(19)
(11) EP 3 346 057 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.07.2018  Patentblatt  2018/28

(21) Anmeldenummer: 17208521.9

(22) Anmeldetag:  19.12.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E02D 3/026(2006.01)
E01C 23/12(2006.01)
E02D 3/046(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD TN

(30) Priorität: 04.01.2017 DE 102017100069

(71) Anmelder: Hamm AG
95643 Tirschenreuth (DE)

(72) Erfinder:
  • Meier, Matthias
    95643 Tirschenreuth (DE)
  • Bartsch, Reiner
    95643 Tirschenreuth (DE)

(74) Vertreter: RLTG 
Ruttensperger Lachnit Trossin Gomoll Patent- und Rechtsanwälte Postfach 20 16 55
80016 München
80016 München (DE)

   


(54) BODENBEARBEITUNGSWALZE


(57) Eine Bodenbearbeitungswalze für eine Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend einen in Richtung einer Walzendrehachse (D) langgestreckten, einen Walzeninnenraum (34) umgebenden Walzenmantel (30) mit einer im Wesentlichen kreisrunden Außenumfangskontur, wobei an einer Außenumfangsfläche (32) des Walzenmantels (30) eine Bodenbrecherformation (38) vorgesehen ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenbrecherformation (38) eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Richtung der Walzendrehachse (D) sich entlang des Walzenmantels (30) erstreckenden Schlagleisten (40) und eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse (D) sich entlang des Walzenmantels (30) erstreckenden Brechleisten (44) umfasst.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bodenbearbeitungswalze für eine Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend einen in Richtung einer Walzendrehachse langgestreckten, einen Walzeninnenraum umgebenden Walzenmantel mit einer im Wesentlichen kreisrunden Außenumfangsfläche, wobei an der Außenumfangsfläche des Walzenmantels eine Bodenbrecherformation vorgesehen ist.

[0002] Derartige Bodenbearbeitungswalzen werden an Bodenbearbeitungsmaschinen, die im Allgemeinen nach Art so genannter Bodenverdichter aufgebaut sind, eingesetzt, um einen festen Untergrund, wie z. B. einen Betonuntergrund, zu zerbrechen.

[0003] Eine aus der WO 2013/107545 A1 bekannte Bodenbearbeitungswalze umfasst am Außenumfang eines mit im Wesentlichen kreisrunder Außenumfangsfläche ausgebildeten Walzenmantels eine Vielzahl von Wechselhaltern, die an der Außenumfangsfläche des Walzenmantels festgelegt sind und an welchen ein Walzenwerkzeug, wie z. B. ein Meißel, angebracht werden kann. Die Wechselhalter sind in einer Vielzahl von in Richtung einer Walzendrehachse nebeneinander angeordneten Ringen mit im Wesentlichen gleichem Umfangsabstand zueinander angeordnet, wobei die in einander benachbarten Ringen angeordneten Wechselhalter und dementsprechend auch die daran festzulegenden Walzenwerkzeuge in Umfangsrichtung zueinander versetzt angeordnet sind.

[0004] Eine aus der DE 10 2014 201 240 A1 bekannte Bodenbearbeitungswalze weist an der Außenumfangsfläche des Walzenmantels eine Mehrzahl von in Richtung der Walzendrehachse mit gleichem Abstand zueinander angeordneten Schneidringen mit im Wesentlichen V- bzw. klingenförmigem Querschnitt auf.

[0005] Die US 4,523,873 offenbart eine Bodenbearbeitungswalze mit einer an der Außenumfangsfläche eines Walzenmantels vorgesehenen Bodenbrecherformation. Diese bekannte Bodenbrecherformation umfasst eine Mehrzahl von in Richtung der Walzendrehachse aufeinander folgenden in zickzackartiger Konfiguration ausgestalteten Leisten, welche sich primär zum Zerbrechen von Gestein, weniger zum Aufbrechen von durchgängigen Betonplatten eignen.

[0006] Die EP 2 142 706 B1 offenbart eine Bodenbearbeitungswalze mit näherungsweise quadratischer, also nicht mit im Wesentlichen kreisförmiger Außenumfangskontur. An mehreren Umfangspositionen verteilt sind Brechelemente vorgesehen, welche aufgrund der nicht kreisrunden Außenumfangskontur bei einer Rotationsbewegung dieser Bodenbearbeitungswalze periodisch auf den Untergrund auftreffen und diesen dabei zerbrechen können.

[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bodenbearbeitungswalze für eine Bodenbearbeitungsmaschine bereitzustellen, welche eine verbesserte Eignung zum Zerbrechen von festem Untergrund, insbesondere Betonuntergrund, aufweist.

[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Bodenbearbeitungswalze für eine Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend einen in Richtung einer Walzendrehachse langgestreckten, einen Walzeninnenraum umgebenden Walzenmantel mit einer im Wesentlichen kreisrunden Außenumfangskontur, wobei an einer Außenumfangsfläche des Walzenmantels eine Bodenbrecherformation vorgesehen ist.

[0009] Diese Bodenbearbeitungswalze ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenbrecherformation eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Richtung der Walzendrehachse sich entlang des Walzenmantels erstreckenden Schlagleisten und eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse sich entlang des Walzenmantels erstreckenden Brechleisten umfasst.

[0010] Durch das Bereitstellen der ein gitterartiges Muster erzeugenden Schlagleisten und Brechleisten wird einerseits gewährleistet, dass im Bodenbearbeitungsbetrieb, also beispielsweise beim Zerbrechen einer rückzubauenden Betonfläche, entsprechend dem gitterartigen Muster Segmente aus dem zu zerbrechenden Untergrund herausgebrochen werden, die nachfolgend durch weitere Maschinen, wie zum Beispiel Bagger oder Radlader, leicht entfernt werden können. Andererseits gewährleisten insbesondere die im Wesentlichen in Umfangsrichtung sich erstreckenden Brechleisten, dass die eine im wesentlichen gleichmäßige Abrollbewegung durchführende Bodenbearbeitungswalze auf dem zu zerbrechenden Untergrund definiert geführt ist und nicht zum seitlichen Abdriften neigt, insbesondere wenn der Untergrund quer zur Fortbewegungsrichtung einer mit einer derartigen Bodenbearbeitungswalze ausgestatteten Bodenbearbeitungsmaschine geneigt ist.

[0011] Um einen gleichmäßigen Bearbeitungsbetrieb sicherstellen zu können, wird vorgeschlagen, dass die Schlagleisten in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse mit im Wesentlichen gleichem Umfangsabstand zueinander angeordnet sind. Beispielsweise kann der Umfangsabstand im Bereich von 40 cm bis 60 cm, vorzugsweise bei etwa 50 cm liegen.

[0012] Eine sehr robuste Struktur der Schlagleisten kann beispielsweise dadurch bereitgestellt werden, dass diese einen im Wesentlichen rechteckigen, vorzugsweise quadratischen Querschnitt aufweisen, wobei vorzugsweise eine Querschnittsabmessung der Schlagleisten im Bereich von 40 mm x 40 mm liegt.

[0013] Um ein vollständiges Aufbrechen des zu bearbeitenden Untergrunds, wie zum Beispiel einer Betonplatte, gewährleisten zu können, wird vorgeschlagen, dass die Schlagleisten sich in Richtung der Walzendrehachse im Wesentlichen unterbrechungsfrei entlang des Walzenmantels erstrecken.

[0014] Eine gleichmäßige Bearbeitung des aufzubrechenden Untergrunds kann ferner dadurch unterstützt werden, dass wenigstens die in einem Zwischenraum zwischen in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten angeordneten Brechleisten, vorzugsweise die in allen Zwischenräumen zwischen in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten angeordneten Brechleisten, entlang der Walzendrehachse mit im Wesentlichen gleichem Axialabstand zueinander angeordnet sind.

[0015] Gemäß einem besonders vorteilhaften Aspekt kann bei der erfindungsgemäß aufgebauten Bodenbearbeitungswalze vorgesehen sein, dass die Brechleisten in in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse einander benachbarten Zwischenräumen zwischen jeweils zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten in Richtung der Walzendrehachse zueinander versetzt sind. Die in axialer Richtung zueinander versetzten Brechleisten gewährleisten eine definierte seitliche Führung für die Bodenbearbeitungswalze, ohne jedoch einen Schienenführungseffekt einzuführen, wodurch die Lenkbarkeit einer mit einer derartigen Bodenbearbeitungswalze ausgestatteten Bodenbearbeitungsmaschine erhalten bleibt. Insbesondere kann dafür vorgesehen sein, dass die Brechleisten von einem der beiden in Umfangsrichtung einander benachbarten Zwischenräume bezüglich der Brechleisten des anderen der beiden in Umfangsrichtung einander benachbarten Zwischenräume in Richtung der Walzendrehachse im Wesentlichen mittig angeordnet sind.

[0016] Eine definierte Seitenführung für die Bodenbearbeitungswalze bei erhaltener Lenkbarkeit und gleichmäßigem Bodenbearbeitungsverhalten kann gemäß einem weiteren vorteilhaften Aspekt dadurch unterstützt werden, dass die Brechleisten in jedem zweiten der in Umfangsrichtung aufeinander folgenden Zwischenräume zwischen jeweils zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten in Richtung der Walzendrehachse im Wesentlichen keinen Versatz zueinander aufweisen.

[0017] Ein verbesserter Beitrag der Brechleisten zum Aufbrechen eines zu bearbeitenden Untergrunds bei im Wesentlichen nicht beeinträchtigter Abrollbewegung einer derartigen Bodenbearbeitungswalze kann dadurch erreicht werden, dass ein Außenumfangsbereich von wenigstens einem Teil der, vorzugsweise aller Brechleisten im Wesentlichen auf einer die Walzendrehachse konzentrisch umgebenden Kreisbahn liegt, oder/und dass in einem Außenumfangsbereich von wenigstens einem Teil der, vorzugsweise aller Brechleisten wenigstens eine Einsenkung gebildet ist.

[0018] Um zu gewährleisten, dass die Schlagleisten, welche aufgrund ihrer Erstreckungslänge im Wesentlichen entlang des gesamten Walzenmantels in Richtung der Walzendrehachse eine vergleichsweise große Auflagefläche für die Bodenbearbeitungswalze auf dem zu zerbrechenden Untergrund bereitstellen, wirksam zum Zerkleinern des Untergrunds beitragen können, wird vorgeschlagen, dass eine maximale radiale Vorsprungshöhe wenigstens eines Teils der, vorzugsweise aller Schlagleisten über die Außenumfangsfläche des Walzenmantels größer ist, als eine maximale radiale Vorsprungshöhe wenigstens eines Teils der, vorzugsweise aller Brechleisten über die Außenumfangsfläche des Walzenmantels.

[0019] Um die Wirksamkeit einer erfindungsgemäß aufgebauten Bodenbearbeitungswalze beim Zerbrechen von festem Untergrund, wie beispielsweise einer Betonplatte, weiter zu verbessern, wird vorgeschlagen, dass im Walzeninnenraum eine Vibrationsanordnung zur Erzeugung einer einer Drehbewegung um die Walzendrehachse überlagerbaren Vibration der Bodenbearbeitungswalze angeordnet ist. Eine derartige Vibration ist eine periodische Auf- und Ab-Bewegung bzw. -Beschleunigung der Bodenbearbeitungswalze, also eine Bewegung bzw. Beschleunigung im Wesentlichen in vertikaler Richtung. Die Bodenbearbeitungswalze schlägt somit periodisch auf den zu zerkleinernden Untergrund.

[0020] Die Erfindung betrifft ferner eine Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend wenigstens eine an einem Maschinenrahmen um eine Walzendrehachse drehbar getragene erfindungsgemäß aufgebaute Bodenbearbeitungswalze.

[0021] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren detailliert beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1
eine Bodenbearbeitungsmaschine in Seitenansicht;
Fig. 2
eine bei der Bodenbearbeitungsmaschine der Fig. 1 einsetzbare Bodenbearbeitungswalze in perspektivischer Ansicht;
Fig. 3
die Bodenbearbeitungswalze der Fig. 2 in Radialansicht;
Fig. 4
die Bodenbearbeitungswalze der Fig. 2 in Axialansicht;
Fig. 5
einen Umfangsabschnitt eines Walzenmantels der Bodenbearbeitungswalze der Fig. 2;
Fig. 6
einen Ausschnitt eines mit der Bodenbearbeitungswalze der Fig. 2 bearbeiteten Untergrunds.


[0022] Die Fig. 1 zeigt in Seitenansicht eine Bodenbearbeitungsmaschine 10. Die Bodenbearbeitungsmaschine 10 umfasst einen Hinterwagen 12, an welchem ein in der Fig. 1 nicht dargestelltes Antriebsaggregat und durch dieses angetriebene Antriebsräder 14 vorgesehen sind. In einer Führerkabine 16 kann eine die Bodenbearbeitungsmaschine 10 bedienende Bedienperson Platz nehmen.

[0023] Ein allgemein mit 18 bezeichneter Vorderwagen der Bodenbearbeitungsmaschine 10 umfasst einen am Hinterwagen 12 zum Lenken der Bodenbearbeitungsmaschine 10 schwenkbar getragenen Maschinenrahmen 20, an welchem eine Bodenbearbeitungswalze 22 um eine zur Zeichenebene der Fig. 1 senkrechte Walzendrehachse drehbar getragen ist.

[0024] Im Bodenbearbeitungsbetrieb bewegt die Bodenbearbeitungsmaschine 10 sich in Vorwärtsrichtung oder in Rückwärtsrichtung, also in Fig. 1 entweder nach links oder nach rechts, um einen zu bearbeitenden Untergrund 24, beispielsweise eine rückzubauende Betonplatte, zu bearbeiten bzw. zu zerkleinern. Hierfür ist an der Bodenbearbeitungswalze 22 eine nachfolgend mit Bezug auf die Fig. 2 bis 5 detailliert beschriebene Bodenbrecherformation vorgesehen. Ferner kann in der Bodenbearbeitungswalze 22 eine allgemein mit 26 bezeichnete Vibrationsanordnung mit wenigstens einer um eine Unwuchtdrehachse zur Drehung antreibbaren Unwuchtmasse 28 vorgesehen sein, um der Drehbewegung der Bodenbearbeitungswalze 22 um ihre Walzendrehachse eine Vibration, also eine Bewegung bzw. Beschleunigung im Wesentlicher in Vertikaler Richtung zu überlagern. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Vibrationsanordnung 26 in Fig. 1 nur schematisch dargestellt ist und selbstverständlich im Walzeninnenraum der Bodenbearbeitungswalze 22 an geeigneter Position mit den dafür vorgesehenen Systemkomponenten anzuordnen ist.

[0025] Die in den Fig. 2 bis 5 detaillierter dargestellte Bodenbearbeitungswalze 22 ist im Bodenbearbeitungsbetrieb um eine Walzendrehachse D drehbar. Die Bodenbearbeitungswalze 22 umfasst einen kreiszylindrisch gestalteten Walzenmantel 30 mit einer Außenumfangsfläche 32. Der Walzenmantel 30 umgibt einen Walzeninnenraum 34, in welchem eine oder mehrere Walzenscheiben 36 angeordnet sein können, um über diese die Bodenbearbeitungswalze 22 am Maschinenrahmen 18 drehbar zu lagern.

[0026] An der Außenumfangsfläche 32 des Walzenmantels 30 ist die bereits angesprochene Bodenbrecherformation 38 vorgesehen. Diese umfasst eine Mehrzahl von zur Walzendrehachse D parallel sich erstreckenden Schlagleisten 40, die an der Außenumfangsfläche 32 beispielsweise durch Verschweißung festgelegt sind. Die in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse D aufeinander folgend angeordneten Schlagleisten 40 weisen vorzugsweise einen im Wesentlichen gleichmäßigen Umfangsabstand U auf, der im Bereich von 40 cm bis 60 cm, vorzugsweise bei etwa 50 cm, liegen kann. Es sei hier darauf hingewiesen, dass der Umfangsabstand U der lichte Abstand zwischen zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten 40 und somit im Wesentlichen die Umfangserstreckung eines zwischen zwei in Umfangsrichtung benachbarten Schlagleisten 40 gebildeten Zwischenraums 42 sein kann.

[0027] Die in Richtung der Walzendrehachse D vorzugsweise unterbrechungsfrei durchlaufenden, beispielsweise einteilig ausgebildeten Schlagleisten 40 können ein im Wesentlichen rechteckiges, vorzugsweise quadratisches Querschnittsprofil mit einer Querschnittsfläche von etwa 40 mm x 40 mm aufweisen. Auch das in den Figuren erkennbare rechteckige Querschnittsprofil mit größerer Erstreckung in radialer Richtung als in Umfangsrichtung ist möglich.

[0028] In den zwischen jeweils zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten 40 gebildeten Zwischenräumen 42 sind jeweils mehrere Brechleisten 44 angeordnet. Die in einem jeweiligen Zwischenraum 42 angeordneten Brechleisten 44 erstrecken sich entlang des Außenumfangs bzw. der Außenumfangsfläche 32 des Walzenmantels 30 in Umfangsrichtung, also im Wesentlichen senkrecht zu den Schlagleisten 42. Eine Umfangserstreckungslänge der Brechleisten 44 entspricht vorzugsweise der Umfangserstreckung eines diese jeweils aufnehmenden Zwischenraums 42. Die Brechleisten 44 grenzen somit mit ihren Umfangsenden, vorzugsweise im Wesentlichen ohne einen Abstand zu den einen jeweiligen Zwischenraum 42 begrenzenden Schlagleisten 44 zu belassen, an die Schlagleisten 40 an.

[0029] In Fig. 3 ist zu erkennen, dass in einander unmittelbar benachbarten Zwischenräumen 42 angeordnete Brechleisten 44 in Richtung der Walzendrehachse D zueinander versetzt liegen. Vorzugsweise ist der Versatz derart, dass die in einem der Zwischenräume 42 angeordneten Brechleisten 44 in Richtung der Walzendrehachse D im Wesentlichen mittig bezüglich der im anderen der Zwischenräume 42 angeordneten Brechleisten 44 liegen, so dass sich auch das in Fig. 3 erkennbare Muster ergibt, bei welchem die in jedem zweiten der Zwischenräume 42 angeordneten Brechleisten 44 einander in Umfangsrichtung im Wesentlichen fortsetzen, also keinen Axialversatz zueinander aufweisen.

[0030] Der lichte Abstand A zwischen in einem jeweiligen Zwischenraum angeordneten Brechleisten 44 liegt im Bereich von etwa 70 cm, so dass sich bei dem in den Fig. 2 bis 5 dargestellten Ausgestaltungsbeispiel eine Anordnung ergeben kann, bei welcher in jedem zweiten Zwischenraum 42 drei Brechleisten 44 angeordnet sind, von welchen eine im axial zentralen Bereich des Walzenmantels 30 liegt, während die beiden anderen nahe an dem jeweiligen axialen Endbereich des Walzenmantels 30 angeordnet sind, während in den anderen Zwischenräumen 42 jeweils zwei Brechleisten 44 angeordnet sind, die, wie bereits angesprochen, bezüglich der in den beiden unmittelbar benachbarten Zwischenräumen 42 angeordneten Brechleisten 44 einen axialen Versatz aufweisen, der näherungsweise der Hälfte des axialen Abstands A zwischen jeweiligen Brechleisten 44 entspricht.

[0031] Wie die die Fig. 4 und 5 deutlich zeigen, weisen die Schlagleisten 40 eine größere maximale radiale Erstreckung ausgehend von der Außenumfangsfläche 32 des Walzenmantels 30 auf, als die in Umfangsrichtung sich erstreckenden Brechleisten 44. Dabei weisen die Brechleisten 44 eine im Wesentlichen einer Kreislinie konzentrisch um die Walzendrehachse D entsprechende Außenumfangskontur auf. In dieser Außenumfangskontur sind in den Brechleisten 44 vorzugsweise zwei mit Umfangsabstand zueinander angeordnete Einsenkungen 46 vorgesehen, vorzugsweise jeweils nahe den Umfangsendbereichen einer jeweiligen Brechleiste 44.

[0032] Mit der in den Fig. 2 bis 5 dargestellten gitterartigen Struktur aus Schlagleisten 40 und Brechleisten 44 wird eine Bodenbrecherformation 38 bereitgestellt, welche insbesondere geeignet ist zum Zerbrechen von Betonböden. Dabei kommt die Bodenbearbeitungswalze 22 periodisch mit den in Umfangsrichtung daran aufeinander folgend vorgesehenen Schlagleisten 40 mit dem zu zerbrechenden Untergrund in Kontakt. In Phasen, in welchen keine der Schlagleisten 40 in Kontakt mit dem Untergrund ist, liegen die Brechleisten 44 in einem jeweils zwischen zwei Schlagleisten 40 gebildeten Zwischenraum 42 auf dem Untergrund auf, insbesondere mit ihren in Umfangsrichtung zwischen zwei Einsenkungen 46 positionierten Umfangsmittenbereichen 48. Insbesondere dann, wenn durch eine im Walzeninnenraum 34 vorgesehene Vibrationsanordnung 26 eine der Drehbewegung der Bodenbearbeitungswalze 22 überlagerte Vibration erzeugt wird, wird in denjenigen Bereichen, in welchen die Bodenbrecherformation 38 in Kontakt mit dem zu zerkleinernden Untergrund ist, dieser effektiv zerbrochen, so dass das in Fig. 6 erkennbare Muster von Rissen 50 in dem Untergrund 24 erzeugt wird. Dieses Muster entspricht im Wesentlichen dem gitterartigen Muster, welches durch die Schlagleisten 40 und die Brechleisten 44 an der Außenumfangsfläche 32 des Walzenmantels 33 bereitgestellt ist, so dass eine Vielzahl von durch derartige Risse voneinander getrennten Segmenten 52 erzeugt wird, welche durch eine weitere Bodenbearbeitungsmaschine, wie z. B. einen Bagger oder einen Radlager, voneinander separiert und abtransportiert werden können.

[0033] Insbesondere durch die in jeweiligen Zwischenräumen 42 zwischen in Umfangsrichtung benachbarten Schlagleisten 40 vorgesehenen Brechleisten 44 wird nicht nur eine Zerkleinerungsfunktionalität bereitgestellt, sondern diese Brechleisten 44 leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Führung der Bodenbearbeitungswalze 22 und somit der Bodenbearbeitungsmaschine 10 in der Richtung der Voranbewegung. Die im Wesentlichen permanent mit dem zu bearbeitenden Untergrund 24 in Kontakt stehenden Brechleisten 44 verhindern ein seitliches Abdriften. Da die Brechleisten 44 benachbarter Zwischenräume in Richtung der Walzendrehachse D zueinander versetzt liegen, wird jedoch das Auftreten eines Schienenführungseffekts, welcher das Lenken der Bodenbearbeitungsmaschine 10 insbesondere durch Verschwenken des Vorderwagens 18 bezüglich des Hinterwagens 12 erschweren würde, vermieden.

[0034] Es sei abschließend darauf hingewiesen, dass die am Außenumfang des Walzenmantels 30 vorgesehenen Schlagleisten 40 und Brechleisten 44 selbstverständlich auch mit anderem Muster angeordnet werden könnten. So ist das Anordnen der Schlagleisten 40 mit im Wesentlichen gleichem Umfangsabstand zueinander besonders vorteilhaft. Es könnte jedoch auch ein in Umfangsrichtung variierender Abstand vorgesehen sein. Auch müssen nicht notwendigerweise die in den Zwischenräumen 42 angeordneten Brechleisten jeweils mit gleichem Axialabstand vorgesehen sein. So könnten beispielsweise alternierend in einem Zwischenraum 42 die Brechleisten mit kleinerem Axialabstand angeordnet sein, als in den beidseits davon vorgesehenen Zwischenräumen 42. Auch könnte innerhalb eines jeweiligen Zwischenraums eine Variation des axialen Abstands der Brechleisten vorgesehen sein, wobei zum Erhalt der in Fig. 6 erkennbaren, im Wesentlichen gleichgroßen Segmente 52 des zerkleinerten Untergrunds 24 das in den Fig. 2 bis 5 dargestellte im Wesentlichen gleichmäßige, gitterstrukturartige Muster besonders vorteilhaft ist.


Ansprüche

1. Bodenbearbeitungswalze für eine Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend einen in Richtung einer Walzendrehachse (D) langgestreckten, einen Walzeninnenraum (34) umgebenden Walzenmantel (30) mit einer im Wesentlichen kreisrunden Außenumfangskontur, wobei an einer Außenumfangsfläche (32) des Walzenmantels (30) eine Bodenbrecherformation (38) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenbrecherformation (38) eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Richtung der Walzendrehachse (D) sich entlang des Walzenmantels (30) erstreckenden Schlagleisten (40) und eine Mehrzahl von im Wesentlichen in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse (D) sich entlang des Walzenmantels (30) erstreckenden Brechleisten (44) umfasst.
 
2. Bodenbearbeitungswalze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagleisten (40) in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse (D) mit im Wesentlichen gleichem Umfangsabstand (U) zueinander angeordnet sind.
 
3. Bodenbearbeitungswalze nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Umfangsabstand (U) im Bereich von 40 cm bis 60 cm, vorzugsweise bei etwa 50 cm liegt.
 
4. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das die Schlagleisten (40) einen im Wesentlichen rechteckigen, vorzugsweise quadratischen Querschnitt aufweisen, wobei vorzugsweise eine Querschnittsabmessung der Schlagleisten (40) im Bereich von 40 mm x 40 mm liegt.
 
5. Bodenbearbeitungswalze einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagleisten (40) sich in Richtung der Walzendrehachse (D) im Wesentlichen unterbrechungsfrei entlang des Walzenmantels (30) erstrecken.
 
6. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die in einem Zwischenraum (42) zwischen in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten (40) angeordneten Brechleisten (44), vorzugsweise die in allen Zwischenräumen (42) zwischen in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten (40) angeordneten Brechleisten (44), entlang der Walzendrehachse (D) mit im Wesentlichen gleichem Axialabstand (A) zueinander angeordnet sind.
 
7. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brechleisten (44) in in Umfangsrichtung um die Walzendrehachse (D) einander benachbarten Zwischenräumen (42) zwischen jeweils zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten (40) in Richtung der Walzendrehachse (D) zueinander versetzt sind.
 
8. Bodenbearbeitungswalze nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brechleisten (44) von einem der beiden in Umfangsrichtung einander benachbarten Zwischenräume (42) bezüglich der Brechleisten (44) des anderen der beiden in Umfangsrichtung einander benachbarten Zwischenräume (42) in Richtung der Walzendrehachse (D) im Wesentlichen mittig angeordnet sind.
 
9. Bodenbearbeitungswalze nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brechleisten (44) in jedem zweiten der in Umfangsrichtung aufeinander folgenden Zwischenräume (42) zwischen jeweils zwei in Umfangsrichtung einander benachbarten Schlagleisten (40) in Richtung der Walzendrehachse (D) im Wesentlichen keinen Versatz zueinander aufweisen.
 
10. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Außenumfangsbereich von wenigstens einem Teil der, vorzugsweise aller Brechleisten (44) im Wesentlichen auf einer die Walzendrehachse (D) konzentrisch umgebenden Kreisbahn liegt, oder/und dass in einem Außenumfangsbereich von wenigstens einem Teil der, vorzugsweise aller Brechleisten (44) wenigstens eine Einsenkung (46) gebildet ist.
 
11. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine maximale radiale Vorsprungshöhe wenigstens eines Teils der, vorzugsweise aller Schlagleisten (40) über die Außenumfangsfläche (32) des Walzenmantels (30) größer ist, als eine maximale radiale Vorsprungshöhe wenigstens eines Teils der, vorzugsweise aller Brechleisten (44) über die Außenumfangsfläche (32) des Walzenmantels (30).
 
12. Bodenbearbeitungswalze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass im Walzeninnenraum (34) eine Vibrationsanordnung (26) zur Erzeugung einer einer Drehbewegung um die Walzendrehachse (D) überlagerbaren Vibration der Bodenbearbeitungswalze (22) angeordnet ist.
 
13. Bodenbearbeitungsmaschine, umfassend wenigstens eine an einem Maschinenrahmen (20) um eine Walzendrehachse (D) drehbar getragene Bodenbearbeitungswalze (22) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente