[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Scharnier für eine Schwenktür, insbesondere
einer Duschabtrennung, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine Duschabtrennung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
[0002] Aus der
DE 296 23 000 U1 und
DE 201 12 682 U1 ist ein Scharnier für eine Schwenktür einer Duschabtrennung bekannt. Das Scharnier
weist ein erstes Lagerteil zur Befestigung an der Schwenktür und ein zweites Lagerteil
zur Befestigung an einer Wand oder an einer Trennscheibe auf. Die beiden Lagerteile
sind gelenkig miteinander verbunden. Weiter weist das Scharnier ein Zwischenstück
mit zur Scharnierachse geneigten Gleitlagerflächen auf, so dass der Schwenkbewegung
eine Axialbewegung überlagerbar ist.
[0003] Die
DE 20 2004 004 258 U1 offenbart ein Scharnier, umfassend zwei gegeneinander verschwenkbaren Scharnierhälften
und ein in seiner Drehlage verstellbares und mittels einer Stellschraube fixierbares
Scharnierteil mit einer zur Schwenkachse geneigten Gleitlagerfläche zur Umsetzung
einer Axialbewegung während der Schwenkbewegung. Das Scharnierteil ist vorzugsweise
aus Kunststoff hergestellt.
[0004] Die
DE 203 04 646 U1 offenbart einen Beschlag mit einem Band-Festteil und einem auf dem Band-Festteil
höhenverschieblich gleitgelagertes Band-Flügelteil. Im Inneren des Band-Festteils
ist ein Rippenkranz mit nach oben gerichteten Nasen vorgesehen, die durch Abheben
der Unterkante des Band-Flügelteils die Schwenkbewegung erleichtern.
[0005] Die
FR 2 046 108 A5 betrifft einen arretierbaren Gelenkbeschlag für Fenster oder Türflügel mit zwei um
einen Drehzapfen verschwenkbaren Lagerteilen. Zur Realisierung einer Arretierung in
einer gewünschten Winkelstellung ist für jedes Lagerteil ein aus Metall oder Kunststoff,
beispielsweise Nylon, hergestelltes Einsatzstück vorgesehen, das mit Nocken und dazu
korrespondierenden Ausnehmungen versehen ist. Zur Realisierung einer gleichmäßigen
Beanspruchung bei der reibenden Gleitbewegung wird der Winkel der Flankenflächen bezüglich
der Stirnflächen der Einsatzstücke speziell ausgelegt.
[0006] Die
FR 2 673 666 A1 offenbart ein Scharnier, umfassend einen Fest-Hohlzylinder und einen Band-Hohlzylinder.
Im Inneren des Fest-Hohlzylinders ist eine erste Hülse mit einem nach oben gerichteten
Randbereich vorgesehen, der mit einer komplementären Ausnehmung einer zweiten Hülse
innerhalb des Band-Hohlzylinders ineinandergreift, sodass der Schwenkbewegung eine
Axialbewegung überlagerbar ist.
[0007] Aus der
US 2004/055111 A1 ist ein Scharnier bekannt, wobei das Scharnier ein erstes Lagerteil und ein zweites
Lagerteil aufweist, wobei das zweite Lagerteil mit einer Tür verbunden ist. Darüber
hinaus ist ein zylindrisches Zwischenstück vorgesehen, das zur radialen Lagerung des
zweiten Lagerteils ausgebildet ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Scharnier
für eine Schwenktür, insbesondere einer Duschabtrennung o. dgl., sowie eine verbesserte
Duschabtrennung anzugeben, die einen einfachen Aufbau mit wenigen Teilen bei guter
Funktionsfähigkeit und hoher Standzeit und/oder eine einfache Montage ermöglichen.
[0009] Die obige Aufgabe wird durch ein Scharnier gemäß Anspruch 1 oder durch eine Duschabtrennung
gemäß Anspruch 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Ein bevorzugter Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass sich das Scharnier
bzw. das erste oder zweite Lagerteil über eine einstückig angeformte Anlagekante verdrehsicher
an einer Vertikalkante einer zugeordneten Scheibe abstützt. Besonders bevorzugt bildet
das mit der Anlagekante versehene Lagerteil ein einstückiges Scharnierband und/oder
ist insbesondere mittels nur einer Schraube und einem in die zu haltende Scheibe eingreifenden
Klemmkörper mit dieser Scheibe verbunden. Besonders bevorzugt ist das Lagerteil mit
der festen Anlagekante türseitig angeordnet, stützt sich also an der Türscheibe ab.
Ganz besonders bevorzugt sind zwei derartige Scharniere vorgesehen. Dies gestattet
eine besonders verdrehsichere Halterung der Schwenktür über zwei vorschlagsgemäße
Scharniere.
[0011] Ein erfindungsgemäßer Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, das Zwischenstück,
das insbesondere der radialen und/oder axialen Lagerung dient und/oder einer Gleitreibung
gegen eine Gegenlagerfläche aus Metall ausgesetzt ist, aus kohlenstofffaserverstärktem
Kunststoff, vorzugsweise Polyamid (PA) oder Polyoxymethylen (POM), herzustellen. Versuche
haben gezeigt, dass so eine wesentlich bessere Standzeit und/oder eine verringerte
Reibung bzw. ein verringerter Abrieb erreichbar sind bzw. ist.
[0012] Ein bevorzugter Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, das Zwischenstück
für unterschiedliche Winkellagen der Axialbewegung auszuwechseln bzw. unterschiedliche
Zwischenstücke für unterschiedliche Winkellagen der Axialbewegung bereitzustellen.
Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die unterschiedlichen Zwischenstücke
eine unterschiedliche Winkellage der Gleitlagerfläche und/oder eine unterschiedliche
vorzugsweise axiale Eingriffsmöglichkeit zur drehfesten Festlegung an einem Lagerteil
oder bzgl, eines Lagerteils aufweisen. So ist es möglich, durch sehr fein in der Winkellage
gestufte bzw. unterschiedliche Zwischenstücke eine Anpassung des Scharniers bzw. der
Duschabtrennung an jeweilige bauliche Gegebenheiten vorzunehmen und/oder das Scharnier
bzw. die Duschabtrennung beispielsweise wahlweise für gerade Duschabtrennungen oder
abgewinkelte Duschabtrennungen einzusetzen. Entsprechend beträgt dabei der von einem
feststehenden Seitenteil bzw. einer feststehenden Scheibe einerseits und der Schwenktür
im geschlossenen Zustand andererseits eingeschlossene Winkel etwa 180° (gerade Duschabtrennung),
135 ° (Fünfeck-Duschabtrennung) oder 90° (Eck-Duschabtrennung).
[0013] Ein weiterer bevorzugter Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, das Zwischenstück
für die axiale Bewegung gleichzeitig zur gelenkigen Verbindung bzw. Schwenklagerung
der Lagerteile des Scharniers einzusetzen. Hierzu weist das Zwischenstück einen entsprechenden
Lagerabschnitt auf. Dies ermöglicht einen einfachen Aufbau des Scharniers aus wenigen
Teilen.
[0014] Vorzugsweise ist das Zwischenstück mit dem Lagerabschnitt einstückig aus Kunststoff
hergestellt. Das andere Lagerteil bzw. dessen zur radialen Schwenklagerung relevanter
Abschnitt besteht vorzugsweise aus Metall. Bei geeigneter Materialwahl ergibt sich
ein schmiermittelfreies und dementsprechend wartungsfreies Kunststoff/Metall-Schwenklager
bzw. -Gleitlager, so dass bei einfachem Aufbau eine hohe Standzeit ermöglicht wird.
[0015] Ein anderer erfindungsgemäßer Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, den
zur radialen Lagerung der beiden Lagerteile vorgesehene Lagerabschnitt des Zwischenstücks
außen konisch auszubilden und in ein komplementär dazu ausgebildetes Lagerauge eines
zugeordneten Lagerteils einzusetzen. Dies dient insbesondere dem Ausgleich von Fertigungstoleranzen
und gestattet einen einfachen Aufbau und/oder eine vorzugsweise zumindest weitgehend
spielfreie radiale Lagerung.
[0016] Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist das Zwischenstück
klemmend und/oder rastend am ersten und/oder zweiten Lagerteil und/oder an einem vorzugsweise
bolzenförmigen Halteelement gehalten oder festlegbar. Dies gestattet einen einfachen
Aufbau und einen einfachen Zusammenbau. Insbesondere kann so verhindert werden, dass
das Zwischenstück bei ausgehängter Schwenktür, insbesondere beim Transport, sich in
unerwünschter Weise löst und ggf. sogar verloren gehen kann.
[0017] Ein weiterer bevorzugter Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, den Hub-Senkmechanismus
des Scharniers - also das Zwischenstück mit der Gleitlagerfläche zur Erzeugung der
Axialbewegung beim Verschwenken des Scharniers - möglichst spritzwassergeschützt im
Scharnier anzuordnen, also nicht nach außen hin offen. Hierzu weist ein Lagerteil
einen axial vorspringenden, insbesondere hohlzylindrischen Kragen und das andere Lagerteil
einen, insbesondere ebenfalls hohlzylindrischen Wandungsabschnitt auf, die in jeder
Axialstellung des Scharniers einander radial überlappen. So wird bei einfachem Aufbau
ein wirksamer Schutz, insbesondere gegen Spritzwasser, ermöglicht. Dies ist einer
langen Standzeit des Scharniers zuträglich.
[0018] Eine weitere Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, das vorzugsweise flache,
elastische oder weiche Zwischenlagelement zur Abstützung eines Lagerteils auf der
zugeordneten Scheibe mit einer Durchbrechung und das Lagerteil mit einer zugeordneten
Kennzeichnung zu versehen, so dass bei der Montage durch die Scheibe hindurch sichtbar
ist, ob das richtige Lagerteil an der Scheibe angebracht wird.
[0019] Alternativ oder zusätzlich ist das Zwischenlageelement in eine am Lagerteil ausgebildete
Ausnehmung verschiebungssicher einsetzbar, bedarfsweise darin eingeklebt. So ergibt
sich eine sehr einfache Montage, insbesondere auch für Endkunden ohne Erfahrung.
[0020] Die oben genannten Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung sowie die nachfolgend
beschriebenen Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung können unabhängig voneinander,
aber insbesondere auch in einer beliebigen Kombination realisiert werden.
[0021] Weitere Vorteile, Merkmale, Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Erfmdung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische, ausschnittsweise Darstellung einer Duschabtrennung mit einer Schwenktür
und einem vorschlagsgemäßen Scharnier gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine schematische, perspektivische Ansicht des vorschlagsgemäßen Scharniers mit voneinander
getrennten Lagerteilen, aus Veranschaulichungsgründen gespiegelt dargestellt;
- Fig. 3
- eine Rückansicht des vorschlagsgemäßen Scharniers ohne Gegenlagerelemente;
- Fig. 4
- eine schematische, ausschnittsweise Ansicht der Lagerteile des vorschlagsgemäßen Scharniers
mit zugeordneten Zwischenlageelementen;
- Fig. 5
- eine schematische Ansicht eines vorschlagsgemäßen Scharniers gemäß einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 6
- eine explosionsartige Darstellung des Scharniers gemäß der zweiten Ausführungsform;
- Fig. 7
- eine Draufsicht einer Duschabtrennung mit dem Scharnier gemäß der zweiten Ausführungsform;
- Fig. 8
- einen schematischen vertikalen Schnitt des Scharniers in der Gelenkachse gemäß Linie
VII-VIII in Fig. 7;
- Fig. 9
- eine schematische Ansicht eines Zwischenstücks des Scharniers gemäß der zweiten Ausführungsform
in einer anderen Winkelstellung; und
- Fig. 10
- eine Draufsicht einer anderen Duschabtrennung mit dem Scharnier gemäß der zweiten
Ausführungsform.
[0022] In den Figuren werden für gleiche oder ähnliche Teile dieselben Bezugszeichen verwendet,
wobei entsprechende oder vergleichbare Vorteile erreicht werden, auch wenn eine wiederholte
Beschreibung aus Vereinfachungsgründen weggelassen ist.
[0023] Fig. 1 zeigt ein vorschlagsgemäßes Scharnier 1, das eine Schwenktür 2 einer nur ausschnittsweise
dargestellten Duschabtrennung 3 schwenkbar hält. Insbesondere ist die Schwenktür 2
von zwei derartigen Scharnieren 1 gehalten, also beispielsweise in einem oberen und
einem unteren Bereich. Der Einsatz des Scharniers 1 ist jedoch nicht auf Duschabtrennungen
o. dgl. beschränkt.
[0024] Fig. 1 zeigt das Scharnier 1 für eine von außen - bei der Darstellung gemäß Fig.
1 von hinten - gesehen rechte Schwenktür 2 der Duschabtrennung 3.
[0025] Fig. 2 zeigt in der schematischen, ausschnittsweisen Teilschnittdarstellung das korrespondierende
Scharnier 1 der linken Schwenktür 2 der Duschabtrennung 3.
[0026] Das Scharnier 1 weist ein erstes, wandseitiges Lagerteil 4 zur Befestigung des Scharniers
1 und ein zweites, korrespondierendes Lagerteil 5 zur Verbindung mit der Schwenktür
2 auf.
[0027] Fig. 2 zeigt in einer aus Veranschaulichüngsgründen explosionsartigen und gespiegelten
Darstellung, dass das Scharnier 1 ferner ein Zwischenstück 6 vorzugsweise mit einer
zur Schwenkachse 7 des Scharniers 1 geneigten Gleitlagerfläche 8 aufweist. Die geneigte
Gleitlagerfläche 8 dient hier dazu, der Schwenkbewegung des Scharniers 1 eine Axialbewegung
zu überlagern, insbesondere um beim Öffnen ein Anheben der Schwenktür 2 zu bewirken.
[0028] Grundsätzlich dient das Zwischenstück 6 einer radialen oder einer axialen und radialen
Lagerung der beiden gelenkig zueinander verschwenkbaren Lagerteile 4 und 5 bzw. der
Schwenktür 2.
[0029] Das Zwischenstück 6 ist aus einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff hergestellt.
Besonders bevorzugt ist das Zwischenstück 6 aus kohlenstofffaserverstärktem Polyamid
(PA) oder Polyoxymethylen (POM) hergestellt. Versuche haben gezeigt, dass Kunststoffteile
aus diesem Material, wie das Zwischenstück 6, mit wesentlich geringerer Toleranz herstellbar
sind und/oder einem geringeren Abrieb, insbesondere bei der Paarung mit einer Metalloberfläche,
unterliegen. Insbesondere wird eine Verringerung der Gleit- und/oder Haftreibung und/oder
des Abriebs ermöglicht.
[0030] Das Zwischenstück 6 ist bei der dargestellten Ausführungsform des vorschlagsgemäßen
Scharniers 1 dem ersten Lagerteil 4 primär zugeordnet, d. h. drehfest bzw. drehsicher
relativ zum ersten Lagerteil 4 festlegbar. Nachfolgend wird bei der Beschreibung immer
von dieser Zuordnung ausgegangen. Jedoch ist grundsätzlich auch eine Zuordnung zum
zweiten Lagerteil 5 mit möglich, wobei dann die weiteren Elemente und Komponenten
des Scharniers 1 entsprechend jeweils dem anderen Lagerteil 4 bzw. 5 zugeordnet werden
müssen.
[0031] Das Zwischenstück 6 weist hier einen hülsenförmigen, einstückig angeformten Lagerabschnitt
9 auf, der vorzugsweise durch ein bolzenförmiges, metallisches Halteelement 10 verstärkt
ist. Das Halteelement 10 durchdringt beim Darstellungsbeispiel das Zwischenstück 6
und den Lagerabschnitt 9 axial, also in Richtung der Scharnierachse 7, und springt
bei der Darstellung gemäß Fig. 2 zum anderen Lagerteil 5, hier dem zweiten Lagerteil
5, vor. Das Halteelement 10 bildet insbesondere einen Lager- oder Gelenkbolzen des
Scharniers 1, ist aber vorzugsweise zumindest partiell von dem Lagerabschnitt 9 umgeben
oder radial abgedeckt.
[0032] Der Lagerabschnitt 9 des Zwischenstücks 6 dient der radialen Lagerung bzw. einer
Schwenklagerung des anderen Lagerteils 5, nämlich des zweiten Lagerteils 5, genauer
gesagt der radialen Lagerung, wobei die beiden Lagerteile 4, 5 vorzugsweise axial
gegeneinander verschiebbar sind, um die gewünschte Axialbewegung insbesondere eine
Hubbewegung beim Öffnen der Schwenktür 2, zu ermöglichen.
[0033] Alternativ ist es auch möglich, dass der Lagerabschnitt 9 als vom Zwischenstück 6
getrenntes bzw. unabhängiges Element ausgebildet ist, vorzugsweise jedoch auch aus
Kunststoff, insbesondere um ein schmiermittelfreies und damit wartungsfreies Schwenklager
mit dem anderen bzw. zweiten Lagerteil 5 zu bilden.
[0034] Das Halteelement 10 ist seinerseits mit dem zugeordneten, ersten Lagerteil 4 zumindest
derart verbunden, dass das Halteelement 10 gegen ein axiales Herausfallen bzw. Herausrutschen
gesichert ist. Insbesondere ist das Halteelement 10 in eine geeignete, nicht dargestellte
Ausnehmung bzw. Bohrung bzw. ein Lagerauge des ersten Lagerteils 4 eingesetzt, vorzugsweise
eingepreßt. Um einen ausreichenden Preßsitz des Halteelements 10 im bzw. am ersten
Lagerteil 4 sicherzustellen, ist eine geeignete Materialkombination sinnvoll. Vorzugsweise
besteht das erste Lagerteil 4 (wie das zweite Lagerteil 5) aus Druckguß, insbesondere
Zink- oder Aluminiumdruckguß o. dgl. und das Halteelement 10 aus Edelstahl oder Messing
bzw. einer geeigneten Messinglegierung.
[0035] Das Scharnier 1 weist vorzugsweise einen Axialanschlag 11 auf, der ein ungewolltes
axiales Trennen des Scharniers 1 bzw. der Lagerteile 4, 5 verhindert. Der Axialanschlag
11 ist beim Darstellungsbeispiel durch den - bei der Darstellung gemäß Fig. 2 nach
oben - vorspringenden Abschnitt des Halteelements 10 gebildet, der eine radiale Ausnehmung
12 mit einer am freien Ende gebildeten Ringschulter 13 aufweist.
[0036] Zur Begrenzung der axialen Beweglichkeit kann ein Sperrelement 14, beispielsweise
eine Schraube, insbesondere eine Linsenkopf- oder Madenschraube, axial in die Ausnehmung
12 eingreifen und durch Anschlagen an der Ringschulter 13 das maximal mögliche axiale
Auseinanderbewegen der Lagerteile 4 und 5 begrenzen.
[0037] Zur Bildung des Schwenklagers weist beim Darstellungsbeispiel das zweite Lagerteil
5 einen Hohlabschnitt 15 (ein Lagerauge) auf, in den der Lagerabschnitt 9 drehbeweglich
einsteckbar bzw. einschiebbar ist. Der Hohlabschnitt 15 umgibt also den Lagerabschnitt
9 radial. Der Hohlabschnitt 15 besteht vorzugsweise aus Metall, der Lagerabschnitt
9 vorzugsweise aus Kunststoff, wie bereits erläutert. So wird ein vorzugsweise schmiermittelfreies
und damit wartungsfreies Kunststoff/Metall-Gleitlager bzw. -Schwenklager gebildet.
[0038] Jedoch ist es auch möglich, dass der Lagerabschnitt 9 radial den Hohlabschnitt 15
oder ein sonstiges Element bzw. einen sonstigen Abschnitt des zweiten Lagerteils 5
umgibt.
[0039] Beim Darstellungsbeispiel weist das zweite Lagerteil 5 einen axial vorspringenden,
hier hohlzylindrischen Kragen 16 auf. Das zweite Lagerteil 5, hier der Kragen 16,
weist eine in axialer Richtung wirkende Gegenlagerfläche 17 auf, die insbesondere
komplementär zur Gleitlagerfläche 8 ausgebildet ist und mit der Gleitlagerfläche 8
derart zusammenwirkt, dass der Schwenkbewegung des Scharniers 1 die gewünschte Axialbewegung
überlagert wird.
[0040] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Gegenlagerfläche 17 an einer Stirnseite
und unmittelbar am zweiten Lagerteil 5 bzw. dessen Kragen 16 ausgebildet. Das zweite
Lagerteil 5 besteht ebenso wie das erste Lagerteil 4 vorzugsweise aus Metall (insbesondere
handelt es sich um Gußteile), so dass die metallische Gegenlagerfläche 17 mit der
Kunststoff-Gleitlagerfläche 8 des Zwischenstücks 6 derart zusammenwirkt, dass bei
der Schwenkbewegung (beim Öffnen und Schließen der Schwenktür 2) die beiden Flächen
8, 17 aufeinander abgleiten und aufgrund entsprechend geneigter Abschnitte die gewünschte
Axialbewegung der Schwenkbewegung überlagern.
[0041] Um ein ungewolltes Verdrehen des beim Darstellungsbeispiel in eine axiale Ausnehmung
des ersten Lagerteils 4 eingesetzten Zwischenstücks 6 relativ zum ersten Lagerteil
4 zu verhindern, weist das Zwischenstück 6 auf seiner der Gleitlagerfläche 8 abgewandten
Stirnseite vorzugsweise einen axialen Vorsprung bzw. Anschlag 18 o. dgl. auf, der
mit komplementären, nicht dargestellten Vorsprüngen, Ausnehmungen o. dgl. des ersten
Lagerteils 4 zur Verdrehsicherung in Eingriff bzw. Anlage bringbar ist.
[0042] Zusätzlich oder alternativ kann das Zwischenstück 6 und/oder dessen Lagerabschnitt
9 auch verdrehfest (reibschlüssig oder formschlüssig) mit dem Halteelement 10 verbunden
sein.
[0043] Das erste Lagerteil 4 weist einen beim Darstellungsbeispiel hohlzylindrischen Wandungsabschnitt
19 auf, der beim zusammengesetzten Scharnier 1 mit dem Kragen 16 in jeder Axialstellung
radial überlappt. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel umgibt der Wandungsabschnitt
19 die Ausnehmung zur Aufnahme des Zwischenstücks 6 im ersten Lagerteil 4.
[0044] Durch die radiale Überlappung wird ein Schutz des von den aufeinander abgleitenden
Flächen 8 und 17 gebildeten Hub-Senkmechanismus des Scharniers 1, insbesondere gegen
Spritzwasser, gebildet. Der Hub-Senkmechanismus liegt also nicht offen, wie sonst
beim Stand der Technik üblich.
[0045] Um ein Hineinlaufen von Duschwasser bzw. Spritzwasser in das Innere des Scharniers
1 bzw. des Schwenklagers zu vermeiden, wird vorzugsweise das radial innen liegende
Element von dem radial außen liegenden Element von oben bei zumindest im wesentlichen
vertikaler Schwenkachse 7 des Scharniers 1 übergriffen. Beim Darstellungsbeispiel
umgreift der Wandungsabschnitt 19 den Kragen 16, ist der Kragen 16 also in das erste
Lagerteil 4 einführbar. Dementsprechend übergreift dann das erste Lagerteil 4 mit
seinem Wandungsabschnitt 19 vorzugsweise von oben den Kragen 16.
[0046] Jedoch ist es auch möglich, das Scharnier 1 "umzudrehen", also den Kragen 16 von
oben in den Wandungsabschnitt 19 bzw. das Lagerteil 4 einzuführen. In diesem Fall
kann eine nicht dargestellte Abflußöffnung im unteren Lagerteil 4 vorgesehen sein,
um ein Anstauen von Spritzwasser bzw. Duschwasser im unteren Lagerteil 4 bzw. Schwenklager
zu vermeiden. Es kann auch eine Schmiernut gebildet werden.
[0047] Das vorschlagsgemäße Scharnier 1 ist insbesondere für eine sogenannte Ganzglas-Duschabtrennung
3 bzw. eine rahmenlose Glas-Schwenktür 2 vorgesehen. Die Schwenktür 2 ist also vorzugsweise
durch eine rahmenlose Glasscheibe 20 gebildet, mit der das zweite Lagerteil 5 verbunden
ist bzw. wird. Das erste Lagerteil 4 kann beispielsweise an einer nicht dargestellten
Badezimmerwand o. dgl. befestigt werden. Vorzugsweise ist bzw, wird das erste Lagerteil
4 jedoch mit einer feststehenden Trennscheibe 21, die vorzugsweise ebenfalls aus Glas
besteht, verbunden, wie in Fig. 1 angedeutet.
[0048] Die Lagerteile 4, 5 sind mit der zugeordneten Scheibe 20 bzw. 21 vorzugsweise dadurch
verbunden, dass jeweils ein auf der anderen Scheibenseite angeordnetes Gegenlagerelement
22 mit dem zugeordneten Lagerteil 4 bzw. 5 mittels eines die Scheibe 20 bzw. 21 durchdringenden
Verbindungselements, insbesondere einer Schraube 23, verbunden ist, wobei die Scheibe
20 bzw. 21 jeweils zwischen dem Lagerteil 4 oder 5 und dem zugeordneten Gegenlagerelement
22 eingeklemmt ist.
[0049] In Fig. 1 sind bei dem linken Gegenlagerelement 22 die Schrauben 23 aus Darstellungsgründen
weggelassen.
[0050] In Fig. 2 ist das erste Lagerteil 4 ohne zugeordnetes Gegenlagerelement 22 dargestellt.
[0051] Fig. 3 zeigt das vorschlagsgemäße Scharnier 1 ohne die zugeordneten Scheiben 20,
21 und ohne zugeordnete Gegenlagerelemente 22 von der Rückseite, also auf der den
Scheiben 20, 21 zugewandten Seite.
[0052] Fig. 3 veranschaulicht, dass die Lagerteile 4, 5 nicht unmittelbar auf die zugeordneten
Scheiben 20, 21 aufgelegt werden, sondern dazwischen jeweils ein flaches, elastisches
oder weiches Zwischenlageelement 24 angeordnet wird, das das zugeordnete Lagerteil
4 bzw. 5 abstützt. Das Zwischenlageelement 24 führt also zu einem gleichmäßigen Anliegen
und verhindert eine punktuelle überbelastung des Glases, so dass ein ungewolltes Brechen
des Glases verhindert wird.
[0053] Das Zwischenlagelement 24 ist aus einem geeigneten, beispielsweise dichtungsartigen
Material, insbesondere Kunststoff o. dgl. hergestellt.
[0054] Insbesondere ist jedem Lagerteil 4, 5 und jedem Gegenlagerelement 22 ein separates
Zwischenlageelement 24 zugeordnet.
[0055] Nachfolgend wird nur auf die Ausbildung und Anordnung der Zwischenlageelemente 24
an den Lagerteilen 4, 5 näher eingegangen. Entsprechendes gilt bedarfsweise jedoch
auch für die Gegenlagerelemente 22.
[0056] Die Zwischenlagerelemente 24 sind in Ausnehmungen 25 der vorzugsweise plattenförmigen
Lagerteile 4, 5 eingesetzt bzw. teilweise eingelassen, wie in der perspektivischen
Teilansicht gemäß Fig. 4 angedeutet.
[0057] Der die Ausnehmungen 25 zumindest teilweise bzw. abschnittsweise begrenzende Rand
26 hält die Zwischenlagelemente 24 quasi verschiebungssicher in den Ausnehmungen 25
oder verhindert zumindest, dass die Zwischenlagelemente 24 seitlich über die Randkante
der vorzugsweise plattenförmigen Lagerteile 4, 5 (ungewollt) insbesondere bei der
Montage hinausrutschen oder vorstehen, wie in Fig. 3 angedeutet.
[0058] Beim Darstellungsbeispiel ist der Rand 26 nicht umlaufend ausgebildet, sondern begrenzt
die Ausnehmung 25 und damit das zugeordnete Zwischenlagelement 24 an drei Seiten,
wobei die Ausnehmungen 25 jeweils zur Schwenkachse 7 bzw. zum Schwenklager des Scharniers
1 hin seitlich offen sind. Bedarfsweise kann der Rand 26 die Ausnehmungen 25 auch
allseitig zumindest abschnittsweise umgeben.
[0059] Die Zwischenlageelemente 24 weisen jeweils eine beispielsweise randseitige Ausnehmung
oder, wie hier, eine Durchbrechung 27 auf, die zu einer Kennzeichnung 28 der Lagerteile
4, 5 derart korrespondiert, dass die jeweilige Kennzeichnung 28 auch bei aufgelegtem
Zwischenlagelement 24 von der den Scheiben 20, 21 zugewandten Seite aus vor Anbringung
der Gegenlagelemente 22 sichtbar ist. Bedarfsweise können die Kennzeichnungen 28 auch
in einem von den Zwischenlagelementen 24 ohnehin nicht überdeckten Bereich der Lagerteile
4, 5 angeordnet sein, so dass dann die Durchbrechungen 27 o. dgl. entfallen können.
[0060] Die Kennzeichnungen 28 dienen dazu, bei der Montage die korrekte Anordnung der Scharniere
1 bzw. der Lagerteile 4, 5 zu erleichtern und Fehlmontagen zu vermeiden. Dies erleichtert
die Montage insbesondere für Endkunden ohne Erfahrung.
[0061] Die in die Ausnehmungen 25 eingesetzten Zwischenlagelemente 24 stehen über die Ränder
26 auch im montierten (zusammengedrückten) Zustand zu den zugeordneten Scheiben 20,21
hin vor, um ein Aufliegen der Ränder 26 oder sonstiger (metallischer) Abschnitte der
Lagerteile 4, 5 auf den Scheiben 20, 21 zu verhindern.
[0062] Bedarfsweise können die Zwischenlagelemente 24 bei der Vormontage auch bereits in
die Ausnehmungen 25 eingeklebt bzw. auf die Lagerteile 4, 5 aufgeklebt sein.
[0063] Alternativ oder zusätzlich können die Zwischenlagelemente 24 auch selbstklebend zur
Verklebung mit den Lagerteilen 4, 5 ausgebildet sein.
[0064] Im Falle einer Verklebung mit den Lagerteilen 4, 5 können die Ausnehmungen 25 für
die Zwischenlagelemente 24 bedarfsweise auch entfallen.
[0065] Ein bevorzugter Aspekt liegt darin, dass das Zwischenstück 6 für unterschiedliche
Winkellagen der Axialbewegung auswechselbar ist bzw. ein entsprechendes Zwischenstück
6 für eine bestimmte Winkellage der Axialbewegung einsetzbar bzw. einbaubar ist. Insbesondere
werden unterschiedliche Zwischenstücke 6 bereitgestellt, die sich dadurch unterscheiden,
dass sie unterschiedliche Drehlager der Gleitlagerfläche 8 relativ zu der Ausnehmung
18 aufweisen. Beispielsweise können die unterschiedlichen Drehlagen (Winkellagen)
sehr fein gestuft sein, insbesondere in 0,5°-Schritten oder 1°-Schritten, um beispielsweise
eine Anpassung der Duschabtrennung 3 an die jeweiligen baulichen Gegebenheiten durch
Einsatz eines entsprechenden passenden Zwischenstück 6, also Justierung der Winkelstellung,
in der die Schwenktür abgesenkt ist. Alternativ oder zusätzlich können auch wesentlich
grober gestufte bzw. sich von der Winkellage her deutlicher unterscheidende Zwischenstücke
6 vorgesehen sein, um die Duschabtrennung 3 bzw. das Scharnier 1 auch für sehr unterschiedliche
Duschanordnungen, beispielsweise eine gerade Duschanordnung, eine Fünfeck-Duschanordnung
oder eine Eck-Duschanordnung einsetzen zu können. Hierbei ergeben sich beispielsweise
unterschiedliche Winkellagen in 45°-Schritten.
[0066] Nachfolgend wird eine zweite Ausführungsform des vorschlagsgemäßen Scharniers 1 anhand
der weiteren Figuren erläutert, wobei insbesondere nur Unterschiede oder neue Merkmale
gegenüber der ersten Ausführungsform besonders hervorgehoben werden. Die bisherige
Beschreibung und Erläuterung gilt insbesondere ergänzend oder entsprechend.
[0067] Weiter können die beiden Ausführungsformen oder einzelne Merkmale der beiden Ausführungsformen
auch beliebig miteinander kombiniert, aber auch unabhängig voneinander realisiert
werden.
[0068] Bei der zweiten Ausführungsform werden die Lagerteile 4, 5 vorzugsweise jeweils nur
von einem Gegenlagerelement 22 an der zugeordneten Scheibe 21 bzw. 20 befestigt bzw.
gehalten. Insbesondere wird das jeweilige Gegenlagerelement 22 vorzugsweise zumindest
im wesentlichen flächenbündig in einer Ausnehmung 29 der jeweiligen Scheibe 20 bzw.
21 aufgenommen, wie in der Draufsicht einer vorschlagsgemäßen Duschabtrennung 3 mit
dem Scharnier 1 gemäß Fig. 7 angedeutet. Die Gegenlagerelemente 22 sind vorzugsweise
jeweils nur mittels eines Befestigungsmittels, insbesondere einer Schraube 23, mit
dem zugeordneten Lagerteil 4 bzw. 5 verbunden oder verbindbar, wie in der explosionsartigen
Darstellung des Scharniers gemäß Fig. 6 angedeutet.
[0069] Die Gegenlagerelemente 23 können durch einen zusätzlichen Eingriff des zugeordneten
Lagerteils 4 bzw. 5 oder umgekehrt gegen eine Verdrehen relativ zum jeweiligen Lagerteil
4 bzw. 5 gesichert sein.
[0070] Das Lagerteil 4 und/oder 5 bildet vorzugsweise jeweils ein Schamierband zur Anlage
an der jeweils zugeordneten Scheibe 20 bzw. 21 (vorzugsweise über das jeweils optionale
Zwischenlagerelement 24) und ist jeweils vorzugsweise einstückig mit Abschnitten ausgebildet,
die das jeweilige Lagerauge bzw. eine Bohrung oder Ausnehmung zur Aufnahme des Halteelements
10 oder eines sonstigen Gelenkbolzens oder dgl. bilden.
[0071] Vorzugsweise weist das Scharnier 1 bzw. zumindest ein Lagerteil 4 oder 5 - hier vorzugsweise
das zweite bzw. der Schwenktür 2 zugeordnete Lagerteil 5 - eine einstückig angeformte
Anlagekante 30 zur verdrehsicheren Abstützung des Lagerteils 4 bzw. 5 bzw. Scharniers
1 an einer Vertikalkante 31 der zugeordneten Scheibe 20 bzw. 21 - hier der Türscheibe
20 - auf. Insbesondere weist die Duschabtrennung 3 zwei beabstandete Scharniere 1
auf, die gemeinsam die Schwenktür 2 schwenkbar lagern, wobei beide Scharniere 1 vorzugsweise
jeweils die vorzugsweise einstückig angeformte Anlagekante 30 zur Verdrehsicherung
aufweisen. Die Verdrehsicherung bzw. Anlagekante 30 bewirkt, dass sich die Scharnier
1 relativ zu der Scheibe 20 und/oder 21 um die Achse der Schraube 23 nicht verdrehen
kann. So kann insbesondere ein parallelogrammartiges Absinken der Schwenktür 2 verhindert
werden.
[0072] Wie bereits erwähnt, greift die Anlagekante 30 (die auch durch einen sonstigen Anschlag
oder dgl. gebildet sein kann) besonders bevorzugt nur an der Türscheibe 20 an. An
der Vertikalkante 32 der feststehenden Scheibe 21 ist in diesem Fall eine vorzugsweise
durchgehende Dichtung 33 angeordnet. Die Dichtung 33 weist vorzugsweise einen U-förmigen
Halteabschnitt 34 auf, mit dem die Dichtung 33 auf die feststehende Scheibe 21 bzw.
deren Vertikalkante 32 aufgesteckt ist. Jedoch kann die Dichtung 33 auch auf sonstige
Art und Weise, beispielsweise durch Kleben, befestigt sein. Die Dichtung 33 weist
vorzugsweise eine Dichtungslippe 35 auf, die zur Türscheibe 20 hin vorragt und insbesondere
an dieser anliegt, um zwischen den beiden Scheiben 20 und 21 abzudichten. Jedoch sind
hier auch andere konstruktive Lösungen möglich.
[0073] Die Anlagekante 30 ist vorzugsweise durch einen insbesondere stegartigen Abschnitt
gebildet. Der Abschnitt ist vorzugsweise einstückig an das zugeordnete Lagerteil 4
oder 5, hier das Lagerteil 5, angeformt, besonders bevorzugt angegossen. Insbesondere
sind nämlich die beiden Lagerteile 4 und 5 als Gussteile ausgebildet. Der Abschnitt
ist längsseitig mit dem zugeordneten Lagerteil 5 verbunden und endet an der gegenüberliegenden
Längsseite frei. Die Anlagekante 30 bzw. deren Abschnitt erstreckt sich vorzugsweise
zumindest im Wesentlichen parallel zur Schamierachse 7 und/oder ist benachbart dazu
angeordnet. Bedarfsweise kann die Anlagekante 30 auch quer verstellbar bzw. gegen
die zugeordnete Vertikalkante 31 der zugeordneten Scheibe 20 bzw. 21 verstellbar ausgebildet
sein.
[0074] Es ist anzumerken, dass zwischen der Anlagekante 30 und der zugeordneten Vertikalkante
31 bedarfsweise auch ein vorzugsweise elastisches Zwischenlageelement oder dgl. angeordnet
sein kann.
[0075] Fig. 8 zeigt einen schematischen Vertikalschnitt des Scharniers 1 entlang der Gelenk-
bzw. Schwenkachse 7 und quer zur Flächenerstreckung der Lagerteile 4, 5, insbesondere
entlang der Linie VIII-VIII von Fig. 7. Wie bereits erwähnt, ist das Halteelement
10 in einer Bohrung oder Ausnehmung 36 des ersten Lagerteils 4 gehalten, vorzugsweise
darin eingepreßt. Jedoch sind hier auch andere konstruktive Lösungen möglich.
[0076] Das Zwischenstück 6 ist vorzugsweise klemmend und/oder rastend am ersten oder zweiten
Lagerteil 4, 5 - hier insbesondere am ersten Lagerteil 4 - und/oder an dem Halteelement
10 gehalten bzw. festlegbar, insbesondere in axialer Richtung gegen ein axiales Abziehen
oder Lösen des Zwischenstücks 6 bei ausgehängter Schwenktür 2, also bei axial abgezogenem
zweiten Lagerteil 5. Erfindungsgemäß ist das Zwischenstück 6 bzw. der Lagerabschnitt
9 zumindest bereichsweise oder insgesamt außen konisch ausgebildet. Beim Darstellungsbeispiel
verjüngt sich der Lagerabschnitt 9 außenseitig ausgehend von dem in Fig. 8 unteren
Anfang und/oder zum oberen Ende hin. Die dazu korrespondierende Aussparung oder Bohrung
15 im ersten Lagerteil 5, die ein Lagerauge bildet, ist komplementär dazu bzw. auch
konisch ausgebildet. Dies ist einer weitgehend toleranzfreien radialen Lagerung zuträglich.
[0077] In Fig. 8 ist auch schematisch dargestellt, wie ein axialer Absatz oder Vorsprung
37 axial oder stirnseitig in die Ausnehmung 18 des Zwischenstücks 6 eingreift, um
das Zwischenstück 6 verdrehgesichert am oder im ersten Lagerteil 4 bzw. in dem von
dem Kragen 19 umgebenden oder gebildeten hohlzylindrischen Bereich zu halten. Jedoch
sind hier auch andere konstruktive Lösungen möglich.
[0078] Das Scharnier 1 bzw. zweite Lagerteil 5 weist beim Darstellungsbeispiel optional
eine Öffnung 38 zum Schmieren oder Nachfetten auf. Vorzugsweise ist die Öffnung 38
in dem abgesenkten, in Fig. 8 gezeigten Zustand vom Kragen 19 überdeckt. Jedoch sind
auch andere konstruktive Lösungen möglich.
[0079] Fig. 9 zeigt das vorschlagsgemäße Scharnier 1 in einer anderen Schwenkstellung, insbesondere
wie für eine Fünfeck-Duschabtrennung oder dgl. erforderlich.
[0080] Fig. 10 zeigt die Duschabtrennung 3 mit dem Scharnier 1 in der anderen Schwenkstellung.
Im Gegensatz zu der Darstellung gemäß Fig. 7 handelt es sich hier bei der Darstellung
gemäß Fig. 10 nicht um eine gerade Duschabtrennung, bei der die beiden Scheiben 20
und 21 bei geschlossener Schwenktür 2 zumindest im wesentlichen fluchten, sondern
um eine abgewinkelte Duschabtrennung 3, wobei die beiden Scheiben 20 und 21 hier einen
Winkel von insbesondere im wesentlichen 135° (bei einer Eckanordnung 90°) bei geschlossener
Schwenktür 2 einschließen. Jedoch sind auch anderen Winkelanordnungen möglich.
[0081] Ein besonderer Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass das vorschlagsgemäße
Scharnier 1 für verschiedene Winkelanordnungen, insbesondere alle vorkommenden Konfigurationen
einsetzbar ist. Lediglich die Lage der Ausnehmungen 29 in den Scheiben 20 und 21 muß
dann entsprechend geändert werden, so dass die Scheiben 20 und 21 bei geschlossener
Schwenktür 2 immer noch einen ausreichenden Abstand haben.
1. Scharnier (1) für eine Schwenktür (2), insbesondere einer Duschabtrennung (3),
wobei das Scharnier (1) ein erstes Lagerteil (4) zur Befestigung des Scharniers (1),
ein zweites Lagerteil (5) zur Verbindung mit der Schwenktür (2) und ein Zwischenstück
(6) aus Kunststoff aufweist,
wobei die beiden Lagerteile (4, 5) gelenkig zueinander verschwenkbar sind, insbesondere
wobei das Zwischenstück (6) mit einer zur Schwenkachse (7) des Scharniers (1) geneigten
Gleitlagerfläche (8) versehen ist, so dass der Schwenkbewegung eine Axialbewegung
überlagerbar ist,
wobei das Zwischenstück (6) drehfest relativ zu einem Lagerteil (4) festlegbar ist
und einen hülsenförmigen, einstückig angeformten Lagerabschnitt (9) aufweist und der
Lagerabschnitt (9) zur Bildung eines Schwenklagers drehbeweglich in ein Lagerauge
(15) des anderen Lagerteils (5) einschiebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zwischenstück (6) aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt ist
und
dass der Lagerabschnitt (9) des Zwischenstücks (6) außen konisch ausgebildet ist, wobei
das Lagerauge (15) dazu komplementär bzw. auch konisch ausgebildet ist.
2. Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (6) aus kohlenstofffaserverstärktem Polyamid oder Polyoxymethylen
hergestellt ist.
3. Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (6) mit einer zur Schwenkachse (7) des Scharniers (1) geneigten
Gleitlagerfläche (8) versehen ist, so dass der Schwenkbewegung eine Axialbewegung
überlagerbar ist, wobei das Zwischenstück (6) für unterschiedliche Winkellagen der
Axialbewegung auswechselbar ist.
4. Scharnier nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstücks (6) klemmend und/oder rastend am ersten und/oder zweiten Lagerteil
(4, 5) und/oder an einem vorzugsweise bolzenförmigen Halteelement (10) gehalten oder
festlegbar ist.
5. Scharnier nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (6) vom ersten Lagerteil (4) formschlüssig und/oder durch axialen
Eingriff, gehalten oder gelagert ist.
6. Scharnier nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und/oder zweite Lagerteil (4, 5) jeweils ein Scharnierband zur Anlage an
einer zugeordneten Scheibe (20, 21) bildet und/oder einstückig ausgebildet ist, wobei
das erste und/oder zweite Lagerteil (4, 5) jeweils mittels vorzugsweise nur einer
Schraube (23) oder sonstigen Befestigungsmittel und eines in die zugeordnete Scheibe
(20, 21) eingreifenden Klemmkörpers oder Gegenlagerelements (22) mit der zugeordneten
Scheibe (20, 21) verbunden oder verbindbar ist.
7. Duschabtrennung (3) mit einer Schwenktür (2) und mindestens einen Scharnier (1) zur
Schwenklagerung der Schwenktür (2), dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 ausgebildet ist.
1. Hinge (1) for a swing door (2), in particular a shower partition (3),
wherein the hinge (1) has a first bearing part (4) for fastening the hinge (1), a
second bearing part (5) for connection with the swing door (2) and an intermediate
piece (6) made of plastic,
wherein the two bearing parts (4, 5) can be pivoted relative to each other in an articulated
manner,
in particular wherein the intermediate piece (6) is provided with a sliding bearing
surface (8) inclined to the pivot axis (7) of the hinge (1), so that an axial movement
can be superimposed on the pivotal movement,
wherein the intermediate piece (6) can be fixed relative to a bearing part (4) in
a rotationally fixed manner and has a sleeve-shaped, integrally formed bearing section
(9) and the bearing section (9) can be inserted rotatably in a bearing eye (15) of
the other bearing part (5) for the formation of a pivot bearing,
characterized in
that the intermediate piece (6) is produced from carbon-fiber-reinforced plastic and that
the bearing section (9) of the intermediate piece (6) is formed outwardly conical,
wherein the bearing eye (15) is formed complementary thereto or also conical.
2. Hinge according to Claim 1, characterized in that the intermediate piece (6) is produced from carbon-fiber-reinforced polyamide or
polyoxymethylene.
3. Hinge according to Claim 1 or 2, characterized in that the intermediate piece (6) is provided with a sliding bearing surface (8) inclined
to the pivot axis (7) of the hinge (1), so that an axial movement can be superimposed
on the pivotal movement, wherein the intermediate piece (6) is exchangeable for different
angular positions of the axial movement.
4. Hinge according to one of the preceding claims, characterized in that the intermediate piece (6) is held or can be fixed in a clamping and/or latching
manner on the first and/or second bearing part (4, 5) and/or on a preferably bolt-shaped
holding element (10).
5. Hinge according to one of the preceding claims, characterized in that the intermediate piece (6) is held or supported by the first bearing part (4) positively
and/or by axial engagement.
6. Hinge according to one of the preceding claims, characterized in that the first and/or second bearing part (4, 5) each form a hinge band for abutting on
an assigned disk (20, 21) and/or are formed in one piece, wherein the first and/or
second bearing part (4, 5) each are connected or can be connected with the assigned
disk (20, 21) by means of preferably only one screw (23) or other fastening means
and a clamping body engaging into the assigned disk (20, 21) or counter-bearing element
(22).
7. Shower partition (3) with a swing door (2) and at least one hinge (1) for pivot mounting
of the swing door (2), characterized in that the hinge (1) is designed according to any one of Claims 1 to 6.
1. Charnière (1) pour une porte pivotante (2), plus particulièrement d'une cloison de
douche (3),
la charnière (1) comprenant une première partie de palier (4) pour la fixation de
la charnière (1), une deuxième partie de palier (5) pour la liaison avec la porte
pivotante (2) et un élément intermédiaire (6) en matière plastique,
les deux parties de palier (4, 5) pivotant l'un par rapport à l'autre de manière articulée,
plus particulièrement l'élément intermédiaire (6) étant muni d'une surface de palier
lisse (8) inclinée par rapport à l'axe de pivotement (7) de la charnière (1), de façon
à ce qu'un mouvement axial puisse se superposer au mouvement pivotant,
l'élément intermédiaire (6) pouvant être fixé de manière solidaire en rotation par
rapport à une partie de palier (4) et comprenant une portion de palier (9) en forme
de manchon moulée d'une seule pièce et la portion de palier (9) pouvant être insérée,
pour la formation d'un palier pivotant, de manière rotative dans un oeillet de palier
(15) de l'autre partie de palier (5),
caractérisée en ce que
l'élément intermédiaire (6) est constitué d'une matière plastique renforcé par des
fibres de carbone et la portion de palier (9) de l'élément intermédiaire (6) présentant
à l'extérieur une forme conique, l'oeillet de palier (15) présentant une forme complémentaire
ou présentant également une forme conique.
2. Charnière selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'élément intermédiaire (6) est constitué d'un polyamide renforcé par des fibres
de carbone ou de polyoxyméthylène.
3. Charnière selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'élément intermédiaire (6) est muni d'une surface de palier lisse (8) inclinée par
rapport à l'axe de pivotement (7) de la charnière (1), de façon à ce qu'un mouvement
axial se superpose au mouvement pivotant, l'élément intermédiaire (6) pouvant être
changé pour différentes positions angulaires du mouvement axial.
4. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément intermédiaire (6) est maintenu ou peut être fixé par serrage et/ou encliquetage
au niveau de la première et/ou de la deuxième partie de palier (4, 5) et/ou au niveau
d'un élément de maintien (10), de préférence en forme de tige.
5. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément intermédiaire (6) est maintenu ou logé par complémentarité de forme et/ou
par emboîtement axial au niveau de la première partie de palier (4).
6. Charnière selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la première et/ou la deuxième partie de palier (4, 5) forme une bande de charnière
destinée à s'appuyer contre une vitre (20, 21) correspondant et/ou est réalisée d'une
seule pièce, la première et/ou la deuxième partie de palier (4, 5) étant reliée ou
pouvant être reliée, de préférence au moyen d'une seule vis (23) ou d'autres moyens
de fixation et d'un corps de serrage ou d'un élément de contre-palier (22) s'emboîtant
dans la vitre (20, 21) correspondant, avec la vitre (20, 21) correspondant.
7. Cloison de douche (3) avec une porte pivotante (2) et au moins une charnière (1) pour
le logement pivotant de la porte pivotante (2), caractérisée en ce que la charnière (1) est conçue selon l'une des revendications 1 à 6.