[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneid- und Spreizvorrichtung gemäß Oberbegriff
Patentanspruch 1 sowie auf ein Verfahren zur Inbetriebnahme einer Schneid- und Spreizvorrichtung
gemäß Oberbegriff Patentanspruch 18.
[0002] Die Verarbeitung von bahnförmigen Flachmaterialien in Form von Verpackungsfolien,
insbesondere Schrumpffolien auf Verpackungsmaschinen und dabei speziell auf Schrumpfpackern
ist bekannt. Mit der jeweiligen Verpackungsfolie werden dabei Produkte oder mit Produkten
gefüllte Packmittel, wie z.B. Flaschen, Dosen, Weichpackungen usw., aber auch Gebinde
aus derartigen Produkten oder Packmitteln eingeschlagen. In einem anschließenden Schrumpftunnel
der Verpackungsmaschine erfolgt dann das Aufschrumpfen der Folie in der Weise, dass
sich diese fest um das jeweilige Produkt oder Packmittel legt und dadurch ein stabiles,
verkaufsfähiges Paket oder Gebinde erhalten wird. Ebenso sind Wickelautomaten bekannt,
bei denen Packmittel oder Gebinde von Packmittel in eine Verpackungsfolie eingeschlagen
werden.
[0003] Die für das Verpacken verwendeten Bahnen aus Flachmaterial, beispielsweise aus Verpackungs-
oder Schrumpffolie werden üblicherweise in einer Bahnbreite zur Verfügung gestellt,
die größer ist als die für die Weiterverarbeitung benötigte Bahnbreite. Es ist daher
bekannt, die ursprüngliche oder angeförderte Bahn aus Flachmaterial in einer Schneid-
und Spreizvorrichtung einfach oder zweifach in Bahnlängsrichtung zu schneiden, um
so zwei oder drei Einzelbahnen zu erzeugen, die die für das Verpacken benötigte Bahnbreite
aufweisen. Um die Verarbeitung der Einzelbahnen zu ermöglichen, ist es auch erforderlich,
diese Einzelbahnen nach dem Schneiden auseinanderzuführen, d.h. zu spreizen.
[0004] Bei bekannten Schneid- und Spreizvorrichtungen wird sowohl die lagegenaue Zuführung
des zu zerschneidenden Bahnmaterials als auch die erforderliche Spreizung der durch
das Zerschneiden erhaltenen Teilbahnen in einer Einrichtungsphase einmalig eingestellt,
und zwar durch Ausrichten des Bahnmaterialvorrats relativ zur Schneid- und Spreizvorrichtung
und/oder durch Winkelverstellung der innerhalb der Spreizeinrichtung verwendeten,
schräg gestellten Umlenkwalzen. Nach einem Formatwechsel, beispielsweise bei Verwendung
eines neuen Bahnmaterials mit veränderter Breite sind diese Einstell- und Justierarbeiten
neu durchzuführen. Durch dynamische Prozesse während des Betriebs der Schneid- und
Spreizvorrichtung können Abweichungen in der lagemäßigen Zuführung des Bahnmaterials
zur Schneideinrichtung bzw. innerhalb der Spreizeinrichtung auftreten, die zu schwankenden
Breiten der Teilbahnen bzw. einer lageverschobenen Zuführung der Teilbahnen zu der
nachfolgenden Verpackungsstation führen. Dies kann zu optisch störenden Abweichungen
oder Fehlern bei der Verpackung der Gebinde führen, die sich erst am fertig verpackten
Gebinde erkennen lassen. Infolge muss nach einem Anlagenstop eine Neuausrichtung des
Bahnmaterials bzw. der Spreizung vorgenommen werden, was zeitaufwändig und kostenverursachend
ist.
[0005] Des Weiteren werden bei gängigen Schneid- und Spreizvorrichtungen die Teilbahnen
breiter als für den eigentlichen Verpackungsprozess nötig aus dem Bahnmaterial herausgeschnitten,
um in Querrichtung der Teilbahnen Toleranzbereiche zu schaffen, die in der nachfolgenden
Verpackungsstation genutzt werden können, um Verpackungsfehler zu vermeiden.
[0006] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, eine Schneid- und Spreizvorrichtung
aufzuzeigen, die ein exaktes Schneiden des Bahnmaterials und anschließendes Spreizen
der erhaltenen Teilbahnen ermöglicht. Weiterhin soll die Folienbreite aus Gründen
der Materialeinsparung möglichst konstant eine minimale Breite aufweisen, mit der
ein sicheres Verpacken der Packmittel in der Verpackungsstation möglich ist. Zur Lösung
dieser Aufgabe ist eine Vorrichtung entsprechend dem Patentanspruch 1 vorgesehen.
Ein Verfahren zur Inbetriebnahme einer Schneid- und Spreizvorrichtung ist Gegenstand
des nebengeordneten Patentanspruchs 18.
[0007] Die Erfindung betrifft zunächst eine Vorrichtung zum Schneiden eines Bahnmaterials
in mehrere Teilbahnen durch Längsschneiden und Spreizen der Teilbahnen. Die Vorrichtung
umfasst eine Spendeeinrichtung zur Bereitstellung des Bahnmaterials, zumindest eine
Schneideinrichtung zur Erzeugung zumindest eines Längsschnitts im Bahnmaterial und
zumindest eine Spreizeinrichtung, mittels der die nach dem zumindest einen Längsschnitt
erhaltenen Teilbahnen zumindest teilweise quer zu ihrer Förderrichtung ausgelenkt
und durch die Auslenkung zueinander beabstandet werden. Ferner ist ein erster Regelkreis
vorgesehen, mittels dem die Lage des Bahnmaterials quer zu dessen Förderrichtung vor
der Zuführung zur Schneideinrichtung gesteuert wird. Des Weiteren ist ein zweiter,
mit der Spreizeinrichtung zusammenwirkender Regelkreis vorgesehen, mittels dem eine
Steuerung der Auslenkung zumindest einer Teilbahn quer zu ihrer Förderrichtung erfolgt.
Diese Spreizvorrichtung beinhaltet dabei zwei separate, getrennt voneinander arbeitende
Regelkreise für die linke und rechte äußere Teilbahn.
Insbesondere wird durch den ersten Regelkreis eine Zuführung des Bahnmaterials zur
Schneideinrichtung in einer Sollposition erreicht. Damit wird gewährleistet, dass
die Längsschnitte an einer vorgegebenen Position im Bahnmaterial vorgenommen und damit
Teilbahnen einer gewünschten Breite erhalten werden. Die Breite der einzelnen Teilbahnen
kann dabei absolut und relativ zueinander beliebig gewählt werden. Vorzugsweise wird
durch den ersten Regelkreis eine mittige Zuführung des Bahnmaterials zur Schneideinrichtung
erreicht. Diese mittige Zuführung ist insbesondere zur Herstellung von Teilbahnen
mit gleichen Breiten von Vorteil.
[0008] Mittels der zweiten Regelkreise wird die Spreizung der Teilbahnen auf eine gewünschte
Soll-Spreizung erreicht, d.h. die jeweiligen Teilbahnen verlassen die Spreizeinrichtung
mit einem definierten Abstand relativ zueinander. Insbesondere wird innerhalb der
Spreizeinrichtung eine Lageveränderung der jeweiligen Teilbahnen derart erreicht,
dass die einander gegenüberliegenden Längskanten von zwei nebeneinander angeordneten
Teilbahnen zueinander einen definierten Abstand aufweisen. Die nebeneinander angeordneten
Teilbahnen verlassen dabei die Spreizeinrichtung vorzugsweise parallel zueinander
und in einer gemeinsamen Förderebene.
[0009] Durch die Implementierung der ersten und zweiten Regelkreise wird erreicht, dass
mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung dauerhaft Teilbahnen einer definierten Breite
und in einer vorgegebenen Spreizung bereitgestellt werden, so dass in der nachfolgenden
Verpackungsstation die Verpackung von Packmitteln zu Gebinden mit hoher, gleichbleibender
Güte erfolgen kann. Ferner können durch die erfindungsgemäße Steuerung aufgrund geringerer
notwendiger Toleranzgrenzen die Breiten der Teilbahnen reduziert werden, was zu einer
erheblichen Materialeinsparung bei dem verwendeten Bahnmaterial führt.
[0010] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel umfasst der erste Regelkreis zumindest eine
Sensoreinheit zur Erfassung der Lage des Bahnmaterials quer zu dessen Förderrichtung,
eine Steuereinheit und einen Aktuator, mittels dem die Lage des Bahnmaterials quer
zu dessen Förderrichtung veränderbar ist. Vorzugsweise können auch ein Paar von Sensoreinheiten
an gegenüberliegenden Seiten des Bahnmaterials vorgesehen sein. Über diese zumindest
eine Sensoreinheit kann ein Messsignal erhalten werden, das die Lage des Bahnmaterials
relativ zur Sensoreinheit und damit relativ zur Schneideinrichtung angibt. Die Sensoreinheit
ist vorzugsweise mit der Steuereinheit gekoppelt, die das Messsignal empfängt und
auf Grundlage dieses Messsignals ein Steuersignal erzeugt. Anhand dieses Steuersignals
erfolgt die Ansteuerung des Aktuators, der durch Einwirken auf eine Bahnjustiereinrichtung
eine Veränderung der Zuführlage des Bahnmaterials bewirkt.
[0011] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel umfasst der zweite Regelkreis zumindest
eine Sensoreinheit zur Erfassung der Lage einer Teilbahn quer zu deren Förderrichtung,
eine Steuereinheit und einen Aktuator, der mit der Spreizeinrichtung zusammenwirkt
und durch dieses Zusammenwirken den Betrag der Auslenkung der Teilbahn quer zu ihrer
Förderrichtung beeinflusst. Über die Sensoreinheit des zweiten Regelkreises kann ein
weiteres Messsignal erhalten werden, das die Lage der jeweiligen Teilbahn relativ
zur Sensoreinheit angibt. Auf Basis dieses Messsignals kann der Abstand bestimmt werden,
den zwei nebeneinander angeordnete Teilbahnen zueinander aufweisen. Die Sensoreinheit
ist vorzugsweise mit der Steuereinheit gekoppelt, die das Messsignal empfängt und
auf Grundlage dieses Messsignals den Abstand der nebeneinander angeordneten Teilbahnen
bestimmt. Dieser ermittelte Ist-Abstand wird mittels der Steuereinheit mit einem Soll-Abstand
verglichen. Ferner wird ein Steuersignal erzeugt, das von der Abweichung des Ist-Abstands
vom Soll-Abstand abhängt. Anhand dieses Steuersignals erfolgt die AnSteuerung des
Aktuators, der durch Einwirken auf eine Verstellmechanik in der Spreizeinrichtung
eine Veränderung der Spreizung der Teilbahnen bewirkt.
[0012] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wirkt der erste Regelkreis mit der Spendeeinrichtung
zusammen und ist zur Verschiebung der Spendeeinrichtung relativ zur Schneideinrichtung
quer zur Förderrichtung des Bahnmaterials oder einer Verdrehung der Spendeeinrichtung
relativ zur Schneideinrichtung um eine zur Förderrichtung senkrecht verlaufende Hochachse
ausgebildet. Beispielsweise ist die Spendeeinrichtung auf einem linear in Querrichtung
verschiebbaren Schlitten angeordnet, auf den der Aktuator des ersten Regelkreises
einwirkt und die Verschiebung der Spendeeinrichtung bewirkt. Alternativ kann die Spendeeinrichtung
auf einem um eine vertikale Hochachse drehbaren Drehrahmen angeordnet sein, auf den
der Aktuator des ersten Regelkreises einwirkt und damit eine Verdrehung der Spendeeinrichtung
bewirkt. Durch die Lageveränderung der Spendeeinrichtung lässt sich eine Veränderung
der Zuführlage relativ zur Schneideinrichtung bewirken.
[0013] Ein besonderer Vorteil besteht bei der vorgenannten, verschiebbaren Spendeeinrichtung
darin, dass diese in bestehenden Verpackungsmaschinen leicht nachrüstbar ist.
[0014] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wirkt der erste Regelkreis mit einer zwischen
der Spendeeinrichtung und der Schneideinrichtung vorgesehenen Bahnjustiereinrichtung
zusammen, die zum Bewirken einer Verschiebung des Bahnmaterials quer zu dessen Förderrichtung
durch Verdrehen und/oder Verschieben ausgebildet ist. Die Bahnjustiereinrichtung kann
insbesondere mehrere Walzen enthalten, mittels denen das Bahnmaterial mehrfach umgelenkt
wird. Die Bahnjustiereinrichtung kann insbesondere einen Drehrahmen umfassen, der
um eine Hochachse, insbesondere eine vertikale Hochachse drehbar ist, um eine Lageveränderung
zu bewirken. Besonders bevorzugt kann die Bahnjustiereinrichtung eine erste Umlenkwalze
am Einlauf, eine zweite Umlenkwalze am Auslauf und zwischen diesen Umlenkwalzen ein
am Drehrahmen gehaltenes Walzenpaar aufweisen. Das Walzenpaar ist dabei vorzugsweise
vertikal versetzt zu der von der ersten und zweiten Umlenkwalze aufgespannten Ebene
angeordnet. Durch Verdrehung des Drehrahmens kann die Ausrichtung der Drehachsen des
Walzenpaars relativ zu den Drehachsen der ersten und zweiten Umlenkwalze verändert
werden, was zu der Lageveränderung des Bahnmaterials in Querrichtung führt. Der wesentliche
Vorteil des Vorsehens einer Bahnjustiereinrichtung in die Förderstrecke des Bahnmaterials
zwischen der Spendeeinrichtung und der Schneideinrichtung besteht darin, dass auch
bereits bestehende Anlagen durch Einfügen der Bahnjustiereinrichtung mit geringem
Aufwand nachrüstbar sind.
[0015] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist die Spreizeinrichtung mehrere den
einzelnen Teilbahnen zugeordnete Walzenpaare auf, wobei die Drehachsen der Walzenpaare
zumindest teilweise durch Schrägstellen in ihrer Ausrichtung veränderbar sind. Vorzugsweise
werden die Drehachsen der Walzen eines Walzenpaares in Betrag und Richtung gleichmäßig
verändert. Durch die Schrägstellung der Drehachsen der Walzenpaare kann eine Lageveränderung
der durch das Walzenpaar geförderten Teilbahn und damit eine Änderung des Abstands
dieser Teilbahn zu benachbarten Teilbahnen erreicht werden.
[0016] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Winkelstellung der Drehachsen eines
Walzenpaares gleichsinnig mittels eines Verstellmechanismus veränderbar. Der Verstellmechanismus
kann beispielsweise eine verschiebbar gehaltene Aufnahme aufweisen, in der jeweils
eine Lagerstelle der beiden Walzen des Walzenpaars gehalten ist. Durch die Verschiebung
der Aufnahme kann damit die Winkelstellung der Drehachsen der Walzen des Walzenpaares
betrags- und richtungsgleich verändert werden.
[0017] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wirkt der Aktuator des zweiten Regelkreises
auf den Verstellmechanismus der Spreizeinrichtung ein. Dadurch kann durch den zweiten
Regelkreis eine Verstellung der durch die Spreizeinrichtung bewirkten Spreizung erreicht
werden.
[0018] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Sensoreinheit des ersten Regelkreises
zur Erfassung einer Längskante des Bahnmaterials ausgebildet und/oder es ist ein Paar
voneinander gegenüberliegenden Sensoreinheiten zur gleichzeitigen Erfassung beider
Längskanten des Bahnmaterials vorgesehen. Die Erfassung der Längskanten des Bahnmaterials
ist vorteilhaft, da diese einfach detektierbar sind, beispielsweise durch Ultraschallsensoren.
Ferner kann bei Erfassung der Längskanten des Bahnmaterials auf Referenzmarkierungen
zur Bestimmung der Lage des Bahnmaterials relativ zur Schneideinrichtung verzichtet
werden.
[0019] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Sensoreinheit des zweiten Regelkreises
zur Erfassung einer Längskante einer Teilbahn ausgebildet ist, die durch die Spreizeinrichtung
seitlich abgelenkt wurde. Die Erfassung der Längskanten der Teilbahn ist vorteilhaft,
da diese ebenfalls einfach detektierbar sind, beispielsweise durch Ultraschallsensoren.
Ferner kann bei Erfassung der Längskanten der Teilbahn auf Referenzmarkierungen zur
Bestimmung der Spreizung verzichtet werden.
[0020] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sind mehrere zweite Regelkreise jeweils
mit zumindest einer Sensoreinheit und einem Aktuator vorgesehen, wobei die einzelnen
Sensoreinheiten jeweils unterschiedlichen Teilbahnen zugeordnet sind und wobei jede
Sensoreinheit zur Erfassung einer Längskante der ihr zugeordneten, durch die Spreizeinrichtung
seitlich abgelenkten Teilbahn ausgebildet ist. Dadurch lässt sich die Spreizung sämtlicher
durch die Spreizeinrichtung in ihrer Lage veränderter Teilbahnen bestimmen.
[0021] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel werden die Sensoreinheiten zumindest teilweise
durch Ultraschallsensoren gebildet. Ultraschalsensoren können bei jeglichen schallundurchlässigen
Materialien beispielsweise Kunststoff, Papier oder Metall verwendet werden. Durch
Ultraschallsensoren lassen sich die Kanten selbst von transparenten Bahnmaterialien
bestimmen. Zudem sind Ultraschallsensoren schmutzunempfindlich und weisen damit eine
hohe Erfassungszuverlässigkeit auf.
[0022] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die Sensoreinheiten zumindest teilweise
gabel- oder U-förmig ausgebildet und weisen zwei einander gegenüberliegende Schenkel
auf. Damit kann die Sensoreinheit derart angeordnet werden, dass die Sensoreinheit
das Bahnmaterial bzw. die Teilbahn umgreift.
[0023] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist ein erster Schenkel der Sensoreinheit
einen Sender zum Aussenden eines Messsignals und ein zweiter Schenkel der Sensoreinheit
einen Empfänger auf, der zum Empfang des Messsignals ausgebildet ist. Damit kann eine
zwischen dem Sender und dem Empfänger liegende Längskante des Bahnmaterials bzw. der
Teilbahn optimal erkannt werden. Vorzugsweise ist der Sender ein Ultraschallsender
und der Empfänger eine Ultraschallempfänger.
[0024] Erfindungsgemäß weist die Spreizeinrichtung Mittel zum Ausgleich des Wegunterschiedes
zwischen Teilbahnen auf, die relativ zueinander unterschiedlich lange Wegstrecken
durchlaufen. Dabei kann ein dritter Regelkreis vorgesehen sein, der mit den Mitteln
zum Ausgleich des Wegunterschieds zusammenwirkt und diese Mittel derart ansteuert,
dass die Teilbahnen zumindest teilweise gleich lange Wegstrecken innerhalb der Spreizeinrichtung
durchlaufen. Die Mittel zum Ausgleich des Wegunterschiedes können beispielsweise durch
zumindest eine verschiebbare Walze gebildet sein. Durch die Mittel zum Ausgleich des
Wegunterschiedes zwischen Teilbahnen wird erreicht, dass die Teilbahnen unabhängig
von dem Grad der Lageveränderung, die die jeweilige Teilbahn innerhalb der Spreizeinrichtung
erfahren haben, die Spreizeinrichtung ohne einen Längsversatz verlassen.
[0025] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist der dritte Regelkreis zumindest zwei
Sensoreinheit und eine Steuereinheit zur Erfassung eines Wegunterschieds zwischen
zwei Teilbahnen mit unterschiedlicher Auslenkung und einen Aktuator auf, der abhängig
von dem ermittelten Wegunterschied die Mittel zum Ausgleich des Wegunterschieds ansteuert.
Die Sensoreinheiten können unterschiedlichen Teilbahnen zugeordnet und zur Erfassung
von Referenzmarken auf den Teilbahnen ausgebildet sein. Damit kann anhand der von
den Sensoreinheiten erhaltenen Messsignale durch die Steuereinheit ein Längsversatz
der Teilbahnen relativ zueinander ermittelt werden. Die Steuereinheit ist vorzugsweise
zur Bereitstellung eines Steuersignals ausgebildet, das an den Aktuator übertragen
wird. Dieser Aktuator steht in Wirkverbindung mit den Mitteln zum Ausgleich des Wegunterschiedes
bzw. des Längsversatzes, um diesen durch das gesteuerte Einwirken zu eliminieren.
[0026] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die Sensoreinheiten motorisch quer
zur Förderrichtung des Bahnmaterials oder der Teilbahnen verstellbar. Die Verstellbarkeit
erfolgt insbesondere gesteuert von einer zentralen Steuereinheit, beispielsweise einer
die gesamte Maschine steuernden Steuereinheit. Dadurch können die Sensoren in Abhängigkeit
vom Format des verarbeiteten Bahnmaterials bzw. der erforderlichen Spreizung auf die
erforderlichen Sollpositionen verfahren werden. Dadurch wird eine vereinfachte Umstellung
bei Formatwechseln erreicht.
[0027] Ein Aspekt betrifft ein Verfahren zum Schneiden eines Bahnmaterials in mehrere Teilbahnen
durch Längsschneiden und Spreizen der Teilbahnen mit folgenden Schritten:
- Bereitstellen des Bahnmaterials durch eine Spendeeinrichtung;
- Erzeugung zumindest eines Längsschnitts im Bahnmaterial durch eine Schneideinrichtung,
um zumindest zwei Teilbahnen zu erhalten;
- Auslenken und Beabstanden der nach dem zumindest einen Längsschnitt erhaltenen Teilbahnen
zumindest teilweise quer zu ihrer Förderrichtung durch eine Spreizeinrichtung;
- Steuern der Lage des Bahnmaterials quer zu dessen Förderrichtung vor der Zuführung
zur Schneideinrichtung durch einen ersten Regelkreis; und
- Steuern der Auslenkung zumindest einer Teilbahn quer zu ihrer Förderrichtung durch
zumindest einen zweiten, mit der Spreizeinrichtung zusammenwirkenden Regelkreis.
[0028] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Inbetriebnahme
einer Schneid- und Spreizvorrichtung und/oder eine Neueinrichtung mit einem zu schneidenden
und zu spreizenden Bahnmaterial. Die Vorrichtung umfasst eine Spreizvorrichtung, eine
Bahnjustiereinrichtung, eine Schneideinrichtung, eine Spreizeinrichtung und eine Tänzerwelleneinrichtung.
Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
- Hindurchfädeln des Bahnmaterials von der Spreizeinrichtung über die durch einen Drehrahmen
gebildete Bahnjustiereinrichtung, die Schneideinrichtung, die Spreizeinrichtung und
die Tänzerwelleneinrichtung, wobei das Bandmaterial über die in ihrer Winkelverstellung
verstellbaren Walzenpaare geführt ist und die Sensoreinheiten von der übergeordneten
Steuereinheit gesteuert außerhalb ihres Arbeitsbereiches positioniert sind;
- In Eingriff bringen der Schneidmesser der Schneideinrichtung mit dem Bahnmaterial,
um dieses in Teilbahnen aufzutrennen;
- Verfahren der Sensoreinheiten durch die zentrale Steuereinheit auf ihre Sollposition;
- Durchtrennen einer mittleren Teilbahn in Querrichtung;
- Führen der mittleren Teilbahn über ein Walzenpaar;
- Verbinden der Bahnenden der mittleren Teilbahn;
- Einstellen einer Spreizung der Spreizeinrichtung durch Schrägstellen von Walzenpaaren
auf eine gewünschte Sollspreizung bewirkt durch die zentrale Steuereinheit, wobei
nach dem Einstellen der Sollspreizung die Längskanten der Teilbahnen innerhalb des
Erfassungsbereichs der Sensoreinheiten zu liegen kommen oder bei einer motorischen
Verstellung der Sensoreinheiten die Sensoreinheiten auf ihre jeweilige Sollposition
verfahren werden;
- Förderung des Bahnmaterials durch die Schneid- und Spreizvorrichtung durch lagegenaue
Zuführung des Bahnmaterials zur Schneideinrichtung mittels des ersten Regelkreises
und durch Regelung der Spreizung der Teilbahnen durch den zweiten Regelkreis.
[0029] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird der das Schrägstellen der Walzen der Walzenpaare
bewirkende Aktuator durch die zentrale Steuereinheit angesteuert.
[0030] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt bei der Förderung des Bahnmaterials durch
die Schneid- und Spreizvorrichtung die Regelung des Längsversatzes durch den dritten
Regelkreis.
[0031] Unter Bahnmaterialien im Sinne der Erfindung werden insbesondere Kunststofffolien,
Papier-, Metall-, Textilbahnen oder andere in Bahnform bereitgestellte Materialien
verstanden. Die Bahnmaterialien können insbesondere in Rollenform bevorratet bereitgestellt
werden.
[0032] Unter Aktuator im Sinne der Erfindung werden insbesondere motorische Antriebe, beispielsweise
Linearantriebe oder Drehantriebe etc. verstanden.
[0033] Unter Sensoreinheiten im Sinne der Erfindung werden jedwede Sensoren verstanden,
insbesondere Ultraschallsensoren, Infrarotsensoren, Farbliniensensoren, lichtempfindliche
Sensoren, oder auch CCD-Sensoren (CCD: Charge-Coupled Device).
[0034] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der
Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
[0035] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an mehreren Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- beispielhaft in einer Drauf- und Seitenansicht eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum
Schneiden und Spreizen von Bahnmaterial in einem ersten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- beispielhaft in einer Drauf- und Seitenansicht eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum
Schneiden und Spreizen von Bahnmaterial in einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 3
- beispielhaft in einer Drauf- und Seitenansicht eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum
Schneiden und Spreizen von Bahnmaterial in einem dritten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 4 - 7
- beispielhaft Darstellungen zur Einrichtung einer Vorrichtung zum Schneiden und Spreizen
von Bahnmaterial gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel aus Fig. 2;
[0036] In den Figuren 1 bis 3 ist jeweils in Drauf- und Seitenansicht eine erfindungsgemäße
Schneid- und Spreizvorrichtung 1 in unterschiedlichen Ausführungsformen gezeigt. Die
Schneid- und Spreizvorrichtung 1 wird nachfolgend unter Zuhilfenahme eines dreidimensionalen
kartesischen Koordinatensystems mit x- y- und z-Achse beschrieben. Die Vorrichtung
umfasst eine Spendeeinrichtung 2, mittels der das zu verarbeitende Bahnmaterial 10
bereitgestellt wird. Die Spendeeinrichtung 2 kann insbesondere eine Vorrichtung zur
Halterung eines Vorrats des Bahnmaterials 10, insbesondere einen Dorn zur Aufnahme
einer Rolle des Bahnmaterials umfassen. Ferner kann die Spendeeinrichtung 2 auch mehrere
derartiger Vorrichtungen zur Halterung eines Vorrats des Bahnmaterials 10 und eine
Verbindeeinrichtung 2.1, beispielsweise eine Spliceeinrichtung umfassen. Durch diese
Verbindeeinrichtung 2.1 kann nach dem Verbrauch eines ersten Vorrats 2.2 des Bahnmaterials
10 das Ende dieses Bahnmaterials mit dem Anfang des durch den zweiten Vorrat 2.2'bereitgestellten
Bahnmaterials verbunden werden. Damit kann ein Wechsel des Bahnmaterialvorrats ohne
Unterbrechungen der Gesamtanlage erfolgen. Das Bahnmaterial 10 kann insbesondere in
Rollenform bereitgestellt werden, wobei das Bahnmaterial 10 von dem Bahnmaterialvorrat
durch Abwickeln erhalten wird.
[0037] Das Bahnmaterial 10 durchläuft in Förderrichtung FR, die parallel zur x- Achse verläuft,
folgend zunächst eine Schneideinrichtung 3, die zur Einbringung von Längsschnitten
in das Bahnmaterial 10 ausgebildet ist. Die Schneideinrichtung 3 kann hierbei insbesondere
Schneidmesser enthalten, die durch Eingriff in das Bahnmaterial 10 Längsschnitte bewirken
und dabei das Bahnmaterial 10 in mehrere Teilbahnen 10a, 10b, 10c auftrennen. Das
Bahnmaterial 10 weist insbesondere eine sich in Förderrichtung FR (negative x- Richtung)
erstreckende Längsrichtung LR und eine senkrecht zur Längsrichtung LR verlaufende
Querrichtung QR (y- Richtung) auf, d.h. das Bahnmaterial 10 erstreckt sich mit seiner
Breitseite in y- Richtung. Das Bahnmaterial 10 weist in Querrichtung QR eine Breite
b auf. Durch die Schneideinrichtung 3 wird das Bahnmaterial 10 zumindest einmal, vorzugsweise
zumindest zweimal in Längsrichtung LR geschnitten. Dabei entstehen die Teilbahnen
10a, 10b, 10c, die in Bezug auf das Bahnmaterial 10 eine verringerte Breite aufweisen.
Vorzugsweise wird das Bahnmaterial 10 durch die Schneideinrichtung 3 in mehrere gleich
breite Teilbahnen 10a, 10b, 10c geschnitten. Abweichend hiervon ist es aber auch möglich,
dass die Teilbahnen 10a, 10b, 10c unterschiedliche Breite aufweisen.
[0038] In Förderrichtung FR auf die Schneideinrichtung 3 folgend durchlaufen die Teilbahnen
10a, 10b, 10c anschließend eine Spreizeinrichtung 4, mittels der die Teilbahnen 10a,
10b, 10c in Querrichtung QR, d.h. in y- Richtung gespreizt, d.h. zueinander beabstandet
werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Schneideinrichtung 3 und die Spreizeinrichtung
4 kombiniert als Schneid-Spreizeinrichtung ausgebildet, d.h. die Schneideinrichtung
3 und die Spreizeinrichtung 4 werden durch eine gemeinsame Vorrichtungskomponente
gebildet. Alternativ hierzu kann die Schneideinrichtung 3 und die Spreizeinrichtung
4 auch durch unterschiedliche, voneinander getrennte Vorrichtungskomponenten gebildet
werden. Anschließend werden die voneinander beabstandeten Teilbahnen 10a, 10b, 10c
parallel zueinander durch eine Tänzerwelleneinrichtung 6 mit einer Vielzahl von zueinander
parallelen Tänzerwellen geführt und anschließend einer nicht dargestellten Verpackungsstation
zugeführt. Das Bahnmaterial 10 kann beispielsweise eine Kunststofffolienbahn sein.
Die Verpackungsstation kann beispielsweise durch eine Folienwickelstation oder eine
Folienschrumpfstation gebildet werden.
[0039] Die Schneid- und Spreizvorrichtung 1 weist mehrere Regelkreise 20, 30 auf, mittels
denen während des Betriebs der Schneid- und Spreizvorrichtung 1 dynamisch sowohl die
lagemäßige Zuführung des Bahnmaterials 10 zur Schneideinrichtung 3 als auch die Spreizung,
d.h. die Beabstandung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c zueinander steuerbar sind. Insbesondere
ist ein erster Regelkreis 20 vorgesehen, mittels dem die Zuführung des Bahnmaterials
10 zur Schneideinrichtung 3 in Querrichtung QR, d.h. in y-Richtung steuerbar ist.
Der erste Regelkreis 20 umfasst zumindest eine Sensoreinheit 21, 21', die mit einer
Steuereinheit 22 verbunden ist, um ein von der Sensoreinheit 21, 21' erfasstes Messsignal
an die Steuereinheit 22 zu übertragen. Ferner umfasst der erste Regelkreis 20 zudem
einen Aktuator 23, der durch ein von der Steuereinrichtung 22 bereitgestellte Steuersignal
angesteuert wird und mechanisch mit einer Bahnjustiereinrichtung 5 zur Veränderung
der Zuführlage bzw. Zuführposition des Bahnmaterials 10 verbunden ist, so dass durch
Einwirken des Aktuators 23 auf diese Bahnjustiereinrichtung 5 das Zuführen des Bahnmaterials
10 zur Schneideinrichtung 3 in Querrichtung QR, d.h. in y-Richtung beeinflussbar ist.
[0040] Die zumindest eine Sensoreinheit 21, 21' ist beispielsweise zwischen der Spendeeinrichtung
2 und der Schneideinrichtung 3 vorgesehen und zur Erfassung der Ist-Position des Bahnmaterials
10 in y- Richtung ausgebildet. Die Sensoreinheit 21, 21' kann insbesondere ein die
Längskante des Bahnmaterials 10, d.h. ein die in Förderrichtung FR verlaufende Kante
erfassender Sensor sein. Insbesondere kann die Sensoreinheit 21, 21' U-förmig mit
zwei zueinander beabstandeten Sensorschenkeln und zum Umgreifen der Längskante des
Bahnmaterials 10 ausgebildet sein. Dabei können ein erster Sensorschenkel oberhalb
des Bahnmaterials 10 und ein zweiter Sensorschenkel dem ersten Sensorschenkel gegenüberliegend
unterhalb des Bahnmaterials 10 vorgesehen sein. Der erste Sensorschenkel kann hierbei
einen ein Messsignal aussendendes Sendeelement und der zweite Sensorschenkel ein dieses
Messsignal aufnehmendes Empfangselement aufweisen. Vorzugsweise kann die Sensoreinheit
21, 21' durch einen Ultraschall-Sensor gebildet werden. Alternativ hierzu können auch
andere Sensorarten, beispielsweise Infrarotsensoren, Farbliniensensoren, lichtempfindliche
Sensoren, oder auch CCD-Sensoren (CCD: Charge-Coupled Device) verwendet werden. Weiterhin
kann zur Erfassung der Lage des Bahnmaterials 10 in Querrichtung QR (y-Richtung) auch
ein Paar von Sensoreinheiten 21, 21' verwendet werden, wobei die Sensoreinheiten 21,
21' vorzugsweise einander gegenüberliegend an unterschiedlichen Längskanten des Bahnmaterials
10 angeordnet sind. Dadurch können durch dieses Sensoreinheitenpaar gleichzeitig nicht
nur die absolute Lage dieser Längskanten sondern auch die Breite b des Bahnmaterials
10 kontinuierlich bestimmt werden.
[0041] Durch die zumindest eine Sensoreinheit 21, 21' wird eine Ist-Position bzw. eine Ist-Lage
des Bahnmaterials 10 in y-Richtung ermittelt und als Messsignal an die Steuereinheit
22 übertragen. Die Steuereinheit 22 vergleicht die empfangene Ist-Position bzw. eine
Ist-Lage des Bahnmaterials 10 mit einer Soll-Position. Diese Soll-Position ist entweder
in der Steuereinheit 22 abgespeichert oder die Steuereinheit 22 besitzt Zugriff auf
einen externen Speicherbereich, in dem diese Soll-Position abgespeichert ist. Alternativ
kann die Soll-Position auch durch eine zentrale Steuereinheit 50, beispielsweise eine
die gesamte Verpackungsstation steuernde Maschinensteuerung bereitgestellt werden.
Basierend auf der Ist-Position und der Soll-Position ermittelt die Steuereinheit 22
ein Regelsignal, das an den Aktuator 23 übertragen wird. Der Aktuator 23 wirkt mit
der Bahnjustiereinrichtung 5 zusammen, mittels der die Zuführlage des Bahnmaterials
in y-Richtung veränderbar ist. Abhängig vom Regelsignal erfolgt durch den Aktuator
damit eine Verstellung der Zuführlage des Bahnmaterials 10 zu der Schneidvorrichtung
3, um die Abweichung der Ist-Position von der Soll-Position zu minimieren. Durch diese
dynamische Regelung während der laufenden Verarbeitung des Bahnmaterials 10 kann damit
die lagerichtige Zuführung dieses Bahnmaterials 10 zur Schneideinrichtung 3 in y-Richtung
gewährleistet werden, d.h. im Idealfall wird das Bahnmaterial 10 in der Soll-Position
der Schneideinrichtung 3 zugeführt.
[0042] Wie in Figur 1 gezeigt, kann die Bahnjustiereinrichtung 5 der Spendeeinrichtung 2
zugeordnet sein oder auch Bestandteil dieser Spendeeinrichtung 2 sein. So kann beispielsweise
der Bahnmaterialvorrat 2.2, beispielsweise ein Wickeldorn, auf dem das Bahnmaterial
angeordnet ist, auf einem Schlitten angeordnet sein, der von dem Aktuator betätigt
in y-Richtung verschiebbar ist. Alternativ ist es auch möglich, die gesamte Spendeeinrichtung
2 in y-Richtung verschiebbar auszubilden. Diese Spendeeinrichtung 2 kann beispielsweise
mehrere Bahnmaterialvorräte 2.2, 2.2', Führungsmittel für das Bahnmaterial 10, insbesondere
Führungsrollen und/oder die Verbindeeinrichtung 2.1 enthalten.
[0043] Figur 2 zeigt eine weitere Alternative einer Bahnjustiereinrichtung 5, und zwar mit
einem Drehrahmen 8. Dabei wird das von der Spendeeinrichtung 2, die in dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 2 feststehend ausgebildet ist, bereitgestellte Bahnmaterial 10 über eine
erste Umlenkwalze 8.1, ein versetzt zur ersten Umlenkwalze 8.1 angeordnetes Walzenpaar
8.2 und eine zweite, wiederum versetzt zum Walzenpaar 8.2 angeordnete Umlenkwalze
8.3 zur Schneideinrichtung 3 geführt. Vorzugsweise spannen die Drehachsen der ersten
und zweiten Umlenkwalze 8.1, 8.3 eine erste Ebene auf, die parallel zu einer zweiten
Ebene ist, die durch die Drehachsen des Walzenpaares 8.2 aufgespannt wird. Die Walzen
des Walzenpaares 8.2 sind zur Veränderung der Zuführlage des Bandmaterials 10 zur
Schneideinrichtung 3 über den Drehrahmen 8 gekoppelt, der um eine vertikale, in z-Richtung
verlaufende, d. h. senkrecht zur Förderrichtung FR und zur Querrichtung QR verlaufende
Hochachse HA verdrehbar ausgebildet ist. Durch die Verdrehung des Drehrahmens 8 wird
in Abhängigkeit von der Drehrichtung die Zuführlage des Bandmaterials 10 verändert,
d.h. das Bahnmaterial10 in positive bzw. negative y-Richtung verschoben.
[0044] Die dem ersten Regelkreis 20 zugeordnete, zumindest eine Sensoreinheit 21, 21' ist
im gezeigten Ausführungsbeispiel zwischen dem Walzenpaar 8.2 und der zweiten Umlenkwalze
8.3 angeordnet. Alternativ ist es auch möglich, die Sensoreinheit 21, 21' zwischen
der zweiten Umlenkwalze 8.3 und der Schneideinrichtung 3 vorzusehen. Die Steuerung
der Zuführlage des Bahnmaterials 10 zur Schneideinrichtung 3 erfolgt äquivalent zu
dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1, wobei der Aktuator 23 im
Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 auf den Drehrahmen 8 einwirkt und dabei in Abhängigkeit
vom Regelsignal dessen Verdrehung um die Hochachse HA bewirkt.
[0045] Ziel des ersten Regelkreises 20 ist es, das Bahnmaterial 10 in Bezug auf dessen Ausrichtung
in Querrichtung QR lagerichtig der Schneideinrichtung 3 zuzuführen, um bei den durch
das Schneiden entstehenden Teilbahnen 10a, 10b, 10c eine gewünschte Teilbahnbreite
zu erhalten. Die Schneideinrichtung 3 weist zum Erhalten von N Teilbahnen 10a, 10b,
10c (N-1) Schneidmesser auf, wobei N eine natürliche Zahl ist.
[0046] Die Schneideinrichtung 3 und die darauf in Förderrichtung FR folgende Spreizeinrichtung
4 sind vorzugsweise als kombinierte Schneid-Spreizeinrichtung ausgebildet, wie sie
in der anmeldereigenen deutschen Patentanmeldung
DE 10 2009 008 936 A1 beschrieben ist, wobei die Offenbarung dieser Patentanmeldung in Gänze in den Offenbarungsgehalt
dieser Anmeldung aufgenommen wird. Insbesondere werden die nach dem Schneiden erhaltenen
Teilbahnen 10a, 10b, 10c über unterschiedliche Walzenpaare der Spreizeinrichtung 4
geführt. Die Spreizeinrichtung 4 enthält insbesondere mehrere Walzenpaare 4.1, 4.2,
4.3, die jeweils einer zu verarbeitenden Teilbahn 10a, 10b, 10c zugeordnet sind und
um die die jeweiligen Teilbahnen 10a, 10b, 10c mehrfach umgelenkt werden. Dabei sind
die Walzen zumindest teilweise derart in der Spreizeinrichtung 4 aufgenommen, dass
deren Drehachse verschwenkbar ist, und zwar verschwenkbar innerhalb der x-y-Ebene.
Durch diese Verschwenkbarkeit der Drehachsen der Walzen kann bei der Umlenkung der
jeweiligen Teilbahn 10a, 10b, 10c eine Lageveränderung der Teilbahn 10a, 10b, 10c
in y- Richtung und damit eine Spreizung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c zueinander erreicht
werden. Insbesondere ist die Verschwenkbarkeit der Drehachsen der zu einem Walzenpaar
4.1, 4.2, 4.3 gehörenden Walzen derart gewählt, dass diese betrags- und richtungsgleich
verschwenkbar sind. Die Anzahl der Walzenpaare in der Spreizeinrichtung 4 entspricht
hierbei der Anzahl der zu verarbeitenden Teilbahnen 10a, 10b, 10c.
[0047] Um die Spreizung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c zu erhalten, werden die Walzen desjenigen
Walzenpaares, um das die in Querrichtung QR seitlich zu verschiebende Teilbahn umgelenkt
wird, derart schräg gestellt, dass die Drehachse der Walze mit der Y-Achse einen spitzen
Winkel einschließt. Die Lageveränderung der jeweiligen Teilbahn 10a, 10b, 10c durch
Umlenkung an den schräg gestellten Walzen des ihr zugeordneten Walzenpaares hängt
unmittelbar von dem Winkelbetrag ab, um den die Walzen des Walzenpaares schräggestellt
wurden. Damit lässt sich die Lageveränderung einer Teilbahn 10a, 10b, 10c und damit
die Spreizung dieser Teilbahnen zueinander unmittelbar durch die Schrägstellung der
Walzen der jeweiligen Walzenpaare 4.1, 4.3 beeinflussen.
[0048] In den in Figuren 1 bis 3 gezeigten Ausführungsbeispielen weist die Schneideinrichtung
2 zwei Schneidmesser auf, so dass aus dem Bahnmaterial 10 durch die Schneideinrichtung
2 drei Teilbahnen 10a, 10b, 10c erhalten werden. Es versteht sich, dass diese Ausführung
beliebig gewählt ist und die erfindungsgemäße Schneid- und Spreizvorrichtung 1 eine
beliebige Anzahl von Schneidmessern in der Schneideinrichtung 2 enthalten und damit
eine beliebige Anzahl von Teilbahnen verarbeiten kann. Für den Fall, dass eine ungerade
Anzahl an Teilbahnen 10a, 10b, 10c verarbeitet wird, bleibt vorzugsweise die Lage
der mittleren Teilbahn 10b unverändert beibehalten, d.h. der mittleren Teilbahn 10b
ist ein Walzenpaar zugeordnet, bei dem die Drehachsen der Walzen exakt senkrecht zur
Förderrichtung FR verlaufen. Allen weiteren Teilbahnen, d.h. im gezeigten Ausführungsbeispiel
den Teilbahnen 10a und 10c, die eine Lageveränderung in Querrichtung QR durch die
Spreizeinrichtung 4 erfahren sollen, ist jeweils ein zweiter Regelkreis 30 zugeordnet,
der zumindest eine Sensoreinheit 31, eine Steuereinheit 32 und einen Aktuator 33 umfasst.
Dadurch lassen sich unabhängig voneinander die Lageveränderungen der einzelnen Teilbahnen
10a, 10c steuern.
[0049] Die Sensoreinheit 31 ist, wie zuvor bereits in Bezug auf die Sensoreinheit 21 ausgeführt,
vorzugsweise zum Erfassen einer Längskante der ihr zugeordneten Teilbahn 10a, 10c
ausgebildet. Hierzu kann wiederum eine U-förmig ausgebildete Sensoreinheit 31 verwendet
werden, die vorzugsweise ein Ultraschallsensor ist. Durch die zumindest eine Sensoreinheit
31 wird eine Ist-Position bzw. eine Ist-Lage der der Sensoreinheit 31 zugeordneten
Teilbahn 10a, 10c ermittelt in Bezug auf die y-Richtung ermittelt und als Messsignal
an die Steuereinheit 32 übertragen. Die Steuereinheit 32 vergleicht die empfangene
Ist-Position bzw. eine Ist-Lage der Teilbahn 10a, 10c mit einer Soll-Position. Diese
Soll-Position ist entweder in der Steuereinheit 32 abgespeichert oder die Steuereinheit
32 besitzt Zugriff auf einen externen Speicherbereich, in dem diese Soll-Position
abgespeichert ist. Alternativ kann die Soll-Position auch durch die zentrale Steuereinheit
50, beispielsweise eine die gesamte Verpackungsstation steuernde Maschinensteuerung
bereitgestellt werden. Basierend auf der Ist-Position und der Soll-Position ermittelt
die Steuereinheit 32 ein Regelsignal, das an den Aktuator 33 übertragen wird. Der
Aktuator 33 wirkt mit einer Verstellmechanik der Spreizvorrichtung 4 zusammen, mittels
der die Schrägstellung des die betreffende Teilbahn umlenkenden Walzenpaares 4.1,
4.2, 4.3 veränderbar ist. Abhängig vom Regelsignal erfolgt durch den Aktuator 33 damit
eine Verstellung der Schrägstellung der Walzen des jeweiligen Walzenpaares und damit
eine Lageänderung der durch die Walzen geförderten Teilbahn 10a, 10c, um dadurch die
Abweichung der Ist-Position von der Soll-Position zu minimieren. Durch diese dynamische
Regelung während der laufenden Verarbeitung des Bahnmaterials 10 kann damit die lagerichtige
Weiterleitung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c zur Verpackungsstation gewährleistet werden.
[0050] Vorzugsweise ist bei Verarbeitung einer geraden Anzahl von Teilbahnen jeder Teilbahn
und bei Verarbeitung einer ungeraden Anzahl von Teilbahnen allen Teilbahnen außer
der mittleren Teilbahn ein zweiter Regelkreis 30 zugeordnet. Die Steuereinheiten 32
dieser zweiten Regelkreise 30 können zumindest teilweise durch eine einzige Steuereinheit
32 gebildet werden.
[0051] In Abhängigkeit von der Anzahl der durch die Spreizeinrichtung 4 verarbeiteten Teilbahnen
10 a, 10b, 10c und abhängig vom Grad der Spreizung können durch die Lageveränderung
in Querrichtung QR die Teilbahnen 10a, 10b, 10c innerhalb der Spreizeinrichtung 4
unterschiedliche Weglängen durchlaufen, so dass ein Längsversatz Δl zwischen den Teilbahnen
10a, 10b, 10c auftreten kann. Zum Ausgleichen dieses Längsversatzes Δl ist ein dritter
Regelkreis 40 vorgesehen, der zumindest zwei Sensoreinheiten 41, 41', eine Steuereinheit
42 und einen Aktuator 43 umfasst. Die beiden Sensoreinheiten 41, 41' sind hierbei
unterschiedlichen Teilbahnen 10a, 10b zugeordnet, so dass durch die Sensoreinheiten
41, 41' der Längsversatz Δl bestimmbar ist.
[0052] Die Sensoreinheiten 41, 41' sind vorzugsweise zur Erfassung von Referenzmarken ausgebildet,
die beispielsweise durch geeignete Stellen auf dem Druckbild der Teilbahnen 10a, 10b,
10c oder durch extra für diesen Zweck vorgesehene Druckmarken gebildet werden. Vor
dem Zerschneiden des Bahnmaterials 10 in die Teilbahnen 10a, 10b, 10c bilden diese
Referenzmarken eine Linie quer zur Förderrichtung FR, d.h. die Referenzmarken kommen
auf einer Linie parallel zur y-Achse zu liegen. Damit entspricht der Versatz der Referenzmarken
zueinander dem Längsversatz Δl.
[0053] Die Sensoreinheiten 41, 41' sind mit der Steuereinheit 42 zur Übertragung der durch
die jeweiligen Sensoreinheiten 41, 41' bereitgestellten Messsignale verbunden. Die
betragsmäßige Bestimmung des Längsversatzes Δl lässt sich aus dem zeitlichen Versatz,
dem die Referenzmarken durch die Sensoreinheiten 41, 41' erkannt werden und der Fördergeschwindigkeit
des Bahnmaterials 10 bestimmen. Abhängig vom zeitlichen Versatz, mit dem die Referenzmarken
durch die jeweiligen Sensoreinheiten 41, 41' erkannt werden, wird durch die Steuereinheit
42 ein Regel- oder Steuersignal erzeugt, mittels dem der Aktuator 43 angesteuert wird.
[0054] Der Aktuator 43 steht mit einer Weglängenverstellmechanik der Spreizeinrichtung 4
in Wirkverbindung, die durch den Aktuator 43 angesteuert die Weglänge, die eine der
beiden Teilbahnen, die zur Längsversatzmessung herangezogen wurden, durchläuft, derart
verändert, dass der Längsversatz Δl eliminiert wird. Die Weglängenverstellmechanik
kann beispielsweise zur Veränderung des Abstandes zwischen Walzen eines Walzenpaares
ausgebildet sein, das die jeweilige Teilbahn umlenkt. Vorzugsweise wirkt im gezeigten
Ausführungsbeispiel die Weglängenverstellmechanik auf die mittlere Teilbahn 10b, so
dass bei identischer Spreizung der drei Teilbahnen 10a, 10b, 10c gleichzeitig die
Längsversatze Δl zwischen beiden Teilbahnpaaren (mittlere Teilbahn zu den jeweiligen
äußeren Teilbahnen) behoben sind.
[0055] Bevorzugt können die Sensoreinheiten 21, 21', 31, 41, 41' verschiebbar, insbesondere
motorisch verschiebbar gegenüber dem Bahnmaterial 10 bzw. den Teilbahnen 10a, 10b,
10c angeordnet sein. Die Sensoreinheiten 21, 21' 31, 41, 41' können insbesondere in
Querrichtung QR, d.h. in einer Richtung parallel zur y-Richtung verschiebbar vorgesehen
sein. Vorzugsweise ist jeder Sensoreinheit 21, 21' 31, 41, 41' jeweils ein Antrieb
9 zugeordnet, über den eine Verstellung der Sensoreinheiten 21, 21', 31, 41, 41' in
Querrichtung QR erfolgt. Durch die jeweiligen Antriebe 9 lassen sich die Sensoreinheiten
21, 21' 31, 41, 41' in Abhängigkeit von der Breite b des Bahnmaterials 10 und der
durch die Spreizeinrichtung 4 bewirkten Spreizung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c quer
zur Förderrichtung FR des Bahnmaterials 10 auf die gewünschte Sollposition einstellen.
Die Antriebe 9 können hierbei insbesondere mit der zentralen Steuereinheit 50, die
beispielsweise die Gesamtsteuerung der Schneid- und Spreizvorrichtung 1 bewirkt, verbunden
sein, so dass die Sensoreinheiten 21, 21', 31, 41, 41' von der zentralen Steuereinheit
50 gesteuert abhängig von vorgegebenen Parametern, beispielsweise der Breite des Bahnmaterials
10 oder der zu bewirkenden Spreizung in eine definierte Sollposition verfahren werden.
[0056] Das Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 entspricht im Wesentlichen den zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispielen gemäß Figuren 1 und 2, wobei die in Figur 3 gezeigte Schneid-
und Spreizvorrichtung 1 lediglich den ersten Regelkreis 20 zur lagegenauen Zuführung
des Bahnmaterials 10 an die Schneideinrichtung 3 sowie den zweiten Regelkreis 30 zur
Steuerung der Spreizung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c aufweist. Bei diesem Ausführungsbeispiel,
das insbesondere zur Verarbeitung eines festen Formats eines Bahnmaterials ausgebildet
ist, ist die durch den dritten Regelkreis 40 bewirkte dynamische Längsversatzsteuerung
durch eine manuell einstellbare und für das zu verarbeitende Format fest eingestellte
Weglängenverstellmechanik ersetzt. Ferner wird bei diesem Ausführungsbeispiel auch
auf eine motorische Verschiebbarkeit der Sensoreinheiten 21, 21', 31 aufgrund der
Verwendung eines festen Formats des Bahnmaterials 10 verzichtet.
[0057] Nachfolgend wird anhand der Figuren 4 bis 7 die erfindungsgemäße Inbetriebnahme der
Schneid- und Spreizvorrichtung 1 bzw. die Neueinrichtung mit einem zu schneidenden
und zu spreizenden Bahnmaterial 10 beschrieben. Zunächst wird das Bahnmaterial 10
von der Spreizeinrichtung 2 über die durch den Drehrahmen 8 gebildete Bahnjustiereinrichtung
5, die Schneideinrichtung 3, die Spreizeinrichtung 4 und die Tänzerwelleneinrichtung
6 hindurchgefädelt. Die Schneidmesser der Schneideinrichtung 3 sind dabei nicht im
Eingriff mit dem Bahnmaterial 10. In der Spreizeinrichtung 4 wird das Bandmaterial
über die in ihrer Winkelverstellung verstellbaren Walzenpaare 4.1, 4.3 geführt. Die
Sensoreinheiten 21, 21', 31, 41, 41' sind von der übergeordneten Steuereinheit 50
gesteuert außerhalb ihres Arbeitsbereiches positioniert.
[0058] Wie in Figur 5 gezeigt werden anschließend die Schneidmesser 3.1 der Schneideinrichtung
in Eingriff mit dem Bahnmaterials 10 gebracht, so dass dieses in die Teilbahnen 10a,
10b, 10c aufgetrennt wird. Zudem werden die Sensoreinheiten 21, 21', 31, 41, 41' durch
die zentrale Steuereinheit 50 auf ihre Sollposition verfahren. Darauf folgend wird,
wie in Figur 6 durch die gestrichelte Linie gezeigt, die mittlere Teilbahn 10b in
Querrichtung QR durchtrennt, über das Walzenpaar 4.2 geführt und die durch das Durchschneiden
erhaltenen Teilbahnenden wieder miteinander verbunden.
[0059] Nachfolgend wird, wie in Figur 7 dargestellt, durch die zentrale Steuereinheit 50
bewirkt die Spreizung der Spreizeinrichtung 4 durch Schrägstellen der Walzenpaare
4.1, 4.3 auf eine gewünschte Sollspreizung eingestellt. Dabei kann der das Schrägstellen
der Walzen der Walzenpaare 4.1, 4.3 bewirkende Aktuator 33 durch die zentrale Steuereinheit
50 angesteuert werden. Nach dem Einstellen der Sollspreizung kommen die Längskanten
der Teilbahnen 10a, 10c innerhalb des Erfassungsbereichs der Sensoreinheiten 31, 31'
zu liegen. Alternativ besteht bei einer motorischen Verstellung der Sensoreinheiten
31, 31' die Möglichkeit, dass das Verfahren der Sensoreinheiten 31, 31' auf ihre jeweilige
Sollposition und das Einstellen der Spreizung auf die Soll-Spreizung gleichzeitig
erfolgt. Nach dem Vollzug dieser Schritte kann bei kontinuierlicher Förderung des
Bahnmaterials 10 durch die Schneid- und Spreizvorrichtung 1 die lagegenaue Zuführung
des Bahnmaterials 10 zur Schneideinrichtung durch den ersten Regelkreis 20, die Regelung
der Spreizung der Teilbahnen 10a, 10b, 10c durch den zweiten Regelkreis 30 und ggf.
die Regelung des Längsversatzes Δl durch den dritten Regelkreis 40 beginnen.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Schneid- und Spreizvorrichtung
- 2
- Spendevorrichtung
- 2.1
- Verbindeeinrichtung
- 2.2, 2.2'
- Bahnmaterialvorrat
- 3
- Schneideinrichtung
- 3.1
- Schneidmesser
- 4
- Spreizeinrichtung
- 4.1 - 4.3
- Walzenpaar
- 5
- Bahnjustiereinrichtung
- 6
- Tänzerwelleneinrichtung
- 8
- Drehrahmen
- 8.1
- erste Umlenkwalze
- 8.2
- Walzenpaar
- 8.3
- zweite Umlenkwalze
- 9
- Antrieb
- 10
- Bahnmaterial
- 20
- erster Regelkreis
- 21, 21'
- Sensoreinheit
- 22
- Steuereinheit
- 23
- Aktuator
- 30
- zweiter Regelkreis
- 31
- Sensoreinheit
- 32
- Steuereinheit
- 33
- Aktuator
- 40
- dritter Regelkreis
- 41, 41'
- Sensoreinheit
- 42
- Steuereinheit
- 43
- Aktuator
- 50
- zentrale Steuereinheit
- b
- Breite
- FR
- Förderrichtung
- HA
- Hochachse
- LR
- Längsrichtung
- QR
- Querrichtung
- Δl
- Längsversatz
1. Vorrichtung zum Schneiden eines Bahnmaterials (10) in mehrere Teilbahnen durch Längsschneiden
und Spreizen der Teilbahnen umfassend eine Spendeeinrichtung (2) zur Bereitstellung
des Bahnmaterials, zumindest eine zur Erzeugung zumindest eines Längsschnitts im Bahnmaterial
ausgebildete Schneideinrichtung (3) und zumindest eine Spreizeinrichtung (4), mittels
der die nach dem zumindest einen Längsschnitt erhaltenen Teilbahnen (10, 10b, 10c)
zumindest teilweise quer zu ihrer Förderrichtung (FR) ausgelenkt und durch die Auslenkung
zueinander beabstandet werden, wobei ein erster Regelkreis (20) vorgesehen ist, mittels
dem die Lage des Bahnmaterials (10) quer zu dessen Förderrichtung (FR) vor der Zuführung
zur Schneideinrichtung (3) gesteuert, wobei zumindest ein zweiter, mit der Spreizeinrichtung
(3) zusammenwirkender Regelkreis (30) vorgesehen ist, mittels welchem eine Steuerung
der Auslenkung zumindest zwei Teilbahnen (10a, 10c) quer zu ihrer Förderrichtung (FR)
erfolgt, und wobei der erste Regelkreis (20) zumindest eine Sensoreinheit (21, 21')
zur Erfassung der Lage des Bahnmaterials (10) quer zu dessen Förderrichtung (FR),
eine Steuereinheit (22) und einen Aktuator (23) umfasst, mittels dem die Lage des
Bahnmaterials quer zu dessen Förderrichtung (FR) veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizeinrichtung (4) Mittel zum Ausgleich des Wegunterschiedes zwischen Teilbahnen
(10a, 10b, 10c) aufweist, die relativ zueinander unterschiedlich lange Wegstrecken
durchlaufen und dass ein dritter Regelkreis (40) vorgesehen ist, der mit den Mitteln
zum Ausgleich des Wegunterschieds zusammenwirkt und diese Mittel derart ansteuert,
dass die Teilbahnen (10a, 10b, 10c) zumindest teilweise gleich lange Wegstrecken durchlaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Regelkreis (40) zumindest zwei Sensoreinheiten (41, 41') und eine Steuereinheit
(42) zur Erfassung eines Wegunterschieds zwischen zwei Teilbahnen (10b, 10c) mit unterschiedlicher
Auslenkung und einen Aktuator (43) aufweist, der abhängig von dem ermittelten Wegunterschied
die Mittel zum Ausgleich des Wegunterschieds ansteuert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheiten unterschiedlichen Teilbahnen zugeordnet und zur Erfassung von
Referenzmarken auf den jeweiligen Teilbahnen ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Regelkreis (30) zumindest eine Sensoreinheit (31) zur Erfassung der Lage
einer Teilbahn (10a, 10c) quer zu deren Förderrichtung (FR), zumindest eine Steuereinheit
(32) und zumindest einen Aktuator (33) umfasst, der mit der Spreizeinrichtung (4)
zusammenwirkt und durch dieses Zusammenwirken den Betrag der Auslenkung der Teilbahn
(10a, 10c) quer zu ihrer Förderrichtung (FR) beeinflusst.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der eine Steuerung zur Auslenkung der zumindest zwei Teilbahnen (10a, 10b,
10c) quer zu ihrer Förderrichtung (FR) erfolgt, die Auslenkung der beiden äußeren
Teilbahnen (10a, 10c) erfolgt, wobei für die dazwischen angeordnete Teilbahn (10b)
keine solche Steuerung vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Regelkreis (20) mit der Spendeeinrichtung (2) zusammenwirkt und zur Verschiebung
der Spendeeinrichtung (2) relativ zur Schneideinrichtung (3) quer zur Förderrichtung
(FR) des Bahnmaterials (10) oder einer Verdrehung der Spendeeinrichtung (2) relativ
zur Schneideinrichtung (3) um eine zur Förderrichtung (FR) senkrecht verlaufende Hochachse
ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Regelkreis (20) mit einer zwischen der Spendeeinrichtung (2) und der Schneideinrichtung
(3) vorgesehenen Bahnjustiereinrichtung (5) zusammenwirkt, die zum Bewirken einer
Verschiebung des Bahnmaterials (10) quer zu dessen Förderrichtung (FR) durch Verdrehen
und/oder Verschieben ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizeinrichtung (4) mehrere den einzelnen Teilbahnen (10a, 10b, 10c) zugeordnete
Walzenpaare aufweist, wobei die Drehachsen der Walzenpaare zumindest teilweise durch
Schrägstellen in ihrer Ausrichtung veränderbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelstellung der Drehachsen eines Walzenpaares gleichsinnig mittels eines Verstellmechanismus
veränderbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (33) des zweiten Regelkreises (30) auf den Verstellmechanismus der Spreizeinrichtung
(4) einwirkt.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (21, 21') des ersten Regelkreises (20) zur Erfassung einer Längskante
des Bahnmaterials (10) ausgebildet ist und/oder dass ein Paar voneinander gegenüberliegenden
Sensoreinheiten (21, 21') zur gleichzeitigen Erfassung beider Längskanten des Bahnmaterials
(10) vorgesehen sind.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (31) des zweiten Regelkreises (30) zur Erfassung einer Längskante
einer Teilbahn (10a, 10c) ausgebildet ist, die durch die Spreizeinrichtung (4) seitlich
abgelenkt wurde.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere zweite Regelkreise (30) jeweils mit zumindest einer Sensoreinheit (31) und
einem Aktuator (33) vorgesehen sind, dass die einzelnen Sensoreinheiten (31) jeweils
unterschiedlichen Teilbahnen (10a, 10c) zugeordnet sind und dass jede Sensoreinheit
(31) zur Erfassung einer Längskante der ihr zugeordneten, durch die Spreizeinrichtung
(4) seitlich abgelenkten Teilbahn (10a, 10c) ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheiten (21, 21', 31) zumindest teilweise durch Ultraschallsensoren gebildet
werden.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheiten (21, 21', 31) zumindest teilweise gabel- oder U-förmig ausgebildet
sind und zwei einander gegenüberliegende Schenkel aufweisen.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Schenkel der Sensoreinheit (21, 21', 31) einen Sender zum Aussenden eines
Messsignals und ein zweiter Schenkel der Sensoreinheit (21, 21', 31) einen Empfänger
aufweist, der zum Empfang des Messsignals ausgebildet ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheiten (21, 21', 31, 31', 41, 41') motorisch quer zur Förderrichtung
(FR) des Bahnmaterials (10) oder der Teilbahnen (10a, 10b, 10c) verstellbar sind.
18. Verfahren zur Inbetriebnahme einer Schneid- und Spreizvorrichtung (1) und/oder Neueinrichtung
mit einem zu schneidenden und zu spreizenden Bahnmaterial (10) umfassend eine Spreizvorrichtung
(2), eine Bahnjustiereinrichtung (5), eine Schneideinrichtung (3), eine Spreizeinrichtung
(4) und eine Tänzerwelleneinrichtung (6), wobei das Verfahren die folgenden Schritte
umfasst:
- Hindurchfädeln des Bahnmaterials (10) von der Spreizeinrichtung (2) über die durch
einen Drehrahmen (8) gebildete Bahnjustiereinrichtung (5), die Schneideinrichtung
(3), die Spreizeinrichtung (4) und die Tänzerwelleneinrichtung (6), wobei das Bandmaterial
über die in ihrer Winkelverstellung verstellbaren Walzenpaare (4.1, 4.3) geführt ist
und die Sensoreinheiten (21, 21', 31, 41, 41') von der übergeordneten Steuereinheit
(50) gesteuert außerhalb ihres Arbeitsbereiches positioniert sind;
- In Eingriff bringen der Schneidmesser (3.1) der Schneideinrichtung (3) mit dem Bahnmaterial
(10), um dieses in Teilbahnen (10a, 10b, 10c) aufzutrennen;
- Verfahren der Sensoreinheiten (21, 21', 31, 41, 41') durch die zentrale Steuereinheit
(50) auf ihre Sollposition;
- Durchtrennen einer mittleren Teilbahn (10b) in Querrichtung (QR);
- Führen der mittleren Teilbahn (10b) über ein Walzenpaar (4.2);
- Verbinden der Bahnenden der mittleren Teilbahn (10b);
- Einstellen einer Spreizung der Spreizeinrichtung (4) durch Schrägstellen von Walzenpaaren
(4.1, 4.3) auf eine gewünschte Sollspreizung bewirkt durch die zentrale Steuereinheit
(50), wobei nach dem Einstellen der Sollspreizung die Längskanten der Teilbahnen (10a,
10c) innerhalb des Erfassungsbereichs der Sensoreinheiten (31, 31') zu liegen kommen
oder bei einer motorischen Verstellung der Sensoreinheiten (31, 31') die Sensoreinheiten
(31, 31') auf ihre jeweilige Sollposition verfahren werden;
- Förderung des Bahnmaterials (10) durch die Schneid- und Spreizvorrichtung (1) durch
lagegenaue Zuführung des Bahnmaterials (10) zur Schneideinrichtung mittels des ersten
Regelkreises (20) und durch Regelung der Spreizung der Teilbahnen (10a, 10b, 10c)
durch den zweiten Regelkreis (30).
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der das Schrägstellen der Walzen der Walzenpaare (4.1, 4.3) bewirkende Aktuator (33)
durch die zentrale Steuereinheit (50) angesteuert wird.
20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Förderung des Bahnmaterials (10) durch die Schneid- und Spreizvorrichtung
(1) die Regelung des Längsversatzes (Δl) durch den dritten Regelkreis (40) erfolgt.