TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft ein Dämpfungssystem für ein Gleitbrett, insbesondere für ein
Schneegleitbrett für den Skisport, mit welchem ein möglichst effektives und unmittelbares
Dämpfen des Gleitbretts realisierbar ist. Insbesondere betrifft die Erfindung ein
Dämpfungssystem gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Gleitbrett mit einem Dämpfungssystem zwischen einer Bindung
und dem Gleitbrett und wahlweise auch mit einem Verbindungssystem. Das Dämpfungssystem
ist vorzugsweise für Schneegleiter vorgesehen und dazu geeignet, eine Relativbewegung
oder Vibrationen des Gleitbretts zu dämpfen oder auch abzufedern. Das optionale Verbindungssystem
ist für dieselbe Art von Schneegleitern vorgesehen und dazu geeignet, einen Schuh
auf dem Schneegleiter zu befestigen, insbesondere bei Alpinski, insbesondere auch
Rennski, insbesondere auch gemäß Weltcup-Sicherheitsnorm ("Equipment Rules FIS").
Das Verbindungssystem und/oder das Dämpfungssystem ist beispielsweise auch für den
Einsatz bei Freestyle- oder Rocker-Ski oder bei New School- Ski eingerichtet.
[0003] Die Erfindung betrifft insbesondere auch ein System, welches das Gleitbrett im dynamischen
Zustand besonders ruhig hält, Eigenresonanzschwingungen dämpfen kann und dabei möglichst
ungehindert frei flexen lässt. Das System kann zusätzlich zum Dämpfungssystem auch
das Verbindungssystem umfassen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0004] Die Patentschrift
DE 10 2012 206 881 B3 beschreibt eine Vorrichtung zum Verbinden einer Grundplatte mit einem Ski, wobei
die Grundplatte eine Ausnehmung mit einer schlitzförmigen Öffnung aufweist.
[0005] Die Patentanmeldung
DE 10 2006 034 869 A1 beschreibt einen Ski mit zwei Profilschienen mit Unterbrechungen, in welchen eine
Bindung durch Verschieben verriegelbar ist.
[0006] Die Offenlegungsschrift
DE 199 40 182 A1 beschreibt eine Dämpfung mit einem Hebel, mittels welchem das Maß eines wirksamen
Verschiebehubs verändert werden kann. Der Hebel dient insbesondere zur Vergrößerung
des Hubs. Die Montage erfolgt dabei direkt an einer Bindungsplatte, so dass eine Längsbewegung
der Bindungsplatte gedämpft wird. Die Vergrößerung des Hubs kann den vergleichsweise
kleinen Relativbewegungen der Bindungsplatte Rechnung tragen.
[0007] Die Offenlegungsschrift
DE 102 16 056 A1 beschreibt eine Dämpfungseinrichtung, bei welcher zwei Dämpfungselemente in einer
Aufnahme einer Basisplatte bzw. in einem separaten Widerlager angeordnet sind. Die
Dämpfungseinrichtung ist speziell in Hinblick auf die Art der Basisplatte ausgebildet.
[0008] Die Patentschrift
US 5,931,480 A beschreibt ein Dämpfungssystem mit Hebelmechanismus. Die Veröffentlichung
WO 2007/022923 A2 beschreibt einen Dämpfer, der mittels eines Kniehebels an einem Ski gelagert ist.
Diese Patentschrift offenbart ein Dämpfungssystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Im Stand der Technik werden Dämpfungssysteme für Gleitbretter beschrieben, die
mit einer Bindungsplatte zusammenwirken und über die relative Bewegung der Bindungsplatte
oder Lagerpunkte der Bindungsplatte betätigt werden. Es wird eine vergleichsweise
kleine Relativbewegung hervorgerufen. Der jeweilige Dämpfer ist am Ski abgestützt.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich im Gegensatz dazu auf eine Vorrichtung oder
ein System, welche(s) eine Bewegung des Gleitbretts auch im dynamischen Zustand besonders
gut und unmittelbar abdämpft und dabei das Gleitbrett wahlweise auch freier flexen
lassen kann als dies bisher möglich war. Dabei können große Hübe erzeugt werden und
die Dämpfung kann vergleichsweise sensibel und unmittelbar erfolgen.
[0009] Aufgabe ist, ein Dämpfungssystem wahlweise in Verbindung mit einem Verbindungssystem
bereitzustellen, welches eine möglichst direkte Dämpfung sicherstellen kann, insbesondere
auch in Verbindung mit einer guten Steuerbarkeit des Gleitbretts durch einen (Ski-)Fahrer.
Dabei soll möglichst auch eine besonders exakte Dämpfung oder eine für bestimmte Fahrsituationen
ausgelegte Dämpfung realisierbar sein. Insbesondere kann die Aufgabe auch darin gesehen
werden, ein System für ein Gleitbrett zu konzipieren, bei welchem ein Dämpfer auf
besonders effektive Weise an der Schnittstelle zwischen dem Gleitbrett und einer Bindungsplatte
wirkt, selbst wenn ungehindertes Flexen des Gleitbretts zu einem optimiertem Fahrverhalten
führen soll, insbesondere auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten im Rennsport. Denn
das Fahrverhalten ist stark abhängig von den Dämpfungseigenschaften des Gleitbretts,
und die Kontrolle des Gleitbretts soll nicht dadurch erschwert werden, dass das Gleitbrett
bei besonders freiem Flex nicht gut gedämpft werden kann. Dabei ist es vorteilhaft,
insbesondere auch in Hinblick auf eine Anwendung im Breitensport, wenn auch eine kostengünstige
Bauform bzw. Herstellung der Vorrichtung bzw. des Systems sichergestellt werden kann,
und/oder wenn die Teileanzahl niedrig gehalten werden kann, und/oder wenn das Dämpfungssystem
auf einfache Weise an einen bestimmten Einsatzzweck oder Fahrer angepasst werden kann.
Letztlich ist auch ein einfacher Aufbau des Dämpfungssystems bzw. eine hohe Robustheit
und damit Belastbarkeit vorteilhaft.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Dämpfungssystem gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen erläutert.
[0011] Ein Dämpfungssystem für ein Gleitbrett, insbesondere für ein Schneegleitbrett für
den Skisport, umfasst dabei eine sich längs einer Längsachse des Gleitbretts erstreckende
Grundplatte mit einer Oberseite, auf welcher ein Schuh oder eine Bindung anordenbar
ist, und mit einer unteren Schnittstelle zum Gleitbrett, an welcher die Grundplatte
in mindestens einem Montagepunkt am Gleitbrett drehbar gelagert ist, sowie einen Dämpfer
eingerichtet zum Dämpfen einer Relativbewegung zwischen dem Gleitbrett und der Grundplatte.
[0012] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass der Dämpfer unabhängig von einer Lagerung
der Grundplatte in einem Punkt ungleich dem Montagepunkt vor und hinter der Grundplatte
am Gleitbrett abstützbar ist, insbesondere über ein jeweils im vorderen und/oder hinteren
Bereich des Gleitbretts angreifendes kraft- bzw. bewegungsübertragendes Element, wobei
die zu dämpfende Relativbewegung übersetzungsfrei auf den Dämpfer übertragbar ist,
und wobei der Dämpfer an der Grundplatte gehalten ist. Dabei ist der Dämpfer eingerichtet,
eine Dämpfung einer Relativbewegung zwischen dem Gleitbrett und dem Dämpfer sicherzustellen.
Das kraftübertragende Element kann dabei unabhängig von der Grundplatte und separat
angeordnet sein. Der Dämpfer selbst kann dabei frei vom Gleitbrett angeordnet sein.
[0013] Mit anderen Worten: Nicht die Grundplatte betätigt den Dämpfer, sondern wenigstens
ein zusätzliches kraft- bzw. bewegungsübertragendes Element wie z.B. eine Schubstange,
welches in einem Punkt möglichst weit vorne oder hinten ans Gleitbrett gekuppelt sein
kann. Eine Bewegung des Gleitbretts relativ zur Grundplatte kann über dieses Element
bzw. eine oder mehrere Schubstangen vom Dämpfer gedämpft werden, bevor die Bewegung
auf die Grundplatte übertragen wird. Die Relativbewegung der Schubstangen ist größer
als eine Relativbewegung zwischen dem Gleitbrett und der Grundplatte, so dass der
Dämpfer besonders effektiv wirken kann oder exakt eingestellt werden kann. Ein Biegen/Flexen
des Gleitbretts wird gedämpft, noch bevor ein Stoß in die Grundplatte eingeleitet
wird. Der Fahrer steht dadurch vergleichsweise ruhig auf dem Gleitbrett. Die Dämpfungsfunktion
ist dabei weitgehend unabhängig von einer Relativbewegung zwischen der Grundplatte
und dem Gleitbrett.
[0014] Im Gegensatz dazu erfolgt bei vielen vorbekannten Dämpfungssystemen eine Betätigung
des Dämpfers über die Grundplatte. Die Dämpfung ist vergleichsweise ineffektiv, da
nur kleine Relativbewegungen der Grundplatte bzw. nur kleine Hübe gedämpft werden
können. Oder aber es muss eine Hebelmechanik oder andere Übersetzung vorgesehen sein.
[0015] Die Abstützung des Dämpfers unabhängig von der Grundplatte bzw. in Punkten weit vor
oder hinter der Grundplatte ermöglicht auch, die Grundplatte möglichst frei beweglich
relativ zum Gleitbrett am Gleitbrett zu lagern, was freien Flex begünstigt. Dies ermöglicht
ein besonders bewegungsfreies Lagern der Grundplatte am Gleitbrett, sei es in Längsrichtung
und/oder in Höhenrichtung. Die Grundplatte kann vom Gleitbrett entkoppelt werden oder
sich relativ zum Gleitbrett verlagern, ohne dass dies notwendigerweise die Art der
Dämpfung beeinflusst. Das Halten des Dämpfers an der Grundplatte erlaubt eine Entkopplung
vom Gleitbrett. Der Dämpfer kann einer Relativbewegung der Grundplatte folgen und
dabei auch durch die Grundplatte ausgerichtet werden.
[0016] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist das Dämpfungssystem eingerichtet,
einen Kraftfluss auf einem Pfad vom Punkt vor und/oder hinter der Grundplatte vom
Gleitbrett zunächst über den Dämpfer und erst dann in die Grundplatte zu leiten. Hierdurch
kann die Grundplatte auf einfache Weise vom Gleitbrett entkoppelt werden, ohne dadurch
die Dämpfungsfunktion zu beeinflussen.
[0017] Der Dämpfer wirkt bevorzugt über wenigstens eine in einem vorderen oder hinteren
Bereich des Gleitbretts angreifende Schubstange mit dem Gleitbrett zusammen. Die Bewegung
eines solchen kraftübertragenden Elements kann dabei direkt - übersetzungsfrei - auf
einen Hubkolben bzw. ein Dämpfungsmedium des Dämpfers übertragen werden. Die Schubstange
kann dabei ganz nach vorne bis zu einer Spitze bzw. Bug des Gleitbretts bzw. ganz
nach hinten bis zu einem Ende bzw. Heck des Gleitbretts verlaufen.
[0018] Als "Gleitbrett" ist dabei bevorzugt eine Vorrichtung zu verstehen, mittels welcher
sich ein Individuum auf einem Untergrund wie z.B. Schnee, Eis oder auch Sand gleitend
fortbewegen kann. Hierzu kann das Individuum wahlweise ein oder mehrere Gleitbretter
verwenden.
[0019] Als "Grundplatte" ist dabei bevorzugt eine Bindungsplatte oder eine Einrichtung zu
verstehen, die eingerichtet ist, eine Bindung oder sonstige Einrichtung zur Aufnahme
eines Schuhs oder Fußes in einer vordefinierbaren Position an ein Gleitbrett zu kuppeln.
Die Grundplatte kann dabei im Wesentlichen starr ausgebildet sein. Eine bestimmte
Biege- oder Dämpfungscharakteristik der Grundplatte ist nicht erforderlich.
[0020] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer oberhalb vom Gleitbrett
und unterhalb von der Grundplatte oder in der Grundplatte angeordnet, wobei der Dämpfer
bevorzugt frei vom Gleitbrett angeordnet ist. Diese Anordnung ermöglicht eine Dämpfung
von unterschiedlichen Relativbewegungen auf einfache Weise. Zudem kann der Dämpfer
in einer vorteilhaften Position angeordnet sein, selbst wenn das Gleitbrett stark
flext.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist im belasteten Zustand ein Abstand zwischen
der unteren Schnittstelle und der Oberfläche des Gleitbretts einstellbar, insbesondere
ein Abstand von mindestens 15mm, beispielsweise ca. 20mm. Hierdurch kann sichergestellt
werden, dass eine Biegung des Gleitbretts nicht durch die Grundplatte oder den Dämpfer
beeinflusst wird.
[0022] Dabei kann in jenen Abschnitten der Grundplatte, welche die Montagepunkte vorne bzw.
hinten überlappen, jeweils auch im unbelasteten Zustand ein Abstand oder zumindest
ein Radius vorgesehen sein, insbesondere um einen Freiraum zu schaffen, in welchem
eine Relativbewegung des Gleitbretts erfolgen kann. Die Grundplatte kann dabei zwecks
Weiterleitung von Kräften und Stößen (drei- bis fünffache Erdbeschleunigung bei Sprüngen)
direkt auf dem Gleitbrett aufliegen, zumindest seitlich außen insbesondere im Bereich
von Laschen, und kann eine Kavität zur Anordnung eines/des Dämpfers bereitstellen.
Nach oben und nach unten hin kann die Grundplatte im Bereich der Kavität offen sein.
[0023] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer an der Grundplatte
unter der Grundplatte gehalten. Der Dämpfer kann z.B. mittels einer Mantelfläche an
der Unterseite der Grundplatte oder in einer entsprechenden Kavität anliegen. Dabei
kann der Dämpfer form- und/oder kraftschlüssig mit der Grundplatte verbunden sein,
insbesondere über eine Klemmschelle oder Klemmlasche. Dies ermöglicht auch eine einfache
(De-)Montage.
[0024] Der Kraftschluss kann dabei z.B. durch eine Montageverbindung zwischen dem Dämpfer
und der Grundplatte sichergestellt werden. Der Formschluss kann z.B. durch eine entsprechende
Ausnehmung in der Grundplatte erzielt werden, insbesondere um alle über die Schubstange
eingeleiteten Kräfte direkt auf den Dämpfer zu übertragen. Die Ankopplung an die Grundplatte
und die Entkoppelung vom Gleitbrett ermöglicht auch ein gutes, direktes Fahrgefühl
bei einer besonders frei beweglichen Grundplatte.
[0025] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer frei vom Gleitbrett
angeordnet, insbesondere beabstandet von einem Abschnitt des Gleitbretts unter der
Grundplatte. Der Dämpfer kann in einer Höhenrichtung relativ zum Gleitbrett verlagerbar
sein. Dies ermöglicht eine Entkopplung des Dämpfers vom Gleitbrett, so dass der Dämpfer
sich mit der Grundplatte vom Gleitbrett weg bewegen kann. Dies ermöglicht auch eine
Höhenanpassung. Der Dämpfer ist dann nur über kraftübertragende Elemente in festen
Punkten in einem vorderen und/oder hinteren Bereich des Gleitbretts an das Gleitbrett
gekuppelt, insbesondere an entsprechenden Bohrungen oder Langlöchern. Der Dämpfer
kann dabei fest an der Grundplatte montiert/fixiert sein, obgleich die Dämpfungswirkung
im Wesentlichen über die Schubstangen übertragen werden kann.
[0026] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist die zu dämpfende Relativbewegung
übersetzungsfrei auf den Dämpfer übertragbar, wobei die Dämpfungsfunktion durch den
Betrag der Relativbewegung des entsprechenden kraft- bzw. bewegungsübertragenden Elements
sichergestellt ist. Dies liefert einen sehr direkten Mechanismus ohne Hebel oder Umlenk-Mechanik.
Dies begünstigt auch eine leichte Einstellbarkeit.
[0027] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer oder zumindest eine
Dämpfungsfunktion des Dämpfers leerhubfrei, insbesondere lastausleitend leerhubfrei,
insbesondere durch die Verwendung von einer oder mehreren Membranen. Dies liefert
Vorteile bei den Fahreigenschaften und auch bei der Ausgestaltung der auf den Dämpfer
wirkenden Elemente, insbesondere bei der Anordnung oder Auswahl einer geeigneten Länge
der Schubstangen. Ohne Leerhub oder dank stark vermindertem Leerhub kann eine Schubstange
kürzer gehalten werden. Die leerhubfreie Betriebsweise liefert auch Vorteile hinsichtlich
Fahreigenschaften und möglichst direktem Fahrgefühl. Es kann auch eine Dämpfung von
nur kleinen Relativbewegungen bzw. Vibrationen des Gleitbretts erfolgen.
[0028] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer eingerichtet, zwei
Dämpfungsfunktionen in entgegengesetzten Richtungen zu erfüllen, wobei die Dämpfungsfunktionen
bevorzugt unabhängig voneinander sind und/oder einstellbar sind, wobei der Dämpfer
bevorzugt zwischen zwei die zu dämpfende Kraft bzw. Bewegung übertragenden Elementen
angeordnet ist, insbesondere zwischen zwei Schubstangen des Dämpfungssystems, bevorzugt
zumindest annähernd mittig in Längsrichtung unter der Grundplatte. Dabei kann der
Dämpfer eine richtungsabhängige und/oder bewegungsabhängige, einstellbare Dämpfungscharakteristik
aufweisen, insbesondere eine in entgegengesetzten Richtungen unterschiedliche Dämpfungscharakteristik.
Eine Dämpfungscharakteristik des Dämpfers kann beispielsweise durch mindestens eine
der folgenden Anordnungen festgelegt sein: eine vordere der Schubstangen ist lasteinleitend
ungedämpft am Dämpfer gelagert; und/oder die vordere Schubstange ist lastausleitend
gedämpft am Dämpfer gelagert; und/oder eine hintere der Schubstangen ist lasteinleitend
gedämpft am Dämpfer gelagert; und/oder die hintere Schubstange ist lastausleitend
ungedämpft am Dämpfer gelagert.
[0029] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer auch um 180° gedreht
montierbar und/oder gegenüberliegende Enden oder Kupplungspunkte des Dämpfers sind
symmetrisch zueinander ausgebildet. Hierdurch kann eine Dämpfungscharakteristik auf
einfache Weise invertiert werden.
[0030] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der Dämpfer mittels eines Zwischenelements,
bevorzugt mittels einer Kolbenstange, mit dem (jeweiligen) kraftübertragenden Element
verbunden, insbesondere einstellbar über eine Gewindekupplung, wobei bevorzugt die
Härte des Gleitbretts über die Gewindekupplung einstellbar ist, bevorzugt manuell.
Die Härte kann durch den Fahrer selbst eingestellt werden. Der Fahrer ist nicht auf
Werkseinstellungen beschränkt.
[0031] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist wenigstens eine Dämpfungsfunktion
des Dämpfers zu- oder abschaltbar, insbesondere durch Formschluss bzw. mittels eines
Formschlusselementes. Dies ermöglicht einen zuverlässigen robusten reversiblen Mechanismus
zum Einstellen des Dämpfers.
[0032] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel sind eine oder zwei Dämpfungsfunktionen
des Dämpfers jeweils wahlweise lasteinleitend oder lastausleitend dämpfend einstellbar,
insbesondere richtungsabhängig in Abhängigkeit von einer Dämpfungsrichtung, insbesondere
durch Drehen einer Membran oder einer Kolbenstange des Dämpfers bzw. eines jeweiligen
Dämpfungselementes. Durch diese Einstellbarkeit ergeben sich viele Varianten einer
Dämpfungscharakteristik, insbesondere mindestens vier Varianten je Dämpfungselement:
lasteinleitend (un-)gedämpft bzw. lastausleitend (un-)gedämpft.
[0033] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist der Dämpfer mindestens eine Membran
auf und ist mittels der mindestens einen Membran steuerbar oder einstellbar, wobei
die Membran bevorzugt formschlüssig, insbesondere verdrehfest, in wenigstens zwei
vordefinierbaren Drehpositionen positionierbar ist, insbesondere mittels einer Kolbenstange.
[0034] Bevorzugt weist die Membran eine Durchführung für eine Kolbenstange auf, so dass
die Membran an der Kolbenstange angeordnet und geführt werden kann. Bevorzugt weist
die Membran einen Durchlass, insbesondere eine Öffnung, für das Dämpfungsmedium auf.
Die Membran kann Durchführungen oder Öffnungen oder Löcher aufweisen, welche deckungsgleich
zu entsprechenden Durchführungen, Öffnungen oder Löchern im entsprechenden Hubkolben
des Dämpfers ausgebildet sind. Bevorzugt weist der Dämpfer zwei Membranen auf, bei
welchen die vordere und die hintere Membran gleich große Öffnungen für den Durchlass
des Dämpfungsmediums aufweisen, um gedämpft einzufedern. Wenn der Hubkolben in Richtung
der Membran-Seite bewegt wird, kann die Membran das größere Durchflussloch des Hubkolbens
schließen/abdichten. Wird der Hubkolben in die andere Richtung bewegt, so drückt das
Dämpfungsmedium die Membran vom Hubkolben weg, so dass das Dämpfungsmedium ungehindert
durch den Hubkolben fließen kann und ungedämpft und mit geringem Widerstand bewegt
werden kann.
[0035] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist das Dämpfungssystem zwei Dämpfungseinrichtungen
und ein Federelement auf, wobei der Dämpfer als ein Drei-Funktions-Dämpfer ausgebildet
ist, welcher eine Federfunktion und zwei Dämpfungsfunktionen erfüllt. Dies liefert
auch Vorteile in Hinblick auf eine spezifische Einstellung der Dämpfungseigenschaften
des vorderen oder hinteren Abschnitts des Gleitbretts. Das Federelement ist bevorzugt
zwischen zwei Dämpfungselementen angeordnet, insbesondere zwischen zwei Hubkolben.
[0036] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist der Dämpfer zwei Hubkolben auf,
zwischen welchen ein/das Federelement angeordnet ist, wobei mittels des Federelements
die Härte oder Biegesteifigkeit des Gleitbretts einstellbar ist, insbesondere durch
Einstellen der relativen Position des mindestens einen kraftübertragenden Elements
in Längsrichtung relativ zum Federelement. Diese serielle Anordnung von drei Komponenten
des Dämpfers ermöglicht ein zweckdienliches Zusammenwirken von drei Funktionen, insbesondere
auch bei vorteilhafter Bauform bei einer Anordnung unter der Grundplatte oder in der
Grundplatte.
[0037] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist die untere Schnittstelle für eine
vordefinierbare Relativbewegung zwischen der Grundplatte und dem Gleitbrett in Abhängigkeit
von einer Biegung des Gleitbretts eingerichtet, insbesondere durch eine relative Drehbewegung
der Grundplatte um mindestens einen Montagepunkt am Gleitbrett, wobei der Dämpfer
eingerichtet ist, zusätzlich zur Relativbewegung zwischen dem Gleitbrett und dem Dämpfer
auch die Relativbewegung zwischen der Grundplatte und dem Gleitbrett zu dämpfen. Hierdurch
kann die Grundplatte gedämpft am Gleitbrett gelagert werden, selbst wenn die Grundplatte
bewegungsfrei in Längs- und Höhenrichtung gelagert ist. Dabei kann auch bei einem
starken translatorischen Ausgleich eine Dämpfung des Gleitbretts über die Grundplatte
erfolgen, zumindest zu einem kleinen Teil.
[0038] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung weist das Dämpfungssystem ein Verbindungssystem
mit einer Kulissenführung auf, wobei die untere Schnittstelle für eine Höhenanpassung
einer Höhenposition der Grundplatte in einer Höhenrichtung orthogonal zur Längsachse
eingerichtet ist, insbesondere indem die Grundplatte längs der Längsachse in der Kulissenführung
bzw. entlang einer Führungsbahn verlagerbar relativ zum Gleitbrett lagerbar ist. Dabei
kann die Grundplatte in mindestens einem Montagepunkt drehbar lagerbar sein. Hierdurch
kann zum einen sichergestellt werden, dass das Gleitbrett sich im dynamischen Zustand
über die gesamte Länge des Gleitbrettes durchbiegen kann bzw. ungehindert frei flexen
kann. Zum anderen kann sichergestellt werden, dass ein Fahrer des Gleitbretts beim
Biegen des Gleitbretts in eine vorteilhafte Höhenposition gebracht wird. Durch diesen
Höhenausgleich kann der Schwerpunkt eines Fahrers des Gleitbretts in Höhenrichtung
ausgeglichen werden, und zwar automatisch mit dem Längenausgleich. Dank des Höhenausgleichs
kann die Oberseite der Grundplatte im dynamischen Fahr-Zustand mindestens 10mm oder
sogar 15mm, 16mm höher sein als ohne Höhenanpassung bzw. als im statischen Zustand.
Ein Skischuh kann dadurch deutlich besser von der Piste beabstandet angeordnet werden
als bei einem Verbindungssystem ohne Höhenausgleich.
[0039] Dabei kann der Dämpfer derart unter der Grundplatte angeordnet sein, dass der Höhenausgleich
eine Dämpfung nicht beeinträchtigt. Vielmehr kann der Dämpfer mittels der Grundplatte
in eine hinsichtlich Kraftwirkungspfaden vorteilhafte Position in größerem Abstand
zum Gleitbrett verlagert werden, insbesondere bei starker Biegung des Gleitbretts.
[0040] Im Rennsport ist die Höhe der Standposition in Bezug auf die Skipiste auf einen maximale
Wert unter statische Bedingungen limitiert (Weltcup-Sicherheitsnorm; insbesondere
max. 50 mm zwischen Skiunterseite und Oberseite der Grundplatte). Die erfindungsgemäß
Höhenanpassung kann im dynamischen Zustand beim Fahren eine über diesem maximalen
Wert liegende Standposition bewirken und ermöglicht daher z.B. stärkere Kurvenlagen.
Diese Art Kupplung oder Schnittstelle ermöglicht auch eine Art Kaskadensteuerung der
Position des Skifahrers, oder eine Art Kaskadensteuerung des Fahrverhaltens oder des
Gleitbretts durch den Fahrer, oder eine Kaskadensteuerung der Abhängigkeit zwischen
Längen- und Höhenausgleich. Die Kaskadensteuerung kann auch als Kulissensteuerung
beschrieben werden, da ein Montagepunkt in einer Kulisse, in einem Schlitz oder in
einer Nut oder entlang einer Kontur oder Kurve geführt werden kann. Der Begriff "Kaskadensteuerung"
kann sich dabei auch auf eine Kontrolle des Fahrverhaltens durch den Fahrer beziehen,
insbesondere da die Stärke der Biegung und damit die Translation und die Höhenposition
durch den Druck einstellbar ist, welchen der Fahrer auf das Gleitbrett ausübt. Dabei
kann der Begriff "Kaskade" auch auf eine schrittweise, aufeinanderfolgende Änderung
Bezug nehmen.
[0041] Die untere Schnittstelle kann dabei wenigstens zwei starre Drehachseneinheiten aufweisen,
wobei eine davon (bevorzugt die hintere Drehachseneinheit) über eine beliebige, sich
auch in Höhenrichtung erstreckende Kulisse oder Kontur eine translatorische Relativbewegung
zwischen dem flexenden Gleitbrett und der festen Grundplatte ausgleichen kann. Die
Bindung ist zwar fest mit dem Gleitbrett verbunden, gestattet jedoch über die gesamte
Länge des Gleitbrettes das Durchbiegen bzw. Flexen des Gleitbretts. Diese beliebige
Form/Kontur kann z.B. konkav oder konvex sein, eine Hyperbel, Ellipse oder ein Kreissegment
sein wie auch eine schiefe Ebene. Die Kontur erstreckt sich zumindest abschnittsweise
auch in Höhenrichtung, um die Höhenanpassung zu ermöglichen. Bei bisher bekannten
Systemen wird eine translatorische Relativbewegung ausschließlich über sich eindimensional
erstreckende Langlöcher ermöglicht, wodurch keine Höhenanpassung realisierbar ist
und zudem (insbesondere bei stärkerem Flex) eine hohe Reibung auftritt, welche das
freie Ausbilden einer Biegelinie behindert.
[0042] Der Schneegleiter, insbesondere Alpin Ski umfasst einen langgestreckten Skikörper
und kann ferner ein in die Grundplatte integriertes Dämpfungselement vorne und ein
weiteres Dämpfungselement für den hinteren Teil des Skikörpers mit unterschiedlicher
Charakteristik umfassen. Das Dämpfungssystem weist bevorzugt mindestens drei Funktionen
auf (Drei-Funktions-Dämpfer).
[0043] Die Patentschrift
US 5,129,668 A beschreibt eine Mechanik mit einem Hebel, welcher eine Translation und eine Rotation
eines Montagepunktes einer Bindungsplatte relativ zum Ski ermöglicht. Die Bindungsplatte
kann dadurch vom Ski entkoppelt werden, jedoch wirkt der Hebel einem freien Flexen
des Skis entgegen und verhindert damit den gewünschten freien Flex im dynamischen
Zustand. Zudem kann bei dieser Mechanik keine zufriedenstellende Dämpfung realisiert
werden.
[0044] Im Stand der Technik sind meist nur Bindungsplatten beschrieben, die nur in Abhängigkeit
von der Schuhgröße oder der Länge der Bindungsplatte eine unterbrochene Biegelinie
bzw. einen beeinflussten oder behinderten Flex des Gleitbretts (Skis) ermöglichen,
d.h. je größer die Schuhgröße oder je länger die Bindungsplatte, desto länger die
Fläche, in der kein Flex im dynamischen Zustand möglich ist. Damit wird die Möglichkeit,
mit dem Gleitbrett bestimmte Kurvenradien zu fahren oder bestimmte Unebenheiten auszugleichen,
auf recht nachteilige Weise beschränkt. Beim Skifahren erfolgt die Lasteinleitung
über den Skischuh (bzw. die Sohle). Der Skischuh drückt vorne und hinten auf die Grundplatte
und versteift den Ski dadurch. Allein aufgrund der Steifigkeit des Skischuhs ist keinerlei
Verformung möglich, selbst wenn die Grundplatte flexibel wäre. Der von der Bindung/Grundplatte
bedeckte Teil des Skis, in der Regel ca. 60cm, ist daher absolut steif. Nur vor oder
hinter der Bindung bzw. Grundplatte ist ein Flexen des Skis möglich. Bei herkömmlichen
Systemen wird der versteifende Einfluss der Bindung auf den Ski noch stärker und nachteiliger,
wenn der Ski kürzer wird.
[0045] Die vorliegende Erfindung hingegen kann bei optimierter Dämpfung auch einen freien
dynamischen Flex des Schneegleitbrettes über die gesamte Länge ermöglichen, unabhängig
davon, wie groß/steif der Skischuh oder wie lang die Bindungsplatte ist. Das Gleitbrett
kann frei über die gesamte Länge biegen, so dass das gesamte Gleitbrett einen einheitlichen
Krümmungsradius aufweisen kann. Dies ist auch bei großer Belastung des Gleitbretts
möglich. Erfindungsgemäß kann eine Vorrichtung bereitgestellt werden, welche das Schneegleitbrett
auf der gesamten Länge weitgehend unabhängig von einem Belastungszustand frei flexen
lässt und dabei auch sehr gute Fahreigenschaften ermöglicht und die Kontrolle über
das Gleitbrett verbessert. Auch kann das Gleitbrett flexibler und freier arbeiten,
um Unebenheiten auszugleichen. Dabei kann das freie Flexen unabhängig von der Länge
des Gleitbretts auf dieselbe vorteilhafte Weise sichergestellt werden. Die Festigkeit
oder Steifigkeit der Grundplatte/Bindungsplatte kann dabei weitgehend unabhängig von
den gewünschten Biegeeigenschaften des Gleitbretts gewählt werden. Nicht zuletzt durch
die vorteilhafte Anordnung und Anbindung des Dämpfers kann die Dämpfungsfunktion unabhängig
von dem Ausmaß einer Höhenanpassung in unterschiedlichen Belastungszuständen sehr
effektiv und direkt wirken.
[0046] Auch kann durch die höhere Höhenposition die Grundplatte besser vom Ski beabstandet
werden. Mit anderen Worten: Auch bei starker Biegung behindert die Grundplatte den
Ski nicht. Dies hat insbesondere auch in Hinblick auf eine Anordnung der Montagepunkte
innerhalb der Sohlenlänge Vorteile. Die Kraftübertragung zwischen Fahrer und Ski kann
unabhängig vom Grad der Biegung immer an denselben Kraftangriffspunkten erfolgen.
Die erfindungsgemäße Kulissenführung ermöglicht damit auch eine besonders vorteilhafte
Anordnung der Kraftangriffspunkte am Gleitbrett unterhalb der Sohle eines Fahrers.
[0047] Als "Verbindungssystem" ist dabei bevorzugt ein System zu verstehen, welches eine
Anbindung eines (Ski-)Schuhs an das Gleitbrett sicherstellen kann. Das Verbindungssystem
kann dabei wahlweise auch eine Dämpfung oder ein Dämpfungssystem umfassen oder damit
zusammenwirken. Insbesondere kann das Verbindungssystem zusammen mit einem Dämpfungssystem
zu einem Gesamtsystem verbunden sein, welches an der unteren Schnittstelle zwischen
einem (Ski-)Schuh und dem Gleitbrett anordenbar ist.
[0048] Als "Kulissenführung" ist dabei bevorzugt eine Einrichtung zu verstehen, mittels
welcher die Grundplatte entlang eines vordefinierbaren Bewegungspfades, z.B. entlang
einer abschnittsweise geraden Linie und entlang einer Kurve, relativ zum Gleitbrett
geführt und bevorzugt gleichzeitig auch gelagert werden kann. Gemäß einer bevorzugten
Variante gibt die Kulissenführung zum einen den Bewegungspfad vor und stellt zum anderen
auch ein Lagerelement bzw. eine Lagerung für eine Translation bereit.
[0049] Die Kulissenführung kann eine in der Grundplatte oder in einer Montageplatte vorgesehene
Führung, Kontur bzw. Langloch aufweisen. Ist die Führung bzw. das Langloch an einer
entsprechenden Montageplatte vorgesehen, so kann eine korrespondierende Achse in der
Grundplatte gelagert bzw. abgestützt sein. Ist die Führung bzw. das Langloch an der
Grundplatte vorgesehen, so kann eine korrespondierende Achse an einer entsprechenden
Montageplatte gelagert bzw. abgestützt sein.
[0050] Bevorzugt ist die untere Schnittstelle zusätzlich zum Höhenausgleich einer relativen
Höhenposition der Grundplatte in einer Höhenrichtung orthogonal zur Längsachse auch
für einen vorbestimmten Längenausgleich einer relativen Längsposition der Grundplatte
am Gleitbrett in einer Längsrichtung eingerichtet. Durch den Längenausgleich kann
der Schwerpunkt eines Fahrers des Gleitbretts in Längsrichtung verlagert werden, wobei
bei Kurvenfahrten eine Vorwärtsbewegung unterstützt werden kann. Dies liefert insbesondere
im Rennsport Vorteile. Der Fahrer kann aus der Kurve heraus beschleunigen, insbesondere
beim Carven, wenn Zentrifugalkräfte in Vortrieb umgewandelt werden. Die Erfindung
ermöglicht stärkere Schräglage, höhere Zentrifugalkräfte und damit ein stärkeres Beschleunigen
aus der Kurve.
[0051] Gemäß einer Ausführungsform ist der Grad der Höhenanpassung an eine translatorische
Bewegung zwischen der Grundplatte und dem Gleitbrett gekoppelt, wobei die Kulissenführung
dazu eingerichtet ist, die Höhenposition als Funktion der translatorischen Bewegung
abschnittsweise oder vollständig entlang der Kulissenführung unterproportional, proportional
oder überproportional einzustellen. Hierdurch kann das Fahrverhalten individuell eingestellt
werden, sei es auf einen Fahrer, sei es in Bezug auf bestimmte Fahrsituationen oder
Belastungszustände. Die Kulissenführung kann auf einfache Weise mit einer spezifischen
Kontur bzw. Geometrie bereitgestellt werden und ermöglicht daher einen für bestimmte
Fahrer oder Bedingungen spezifischen translatorischen Bewegungspfad. Die Abhängigkeit
kann dabei z.B. mittels einer geradlinig schrägen Kontur proportional sein, oder mittels
einer schräg angeordneten und zusätzlich gekrümmten Kontur über- oder unterproportional.
[0052] Das Koppeln der Höhenanpassung an die Translation in Längsrichtung hat auch den Vorteil,
dass auch die Verlagerung in Höhenrichtung auf gedämpfte Weise erfolgen kann. Mit
anderen Worten: Der Dämpfer dämpft nicht nur das Gleitbrett, sondern auch die Relativbewegung
der Grundplatte und damit die Verlagerung des Schwerpunktes des Fahrers. Somit kann
ein besonders ruhiges Fahrverhalten sichergestellt werden.
[0053] Gemäß einer Ausführungsform ist die untere Schnittstelle derart ausgebildet, dass
die Grundplatte in Richtung der Längsachse translatorisch verlagerbar am Gleitbrett
montierbar ist, insbesondere in einem hinteren Montagepunkt. Hierdurch kann ein Längenausgleich
an einem vorteilhaften Montagepunkt erfolgen. Die Translation im hinteren Montagepunkt
begünstigt dabei auch eine Beschleunigung des Fahrers bzw. eine Führung des Skis,
insbesondere in Kurvenfahrten. Bei einer Translation am hinteren Montagepunkt wird
die Grundplatte bei einem Biegen des Gleitbretts nach hinten verlagert, da sich der
Abstand zwischen in Längsrichtung versetzt am Gleitbrett vorgesehenen Montagepunkten
verkleinert. Eine Drehachse verlagert sich dabei in der Kulissenführung nach vorne.
[0054] Gemäß einer Ausführungsform ist die untere Schnittstelle für eine unabhängig von
der Grundplatte dynamisch frei veränderbare Biegelinie des Gleitbretts eingerichtet
und derart mit dem Gleitbrett verbindbar, dass sich die Biegelinie entkoppelt von
der Grundplatte ausbilden kann, insbesondere mit einem einheitlichen Biegeradius entlang
des Gleitbretts. Die Biegelinie ist beim Fahren dynamisch frei veränderbar, ohne von
der Schnittstelle bzw. der Grundplatte beeinflusst zu werden. Ein einheitlicher Biegeradius
liefert ein ruhiges Fahrverhalten und kann auch eine Beschleunigung des Fahrers begünstigen,
insbesondere beim Fahren aus einer Kurve heraus. Dabei kann die Grundplatte an der
Unterseite hinten und/oder vorne geometrisch so ausgebildet sein, insbesondere nach
oben gewölbt oder angeschrägt, dass das Gleitbrett auch hinter dem hinteren oder vor
dem vorderen Drehpunkt/Montagepunkt frei nach oben flexen kann, ohne die Grundplatte
zu berühren. Insbesondere kann die Grundplatte am jeweiligen Ende verjüngt oder angefast
sein.
[0055] Die Grundplatte kann unabhängig von einer bestimmten Biegesteifigkeit des Gleitbretts
als eine im Wesentlichen starre, unflexible Grundplatte ausgebildet sein.
[0056] Gemäß einer Ausführungsform ist die Grundplatte an der unteren Schnittstelle an einem
ersten (bevorzugt vorderen) Montagepunkt ortsfest relativ zum Gleitbrett am Gleitbrett
drehbar lagerbar und an einem zweiten (bevorzugt hinteren) Montagepunkt relativ zum
Gleitbrett translatorisch verlagerbar, insbesondere axial in Längsrichtung verlagerbar,
am Gleitbrett lagerbar. Hierdurch kann zum einen eine feste Position der Grundplatte
am Gleitbrett sichergestellt werden, insbesondere am vorderen Montagepunkt, zum anderen
kann die Relativbewegung des Gleitbretts von der Grundplatte entkoppelt werden. Dies
kann auch eine besonders ruhige Position eines Fahrers sicherstellen. Die Grundplatte
muss keiner Bewegung/Biegung des Gleitbretts folgen. Im Gegensatz dazu wird die Grundplatte
bei einem Hebelmechanismus, wie in der Patentschrift
US 5,129,668 A beschrieben, beim dynamischen Arbeiten des Gleitbretts stark verlagert, was eine
unruhige Position und erschwerte Kontrolle zur Folge hat. Auch wirkt die Gewichtskraft
des Fahrers einem freien Flexen entgegen.
[0057] Gemäß einer Ausführungsform ist die translatorische Lagerung der Grundplatte in Höhenrichtung
und in Längsrichtung durch die Kulissenführung sichergestellt. Mit anderen Worten:
Die Kulissenführung ermöglicht das Abstützen und Stabilisieren der Grundplatte. Ein
zusätzliche Hebel oder irgendeine Mechanik mit bewegten Teilen ist nicht erforderlich.
Dies ist insbesondere in Hinblick auf Schnee und Eis oder andere Fremdkörper vorteilhaft.
Das System ist dadurch besonders robust.
[0058] Gemäß einer Ausführungsform weist die Kulissenführung eine Kontur auf, bei welcher
die Höhenanpassung beim Biegen des Gleitbretts eine mit zunehmender Biegung größer
werdende Standhöhe bewirkt, insbesondere überproportional oder unterproportional,
zumindest abschnittsweise. Hierdurch kann die Standhöhe eines Fahrers beim Biegen
erhöht werden, so dass eine größere Kurvenschräglage realisierbar ist. Dabei wird
auf ein Biegen um einen Punkt oberhalb des Untergrunds Bezug genommen. Die Kontur
kann an/in der Grundplatte oder an/in einer Montageplatte vorgesehen sein.
[0059] Gemäß einer Ausführungsform ist die Kulissenführung eingerichtet, wenigstens einem
spezifischen Radius einer Biegelinie des Gleitbretts eine genaue Höhenposition der
Grundplatte relativ zum Gleitbrett zuzuordnen. Dies ermöglicht eine Kontrolle der
Fahreigenschaften in Bezug auf spezifische Belastungszustände oder Fahrsituationen.
[0060] Bevorzugt sind ein erster (vorderer) Montagepunkt und ein zweiter (hinterer) Montagepunkt
der unteren Schnittstelle in einem Abstand zueinander angeordnet, welcher maximal
einer Länge eines Skischuhs entspricht oder einer Länge einer auf der Grundplatte
montierbaren Bindung entspricht. Dabei können z.B. drei unterschiedliche Bindungsplattengrößen
bzw. Grundplattengrößen vorgesehen sein, wobei der Abstand der Drehpunkte bzw. Montagepunkte
z.B. im Bereich von 200mm, 280mm und 350mm betragen kann. Diese Anordnung der Montagepunkte
kann zudem das Anordnen der kraftübertragenden Elemente bzw. Schubstangen erleichtern.
[0061] Gemäß einer Ausführungsform ist der Abstand von zwei Montagepunkten oder Drehachsen
am Gleitbrett in Längsrichtung zueinander maximal so groß wie oder kleiner als die
Länge einer Sohle eines auf der Grundplatte montierbaren Schuhs. Die Montagepunkte
sind dann auf dem vom Skischuh begrenzten Längenabschnitt angeordnet, also unter der
Sohle des Skischuhs. Dies ermöglicht, Krafteinleitungspunkte in einem kleinen Hebelarm
am Gleitbrett anzuordnen, so dass die auf das Gleitbrett wirkenden Kräfte das freie
Flexen des Gleitbretts noch weniger behindern. Auch hat sich gezeigt, dass sich sehr
gute Fahreigenschaften realisieren lassen, wenn die Krafteinleitungspunkte bzw. Montagepunkte
möglichst unterhalb vom Ballen bzw. der Ferse eines Fuß des Fahrers angeordnet sind.
Gemäß einer Variante ist der Abstand kleiner als 90% der Sohlenlänge, oder kleiner
als 85% oder 80%, oder sogar kleiner als 70%. Je nachdem, welche Fahreigenschaften
erzielt werden sollen, kann der Abstand besonders klein gewählt werden. Die Grundplatte
kann dabei einstückig sein.
[0062] Die Grundplatte kann unabhängig vom jeweils gewählten Abstand ausschließlich an zwei
unterschiedlichen Längspositionen, insbesondere über die beiden Drehachsen bzw. Montagepunkte,
am Gleitbrett abgestützt sein. Dies liefert eine große Bewegungsfreiheit für das Gleitbrett.
Bei einer derartigen Montage wird die Biegelinie des Gleitbretts nicht spürbar beeinflusst.
[0063] Gemäß einer Ausführungsform weist die Kulissenführung, insbesondere eine hintere
Lasche, eine Kontur oder Ausnehmung oder Aussparung oder Kulisse auf, mittels welcher
eine Form einer Bewegung bzw. ein Bewegungspfad einer translatorischen Relativbewegung
zwischen der Grundplatte und dem Gleitbrett zum Einstellen der Höhenanpassung in Abhängigkeit
der Biegung definierbar ist. Die Kulissenführung kann eine Kontur bereitstellen, bei
welcher einem spezifischen Radius der Biegelinie des Gleitbretts eine genaue Höhenposition
zugeordnet ist. Mit anderen Worten: Dank einer geometrisch vordefinierten Kontur kann
die Grundplatte entlang eines vordefinierbaren Bewegungspfades relativ zum Gleitbrett
verlagert werden. Die Höhenänderung kann in Abhängigkeit der Verlagerung in Längsrichtung
eingestellt werden. Dabei ist die Form der Kontur frei wählbar. Die Höhenänderung
kann z.B. proportional zur Längenänderung erfolgen, oder abschnittsweise überproportional
und/oder unterproportional.
[0064] Der Bewegungspfad kann sich in einer Ebene in zwei Dimensionen erstrecken und geradlinig
oder zumindest abschnittsweise auch gekrümmt sein, sei es mit stetigem oder unstetigem
Verlauf.
[0065] Die Kontur kann dabei eine oder mehrere Formen aus der folgenden Gruppe aufweisen:
eine nach unten gekrümmte Form, eine nach oben gekrümmte Form, eine in einer schiefen
Ebene schräg zur Grundplatte angeordnete Form, eine Hyperbel-Form, eine elliptische
Form, oder eine Kreissegment-Form. Die Form der Kontur, in welcher eine Drehachse
einer Drehachseneinheit geführt werden kann, kann sich dabei nach dem zu erzielenden
Zweck richten. Bevorzugt ist die Geometrie der Kontur derart, dass beim Flexen des
Gleitbretts die Standhöhe eines Fahrers bzw. ein Abstand zwischen der Grundplatte
und der Unterseite des Gleitbretts erhöht wird. Entlang einer schiefen Ebene kann
die Standhöhe auf lineare Weise verändert werden. Entlang einer elliptischem Kontur
kann die Standhöhe derart verändert werden, dass in einem ersten Flexstadium nur eine
geringe Änderung der Standhöhe erfolgt, und dass sich die Standhöhe mit zunehmender
Biegung immer stärker verändert. Die Höhenanpassung kann also spezifisch in Abhängigkeit
einer spezifischen translatorischen Relativposition erfolgen. Durch die zunehmende
Höhenänderung in Grenzbereichen kann der Fahrer bei Kurvenfahrten mit hohen Fliehkräften
besonders gut beschleunigt werden, wobei die Höhenanpassung mit zunehmenden Kräften
stärker wird, insbesondere überproportional.
[0066] Alternativ kann mit einer elliptischen Form die Standhöhe derart verändert werden,
dass in einem ersten Flexstadium eine vergleichsweise große Änderung der Standhöhe
erfolgt, und dass sich die Standhöhe dann mit zunehmender Biegung immer weniger stark
verändert. Hierdurch kann dem Fahrer auch im Grenzbereich eine gute Kontrolle der
Fahreigenschaften gegeben werden. Gleichzeitig wird der Skischuh des Fahrers bereits
bei kleinen Biegungen bzw. bei vergleichsweise großen Biegeradien stark angehoben,
so dass in vielen Fahrsituationen starke Kurvenlagen realisierbar sind. Diese Einstellung
kann z.B. auch auf einem Parcours vorteilhaft sein, welcher vergleichsweise "langsam"
ist, also bei welchem erfahrungsgemäß nicht besonders extreme Fliehkräfte auftreten.
[0067] Gemäß einer Ausführungsform weist die Kulissenführung ein sich auch in der Höhenrichtung
erstreckendes Langloch auf, welches für die Höhenanpassung nach oben oder nach unten
gekrümmt ist und/oder schräg zur Grundplatte ausgerichtet ist, oder welches wenigstens
einen Krümmungsradius aufweist und zu einem unterhalb von der Grundplatte bzw. entsprechenden
Montageplatte angeordneten Krümmungsmittelpunkt gekrümmt ist, insbesondere mit einem
Krümmungsradius größer 7mm. Der Krümmungsradius ist dabei bevorzugt größer als ein
Durchmesser eines Drehzapfens oder einer Drehachse der Kulissenführung. Dabei kann
auch ein kleinerer Krümmungsradius gewählt werden, falls eine besonders starke Höhenanpassung
gewünscht ist. Bevorzugt weist das Langloch in Richtung der Längsachse eine Erstreckung
auf, die mindestens dreimal so groß ist die Breite des Langlochs oder wie der Durchmesser
einer Rolleneinrichtung, welche eingerichtet ist, im Langloch geführt zu werden. Hierdurch
kann auch bei einem verhältnismäßig großen Flex oder einem verhältnismäßig weichen
Gleitbrett auch in einem Grenzbereich noch einen Längen- oder Höhenanpassung der Position
der Grundplatte bzw. des Schwerpunkts eines Fahrers erfolgen.
[0068] Gemäß einer Ausführungsform weist das Verbindungssystem, insbesondere die Kulissenführung,
ein Gleitelement oder Gleitlager und/oder einen Rollen- oder Kugelmechanismus auf,
mittels welchem jeweils ein Längen- und Höhenausgleich erfolgen kann, insbesondere
in einem Langloch der Kulissenführung. Hierdurch kann eine reibungsarme Translation
erfolgen, und die Biegelinie wird nicht spürbar beeinflusst. Der Rollen- oder Kugelmechanismus
kann Rollenlager oder Kugellager aufweisen, in welchen eine Drehachse oder ein Drehzapfen
im jeweiligen Montagemittel lagerbar ist. Das Gleitelement kann z.B. durch einen Bolzen
mit geringer Haftreibung gebildet sein. Das Gleitlager liefert hohe Robustheit, da
nur zwischen wenigen Komponenten eine relative Bewegung erfolgen muss. Das Gleitlager
kann z.B. durch eine besonders leichtgängige, reibungsarme Materialpaarung gebildet
sein, beispielsweise POM oder PEEK, PVC, Glasfaser, Karbonfaser, Aluminium. Dabei
kann eine Kontur auch Gleitkanten bzw. Führungskanten des Gleitlagers bilden.
[0069] Gemäß einer Ausführungsform weist der Rollenmechanismus eine Rolleneinrichtung auf,
welche geometrisch korrespondierend zur Kulissenführung oder zum Langloch ausgebildet
ist und an einer Drehachse oder einem Drehzapfen gelagert ist. Bevorzugt läuft die
Drehachse direkt auf Rollen der Rolleneinrichtung, also ohne einen zusätzlichen Käfig
für die Rollen.
[0070] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Dämpfungssystem: ein oder zwei Dämpfer oder
Dämpfungselemente, die jeweils mit einer Schubstange zusammenwirken, und ein Federelement;
wobei der Dämpfer oder das Dämpfungssystem als ein Drei-Funktions-Dämpfer ausgebildet
ist, welcher eine Federfunktion und zwei Dämpfungsfunktionen erfüllt, wobei die Dämpfungsfunktionen
bevorzugt unabhängig voneinander sind oder einstellbar sind.
[0071] Mit anderen Worten kann der Höhenausgleich in Verbindung mit einem Dämpfungssystem
eingesetzt werden. Ein Dämpfer, insbesondere Drei-Funktions-Dämpfer kann dabei in
die Grundplatte integriert sein bzw. mit der Grundplatte verbunden sein, wobei der
Dämpfer wenigstens eine Schubstange bedient, die im vorderen und hinteren Ende des
Schneegleitbrettes axial fixiert sein kann. Der Dämpfer ist dabei eingerichtet, die
drei Funktionen Dämpfung eines Flex im vorderen Teil des Gleitbretts, Dämpfung eines
Flex im hinteren Teil des Gleitbretts, und Abfedern sicherzustellen. Der Dämpfer weist
bevorzugt mindestens die folgenden drei Komponenten auf: ein vorderes Dämpfungselement
bzw. eine vordere Dämpfungskavität mit Hubkolben, ein hinteres Dämpfungselement bzw.
eine hintere Dämpfungskavität mit Hubkolben, sowie ein Federelement zwischen den beiden
Dämpfungselementen. Dabei kann eine Dämpfungscharakteristik am vorderen Dämpfungselement
unabhängig von einer Dämpfungscharakteristik am hinteren Dämpfungselement eingestellt
werden, so dass von drei Funktionen gesprochen werden kann, nämlich zwei voneinander
separaten Dämpfungsfunktionen und einer Abfederungs-Funktion.
[0072] Im Stand der Technik sind hingegen Dämpfer zu finden, die insbesondere entweder lasteinleitend
oder lastausleitend dämpfen können. Der erfindungsgemäße Dämpfer hingegen kann wahlweise
lasteinleitend und/oder lastausleitend dämpfen. Dabei kann sich der Dämpfer durch
ein membrangesteuertes Dämpfungssystem auszeichnen. Das Dämpfungssystem kann basierend
auf unterschiedlichen Dämpfungsfluiden aufgebaut sein. Beispielsweise kann der Dämpfer
als Dämpfungsfluid ein Gas, Gasgemisch, Luft, ein Gel, oder Öl, oder auch sonstige
Flüssigkeiten aufweisen.
[0073] Der Dämpfer bildet vorzugsweise mit der Grundplatte ein Funktionselement. Der Dämpfer
kann über mindestens eine Schubstange vorne und mindestens eine Schubstange hinten
im dynamischen Zustand bedient werden. Die Erfindung betrifft insbesondere ein Dämpfungssystem,
bei welchem mindestens eine Schubstange in Längsrichtung des Gleitbrettes über eine
beliebige Länge zwischen der Bindung und dem vorderen Gleitbrett beweglich gelagert
ist, und bei welchem eine weitere Schubstange in Längsrichtung des Gleitbrettes über
eine beliebige Länge des hinteren Gleitbrettes beweglich gelagert ist. Die Länge der
jeweiligen Schubstange kann möglichst groß sein, entsprechend insbesondere zumindest
annähernd einer Länge entsprechend der Hälfte der Länge des Gleitbretts. Die Länge
liegt z.B. im Bereich von 70% bis 80% der Hälfte der Länge des Gleitbretts, z.B. im
Bereich von 35% bis 45% der absoluten Länge des Gleitbretts.
[0074] Im Folgenden werden einzelne bevorzugte Merkmale des Dämpfers beschrieben.
[0075] Das Dämpfungssystem weist bevorzugt eine jeweils am hinteren und vorderen Ende am
Schneegleitbrett befestige Schubstange auf. Die Schubstangen sind bevorzugt jeweils
an einem Ende mit dem Dämpfer an die Grundplatte gekuppelt.
[0076] Gemäß einer Variante ist der Dämpfer bzw. Drei-Funktions-Dämpfer ein Öldämpfer, der
über eine Membrane steuerbar ist. Bevorzugt ist der Dämpfer lasteinleitend leerhubfrei
mit der vorderen Schubstange verbunden und hat eine ungedämpfte Funktion. Als "ungedämpfte
Funktion" kann dabei eine Anordnung beschrieben werden, bei welcher eine Kolbenstange
einen Hubkolben in einer Dämpfungskavität (insbesondere einem Dämpfungszylinder) mit
geringem Widerstand und ohne Dämpfung betätigt. Eine lasteinleitend ungedämpfte Anordnung
hat den Vorteil, dass das Gleitbrett schneller über ein Hindernis (z.B. eine Schneewehe,
ein Huckel) geführt werden kann. Ein Impuls des Gleitbretts wird vollständig erhalten
und nicht gedämpft, um das Gleitbrett schnell zu halten. Dies hat insbesondere im
Rennsport Vorteile.
[0077] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Dämpfer eine richtungsabhängige
und/oder bewegungsabhängige Dämpfungscharakteristik auf, insbesondere eine in entgegengesetzten
Richtungen unterschiedliche Dämpfungscharakteristik, welche bevorzugt mittels zweier
Dämpfungselemente eingestellt ist.
[0078] Bevorzugt weist das Dämpfungssystem eine Ventilsteuerung auf, mittels welcher eine
Härte der Dämpfung des Dämpfers einstellbar und regelbar ist, insbesondere manuell
oder für oder durch den Fahrer des Gleitbretts.
[0079] Bevorzugt weist der Dämpfer zwei unabhängig voneinander arbeitende Dämpfungselemente,
insbesondere Öldruckdämpfer, mit jeweils spezifischer Dämpfungscharakteristik auf.
[0080] Bevorzugt ist der Dämpfer leerhubfrei mit der mindestens einen Schubstange verbunden,
insbesondere mit zwei Schubstangen. Der Dämpfer kann insbesondere mittels einer Membran
oder Ventilsteuerung leerhubfrei ausgebildet sein. Eine leerhubfreie (d.h. spielfreie)
Integration des Dämpfers in das Gesamtsystem hat den Vorteil, dass der Dämpfer sofort
wirkt. Dies ist insbesondere bei den kleinen Weglängen beim Durchbiegen des Gleitbretts
von Vorteil. Bisherige Maßnahmen zum Erhöhen der Weglängen bestanden in besonders
lange Schubstangen oder auch in einer Hebelmechanik, wie sie z.B. aus der Offenlegungsschrift
DE 199 40 182 A1 bekannt ist. Eine leerhubfreie Integration des Dämpfers ermöglicht daher nicht nur
Vorteile bei den Fahreigenschaften, sondern die Schubstangen können wahlweise auch
kürzer ausgebildet sein. Eine Hebelmechanik im Dämpfer ist nicht erforderlich. Als
"leerhubfrei" ist dabei eine Dämpfung zu verstehen, bei welcher unverzüglich, d.h.
bereits bei kleinstem Hub, eine Dämpfungswirkung erzielt werden kann. Der Begriff
"leerhubfrei" kann auch als "spielfrei" verstanden werden, also ohne Spiel bzw. mit
keinem Spiel. Sofern überhaupt ein Leerhub auftritt, so beträgt er in Bezug auf den
absoluten Hub maximal einige Prozent, bevorzugt unter 10% oder 5%.
[0081] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Dämpfer eingerichtet, wahlweise
nur lasteinleitend oder lastausleitend gedämpft zu sein, insbesondere jeweils spezifisch
in Bezug auf eine der Schubstangen. Insbesondere kann die Dämpfungscharakteristik
durch eine 180°-Drehung des Dämpfers oder durch eine 180°-Drehung des Hubkolbens in
Verbindung mit einer Membran oder auch durch Verzicht auf einen Durchlass bzw. eine
Öffnung im Hubkolben eingestellt werden. Im letztgenannten Fall arbeitet die Dämpfung
sowohl lasteinleitend als auch lastausleitend.
[0082] Der Dämpfer ist beispielsweise lastausleitend leerhubfrei mit der hinteren Schubstange
verbunden und hat eine ungedämpfte Funktion, und/oder lastausleitend leerhubfrei mit
der vorderen Schubstange verbunden und hat eine gedämpfte Funktion, und/oder lasteinleitend
leerhubfrei mit der hinteren Schubstange verbunden und hat eine gedämpfte Funktion.
Der Dämpfer kann wahlweise lasteinleitend oder lastausleitend leerhubfrei mit der
vorderen oder hinteren Schubstange verbunden sein und eine gedämpfte Funktion haben.
Bevorzugt ist der Dämpfer lastausleitend gedämpft.
[0083] Bevorzugt weist die Schubstange ein Gewinde, insbesondere ein Innengewinde auf, welches
geometrisch korrespondierend zu einem Gewinde, insbesondere einem Außengewinde der
Kolbenstange ausgebildet ist. Dies ermöglicht auf einfache Weise eine Einstellbarkeit
der Dämpfungscharakteristik.
[0084] Bevorzugt weist die Schubstange eine Mehrzahl von Bohrungen und/oder ein Langloch
auf, mittels welchen/welchem die Schubstange in unterschiedlichen Relativpositionen
in Längsrichtung relativ zum Gleitbrett am Gleitbrett fixierbar ist. Dies ermöglicht
auf einfache Weise eine Einstellbarkeit der Dämpfungscharakteristik.
[0085] Bevorzugt ist der Dämpfer an zwei freien Enden derart symmetrisch ausgebildet, dass
der Dämpfer um 180° gedreht mit dem jeweils anderen freien Ende montierbar ist und
dadurch die Dämpfungseigenschaften umkehrbar sind. Mit anderen Worten: Wenn zuvor
das vordere Dämpfungselement lasteinleitend nicht dämpft und das hintere Dämpfungselement
lasteinleitend dämpft, ist die Dämpfungscharakteristik bei umgedrehtem Dämpfer genau
umgekehrt, d.h., nun kann der Dämpfer vorne lasteinleitend dämpfen und lastausleitend
ungedämpft eingesetzt werden. Auf diese Weise können die Vorteile einer lastausleitend
ungedämpften Anordnung für einen jeweiligen Einsatzfall genutzt werden.
[0086] Bevorzugt weist der Dämpfer ein Federelement auf, welches bevorzugt zwischen den
beiden Hubkolben vorne und hinten angeordnet ist. Das Federelement kann dabei z.B.
eine Schraubenfeder oder ein elastisch verformbares Elastomer oder auch ein anderes
geeignetes elastisches Federmaterial sein, z.B. ein elastisch federnder Schaumstoff.
[0087] Wahlweise können zwei getrennte Dämpfungselemente, beispielsweise Öldämpfer mit unterschiedlichen
Dämpfungscharakteristiken eingesetzt werden.
[0088] Bevorzugt ist der Dämpfungsgrad des Dämpfers einstellbar, insbesondere indem eine
Membran in einer bestimmten Drehposition relativ zum Hubkolben derart positioniert
wird, dass ein Durchlass für das Dämpfungsfluid reguliert werden kann. Durch Drehen
einer Kolbenstange kann die Öffnung des Durchlasses vergrößert oder verkleinert werden.
[0089] Vorzugsweise weist das Dämpfungssystem eine Ventilsteuerung auf, welche eingerichtet
ist, die Härte des Dämpfers zu regeln. Dabei kann an einer Wand (Dämpfungswand) der
Dämpfungskavität (insbesondere des Dämpfungszylinders) eine Erhebung oder ein Absatz
oder eine hervorstehende Nase oder ein Rastvorsprung vorgesehen sein, die/der bei
eingefahrenem Hubkolben in einen Durchlass bzw. eine Öffnung der Membran einrastet.
Die Wand ist bevorzugt eine Stirnwandung oder eine Stirnfläche der Dämpfungskavität.
Durch Drehen der Kolbenstange kann die Öffnung des Durchlasses vergrößert oder verkleinert
werden. Dabei kann die jeweilige Membrane auf der Kolbenstange über eine formschlüssige
Verbindung oder eine Passung verdrehfest angebracht sein. Der Hubkolben wird im Betrieb
bevorzugt nicht gedreht, sondern nur rein und raus geschoben, so dass die Membran
an einer konstanten Position angeordnet bleibt. Die jeweilige Membran kann je nach
gewünschter Dämpfungscharakteristik am Hubkolben angeordnet werden, z.B. vorne. Ist
die Membran an einer vorderen Seite vorne am Hubkolben angeordnet, kann die Membran
beim Ausfedern einen vergleichsweise großen Durchlass (Durchflussöffnung) schließen/abdichten,
so dass eine Dämpfung besonders wirksam wird. Es stellt sich lastausleitend eine vergleichsweise
starke Dämpfung ein. Beim Einfedern vorne wird die Membran durch den Fluss des Dämpfungsfluids
geöffnet, und das Dämpfungsfluid kann durch den großen Durchlass fließen, so dass
keine Dämpfung oder nur eine wesentlich schwächere Dämpfung bewirkt wird, wie im Detail
in Bezug auf Figur 7 erläutert wird. Es stellt sich lasteinleitend eine vergleichsweise
schwache Dämpfung ein (lasteinleitend ungedämpft).
[0090] Insbesondere kann durch eine Drehung der Kolbenstange oder des Dämpfers um 180° bewirkt
werden, dass die Dämpfungscharakteristiken derart verändert werden, dass sich die
Dämpfung von lasteinleitend dämpfend in lastausleitend dämpfend umkehrt, und vice
versa. Die Dämpfung kann hierdurch insbesondere manuell auf einfache Weise eingestellt
werden.
[0091] Bevorzugt ist der Dämpfer aus zwei einzelnen Dämpfern gebildet, welche jeweils membrangesteuert
sind.
[0092] Bevorzugt weist der jeweilige Hubkolben Abdichtungsmittel auf, insbesondere einen
an einer Außenmantelfläche des Hubkolben ortsfest, z.B. in einer entsprechenden Nut,
angeordneten O-Ring. Hierdurch kann eine Abdichtung einer jeweiligen das Dämpfungsmedium
aufnehmenden Kammer oder eines Kompartiments der Kammer erfolgen.
[0093] Die zuvor genannte Aufgabe wird auch durch ein Gleitbrett, insbesondere Schneegleitbrett
für den Skisport, mit einem erfindungsgemäßen Dämpfungssystem gelöst. Dabei ist der
Dämpfer unabhängig von einer Lagerung der Grundplatte in einem Punkt vor und/oder
hinter der Grundplatte über ein jeweils im vorderen und/oder hinteren Bereich des
Gleitbretts angreifendes kraft- bzw. bewegungsübemagendes Element am Gleitbrett abgestützt,
wobei das Verbindungssystem bevorzugt derart ausgebildet, dass eine Biegelinie des
Schneegleitbrettes unabhängig von der Grundplatte oder der Länge der Grundplatte dynamisch
frei veränderbar ist, insbesondere schuhgrößen- oder schuhhärtenunabhängig. Dies ermöglicht
eine besonders effektive Dämpfung in Verbindung mit einer Höhenanpassung und optimierten
Fahreigenschaften. Die Biegelinie ist frei veränderbar, insbesondere auf dynamische
Weise während der Fahrt, und kann sich stetig entlang des Gleitbretts ausbilden, ohne
von der Grundplatte beeinflusst zu werden. Das Flexen kann bei jeder Skischuhhärte
erfolgen; üblicherweise sind Skischuhe mit einem Flex von 50 (weich) bis 200 (hart;
Rennsport) erhältlich. Dabei kann der Dämpfer auf vorteilhafte Weise entkoppelt vom
Gleitbrett und mit der Grundplatte verlagerbar angeordnet und an der Grundplatte gehalten
sein.
[0094] Die vorliegende Erfindung wirkt sich dabei in vielerlei Hinsicht vorteilhaft aus.
Eine Biegelinie kann sich ungestört ausbilden. Der Fahrer kann eine stärkere Schräglage
einnehmen. Der Fahrer wird aus der Kurve effektiv beschleunigt. Das Verbindungssystem
kann sehr einfach und robust ausgestaltet werden. Sowohl eine optionale Höhenanpassung
als auch die Dämpfung können auf einfache Weise an bestimmte Fahrer oder Bedingungen
angepasst werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0095] In den nachfolgenden Zeichnungsfiguren wird die Erfindung noch näher beschrieben,
wobei für Bezugszeichen, die nicht explizit in einer jeweiligen Zeichnungsfigur beschrieben
werden, jeweils auf die anderen Zeichnungsfiguren Bezug genommen wird. Dabei zeigen:
Figur 1 in einer Seitenansicht in schematischer Darstellung einen Ski (ein Gleitbrett)
in durchgebogenem (geflexten) Zustand mit einem darauf in einer Bindung befestigten
Skischuh, wobei die Bindung mittels eines Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung auf dem Ski montiert ist;
Figur 2 in einer Draufsicht in schematischer Darstellung einen Ski, auf welchem eine
Grundplatte des in der Figur 1 gezeigten Dämpfungssystems montiert ist, wobei auch
einzelne Komponenten eines optionalen Verbindungssystems gezeigt sind;
Figur 3 in einer Seitenansicht in schematischer Explosions-Darstellung einzelne Komponenten
eines Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
sowie einzelne Komponenten eines optionalen Verbindungssystems, wobei Montagemittel
zusätzlich zur Seitenansicht auch in einer Draufsicht gezeigt sind;
Figur 3A in einer Seitenansicht in schematischer Darstellung eine alternative Kontur
bzw. ein alternatives Langloch einer Kulissenführung gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
Figur 4A in einer vergrößerten Seitenansicht sowie in einer vergrößerten Draufsicht
einen ersten Typ eines Montagemittels (einer Drehachseneinheit) eines optionalen Verbindungssystems,
welches gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit dem Dämpfungssystem
kombinierbar ist;
Figur 4B in einer vergrößerten Querschnittsansicht zum einen das/die in Figur 4A gezeigte
Montagemittel, zum anderen eine Grundplatte eines Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wobei auch eine Rolle bzw. eine Komponente eines Rollensystems
in unterschiedlichen Ansichten dargestellt ist;
Figur 5 in einer Seitenansicht in schematischer Darstellung einzelne Komponenten eines
Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung im zusammengebauten
Zustand auf einem Ski in durchgebogenem (geflextem) Zustand sowie Komponenten eines
optionalen Verbindungssystems;
Figur 6 in einer Seitenansicht in schematischer Darstellung einzelne Komponenten eines
Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung sowie
einzelne Komponenten eines optionalen Verbindungssystems im zusammengebauten Zustand
auf einem Ski in durchgebogenem (geflexten) Zustand, wobei Montagemittel zusätzlich
zur Seitenansicht auch in einer Draufsicht gezeigt sind, und wobei Komponenten des
Dämpfungssystems zusätzlich auch isoliert in einer weiteren Seitenansicht gezeigt
sind;
Figur 7 in einer vergrößerten Seitenansicht in schematischer Darstellung einzelne
Komponenten eines Dämpfungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung sowie einzelne Komponenten eines optionalen Verbindungssystems im zusammengebauten
Zustand auf einem Ski in durchgebogenem (geflextem) Zustand, wobei Komponenten des
Dämpfungssystems in einer Variante in leichter Abwandlung zusätzlich auch isoliert
in einer weiteren Seitenansicht gezeigt sind; und
Figuren 8A, 8B, 8C, 8D in unterschiedlichen Ansichten eine Montageplatte bzw. eine
Kulissenführung eines Gesamtsystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0096] In der Fig. 1 ist ein Alpinski (Gleitbrett) 1 gezeigt, auf welchem ein Verbindungssystem
10 und ein Skischuh 2 montiert sind. Der Skischuh 2 ist in einer Skibindung 3 befestigt.
Die Skibindung 3 ist auf einer Grundplatte 12 des Verbindungssystems 10 befestigt.
Zwischen dem Verbindungssystem 10 und dem Alpinski 1 ist ein Dämpfungssystem 20 angeordnet.
Das Dämpfungssystem 20 ist am Verbindungssystem 10 befestigt. Das Dämpfungssystem
20 und das Verbindungssystem 10 bilden zusammen ein (Gesamt-)System 30 oder ein hier
so genanntes Frei-Flex-System 30, welches eingerichtet ist, ein Gleitbrett mit besonders
freiem Flex oder besonders ungehinderten Biegeeigenschaften bereitzustellen, und welches
dabei auch auf besonders effektive Weise kontrollierbare Fahreigenschaften sicherstellen
kann. Das gezeigte Verbindungssystem ist optional vorgesehen.
[0097] Der in Fig. 1 erkennbare Abstand von Montagepunkten zueinander ist im dargestellten
Beispiel etwa so groß wie die Sohle des Skischuhs 2, wird aber bevorzugt kleiner gewählt,
so dass der eine Montagepunkt im Bereich der Ferse und der andere Montagepunkt im
Bereich des Ballens eines im Schuh 2 gehaltenen Fuß angeordnet ist.
[0098] In der Figur 2 ist ein Alpinski 1 gezeigt, auf welchem eine Grundplatte 12 eines
Verbindungssystems montiert ist, wobei in unterschiedlichen Abschnitten unter der
Grundplatte 12 eine erste (vordere) Schubstange 24 sowie eine zweite (hintere) Schubstange
26 eines Dämpfungssystems angeordnet sind. Die Schubstangen 24, 26 sind jeweils bis
nahe an ein entsprechendes freies Ende des Alpinskis 1 geführt und im Bereich des
freien Endes am Alpinski 1 befestigt. Der Alpinski 1 erstreckt sich längs einer Längsachse
L entsprechend einer x-Richtung des angedeuteten Koordinatensystems. Ferner sind Bohrungen
26.2 oder ein oder mehrere Langlöcher in der Schubstange vorgesehen, welche für eine
Härteregulierung eines Dämpfungssystems bestimmte Positionen der Schubstange relativ
zum Ski 1 definieren können.
[0099] In der Figur 3 sind Komponenten eines Verbindungssystems in Verbindung mit Komponenten
eines Dämpfungssystems gezeigt. Das Verbindungssystem weist eine Grundplatte 12 mit
einer Oberseite 12a und einer unteren Schnittstelle 12b auf. Von der Grundplatte 12
stehen Laschen 12.1, 12.2 nach unten ab, insbesondere zwei vordere Laschen 12.1 und
zwei hintere Laschen 12.2 (in der gezeigten Seitenansicht ist jeweils nur eine Lasche
sichtbar), wobei sich die Laschen 12.1, 12.2 jeweils von einer Seitenfläche 12c der
Grundplatte 12 erstrecken oder möglichst weit außen nahe zu der entsprechenden Seitenfläche
12c angeordnet sind. Die jeweilige vordere Lasche 12.1 weist eine Bohrung oder Öffnung
12.1a auf. Die jeweilige hintere Lasche 12.2 ist Teil einer Kulissenführung mit einer
Kontur 12.3, welche eine längliche Geometrie hat. Die Kontur 12.3 weist eine Erstreckung
in Längsrichtung auf, welche größer ist als eine entsprechende Abmessung der Öffnung
12.1a oder als eine entsprechende Abmessung der Kontur 12.3 in einer Höhenrichtung
entsprechend einer z-Richtung des in Figur 2 angedeuteten Koordinatensystems. Die
Kontur 12.3 ist in diesem Ausführungsbeispiel nach unten gekrümmt, d.h., von oben
nach unten betrachtet konkav nach unten gewölbt. Die Kontur 12.3 weist z.B. einen
Krümmungsradius im Bereich von unendlich (d.h., die Kontur wäre dann ein zumindest
annähernd gerades Langloch) bis minimal etwa 10mm, 9mm, 8mm, oder auch nur 7mm auf,
sei es einheitlich, sei es abschnittsweise. Bei kleiner werdendem Krümmungsradius
wird die bei einer translatorischen Relativbewegung induzierte Höhenveränderung entsprechend
größer. Von dieser Kontur sind abweichende Konturen möglich, insbesondere schräg angeordnete,
wahlweise gekrümmte Langlöcher, elliptische oder nur abschnittsweise kreissegmentförmige
Geometrien.
[0100] Die Kulissenführung kann alternativ zum gezeigten Ausführungsbeispiel (Kontur in
Grundplatte bzw. Lasche und Achse in Montageplatte) auch durch eine in einer Montageplatte
angeordnete Kontur und eine in der Grundplatte, also getrennt von der Montageplatte
abgestützte Achse gebildet sein. Beispielsweise ist die Montageplatte einstückig und
weist eine schräg ausgerichtet und nach oben und/oder unten gekrümmte Kontur auf.
Die Montageplatte kann einzige robustes, massives Teil sein.
[0101] Die Grundplatte 12 kann mittels der gezeigten Montagemittel 14, 16 auf dem Gleitbrett
1 montiert werden. Die Montagemittel 14, 16 sind jeweils als hier so genannte Drehachseneinheit
ausgebildet und weisen jeweils eine Montageplatte 14.1, 16.1 und eine Lagereinheit
14.2, 16.2, insbesondere Lagerbuchse oder Durchführung oder Bohrung auf, in welcher
eine Drehachse oder irgendeine Bolzenverbindung (jeweils nicht dargestellt) gelagert
werden kann. Die Drehachse oder die Bolzenverbindung ermöglicht eine relative Drehbewegung
der Drehachseneinheiten 14, 16 relativ zur Grundplatte 12. Die hintere Drehachseneinheit
16 kann dabei eine Art Rollensystem 15 oder Komponenten eines Rollenmechanismus umfassen,
welches geometrisch korrespondierend zur Kontur 12.3 ausgebildet ist. Das Rollensystem
15 kann einzelne Rolleneinrichtungen mit Rollen oder Kugeln (jeweils nicht dargestellt)
aufweisen, die eingerichtet sind, in der Kontur 12.3 geführt zu werden und in der
Kontur 12.3 zwischen mindestens einer vorderen Anschlagsposition und einer hinteren
Anschlagsposition in eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrzustands- oder Kontrollpositionen
verlagert zu werden. Alternativ oder zusätzlich kann ein Gleitlager vorgesehen sein.
[0102] Die Kontur 12.3, der Rollenmechanismus 15 und die damit korrespondierenden Teile
der entsprechenden Montageplatte bilden eine Kulissenführung K.
[0103] Die jeweilige Drehachseneinheit 14, 16 kann in Befestigungspunkten P ortsfest mit
dem Gleitbrett 1 verbunden werden. Im Gegensatz zu den Befestigungspunkten P, welche
keine Relativbewegung zulassen, bilden die Öffnungen 12.1a in den Laschen 12.1 bzw.
die Durchführungen in der jeweiligen Drehachseneinheit jeweils Montagepunkte M, in
welchen eine Montage oder Lagerung derart erfolgen kann, dass eine relative Drehbewegung
ermöglicht werden kann.
[0104] Die jeweilige Drehachseneinheit 14, 16 weist eine Kavität 14.4, 16.4 zur Anordnung
einer Schubstange auf, wie in Verbindung mit Figur 6 noch näher erläutert wird. Die
jeweilige Kavität 14.4, 16.4 ist zwischen zwei Stegen 14.5, 16.5 oder Stützflächen
gebildet, an welchen die Lagereinheiten 14.2, 16.2 vorgesehen sind.
[0105] In der Figur 3 ist eine Drehachse oder ein Drehzapfen 14.3 angedeutet, welche(r)
in der jeweiligen Öffnung bzw. Durchführung 12.1a, 14.2 anordenbar ist. Ferner ist
eine Drehachse oder ein Drehzapfen 16.3 angedeutet, welche(r) in der jeweiligen Kontur
12.3 bzw. Durchführung 16.2 anordenbar ist, und welche(r) auch in Längsrichtung verlagerbar
ist. Der Drehzapfen verlagert sich beim Biegen des Gleitbretts dabei in der Kulissenführung
nach vorne. In der gezeigten Anordnung befindet sich der Drehzapfen in einer maximalen
Höhenposition.
[0106] Die jeweilige Drehachse oder der jeweilige Drehzapfen muss nicht über die gesamte
Breite der jeweiligen Drehachseneinheit 14, 16 vorgesehen sein. Vielmehr kann es zwecks
einer platzsparenden Anordnung der in Figur 6 gezeigten Schubstangen zweckdienlich
sein, wenn die jeweilige Drehachse oder der jeweilige Drehzapfen nur im Bereich der
Laschen vorgesehen ist, also jeweils nur seitlich außen an der Grundplatte oder an
der Drehachseneinheit.
[0107] Die Grundplatte 12 wird lediglich in den beiden in Längsrichtung voneinander beabstandeten
Montagepunkten M bzw. Drehachsen an das Gleitbrett gekuppelt. Jeder Montagepunkt kann
dabei einen oder mehrere Durchführungen oder Bohrungen mit derselben Längsposition
umfassen.
[0108] Ebenfalls angedeutet ist ein Drei-Funktions-Dämpfer 22 eines Dämpfungssystems, welcher
im Folgenden noch näher beschrieben wird. Der Drei-Funktions-Dämpfer 22 kann mit der
Grundplatte 12 gekuppelt werden, um ein Frei-Flex-System zum Bereitstellen eines frei
flexenden Gleitbretts mit besonders guten Fahreigenschaften zu bilden.
[0109] In der Figur 3A ist ein Langloch 12.3 gezeigt, welches schräg angeordnet ist und
nach unten gekrümmt ist. Das Langloch 12.3 kann auch geradlinig ausgebildet sein oder
zumindest abschnittsweise auch nach oben gekrümmt sein.
[0110] In der Figur 4A ist eine Drehachseneinheit 16 in einer Draufsicht und in einer Seitenansicht
gezeigt, wobei auch die Montageplatte 16.1, die jeweilige Durchführung 16.2 mit dem
jeweiligen darin angeordneten Drehzapfen 16.3, die jeweiligen Stege 16.5 und die dadurch
gebildeten Kavitäten 16.4 gezeigt sind. Die Drehachseneinheit 16 weist vier Befestigungspunkte
P auf.
[0111] Die Figur 4B zeigt die Grundplatte 12 in einer Hinteransicht mit dem Rollenmechanismus
15 und den beiden hinteren Laschen 12.2 sowie eine Dreiseitenansicht der hintere Montageplatte
16.1 mit den entsprechendem Drehzapfen 16.3. Der entsprechende Drehzapfen 16.3 kann
dabei auch als eine Komponente des Rollenmechanismus 15 aufgefasst werden. Der Durchmesser
des Drehzapfens 16.3 ist korrespondierend zu einem Innendurchmesser einer Rolleneinrichtung
15.1 (insbesondere Rollenlager) des Rollenmechanismus 15 ausgebildet, so dass die
Rolleneinrichtung auf dem Drehzapfen 16.3 angeordnet und fixiert werden kann, insbesondere
spielfrei, z.B. durch eine spielfreie Passung.
[0112] In der Figur 5 sind Komponenten eines Verbindungssystems in Verbindung mit Komponenten
eines Dämpfungssystems gezeigt. Der Drei-Funktions-Dämpfer 22 weist eine erste (vordere)
Dämpfungskavität (insbesondere Ölkammer) 22.1 und eine zweite (hintere) Dämpfungskavität
(insbesondere Ölkammer) 22.2 auf. Ferner weist der Drei-Funktions-Dämpfer 22 ein zwischen
den Dämpfungskavitäten angeordnetes Federelement 27 auf. An jedem freien Ende des
Federelements 27 greift jeweils eine Kolbenstange 28d an, an welchen ein Hubkolben
28.1, 28.2 befestigt ist. Die Kolbenstange vorne und die Kolbenstange hinten betätigen
beide das Federelement 27. Bei beidseitigem Flex des Gleitbretts vorne und hinten
wird das Federelement beidseitig zusammengedrückt.
[0113] An der vorderen Seite des jeweiligen Hubkolbens 28.1, 28.2 ist eine Membran 29.1,
29.2 angeordnet. Die Membranen 29.1, 29.2 können gleich aufgebaut sein. Die vordere
Membran 29.1 und die hintere Membran 29.2 weist jeweils eine zentrisch angeordnete
Durchführung 29b für die Kolbenstange 28d auf und weist einen Durchlass 29a, insbesondere
eine verhältnismäßig kleine Öffnung, für gedämpften Fluss (insbesondere Ölfluss) eines
Dämpfungsmediums auf. Der Durchlass 29a kann geometrisch korrespondierend zu einem
entsprechenden Durchlass 28b im entsprechenden Hubkolben 28.1 ausgebildet sein, was
ein genaues Einstellen begünstigt. Je nach Dämpfungsmedium weist der Durchlass bevorzugt
einen Durchmesser von 0.1mm bis max. 1mm auf. Der Durchlass kann dabei auch mit einer
von der kreisrunden Geometrie abweichenden Geometrie bereitgestellt werden, z.B. mit
elliptischer Geometrie, insbesondere um beim Verdrehen auf bestimmte Art und Weise,
insbesondere besonders fein justieren zu können.
[0114] Der jeweilige Hubkolben 28, 28.1, 28.2 weist einen ersten Durchlass 28a, insbesondere
eine (größere) Bohrung, für ungedämpften Fluss auf, und einen zweiten Durchlass 28b,
insbesondere eine (kleinere) Bohrung, für gedämpften Fluss. Ferner weist der jeweilige
Hubkolben 28, 28.1, 28.2 eine Durchführung 28c für die entsprechende Kolbenstange
auf. Eine Drehposition der jeweiligen Membran kann dabei z.B. dadurch fixiert werden,
dass an der Kolbenstange 28d ein Gewinde vorgesehen wird und mit einer Kontermutter
die Drehposition der Kolbenstange fixiert wird.
[0115] In der Figur 6 sind Komponenten eines Verbindungssystems 10 in Verbindung mit Komponenten
eines Dämpfungssystems 20 gezeigt. Entsprechende Komponenten des Verbindungssystems
10 wurden bereits zuvor beschrieben. Das Dämpfungssystem 20 weist eine vordere Schubstange
24 und eine hintere Schubstange 26 auf, welche jeweils mit einer entsprechenden Kolbenstange
des Drei-Funktions-Dämpfers 22 verbunden sind, nämlich in den Kupplungspunkten 28.1a,
28.2a. Die Schubstangen 24, 26 verlaufen unter der Grundplatte 12 und neben oder oberhalb
von den Drehachseneinheiten 14, 16 durch entsprechende Kavitäten 14.4, 16.4 der Drehachseinheiten
14, 16. Die jeweilige Schubstange hat dank der Kavitäten ausreichend Platz, insbesondere
in Verbindung mit hinteren Drehzapfen 16.3 und vorderen Drehzapfen 14.3, welche jeweils
nur im Bereich von Stegen 14.5, 16.5 vorgesehen sind. Für den Fall dass die Grundplatte
ohne Schubstangen bzw. Dämpfung zum Einsatz kommen soll, können alternativ auch durchgehende
Drehachsen vorne und hinten verwendet werden. In den Figuren ist jeweils nur ein Steg
16.5 mit einem Bezugszeichen angedeutet, jedoch kann jede Drehachseinheit 14, 16 zwei
Paare von Stegen aufweisen.
[0116] In der Figur 7 ist der Ski 1 in geflextem Zustand gezeigt. Die Grundplatte 12 ist
im Wesentlichen starr und unverbogen, erstreckt sich also im Wesentlichen in einer
Ebene unabhängig von der Biegung des Skis 1. Der Drei-Funktions-Dämpfer 22 weist ein
erstes (vorderes) Dämpfungselement 23 und ein zweites (hinteres) Dämpfungselement
25 auf. Durch den Flex wird die Grundplatte bzw. der Drei-Funktions-Dämpfer 22 nach
oben angehoben und vom Ski 1 beabstandet. Durch den mit zunehmender Biegung größer
werdenden Abstand erhöht sich die Wirkung (der Hebelarm) des Dämpfungssystems 20 auf
den Ski 1. Der Drei-Funktions-Dämpfer 22 ist an der Grundplatte 12 befestigt. Eine
Befestigung kann dabei z.B. mittels einer Klemmschelle oder einer Klemmlasche erfolgen,
welche direkt am Dämpfer angebracht ist. Wahlweise kann der Dämpfer auch in die Grundplatte
integriert sein. Eine Integration in die Grundplatte hat Vorteile hinsichtlich Bauraum.
Die Befestigung kann ebenfalls über Form- und/oder Kraftschluss erfolgen. Die Grundplatte
kann eine Kavität zur Aufnahme des Dämpfers aufweisen. Ein integrierter Dämpfer kann
geschützt vor Umwelteinflüssen angeordnet werden.
[0117] In einer Variante in Abwandlung zum am Ski 1 montierten Dämpfungssystem 20 weist
das isoliert dargestellte Dämpfungssystem eine Einstellmöglichkeit in Form einer Gewindekupplung
auf. Mittels der Gewindekupplung kann die Skihärte auf einfache Weise manuell eingestellt
werden, wie im Folgenden beschrieben. Zumindest eine der Kolbenstangen 28d weist ein
Gewinde 28d.1 auf, insbesondere ein Außengewinde an einem freien Ende. Zumindest eine
der Schubstangen weist ein Gewinde 24.1 auf, insbesondere ein Innengewinde an einem
freien Ende. Das Gewinde 24.1 der Schubstange 24 ist geometrisch korrespondierend
zum Gewinde 28d.1 der Kolbenstange 28d ausgebildet. Die jeweilige Kolbenstange 28d
kann längenvariabel in das Innengewinde 24.1 eingeschraubt und relativ zur Schubstange
positioniert werden. Beispielsweise kann das Federelement 27 durch relatives Auseinanderschrauben
stärker zusammengedrückt (komprimiert) werden, wodurch eine höhere Federkraft auf
die jeweilige Schubstange 24, 26 übertragen wird, so dass der Ski 1 härter wird und
weniger flext. Mittels der Gewindekupplung kann somit die Härte des Skis 1 über eine
Vorspannung des Federelements 27 eingestellt werden, insbesondere manuell.
[0118] Ferner kann, wie in Figur 2 gezeigt, zumindest eine der Schubstangen 24, 26 alternativ
oder zusätzlich eine Mehrzahl von Bohrungen oder ein Langloch aufweisen, insbesondere
an einem freien (vom Federelement abgewandten) Ende, mittels welchen/welchem die Schubstange
24, 26 in unterschiedlichen Relativpositionen in Längsrichtung relativ zum Gleitbrett
am Gleitbrett fixierbar ist, so wie in Figur 2 gezeigt. An der Schubstange 26 sind
z.B. drei Bohrungen 26.2 vorgesehen, mittels welchen die Position der Schubstange
relativ zum Ski 1 eingestellt werden kann, so dass die Vorspannung des Federelements
indirekt variiert werden kann. Am Ski 1 ist eine korrespondierende Kupplung oder irgendein
korrespondierendes Befestigungsmittel (nicht dargestellt) vorgesehen. Die drei Bohrungen
26.2 können auch ein Langloch sein. Ein Langloch kann eine kontinuierliche/stufenlose
Härteneinstellung sicherstellen. Die Längenanpassung der Schubstange ermöglicht beispielsweise,
auf ein bestimmtes Fahrergewicht zu reagieren. Mit anderen Worten kann die Skihärte
wahlweise über wenigstens zwei Einrichtungen eingestellt werden, die unabhängig voneinander
sind. Diese Einstellmöglichkeit liefert eine große Flexibilität oder Variationsmöglichkeit.
[0119] In der Figur 7 ist ferner ein Formschlusselement, insbesondere eine Erhebung, ein
Verstellzapfen oder ein Rastvorsprung 22.1a, 22.2a an einer Stirnfläche einer jeweiligen
Dämpfungskavität 22.1, 22.2 angedeutet. An einer Wand (Dämpfungswand) der Dämpfungskavität
(insbesondere des Dämpfungszylinders) kann also eine Erhebung oder ein Absatz oder
eine hervorstehende Nase oder ein Rastvorsprung vorgesehen sein, die/der bei eingefahrenem
Hubkolben in einen Durchlass bzw. eine Öffnung der Membran einrastet. Die Wand ist
bevorzugt eine Stirnwandung oder eine Stirnfläche der Dämpfungskavität. Hierdurch
kann ein jeweiliger Dämpfer festgestellt werden bzw. eine Dämpfungsfunktion zu- oder
ausgeschaltet werden.
[0120] Insbesondere kann durch eine Drehung der Kolbenstange oder des Dämpfers um 180° bewirkt
werden, dass die Dämpfungscharakteristiken derart verändert werden, dass sich die
Dämpfung von lasteinleitend dämpfend in lastausleitend dämpfend umkehrt, und vice
versa. Dies ist auch jeweils in Bezug auf eine der Schubstangen möglich.
[0121] Bei dem in Figur 7 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die jeweilige Membran 29.1,
29.2 auf der jeweiligen Kolbenstange 28d über eine formschlüssige Verbindung oder
eine Passung verdrehfest angebracht. Der Hubkolben 28.1, 28.2 wird im Betrieb nicht
gedreht, sondern nur rein und raus geschoben, so dass die Membran 29.1, 29.2 an einer
konstanten Drehposition angeordnet bleibt. Die jeweilige Membran kann je nach gewünschter
Dämpfungscharakteristik angeordnet werden, z.B. vorne. Ist die Membran 29.1, 29.2,
wie dargestellt, an einer vorderen Seite vorne am Hubkolben angeordnet, kann die Membran
beim Ausfedern einen vergleichsweise großen Durchlass (Durchflussöffnung) 28a schließen/abdichten,
wie in Figur 5 gezeigt, so dass eine Dämpfung besonders wirksam wird. Beim Einfedern
vorne wird die Membran durch den Fluss des Dämpfungsfluids geöffnet, und das Dämpfungsfluid
kann durch den großen Durchlass 28a fließen, so dass keine Dämpfung oder nur eine
wesentlich schwächere Dämpfung bewirkt wird.
[0122] Ist die/eine Membran hingegen an einer hinteren Seite hinten am entsprechenden Hubkolben
angeordnet, so verschließt die Membran beim Einfedern den großen Durchlass derart,
dass die Dämpfung (besonders) wirksam ist. Beim Ausziehen bzw. Verlängern des Dämpfers
öffnet die Membran dann den großen Durchlass im Hubkolben, so dass die Dämpfung nicht
wirksam ist. Sollte eine umgekehrte Dämpfungscharakteristik erwünscht sein, so besteht
die Möglichkeit, den Dämpfer um 180° zu drehen. Das Dämpfungssystem kann somit auf
besondere einfache und auch für einen Fahrer verständliche Weise eingestellt und justiert
werden, so dass der Fahrer selbst seine beste Einstellung ermitteln kann, insbesondere
im Rennsport. Werkseinstellungen sind nicht erforderlich bzw. können abgeändert werden.
Dies kann z.B. auch bei sich schlagartig ändernden Bedingungen wie z.B. bei einem
Temperatursturz von Interesse sein.
[0123] In den Figuren 8A, 8B, 8C, 8D ist eine Montageplatte 14.1 gezeigt, welche ein schräg
angeordnetes Langloch 12.3 aufweist, das zusammen mit einer Achse 14.3 und einem Gleitelement
15A eine Kulissenführung K bildet. Die Montageplatte 14.1 kann einstückig und aus
einem massiven Material ausgeführt sein. Das Gleitelement 15A weist eine Durchführung
für die Achse 14.3 sowie einen Absatz auf, welcher zwischen einer Seitenwange und
einem geometrisch mit dem Langloch korrespondierenden Teil gebildet ist.
Bezugszeichenliste
[0124]
- 1
- Gleitbrett, insbesondere Schneegleitbrett für den Skisport
- 2
- Skischuh
- 3
- Bindung für Skischuh
- 10
- Verbindungssystem
- 12
- Grundplatte
- 12a
- Oberseite
- 12b
- untere Schnittstelle
- 12c
- Seitenfläche bzw. Lateralfläche
- 12.1
- vordere Lasche
- 12.1a
- Bohrung in vorderer Lasche
- 12.2
- hintere Lasche
- 12.3
- Kontur, z.B. Langloch, insbesondere in hinterer Lasche
- 14
- Montagemittel, insbesondere erste (vordere) Drehachseneinheit
- 14.1
- Montageplatte
- 14.2
- Lagereinheit, insbesondere Durchführung oder Bohrung
- 14.3
- Drehachse oder Drehzapfen für eine relative Drehbewegung
- 14.4
- Kavität zur Anordnung einer Schubstange
- 14.5
- Steg oder Stützfläche
- 15
- Rollenmechanismus
- 15.1
- Rolleneinrichtung mit Rollen oder Kugeln, insbesondere Rollenlager oder Kugellager
- 15A
- Gleitelement
- 16
- Montagemittel, insbesondere zweite (hintere) Drehachseneinheit
- 16.1
- Montageplatte
- 16.2
- Lagereinheit, insbesondere Durchführung oder Bohrung
- 16.3
- Drehachse oder Drehzapfen, welche(r) auch in Längsrichtung verlagerbar ist
- 16.4
- Kavität zur Anordnung einer Schubstange
- 16.5
- Steg oder Stützfläche
- 20
- Dämpfungssystem
- 22
- Dämpfer, insbesondere Drei-Funktions-Dämpfer
- 22.1
- erste Dämpfungskavität für Dämpfungsmedium, insbesondere Ölkammer
- 22.1a
- Erhebung oder Rastvorsprung an Stirnfläche der Dämpfungskavität
- 22.2
- zweite Dämpfungskavität für Dämpfungsmedium, insbesondere Ölkammer
- 22.2a
- Erhebung oder Rastvorsprung an Stirnfläche der Dämpfungskavität
- 23
- erstes (vorderes) Dämpfungselement
- 24
- erste (insbesondere vordere) Schubstange
- 24.1
- Gewinde, insbesondere Innengewinde an Schubstange
- 25
- zweites (hinteres) Dämpfungselement
- 26
- zweite (insbesondere hintere) Schubstange
- 26.2
- Bohrung oder Langloch in Schubstange
- 27
- Federelement
- 28
- Hubkolben
- 28a
- erster Durchlass, insbesondere (größere) Bohrung, für ungedämpften Fluss
- 28b
- zweiter Durchlass, insbesondere (kleinere) Bohrung, für gedämpften Fluss
- 28c
- Durchführung für Kolbenstange
- 28d
- Kolbenstange
- 28d.1
- Gewinde, insbesondere Außengewinde an Kolbenstange
- 28.1
- erster Hubkolben
- 28.1a
- Kupplung oder Kupplungspunkt für erste Schubstange
- 28.2
- zweiter Hubkolben
- 28.2a
- Kupplung oder Kupplungspunkt für zweite Schubstange
- 29
- Membran
- 29a
- Durchlass bzw. Öffnung für gedämpften Fluss des Dämpfungsmediums
- 29b
- Durchführung für Kolbenstange
- 29.1
- erste (vordere) Membran
- 29.2
- zweite (hintere) Membran
- 30
- Gesamtsystem, insbesondere Frei-Flex-System
- K
- Kulissenführung
- L
- Längsachse
- M
- Montagepunkt
- P
- Befestigungspunkt
1. Dämpfungssystem (10) für ein Gleitbrett (1), insbesondere für ein Schneegleitbrett
für den Skisport, umfassend:
- eine sich längs einer Längsachse (L) des Gleitbretts erstreckende Grundplatte (12)
mit einer Oberseite (12a), auf welcher ein Schuh (2) oder eine Bindung anordenbar
ist, und mit einer unteren Schnittstelle (12b) zum Gleitbrett, an welcher die Grundplatte
in mindestens einem Montagepunkt (M) am Gleitbrett drehbar gelagert ist;
- einen Dämpfer (22) eingerichtet zum Dämpfen einer Relativbewegung zwischen dem Gleitbrett
und der Grundplatte; wobei der Dämpfer unabhängig von einer Lagerung der Grundplatte
in einem Punkt (26.2) ungleich dem Montagepunkt (M) jeweils vor und hinter der Grundplatte
am Gleitbrett abstützbar ist, wobei die zu dämpfende Relativbewegung übersetzungsfrei
auf den Dämpfer übertragbar ist, und dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer an der Grundplatte gehalten ist.
2. Dämpfungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem eingerichtet ist, einen Kraftfluss auf einem Pfad vom Punkt vor
und/oder hinter der Grundplatte vom Gleitbrett zunächst über den Dämpfer und erst
dann in die Grundplatte zu leiten.
3. Dämpfungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer oberhalb vom Gleitbrett und unterhalb von der Grundplatte oder in der
Grundplatte angeordnet ist.
4. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer an der Grundplatte unter der Grundplatte gehalten ist, wobei der Dämpfer
form- und/oder kraftschlüssig mit der Grundplatte verbunden ist.
5. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer frei vom Gleitbrett angeordnet ist, wobei der Dämpfer auch in einer Höhenrichtung
relativ zum Gleitbrett verlagerbar ist.
6. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsfunktion durch den Betrag der Relativbewegung eines entsprechenden kraft-
oder bewegungsübertragenden Elements (24, 26) sichergestellt ist; oder dass der Dämpfer
eingerichtet ist, zwei Dämpfungsfunktionen in entgegengesetzten Richtungen zu erfüllen,
wobei die Dämpfungsfunktionen unabhängig voneinander sind und/oder einstellbar sind,
wobei der Dämpfer zwischen zwei die zu dämpfende Kraft oder Bewegung übertragenden
Elementen (24, 26) angeordnet ist; oder dass der Dämpfer mittels eines Zwischenelements
mit dem kraftübertragenden Element verbunden ist.
7. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer oder zumindest eine Dämpfungsfunktion des Dämpfers leerhubfrei ist, insbesondere
lastausleitend leerhubfrei.
8. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer auch um 180° gedreht montierbar ist und/oder dass gegenüberliegende Enden
oder Kupplungspunkte des Dämpfers symmetrisch zueinander ausgebildet sind.
9. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Dämpfungsfunktion des Dämpfers zu- oder abschaltbar ist.
10. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder zwei Dämpfungsfunktionen des Dämpfers jeweils wahlweise lasteinleitend
oder lastausleitend dämpfend einstellbar sind; oder dass der Dämpfer mindestens eine
Membran (29.1, 29.2) aufweist und mittels der mindestens einen Membran steuerbar oder
einstellbar ist, wobei die Membran formschlüssig in wenigstens zwei vordefinierbaren
Drehpositionen positionierbar ist.
11. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem zwei Dämpfungseinrichtungen (23, 25) und ein Federelement (27)
aufweist; wobei der Dämpfer als ein Drei-Funktions-Dämpfer ausgebildet ist, welcher
eine Federfunktion und zwei Dämpfungsfunktionen erfüllt.
12. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer zwei Hubkolben (28.1, 28.2) aufweist, zwischen welchen ein/das Federelement
(27) angeordnet ist, wobei mittels des Federelements die Härte oder Biegesteifigkeit
des Gleitbretts (1) einstellbar ist.
13. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Schnittstelle zum Gleitbrett für eine vordefinierbare Relativbewegung
zwischen der Grundplatte und dem Gleitbrett in Abhängigkeit von einer Biegung des
Gleitbretts eingerichtet ist, wobei der Dämpfer eingerichtet ist, zusätzlich zur Relativbewegung
zwischen dem Gleitbrett und dem Dämpfer auch die Relativbewegung zwischen der Grundplatte
und dem Gleitbrett zu dämpfen.
14. Dämpfungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungssystem (10) ein Verbindungssystem (20) mit einer Kulissenführung (K)
aufweist, wobei die untere Schnittstelle (12b) zum Gleitbrett für eine Höhenanpassung
einer Höhenposition der Grundplatte in einer Höhenrichtung orthogonal zur Längsachse
(L) eingerichtet ist, wobei die Höhenanpassung an eine translatorische Bewegung zwischen
der Grundplatte und dem Gleitbrett gekoppelt ist, wobei die Kulissenführung dazu eingerichtet
ist, die Höhenposition als Funktion der translatorischen Bewegung abschnittsweise
oder vollständig entlang der Kulissenführung unterproportional, proportional oder
überproportional einzustellen; oder dass die Kulissenführung eine Kontur (12.3) aufweist,
bei welcher die Höhenanpassung beim Biegen des Gleitbretts eine mit zunehmender Biegung
größer werdende Standhöhe bewirkt, zumindest abschnittsweise.
15. Gleitbrett (1), insbesondere Schneegleitbrett für den Skisport, mit einem Dämpfungssystem
(10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dämpfer unabhängig von einer
Lagerung der Grundplatte im Punkt vor und hinter der Grundplatte über ein jeweils
im vorderen und hinteren Bereich des Gleitbretts angreifendes kraft- oder bewegungsübertragendes
Element (24, 26) am Gleitbrett abgestützt ist, und wobei das Gleitbrett ein Verbindungssystem
(10) mit einer Kulissenführung (K) zum Verbinden eines Schuhs mit dem Gleitbrett aufweist,
welches derart ausgebildet ist, dass eine Biegelinie des Gleitbrettes unabhängig von
der Grundplatte oder der Länge der Grundplatte (12) dynamisch frei veränderbar ist,
wobei der Dämpfer entkoppelt vom Gleitbrett mit der Grundplatte verlagerbar angeordnet
und an der Grundplatte gehalten ist.
1. Damping system (10) for a gliding board (1), especially for a snow gliding board for
skiing, comprising:
- a base plate (12) extending along a longitudinal axis (L) of the gliding board,
with a top side (12a), on which a shoe (2) or a binding can be arranged, and with
a lower coupling interface (12b) to the gliding board, at which the base plate is
pivotably supported in at least one mounting point (M) on the gliding board;
- a damper (22) configured for damping a relative movement between the gliding board
and the base plate;
wherein the damper is supportable, irrespective of any bearing of the base plate,
at the gliding board respectively forwards and rearwards of the base plate in a point
(26.2) differing from the mounting point (M); wherein the relative movement to be
damped is transferable to the damper in a manner free of any transmission;
characterized in that the damper is hold at the base plate.
2. Damping system according to claim 1, characterized in that the damping system is configured for directing a flux of forces along a trajectory
from a point forwards and/or rearwards of the base plate of the gliding board firstly
via the damper and thereafter in the base plate.
3. Damping system according to claim 1 or 2, characterized in that the damper is arranged above the gliding board and underneath the base plate or in
the base plate.
4. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damper is hold at the base plate underneath the base plate, wherein the damper
is connected to the base plate in a form-locking and/or force-fitting manner.
5. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damper is arranged in a free manner independently from the gliding board, wherein
the damper is movable also in a height direction, with respect to the gliding board.
6. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damping function is ensured by the absolute value of the relative movement of
a respective element (24, 26) transferring a force or a movement; or in that the damper is configured to fulfill two damping functions in opposed directions,
wherein the damping functions are independent from each other and/or are independently
adjustable, wherein the damper is arranged between two elements (24, 26) transferring
the force or the movement to be damped; or in that the damper is connected to the force transferring element by means of an intermediate
element.
7. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damper or at least one damping function of the damper is free of no-load strokes,
especially with respect to outgoing decreasing loading.
8. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damper is mountable also in an orientation turned by 180° and/or in that opposing ends or coupling points of the damper are symmetrical with respect to each
other.
9. Damping system according to any preceding claim, characterized in that at least one damping function of the damper is shiftable (engageable) or disengageable.
10. Damping system according to any preceding claim, characterized in that one or two damping functions of the damper respectively are adjustable optionally
to damp incoming increasing loading or outgoing decreasing loading; or in that the damper exhibits at least one diaphragm (29.1, 29.2) and the damper is controllable
or adjustable by means of that at least one diaphragm, wherein the diaphragm can be
positioned in a form-locking manner in at least two predefinable rotary positions.
11. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damping system exhibits two damping devices (23, 25) and one spring element (27);
wherein the damper is configured as a three functions damper fulfilling one spring
function and two damping functions.
12. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damper exhibits two pistons (28.1, 28.2), a/the spring element (27) being arranged
between them, wherein the rigidity or flexural stiffness of the gliding board (1)
is adjustable by means of the spring element.
13. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the lower coupling interface to the gliding board is configured for a predefmable
relative movement between the base plate and the gliding board as a function of a
curvature of the gliding board, wherein the damper is configured for also damping
the relative movement between the base plate and the gliding board, in addition to
the damping of the prelative movement between the damper and the gliding board.
14. Damping system according to any preceding claim, characterized in that the damping system (10) exhibits a connecting system (20) with a guiding motion link
(K), wherein the lower coupling interface (12b) to the gliding board is configured
for a height adjustment of a height position of the base plate in a height direction
perpendicular to the longitudinal axis (L), wherein the height adjustment is coupled
to a translational movement between the base plate and the gliding board, wherein
the guiding motion link (K) is configured for adjusting the height position in a disproportionally
low, proportional or disproportionally high manner respectively in sections or completely
along the guiding motion link, as a function of the translational movement; or in that the guiding motion link exhibits a contour (12.3) by which the height adjustment
effects, during flexing of the gliding board, an increasing standing position with
increasing curvature, at least in sections.
15. Gliding board (1), especially snow gliding board for skiing, with a damping system
(10) according to any of the preceding claims, wherein the damper is supported at
the gliding board, irrespective of any bearing of the base plate, by means of an element
(24, 26) transferring a force or a movement and being supported respectively in the
point forwards and rearwards of the base plate, and wherein the gliding board exhibits
a connecting system (20) with a guiding motion link (K) for connecting a shoe to the
gliding board, which connecting system is configured such that a deflection curve
of the gliding board is dynamically freely modifiable irrespective of the base plate
or irrespective of the length of the base plate (12), wherein the damper is arranged
in a manner decoupled from the gliding board and movable together with the base plate,
and hold at the base plate.
1. Système d'amortissement (10) pour une planche de glisse (1), en particulier pour une
planche de glisse de neige pour le ski, comprenant:
- une plaque de base (12) s'étendant le long d'un axe longitudinal (L) de la planche
de glisse, avec un côté supérieur (12a) sur lequel une chaussure (2) ou une fixation
peut être arrangée, et avec une jonction d'interface inférieure (12b) vers la planche
de glisse, par laquelle la plaque de base est associée, d'une manière pivotante, en
au moins un point de montage (M) à la planche de glisse;
- un amortisseur (22) configuré pour amortir un déplacement relatif de la planche
de glisse par rapport à la plaque de base;
pendant que l'amortisseur est appuyable, d'une manière indépendante d'un appui de
la plaque de base, en un point différent du point de montage (M), respectivement devant
et en arrière de la plaque de base; pendant que le déplacement relatif à amortir est
transférable vers l'amortisseur d'une manière sans transmission;
caractérisé en ce que l'amortisseur est tenu à la plaque de base.
2. Système de liaison selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système d'amortissement est configuré pour diriger un flux de forces via une trajectoire
passant par le point devant et/ou en arrière de la plaque de base, partant de la planche
de glisse d'abord via l'amortisseur et ensuite dans la plaque de base.
3. Système d'amortissement selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'amortisseur est arrangé au-dessus de la planche de glisse et en-dessous de la plaque
de base ou dans la plaque de base.
4. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'amortisseur est tenu à la plaque de base en-dessous de la plaque de base, pendant
que l'amortisseur est associé d'une manière à forme finale (complémentarité de forme)
et/ou d'une manière solidaire à la plaque de base.
5. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'amortisseur est arrangé d'une manière indépendante de la planche de glisse, pendant
que l'amortisseur est déplaçable aussi en direction d'hauteur par rapport à la planche
de glisse.
6. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fonction d'amortissement est assurée par la valeur absolue du déplacement relatif
d'un élément (24, 26) respectif transférant une force ou un mouvement; ou que l'amortisseur
est configuré pour réaliser deux fonctions d'amortissement en directions opposées,
pendant que les fonctions d'amortissement sont indépendantes et/ou peuvent être ajustées
d'une manière indépendante l'une de l'autre, pendant que l'amortisseur est arrangé
entre deux éléments (24, 26) respectivement transférant la force ou le mouvement à
amortir; ou que l'amortisseur est relié à l'élément transférant la force par intermédiaire
d'un élément interposé.
7. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'amortisseur ou au moins une fonction d'amortissement de l'amortisseur est libre
de course à vide, en particulier libre de course à vide pour une force dénouante décroissante.
8. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'amortisseur est configuré pour être monté aussi en orientation tournée de 180°
et/ou en ce que des extrémités opposées ou des points d'accouplement opposés de l'amortisseur sont
symétriques entre eux.
9. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une fonction d'amortissement de l'amortisseur est activable ou désactivable.
10. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une ou deux fonctions d'amortissement de l'amortisseur sont ajustable, au choix, quant
à l'atténuation par rapport à une force entrante croissante ou par rapport à une force
dénouante décroissante; ou en ce que l'amortisseur présente au moins un diaphragme (29.1, 29.2) et peut être ajusté ou
réglé par l'au moins un diaphragme, pendant que le diaphragme peut être positionné
par complémentarité de forme en au moins deux positions rotatives.
11. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système d'amortissement présente deux dispositifs d'amortissement (23, 25) et
un élément de suspension (27); pendant que l'amortisseur est configuré comme un amortisseur
en trois fonctions qui réalise une fonction de suspension et deux fonctions d'amortissement.
12. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'amortisseur présente deux pistons (28.1, 28.2) entre lesquels est disposé un/l'élément
de suspension (27), pendant que la dureté ou la rigidité de flexion de la planche
de glisse (1) peut être ajustée par l'élément de suspension.
13. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la jonction d'interface inférieure vers la planche de glisse est configurée pour
un déplacement relatif de la planche de glisse par rapport à la plaque de base en
fonction d'une courbure de la planche de glisse, pendant que l'amortisseur est configuré
d'amortir aussi le déplacement relatif de l'amortisseur par rapport à la planche de
glisse, en plus du déplacement relatif de la plaque de base par rapport à la planche
de glisse.
14. Système d'amortissement selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système d'amortissement (10) présente un système de liaison (20) avec un guidage
de coulisse (K), pendant que la jonction d'interface inférieure (12b) vers la planche
de glisse est configurée pour un ajustement d'hauteur d'une position d'hauteur de
la plaque de base dans une direction d'hauteur perpendiculaire à l'axe longitudinal
(L), pendant que l' ajustement d'hauteur est couplé à un déplacement translationnel
entre la plaque de base et la planche de glisse, pendant que le guidage de coulisse
est configuré pour ajuster la position d'hauteur en fonction du déplacement translationnel
en sections ou complètement le long du guidage de coulisse d'une manière sous-proportionnelle,
proportionnée ou disproportionnée; ou en ce que le guidage de coulisse présente un contour (12.3), par lequel l'ajustement d'hauteur
effectue une position d'hauteur qui devient plus haute durant une croissance de la
courbure de la planche de glisse, au moins en sections.
15. Planche de glisse (1), en particulier planche de glisse pour le ski, avec un système
d'amortissement selon une des revendications précédentes, l'amortisseur étant associé
à la planche de glisse, d'une manière indépendante d'un appui de la plaque de base,
au points devant et en arrière de la plaque de base, par intermédiaire d'un élément
(24, 26) transférant une force ou un mouvement et respectivement appuyé dans une section
de devant et dans une section arrière de la planche de glisse, et pendant que la planche
de glisse présente un système de liaison (20) avec un guidage de coulisse (K) pour
relier une chaussure à la planche de glisse, quel système est configuré d'une manière
telle qu'une courbe de flexion de la planche de glisse est modifiable d'une manière
dynamique et libre, indépendamment de la plaque de base ou indépendamment de la longueur
de la plaque de base (12), pendant que l'amortisseur est arrangé indépendamment de
la planche de glisse et déplaçable avec la plaque de base et tenu à la plaque de base.