[0001] Die Erfindung betrifft einen Schirmring für eine HGÜ-Transformatorspule oder eine
HGÜ-Drosselspule. Dieser weist einen ringförmigen Kern mit einer elektrisch leitfähigen
Oberfläche auf, welche normalerweise durch eine elektrisch leitfähige Schicht auf
einem Isolierstoff wie z. B. Blockspan zur Verfügung gestellt wird und an einer Stelle
des Umfanges des Kerns elektrisch isolierend getrennt wird. Der restliche Kern ist
in diesem Fall aus dem Blockspanmaterial gebildet. Außerdem weist der Schirmring eine
Schicht aus einem Cellulosematerial auf, welche insbesondere aus Papier besteht und
welche den Kern vollständig einschließt.
[0002] Ein Schirmring der eingangs angegebenen Art ist beispielsweise gemäß der
WO 2008/026992 A1 beschrieben. Betrachtet man den beschriebenen Querschnitt des verwendeten Schirmrings,
so fällt auf, dass dieser einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist,
der an allen vier Ecken mehr oder weniger abgerundet ist. Die beiden Ecken, die dem
stirnseitigen Ende der zu schirmenden Spule gegenüberliegt, weisen vergleichsweise
kleine Radien auf. Diejenigen Ecken, die von dem stirnseitigen Ende der Spule weg
weisen, weisen größere Radien auf. Dies ist erforderlich, da in diesem Bereich die
Papierwicklung stärker ausgeführt sein muss, damit diese der Beanspruchung durch die
in diesem Bereich vorliegende elektrische Feldstärke ohne elektrische Durchschläge
widersteht.
[0003] Die Schicht wird normalerweise durch eine Papierwicklung hergestellt. Da die Papierwicklung
als solche im Wesentlichen gleichmäßige Schichtdicken erzeugt, müssen die besagten
Ecken mit größerem Radius und zusätzlicher Schichtdicke derart hergestellt werden,
dass in diesem Bereich Einlagen beispielsweise aus Papier mit eingewickelt werden.
Hierdurch entsteht ein gewisser Fertigungsaufwand, da die Einlagen vor der Umwicklung
mit Papier schwer zu handhaben sind.
[0004] Aus der
US 4,521,450 ist es bekannt, dass ein imprägnierfähiges Vollmaterial aus Cellulosefasern in ein
wässriges Oxidationsmittel, wie z. B. einer schwach säurehaltigen Lösung aus Eisen
(III)-chloridlösung, Cer(IV)-sulfat, Kaliumhexacyanoferrat(III) oder Molybdatophosphorsäure
getaucht werden kann. Anschließend wird das feuchte Cellulosematerial entweder mit
flüssigem oder dampfförmigem Pyrrol-Verbindungen bei Raumtemperatur so lange behandelt,
bis das Pyrrol in Abhängigkeit von der Konzentration des Oxidationsmittels polymerisiert
wird. Das so imprägnierte Cellulosematerial wird bei Raumtemperatur 24 Stunden getrocknet.
Das Oxidationsmittel sorgt einerseits für die Polymerisation der Pyrrol-Verbindungen,
außerdem für eine Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit. Der spezifische Widerstand
p solcher imprägnierten Cellulosematerialien kann damit über die Konzentration an
Pyrrolen und die Art des Oxidationsmittels beeinflusst werden.
[0005] Weiterhin ist es bekannt, dass Nanokomposite auch als feldgradierendes Material verwendet
werden können, wenn es darum geht, Spitzen bei der Ausbildung von elektrischen Feldern,
beispielsweise an der Isolation elektrischer Leiter, zu verringern. Gemäß der
WO 2004/038735 A1 kann hierzu beispielsweise ein Material, bestehend aus einem Polymer, verwendet werden.
In diesem wird ein Füllstoff verteilt, dessen Partikel Nanopartikel sind, also einen
mittleren Durchmesser von höchtens 100 nm aufweisen. Gemäß der
US 2007/0199729 A1 sind für derartige Nanopartikel u. a. halbleitende Materialien einsetzbar, deren
Bandlücke in einem Bereich von 0 eV und 5 eV liegt. Mittels der eingesetzten Nanopartikel,
die beispielsweise aus ZnO bestehen können, lässt sich der elektrische Widerstand
des Nanokomposits einstellen. Wird bei der Zumischung der Nanopartikel ein bestimmter
Anteil des Volumens überschritten, der je nach Größe der Nanopartikel bei 10 bis 20
Vol-% liegt, so verringert sich der spezifische Widerstand des Nanokomposits spürbar,
wobei sich auf diese Weise die elektrische Leitfähigkeit des Nanokomposits einstellen
und an die geforderten Bedingungen anpassen lässt. Insbesondere lässt ich ein spezifischer
Widerstand in einer Größenordnung von 10
12 Qm einstellen. Erreicht wird damit ein Spannungsabfall über den Nanokomposit, welcher
eine gleichmäßigere Verteilung des Potentials zur Folge hat und damit auch das entstehende
elektrische Feld in geeigneter Weise gradiert. Hierdurch können die entstehenden Feldspitzen
verringert werden, wodurch vorteilhaft die Durchschlagfestigkeit gesteigert wird.
[0006] Bei einer Beanspruchung des elektrischen Leiters mit einer Wechselspannung entsteht
ebenfalls ein feldgradierender Effekt, der allerdings einem anderen Mechanismus folgt.
Die feldschwächende Wirkung des Nanokomposits hängt hierbei von der Permittivität
des Nanokomposits ab, wobei die Permittivität ε ein Maß für die Durchlässigkeit eines
Materials für elektrische Felder ist. Die Permittivität wird auch als Dielektrizitätskonstante
bzeichnet, wobei im Folgenden der Begriff "Permittivität" verwendet werden soll. Als
relative Permittivität bezeichnet man das durch die Permittivitätszahl ε
r = ε/ε
0 bezeichnete Verhältnis der Permittivität ε eines Stoffes zur elektrischen Feldkonstante
ε
0, welche die Permittivität des Vakuums angibt. Je höher die relative Permittivität
ist, desto größer ist auch der feldschwächende Effekt des eingesetzten Stoffes im
Verhältnis zum Vakuum. Im Folgenden werden nur die Permittivitätszahlen der zum Einsatz
kommenden Stoffe behandelt.
[0007] Die
WO 2006/122736 A1 beschreibt außerdem ein System aus Cellulosefasern und Nanotubes, vorzugsweise Carbon-Nanotubes
(im folgenden CNT), bei welchem sich spezifische Widerstände von umgerechnet 6 bis
75 Ωm einstellen lassen. Diese Nanokomposite sollen beispielsweise als elektrische
Widerstandsheizung verwendet werden, wobei die Leitfähigkeit mit Blick auf eine Fähigkeit
des Materials der Umsetzung von elektrischer Energie in Wärme ausgelegt ist. Hierfür
ist ein genügender Bedeckungsgrad der Cellulosefasern mit CNT erforderlich.
[0008] Die
WO 2006/131011 A1 beschreibt eine Buchse, welche unter anderem aus einer imprägnierten Papierwicklung
bestehen kann. Als Material für die Imprägnierung wird unter anderen Materialien auch
BN genannt. Dieses kann auch in dotierter Form verwendet werden. Außerdem sollen die
Partikel mit einer Konzentration im Cellulosematerial unterhalb der Perkolationsschwelle
verwendet werden, so dass es nicht zu einer elektrischen Kontaktierung der Partikel
untereinander kommt. Aus diesem Grund bleibt der spezifische elektrische Widerstand
des Nanokomposits im Wesentlichen unbeeinflusst.
[0009] Aus der nach dem Zeitpunkt dieser Anmeldung veröffentlichten Anmeldung mit dem Aktenzeichen
DE 102010041630.4 ist ein Nanokomposit mit halbleitenden oder nichtleitenden Nanopartikeln, die in
einem Cellulosematerial wie zum Beispiel Pressspan verteilt sind, bekannt, der als
Feld gradierendes Material bei Transformatoren verwendet werden kann. Zumindest ein
Teil der in dem Cellulosematerial verteilten Nanopartikel weisen eine Umhüllung aus
einem elektrisch leitfähigen Polymer auf. Als Cellulosematerial kann beispielsweise
ein Papier, Pappe oder Pressspan verwendet werden. Das Cellulosematerial weist einen
Aufbau aus Cellulosefasern auf, die in ihrer Gesamtheit den das Cellulosematerial
bildenden Verband ausmachen. Als halbleitende oder nichtleitende Nanopartikel können
beispielsweise Si, SiC, ZnO, BN, GaN, AlN oder C, insbesondere auch Bornitrid-Nanoröhrchen
(im folgenden als BNNT bezeichnet) verwendet werden. Als elektrisch leitfähige Polymere
können die in der
DE 10 2007 018 540 A1 erwähnten Polymere Verwendung finden. Als elektrisch leitfähige Polymere werden beispielsweise
Polypyrrole, Polyanilin, Polythiophene, Polyparaphenylene, Polyparaphenylen-Vinylene
und Derivate dieser genannten Polymere genannt. Ein spezielles Beispiel für solche
Polymere ist PEDOT, das auch unter dem Handelnamen Baytron von der Bayer AG vertrieben
wird. PEDOT wird mit seinem systematischen Namen auch als Poly-(3,4-ethylen-dioxythiophen)
bezeichnet.
[0010] Gemäß der nach dem Zeitpunkt dieser Anmeldung veröffentlichten Anmeldung mit dem
Aktenzeichen
DE 102010041635.5 kann auch vorgesehen werden, dass die Imprägnierung aus einem Polymer besteht, welches
aus einem negativen Ionomer, insbesondere PSS, und einem positiv geladenen Ionomer
vernetzt ist. Als positiv geladene Ionomere können vorzugsweise PEDOT oder PANI Verwendung
finden. Als PEDOT bezeichnet man das bereits erwähnte Poly-(3,4-ethylen-dioxydthiophen).
PANI ist Polyanilin und PSS ist Polystyrensulfonat. Die Verwendung negativ geladener
und positiv geladener Ionomere ermöglicht vorteilhaft eine besonders einfache Herstellung
des Cellulosematerials. Die Ionomere können einfach in Wasser gelöst werden und somit
dem Prozess der Herstellung des Cellulosematerials, der ebenfalls wasserbasiert ist,
zugeführt werden. Durch Vernetzung der Ionomere im Anschluss an die Herstellung des
Cellulosematerials kann der spezifische Widerstand des Cellulosematerials gesenkt
werden. Dabei polymerisieren die Ionomere und bilden in dem Cellulosematerial ein
elektrisch leitfähiges Netzwerk, welches für die Verminderung des spezifischen Widerstandes
verantwortlich ist. Insbesondere können die genannten Ionomere auch verwendet werden,
um bereits erwähnten halbleitenden oder nichtleitenden Nanopartikel zu umhüllen.
[0011] Gemäß der nach dem Zeitpunkt dieser Anmeldung veröffentlichten Anmeldung mit dem
Aktenzeichen
DE 102009033267.7 kann der Nanokomposit auch mit halbleitenden Nanopartikeln imprägniert werden, die
zumindest teilweise aus BNNT bestehen und in der Cellulose oder einem Polymer verteilt
sind. Zur Erhöhung der effektiven Leitfähigkeit zumindest eines Teils der in dem Isolierstoff
verteilten BNNT ist eine Dotierung dieser BNNT mit geeigneten Dotierstoffen oder eine
Beschichtung mit Metallen oder dotierten Halbleitern auf den BNNT vorgesehen. Die
Konzentration der BNNT kann so gewählt werden, dass der Nanokomposit eine spezifische
Leitfähigkeit p in der Größenordnung von 10
12 Ωm aufweist. Nach dieser Variante kommen keine leitfähigen Polymere als Ummmantelung
der BNNT zum Einsatz.
[0012] Eine Dotierung kann erreicht werden, indem die BNNT durch Beigabe von geeigneten
Dotierstoffen dahingehend modifiziert werden, dass die Dotierstoff-Atome elektronische
Zustände ausbilden, die das BNNT zu einem p-Leiter (d.h., dass elektronische Zustände
ausgebildet werden, die Elektronen von der Valenzbandkante einfangen) oder zu einem
n-Leiter (d. h., dass elektronische Zustände erreicht werden, die Elektronen durch
thermische Anregung über die Leitungsbandkante emittieren) ausbilden. Als Dotierstoff
für eine p-Dotierung kommt beispielsweise Be in Frage, als Dotierstoff für eine n-Dotierung
kommt Si in Frage. Eine solche Dotierung der BNNT kann in situ erfolgen, wobei während
des Wachstums der BNNT z. B. aus der Gas- oder Flüssigphase die Dotierstoff-Atome
eingebaut werden. Auch ist es möglich, die Dotierung in einem weiteren Schritt nach
dem Wachstum der BNNT durchzuführen, wobei die Dotierstoffe typischerweise unter dem
Einfluss einer Wärmebehandlung von den BNNT aufgenommen werden. Durch Einbringung
der Dotierstoffe in die BNNT kann der spezifische Widerstand auf für dotierter Halbleiter
typische Werte zwischen 0,1 und 1000 Ωcm abgesenkt werden.
[0013] Gemäß der nach dem Zeitpunkt dieser Anmeldung veröffentlichten Anmeldung mit dem
Aktenzeichen
DE 10 2009 033 268.5 kann der Nanokomposit aus Cellulosematerial auch mit halbleitenden Nanopartikeln
imprägniert werden, wobei auch zur Erhöhung der effektiven Leitfähigkeit zumindest
eines Teils der in dem Isolierstoff verteilten Nanopartikel eine Dotierung dieser
Nanopartikel mit Dotierstoffen vorgesehen ist. Die Verwendung der halbleitenden Nanopartikel,
insbesondere BNNT hat den Vorteil, dass geringe Füllgrade von höchstens 5 Vol-% bevorzugt
sogar höchstens 2 Vol-% in dem Isolierstoff ausreichen, um eine Perkolation der Nanoteilchen
zu bewirken und damit die elektrische Leitfähigkeit des Nanokomposits zu erhöhen.
[0014] In der
EP 285 895 A1 ist eine Isolationsanordnung für HGÜ-Anlagen beschrieben, die mehrere Feststoffbarrieren
bspw. aus Pressspan aufweist. Diese können mit einer abgestuften elektrischen Leitfähigkeit
ausgestattet sein, wobei die Feststoffbarrieren mit der höchsten elektrischen Leitfähigkeit
jeweils an dem Ende der Isolierstrecke angeordnet sind, an dem die Feldlinien des
elektrischen Feldes die kleineren Krümmungsradien aufweisen.
[0015] Gemäß der
JP 60165707 ist es bekannt, dass die Stirnseiten von Transformatorspulen mit Schirmringen ausgestattet
werden können. Diese weisen einen ringförmigen Kern auf, welcher mit einem Isoliermaterial
umgeben sein kann. Für die Ölzirkulation kann der Schirmring mit Löchern versehen
sein. Auch in der
DE 20 62 157 sind Schirmringe für Transformatorspulen beschrieben. Diese können so ausgestaltet
sein, dass eine elektrische Isolierung nur auf der der Transformatorspule abgewandten
Seite vorgesehen ist.
[0016] Mit Blick auf die eingangs erwähnte
WO 2008/026992 A1 besteht die Aufgabe der Erfindung darin, einen Schirmring der eingangs angegebenen
Art derart weiter zu bilden, dass die Sicherheit gegenüber elektrischen Durchschlägen
an der Schicht aus Cellulosematerial verbessert wird.
[0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Schicht als Komposit
ausgeführt ist, bestehend aus einem behandelten Cellulosematerial, in dem Partikel
mit einem im Vergleich zum spezifischen Widerstand ρ
p des unbehandelten Cellulosematerials geringeren spezifischen Widerstand in einer
Konzentration oberhalb der Perkolationsschwelle verteilt sind. Alternativ oder zusätzlich
kann erfindungsgemäß vorgesehen werden, dass in dem behandelten Cellulosematerial
ein zusammenhängendes Netzwerk eines leitfähigen Polymers mit einem im Vergleich zum
spezifischen Widerstand ρ
p des unbehandelten Cellulosematerials geringeren spezifischen Widerstand den Komposit
durchzieht. Das behandelte Cellulosematerial kann in der eingangs bereits beschriebenen
Weise gewonnen werden und entweder als Formkörper hergestellt werden, in den der ringförmige
Kern des Schirmrings eingelegt wird. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Papiere
als behandeltes Cellulosematerial herzustellen und mit diesen anschließend den Kern
in an sich bekannter Weise zu umwickeln, wobei sich aus der Wicklung die Schicht aus
dem Cellulosematerial ergibt.
[0018] Unter HGÜ-Komponenten sind derartige Komponenten zu verstehen, die zur Übertragung
von Hochspannungs-Gleichströmen zum Einsatz kommen und stromführende Elemente beinhalten
(HGÜ steht für Hochspannungsgleichstromübertragung). Insbesondere werden hierbei Transformatoren
oder Drosseln als HGÜ-Komponenten benötigt. Allerdings sind auch Leitungsführungen
zur elektrischen Verbindung verschiedener HGÜ-Komponenten erforderlich. Weitere HGÜ-Komponenten
sind Trennstellen in solchen Leitungsführungen bzw. Durchführungen durch Gehäusebauteile,
in denen andere HGÜ-Komponenten untergebracht sind. Neben den zu führenden Hochspannungsgleichströmen
treten beispielsweise in Transformator- und Drosselspulen auch Wechselströme auf.
Die HGÜ-Komponenten im Sinne dieser Erfindung sollen zur Übertragung von Hochspannungsgleichströmen
von mindestens 100 KV, bevorzugt zur Übertragung von Hochspannungsgleichströmen von
mehr als 500 KV geeignet sein.
[0019] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des behandelten Cellulosematerials hat den Vorteil,
dass der spezifische Widerstand des so entstehenden Komposits ρ
comp im Vergleich zum spezifischen Widerstand ρ
p des unbehandelten Cellulosematerials verringert wird. Hierdurch kann erreicht werden,
dass sich der spezifische Widerstand des Komposits ρ
comp an denjenigen des Öls ρ
o annähert oder, wie im Folgenden näher erläutert wird, ihn sogar übersteigt. Hierdurch
wird erreicht, dass im Falle eines Anlegens einer Gleichspannung an der durch den
Schirmring mitgebildeten Isolierstrecke für die HGÜ-Spule (d. h. HGÜ-Transformatorspule
oder HGÜ-Drosselspule) ein Spannungsabfall besser auf die Komponenten aus dem Cellulosematerial
und das Transformatoröl verteilt wird. Einerseits kann nämlich das Transformatoröl
einen höheren Spannungsabfall verkraften, ohne dass es zu elektrischen Durchschlägen
kommt. Andererseits führt eine Entlastung des Cellulosematerials dazu, dass hier die
Sicherheit gegenüber Durchschlägen erhöht wird bzw. eine Papierwicklung oder eine
anderweitig hergestellte Schicht am Schirmring dünner ausgeführt werden kann. Insbesondere
kann in den besonders beanspruchten Bereichen der abgerundeten Ecken des Querschnitts,
die von der Stirnseite der Spule abgewandt sind (insbesondere der innenliegenden abgerundeten
Ecke) eine Belastung vorteilhaft stark verringert werden, so dass auf eine Unterlegung
der Wicklung mit einem anderen Isolationsmaterial (insbesondere Cellulosematerial)
verzichtet werden kann. Dies bewirkt, dass vorteilhaft die Fertigung des Schirmrings
stark vereinfacht wird und gleichzeitig eine Sicherheit gegen einen elektrischen Durchschlag
verbessert oder zumindest auf dem geforderten Niveau gehalten werden kann. Vorteilhaft
ist es dabei, dass der spezifische Widerstand ρ
comp des Komposits zumindest an der Oberfläche des Schirmrings höchstens 5 mal 10
13 Ωm beträgt.
[0020] Der beschriebene, für die Erfindung wesentliche Effekt einer Entlastung des Cellulosematerials,
indem der Spannungsabfall in größerem Maße auch am Transformatoröl erfolgt, lässt
sich vorteilhaft gut nutzen, wenn der spezifische Widerstand ρ
comp des Komposits höchstens bei 5 mal 10
13 Ωm liegt. Man kann zur Nutzung dieses Effekts vorteilhaft auch einen spezifischen
Widerstand ρ
comp des Komposits einstellen, der das 1- bis 20-fache des spezifischen Widerstandes ρ
o des Transformatoröls beträgt. Besonders vorteilhaft kann vorgesehen werden, dass
der spezifische Widerstand ρ
comp des Komposits größenordnungsmäßig dem spezifischen Widerstand von Transformatoröl
entspricht. Mit größenordnungsmäßig ist gemeint, dass der spezifische Widerstand ρ
comp des Komposits höchstens um eine Größenordnung von demjenigen des Transformatoröls
abweicht (also höchstens um den Faktor 10).
[0021] Die spezifischen Widerstände ρ
o, ρ
p und ρ
comp im Zusammenhang mit dieser Erfindung sollen jeweils bei Raumtemperaturen und einer
herrschenden Bezugsfeldstärke von 1 kV/mm gemessen werden. Bei diesen Bedingungen
liegt der spezifische Widerstand ρ
o zwischen 10
12 und 10
13 Ωm. Zu bemerken ist jedoch, dass sich der spezifische Widerstand ρ
o von Transformatorenöl bei einer erfindungsgemäß vorgesehenen stärkeren Belastung
durch die am Transformatoröl abfallende Spannung eher verringert. Bei den im Folgenden
noch näher beschriebenen Ausführungsbeispielen wird daher von einem spezifischen Widerstand
ρ
o im Transformatoröl von 10
12 Ωm ausgegangen.
[0022] Wichtig bei der Wahl des spezifischen Widerstandes ρ
comp des Komposits an der Oberfläche des Schirmrings ist, dass in diesem Bereich der spezifische
Widerstand des Transformatoröls ρ
o nicht wesentlich unterschritten wird. Hierdurch kann, wie bereits beschrieben, eine
Angleichung der elektrischen Beanspruchung des Transformatoröls und des Cellulosematerials
erfolgen. Allerdings ist es vorteilhaft auch möglich, dass der spezifische Widerstand
des Cellulosematerials des Schirmrings mit zunehmenden Abstand von der Oberfläche
des Schirmrings weiter abnimmt (auch auf Werte unterhalb von ρ
o), so dass in diesem Bereich eine gezielte Verteilung der Feldstärke ermöglicht wird.
Dies trägt in besonderem Maße vorteilhaft zu einer Verringerung der elektrischen Beanspruchung
im Bereich der oben bereits angesprochenen abgerundeten Ecken des Querschnitts bei.
[0023] Um eine ungleichmäßige Verteilung des spezifischen Widerstandes ρ
comp über die Schichtdicke am Schirmring zu erreichen, ist es vorteilhaft möglich, dass
der spezifische Widerstand von benachbarten, die Schicht bildenden Schichtlagen abgestuft
ist, wobei die Schichtlage oder die Schichtlagen mit dem geringsten spezifischen Widerstand
an den Kern angrenzen. Die Lagen können beispielsweise durch Wicklungen mit unterschiedlich
imprägnierten Papieren entstehen. Es wird danach auf den Kern zunächst die Schichtlage
mit dem geringsten spezifischen Widerstand ρ
comp und danach mindestens eine Schichtlage mit einem höheren spezifischen Widerstand
ρ
comp aufgebracht, wobei vorteilhaft die letzte Lage, die die Oberfläche des Stirnrings
bildet, zumindest größenordnungsmäßig dem spezifischen Widerstand von Transformatoröl
entsprechen kann. Als Schichtlagen im Sinne der Erfindung werden jeweils Bereiche
der Schichtdicke aufgefasst, die jeweils mit demselben spezifischen Widerstand ρ
comp ausgestattet sind. Dies bedeutet auch, dass diese Schichtlage durch mehrere Papierlagen
gebildet werden kann. Es werden hierbei so viele Papierlagen (Wicklungslagen) gewickelt,
dass die gewünschte Dicke der Schichtlage erreicht wird. Erfindungsgemäß besteht eine
Möglichkeit, den Schirmring mit Bereichen unterschiedlichen spezifischen Widerstandes
ρ
comp auszustatten, darin, dass dieser aus mehreren konzentrisch ineinanderliegenden Einzelringen
aufgebaut ist, wobei der innere Einzelring mit einem Cellulosematerial mit einem geringeren
spezifischen Widerstand versehen ist, als der äußere Einzelring oder mehrere folgende
Einzelringe. Besonders vorteilhaft werden allerdings nur zwei Einzelringe verwendet.
Die Einzelringe bilden im Sinne der Erfindung gemeinsam den Schirmring, auch wenn
diese baulich nicht miteinander verbunden sind. Als Schirmring im Sinne der Erfindung
ist also damit die gesamte Baugruppe zu verstehen, die im Bereich der stirnseitigen
Enden der Spulen vorgesehen ist und einen typischen Schirmring-Aufbau aufweist.
[0024] Es ist vorteilhaft, den inneren Ring mit einem geringeren spezifischen Widerstand
zu versehen, als den äußeren Ring. Die die bereits beschriebene elektrische Beanspruchung
der abgerundeten, dem stirnseitigen Ende der Spule abgewandten Ecken des Querschnitts
des Schirmrings ist auf der Innenseite der Spule nämlich höher als auf der Außenseite.
Dies kann bei der Auslegung des am Schirmring verwendeten Cellulosematerials berücksichtigt
werden. Hierdurch ist vorteilhaft für den äußeren Einzelring eine Imprägnierung des
Cellulosematerials mit geringerer Konzentration einstellbar, wodurch insbesondere
Materialkosten eingespart werden können. Außerdem entsteht vorteilhaft ein größerer
Spielraum, um das elektrische Feld in der gewünschten Weise zu gradieren.
[0025] Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Schicht aus dem Cellulosematerial
um den gesamten senkrecht zum Ringverlauf liegenden Querschnitt im Wesentlichen gleich
dick ausgeführt ist. Diese Ausführung wird, wie bereis erläutert, dadurch ermöglicht,
dass erfindungsgemäß der spezifische Widerstand des Cellulosematerials an die Erfordernisse
einer Feldgradierung derart angepasst wird, dass die elektrische Beanspruchung besser
über die einzelnen Bereiche des Schirmringes sowie das umgebende Transformatoröl verteilt
wird. Unter einer im Wesentlichen gleich dicken Ausführung des Cellulosematerials
soll auch eine Schicht des Schirmrings verstanden werden, die allein durch Wickeln
eines Papierstreifens um den Kern erzeugt wird. Hierbei ist es naturgegeben so, dass
die gewickelte Schicht auf der Innenseite des Ringes etwas dicker wird, als auf der
Außenseite des Ringes, weil sich hier die benachbarten Wickelschlingen des verwendeten
Papiers etwas stärker überschneiden. Im Wesentlichen ist eine gewickelte Schicht in
Anbetracht des Durchmessers des zu umwickelnden Kerns allerdings als mit im Wesentlichen
in gleicher Dicke ausgeführt anzusehen.
[0026] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung wird erhalten, wenn die Schicht aus dem Cellulosematerial
um den gesamten senkrecht zum Ringverlauf liegenden Querschnitt direkt auf dem Kern
aufliegt. Dies bedeutet, dass auf zusätzliche Einlagen verzichtet wird, die einen
zusätzlichen Fertigungsaufwand bedeuten würden. Vorteilhaft kann also der Fertigungsaufwand
durch das Einsparen zusätzlicher Einlagen verringert werden. Hierdurch wird nicht
nur der Fertigungsaufwand verringert, sondern es wird auch eine höhere Prozesssicherheit
erreicht, da auf eine Einlage verzichtet wird, die beim Wickeln beispielsweise verrutschen
könnte.
[0027] Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Cellulosematerials ist es vorteilhaft
auch möglich, dass die Höhe h des Schirmrings im Vergleich zur erforderlichen Höhe
bei Verwendung des betreffenden unbehandelten Cellulosematerials anstelle des Komposits
verringert ist. Eine andere Möglichkeit besteht vorteilhaft darin, dass die Dicke
s der Schicht im Vergleich zur erforderlichen Dicke bei Verwendung des betreffenden
unbehandelten Cellulosematerials anstelle des Komposits verringert ist. Außerdem kann
auch vorgesehen werden, dass vorteilhaft der Schirmring einen rechteckigen, senkrecht
zum Ringverlauf liegenden Querschnitt mit abgerundeten Ecken aufweist, wobei der Radius
r dieser abgerundeten Ecken im Vergleich zum erforderlichen Radius bei Verwendung
des betreffenden unbehandelten Cellulosematerials anstelle des Komposits verringert
ist. Diese konstruktiven Auslegungsmerkmale können vorteilhaft aufgrund des bereits
erwähnten konstruktiven Gestaltungsspielraums modifiziert werden, wobei hierbei die
geometrischen Randbedingungen des Anwendungsfalls Berücksichtigung finden können.
Beispielsweise ist es möglich, der Höhe h des Schirmrings bei HGÜ-Transformatoren
zu verringern mit einer Isolierstrecke zu versehen, die ohne Verwendung des erfindungsgemäßen
Cellulosematerials bei den immer höheren Betriebsspannungen der HGÜ-Komponenten von
teilweise über 1000 kV zu raumgreifend werden würden. Andererseits sind die baulichen
Maximalabmessungen von HGÜ-Komponenten vorgegebenen, um beispielsweise einen Transport
mit der Eisenbahn noch zu ermöglichen. Hier können Schirmringe mit verringerten geometrischen
Abmessungen einen Beitrag zur Bauraumreduzierung leisten. Zu berücksichtigen ist bei
der Reduzierung des Bauraums, also der Höhe h des Schirmrings oder der Dicke s der
Schicht allerdings, dass insgesamt die Sicherheit gegen elektrische Durchschläge mindestens
den vorgegebenen Werten noch entspricht.
[0028] Die Verringerung der Radien r der abgerundeten Ecken des Querschnitts des Schirmrings
hat vor allem den Vorteil, dass dieser mechanisch einer größeren Belastung ausgesetzt
werden kann, um die einzelnen Bauteile der HGÜ-Komponente zusammen zu halten. Gleichzeitig
ergibt sich die Konsequenz einer Verringerung dieser Radien auch daraus, dass Einlagen
zwischen dem Kern und der diesen umgebenden Schicht eingespart werden können, so dass
der Bauraum, der durch diese Einlagen benötigt würde, durch das Material des Kerns
ausgefüllt ist. Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der
Zeichnung beschrieben. Gleiche oder sich entsprechende Zeichnungselemente sind jeweils
mit den gleichen Bezugszeichen versehen und werden nur insoweit mehrfach erläutert,
wie sich Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren ergeben. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Ausschnitt durch einen Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Schirmrings,
wobei nur dessen Oberfläche und das an diese angrenzende Transformatoröl und weitere
Feststoffbarrieren aus Pressspan dargestellt sind,
- Figur 2
- ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Schirmrings, eingebaut in einen HGÜ-Transformator,
im schematischen Schnitt und
- Figur 3
- ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Schirmrings, bei dem bestimmte konstruktive
Gestaltungsspielräume dargestellt sind, im schematischen Querschnitt.
[0029] Eine elektrische Isolierstrecke 18 gemäß Figur 1 besteht allgemein aus mehreren Lagen
aus Cellulosematerial 19, zwischen denen Ölschichten 20 liegen können. Die Isolierstrecke
beginnt an der metallischen Oberfläche 11 eines zu isolierenden Bauteils 12, die zum
Beispiel durch eine Metallschicht 13 auf dem Kern eines nicht näher dargestellten
Schirmringes gebildet sein kann. Auch das Cellulosematerial 19 ist mit Öl getränkt,
was in Figur 1 nicht näher dargestellt ist. Dafür ist in Figur 1 innerhalb des Cellulosematerials
eine Imprägnierung 11 zu erkennen. Die gemäß Figur 1 dargestellte Isolierung umgibt
beispielsweise in einem Transformator die dort zum Einsatz kommenden Wicklungen, die
nach außen und zueinander elektrisch isoliert werden müssen.
[0030] Die elektrische Isolation eines Transformators muss im Betriebsfall bei Anliegen
einer Wechselspannung elektrische Durchbrüche verhindern. In diesem Fall ist das Isolationsverhalten
der Isolierung von der Permittivität der Komponenten der Isolierung abhängig. Für
Öl liegt die Permittivitätszahl ε
o ungefähr bei 2, für das Cellulosematerial ε
p bei 4. Bei einer Beanspruchung der Isolation mit einer Wechselspannung ergibt sich
daher für die Belastung der einzelnen Isolationskomponenten, dass die am Öl anliegende
Spannung U
o ungefähr doppelt so hoch ist, wie die am Cellulosematerial anliegende Spannung U
p. Wird ein Nanokomposit verwendet, bei dem das Cellulosematerial 19 erfindungsgemäß
imprägniert ist, so beeinflusst die Imprägnierung 11 die Spannungsverteilung in der
erfindungsgemäßen Isolation nicht, da die Permittivitätszahl ε
BNNT ebenfalls ungefähr bei 4 liegt und daher die Permittivität ε
comp des imprägnierten Cellulosematerials auch bei ungefähr 4 liegt. Damit ist auch bei
der erfindungsgemäßen Isolation die am Öl angreifende Spannung U
o ungefähr doppelt so groß wie die am Nanokomposit (Cellulosematerial) anliegende Spannung
U
comp.
[0031] Gleichzeitig ist bei HGÜ-Komponenten auch die Durchschlagfestigkeit der Isolation
bei Anliegen von Gleichspannungen von Bedeutung. Die Verteilung der anliegenden Spannung
auf die einzelnen Isolationsbestandteile ist dann allerdings nicht mehr von der Permittivität
abhängig, sondern vom spezifischen Widerstand der einzelnen Komponenten. Der spezifische
Widerstand ρ
o von Öl liegt zwischen 10
13 und 10
12 Ωm. Berücksichtigt man, dass erfindungsgemäß ein größerer Teil des Spannungsabfalls
zur Entlastung des Cellulosematerials im Öl erfolgen soll und dass der spezifische
Widerstand des Öl sich bei Anliegen einer Spannung verringert, ist eher, wie in Fig
1 dargestellt, von einem spezifischen Widerstand ρ
o von 10
12 Ωm auszugehen. Demgegenüber ist ρ
p vom Cellulosematerial um drei Größenordnungen höher und liegt bei 10
15 Ωm. Dies bewirkt, dass bei Anliegen einer Gleichspannung die Spannung am Öl U
o ein Tausendstel (bei Annahme von ρ
o = 10
13 Ωm zumindest ein Hundertstel bis ein Funfhundertsel) der Spannung am Cellulosematerial
U
p beträgt. Dieses Ungleichgewicht birgt die Gefahr, dass es bei einer Beaufschlagung
der Isolation mit einer Gleichspannung zu Durchschlägen im Cellulosematerial kommt
und die elektrische Isolation versagt.
[0032] Die erfindungsgemäß in das Cellulosematerial 19 eingebrachte Imprägnierung 11 kann
z. B. aus BNNT bestehen und wird durch eine geeignete Beschichtung der BNNT aus PEDOT:PSS
und evtl. durch eine zusätzliche Dotierung der BNNT mit Dotierstoffen mit ihrem spezifischen
Widerstand (zwischen 0,1 und 1000 Ωcm) so eingestellt, dass der spezifische Widerstand
des Cellulosematerials ρ
p herabgesetzt wird. Dies ist auch durch alleinige Verwendung von PEDOT:PSS oder alleinige
Verwendung von BNNT möglich. Damit lässt sich für den erfindungsgemäßen Komposit eine
spezifische Leitfähigkeit ρ
comp einstellen, der an den spezifischen Widerstand ρ
o angenähert ist und im Idealfall diesem ungefähr entspricht. Bei einem spezifischen
Widerstand ρ
comp von höchstens 5 mal 10
13 Ωm liegt die am Öl anliegende Spannung U
o größenordnungsmäßig im Bereich der am Komposit anliegenden Spannung U
comp, so dass sich ein ausgeglichenes Spannungsprofil in der Isolation einstellt. Hierdurch
wird vorteilhaft die Durchschlagfestigkeit der Isolation verbessert, da sich die Belastung
des Cellulosematerials spürbar verringert.
[0033] In Figur 2 ist der Ausschnitt eines HGÜ-Trafos zu sehen. Dieser ist in einem auch
als Kessel 21 bezeichneten Gehäuse untergebracht. Angedeutet sind außerdem eine Oberspannungsspule
und eine Unterspannungsspule deren Wicklungen 22, 23 in Figur 2 zu erkennen sind.
Ein Transformatorkern 14 ist der Übersichtlichkeit halber nur schematisch dargestellt.
[0034] Für die Wicklung 22 ist ein elektrisches Feld durch Feldinien 33 dargestellt, die
auf Äquipotentialflächen des elektrischen Feldes verlaufen. Dieses elektrische Feld
wird durch verschiedene Elemente einer Isolationsanordnung beeinflusst, welche als
Elemente unter anderem segmentierte Schirmringe 24, 25 zylindrische Feststoffbarrieren
26 aus Pressspan und Winkelringe 27 ebenfalls aus Pressspan aufweisen. Die Schirmringe
24, 25 weisen einen Kern 28 mit einer metallische Oberfläche 29 und eine Papierwicklung
30 auf. Außerdem ist der Innenraum 31 mit einer Füllung von Transformatoröl ausgefüllt,
welches daher auch in die Spalte 32 zwischen den einzelnen Elementen der Isolationsanordnung
fließt und diese ausfüllt. Die Feldlinien 33 durchdringen außerdem auch einen Druckring
34 aus Blockspan. Daher kann mit der erfindungsgemäßen Herabsetzung des spezifischen
Widerstandes des Cellulosematerials auch der Druckring 34 modifiziert werden, um in
diesem Bereich das sich ausbildende elektrische Feld zu beeinflussen. Der Druckring
34 sorgt zusammen mit einem nicht dargestellten Wicklungstisch, der ebenfalls aus
Blockspan hergestellt werden kann und die Wicklungen 22, 23 trägt, für einen mechanischen
Zusammenhalt aller Baugruppen (inklusive der Feststoffbarrieren). Im Sinne der Erfindung
sind auch der Druckring 34 und der nicht dargestellte Wicklungstisch als Elemente
der Isolationsstrecke zu verstehen.
[0035] In Figur 3 ist zu erkennen, dass der erfindungsgemäße Schirmring 24 aus einem inneren
Einzelring 35 und einem äußeren Einzelring 36 besteht. Der Schirmring 24 weist eine
Höhe h und eine Dicke s der Schicht 30 auf, wie diese dargestellt ist. Außerdem sind
die abgerundeten Ecken des dargestellten Querschnittes, die der nicht dargestellten
Spule abgewandt sind, mit einem Radius r versehen. In Figur 3 ist mit gestrichelten
Konturlinien ebenfalls angedeutet, wie die Geometrie eines nicht mit imprägnierten
Cellulosematerial ausgestatteten Schirmrings im Vergleich qualitativ aussehen könnte.
Dieser hätte eine größere Höhe h
o und/oder eine größere Dicke der Schicht 30 s
0 und/oder größere Radien an den oben genannten Ecken r
0, wobei diese größeren Radien r
0 nur durch den Kern 28 beschrieben würden, so dass ein Raum für eine nicht näher dargestellte
zusätzliche Einlage aus Cellulose in diesem Bereich entstünde. Diese könnte in dem
durch die Radien r und r
0 gebildeten Raum vorgesehen werden.
[0036] Weiterhin ist zu erkennen, dass die Schicht des inneren Einzelringes 35 aus mehreren
Schichtlagen 37, 38 besteht. Die die Oberfläche des Schirmringes 24 bildende Schichtlage
37 sowie die Schicht 30 des äußeren Einzelringes 36 weisen einen spezifischen Widerstand
auf, der dem des umgebenden Transformatoröls größenordnungsmäßig entspricht. Im Vergleich
hierzu ist der spezifische Widerstand der Schichtlage 38, die an den Kern 28 angrenzt,
weiter verringert, so dass dieser spezifische Widerstand denjenigen des Transformatoröls
unterschreitet. Hierdurch entsteht eine Entlastung des Bereiches des Schirmrings 24,
der durch den Spannungsabfall einer HGÜ-Gleichspannung am stärksten beansprucht ist.
Dieser liegt an der bezüglich des ringförmigen Verlaufs des Schirmrings inneren Ecke
des Querschnitts des Schirmrings, die der Spule abgewandt ist. Für die anderen Bereiche
des inneren Einzelringes wäre eine Verringerung des spezifischen Widerstandes der
kernnahen Schichtlage 38 an sich nicht notwendig. Diese ist jedoch auch nicht schädlich,
so dass aus fertigungstechnischen Gründen der innere Einzelring 38 vollständig mit
der kernnahen Schichtlage 38 umwickelt wird. Bei dem äußeren Einzelring 36 unterbleibt
allerdings die zusätzliche Umwicklung mit einem Material, das einen spezifischen Widerstand
unterhalb desjenigen von Transformatoröl hat, aus Kostengründen. Hier genügt eine
Herabsetzung des spezifischen Widerstandes größenordnungsmäßig auf den Wert des Transformatoröls.
1. Schirmring für eine HGÜ-Transformatorspule oder eine HGÜ-Drosselspule, aufweisend
• einen ringförmigen Kern (28) mit einer elektrisch leitfähigen Oberfläche (29),
• eine Schicht (30) aus einem Cellulosematerial, insbesondere Papier, die den Kern
(28) vollständig einschließt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schirmring aus mehreren konzentrisch ineinander liegenden Einzelringen (35, 36)
aufgebaut ist, wobei die Schicht (30) jeweils als Komposit ausgeführt ist, bestehend
aus einem behandelten Cellulosematerial (19),
• in dem Partikel (11) mit einem im Vergleich zum spezifischen Widerstand ρp des unbehandelten Cellulosematerials geringeren spezifischen Widerstand in einer
Konzentration oberhalb der Perkolationsschwelle verteilt sind und/oder
• in dem ein zusammenhängendes Netzwerk eines leitfähigen Polymers mit einem im Vergleich
zum spezifischen Widerstand ρp des unbehandelten Cellulosematerials geringeren spezifischen Widerstand den Komposit
durchzieht
und wobei der innerste Einzelring (35) mit einem Cellulosematerial mit einem geringeren
spezifischen Widerstand versehenen ist als der äußere Einzelring (36) oder die äußeren
Einzelringe.
2. Schirmring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der spezifische Widerstand ρcomp des Komposits zumindest an der Oberfläche höchstens bei 5 mal 1013 Ωm liegt.
3. Schirmring nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der spezifische Widerstand ρcomp des Komposits zumindest an der Oberfläche das ein- bis zwanzigfache des spezifischen
Widerstandes ρo des Transformatoröls beträgt
4. Schirmring nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der spezifische Widerstand ρcomp des Komposits zumindest an der Oberfläche des Schirmringes größenordnungsmäßig dem
spezifischen Widerstand von Transformatoröl ρo entspricht.
5. Schirmring nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der spezifische Widerstand von benachbarten, die Schicht (30) bildenden Schichtlagen
(37, 38) abgestuft ist, wobei die Schichtlage oder die Schichtlagen mit dem geringsten
spezifischen Widerstand an den Kern angrenzen.
6. Schirmring nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (30) aus dem Cellulosematerial um den gesamten senkrecht zum Ringverlauf
liegenden Querschnitt im wesentlichen gleich dick ausgeführt ist.
7. Schirmring nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (30) aus dem Cellulosematerial um den gesamten senkrecht zum Ringverlauf
liegenden Querschnitt direkt auf dem Kern aufliegt.
8. Schirmring nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (30) aus einer Papierwicklung mit mehreren Wicklungslagen besteht, wobei
die Papierwicklung um den senkrecht zum Ringverlauf liegenden Querschnitt gewickelt
ist.
1. Anneau de protection pour une bobine de transformateur de courant continu à haute
tension ou pour une bobine de réactance de courant continu à haute tension, comportant
• un noyau (28) de forme annulaire, ayant une surface (29) conductrice de l'électricité,
• une couche (30) en une matière cellulosique, notamment en papier, qui enferme complètement
le noyau (28),
caractérisé
en ce que l'anneau de protection est constitué de plusieurs anneaux (35, 36) individuels, emboîtés
les uns dans les autres concentriquement, la couche (30) étant réalisée respectivement
sous la forme d'un composite constitué d'une matière (19) cellulosique traitée,
• dans laquelle sont réparties, en une concentration au-dessus du seuil de percolation,
des particules (11) d'une résistivité plus petite que la résistivité ρp de la matière cellulosique non traitée et/ou
• dans laquelle traverse le composite un réseau d'un seul tenant d'un polymère conducteur
d'une résistivité plus petite que la résistivité ρp de la matière cellulosique non traitée
et dans lequel l'anneau (35) individuel le plus à l'intérieur est pourvu d'une matière
cellulosique d'une résistivité plus petite que l'anneau (36) individuel extérieur
ou que les anneaux individuels extérieurs.
2. Anneau de protection suivant la revendication 1,
caractérisé
en ce que la résistivité ρcomp du composite est, au moins à la surface, au plus de 5 fois 1013 Ωm.
3. Anneau de protection suivant la revendication 2,
caractérisé
en ce que la résistivité ρcomp du composite représente, au moins à la surface, de une à vingt fois la résistivité
ρo de l'huile du transformateur.
4. Anneau de protection suivant la revendication 2,
caractérisé
en ce que la résistivité ρcomp du composite correspond, au moins à la surface de l'anneau de protection, en ordre
de grandeur, à la résistivité de l'huile ρo du transformateur.
5. Anneau de protection suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que la résistivité de strates (37, 38) de couche voisines formant la couche (30) est
échelonnée, la strate de couche ou les strates de couche ayant la résistivité la plus
petite étant voisines du noyau.
6. Anneau de protection suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que la couche (30) en la matière cellulosique a sensiblement la même épaisseur autour
de toute la section transversale s'étendant perpendiculairement à l'étendue de l'anneau.
7. Anneau de protection suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que la couche (30) en la matière cellulosique s'applique directement sur le noyau autour
de toute la section transversale s'étendant perpendiculairement à l'étendue de l'anneau.
8. Anneau de protection suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que la couche (30) est constituée d'un enroulement de papier ayant plusieurs strates
d'enroulement, l'enroulement de papier étant enroulé autour de la section transversale
s'étendant perpendiculairement à l'étendue de l'anneau.