder gerade ausgerichtete Schlitzwandvorrichtung
10 weiter in die Querstrecke 7 verfahren werden, wobei entlang der Querstrecke 7 ein
Schlitz oder eine Schlitzwand erstellt werden kann.
1. Schlitzwandvorrichtung zum Erstellen von Schlitzen im Boden für eine Schlitz- oder
Dichtwand, mit einem Trägergerät, an welchem eine Bodenabtragseinheit (50) vertikal
verstellbar gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Trägergerät (20) und ein zweites Trägergerät (30) vorgesehen sind, welche
über ein Joch (12) miteinander verbunden sind, und
dass die Bodenabtragseinheit (50) unterhalb des Jochs (12) verstellbar angeordnet ist.
2. Schlitzwandvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenabtragseinheit (50) eine Schlitzwandfräse mit mindestens einem Paar von
Fräsrädern (51, 52) ist, welche um horizontale Drehachsen (53, 54) drehend antreibbar
sind.
3. Schlitzwandvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenabtragseinheit (50) an mindestens einem Tragseil (14) aufgehängt ist.
4. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenabtragseinheit (50) mit mindestens einem Versorgungsschlauch (16) und/oder
mindestens einem Kabel (15) verbunden ist.
5. Schlitzwandvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass für das mindestens eine Tragseil (14) und/oder das mindestens eine Kabel (15) mindestens
eine Seiltrommel (28) und für den mindestens einen Versorgungsschlauch (16) mindestens
eine Schlauchtrommel (38) vorgesehen sind.
6. Schlitzwandvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seiltrommel (28) an dem ersten Trägergerät (20) und die Schlauchtrommel (38)
an dem zweiten Trägergerät (30) drehbar gelagert sind.
7. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Joch (12) mindestens ein Schwenkgelenk (19) vorgesehen ist.
8. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Trägergerät (20, 30) einen Unterwagen (22, 32) aufweist, auf welchem
ein Oberwagen (24, 34) drehbar gelagert ist.
9. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eines der Trägergeräte (20, 30) als ein Raupenfahrzeug mit einem eigenen
Antrieb ausgebildet ist.
10. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein oder beide Trägergeräte (20, 30) mit einer Bedieneinheit versehen sind.
11. Schlitzwandvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine mobile Bedieneinheit vorgesehen ist.
12. Verfahren zum Erstellen von Schlitzen im Boden mit einer Schlitzwandvorrichtung (10),
insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei eine Bodenabtragseinheit (50)
in den Boden abgesenkt und dabei Bodenmaterial abgetragen wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenabtragseinheit (50) an einem Joch (12) zwischen einem ersten Trägergerät
(20) und einem zweiten Trägergerät (30) angeordnet wird, welche über das Joch (12)
miteinander verbunden sind.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schlitz in einem Tunnel, einer Strecke (5, 7) oder sonstigem Raum mit begrenzter
Deckenhöhe durchgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schlitz- oder Dichtwand gebildet wird, wobei die Schlitze zusammenhängend ausgebildet
und mit einer aushärtbaren Masse verfüllt werden.