(19)
(11) EP 3 321 453 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.05.2018  Patentblatt  2018/20

(21) Anmeldenummer: 17200721.3

(22) Anmeldetag:  09.11.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05B 1/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 11.11.2016 DE 202016106324 U

(71) Anmelder: Jendricke, Bernd
53111 Bonn (DE)

(72) Erfinder:
  • Jendricke, Bernd
    53111 Bonn (DE)

(74) Vertreter: Hennicke, Ernst Rüdiger 
Patentanwälte Buschhoff Hennicke Althaus Postfach 19 04 08
50501 Köln
50501 Köln (DE)

   


(54) TÜRKLINKE


(57) Die Erfindung hat eine Türklinke, insbesondere für Türen in gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden zum Gegenstand, insbesondere für Toilettenräume, wobei die Klinke (10) ein im montierten Zustand an einem Türbeschlag einer Tür im Wesentlichen rechtwinklig zu deren Türblatt (13) verlaufendes Dornteil (11) sowie ein mit dem Dornteil (11) fest, vorzugsweise einstückig verbundenes Griffteil (14) hat, das in einem Abstand (a) von dem Türblatt (13) unter einem zumindest im wesentlichen rechten Winkel zum Dornteil (11) angeordnet ist. Um die Tür in besonders einfacher Weise mittels eines Ellenbogens (20) öffnen zu können, schlägt die Erfindung vor, dass das Griffteil (14) an seiner zum Türblatt (13) weisenden Innenseite (15) eine nach unten schräg geneigte, den Abstand (a) des Griffteils (14) zum Türblatt (13) von oben nach unten verringernde Anlagefläche (16) aufweist, die vorzugsweise teilkonisch oder kugelsegmentförmig ausgestaltet sein kann. (hierzu Fig.5)




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Türklinke, insbesondere für Türen in gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden, insbesondere für Toilettenräume, aber auch für andere "hygienerelevante" Bereiche (Krankenhäuser, Heime, Gastronomie, Verwaltungsgebäude etc.), mit einem im montierten Zustand der Türklinke an einem Türbeschlag einer Tür im Wesentlichen rechtwinklig zu deren Türblatt verlaufenden Dornteil sowie einem mit dem Dornteil fest, vorzugsweise einstückig verbundenen Griffteil, das in einem Abstand von dem Türblatt unter einem zumindest im wesentlichen rechten Winkel zum Dornteil angeordnet ist. Gegenstand der Erfindung ist auch eine Tür, die mit einer erfindungsgemäßen Türklinke versehen ist.

[0002] Beim Benutzen einer öffentlichen Toilette oder einer anderen "hygienerelevanten" Tür) möchten die meisten Menschen es möglichst vermeiden, die Türklinke anzufassen. Sie befürchten, dass sie durch Vorbenutzer verschmutzt wurde und haben Angst, mit schädlichen Erregern in Kontakt zu kommen. Mit den existierenden Klinkensystemen lässt sich jedoch, insbesondere wenn die Tür zum Öffnen gezogen werden muss, ein Zugreifen mit der Hand nicht vermeiden. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Türen in gewerblichen oder öffentlichen Räumen, insbesondere bei Toilettentüren meist ein zwischen dem Türblatt und dem Rahmen montierter Türschließer die zum Öffnen der Tür erforderliche Zugkraft erhöht. Oft kommt es auch vor, dass derartige Türen außergewöhnlich stabil und damit schwer ausgeführt sind, z.B. indem sie aus Metall bestehen, wie bspw. in Tiefgaragen.

[0003] DE 20 2015 006 126 U1 und DE 20 2014 105 610 U1 beschreiben die Idee einer Unterarmschiene, die statt (oder zusätzlich zur) Türklinke montiert wird. Die bekannten Vorrichtungen sind deutlich größer als herkömmliche Klinken. Dadurch ergeben sich höhere Herstellungskosten, außerdem wird das Raumdesign optisch beeinträchtigt. Da mit der Unterarmschiene größere, auf die Tür wirkende Hebelkräfte auftreten, ist es kaum möglich, ohne bauliche Veränderung an Tür und Schließmechanismus die auf diesem Gebiet einschlägigen Normen (beispielsweise DIN 1906, Schutzklasse 4) zu erfüllen.

[0004] Durch die DE 10 2009 039668 A2 und die DE 10 2012 017365 A1 wird eine Desinfektionsvorrichtung vorgeschlagen, die in die Klinke integriert ist. Hierbei wird vor der Benutzung der Klinke auf das Griffteil ein Desinfektionsmittel aufgebracht, das Klinke und Hand desinfizieren soll. Diese Technik setzt regelmäßige Wartung und Kontrolle voraus, die Desinfektionsflüssigkeit muss regelmäßig nachgefüllt werden.

[0005] Die US 8,522,482 B2 beschreibt die Verwendung eines Hebels, der mit dem Unterarm oder Handgelenk betätigt wird. Die Tür wird dabei durch eine Seitwärtsbewegung des Hebels geöffnet. Dieses System lässt sich nicht ohne Umbaumaßnahmen in bestehende Schließsysteme integrieren.

[0006] Bei der US 8,720,116 B1 wird ein Riegel horizontal durch den Unterarm betätigt. Durch eine Schiebebewegung kann die Tür geöffnet, geschlossen und verriegelt werden. Die Konstruktion unterscheidet sich grundlegend von handelsüblichen Türklinken, die mit ihrem Dornteil auf einen im Schloss formschlüssig aufgenommenen Drückerdorn aufgesteckt sind, der bei Betätigung um eine Drehachse verdreht wird und damit die Türfalle zurückzieht.

[0007] In der US 2007 192 995 ist beschrieben, sämtliche Toilettenarmaturen und Türbeschläge mit dem Handgelenk zu betätigen. Der hierfür vorgestellte Türöffner ist C-förmig gebogen und hat einen nach außen zeigenden Haken, in den das Handgelenk oder der Unterarm eingelegt werden kann, um die Klinke zu betätigen. Die Handhabung dieses Türöffners ist verhältnismäßig kompliziert, es kann auch leicht dazu kommen, dass sich der Benutzer mit seiner Kleidung in dem Haken verfängt. Auch ist es ggf. schwierig, das Handgelenk bzw. den Unterarm aus der Vorrichtung wieder zu lösen, wenn die Tür sich öffnet, und es ist dann leicht möglich, dass es doch zu einem an sich unerwünschten Hautkontakt mit dem Öffnungsmechanismus kommt. Schlussendlich lässt sich diese Konstruktion auch nicht leicht in bestehende Systeme integrieren und eine Konstruktion unter hohen Schutzanforderungen (Klasse 4 nach DIN 1906) ist kaum realisierbar.

[0008] Auch bei der US 6,289,557 B1 wird die eine Türklinke mit Unterarm und Handgelenk betätigt. Dabei befindet sich die Drehachse, d.h. das Dornteil aber in der Mitte des Griffteils der Klinke. Die Kraft wird durch Druck nach unten auf das eine Ende des Griffteils mit dem Unterarm und Zug nach oben mit dem Handgelenk auf das andere Ende des Griffteils ausgeübt. Die Klinke unterscheidet sich konstruktiv stark von gebräuchlichen Klinkensystemen.

[0009] Bei der US 3,965,528 soll ein Hebel für einen Wasserhahn, wie er häufig in Krankenhäusern zu finden ist, mit dem Ellbogen betätigt werden. Die Bewegung bzw. Kraftausübung erfolgt dabei seitwärts nach links oder rechts.

[0010] Die US 2,042,909 beschreibt einen Türdrehknopf, der mit einem Klinkenhebel ausgestattet ist. Dieser kann mit dem Unterarm betätigt werden. Allerdings ist zum Aufziehen der Tür eine Hand vonnöten, die den Türknopf greift. Die Klinke kann mit dem Unterarm lediglich heruntergedrückt werden, ohne zusätzlichen Einsatz einer Hand kann die damit versehene Tür lediglich aufgestoßen, aber nicht aufgezogen werden.

[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Türklinke der eingangs genannten Art zu schaffen, die sowohl auf Druck als auch auf Zug besonders einfach und zuverlässig betätigt werden kann, ohne dass es erforderlich ist, sie hierfür mit der Hand zu berühren. Mit der Erfindung soll eine Türklinke geschaffen werden, die sich optisch und haptisch möglichst nahe an der heute gebräuchlichen Klinkenform orientieren kann, so dass sie in bestehende Designserien integrierbar ist. Dabei soll die erfindungsgemäße Türklinke ohne weitere Umbaumaßnahmen existierende Klinken ersetzen können und ohne Stromquelle, Desinfektionsmittel oder andere Verbrauchsmaterialien auskommen, so dass sie in vorteilhafter Weise vielseitig an öffentlich zugänglichen Orten zum Einsatz kommen kann. Es versteht sich, dass mit der erfindungsgemäßen Türklinke die einschlägigen Normen DIN 18255 und DIN EN 1906 in allen Schutzklassen einhaltbar sein sollten und dass eine Bedienung wie bei einer herkömmlichen Klinke mit der Hand soll ebenfalls möglich sein soll, auch wenn dann der von der Erfindung geschaffene Hygienevorteil nicht realisierbar sein sollte.

[0012] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass das Griffteil an seiner zum Türblatt weisenden Innenseite eine nach unten schräg geneigte, den Abstand des Griffteils zum Türblatt von oben nach unten verringernde Anlagefläche aufweist, so dass der Abstand des Griffteils vom Türblatt an seinem oberen Rand größer ist als im unteren Bereich. Bevorzugt ist die Anordnung dabei insbesondere so getroffen, dass der Abstand vom Türblatt zum Griffteil im Bereich von der Anlagefläche am oberen Rand der Anlagefläche deutlich größer ist als bei herkömmlichen Türklinken. Zweckmäßig liegt der Abstand am oberen Rand der Anlagefläche im Bereich von 70 bis 95 mm, während er sich im unteren Randbereich der Anlagefläche vorzugsweise auf beispielsweise 20 bis 60 mm verringern kann.

[0013] Mit der schräg angeordneten Anlagefläche wird eine optimale Voraussetzung für die Betätigung der erfindungsgemäßen Türklinke mittels des Ellenbogens geschaffen, indem dieser vom Benutzer der Tür von oben in den zwischen Türblatt und Griffteil gebildeten Freiraum gebracht wird. Die schräg ausgebildete Anlagefläche verengt diesen Freiraum von oben nach unten und stellt dadurch sicher, dass der Ellenbogen bei einer gewissen Einstecktiefe zuverlässig in Kontakt mit dem Griffteil kommt und dieses wie vorgesehen nach unten drückt, ohne durch den Raum zwischen Türblatt und Griffteil hindurch zu rutschen. Zugleich bewirkt die schräg angeordnete Anlagefläche auch, dass mit dem Ellenbogen eine Kraft in Horizontalrichtung auf die Türklinke und damit auf die Tür ausgeübt werden kann, um diese aufzuziehen, und zwar auch entgegen der Wirkung eines möglicherweise an der Tür angebrachten mechanischen Türschließers. Durch die schräg ausgebildete Anlagefläche kann der Ellenbogen tiefer in den Zwischenraum zwischen der Türklinke und dem Türblatt einsinken, mit der Folge, dass wesentlich mehr Kraft beim Aufziehen der Tür wirksam eingesetzt werden kann als bei herkömmlichen Klinken. Der Kontakt zwischen Ellenbogen und Türklinke ist dabei im Allgemeinen nicht punkt- oder linienförmig, sondern flächig, so dass die aufzubringende Kraft verteilt wird und der Druck auf den Arm gering bleibt. Hierdurch wird Druckschmerz zuverlässig vermieden, auch wenn eine vergleichsweise große Kraft zum Aufziehen der Tür aufgewendet werden muss.

[0014] Die Anordnung kann bevorzugt so getroffen sein, dass der obere Abstand zwischen dem Griffteil am oberen Rand der Anlagefläche und dem Türblatt etwa 7-9 cm beträgt, so dass der Benutzer seinen Ellenbogen problemlos in den Freiraum einführen kann. Der Freiraum verjüngt sich aufgrund der schräg verlaufenden Anlagefläche nach unten, so dass sich der Abstand zwischen dem Griffteil der Türklinke und dem Türblatt zum unteren Rand der Anlagefläche hin auf vorzugsweise ca. 2 bis 6 cm verkleinert.

[0015] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Anlagefläche nach Art eines sich nach unten verjüngenden Konus- oder Pyramidensegments gestaltet sein. Das Griffteil der Türklinke erhält hierdurch eine trichterartige Gestaltung, die den Ellenbogen an mehreren Seiten umschließt und führt. Die Anlagefläche kann im Horizontalschnitt eine relativ zum Türblatt konkave, erste Krümmung aufweisen, wobei die erste Krümmung in besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung einen sich verändernden, ausgehend vom Dornteil hin zum freien Ende des Griffteils größer werdenden Krümmungsradius aufweist. Hierdurch kann in besonders zweckmäßiger Weise dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Türklinke von Personen unterschiedlicher Körpergröße, deren Ellenbogen naturgemäß ebenfalls verschieden groß sind, gleichermaßen gut betätigt werden kann. Außerdem kann man mit dieser Gestaltung erreichen, dass beim Aufziehen der Tür der Ellenbogen, begünstigt durch den sich verkleinernden Radius in Richtung Drehachse der Klinke, nach oben herausgeführt wird.

[0016] Dieser Effekt ist besonders gut dann zu erreichen, wenn die Anlagefläche im vertikalen Schnitt eine relativ zum Türblatt konkave, zweite Krümmung aufweist. Wenn sowohl im Horizontal- als auch im Vertikalschnitte Krümmungen vorgesehen sind, nimmt das Griffteil eine etwa tassen- oder kugelkalottenförmige Gestalt an.

[0017] Als besonders geeignet hat es sich erwiesen, wenn die Anlagefläche in einem Winkel zwischen etwa 40 bis etwa 70° zum Türblatt geneigt ist. Die Neigung kann bevorzugt unter Berücksichtigung der zu erwartenden Öffnungskraft zum Aufziehen der Tür festgelegt werden, wobei man zweckmäßig eine geringere Neigung bei größerer Öffnungskraft und eine stärkere Neigung bei geringer Öffnungskraft wählen wird. Insbesondere in Fällen, bei denen das Griffteil eine tiefer nach unten reichende Anlagefläche aufweist, kann diese mit etwas geringerer Neigung, also einem spitzeren Winkel relativ zur Ebene des Türblatts, ausgestattet sein, da die Führung des Ellenbogens durch die Klinke sich insgesamt dann auf eine größere Fläche verteilt ist und so ebenfalls ein kleiner unterer Zwischenraum zwischen dem Griffteil der Klinke und dem Türblatt erreicht wird, ähnlich wie bei einer flacheren Anordnung der Anlagefläche, die nicht ganz so tief reicht.

[0018] Eine sehr vorteilhafte Gestaltung, der bei einer gattungsgemäßen Türklinke eigenständige, erfinderische Leistung zukommt, ergibt sich, wenn das Griffteil wenigstens über einen Teilbereich seiner Länge eine Erhöhung aufweist, die im ungedrückten Zustand der Türklinke oberhalb des Dornteils liegt. Durch diese Erhöhung des Griffteils auf ein Niveau oberhalb des Dornteils ist es besonders einfach möglich, die Türklinke alternativ auch mit dem Unterarm zu betätigen, wobei dieser dann ein Stück weit oberhalb des Handgelenks auf dem Dornteil aufgelegt kann, während ein weiter oben, zum Ellenbogengelenk hin gelegener Abschnitt des Unterarms dann hinter die Erhöhung fasst. Die Anordnung hat den besonderen Vorteil, dass die Betätigung der Türklinke auch dann sicher erfolgen kann, wenn der Benutzer in seiner Hand eine Last hält, beispielsweise ein mit Speisen beladenes Tablett. Derartige Situationen treten in Pflegeheimen und Krankenhäusern regelmäßig auf, wenn Schwestern oder Pfleger Patienten/Pflegebedürftigen Essen in ihr Zimmer bringen.

[0019] Vorteilhaft bei dieser Gestaltung ist es, wenn die Erhöhung an ihrer zum Türblatt weisenden Innenseite eine vorzugsweise im Wesentlichen parallel zum Türblatt ausgerichtete Widerlagerfläche für den Unterarm des Benutzers aufweist, die sich vorzugsweise unten an eine geneigte Anlagefläche anschließt. Als ganz besonders zweckmäßig kann sich eine Konstruktion erwiesen, bei der das Griffteil an seinem vom Dornteil beabstandeten, freien Ende einen in Richtung auf das Türblatt abgewinkelten Druckschenkel aufweist, der vorzugsweise in einer Höhe unterhalb der Erhöhung liegt, insbesondere auf demselben Niveau wie das Dornteil (bei ungedrückter Klinke). Diese Ausgestaltung ermöglicht es, den Unterarm nicht nur kurz oberhalb des Handgelenks auf dem Dornteil abzustützen, sondern weiter proximal zum Ellenbogen hin auch zusätzlich auf dem Druckschenkel, der ein Stück weit zurück in Richtung auf das Türblatt gerichtet ist, vorzugsweise parallel zum Dornteil. Das im Verhältnis zum Dornteil und ggf. zum Druckschenkel höher liegende Griffteil bzw. die an diesem vorgesehene oder von diesem gebildete Erhöhung liegt dann zwischen den vom Dornteil und dem Druckschenkel gebildeten Auflagen für den Unterarm vor diesem, so dass die Türklinke zunächst durch Absenken des Unterarms und damit ausgeübtem Druck auf den Druckschenkel geöffnet und die Tür dann vom dem hinter die Erhöhung fassenden Unterarm aufgezogen werden kann.

[0020] Um eine sichere Betätigung der erfindungsgemäßen Türklinke auch durch groß bzw. kräftig gewachsene Personen unter allen Bedingungen zu gewährleisten, ist es zweckmäßig, wenn der Abstand des Griffteils vom Türblatt, gemessen in Höhe der Achse des Dornteils, im montierten Zustand der Türklinke mindestens 70 mm beträgt. Damit wird eine ausreichend große Distanz des Griffteils vom Türblatt gewährleistet, so dass der Ellenbogen bzw. Unterarm zuverlässig bestimmungsgemäß platziert werden kann, um die Klinke zu betätigen.

[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung, worin verschiedene bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand von Beispielen dargestellt und erläutert sind. Es zeigt:
Fig. 1
eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer Darstellung;
Fig. 2
den Gegenstand nach Fig. 1 in einer Seitenansicht;
Fig. 3
die Türklinke nach den Fig. 1 und 2 in einer Draufsicht;
Fig. 4
die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Türklinke in einer Vorderansicht;
Fig. 5
den Gegenstand der Fig. 1 bis 4 in der Montagesituation an einer Tür zur Illustration ihrer Betätigung mit einem Ellenbogen, in perspektivischer Darstellung;
Fig. 6
eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer Darstellung;
Fig. 7
den Gegenstand der Fig. 6 in einer Seitenansicht;
Fig. 8
den Gegenstand der Figuren 6 und 7 in einer Draufsicht;
Fig. 9
eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer Darstellung;
Fig. 10
den Gegenstand der Fig. 9 in einer rückwärtigen Ansicht; und
Fig. 11
den Gegenstand der Fig. 9 und 10 in einer Innenansicht.


[0022] Die in den Zeichnungen dargestellten, erfindungsgemäßen Türklinken eignen sich in besonders vorteilhafter Weise für den Einsatz in Türen in öffentlichen Gebäuden, insbesondere für Toilettenräume, bei denen die Benutzer besonders auf Hygiene achten und bei Betätigung der Klinke daher einen unmittelbaren Hautkontakt vermeiden möchten.

[0023] In an sich bekannter Weise bestehen die Türklinken 10 nach der Erfindung im Wesentlichen aus einem Dornteil 11, das im an einem Türbeschlag 12 (Fig.5) montierten Zustand im Wesentlichen rechtwinklig zum Türblatt 13 der mit der Klinke versehenen Tür von dieser vorsteht, sowie einem Griffteil 14, das mit dem Dornteil 11 einstückig verbunden ist. Dabei ist das Griffteil im Wesentlichen unter einem rechten Winkel am von der Tür beabstandeten Ende des Dornteils 11 angeschlossen, so dass es insgesamt im Abstand a von dem Türblatt 13 verläuft.

[0024] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass das Griffteil 14 an seiner zum Türblatt 13 weisenden Innenseite 15 eine nach unten schräg geneigte, den Abstand a des Griffteils 14 zum Türblatt 13 von oben nach unten verringernde Anlagefläche 16 aufweist. Bei der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Darstellung ist diese Anlagefläche 16 nach Art eines sich nach unten verjüngenden Konussegments 17 gestaltet, derart, dass die Anlagefläche 16 im Horizontalschnitt eine relativ zum Türblatt 13 konkave, erste Krümmung 18 aufweist. Wie man am besten in Fig.3 erkennen kann, ist diese Krümmung nicht konstant über die Länge des Griffteils, sondern die erste Krümmung 18 hat einen sich verändernden, ausgehend vom Dornteil 11 hin zum freien Ende 19 des Griffteils 14 größer werdenden Krümmungsradius r (r2 > r1.

[0025] Die Anlagefläche 16 ist in einem Winkel α gegenüber dem Türblatt 13 geneigt, der bei dem ersten der beiden Ausführungsbeispiele etwa 50° beträgt. Fig.5 lässt erkennen, wie sich die Klinke nach der Erfindung in besonders vorteilhafter Weise mit dem Ellenbogen 20 des Benutzers betätigen lässt. Hierbei wird der Arm so angewinkelt, dass er mit dem Ellenbogengelenk von oben in den Zwischenraum 21 zwischen Türblatt 13 und dem Griffteil 14 der Klinke eingeführt werden kann. Der Ellenbogen 20 gelangt dabei an die schräge, sich nach unten konusartig verjüngende Anlagefläche 16. Aufgrund deren schräger Gestaltung kann der Benutzer mit seinem Ellenbogen nicht nur eine vertikal nach unten wirkende Kraft zur Betätigung der Klinke ausüben, infolge der sich das am Schlossdorn (nicht darstellt) formschlüssig montierte Dornteil 11 um seine Längsachse dreht und hierdurch den Schlossdorn dreht und somit die Schlossfalle des Türschlosses öffnet, sondern der Benutzer kann zugleich auch eine Kraft in Horizontalrichtung auf die Klinke ausüben und hierdurch die Tür in einer Zugbewegung zu sich heranziehen und dadurch öffnen. Die gemäß der ersten Ausführungsform vorgesehene, zum freien Ende 19 des Griffteils größer werdende Krümmung 18 bewirkt zum einen in vorteilhafter Weise, dass Benutzer mit unterschiedlichen Körper- und insbesondere Armgrößen die Klinke in der beschriebenen Weise gleich gut nutzen können, da die Klinkenform eine Anpassung an verschiedene Anatomien gestattet, zum anderen hat sich gezeigt, dass diese Form auch das Lösen des eingesetzten Ellenbogens zum Ende des Öffnungsvorgangs hin begünstigt.

[0026] Die in den Fig. 6 bis 8 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 5 im Wesentlichen durch die Gestaltung des Griffteils 14, das hier als ebene, schräg zum Dornteil 11 angeordnete Griffplatte ausgeführt ist, die an ihrer zum Türblatt weisenden Innenseite 15 die Anlagefläche 16 aufweist. Die Verwendung dieser Türklinke erfolgt entsprechend wie vorstehend im Zusammenhang mit Fig. 5 beschrieben, allerdings kann der Benutzer hier seinen von oben in den Zwischenraum 21 zwischen Türblatt 13 und Griffteil 14 der Klinke eingeführten Ellenbogen wahlweise auch nach hinten, also in Richtung des freien Endes 19 des Griffteils 14 herausziehen.

[0027] Bei der in den Fig. 9 bis 11 dargestellten Ausführungsform weist das Griffteil 14 im Wesentlichen über seine ganze Länge eine Erhöhung 22 auf, die im ungedrückten Zustand der Türklinke 10 auf einem Niveau oberhalb des Dornteils 11 liegt. Die Klinke hat an ihrer zum Türblatt weisenden Innenseite 15 unterhalb der Anlagefläche 16 eine im Wesentlichen parallel zum Türblatt ausgerichtete Widerlagerfläche 23 (Fig.11), an der sich der Unterarm eines Benutzers zusätzlich zu der schräg verlaufenden Anlagefläche 16 anlegen kann, wodurch ein Aufziehen der Tür mit dem Unterarm weiter erleichtert wird, den der Benutzer in den Zwischenraum 21 zwischen der Erhöhung 22 und dem Türblatt zur Betätigung der Klinke 10 platzieren kann. Dabei kann sich der Unterarm auf dem etwas tiefer gelegenen Dornteil 11 bequem abstützen.

[0028] Wie man in der Zeichnung gut erkennt, weist das Griffteil 14 an seinem vom Dornteil 11 beabstandeten, freien Ende 19 einen in Richtung auf das Türblatt abgewinkelten Druckschenkel 24 in einer Höhe unterhalb der Erhöhung 22 auf, nämlich auf demselben Niveau wie das Dornteil 11. Der Druckschenkel 24 bildet in Ergänzung zu dem Dornteil 11 eine weitere Auflagemöglichkeit für den Unterarm des Benutzers. Der Benutzer kann also seinen Unterarm nicht nur kurz oberhalb des Handgelenks auf dem Dornteil 11 abstützen, sondern außerdem auch noch an einer Position, die weiter zum Ellenbogen hin gelegen ist, wo er dann auf dem Druckschenkel 24 aufliegt, der sich bei dem gezeigten, bevorzugten Ausführungsbeispiel im ungedrückten Zustand der Klinke auf derselben Höhe wie dieses befindet. Das im Verhältnis zum Dornteil 11 und zum Druckschenkel 24 höher liegende Griffteil 14 bzw. die von diesem gebildete Erhöhung 22 liegt dann zwischen den vom Dornteil 11 und dem Druckschenkel 24 gebildeten Auflagen für den Unterarm vor diesem, so dass die Türklinke zunächst durch Absenken des Unterarms und damit ausgeübtem Druck auf den Druckschenkel 24 geöffnet und die Tür dann vom dem hinter die Erhöhung fassenden Unterarm aufgezogen werden kann. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern es sind viele Änderungen in der Gestaltung der Türklinke möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es ist beispielsweise auch möglich, dass das Griffteil eine Anlagefläche aufweist, die in einem vertikalen Schnitt eine relativ zum Türblatt konkave (zweite) Krümmung aufweist. Auf die 1. gezeigte Ausführungsform angewendet, ergäbe sich dann eine tassenteilförmige oder kugelsegmentförmige Gestaltung der Anlagefläche an der Innenseite des Griffteils. Vorteilhaft bei den verschiedenen Ausführungsformen, insbesondere der zur Betätigung der Türklinke mit dem Unterarm des Benutzers (Fig.9 bis 11) ist es, wenn der lichte Abstand des Griffteils 14 vom Türblatt 13, gemessen in Höhe der Achse des Dornteils 11, im montierten Zustand der Türklinke mindestens 70 mm beträgt, denn dann ist eine zuverlässige Betätigung auch mittels eines kräftigen Unterarms zuverlässig gewährleistet.


Ansprüche

1. Türklinke, insbesondere für Türen in gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden, insbesondere für Toilettenräume, mit einem im montierten Zustand der Türklinke (10) an einem Türbeschlag einer Tür im Wesentlichen rechtwinklig zu deren Türblatt (13) verlaufenden Dornteil (11) sowie einem mit dem Dornteil (11) fest, vorzugsweise einstückig verbundenen Griffteil (14), das in einem Abstand (a) von dem Türblatt (13) unter einem zumindest im wesentlichen rechten Winkel zum Dornteil (11) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffteil (14) an seiner zum Türblatt (13) weisenden Innenseite (15) eine nach unten schräg geneigte, den Abstand (a) des Griffteils (14) zum Türblatt (13) von oben nach unten verringernde Anlagefläche (16) aufweist.
 
2. Türklinke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) nach Art eines sich nach unten verjüngenden Konus- oder Pyramidensegments (17) gestaltet ist.
 
3. Türklinke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) im Horizontalschnitt eine relativ zum Türblatt (13) konkave, erste Krümmung (18) aufweist.
 
4. Türklinke nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Krümmung (18) einen sich verändernden, ausgehend vom Dornteil (11) hin zum freien Ende (19) des Griffteils (14) größer werdenden Krümmungsradius (r) aufweist.
 
5. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) im vertikalen Schnitt eine relativ zum Türblatt (13) konkave, zweite Krümmung aufweist.
 
6. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) in einem Winkel (α) zwischen etwa 40 bis etwa 70° zum Türblatt (13) geneigt ist.
 
7. Türklinke nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (10) wenigstens über einen Teilbereich des Griffteils (14) eine Erhöhung (22) aufweist, die im ungedrückten Zustand der Türklinke (10) oberhalb des Dornteils (11) liegt.
 
8. Türklinke nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhung (22) an ihrer zum Türblatt (13) weisenden Innenseite (15) eine vorzugsweise im Wesentlichen parallel zum Türblatt (13) ausgerichtete Widerlagerfläche (23) für einen Unterarm des Benutzers aufweist.
 
9. Türklinke nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffteil (14) an seinem vom Dornteil (11) beabstandeten, freien Ende (19) einen in Richtung auf das Türblatt (13) abgewinkelten Druckschenkel (24) aufweist.
 
10. Türklinke nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckschenkel (24) in einer Höhe unterhalb der Erhöhung (22), vorzugsweise auf Höhe des Dornteils (11) angeordnet ist.
 
11. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Griffteils (14) vom Türblatt (13), gemessen in Höhe der Achse des Dornteils, im montierten Zustand der Türklinke (10) mindestens 70 mm beträgt.
 
12. Tür mit einer Türklinke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente