[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Flechtvorrichtung mit einem Rahmen,
in dem Klöppel mit damit verbundenen Garnspulen in sich periodisch kreuzenden Laufbahnen
umlaufend angetrieben angeordnet sind, Umkehrstationen in den Klöppellaufbahnen, einem
Flechtring, über den die aus den Garnspulen gezogenen Fäden in eine Abförderrichtung
geleitet werden, und Flechtnadeln.
Die Erfindung bezieht sich außerdem auf ein Flechtverfahren zur Herstellung von Litzen
aus einer Mehrzahl von Fäden, die von mit Klöppeln verbundenen Spulen abgezogen und
durch die sich periodisch kreuzenden Laufbahnen folgenden und an Umkehrstationen wendenden
Klöppel miteinander verflochten und sodann nach dem Passieren eines Flechtrings und
von Flechtnadeln in eine Abförderrichtung geleitet werden.
Bei Litzen handelt es sich um ein zweidimensionales Geflecht, in dem die einzelnen
Stränge eines biegsamen Materials miteinander verschlungen sind. Bei dem biegsamen
Material kann es sich um Fäden handeln, aber auch Garne, Bändchen, Zwirne, Draht oder
dergleichen können verarbeitet werden. Nachfolgend ist aus Gründen der Vereinfachung
nur von Fäden als Synonym für das biegsame Material die Rede, obwohl der Gegenstand
der Erfindung nicht auf die Verarbeitung von ausschließlich Fäden beschränkt ist.
Das Material kann aus beliebigen geeigneten Werkstoffen bestehen, insbesondere aber
auch aus Glasfasern, Carbon, Metall und dergleichen technischen Materialien.
Aus der Schrift
DE 16 60 001 A ist ein Verfahren zur Herstellung von aus einem flechtbaren Material geflochtenen
Litzen sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens bekannt. In dieser
Schrift sind Flechtnadeln gezeigt, die im Bereich der Umkehrstationen angeordnet sind.
Die Fäden werden von den Klöppeln im Bereich der Umkehrstation auf die Flechtnadeln
zur Kantenbildung aufgelegt. Das sich bildende Geflecht wird über den Flechtring und
im Kantenbereich von den Flechtnadeln in eine Abförderrichtung geleitet. Ein weiteres
beispielhaftes Verfahren und die zugehörige Vorrichtung inklusive Flechtnadeln sind
aus der
US430346 bekannt. Als gattungsgemäße Flechtvorrichtung kommen allerdings nicht nur Radialflechter,
sondern auch Tunnelflechter, Tischflechter oder 3D-Flechter in Betracht, die für sich
aus dem Stand der Technik bekannt sind.
[0002] Grundsätzlich bestimmt die Fadenanzahl und die Fadendicke die Stärke des Geflechts.
Darüber hinaus hat aber auch die Abzugsgeschwindigkeit, mit der das Geflecht aus dem
Flechtpunkt bewegt wird, einen Einfluss auf das Flechtergebnis. Auch die Fadenspannung
hat einen Einfluss darauf, wie dicht das fertige Geflecht wird. Aufgrund der für manche
Nachbearbeitungen nicht ausreichend festen Kanten aus dem Flechtprozess kann es erforderlich
sein, die Litzen nachzubearbeiten, wenn man sich mit ihrer Verwendung nicht auf Bereiche
beschränken will, in denen die nicht ausreichend fixierten Kanten keinen Nachteil
darstellen.
[0003] Neuerdings werden textile Gebilde auch in technischen Anwendungen verarbeitet, beispielsweise
in faserverstärkten Kunststoffen. Da es sich um technische Anwendungen handelt, ist
es von großer Bedeutung, bei den textilen Gebilden bestimmte technische Daten und
gewünschte Qualitätsmerkmale sicher einzuhalten. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten
Teilen, wie beispielsweise Strukturteilen einer Fahrzeugkarosserie oder eines Flugzeugrumpfes,
ist es wichtig, dass die Rovinge hinsichtlich ihrer Ausstreckung und Verteilung die
vorgesehenen Werte genau einhalten. Aufgrund der unzureichenden Kantenfixierung und
den in der Fertigung auftretenden unkontrollierten Variationen der das Geflecht beeinflussenden
Einflussgrößen sind Litzen für solche technischen Anwendungen bisher kaum in Betracht
gezogen worden.
[0004] Demgemäß ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Herstellung von Litzen zu schaffen, bei der beziehungsweise dem die
unkontrollierten Variationen im Fertigungsprozess verringert wird. Zusätzlich wäre
es vorteilhaft, wenn dabei auch die Kantenfixierung verbessert werden könnte.
[0005] Die Aufgabe wird für eine gattungsgemäße Flechtvorrichtung gelöst, indem die Flechtnadeln
in ihrer Außenoberfläche eine oder mehrere sich in Längsrichtung der Flechtnadel erstreckende
Nuten aufweisen, durch die ein Stützmedium für die von der Flechtnadel umzulenkenden
Fäden hindurchführbar ist.
[0006] Die Aufgabe wird für ein gattungsgemäßes Verfahren gelöst, indem die Flechtnadeln
jeweils zumindest eine Nut aufweisen, durch die zumindest ein Stützmedium hindurch
geführt ist, und die Fäden sich auf die aus der Nut hervorragende Oberfläche des Stützmediums
auflegen und mit diesem entlang zumindest einer Flechtnadel geführt sind.
[0007] Es hat sich herausgestellt, dass die Form und Oberflächenbeschaffenheit der Flechtnadeln
einen großen Einfluss auf die Stabilität des Flechtprozesses und auch auf die Gestaltung
der Litzengeflechtkante hat. Schon kleinste Veränderungen des Reibwertes zwischen
den über die Oberfläche der Flechtnadeln gleitenden Fäden und der Nadeloberfläche
führen zu Veränderungen im Geflecht und in der Prozessstabilität. Die kleinsten Veränderungen
des Reibwertes können sich schon aus der Schlichte ergeben, die sich aus den Fäden
auf der Oberfläche der Flechtnadel absondert und dort den Reibwert verändern kann.
Auch kann die Rauhigkeit der verarbeiteten Fäden während des Flechtens einer Litze
variieren, was ebenfalls den Reibwert verändert. Wenn die Abziehgeschwindigkeit der
Fäden von der Flechtnadel durch einen unterschiedlichen Reibwert variiert, ist dies
sofort im Flechtbild der Litze sichtbar, dort aber nicht mehr reparabel.
[0008] Wenn nun ein in einer Nut geführtes Stützmedium die an der Flechtnadel entlang streifenden
Fäden abstützt, wird der Einfluss des unterschiedlichen Reibwertes der Oberfläche
der Flechtnadel verringert. Wenn das Stützmedium mit gleicher Geschwindigkeit durch
die Nut hindurch befördert wird wie die Fäden von der Flechtnadel abgezogen werden,
wandert das Stützmedium mit den abgezogenen Fäden mit. Eine Reibbewegung der Fäden
auf der Oberfläche des Stützmediums wird dadurch vermieden. Eine Reibung tritt in
diesem Fall insbesondere in der Nut auf, durch die das Stützmedium hindurch gezogen
wird. Da die Schlichte jedoch nicht in die Nut eindringt, kann sie dort nicht den
Reibwert verändern. Der Reibwert in der Nut bleibt damit insgesamt konstant. Die Nut
ist wesentlich unempfindlicher gegen Reibwertveränderungen als die offen liegenden
Oberflächen der Flechtnadel.
[0009] Je nach Querschnittsform des Stützmediums kann dieses zusätzlich auch auf der Oberfläche
der Flechtnadel reiben; da die Kontaktfläche des Stützmediums auf der Oberfläche aber
kleiner ausfallen wird als die Kontaktfläche, auf der nach dem Stand der Technik die
Fäden glitten, ist auch bei einer solchen Ausgestaltung der Einfluss eines variablen
Reibwertes auf das Flechtergebnis geringer als nach dem Stand der Technik. Durch die
Addition der Reibwerte in der Nut und auf der Oberfläche ist auch der verhältnismäßige
Einfluss, den unterschiedliche Oberflächenreibwerte auf den Gesamtreibwert haben,
verringert und das Flechtverhalten der Vorrichtung ist dadurch insgesamt gleichmäßiger.
[0010] Außerdem kann vorteilhaft die Litzenkante mit dem Stützmedium definierter ausgebildet
werden. Wenn die Fäden von der Flechtnadel abgezogen werden und sich davon ablösen,
können sie je nach Länge der Nut das Stützmedium bis zum Ablösepunkt mitgenommen haben.
Da das Stützmedium von den nachfolgenden Fäden kontinuierlich weiterbefördert wird,
bleibt es im Kantenbereich der sich bildenden Litze vorhanden und wird von den Fäden
aus der Nut herausgezogen. Die sich zur Litze zuziehenden Fäden umschließen dabei
das Stützmedium und fixieren es im Kantenbereich. Gleichzeitig fixiert das Stützmedium
aber auch die Fäden im Kantenbereich. Das Stützmedium und die Fäden verstärken sich
also in einer Wechselwirkung zu einer definierten Kante, durch die sich die Nutzungsmöglichkeit
der fertigen Litze in technischen Anwendungen erheblich erweitert. Das in der fertigen
Litze fixierte Stützmedium zieht aber auch im Rahmen einer gleichmäßigen Abziehbewegung
die sich noch im Bereich der Flechtnadel befindlichen nachgeordneten Abschnitte des
Stützmediums und der darauf liegenden Fäden hinter sich her, so dass sich auch dadurch
der Abziehvorgang durch die Wechselwirkung des Stützmediums und der Fäden im Randbereich
der fertig gebildeten Litze vergleichmäßigt. Es stellt sich eine Konstanz der Reibungsverhältnisse
im Flechtprozess ein, dadurch wird eine gleichmäßige Qualität der hergestellten Geflechte
erzielt.
[0011] Dass das Stützmedium durch die Nut hindurchführbar sein soll, bedeutet nicht, dass
das Stützmedium darin vollständig aufgenommen sein soll. Das teilweise Hervorstehen
des Stützmediums aus dem Querschnitt der Flechtnadel ist erforderlich, damit die Fäden
zumindest teilweise von der Oberfläche der Flechtnadel abgehoben bleiben. Mit der
Hindurchführbarkeit ist vielmehr gemeint, dass sich die Querschnittsformen des Stützmediums
und der Nut so entsprechen, dass ein Teil der Querschnittsform des Stützmediums von
der Form der Nut aufgenommen wird und das Stützmedium mit diesem Teil entlang der
Nut beweglich ist. Dadurch ergibt sich eine geführte Bewegung des Stützmediums, das
nicht mehr so leicht in seitlicher Richtung ausweichen und dadurch das Abziehen der
Fäden von der Flechtnadel stören kann.
[0012] Bei der Herstellung kontur-drapierter Preforms unterstützt die durch das Stützmedium
definierte Kante die Ausbildung der Form, da die Kante in der Phase der Konturdrapierung
während des Flechtprozesses eine gewisse Rückhaltekraft im Litzengeflecht aufbaut.
Durch die Rückhaltekraft fällt die Kante unter Einwirkung einer Zugkraft nicht so
leicht nach innen hin ein, sondern das Geflecht wird breit gehalten und dazu gezwungen,
sich die zur Ausbildung der gewünschten Form erforderlichen Fadenlängen aus der freien
Phase der Fadenvorhaltung aus den Spindeln zu ziehen. Die Kante kann in geeignete
Halteelemente eines Drapierwerkzeugs eingelegt werden, um dadurch eine sichere Prozessführung
zu gewährleisten.
[0013] Je nach Ausgestaltung der Flechtnadel kann in ihrem Querschnitt eine einzige Nut
vorhanden sein, durch die ein Stützmedium hindurchführbar ist, oder es sind zwei Nuten
vorhanden, durch die ein gemeinsames oder jeweils ein Stützmedium, zusammen also zwei,
hindurchführbar sind, oder es sind mehrere Nuten mit mehreren Stützmedien vorhanden.
Die konkrete Ausgestaltung kann anhand der auftretenden Reibwiderstände und der Funktionsanforderungen
an das Stützmedium ausgewählt werden. Bei der Verwendung mehrerer Nuten können beispielsweise
auch Stützmedien mit unterschiedlichen Materialien und/oder Formen in die Litze eingebracht
werden, die für die spätere Verwendung und Weiterverarbeitung der Litze benötigt werden.
[0014] Bei der Verwendung einer oder mehrerer Nuten kann beispielsweise auch ein umlaufendes
Stützmedium in einer Nut vorgesehen sein, das nicht mit in den Litzenrand eingezogen
wird, sondern bis zur Nadelspitze mitgenommen, an der Nadelspitze umgelenkt wird,
auf der nicht mit Fäden kontaktierenden Unterseite der Flechtnadel zurückläuft und
sodann wieder an die Oberseite der Flechtnadel zurück umgelenkt wird. An den Umlenkpunkten
kann jeweils eine Umlenkrolle vorgesehen sein, um die Umlaufbewegung möglichst reibungslos
zu gestalten. Um eine Verschmutzung und daraus resultierende Reibwertveränderungen
zu vermeiden, können im Umlaufbereich des Stützmediums auch Reinigungsmittel wie beispielsweise
Bürsten vorhanden sein, mit denen die Oberfläche des Stützmediums während eines Umlaufs
gereinigt wird, oder das Stützmedium ist in eine austauschbare Kassette eingebaut,
die beispielsweise bei einem Spulenwechsel leicht gegen eine neue Kassette austauschbar
ist.
[0015] Das Stützmedium kann grundsätzlich eine beliebige Querschnittsform aufweisen. Die
Querschnittsform sollte einerseits der Querschnittsform der Nut angepasst sein, damit
das Stützmedium mit möglichst wenigen Reibungsverlusten durch die Nut gleiten kann.
Der aus der Nut herausragende Teil des Querschnitts des Stützmediums sollte so erhaben
zur umgebenden Querschnittsfläche der Flechtnadel gestaltet sein, dass sich eine ausreichende
Abstützwirkung für die aufliegenden Fäden ergibt. Schließlich sollte bei der Gestaltung
der Querschnittsform des Stützmediums noch berücksichtigt werden, welche Form des
Stützmediums später in der fertigen Litze erwünscht ist. Letztendlich muss die Querschnittsform
des Stützmediums gewährleisten, dass es bei der Beförderung des Stützmediums an der
Flechtnadel entlang zu keinen Klemm- oder Blockiersituationen kommt, da dann die Fäden
nicht mehr mit der gewünschten Gleichmäßigkeit von der Flechtnadel abgezogen werden.
Eine fadenartige, bändchenartige oder sonstige prozessfreundlich ausgestaltete Querschnittsform
ist möglich.
[0016] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung befindet sich die Nut im Bereich der höchsten
Normalkraftlinie zwischen den über die Oberfläche der Flechtnadel gleitenden Fäden
und der Flechtnadel. Da dort durch die höchste Normalkraftlinie der größte Effekt
zur Vergleichmäßigung der einwirkenden Reibungskräfte erzielt wird, ist die Anordnung
der Nut in diesem Bereich vorteilhaft.
[0017] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Querschnittsform der Nut eine hinterschnittartige
Erweiterung unterhalb der oberen Nutkante auf. Durch den Hinterschnitt ist gewährleistet,
dass das Stützmedium über die Länge der Nut nicht ungewollt aus der Nut austritt,
wenn die Querschnittsform die Breite der hinterschnittenen Nut entsprechend nutzt.
[0018] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Stützmedium im Zusammenwirken mit
der Nut eine Querschnittskontur auf, durch die die Fäden von einem Kontakt mit der
Oberfläche der Flechtnadel entfernt gehalten sind. Wenn die Fäden keinen Kontakt mehr
mit der Oberfläche der Flechtnadel haben, können daraus auch keine Reibwertvariationen
mehr den Abzug der Fäden von der Flechtnadel beeinträchtigen.
[0019] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Stützmedium ein schmelzbares Material
auf. Wird das Stützmedium in den Randbereich der fertigen Litze eingebracht und der
Randbereich anschließend erwärmt, können die im Randbereich liegenden Fäden durch
das Schmelzen oder Anschmelzen des Stützmediums und die beim Abkühlen eintretende
Rückverfestigung lagefixiert werden, wodurch sich die Festigkeit der fertigen Litze
und ihre Handhabbarkeit deutlich verbessert.
[0020] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Stützmedium Öffnungen und/oder Markierungen
auf. Durch die Öffnungen und/oder Markierungen wird die fertige Litze leichter weiterverarbeitbar.
So können beispielsweise Fertigungsroboter eine Litze besser durch Löcher hindurch
vereinzeln und greifen, an den Öffnungen können Fixierelemente in Tränkungswerkzeugen
besser angreifen, und/oder die Öffnungen und/oder Markierungen können als eine Ausrichthilfe,
zur Längenmessung oder zur Ausführung eines Schnittes oder Stanzhubes dienen. Die
Markierungen können beliebig ausfallen, auch beispielsweise optisch oder magnetisch.
[0021] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Stützmedium aus einem Vorratsbehälter
in die Nut geführt. Bei dem Stützmedium handelt es sich um Endlosmaterial, das im
Verlauf des Flechtprozesses einer Litze kontinuierlich benötigt wird. Um den sicheren
Nachschub des Stützmediums zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, das Stützmedium direkt
aus einem Vorratsbehälter in die Nut zu führen. Ist der Vorratsbehälter leer, kann
en neuer Vorratsbehälter bereitgestellt werden, von dem aus der neue Strang des Stützmediums
in die Flechtnadel eingezogen wird.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren kann jeweils so ausgeführt werden, dass dabei die
vorrichtungsgemäßen Merkmale der vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen der Erfindung
benutzt werden.
[0023] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend dargestellten Ausgestaltungen
der Erfindung jeweils für sich, aber auch untereinander mit den Merkmalen des Anspruchs
1 kombinierbar sind, soweit dem nicht zwingende technische Hindernisse entgegenstehen.
Dies gilt auch für die verfahrensmäßigen Kombinationen.
[0024] Weitere Abwandlungen und Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich der nachfolgenden
gegenständlichen Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen entnehmen.
[0025] Die Erfindung soll nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben werden.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Flechtmaschine aus einer Ansicht von vorne,
- Fig. 2:
- eine Schnittansicht durch eine Flechtnadel mit Stützmedium, und
- Fig. 3:
- eine Schnittansicht durch eine alternative Gestaltung des Querschnitts einer Flechtnadel
mit Stützmedium.
[0026] In Fig. 1 ist eine Flechtvorrichtung 2 aus einer Ansicht von vorne gezeigt. Bei der
in Fig. 1 beispielhaft gezeigten Vorrichtung handelt es sich um einen Radialflechter,
es ist aber auch möglich, die Erfindung in Tunnel-, Tisch- oder 3D-Flechtern einzusetzen.
Auf der Innenseite des Rahmens 4 befinden sich eine Anzahl von Klöppeln 6, die jeweils
eine Spule tragen, von der jeweils ein Faden 8 abgezogen wird. Die Klöppel 6 bewegen
sich von einer Umkehrstation 7 in sich periodisch kreuzenden Laufbahnen über nahezu
den gesamten Innenradius des Rahmens 4 bis zur gegenüber liegenden Umkehrstation 7,
an der sie noch um die entsprechende Flechtnadel 12 umlaufen, dabei den ihnen zugehörigen
Faden 8 um die entsprechende Flechtnadel 12 wickeln und sodann wieder zur gegenüberliegenden
Umkehrstation 7 über den Innenradius des Rahmens 4 zurückkehren, um dort in gleicher
Weise um die Flechtnadel 12 herum umzukehren und diesen Zyklus solange zu wiederholen,
bis die Spule leer und die darauf vorgehaltene Länge des Fadens 8 verflochten ist.
Neben den Fäden 8, die von den Klöppeln 6 bewegt werden, enthält eine fertige Litze
auch Steherfäden als Fäden 8, die von der am Rahmen 4 befestigten Garnspule aus direkt
in radialer Richtung auf den Flechtring 10 zulaufen.
[0027] Es ist gut vorstellbar, dass sich bei einer entsprechenden Zahl von Klöppeln 6 und
einem entsprechenden Garnvorrat in den Spulen auf diese Weise eine brauchbare Länge
einer Litze herstellen lässt. Während des Betriebs der Flechtvorrichtung 2 werden
auch eine Anzahl von Fadenschlaufen auf die Flechtnadeln 12 aufgelegt, die aber bei
der Abförderung der sich bildenden Litze in Abförderrichtung nach und nach wieder
abgezogen werden. Die Flechtvorrichtung 2 kann so lange - also nahezu endlos - betrieben
werden, bis die Garnvorräte auf den Spulen der Klöppel 6 erschöpft sind.
[0028] In Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht durch eine erfindungsgemäß ausgestaltete Flechtnadel
12 gezeigt. In den Querschnitt der Flechtnadel 12 ist eine Nut 14 eingebracht, in
der das Unterteil des Querschnitts eines Stützmediums 16 steht. Das in Fig. 2 gezeigte
Stützmedium 16 verfügt über einen etwa T-förmigen Querschnitt. Die Querschnittsform
des unteren Teils des Stützmediums 16 entspricht annähernd der Querschnittsform der
Nut 14, so dass diese annähernd mit dem Fuß des Stützmediums 16 ausgefüllt ist. Wird
an dem Stützmedium 16 in axialer Richtung der Flechtnadel 12 gezogen oder geschoben,
so gleitet diese dem Verlauf der Nut 14 folgend in Zug- beziehungsweise Schubrichtung.
[0029] Der Faden 8 liegt bei der in Fig. 2 gezeigten Querschnittsform des Stützmediums 16
ausschließlich auf dessen aus der Nut 14 hervorstehenden Oberfläche auf, nicht jedoch
auf der Oberfläche 18 der Flechtnadel 12. Durch die Querschnittsform des Stützmediums
16 in Verbindung mit der Nut 14 erhält der Faden 8 also keinen Kontakt mit der Oberfläche
18. Bei einer Bewegung des Stützmediums 16 wird der Faden 8 an der Länge der Flechtnadel
12 entlang geleitet, ohne damit in Kontakt zu kommen.
[0030] In Fig. 3 ist eine alternative Gestaltung der Querschnittsformen der Nut 14 und des
Stützmediums 16 gezeigt. Unterhalb der oberen Nutkante 20 der Nut 14 befindet sich
eine hinterschnittartige Erweiterung 22. Da auch die Querschnittsform des Fußes des
Stützmediums 16 entsprechend erweitert ist, kann das Stützmedium 16 nicht aus der
Nut 14 herausfallen. Abweichend von diesen Querschnittsformen sind natürlich auch
andere Querschnittsformen möglich.
[0031] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Dem Fachmann bereitet es keine Schwierigkeiten, die Erfindung auf eine ihm als geeignet
erscheinende Weise abzuwandeln und so an einen konkreten Anwendungsfall anzupassen.
1. Flechtvorrichtung (2) mit einem Rahmen (4), in dem Klöppel (6) mit damit verbundenen
Garnspulen in sich periodisch kreuzenden Laufbahnen umlaufend angetrieben anordenbar
sind, Umkehrstationen in den Klöppellaufbahnen, einem Flechtring (10), über den die
aus den Garnspulen gezogenen Fäden (8) in eine Abförderrichtung geleitet werden, und
Flechtnadeln (12), die in ihrer Außenoberfläche eine oder mehrere sich in Längsrichtung
der Flechtnadel (12) erstreckende Nuten (14) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass durch diese Nut, beziehungsweise Nuten, ein Stützmedium (16) für die von der Flechtnadel
umzulenkenden Fäden (8) hindurchführbar ist, so dass die Fäden (8) sich auf die aus
der Nut (14) hervorragende Oberfläche des Stützmediums (16) auflegen können und mit
diesem entlang zumindest einer Flechtnadel (12) geführt werden können.
2. Flechtvorrichtung (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Nut (14) im Bereich der höchsten Normalkraftlinie zwischen den über die
Oberfläche der Flechtnadel (12) gleitenden Fäden (8) und der Flechtnadel (12) befindet.
3. Flechtvorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform der Nut (14) eine hinterschnittartige Erweiterung (22) unterhalb
der oberen Nutkante (20) aufweist.
4. Flechtvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützmedium (16) im Zusammenwirken mit der Nut eine Querschnittskontur aufweist,
durch die die Fäden (8) von einem Kontakt mit der Oberfläche (18) der Flechtnadeln
(12) entfernt gehalten sind.
5. Flechtvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützmedium (16) ein schmelzbares Material aufweist.
6. Flechtvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützmedium (16) Öffnungen und/oder Markierungen aufweist.
7. Flechtvorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenntzeichnet,
dass das Stützmedium (16) aus einem Vorratsbehälter in die Nut (14) geführt ist.
8. Flechtverfahren zur Herstellung von Litzen aus einer Mehrzahl von Fäden, die von mit
Klöppel (6) verbundenen Spulen abgezogen und durch die sich periodisch kreuzenden
Laufbahnen angetrieben folgenden und an Umkehrstationen wendenden Klöppel (6) miteinander
verflochten und sodann nach dem Passieren eines Flechtrings (10) und von Flechtnadeln
(12) in eine Abförderrichtung geleitet werden, wobei die Flechtnadeln (12) jeweils
zumindest eine in ihrer Außenoberfläche sich in Längsrichtung der Flechtnadel (12)
erstreckende Nut (14) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Nut, beziehungsweise Nuten, zumindest ein Stützmedium (16) hindurch geführt
ist, und die Fäden (8) sich auf die aus der Nut (14) hervorragende Oberfläche des
Stützmediums (16) auflegen und mit diesem entlang zumindest einer Flechtnadeln (12)
geführt sind.
1. Braiding device (2) comprising a frame (4), in which bobbins (6) comprising spools
of yarn connected thereto can be arranged so as to be driven in circulation in periodically
intersecting tracks, reversing stations in the bobbin tracks, a braiding ring (10),
via which the threads (8) drawn from the spools of yarn are guided in a conveying-away
direction, and braiding needles (12) which have, in the outer surface thereof, one
or more grooves (14) which extend in the longitudinal direction of the braiding needle
(12), characterized in that a support medium (16) for the threads (8) to be deflected by the braiding needle
can be guided through said groove(s), such that the threads (8) can be put onto the
surface of the support medium (16) that projects out of the groove (14) and can be
guided by means thereof along at least one braiding needle (12).
2. Braiding device (2) according to claim 1, characterized in that the groove (14) is located in the region of the highest normal force line between
the threads (8) that slide over the surface of the braiding needle (12) and the braiding
needle (12).
3. Braiding device (2) according to either claim 1 or claim 2, characterized in that the cross-sectional shape of the groove (14) has an undercut-like extension (22)
underneath the upper groove edge (20).
4. Braiding device (2) according to any of the preceding claims, characterized in that the support medium (16) cooperating with the groove has a cross-sectional contour,
by means of which the threads (8) are held away so as not to contact the surface (18)
of the braiding needle (12).
5. Braiding device (2) according to any of the preceding claims, characterized in that the support medium (16) has a fusible material.
6. Braiding device (2) according to any of the preceding claims, characterized in that the support medium (16) has openings and/or markers.
7. Braiding device (2) according to any of the preceding claims, characterized in that the support medium (16) is guided out of a storage container into the groove (14).
8. Braiding method for producing cords from a plurality of threads, which are drawn out
of spools connected to bobbins (6), which are interwoven by the bobbins (6) that follow
periodically intersecting tracks in a driven manner and turn at reversing stations,
and which are then guided in a conveying-away direction by braiding needles (12) after
passing through a braiding ring (10), the braiding needles (12) each having at least
one groove (14) which extends, in the outer surface thereof, in the longitudinal direction
of the braiding needle (12), characterized in that at least one support medium (16) is guided through the groove(s), and the threads
(8) are put onto the surface of the support medium (16) that projects out of the groove
(14) and are guided by means thereof along at least one braiding needle (12).
1. Dispositif de tressage (2) doté d'un cadre (4), dans lequel des fuseaux (6) auxquels
sont raccordées des bobines de fil peuvent être disposés en étant entraînés en rotation
sur des trajectoires se croisant périodiquement, de stations d'inversion sur les trajectoires
de fuseaux, d'une bague de tressage (10) par le biais de laquelle les fils (8) tirés
à partir des bobines de fil sont conduits dans une direction d'évacuation, et d'aiguilles
de tressage (12) qui présentent dans leur surface extérieure une ou plusieurs rainures
(14) qui s'étendent dans la direction longitudinale de l'aiguille de tressage (12),
caractérisé en ce que, à travers cette rainure ou respectivement ces rainures, un élément de soutien (16)
pour les fils (8) devant être déviés par l'aiguille de tressage (12) peut être introduit
de sorte que les fils (8) peuvent se poser sur la surface de l'élément de soutien
(16) qui dépasse de la rainure (14) et peuvent être guidés avec celui-ci le long d'au
moins une aiguille de tressage (12).
2. Dispositif de tressage (2) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la rainure (14) se trouve dans la zone de la ligne de force normale la plus haute
entre les fils (8) glissant sur la surface de l'aiguille de tressage (12) et l'aiguille
de tressage (12).
3. Dispositif de tressage (2) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la forme de section transversale de la rainure (14) présente un élargissement (22)
du type contre-dépouille au-dessous de l'arête de rainure (20) supérieure.
4. Dispositif de tressage (2) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de soutien (16) présente, en coopération avec la rainure, un contour de
section transversale par lequel les fils (8) sont maintenus éloignés d'un contact
avec la surface (18) de l'aiguille de tressage (12).
5. Dispositif de tressage (2) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de soutien (16) présente un matériau fusible.
6. Dispositif de tressage (2) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de soutien (16) présente des ouvertures et/ou des marquages.
7. Dispositif de tressage (2) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de soutien (16) est guidé à partir d'un réservoir jusque dans la rainure
(14).
8. Procédé de tressage destiné à la fabrication de cordons à partir d'une pluralité de
fils qui sont tirés à partir de bobines raccordées à des fuseaux (6) et qui sont assemblés
les uns avec les autres par tressage par les fuseaux (6) qui suivent, par entraînement,
des trajectoires qui se croisent périodiquement et qui tournent sur des stations d'inversion,
et sont conduits ensuite par des aiguilles de tressage (12) dans une direction d'évacuation
après avoir passé une bague de tressage (10), les aiguilles de tressage (12) présentant
respectivement au moins une rainure (14) s'étendant dans leur surface extérieure dans
la direction longitudinale des aiguilles de tressage (12), caractérisé en ce qu'au moins un élément de soutien (16) est guidé à travers cette rainure ou respectivement
ces rainures, et les fils (8) se posent sur la surface de l'élément de soutien (16)
qui dépasse de la rainure (14) et sont guidés avec cet élément le long d'au moins
une aiguille de tressage (12).