[0001] Die Erfindung betrifft eine Platte für einen Boden-, Wand- oder Deckenbelag oder
für ein Möbelbauteil, vorzugsweise Bodenbelags-, Wandverkleidungs- oder Deckenverkleidungsplatte
oder Möbelbauteilplatte, mit einer ebenen Trägerplatte und einer auf die Trägerplatte
aufgebrachten oberen Schicht.
[0002] Platten der vorgenannten Art, die auch als Paneele oder Dielen bezeichnet werden,
soweit der Bereich Boden, Wand oder Decke betroffen ist, sind aus der Praxis bereits
seit langem bekannt. Platten der vorgenannten Art für den Bereich Boden, Wand oder
Decke werden üblicherweise randseitig mit einer Nut-Feder-Verbindung versehen, um
auf dem Untergrund zu einem entsprechenden Belag sicher verlegt werden zu können.
Derartige Verbindungen werden in der Praxis auch als Spundverbindung oder Spundung
bezeichnet. In der Regel werden sogenannte Klick-Verbindungen als Verbindungstechnik
der Platten eingesetzt. Platten mit Klick-Verbindungen, die in der Regel über eine
Einschwenkbewegung miteinander verbindbar und im verklickten Zustand miteinander verrastet
sind, sind beispielsweise aus der
DE 297 24 428 U1 bekannt. Bei den bekannten Platten besteht die Trägerplatte in der Regel aus MDF,
HDF, Kunststoff oder aus einer gemahlenen, mit Bindemittel zusammengefügten Holzfaser.
[0003] Trägerplatten für Laminate, die aus MDF oder HDF gefertigt sind, bestehen in der
Regel zu ca. 82% aus Fichte oder Kiefer mit einem Anteil Sägerestholz sowie ca. 11%
Hamstoffharz, 5 bis 7% Wasser und 1 % Paraffinwachs. Die Trägerplatten werden unter
großem Aufwand gefertigt, transportiert, aufgetrennt und profiliert. Die dabei anfallenden
Späne werden üblicherweise thermisch verwertet. Von Nachteil bei den bekannten Laminaten
bzw. dafür eingesetzten Platten ist es, dass die Plattenherstellung insgesamt relativ
aufwendig ist und dass zur Herstellung von HDF/MDF ein relativ hoher Anteil an neuem
Holz verwendet wird.
[0004] Aus der
DE 20 207 844 U1 ist ein Teppichbodenbelagselement bekannt. Das Teppichbodenbelagselement weist eine
rechteckförmige Trägerplatte auf, an deren Oberseite eine entsprechend bemessene Teppichware
befestigt ist. Zum Ausgleich von Unebenheiten kann an der Unterseite der Trägerplatte
eine Vliesschicht vorgesehen sein.
[0005] Die
DE 10 2013 101 797 A1 offenbart ein Paneel für einen Laminat- oder Parkettbodenbelag. Das Paneel weist
eine Trägerplatte auf, die eine Lastverteilungsschicht umfasst. Zudem kann an der
Unterseite des Paneels ein Vlies angebracht sein, das aus Glasfasern, Textilfasern
oder Kunststoff besteht.
[0006] Die
DE 10 2012 112 562 A1 betrifft ein Fußbodenelement mit einer Trägerplatte aus hochverdichtetem Kork. Darüber
hinaus ist auf der Trägerplatte eine Dekorschicht als obere Schicht aufgebracht, wobei
zwischen der Trägerplatte und der Dekorschicht ein bahnförmiges Trägermaterial, beispielsweise
ein Vlies, vorgesehen sein kann.
[0007] Die
WO 2014/053186 A1 betrifft ein Bodenpaneel für den Außenbereich. Das Bodenpaneel weist eine Platte
auf, die beispielsweise durch eine Faserzementplatte gebildet ist. Darüber hinaus
kann an der Unterseite der Trägerplatte ein Glasvlies vorgesehen sein.
[0008] Aus der
US 3,661,491 ist ein Paneel für Isolations- oder Dekorationszwecke bekannt. Zur Herstellung des
Paneels wird ein Strang aus einem Bindemittel mit darin als lose Masse verteilten
Glasfasern kontinuierlich einer Presseinrichtung zugeführt. In einem Pressspalt der
Presseinrichtung findet unter Wärmeeinwirkung eine Verfestigung und Formgebung des
Stranges statt, sodass ein im Wesentlichen einsatzfähiges Paneel nach Passieren des
Pressspalts vorliegt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, eine Platte der eingangs genannten
Art sowie ein diesbezügliches Verfahren zur Verfügung zu stellen, wodurch es möglich
ist, Platten der vorgenannten Art einfacher, kostengünstiger und ökologisch nachhaltiger
herzustellen.
[0010] Die vorgenannte Aufgabe ist bei einer Platte der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
durch die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Platte weist neben der
Trägerplatte eine auf die Trägerplatte aufgebrachte obere Schicht auf. Die obere Schicht
kann ein- oder mehrschichtig ausgebildet sein. Die obere Schicht kann eine Dekorschicht
und/oder eine Nutzschicht aufweisen. Die Dekorschicht kann auf einen Dekorträger aufgebracht
sein. Die obere Schicht weist dann den Dekorträger mit der Dekorschicht und die Nutzschicht
auf. Bei dem Dekorträger kann es sich um ein bedruckbares (Dekor-)Papier und/oder
eine Vliesschicht und/oder eine Trägerschicht, vorzugsweise eine Folie aus einem Kunststoff,
insbesondere Vinyl, PVC, PUR, PE oder PP, handeln. Ist eine Vliesschicht als Dekorträger
vorgesehen, kann diese mit der Trägerplatte verpresst sein. Grundsätzlich kann auch
ein Primer als Dekorträger auf die Tragerplatte aufgebracht sein. Auf den Primer wird
dann die Dekorschicht aufgebracht. Die Nutzschicht kann aus einem Kunststoff, vorzugsweise
aus Vinyl, PUR, PP, PE, oder einem oxidativen oder UV-Lack bestehen. Im Übrigen können
Klebstoffschichten zwischen dem Dekorträger und der Nutzschicht und/oder zwischen
dem Dekorträger und der Trägerplatte vorgesehen sein. Unterhalb von dem Dekorträger
kann eine Stabilisierungsschicht aus Kork oder einem Kunststoffmaterial vorgesehen
sein.
[0011] Die Querzugfestigkeit der erfindungsgemäßen Trägerplatte nach EN 319 kann im Bereich
von 1,0 bis 4,0 N/mm
2, insbesondere im Bereich von 1,4 bis 2,5 N/mm
2, liegen. Die Abhebefestigkeit nach EN 311 kann im Bereich von 1,0 bis 4,0 N/mm
2, vorzugsweise im Bereich von 1,5 bis 2,8 N/mm
2, liegen. Die Auszugsfestigkeit bei Vorliegen einer Klickverbindung in Anlehnung an
ISO 24334 kann im Bereich von 1,0 bis 6,0 kN/m, vorzugsweise im Bereich von 2,5 bis
5,0 kN/m, liegen- Bei der Auszugsfestigkeit handelt es sich um einen Wert bezogen
auf die Länge der Klickverbindung, insbesondere bezogen auf eine Plattendicke von
1,0 cm oder weniger. Man benötigt also beispielsweise 2,5 kN, um eine Klickverbindung
von einem Meter Länge auseinanderzuziehen. Die vorgenannten Wertebereiche können bei
der erfindungsgemäßen Trägerplatte für die Querzugfestigkeit und/oder die Abhebefestigkeit
und/oder die Auszugsfestigkeit auch überschritten sein.
[0012] Unter einem Faservlies der erfindungsgemäßen Art wird ein Gebilde aus Fasern begrenzter
Länge, Endlosfasern, die auch als Filamente bezeichnet werden, oder geschnittenen
Fasern jeglicher Art und Ursprungs, die auf irgendeine Art zu einem Vlies zusammengefügt
oder miteinander verbunden worden sind, verstanden. Die Länge der Fasern beträgt bei
Naturfasern in der Regel 30 bis 90 mm, bei synthetischen Fasern liegt die Länge in
der Regel zwischen 50 und 70 mm.
[0013] Vliesstoffe sind üblicherweise flexible textile Flächengebilde aus Fasern, die eine
vergleichsweise geringe Dicke gegenüber ihrer Länge und Breite aufweisen.
[0014] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ist überraschenderweise festgestellt
worden, dass ein verfestigtes, vernadeltes Faservlies die an eine Trägerplatte üblicherweise
gestellten Anforderungen, wie beispielsweise Festigkeit und Stabilität, ohne weiteres
erfüllen kann. Darüber hinaus bietet die Verwendung eines verfestigten Faservlieses
als Material der Trägerplatte weitere wesentliche Vorteile.
[0015] Zunächst einmal stellt ein Faservliesmaterial ein zu Holz bzw. Holzwerkstoffen als
Material der Trägerplatte alternatives Material dar, das sehr kostengünstig und ökologisch
nachhaltiger ist. Darüber hinaus bietet das verfestigte Faservlies sehr gute Akustik-
und Schallschutzeigenschaften, die bei Verwendung einer Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff
nur dann erreicht werden können, wenn zusätzlich eine Schallschutzmatte bei dem betreffenden
Laminat vorgesehen wird. Außerdem lässt sich über den Verfestigungsgrad des Faservlieses
ein unterschiedliches Laufgefühl für den Benutzer erzeugen. Bei einem weniger stark
verfestigten Faservlies ergibt sich ein weicheres Laufgefühl, während sich bei einem
stark verfestigten Faservlies sich ein ähnlich hartes Laufgefühl wie bei der Verwendung
einer Trägerplatte aus Holz ergibt.
[0016] Weiterhin hat sich gezeigt, dass die Ver- und Bearbeitung der Faservlies-Trägerplatte
sehr viel leichter möglich ist als bei einer Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff.
Zunächst einmal lassen sich wesentlich tiefere Strukturen durch Verpressung des Vlieses
als Trägerplatte in Kombination mit beharzten Papieren als Dekorschicht erzielen,
wenn die Oberflächenstruktur während des Pressvorgangs der Trägerplatte direkt mitgepresst
wird. Darüber hinaus ist es grundsätzlich möglich, die Nut-Feder- bzw. Klickgeometrie
randseitig an der Platte zumindest vorzuformen bzw. zu profilieren, so dass der Profilierungsaufwand
und die damit verbundenen Kosten reduziert werden können. Schließlich hat eine Trägerplatte
aus einem verfestigten Faservliesmaterial gegenüber einer Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff
verbesserte Wärmedämmeigenschaften, die bei einer Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff
nur durch eine ergänzende Wärmedämmschicht realisiert werden können.
[0017] Die vorgenannten Vorteile ergeben sich zumindest teilweise auch dann, wenn die Trägerplatte
wenigstens eine Schicht aus einem verfestigten Faservlies aufweist. Bei dieser Alternative
kann die Trägerschicht nicht vollständig, sondern nur teilweise aus einem verfestigten
Faservlies bestehen. So kann beispielsweise eine Schicht aus einem verfestigten Faservlies
und eine Schicht aus HDF oder MDF vorgesehen sein. Auch ein Sandwich-Aufbau mit einer
innenliegenden HDF- oder MDF-Schicht und außenliegende verfestigten Faservliesschichten
ist in gleicher Weise möglich, wie eine innenliegende verfestigte Faservliesschicht
und außenliegende HDF- oder MDF-Schichten.
[0018] Grundsätzlich kann das für die erfindungsgemäße Trägerplatte verwendete Faservlies
aus jeglichen Fasern, die üblicherweise zur Vliesherstellung eingesetzt werden, hergestellt
sein. So kommen grundsätzlich pflanzliche, tierische, mineralische und/oder recycelte
Fasern sowie Fasern aus natürlichen und/oder synthetischen Polymeren in Frage. Es
versteht sich, dass auch Mischungen der vorgenannten Fasern in jeglicher Kombination
möglich sind. Werden Kunstfasern eingesetzt, bestehen diese vorwiegend aus PP und/oder
PET und/oder PE.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung, die insbesondere
auf eine ökologische Nachhaltigkeit abstellt und damit berücksichtigt, dass bei der
Trägerplattenherstellung eine beachtliche Abfallmenge anfällt, die bevorzugt gut verwertbar
sein soll, ist vorgesehen, dass das Faservlies zumindest überwiegend aus pflanzlichen
Fasern, insbesondere aus nachhaltig produziertem Flachs, Kenaf und/oder Hanffasern
bestehen sollte.
[0020] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird ein Faservlies aus einer Fasermischung
zur Herstellung der Trägerplatte eingesetzt, das zwischen 10 und 30 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 20 und 25 Gew.-%, Kunststofffasern, insbesondere aus PP und/oder PE, aufweist.
Die Fasermischung kann darüber hinaus Flachs- und/oder Kenaffasern und/oder weitere
Fasern aufweisen. Wird dieses Fasergemisch hoch verdichtet, wird eine sehr hohe Wasserbeständigkeit
im Vergleich zu HDF-Platten erreicht. Im verfestigten Zustand kann die Dichte der
verdichteten Fasermischung nach dem Pressen vorzugsweise im Bereich zwischen 700 und
900 kg/m
3 liegen.
[0021] Zur Verfestigung des erfindungsgemäßen Faservlieses können grundsätzlich alle bekannten
Verfestigungsmethoden Anwendung finden, die auch bei der Vliesherstellung aus einem
Faserrohmaterial zum Einsatz kommen. Die Methoden der mechanischen, chemischen oder
thermischen Verfestigung können jeweils für sich oder in Kombination zur Anwendung
kommen.
[0022] Bei der mechanischen Verfestigung wird der Verbund der Fasern durch Reibschluss oder
durch eine Kombination von Reib- und Formschluss hergestellt. Bei der Reibschluss-Bindung
wird durch eine Vliesverdichtung der Abstand der benachbarten Fasern im Vliesgrundstoff
verringert. Damit wird die Haftung der Fasern aneinander erhöht und es können höhere
Kräfte übertragen werden. Der Wiederstand des Faservlieses gegen Verformung wird höher,
wobei es gleichzeitig fester wird. Erreicht werden kann die Verdichtung beispielsweise
durch Schrumpfen aller Fasern oder eines Anteils, wenn die Fasern bei Einwirkung von
Wärme schrumpffähig sind. Ebenso kann das Verdichten durch Pressen beispielsweise
mittels Kalandern oder durch Walken erfolgen, bei welchem die Fasern des erfindungsgemäßen
Vlieses filzfähig sein müssen und durch gleichzeitige thermische, chemische und mechanische
Einwirkungen untereinander verfilzen.
[0023] Bei den durch Kombination von Reib- und Formschlussbindung erfolgten Vliesstoffen
werden die Fasern des erfindungsgemäßen Vlieses durch mechanische Einwirkungen miteinander
verschlingen Dies erfolgt durch Vernadeln, indem eine Vielzahl von speziellen, in
einem Nadelbett oder -balken angeordneten Nadeln ein- und ausgestochen wird.
[0024] Bei den chemischen Verfestigungsverfahren wird der Verbund der Fasern durch Stoffschluss
mittels Zusatzstoffen erzielt. Die Verbindung der Fasern mittels Zusatzstoffen, die
üblicherweise als Bindemittel bezeichnet werden, wird auch als adhäsive Bindung bezeichnet.
Bei der überwiegenden Anzahl der chemischen Verfahren wird das Bindemittel in flüssiger
Form (z. B. Polymerdispersionen) auf oder in dem Faservlies appliziert und durch anschließende
Wärmebehandlung (Trocknung, Kondensation, Polymerisation) ausgehärtet, wobei das Vlies
verfestigt wird. Das Applizieren des flüssigen Bindemittels kann beispielsweise durch
Imprägnieren oder Besprühen erfolgen. Typische Bindemittel können beispielsweise Acrylatharze,
Epoxidharze und/oder Melaminharze sein.
[0025] Bei der thermischen Verfestigung wird der Verbund der Fasern ebenfalls durch Stoffschluss
hergestellt, wobei allerdings zwischen adhäsivem und kohäsivem Verbund unterschieden
wird. Voraussetzung für die thermische Verfestigung sind thermoplastische Zusatzkomponenten,
insbesondere in Form von thermoplastischen Fasern.
[0026] Vorzugsweise ist eine thermisch-mechanische Verfestigung des Faserverbundes vorgesehen,
wobei ein Faserverbund nach vorherigem Vernadeln der Fasern unter Wärmeeinfluss verdichtet
wird, insbesondere in einer Doppelbandpresse/Bandpresse mit Vorheizung zur Anwärmung
des Materials. Insbesondere weist der Faserverbund Kunststofffasern, insbesondere
PP und/oder PE-Fasern, auf. Das Fasergemisch kann darüber hinaus Hanf- und/oder Flachs-
und/oder Kenaffasern aufweisen. Durch eine Wärmezufuhr vor und/oder während des Verdichtens
der Fasern kann es zumindest bereichsweise zum Aufschmelzen der Fasern kommen, was
zu einer hohen Festigkeit der Verbindung der Fasern beim Verdichten führt. Zur Verfestigung
des Faserverbundes können vorzugsweise Doppelbandpressen/Bandpressen mit Vorheizung
zur Anwärmung des Fasermaterials eingesetzt werden.
[0027] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung hat es sich weiterhin gezeigt, dass
sehr gute Verfestigungseigenschaften dann erreicht werden, wenn das Faservlies mit
Bindemittel getränkt, also imprägniert ist, und/oder thermoplastische Polymerfasern
im Faservlies enthalten sind.
[0028] Bei Versuchen im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ist festgestellt worden,
dass sehr gute Eigenschaften der aus dem verfestigten Faservlies bestehenden Trägerplatte
dann erreicht werden, wenn die Trägerplatte einen größeren Anteil an verfestigtem
Faservliesmaterial und einen kleineren Anteil an Bindemittel und/oder thermoplastischen
Polymerfasern aufweist. Bevorzugt liegt der Anteil an Bindemittel bzw. thermoplastischen
Polymerfasern bei maximal 50 %, insbesondere 40 %, und weiter insbesondere bei maximal
30 Gew.-%. Es ist sogar möglich, den Anteil an Bindemittel auf 20 Gew.-% oder noch
weniger zu reduzieren. Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
ist ein Massenverhältnis im Bereich von 75 Gew.-% an Faservliesmaterial und von 25%
an Bindemittel bzw. thermoplastischen Polymerfasern verwendet worden.
[0029] Im Übrigen ist festgestellt worden, dass der Anteil an Bindemitteln in Abhängigkeit
des Bindemitteltyps unterschiedlich sein kann. Dabei sollte der prozentuale Anteil
an thermoplastischen Bindemitteln bei gleicher Plattendichte und -stabilität höher
sein, als der benötigte prozentuale Anteil bei Harzen als Bindemittel.
[0030] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ist weiterhin festgestellt worden,
dass es besonders bevorzugt ist, als Ausgangsmaterial des erfindungsgemäßen Faservlieses,
wenn dieses also noch nicht im erfindungsgemäß verfestigten Zustand vorliegt, einen
Vliesstoff zu verwenden, dessen Dichte zwischen 80 kg/m
3 und 300 kg/m
3, bevorzugt zwischen 100 kg/m
3 und 210 kg/m
3 und insbesondere zwischen 150 kg/m
3 und 170 kg/m
3 liegen sollte. Im erfindungsgemäß verfestigten Zustand liegt die Dichte des Faservlieses
zwischen 400 kg/m
3 und 1000 kg/m
3, insbesondere zwischen 400 kg/m
3 und 900 kg/m
3 und besonders bevorzugt zwischen 750 und 850 kg/m
3.
[0031] Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass es grundsätzlich möglich ist,
die Trägerplatte mehrschichtig auszubilden, wobei eine Schicht der Trägerplatte eine
größere Dichte als die andere Schicht haben kann. Hierauf wird nachfolgend noch näher
eingegangen.
[0032] Im Zusammenhang mit der Auswahl des erfindungsgemäßen Faserstoffes für den vorgesehenen
Zweck zur Verwendung als Trägerplatte liegt der Kompaktierungsgrad des unverfestigten
Faservlieses zum verfestigten Faservlies zwischen 10:1 und 2:1, vorzugsweise zwischen
8:1 und 4:1, weiter vorzugsweise 7:1 und 4:1, und insbesondere zwischen 5:1 und 4:1.
[0033] Weiterhin ist im Zusammenhang mit Festigkeits- und Stabilitätsuntersuchungen festgestellt
worden, dass die erfindungsgemäße Trägerplatte bei Verwendung als Boden-, Wand- oder
Deckenbelag eine Dicke zwischen 4 und 15 mm, vorzugsweise zwischen 6 und 12 mm aufweisen
sollte. Bei Verwendung als Möbelplatte liegt die Dicke der Trägerplatte vorzugsweise
zwischen 5 und 30 mm.
[0034] Im Übrigen weist die erfindungsgemäße Trägerplatte beim Einsatz im Bereich Boden,
Wand und Decke, worauf eingangs bereits hingewiesen worden ist, randseitig eine Nut-Feder-Kontur
bevorzugt in Form einer Klickverbindung auf. Beim Pressen der Fasermischung, insbesondere
nach vorheriger Anwärmung des Fasermaterials mit der Möglichkeit, das Fasermaterial
bereichsweise aufzuschmelzen, wird eine Trägerplatte erhalten, die eine im Vergleich
zu HDF-Platten im Wesentlichen gleichbleibende Festigkeit über die Plattendicke aufweist.
Insbesondere weisen die erfindungsgemäßen Faserplatten keine weiche Mittellage auf,
wie HDF-Platten, was es zulässt, eine stabile Klick-Kontur auch in Platten mit vergleichsweise
geringerer Rohdichte einzubringen. In diesem Zusammenhang kann die Auszugsfestigkeit
einer Klickverbindung bei erfindungsgemäßen Trägerplatten in Anlehnung an ISO 24334
einen Wert zwischen 1,5 und 6,0 kN/m
2, vorzugsweise zwischen 2,5 und 5,0 kN/m
2, annehmen oder auch darüber liegen.
[0035] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Trägerplatte im Bereich der Nut-Feder-Kontur stärker verfestigt ist als außerhalb
des Bereichs dieser Kontur. Auf diese Weise kann das Verriegelungsprofil wesentlich
stabiler ausgeführt werden und die Gefahr einer Beschädigung der Nut und/oder der
Feder wird verringert.
[0036] Vorzugsweise ist die Trägerplatte mehrschichtig ausgebildet und/oder weist wenigstens
zwei Schichten mit einem unterschiedlichen Kompaktierungs- und/oder Verfestigungsgrad
auf. Alternativ oder ergänzend kann die Trägerplatte wenigstens eine Schicht aus HDF
und/oder MDF aufweisen.
[0037] Der höhere Verfestigungsgrad im Bereich der Verbindungskontur lässt sich in unterschiedlicher
Art und Weise verwirklichen. Zum einen ist es möglich, eine - wie bereits ausgeführt
- mehrschichtige Trägerplatte einzusetzen, bei der eine stärker verfestigte Faservliesschicht
im Bereich der Verriegelungskontur verwendet wird. Die Dicke dieser Teilschicht der
Trägerschicht ist zumindest geringfügig größer als die maximale Höhe der Nut der Verriegelungskontur,
so dass die Nut innerhalb dieser stärker verfestigten Trägerschicht vollständig ausgebildet
werden kann. Eine weitere Alternative besteht darin, das Faservliesmaterial im Bereich
der Verriegelungskontur stärker zu verfestigen. Dieser Bereich kann bereits bei der
Herstellung der Trägerplatte stärker kompaktiert werden, um auf diese Weise eine stärkere
Verfestigung zu erreichen.
[0038] Hinzuweisen ist darauf, dass die beiden vorgenannten Alternativen auch in Kombination
miteinander Anwendung finden können.
[0039] Im Übrigen ist erfindungsgemäß festgestellt worden, dass sich durch die Mehrschichtigkeit
der Trägerplatte weitere positive Effekte erzielen lassen. Eine mehrschichtige Trägerplatte
im Sinne der Erfindung liegt bereits dann vor, wenn die Trägerplatte zumindest zwei
Schichten aufweist, die einen unterschiedlichen Kompaktierungs- und/oder Verfestigungsgrad
aufweisen. Allerdings sind auch Trägerplatten mit drei, vier, fünf oder einer noch
größeren Anzahl an einzelnen Schichten möglich, wobei die einzelnen Schichten grundsätzlich
alle unterschiedliche Kompaktierungs- und/oder Verfestigungsgrade aufweisen können.
Hierbei liegen aber zumindest zwei Gruppen von Schichten vor, wobei die eine Gruppe
einen höheren Verfestigungs- und Kompaktierungsgrad und/oder die andere Gruppe einen
anderen diesbezüglichen Grad aufweist.
[0040] Im Übrigen versteht es sich, dass die unterschiedlichen Schichten der Trägerplatte
nicht nur aus einem, sondern auch aus unterschiedlichen Faservliesmaterialien hergestellt
sein können.
[0041] Neben der Erzielung einer besonderen Stabilität der Verriegelungskontur bzw. alternativ
dazu lässt sich durch Wahl unterschiedlicher Schichten der Trägerplatte auch ein unterschiedliches
elastisches Verhalten der Platte realisieren. Wird beispielsweise eine Schicht mit
einem weniger stark verfestigten Faservlies in Kombination mit einer Schicht mit einem
stärker verfestigten Faservlies eingesetzt, kann dadurch ein vom Benutzer als sehr
angenehm empfundenes Laufgefühl erzeugt werden. Bei einer derartigen Ausgestaltung
sollte als obere Schicht der Trägerplatte ein stärker verfestigtes Faservlies realisiert
werden, während darunterliegend eine Schicht mit einem weniger stark verfestigten
Faservlies eingesetzt wird. So könnte beispielsweise eine Trägerplatte dreischichtig
aufgebaut sein, die eine obere relativ stark verfestigte Schicht, eine darunterliegende,
weniger stark verfestigte und damit stärker elastische Schicht und darunterliegend
eine wiederum stärker verfestigte Schicht, innerhalb der die Verriegelungskontur ausgebildet
ist, aufweist. Dabei können die einzelnen Schichten, wie zuvor ausgeführt, aus dem
gleichen Faservliesmaterial bestehen, wobei die stärkere Verfestigung nur aufgrund
unterschiedlicher Kompaktierung erzeugt wird, es können aber auch unterschiedliche
Faservliesmaterialien zum Einsatz kommen, die die vorgenannte Wirkung und Funktion
erfüllen.
[0042] Wie eingangs bereits ausgeführt worden ist, kann natürlich auch vorgesehen sein,
eine beispielsweise 3 mm dicke innenliegende HDF- oder MDF-Schicht und darüber und
darunter angeordnet jeweils eine verfestigte Faservliesschicht vorzusehen. Bei dieser
Ausführungsform kann dann die Verriegelungskontur in der mittigen HDF- oder MDF-Schicht
vorgesehen sein.
[0043] Weiterhin ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung festgestellt worden,
dass es von Vorteil ist, wenn auch die obere Schicht mehrschichtig ausgebildet ist.
So kann die obere Schicht eine bedruckte, beharzte oder unbeharzte Papierschicht,
insbesondere eine Dekorpapierschicht, ein Schutzoverlay, insbesondere aus Korund,
eine äußere Nutzschicht aus Kunststoff, insbesondere Vinyl, PUR oder PP, einen bedruckten
Kunststoffträger, insbesondere aus Vinyl, eine Lackschicht, insbesondere eine Strukturlackschicht,
und/oder eine bedrucktes Vliesschicht aufweisen. In diesem Zusammenhang ist es möglich,
bereits bei der Vernadelung des zur Trägerplattenherstellung zu verwendenden Faservlieses
eine weitere Schicht eines anderen oder des gleichen Vliesmaterials auf die Trägerschicht
oberseitig zu applizieren. Dadurch entsteht direkt eine bedruckbare Schicht. Es versteht
sich, dass Kombinationen der vorgenannten Schichten mit einer oder mehrerer der vorgenannten
Alternativen ohne weiteres möglich sind.
[0044] Durch Realisierung der oberen Schicht in der vorgenannten Art und Weise lässt sich
letztlich eine Platte herstellen, die außenseitig bzw. im verlegten Zustand nicht
von einer aus dem Stand der Technik bekannten Platte mit einer aus einem Holzwerkstoff
bestehenden Trägerplatte zu unterscheiden ist, im übrigen aber ergänzend die zuvor
erwähnten verbesserten Eigenschaften hat und Vorteile bietet.
[0045] Weiterhin weist die erfindungsgemäße Platte eine untere Schicht auf, die auf die
Trägerschicht unterseitig aufgebracht ist. Diese untere Schicht kann unterschiedliche
Eigenschaften aufweisen bzw. Funktionen gewährleisten. Zum einen kann die untere Schicht
als Gegen- bzw. Unterzug dienen, um ein etwaiges ungewolltes Verziehen der erfindungsgemäßen
Trägerplatte zu vermeiden. Darüber hinaus lassen sich durch eine untere Schicht ergänzende
Schallschutz- bzw. Akustikeigenschaften erzielen, die noch über die sich durch Realisierung
der Erfindung schon ergebenden vorteilhaften Schallschutz- und Akustikeigenschaften
hinausgehen. So kann beispielsweise eine untere Schicht aus Kork vorgesehen sein.
Die untere Schicht kann aber auch grundsätzlich aus einem Vliesmaterial bestehen,
das allerdings nicht in erfindungsgemäßer Art und Weise verfestigt ist. Im übrigen
versteht es sich, dass die untere Schicht auch mehrschichtig aufgebaut sein kann,
sofern dies für bestimmte Anwendungen erforderlich ist.
[0046] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer
Platte für einen Boden-, Wand- oder Deckenbelag oder für ein Möbelbauteil, vorzugsweise
eine Bodenbelags-, Wandverkleidungs- oder Deckenverkleidungsplatte oder eine Möbelbauplatte,
wobei die Platte eine ebene Trägerplatte und eine auf die Trägerplatte aufgebrachte
obere Schicht aufweist.
[0047] Wie zuvor bereits ausgeführt worden ist, erfolgt die Plattenherstellung im Stand
der Technik derart, dass die Trägerplatten aus einem Holzwerkstoff mit erheblichem
Aufwand hergestellt werden.
[0048] Die Erfindung geht nun einen anderen Weg, wobei zur Herstellung der Trägerplatte
ein verfestigtes, vernadeltes Faservlies hergestellt wird. Auf die sich durch die
Nutzung des verfestigten Faservlieses für die Trägerplatte ergebenden, zuvor erwähnten
Vorteile wird ausdrücklich Bezug genommen.
[0049] Bei der Erfindung kann die zuvor beschriebene mechanische, chemische und/oder thermische
Verfestigung des Faservlieses im Zusammenhang mit der Herstellung der Trägerplatte
sowohl durch ein kontinuierliches als auch durch ein diskontinuierliches Verfahren
realisiert werden. Dabei kann die kontinuierliche Herstellung bevorzugt auf einer
Walzeinrichtung erfolgen, bei der die Kompaktierung durch wenigstens ein Walzenpaar
mit einer Ober- und einer Unterwalze vorgenommen werden kann. Es versteht sich, dass
die Walzeinrichtung im Anschluss an das erste Walzenpaar auch eine Mehrzahl an weiteren
Walzen bzw. weiteren Walzenpaaren aufweisen kann. Bei der diskontinuierlichen Herstellung
bietet sich die sogenannte Kurztaktverpressung an, bei der ein unteres und/oder ein
oberes Pressteil vorgesehen sind. Vorzugsweise erfolgt die Verfestigung der Faservliesmatten
mit Hilfe von (Doppel-)Bandpressen mit Vorheizung zur Anwärmung bzw. zum teilweisen
Aufschmelzen des Fasermaterials.
[0050] Infolge der Anwendung entweder des kontinuierlichen oder des diskontinuierlichen
Verfahrens zur Verfestigung des Faservlieses entsteht eine rechteckige Platte mit
einer definierten Kantenlänge, -breite und -höhe. Durch die Höhe des Vliesstoffes
und den gewählten Pressdruck wird die spezifische Dichte der Platte gesteuert.
[0051] Unabhängig vom Herstellungsverfahren ist es dabei so, dass die Verfestigungseinrichtung,
also entweder die Walzeinrichtung oder aber die Kurztaktpresse, über entsprechenden
Druck und/oder entsprechende Temperaturen die Verdichtung bzw. Kompaktierung des Faservlieses
in der erfindungsgemäßen Art und Weise vornimmt. Dementsprechend ist die jeweilige
Presseinrichtung mit entsprechenden Presszylindern und/oder Heizeinrichtungen versehen.
[0052] Um zu einer kostengünstigen Herstellung der erfindungsgemäßen Platte zu kommen, bietet
es sich an, die Platte aus einer Grundplatte herzustellen, die um ein Mehrfaches größer
ist als die Platte selbst. Die Grundplatte wird nach ihrer Herstellung, das heißt
nach der erfindungsgemäßen Verfestigung des Faservlieses, in eine Mehrzahl einzelner
Platten aufgeteilt. Dementsprechend entspricht die Grundplatte von ihren Abmaßen her
in etwa einem Mehrfachen der Abmaße einer einzelnen Platte.
[0053] Im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hat es sich im übrigen gezeigt,
dass es möglich ist, die Nut-Feder-Verbindung zumindest bereichsweise mit Hilfe der
Presseinrichtung anzupressen. Auch ist es möglich, dass lediglich eine Vorkonturierung
der Nut-Feder-Verbindung in der Presseinrichtung erfolgt. Dabei kann die Nut-Feder-Verbindung
von vornherein beim Verpressen des Faservlieses realisiert werden. Grundsätzlich ist
es aber auch möglich, dass bereits vorgepresste Vliesplatten mit oder ohne Verriegelungskonturen
durch einen weiteren Pressvorgang (kontinuierlich im Durchlauf oder diskontinuierlich)
seitlich mit einer entsprechenden (ergänzenden) Verriegelungskontur versehen werden,
wobei der nachträglich nochmals gepresste Bereich wesentlich härter ist. Die Vorkonturierung
bzw. das bedarfsweise nachträgliche Anpressen der Nut-Feder-Verbindung hat den wesentlichen
Vorteil, dass für die abschließende Konturierung der Verriegelungskontur nur noch
- wenn überhaupt - vergleichsweise wenig Material der Trägerplatte weggefräst werden
muss. Damit verringert sich der Herstellungsaufwand bei der Erstellung der Verriegelungskonturen
erheblich, was sich entsprechend kostengünstig auswirkt.
[0054] Es versteht sich, dass es grundsätzlich natürlich auch möglich ist, keinerlei Konturierung
oder Vorkonturierung beim Verfestigen des Faservlieses vorzunehmen, also eine Grundplatte
im kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Verfahren herzustellen, die erst nach
ihrer abschließenden Erstellung randseitig profiliert wird.
[0055] Im Übrigen hat das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil, dass es möglich ist, die
zuvor erwähnte obere Schicht, die auch mehrschichtig sein kann, und/oder die zuvor
erwähnte untere Schicht, die ebenfalls mehrschichtig sein kann, beim Verfestigen/Verpressen
des Faservlieses unmittelbar mit der Trägerschicht zu verbinden. Beim diskontinuierlichen
Verfahren bedeutet dies, dass in die Pressform zunächst die untere Schicht, anschließend
das nicht erfindungsgemäß verfestigte Faservlies und darauf die obere Schicht, gegebenenfalls
mit ihren einzelnen Schichten, eingelegt werden und anschließend das gesamte Schichtenpaket
verpresst wird. "Unmittelbar verbinden" bedeutet beim kontinuierlichen Verfahren zum
einen, dass die jeweilige obere bzw. untere Schicht unmittelbar dem ersten Walzenpaar,
das für die Verdichtung bzw. Verfestigung des Faservlieses verwendet wird, zugefahren
werden. Gleichzeitig ist es auch möglich, dass das Zufahren der oberen und/oder der
unteren Schicht auch kurz nach dem ersten Walzenpaar erfolgt, wobei dies so lange
möglich ist, bis die kontinuierlich hergestellte Grundplatte abgetrennt wird.
[0056] Auf diese Weise können schon im Pressvorgang Dekorträger oder Stoffe für das Oberflächenfinish
mit realisiert werden. Das Verfahren ist sehr maßhaltig und detailgetreu.
[0057] Eine Presseinrichtung zur Herstellung einer Platte der vorgenannten Art kann ein
oberes Pressteil, ein unteres Pressteil und einen Formhahlraum aufweisen.
[0058] Am oberen Pressteil und/oder am unteren Pressteil kann wenigstens ein Konturierungsmittel
zur Ausformung einer zumindest bereichsweise an der Platte ausgebildeten Nut-Feder-Verbindung
vorgesehen sein.
[0059] Wie zuvor bereits ausgeführt worden ist, kann es sich bei der Presseinrichtung zum
einen um eine Kurztaktpresse für die diskontinuierliche Herstellung oder aber um eine
Walzeinrichtung mit wenigstens einem Walzenpaar für die kontinuierliche Herstellung
handeln.
[0060] Sowohl bei der kontinuierlichen als auch bei der diskontinuierlichen Presseinrichtung
ist als Konturierungsmittel wenigstens eine Profilierung, beispielsweise in Form entsprechender
Vorsprünge, Praflausnehmungen und/oder eines in den Formhohlraum ragenden bewegbaren
Dorns oder Schiebers vorgesehen. Durch die Verwendung des vorgenannten Dorns, der
schieberartig in den Formhohlraum hinein und aus diesem heraus bewegbar ist, ist es
möglich, eine innenliegende Nut beim Komprimieren des Faservlieses zur Herstellung
der Trägerschicht in dieser vorzusehen.
[0061] Im Übrigen kann am oberen und/oder unteren Pressteil, und zwar unabhängig davon,
ob es sich bei der Presseinrichtung um eine Kurztaktpresse oder um eine Walzeinrichtung
handelt, eine solche Konturierung der Profilierung vorgesehen sein, die an die abschließende
Nut- und/oder Federgestaltung der Verriegelungskontur zumindest im wesentlichen angepasst
ist.
[0062] Außerdem können die Konturierungsmittel in Form der Profilierung sowohl in Längs-
als auch in Querrichtung am oberen und/oder am unteren Pressteil vorgesehen sein,
so dass es sowohl bei der kontinuierlichen als auch bei der diskontinuierlichen Herstellung
möglich ist, eine Voraufteilung der Grundplatte in die einzelnen Platten vorzunehmen.
[0063] Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegende Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Zeichnung und der Zeichnung selbst. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich
dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der
vorliegenden Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder
deren Rückbeziehung.
[0064] Es zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Platte,
- Fig. 2
- eine perspektivische schematische Darstellung einer Möbelbauteilplatte,
- Fig. 3
- eine schematische Schnittdarstellung eines Teils einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Platte,
- Fig. 4
- eine der Fig. 3 entsprechende Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Platte,
- Fig. 5
- eine der Fig. 4 entsprechende Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Platte,
- Fig. 6
- eine der Fig. 5 entsprechende Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Platte,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines Teils einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Trägerplatte,
- Fig. 8
- eine der Fig. 7 entsprechende Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Trägerplatte,
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung einer diskontinuierlichen Presseinrichtung vor dem Verpressen,
- Fig. 10
- eine der Fig. 9 entsprechende Ansicht der Presseinrichtung aus Fig. 9 während des
Pressvorgangs,
- Fig. 11
- eine der Fig. 10 entsprechende Ansicht der Presseinrichtung aus Fig. 9 nach Beendigung
des Pressvorgangs,
- Fig. 12
- eine Draufsicht auf das untere Pressteil einer Presseinrichtung,
- Fig. 13
- eine schematische Seitenschnittansicht einer kontinuierlichen Presseinrichtung während
des Verfestigungsvorgangs,
- Fig. 14
- eine schematische Schnittdarstellung einer Trägerplatte aus dem verfestigten Faservlies,
- Fig. 15
- eine an den Randkanten profilierte Trägerplatte in schematischer Schnittdarstellung.
- Fig. 16
- eine Vorderansicht der Presseinrichtung aus Fig. 13,
- Fig. 17
- eine der Fig. 16 entsprechende Darstellung einer anderen Ausführungsform einer kontinuierlichen
Presseinrichtung und
- Fig. 18
- eine Seitenansicht der Presseinrichtung aus Fig. 17 in schematischer Darstellung.
[0065] In Fig. 1 ist eine Platte 1 dargestellt, bei der es sich im vorliegenden Fall um
ein Paneel bzw. eine Diele für einen nicht dargestellten Bodenbelag handelt, der sich
aus einer Vielzahl von miteinander verbundenen Platten 1 zusammensetzt. Letztlich
handelt es sich bei der Platte 1 um eine Badenbelagsplatte. Die Platte 1 weist eine
ebene Trägerplatte 2 auf, auf die oberseitig und damit fest verbunden eine obere Schicht
3 aufgebracht ist.
[0066] In Fig. 2 ist eine Platte 1 dargestellt, bei der es sich um eine Möbelbauteilplatte
handelt. Auch die in Fig. 2 dargestellte Platte 1 weist eine Trägerplatte 2 und eine
obere Schicht 3 auf.
[0067] Ein Unterschied zwischen den in den Fig. 1 und 2 dargestellten Platten 1 besteht
darin, dass die Bodenbelagsplatte aus Fig. 1 wandseitig eine Verriegelungskontur aufweist,
während eine solche Kontur an der Möbelbauteilplatte randseitig nicht vorgesehen ist.
Die Ränder an der in Fig. 2 dargestellten Platte 1 verlaufen zumindest im wesentlichen
rechtwinklig zur Ober- bzw. Unterseite des Plattengrundkörpers.
[0068] Die bei der Platte 1 aus Fig. 1 randseitig vorgesehenen Verriegelungskonturen weisen
an einer Längsseite eine überstehende Feder 4 und auf der gegenüberliegenden Längsseite
eine dazu korrespondierende, komplementäre Nut 5 auf. Weiterhin befindet sich an der
einen Kurzseite der im übrigen rechtwinkligen Platte 1 ebenfalls eine Feder 4, während
an der gegenüberliegenden Kurzseite eine entsprechende, komplementäre Nut 5 vorgesehen
ist. Die Nut-Feder-Verbindung an den Längs- und Kurzseiten, die auch als Spundverbindung
bzw. Spundung bezeichnet werden kann, können grundsätzlich identisch ausgeführt sein.
Im Falle einer Klickverbindung sind sie jedoch unterschiedlich ausgebildet.
[0069] Die Feder 4 und die Nut 5 sind vorliegend zur Ausbildung einer sogenannten Klickverbindung
vorgesehen mit der Folge, dass die Feder 4 in die Nut 5 einer benachbarten Platte
beim Verlegen eingerastet werden kann. In der Praxis erfolgt die Verlegung in der
Regel durch schräges Ansetzen der zu verlegenden Platte 1 an eine bereits verlegte
Platte 1. Hierdurch ergibt sich ein vorläufiger Eingriff der Feder 4 in die Nut 5.
Anschließend wird die zu verlegende Platte herabgeschwenkt, so dass sich die Verriegelung
über die Klickverbindung ergibt. Gleichzeitig ergibt sich eine Verbindung an den Kurzseiten,
nachdem die zu verlegende Platte 1 an bereits verlegte Platten 1 herangeschoben worden
ist.
[0070] Vorgesehen ist nun, dass die Platte 1, unabhängig davon, ob es sich nun um eine Bodenbelagsplatte,
um eine Möbelbauteilplatte oder aber um eine Wandverkleidungs- oder Deckenverkleidungsplatte
handelt, dass die Trägerplatte 2 aus einem verfestigten Faservlies, das vernadelt
ist, hergestellt ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist das Faservlies zumindest
überwiegend Naturfasern auf. Außerdem ist das Faservlies mit einem Bindemittel getränkt.
Dabei liegt der Gewichtsanteil des Bindemittels bezogen auf den Gewichtsanteil des
Faservlieses bei ca. 1:3. Bei der konkret dargestellten Ausführungsform hat das verfestigte
Faservlies eine Dichte im Bereich von 760 kg/m
3, während es allerdings auch möglich ist, Trägerplatten 2 mit einer hinreichenden
Festigkeit zu verwenden, die eine deutlich geringere Dichte haben. So ist bei einer
anderen alternativen Ausführungsform eine Dichte im Bereich von 410 kg/m
3 vorgesehen. Im Übrigen lässt sich das Material der erfindungsgemäßen Trägerplatte
2 dadurch beschreiben, dass der Kompaktierungsgrad des unverfestigten Faservlieses
zum erfindungsgemäß verfestigten Faservlies im Bereich von 4,7 liegt.
[0071] In den Fig. 3 bis 6 sind mögliche Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Platte 1
dargestellt.
[0072] Bei allen dargestellten Ausführungsformen ist zum einen eine obere Schicht 3, die
bei allen Ausführungsformen mehrschichtig ausgebildet ist, und im übrigen eine untere
Schicht 6 vorgesehen. Dabei ist die untere Schicht 6 bei den in den Fig. 3 und 4 dargestellten
Ausführungsform einschichtig, während sie bei den in den Fig. 5 und 6 dargestellten
Ausführungsformen zweischichtig ausgebildet ist.
[0073] Es versteht sich natürlich, dass es bei allen dargestellten Ausführungsformen auch
möglich ist, eine größere oder kleinere Anzahl an Schichten bei der oberen Schicht
3 oder der unteren Schicht 6 vorzusehen.
[0074] Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform weist die obere Schicht 3 eine außenliegende
Schicht 3a auf, bei der es sich um eine Vinyl- und/oder PUR- und/oder PP-Nutzschicht
handeln kann. Unterhalb der außenliegenden Schicht 3a befindet sich eine weitere Schicht
3b, bei der es sich um ein bedrucktes Dekorpapier handelt. Nicht dargestellt ist,
dass die weitere Schicht 3b über eine Klebschicht mit der Trägerplatte 2 verbunden
ist. Im übrigen kann auch eine Klebschicht zwischen der weiteren Schicht 3b und der
außenliegenden Schicht 3a vorgesehen sein.
[0075] Statt der Ausbildung der weiteren Schicht 3b als Dekorpapier kann es sich bei der
weiteren Schicht 3b auch um einen bedruckten Vinylträger handeln. Bedarfsweise sind
dann die vorgenannten nicht dargestellten Klebschichten vorgesehen.
[0076] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass die außenliegende Schicht 3a als Korundoverlay
ausgebildet ist, unter der sich eine bedruckte Dekorpapierschicht befindet, die imprägniert,
das heißt beharzt ist. Die Verbindung zur Trägerplatte 2 erfolgt dann über das Harz
der weiteren Schicht 3b.
[0077] Alternativ ist es auch möglich, dass oberseitig als außenliegende Schicht 3a eine
Lack-/Korundschicht vorgesehen ist, die auf eine darunterliegende Papier- oder Vinylträgerschicht
aufgebracht ist.
[0078] Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform ist die außenliegende Schicht 3a
auf eine als Schutzoverlay ausgebildete weitere Schicht 3b aufgebracht, an die sich
eine weitere Schicht 3c anschließt. Bei der Schicht 3b kann es sich im dargestellten
Ausführungsbeispiel um ein Schutzoverlay handeln, das auf eine beharzte, bedruckte
Dekorpapierschicht als weitere Schicht 3c aufgebracht ist.
[0079] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass die außenliegende Schicht 3a eine Strukturlackschicht
ist, während die weitere Schicht 3c ein bedruckbares Vlies sein kann, das verfestigt
oder aber nicht verfestigt ist. Auf die Vliesschicht als weitere Schicht 3c ist dann
ein digitaler Druck als weitere Schicht 3b aufgebracht. Statt des bedruckbaren Vlieses
als weitere Schicht 3c ist es auch möglich, eine Druckauflageschicht, beispielsweise
in Form eines Primers, vorzusehen.
[0080] Es wird darauf hingewiesen, dass die einzelnen dargestellten Schichten stets unter
Weglassung von etwaig notwendigen Klebschichten dargestellt sind. Die Klebeschichten
sind auch nicht als Teilschichten im Sinne der Erfindung zu verstehen.
[0081] Die in den Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsformen entsprechen den in den Fig.
3 und 4 dargestellten Ausführungsformen, jedenfalls soweit die obere Schicht 3 betroffen
ist. Ein Unterschied besteht darin, dass bei den Ausführungsformen der Fig. 3 und
4 die untere Schicht 6 einschichtig ausgebildet ist, während sie bei den Fig. 5 und
6 zweischichtig ausgebildet ist.
[0082] Bei der einschichtigen Ausgestaltung ist als untere Schicht 6 beispielsweise ein
Gegenzug aus Kork vorgesehen. Bei der zweischichtigen Ausgestaltung kann neben der
Korkschicht eine Vliesschicht vorgesehen sein, bei der es sich dann um ein nicht in
erfindungsgemäßer Weise verfestigtes Faservlies handelt. Dabei ist die Reihenfolge
der Anordnung der Korkschicht und der Faservliesschicht beliebig. Grundsätzlich könnte
auch eine Papierschicht als Gegenzug für sich oder in Verbindung mit einer oder beiden
vorgenannten Schichten vorgesehen sein.
[0083] in den Fig. 7 und 8 ist jeweils schematisch ein Teil einer Trägerplatte 2 dargestellt.
Bei der in Fig. 7 dargestellten Ausführungsform ist die Trägerplatte 2 zweischichtig
und weist eine obere Schicht 2a und eine untere Schicht 2b auf. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
handelt es sich jeweils um das gleiche Faservliesmaterial, wobei die obere Schicht
2a stärker komprimiert ist als die untere Schicht 2b. Die untere Schicht 2b ist damit
weicher als die obere Schicht 2a. Die in Fig. 7 dargestellte Ausführungsform eignet
sich insbesondere dann, wenn ein weiches Laufgefühl erzeugt werden soll. Dabei sorgt
die obere Schicht 2a dann für eine Druckverteilung über die Fläche der Platte 1, während
die Schicht 2b aufgrund ihrer besseren Komprimierbarkeit und geringeren Härte für
die Dämpfung beim Laufen/Gehen sorgt.
[0084] Bei der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsform sind die Eigenschaften der Trägerplatte
2 aus Fig. 7 um die Eigenschaften einer weiteren Schicht 2c erweitert. Allerdings
sind bewusst andere Dimensionierungen verwendet worden. Die Schicht 2c weist einen
hohen Verdichtungsgrad und eine hohe Dicke auf. Dies ist deshalb realisiert, da die
Schicht 2e zur Ausbildung der Verriegelungskontur dient. Dementsprechend ist die Dicke
der Schicht 2c größer als die maximale Höhe der Nut 5, so dass die Nut 5 in der Schicht
2c ausgebildet werden kann.
[0085] In den Fig. 9 bis 11 ist schematisch ein Teil einer Presseinrichtung 7 dargestellt.
Die Presseinrichtung 7 weist ein oberes Pressteil 8 und ein unteres Pressteil 9 auf.
Zwischen dem oberen Pressteil 8 und dem unteren Pressteil 9 befindet sich ein Formhohlraum
10. Bei der in den Fig. 9 bis 11 dargestellten Presseinrichtung 7 handelt es sich
um eine sogenannte Kurztaktpresse, die diskontinuierlich arbeitet. Dabei ist vorgesehen,
dass sowohl am oberen Pressteil 8 als auch am unteren Pressteil 9 Konturierungsmittel
zur Ausformung einer zumindest bereichsweise an der Platte 1 ausgebildeten Nut-Feder-Verbindung
vorgesehen sind. Konkret ist es bei der dargestellten Ausführungsform so, dass am
oberen Pressteil 8 eine Profilierung 11 vorgesehen ist, die den oberen Bereich bzw.
die obere Kontur der Feder 4 abbildet. Am unteren Pressteil 9 befindet sich ebenfalls
eine Profilierung 12, die einerseits einen Teil der Feder 4 und andererseits einen
Teil der Nut 5 abbildet. Des Weiteren befindet sich am unteren Pressteil 9 ein bewegbarer
Dorn 13, dessen Spitze bis in den Formhohlraum 10 verschiebbar ist. Die Spitze des
Dorns 13 ist derart profiliert, dass sie der Form des stirnseitigen Endes der Nut
5 entspricht.
[0086] Im Übrigen geht aus den Fig. 9 bis 11 der Verfahrensablauf bei der diskontinuierlichen
Herstellung einer Trägerplatte 2 hervor. Zunächst wird ein mattenförmiges Faservliesmaterial
als Ausgangs- oder Grundmaterial in den Formhahlraum 10 des unteren Pressteils 9 eingelegt.
Anschließend wird das obere Pressteil 8 herabbewegt. Dabei zeigt die Fig. 9 nur einen
Zwischenzustand. Die Herabbewegung des oberen Pressteils 8 erfolgt so lange, bis die
beiden Pressteile 8, 9 aufeinanderliegen, wie dies in Fig. 10 dargestellt ist. Das
Faservliesmaterial wird beim Verpressen kompaktiert. Das im Faservliesmaterial befindliche
Bindemittel reagiert unter dem Einfluss von Druck und Wärme und verfestigt das Faservliesmaterial
im komprimierten Zustand. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt sich ein Kompaktierungsgrad
zwischen 4:1 und 5:1. Nach einer vorgegebenen Pressdauer wird das obere Pressteils
8 nach oben bewegt, wie dies in Fig. 11 dargestellt ist. Gleichzeitig wird der Dorn
13 so weit eingefahren, dass dessen Spitze nicht mehr oder nur noch geringfügig in
den Formhohlraum 10 ragt. Anschließend kann die verfestigte Trägerplatte 2 der Presseinrichtung
7 bzw. dem Formhohlraum 10 entnommen werden.
[0087] Hinzuweisen ist noch darauf, dass statt eines bewegbaren Dorns 13 grundsätzlich auch
ein permanent in den Formhahlraum 10 ragender Dorn vorgesehen sein könnte. In diesem
Falle müsste die verfestigte Trägerplatte schräg dem Formhohlraum 10 bzw. der Presseinrichtung
7 entnommen werden.
[0088] Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass statt der in den Fig. 9 bis 11 dargestellten
Ausführungsform in der Presseinrichtung 7 nicht nur eine Trägerplatte 2, sondern auch
eine Platte 1 mit der oberen Schicht 3 und/oder der unteren Schicht 6 hergestellt
werden kann. Sofern sowohl eine obere Schicht 3 als auch eine untere Schicht 6 vorgesehen
sind, wird zunächst die untere Schicht 6 eingelegt, auf die dann die noch nicht komprimierte
Matte aus Faservlies aufgelegt wird. Auf diese wird wiederum die obere Schicht 3 aufgelegt.
Die Verpressung der oberen und/oder der unteren Schicht 3,6 mit Vliesmaterial, das
anschließend die Trägerplatte 2 bildet, erfolgt dann während der Kompaktierung bei
dem in Fig. 10 dargestellten Zustand.
[0089] Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich auch möglich ist, statt
nur einer einzelnen Platte 1 oder Trägerplatte 2 auch eine Grundplatte herzustellen,
die nach der Verfestigung des Faservlieses in eine Mehrzahl einzelner Platten 1 oder
Trägerplatten 2 aufgeteilt wird.
[0090] In Fig. 12 ist eine Draufsicht auf ein unteres Pressteil 9 einer Presseinrichtung
7 gezeigt, mit der eine Grundplatte mit 16 einzelnen Platten 1 hergestellt werden
kann. Das untere Pressteil 9 weist eine Reihe von Konturierungsmitteln in Form von
Profilierungen 14 auf, bei der es sich um längs- und querlaufende Vorsprünge handelt,
die letztlich die rechteckig ausgebildeten Platten 1 vordefinieren. Oberseitig sind
die Profilierungen zumindest bereichsweise an die Form der Verriegelungskontur, das
heißt der Feder 4 und/oder der Nut 5 der Platten 1, angepasst. Zu dem in Fig. 12 dargestellten
unteren Pressteil 9 korrespondiert ein nicht dargestelltes oberes Pressteil, das von
der Aufteilung her der Aufteilung des in Fig. 12 dargestellten unteren Pressteils
9 entspricht, wobei die dort vorgesehenen Profilierungen jedoch nicht notwendigerweise
den Profilierungen am gegenüberliegenden Pressteil entsprechen, sondern an die oberseitige
Profilierung der Feder 4 angepasst sind.
[0091] Im Übrigen versteht es sich, dass die dargestellte Ausgestaltung des unteren Pressteils
9 nur beispielhaft ist. Grundsätzlich kann das untere Pressteil 9 jegliche Anzahl
und Form an Fächern für Platten 1 aufweisen.
[0092] In Fig. 13 ist schematisch eine kontinuierlich arbeitende Presseinrichtung 7 dargestellt.
Diese weist als oberes und unteres Pressteil 8, 9 jeweils eine Walze auf, die im vorliegenden
Fall jeweils eine Profilierung 14 aufweist. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass
die Profilierung 14, die die Form eines umlaufenden Vorsprungs mit einer bedarfsweisen
Vorkonturierung in Anpassung an das Profil der Nut-Feder-Verbindung darstellt, grundsätzlich
auch weggelassen werden kann, so dass lediglich glatte, zylindrische Walzen zum Einsatz
kommen.
[0093] Aus der Fig. 13 ergibt sich schematisch auch die Art der Verfestigung. Der Presseinrichtung
7 bzw. den Walzen wird ein mit einem Bindemittel imprägniertes oder thermoplastische
Fasern aufweisendes Faservliesmaterial zugeführt, das zur Verfestigung kompaktiert
wird. Auch hierbei erfolgt unter einem vorgegebenen Druck und einer vorgegebenen Temperatur
eine Verfestigung, wobei auch hier ein Kompaktierungsgrad zwischen 4:1 und 5:1 erreicht
wird.
[0094] In Fig. 14 ist die nach dem Verfahren aus Fig. 13 hergestellte Trägerplatte 2 schematisch
dargestellt, die nach der Herstellung durch die Presseinrichtung 7 von dem hergestellten
Materialstrang abgetrennt worden ist. Es versteht sich, dass bei dem Verfahren entsprechend
Fig. 13 einzelne Trägerplatten 2 aber auch Grundplatten, die anschließend in einzelne
Platten 1 aufgeteilt werden, hergestellt werden können. Im Übrigen ist es auch beim
kontinuierlichen Verfahren möglich, nicht nur die Trägerplatte 2 über die als Walzeinrichtung
ausgebildete Presseinrichtung 7 herzustellen, sondern auch die Platte 1 als solche.
Hierbei läuft dann unmittelbar dem Walzenpaar 8, 9 die obere Schicht 3 und/oder die
untere Schicht 6 zu oder aber das Zulaufen der einzelnen Schichten 3, 6 erfolgt nach
dem Walzenpaar und vor Abtrennung der Grundplatte/Platte 1/Trägerplatte 2.
[0095] Während die in Fig. 14 dargestellte Trägerplatte 2 grundsätzlich als Möbelbauteil
verwendet werden kann, das anschließend oberseitig mit der oberen Schicht 3 und unterseitig
mit der unteren Schicht 6 versehen wird und auch randseitig mit entsprechenden Schichten
versehen sein kann, ist in Fig. 15 eine Trägerplatte 2 dargestellt, die randseitig
bearbeitet ist und an der entsprechende Verriegelungskonturen über eine Feder 4 und
eine Nut 5 vorgesehen sind. Anschließend können dann auf der Oberseite der Trägerplatte
2 die obere Schicht 3 und unterseitig die untere Schicht 6 vorgesehen werden. Bei
der in Fig. 14 dargestellten Ausführungsform, die sich insbesondere als Möbelbauteilplatte
eignet, kann vorgesehen sein, dass ober- und unterseitig sowie randkantenseitig eine
Lackbeschichtung als Schicht vorgesehen ist.
[0096] In Fig. 16 ist eine Vorderansicht der Presseinrichtung 7 aus Fig. 13 dargestellt.
Erkennbar sind die beiden äußeren Profilierungen 14 sowie die dazwischenliegende mittige
Profilierung 14 an den Walzen. Wenngleich dies im einzelnen nicht dargestellt ist,
sind die Profilierungen 14 an ihren Enden nicht V-förmig ausgebildet, sondern entsprechen
zumindest bereichsweise der Konturierung bzw. dem Profil der Nut-Feder-Verbindung
an der Ober- und Unterseite der Platte 1.
[0097] Die Ausführungsform gemäß Fig 17 unterscheidet sich von der in Fig. 16 dadurch, dass
auf den als Walzen ausgebildeten Pressteilen 8, 9 neben den in Drehrichtung längslaufenden
Profilierungen 14 zusätzliche querlaufende Profilierungen 15 vorgesehen sind, die
letztlich die Platten 1 oder Trägerplatten 2 einer herzustellenden Grundplatte mitdefinieren.
Auch die querlaufenden Profilierungen 15 sind auf ihrer Oberseite an das Profil bzw
die Kontur der Verriegelungskontur der Platte 1 zumindest bereichsweise angepasst.
[0098] Fig. 18 zeigt eine Queransicht der Presseinrichtung 7 aus Fig. 17.
Bezugszeichenliste;
[0099]
- 1
- Platte
- 2
- Trägerplatte
- 2a
- obere Schicht
- 2b
- weitere Schicht
- 2c
- weitere Schicht
- 3
- obere Schicht
- 3a
- außenliegende Schicht
- 3b
- weitere Schicht
- 3c
- weitere Schicht
- 4
- Feder
- 5
- Nut
- 6
- untere Schicht
- 7
- Presseinrichtung
- 8
- oberes Pressteil
- 9
- unteres Pressteil
- 10
- Formhohlraum
- 11
- Profilierung
- 12
- Profilierung
- 13
- Dorn
- 14
- Profilierung
- 15
- Profilierung