[0001] Die Erfindung betrifft eine Türklinke, insbesondere für Türen in gewerblichen oder
öffentlichen Gebäuden, insbesondere für Toilettenräume, aber auch für andere "hygienerelevante"
Bereiche (Krankenhäuser, Heime, Gastronomie, Verwaltungsgebäude etc.), mit einem im
montierten Zustand der Türklinke an einem Türbeschlag einer Tür im Wesentlichen rechtwinklig
zu deren Türblatt verlaufenden Dornteil sowie einem mit dem Dornteil fest, vorzugsweise
einstückig verbundenen Griffteil, das in einem Abstand von dem Türblatt unter einem
zumindest im wesentlichen rechten Winkel zum Dornteil angeordnet ist. Gegenstand der
Erfindung ist auch eine Tür, die mit einer erfindungsgemäßen Türklinke versehen ist.
[0002] Beim Benutzen einer öffentlichen Toilette oder einer anderen "hygienerelevanten"
Tür) möchten die meisten Menschen es möglichst vermeiden, die Türklinke anzufassen.
Sie befürchten, dass sie durch Vorbenutzer verschmutzt wurde und haben Angst, mit
schädlichen Erregern in Kontakt zu kommen. Mit den existierenden Klinkensystemen lässt
sich jedoch, insbesondere wenn die Tür zum Öffnen gezogen werden muss, ein Zugreifen
mit der Hand nicht vermeiden. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Türen in gewerblichen
oder öffentlichen Räumen, insbesondere bei Toilettentüren meist ein zwischen dem Türblatt
und dem Rahmen montierter Türschließer die zum Öffnen der Tür erforderliche Zugkraft
erhöht. Oft kommt es auch vor, dass derartige Türen außergewöhnlich stabil und damit
schwer ausgeführt sind, z.B. indem sie aus Metall bestehen, wie bspw. in Tiefgaragen.
[0003] DE 20 2015 006 126 U1 und
DE 20 2014 105 610 U1 beschreiben die Idee einer Unterarmschiene, die statt (oder zusätzlich zur) Türklinke
montiert wird. Die bekannten Vorrichtungen sind deutlich größer als herkömmliche Klinken.
Dadurch ergeben sich höhere Herstellungskosten, außerdem wird das Raumdesign optisch
beeinträchtigt. Da mit der Unterarmschiene größere, auf die Tür wirkende Hebelkräfte
auftreten, ist es kaum möglich, ohne bauliche Veränderung an Tür und Schließmechanismus
die auf diesem Gebiet einschlägigen Normen (beispielsweise DIN 1906, Schutzklasse
4) zu erfüllen.
[0004] Durch die
DE 10 2009 039668 A2 und die
DE 10 2012 017365 A1 wird eine Desinfektionsvorrichtung vorgeschlagen, die in die Klinke integriert ist.
Hierbei wird vor der Benutzung der Klinke auf das Griffteil ein Desinfektionsmittel
aufgebracht, das Klinke und Hand desinfizieren soll. Diese Technik setzt regelmäßige
Wartung und Kontrolle voraus, die Desinfektionsflüssigkeit muss regelmäßig nachgefüllt
werden.
[0005] Die
US 8,522,482 B2 beschreibt die Verwendung eines Hebels, der mit dem Unterarm oder Handgelenk betätigt
wird. Die Tür wird dabei durch eine Seitwärtsbewegung des Hebels geöffnet. Dieses
System lässt sich nicht ohne Umbaumaßnahmen in bestehende Schließsysteme integrieren.
[0006] Bei der
US 8,720,116 B1 wird ein Riegel horizontal durch den Unterarm betätigt. Durch eine Schiebebewegung
kann die Tür geöffnet, geschlossen und verriegelt werden. Die Konstruktion unterscheidet
sich grundlegend von handelsüblichen Türklinken, die mit ihrem Dornteil auf einen
im Schloss formschlüssig aufgenommenen Drückerdorn aufgesteckt sind, der bei Betätigung
um eine Drehachse verdreht wird und damit die Türfalle zurückzieht.
[0007] In der
US 2007 192 995 ist beschrieben, sämtliche Toilettenarmaturen und Türbeschläge mit dem Handgelenk
zu betätigen. Der hierfür vorgestellte Türöffner ist C-förmig gebogen und hat einen
nach außen zeigenden Haken, in den das Handgelenk oder der Unterarm eingelegt werden
kann, um die Klinke zu betätigen. Die Handhabung dieses Türöffners ist verhältnismäßig
kompliziert, es kann auch leicht dazu kommen, dass sich der Benutzer mit seiner Kleidung
in dem Haken verfängt. Auch ist es ggf. schwierig, das Handgelenk bzw. den Unterarm
aus der Vorrichtung wieder zu lösen, wenn die Tür sich öffnet, und es ist dann leicht
möglich, dass es doch zu einem an sich unerwünschten Hautkontakt mit dem Öffnungsmechanismus
kommt. Schlussendlich lässt sich diese Konstruktion auch nicht leicht in bestehende
Systeme integrieren und eine Konstruktion unter hohen Schutzanforderungen (Klasse
4 nach DIN 1906) ist kaum realisierbar.
[0008] Auch bei der
US 6,289,557 B1 wird die eine Türklinke mit Unterarm und Handgelenk betätigt. Dabei befindet sich
die Drehachse, d.h. das Dornteil aber in der Mitte des Griffteils der Klinke. Die
Kraft wird durch Druck nach unten auf das eine Ende des Griffteils mit dem Unterarm
und Zug nach oben mit dem Handgelenk auf das andere Ende des Griffteils ausgeübt.
Die Klinke unterscheidet sich konstruktiv stark von gebräuchlichen Klinkensystemen.
[0009] Bei der
US 3,965,528 soll ein Hebel für einen Wasserhahn, wie er häufig in Krankenhäusern zu finden ist,
mit dem Ellbogen betätigt werden. Die Bewegung bzw. Kraftausübung erfolgt dabei seitwärts
nach links oder rechts.
[0010] Die
US 2,042,909 beschreibt einen Türdrehknopf, der mit einem Klinkenhebel ausgestattet ist. Dieser
kann mit dem Unterarm betätigt werden. Allerdings ist zum Aufziehen der Tür eine Hand
vonnöten, die den Türknopf greift. Die Klinke kann mit dem Unterarm lediglich heruntergedrückt
werden, ohne zusätzlichen Einsatz einer Hand kann die damit versehene Tür lediglich
aufgestoßen, aber nicht aufgezogen werden.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Türklinke der eingangs genannten Art zu schaffen,
die sowohl auf Druck als auch auf Zug besonders einfach und zuverlässig betätigt werden
kann, ohne dass es erforderlich ist, sie hierfür mit der Hand zu berühren. Mit der
Erfindung soll eine Türklinke geschaffen werden, die sich optisch und haptisch möglichst
nahe an der heute gebräuchlichen Klinkenform orientieren kann, so dass sie in bestehende
Designserien integrierbar ist. Dabei soll die erfindungsgemäße Türklinke ohne weitere
Umbaumaßnahmen existierende Klinken ersetzen können und ohne Stromquelle, Desinfektionsmittel
oder andere Verbrauchsmaterialien auskommen, so dass sie in vorteilhafter Weise vielseitig
an öffentlich zugänglichen Orten zum Einsatz kommen kann. Es versteht sich, dass mit
der erfindungsgemäßen Türklinke die einschlägigen Normen DIN 18255 und DIN EN 1906
in allen Schutzklassen einhaltbar sein sollten und dass eine Bedienung wie bei einer
herkömmlichen Klinke mit der Hand soll ebenfalls möglich sein soll, auch wenn dann
der von der Erfindung geschaffene Hygienevorteil nicht realisierbar sein sollte.
[0012] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass das Griffteil an seiner zum Türblatt
weisenden Innenseite eine nach unten schräg geneigte, den Abstand des Griffteils zum
Türblatt von oben nach unten verringernde Anlagefläche aufweist, so dass der Abstand
des Griffteils vom Türblatt an seinem oberen Rand größer ist als im unteren Bereich.
Bevorzugt ist die Anordnung dabei insbesondere so getroffen, dass der Abstand vom
Türblatt zum Griffteil im Bereich von der Anlagefläche am oberen Rand der Anlagefläche
deutlich größer ist als bei herkömmlichen Türklinken. Zweckmäßig liegt der Abstand
am oberen Rand der Anlagefläche im Bereich von 70 bis 95 mm, während er sich im unteren
Randbereich der Anlagefläche vorzugsweise auf beispielsweise 20 bis 60 mm verringern
kann.
[0013] Mit der schräg angeordneten Anlagefläche wird eine optimale Voraussetzung für die
Betätigung der erfindungsgemäßen Türklinke mittels des Ellenbogens geschaffen, indem
dieser vom Benutzer der Tür von oben in den zwischen Türblatt und Griffteil gebildeten
Freiraum gebracht wird. Die schräg ausgebildete Anlagefläche verengt diesen Freiraum
von oben nach unten und stellt dadurch sicher, dass der Ellenbogen bei einer gewissen
Einstecktiefe zuverlässig in Kontakt mit dem Griffteil kommt und dieses wie vorgesehen
nach unten drückt, ohne durch den Raum zwischen Türblatt und Griffteil hindurch zu
rutschen. Zugleich bewirkt die schräg angeordnete Anlagefläche auch, dass mit dem
Ellenbogen eine Kraft in Horizontalrichtung auf die Türklinke und damit auf die Tür
ausgeübt werden kann, um diese aufzuziehen, und zwar auch entgegen der Wirkung eines
möglicherweise an der Tür angebrachten mechanischen Türschließers. Durch die schräg
ausgebildete Anlagefläche kann der Ellenbogen tiefer in den Zwischenraum zwischen
der Türklinke und dem Türblatt einsinken, mit der Folge, dass wesentlich mehr Kraft
beim Aufziehen der Tür wirksam eingesetzt werden kann als bei herkömmlichen Klinken.
Der Kontakt zwischen Ellenbogen und Türklinke ist dabei im Allgemeinen nicht punkt-
oder linienförmig, sondern flächig, so dass die aufzubringende Kraft verteilt wird
und der Druck auf den Arm gering bleibt. Hierdurch wird Druckschmerz zuverlässig vermieden,
auch wenn eine vergleichsweise große Kraft zum Aufziehen der Tür aufgewendet werden
muss.
[0014] Die Anordnung kann bevorzugt so getroffen sein, dass der obere Abstand zwischen dem
Griffteil am oberen Rand der Anlagefläche und dem Türblatt etwa 7-9 cm beträgt, so
dass der Benutzer seinen Ellenbogen problemlos in den Freiraum einführen kann. Der
Freiraum verjüngt sich aufgrund der schräg verlaufenden Anlagefläche nach unten, so
dass sich der Abstand zwischen dem Griffteil der Türklinke und dem Türblatt zum unteren
Rand der Anlagefläche hin auf vorzugsweise ca. 2 bis 6 cm verkleinert.
[0015] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Anlagefläche nach Art eines
sich nach unten verjüngenden Konus- oder Pyramidensegments gestaltet sein. Das Griffteil
der Türklinke erhält hierdurch eine trichterartige Gestaltung, die den Ellenbogen
an mehreren Seiten umschließt und führt. Die Anlagefläche kann im Horizontalschnitt
eine relativ zum Türblatt konkave, erste Krümmung aufweisen, wobei die erste Krümmung
in besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung einen sich verändernden, ausgehend
vom Dornteil hin zum freien Ende des Griffteils größer werdenden Krümmungsradius aufweist.
Hierdurch kann in besonders zweckmäßiger Weise dem Umstand Rechnung getragen werden,
dass die Türklinke von Personen unterschiedlicher Körpergröße, deren Ellenbogen naturgemäß
ebenfalls verschieden groß sind, gleichermaßen gut betätigt werden kann. Außerdem
kann man mit dieser Gestaltung erreichen, dass beim Aufziehen der Tür der Ellenbogen,
begünstigt durch den sich verkleinernden Radius in Richtung Drehachse der Klinke,
nach oben herausgeführt wird.
[0016] Dieser Effekt ist besonders gut dann zu erreichen, wenn die Anlagefläche im vertikalen
Schnitt eine relativ zum Türblatt konkave, zweite Krümmung aufweist. Wenn sowohl im
Horizontal- als auch im Vertikalschnitte Krümmungen vorgesehen sind, nimmt das Griffteil
eine etwa tassen- oder kugelkalottenförmige Gestalt an.
[0017] Als besonders geeignet hat es sich erwiesen, wenn die Anlagefläche in einem Winkel
zwischen etwa 40 bis etwa 70° zum Türblatt geneigt ist. Die Neigung kann bevorzugt
unter Berücksichtigung der zu erwartenden Öffnungskraft zum Aufziehen der Tür festgelegt
werden, wobei man zweckmäßig eine geringere Neigung bei größerer Öffnungskraft und
eine stärkere Neigung bei geringer Öffnungskraft wählen wird. Insbesondere in Fällen,
bei denen das Griffteil eine tiefer nach unten reichende Anlagefläche aufweist, kann
diese mit etwas geringerer Neigung, also einem spitzeren Winkel relativ zur Ebene
des Türblatts, ausgestattet sein, da die Führung des Ellenbogens durch die Klinke
sich insgesamt dann auf eine größere Fläche verteilt ist und so ebenfalls ein kleiner
unterer Zwischenraum zwischen dem Griffteil der Klinke und dem Türblatt erreicht wird,
ähnlich wie bei einer flacheren Anordnung der Anlagefläche, die nicht ganz so tief
reicht.
[0018] Eine sehr vorteilhafte Gestaltung, der bei einer gattungsgemäßen Türklinke eigenständige,
erfinderische Leistung zukommt, ergibt sich, wenn das Griffteil wenigstens über einen
Teilbereich seiner Länge eine Erhöhung aufweist, die im ungedrückten Zustand der Türklinke
oberhalb des Dornteils liegt. Durch diese Erhöhung des Griffteils auf ein Niveau oberhalb
des Dornteils ist es besonders einfach möglich, die Türklinke alternativ auch mit
dem Unterarm zu betätigen, wobei dieser dann ein Stück weit oberhalb des Handgelenks
auf dem Dornteil aufgelegt kann, während ein weiter oben, zum Ellenbogengelenk hin
gelegener Abschnitt des Unterarms dann hinter die Erhöhung fasst. Die Anordnung hat
den besonderen Vorteil, dass die Betätigung der Türklinke auch dann sicher erfolgen
kann, wenn der Benutzer in seiner Hand eine Last hält, beispielsweise ein mit Speisen
beladenes Tablett. Derartige Situationen treten in Pflegeheimen und Krankenhäusern
regelmäßig auf, wenn Schwestern oder Pfleger Patienten/Pflegebedürftigen Essen in
ihr Zimmer bringen.
[0019] Vorteilhaft bei dieser Gestaltung ist es, wenn die Erhöhung an ihrer zum Türblatt
weisenden Innenseite eine vorzugsweise im Wesentlichen parallel zum Türblatt ausgerichtete
Widerlagerfläche für den Unterarm des Benutzers aufweist, die sich vorzugsweise unten
an eine geneigte Anlagefläche anschließt. Als ganz besonders zweckmäßig kann sich
eine Konstruktion erwiesen, bei der das Griffteil an seinem vom Dornteil beabstandeten,
freien Ende einen in Richtung auf das Türblatt abgewinkelten Druckschenkel aufweist,
der vorzugsweise in einer Höhe unterhalb der Erhöhung liegt, insbesondere auf demselben
Niveau wie das Dornteil (bei ungedrückter Klinke). Diese Ausgestaltung ermöglicht
es, den Unterarm nicht nur kurz oberhalb des Handgelenks auf dem Dornteil abzustützen,
sondern weiter proximal zum Ellenbogen hin auch zusätzlich auf dem Druckschenkel,
der ein Stück weit zurück in Richtung auf das Türblatt gerichtet ist, vorzugsweise
parallel zum Dornteil. Das im Verhältnis zum Dornteil und ggf. zum Druckschenkel höher
liegende Griffteil bzw. die an diesem vorgesehene oder von diesem gebildete Erhöhung
liegt dann zwischen den vom Dornteil und dem Druckschenkel gebildeten Auflagen für
den Unterarm vor diesem, so dass die Türklinke zunächst durch Absenken des Unterarms
und damit ausgeübtem Druck auf den Druckschenkel geöffnet und die Tür dann vom dem
hinter die Erhöhung fassenden Unterarm aufgezogen werden kann.
[0020] Um eine sichere Betätigung der erfindungsgemäßen Türklinke auch durch groß bzw. kräftig
gewachsene Personen unter allen Bedingungen zu gewährleisten, ist es zweckmäßig, wenn
der Abstand des Griffteils vom Türblatt, gemessen in Höhe der Achse des Dornteils,
im montierten Zustand der Türklinke mindestens 70 mm beträgt. Damit wird eine ausreichend
große Distanz des Griffteils vom Türblatt gewährleistet, so dass der Ellenbogen bzw.
Unterarm zuverlässig bestimmungsgemäß platziert werden kann, um die Klinke zu betätigen.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und der Zeichnung, worin verschiedene bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand
von Beispielen dargestellt und erläutert sind. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- den Gegenstand nach Fig. 1 in einer Seitenansicht;
- Fig. 3
- die Türklinke nach den Fig. 1 und 2 in einer Draufsicht;
- Fig. 4
- die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Türklinke in einer Vorderansicht;
- Fig. 5
- den Gegenstand der Fig. 1 bis 4 in der Montagesituation an einer Tür zur Illustration
ihrer Betätigung mit einem Ellenbogen, in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 6
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer
Darstellung;
- Fig. 7
- den Gegenstand der Fig. 6 in einer Seitenansicht;
- Fig. 8
- den Gegenstand der Figuren 6 und 7 in einer Draufsicht;
- Fig. 9
- eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Türklinke in perspektivischer
Darstellung;
- Fig. 10
- den Gegenstand der Fig. 9 in einer rückwärtigen Ansicht; und
- Fig. 11
- den Gegenstand der Fig. 9 und 10 in einer Innenansicht.
[0022] Die in den Zeichnungen dargestellten, erfindungsgemäßen Türklinken eignen sich in
besonders vorteilhafter Weise für den Einsatz in Türen in öffentlichen Gebäuden, insbesondere
für Toilettenräume, bei denen die Benutzer besonders auf Hygiene achten und bei Betätigung
der Klinke daher einen unmittelbaren Hautkontakt vermeiden möchten.
[0023] In an sich bekannter Weise bestehen die Türklinken 10 nach der Erfindung im Wesentlichen
aus einem Dornteil 11, das im an einem Türbeschlag 12 (Fig.5) montierten Zustand im
Wesentlichen rechtwinklig zum Türblatt 13 der mit der Klinke versehenen Tür von dieser
vorsteht, sowie einem Griffteil 14, das mit dem Dornteil 11 einstückig verbunden ist.
Dabei ist das Griffteil im Wesentlichen unter einem rechten Winkel am von der Tür
beabstandeten Ende des Dornteils 11 angeschlossen, so dass es insgesamt im Abstand
a von dem Türblatt 13 verläuft.
[0024] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass das Griffteil 14 an seiner zum Türblatt
13 weisenden Innenseite 15 eine nach unten schräg geneigte, den Abstand a des Griffteils
14 zum Türblatt 13 von oben nach unten verringernde Anlagefläche 16 aufweist. Bei
der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Darstellung ist diese Anlagefläche 16 nach Art eines
sich nach unten verjüngenden Konussegments 17 gestaltet, derart, dass die Anlagefläche
16 im Horizontalschnitt eine relativ zum Türblatt 13 konkave, erste Krümmung 18 aufweist.
Wie man am besten in Fig.3 erkennen kann, ist diese Krümmung nicht konstant über die
Länge des Griffteils, sondern die erste Krümmung 18 hat einen sich verändernden, ausgehend
vom Dornteil 11 hin zum freien Ende 19 des Griffteils 14 größer werdenden Krümmungsradius
r (
r2 >
r1.
[0025] Die Anlagefläche 16 ist in einem Winkel
α gegenüber dem Türblatt 13 geneigt, der bei dem ersten der beiden Ausführungsbeispiele
etwa 50° beträgt. Fig.5 lässt erkennen, wie sich die Klinke nach der Erfindung in
besonders vorteilhafter Weise mit dem Ellenbogen 20 des Benutzers betätigen lässt.
Hierbei wird der Arm so angewinkelt, dass er mit dem Ellenbogengelenk von oben in
den Zwischenraum 21 zwischen Türblatt 13 und dem Griffteil 14 der Klinke eingeführt
werden kann. Der Ellenbogen 20 gelangt dabei an die schräge, sich nach unten konusartig
verjüngende Anlagefläche 16. Aufgrund deren schräger Gestaltung kann der Benutzer
mit seinem Ellenbogen nicht nur eine vertikal nach unten wirkende Kraft zur Betätigung
der Klinke ausüben, infolge der sich das am Schlossdorn (nicht darstellt) formschlüssig
montierte Dornteil 11 um seine Längsachse dreht und hierdurch den Schlossdorn dreht
und somit die Schlossfalle des Türschlosses öffnet, sondern der Benutzer kann zugleich
auch eine Kraft in Horizontalrichtung auf die Klinke ausüben und hierdurch die Tür
in einer Zugbewegung zu sich heranziehen und dadurch öffnen. Die gemäß der ersten
Ausführungsform vorgesehene, zum freien Ende 19 des Griffteils größer werdende Krümmung
18 bewirkt zum einen in vorteilhafter Weise, dass Benutzer mit unterschiedlichen Körper-
und insbesondere Armgrößen die Klinke in der beschriebenen Weise gleich gut nutzen
können, da die Klinkenform eine Anpassung an verschiedene Anatomien gestattet, zum
anderen hat sich gezeigt, dass diese Form auch das Lösen des eingesetzten Ellenbogens
zum Ende des Öffnungsvorgangs hin begünstigt.
[0026] Die in den Fig. 6 bis 8 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform
gemäß Fig. 1 bis 5 im Wesentlichen durch die Gestaltung des Griffteils 14, das hier
als ebene, schräg zum Dornteil 11 angeordnete Griffplatte ausgeführt ist, die an ihrer
zum Türblatt weisenden Innenseite 15 die Anlagefläche 16 aufweist. Die Verwendung
dieser Türklinke erfolgt entsprechend wie vorstehend im Zusammenhang mit Fig. 5 beschrieben,
allerdings kann der Benutzer hier seinen von oben in den Zwischenraum 21 zwischen
Türblatt 13 und Griffteil 14 der Klinke eingeführten Ellenbogen wahlweise auch nach
hinten, also in Richtung des freien Endes 19 des Griffteils 14 herausziehen.
[0027] Bei der in den Fig. 9 bis 11 dargestellten Ausführungsform weist das Griffteil 14
im Wesentlichen über seine ganze Länge eine Erhöhung 22 auf, die im ungedrückten Zustand
der Türklinke 10 auf einem Niveau oberhalb des Dornteils 11 liegt. Die Klinke hat
an ihrer zum Türblatt weisenden Innenseite 15 unterhalb der Anlagefläche 16 eine im
Wesentlichen parallel zum Türblatt ausgerichtete Widerlagerfläche 23 (Fig.11), an
der sich der Unterarm eines Benutzers zusätzlich zu der schräg verlaufenden Anlagefläche
16 anlegen kann, wodurch ein Aufziehen der Tür mit dem Unterarm weiter erleichtert
wird, den der Benutzer in den Zwischenraum 21 zwischen der Erhöhung 22 und dem Türblatt
zur Betätigung der Klinke 10 platzieren kann. Dabei kann sich der Unterarm auf dem
etwas tiefer gelegenen Dornteil 11 bequem abstützen.
[0028] Wie man in der Zeichnung gut erkennt, weist das Griffteil 14 an seinem vom Dornteil
11 beabstandeten, freien Ende 19 einen in Richtung auf das Türblatt abgewinkelten
Druckschenkel 24 in einer Höhe unterhalb der Erhöhung 22 auf, nämlich auf demselben
Niveau wie das Dornteil 11. Der Druckschenkel 24 bildet in Ergänzung zu dem Dornteil
11 eine weitere Auflagemöglichkeit für den Unterarm des Benutzers. Der Benutzer kann
also seinen Unterarm nicht nur kurz oberhalb des Handgelenks auf dem Dornteil 11 abstützen,
sondern außerdem auch noch an einer Position, die weiter zum Ellenbogen hin gelegen
ist, wo er dann auf dem Druckschenkel 24 aufliegt, der sich bei dem gezeigten, bevorzugten
Ausführungsbeispiel im ungedrückten Zustand der Klinke auf derselben Höhe wie dieses
befindet. Das im Verhältnis zum Dornteil 11 und zum Druckschenkel 24 höher liegende
Griffteil 14 bzw. die von diesem gebildete Erhöhung 22 liegt dann zwischen den vom
Dornteil 11 und dem Druckschenkel 24 gebildeten Auflagen für den Unterarm vor diesem,
so dass die Türklinke zunächst durch Absenken des Unterarms und damit ausgeübtem Druck
auf den Druckschenkel 24 geöffnet und die Tür dann vom dem hinter die Erhöhung fassenden
Unterarm aufgezogen werden kann. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und
beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern es sind viele Änderungen in
der Gestaltung der Türklinke möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Es ist beispielsweise auch möglich, dass das Griffteil eine Anlagefläche aufweist,
die in einem vertikalen Schnitt eine relativ zum Türblatt konkave (zweite) Krümmung
aufweist. Auf die 1. gezeigte Ausführungsform angewendet, ergäbe sich dann eine tassenteilförmige
oder kugelsegmentförmige Gestaltung der Anlagefläche an der Innenseite des Griffteils.
Vorteilhaft bei den verschiedenen Ausführungsformen, insbesondere der zur Betätigung
der Türklinke mit dem Unterarm des Benutzers (Fig.9 bis 11) ist es, wenn der lichte
Abstand des Griffteils 14 vom Türblatt 13, gemessen in Höhe der Achse des Dornteils
11, im montierten Zustand der Türklinke mindestens 70 mm beträgt, denn dann ist eine
zuverlässige Betätigung auch mittels eines kräftigen Unterarms zuverlässig gewährleistet.
1. Türklinke, insbesondere für Türen in gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden, insbesondere
für Toilettenräume, mit einem im montierten Zustand der Türklinke (10) an einem Türbeschlag
einer Tür im Wesentlichen rechtwinklig zu deren Türblatt (13) verlaufenden Dornteil
(11) sowie einem mit dem Dornteil (11) fest, vorzugsweise einstückig verbundenen Griffteil
(14), das in einem Abstand (a) von dem Türblatt (13) unter einem zumindest im wesentlichen
rechten Winkel zum Dornteil (11) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffteil (14) an seiner zum Türblatt (13) weisenden Innenseite (15) eine nach
unten schräg geneigte, den Abstand (a) des Griffteils (14) zum Türblatt (13) von oben
nach unten verringernde Anlagefläche (16) aufweist.
2. Türklinke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) nach Art eines sich nach unten verjüngenden Konus- oder Pyramidensegments
(17) gestaltet ist.
3. Türklinke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) im Horizontalschnitt eine relativ zum Türblatt (13) konkave,
erste Krümmung (18) aufweist.
4. Türklinke nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Krümmung (18) einen sich verändernden, ausgehend vom Dornteil (11) hin
zum freien Ende (19) des Griffteils (14) größer werdenden Krümmungsradius (r) aufweist.
5. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) im vertikalen Schnitt eine relativ zum Türblatt (13) konkave,
zweite Krümmung aufweist.
6. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche (16) in einem Winkel (α) zwischen etwa 40 bis etwa 70° zum Türblatt (13) geneigt ist.
7. Türklinke nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (10) wenigstens über einen Teilbereich des Griffteils (14) eine Erhöhung
(22) aufweist, die im ungedrückten Zustand der Türklinke (10) oberhalb des Dornteils
(11) liegt.
8. Türklinke nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhung (22) an ihrer zum Türblatt (13) weisenden Innenseite (15) eine vorzugsweise
im Wesentlichen parallel zum Türblatt (13) ausgerichtete Widerlagerfläche (23) für
einen Unterarm des Benutzers aufweist.
9. Türklinke nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffteil (14) an seinem vom Dornteil (11) beabstandeten, freien Ende (19) einen
in Richtung auf das Türblatt (13) abgewinkelten Druckschenkel (24) aufweist.
10. Türklinke nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckschenkel (24) in einer Höhe unterhalb der Erhöhung (22), vorzugsweise auf
Höhe des Dornteils (11) angeordnet ist.
11. Türklinke nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Griffteils (14) vom Türblatt (13), gemessen in Höhe der Achse des
Dornteils, im montierten Zustand der Türklinke (10) mindestens 70 mm beträgt.
12. Tür mit einer Türklinke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.