[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Synthesegasen, insbesondere
für die Ammoniaksynthese, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 Bei einem solchen
Verfahren wird ein wasserstoffreicher Teilstrom, der von einem H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstrom abgespalten insbesondere in einer Verbrennungsturbine
zur Erzeugung von elektrischer Energie verbrannt, wobei weiterhin in einem Temperaturwechseladsorptionsschritt
im verbleibenden Teil des H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes enthaltene (ausfrierbare) Komponenten, wie
z.B. Kohlendioxid, Methanol und/oder Wasser, bei niedrigen Temperaturen von (zumindest)
einem Adsorber (z.B. bestehend aus Aluminiumsilikaten) adsorbiert werden und anschließend
die adsorbierten Komponenten vom mindestens einen Adsorber durch Spülen mit Stickstoff
bei höheren Temperaturen desorbiert werden.
[0002] Die Temperaturwechseladsorption dient dabei zur Erzielung einer höheren Reinheit
des besagten Synthesegasstromes, wobei die besagte Adsorption und Regeneration periodisch
aufeinander folgen, d.h., der Adsorber immer abwechselnd (kalt) beladen und danach
(heiß) regeneriert wird. Vorzugsweise werden zumindest zwei Adsorber verwendet, wobei
der eine adsorbiert während der andere regeneriert wird. Üblicherweise werden die
Adsorber dabei mit heißem Stickstoff (insbesondere bei einer Temperatur zwischen 100°C
bis 200°C) regeneriert, der einen vergleichsweise niedrigen Druck aufweist, der über
dem Druck des Brenngases (H
2-reicher Teilstrom) liegt. Die Desorption/Regenerierung wird dann durch die Temperaturerhöhung
ausgelöst (TWA-TemperaturWechselAdsorption). Der Druck spielt für die Regenerierung
eine untergeordnete Rolle. Der erforderliche Stickstoffdruck resultiert letztlich
aus der Anlagenintegration, die es erfordert, den Stickstoff nach der Regenerierung
noch in den besagten Brenngasstrom zur Verbrennungsturbine einzuleiten). Der beladene
Stickstoff enthält dann die besagten Komponenten, wie z.B. Kohlendioxid, Methanol
und/oder Wasser. Hiernach wird der zur Regeneration verwendete Stickstoff in der Regel
in der kalten Regeneration einer Rectisol-Wäsche (Sauergaswäsche mit Methanol) als
Strippmedium verwendet. Eine weitere Verwendung des Stickstoffs ist nicht vorgesehen,
d.h., der Stickstoff endet in der Regel im abgetrennten CO
2-Produkt.
[0003] Stromab der Temperaturwechseladsorption ist herkömmlicherweise bei der Reinigung
von Synthesegas für die Ammoniaksynthese eine Flüssigstickstoffwäsche (Cold Box) vorgesehen,
mittels der Kohlenmonoxid aus dem H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstrom entfernt wird, wobei hierbei ggf. auch durch
Zumischen von Stickstoff das für die Ammoniaksynthese notwendige H
2/N
2-Verhältnis im Synthesegasstrom von 3:1 eingestellt werden kann.
[0004] Problematisch an dem oben beschriebenen Verfahren ist insbesondere, dass dieses z.B.
nicht verwendet werden kann, wenn das CO
2 mit einem niedrigen Stickstoffgehalt erhalten werden soll, z.B. für Anwendungen in
der "
enhanced oil recovery"-Technologie, und somit der beladene Stickstoff verbrannt oder anderweitig weiterbehandelt
werden muss.
[0005] Hiervon ausgehend liegt daher der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
apparativ einfaches und ökonomisch tragfähiges Verfahren der eingangs genannten Art
bereitzustellen, das hinsichtlich der Verwertung von Stickstoff verbessert ist.
[0006] Dieses Problem wird durch einen Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Danach ist vorgesehen, dass der besagte H
2-reiche Teilstrom vor dem Verbrennen mit dem bei der Temperaturwechseladsorption zur
Regeneration verwendeten Stickstoff verdünnt wird.
[0008] Der verwendete Stickstoff weist dabei einen vergleichsweise hohen Druck auf im Bereich
von 20bar bis 40bar, wobei dadurch insbesondere die Regenerierung der Temperaturwechseladsorption
bei einem erhöhten Druck durchgeführt wird. Des Weiteren wird hinsichtlich der Temperaturwechseladsorption
die Adsorption der besagten Komponenten vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich
von -70 °bis üblicherweise 45°C (solche vergleichsweise hohen Temperaturen können
z.B. bei einer chemischen Gaswäsche (aMDEA) auftreten) durchgeführt. Die Desorption
erfolgt hingegen vorzugsweise bei Temperaturen im Bereich von 150 °C bis 250 °C, bevorzugt
bei 200 °C. Die dafür nötige Wärme kann d abei durch den verwendeten Stickstoff bereitgestellt
werden.
[0009] Im Ergebnis kann somit durch die erfindungsgemäße Lösung auf die Bereitstellung eines
zusätzlichen Niedrigdruckstickstoffstromes zur Regeneration des Adsorbers in der Temperaturwechseladsorption
verzichtet werden.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird der im Temperaturwechseladsorptionsschritt
eingesetzte Stickstoff durch eine kryogene Zerlegung von Luft in Stickstoff und Sauerstoff
bereitgestellt. Hierbei kann z.B. atmosphärische Luft auf einen Druck von 5 bar bis
10 bar verdichtet und verflüssigt werden. Die verflüssigte Luft wird in einer oder
mehreren Säulen bzw. Kolonnen in Sauerstoff und Stickstoff getrennt.
[0011] Zur Herstellung des Synthesegasstromes wird bevorzugt zunächst durch Vergasen von
Kohlenstoff mittels partieller Oxidation mit Sauerstoff ein Kohlemonoxid und Wasserstoff
(sowie weitere Komponenten) enthaltener Rohgasstrom erzeugt. Hierbei benötigter Sauerstoff
wird vorzugsweise bei der vorstehend beschriebenen Luftzerlegung zusammen mit dem
zum Spülen und Verdünnen benötigten Stickstoff produziert.
[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird weiterhin im Rohgasstrom enthaltenes
Kohlenmonoxid nach der Vergasung durch eine Wassergas-Shift-Reaktion mit H
2O zu Wasserstoff und Kohlendioxid umgesetzt (in Gegenwart von geeigneten Katalysatoren).
[0013] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird nach der Wassergas-Shift-Reaktion
und vor der besagten Temperaturwechseladsorption im Rohgasstrom enthaltenes Sauergas,
insbesondere CO
2, H
2S und/oder COS, durch eine Sauergaswäsche entfernt, wobei insbesondere das Sauergas
von einem Waschmittel absorbiert wird. Das mit Sauergasen beladene Waschmittel kann
anschließend regeneriert werden und erneut zur Sauergaswasche eingesetzt werden. Als
Waschmittel wird bevorzugt Methanol eingesetzt, wobei die Sauergaswäsche bevorzugt
durch eine sogenannte Rectisol-Wäsche dargestellt wird, bei der CO
2 und die schwefelhaltigen Komponenten in getrennten Fraktionen entfernt werden.
[0014] Anschließend wird der so erhaltene, von Sauergasen gereinigte Synthesegasstrom wie
vorstehend beschrieben mittels einer Temperaturwechseladsorption von weiteren Verunreinigungen
gereinigt (siehe oben) und ein (wasserstoffreicher) Teilstrom des solchermaßen hergestellten
H
2-reichen, (noch) CO-haltigen Synthesegasstromes in einer Verbrennungseinheit, insbesondere
in Form einer Verbrennungsturbine, verbrannt, wobei Wärmeenergie in mechanische Energie
umgewandelt wird, die insbesondere in elektrische Energie umgesetzt wird.
[0015] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird der verbleibende H
2-reiche, CO-haltige Synthesegasstrom nach der Temperaturwechseladsorption zur weiteren
Reinigung, insbesondere zur Entfernung von Kohlenmonoxid, sowie insbesondere zur Entfernung
von Methan und vorhandenen Edelgasen, einer Flüssigstickstoffwäsche zugeführt. Die
Flüssigstickstoffwäsche wird vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich von -185°C
bis -193°C und einem Druck im Bereich von 30bar bis 80bar durchgeführt, und zwar vorzugsweise
in einer Kolonne, die in einer Cold Box angeordnet ist, wobei der zu reinigende Synthesegasstrom
im Gegenstrom mit einem Flüssigstickstoffstrom beaufschlagt wird. Die Wasserstoffkonzentration
des fertigen Synthesegasproduktes liegt vorzugsweise bei ca. 78 Vol.-% und der Rest-CO-Gehalt
ist insbesondere kleiner als 1ppmv.
[0016] Nach dem Verlassen der Cold Box kann dem H
2-reichen, CO-abgereicherten Synthesegasstrom N
2 zugesetzt werden, um z.B. das für die Ammoniaksynthese notwendige H
2/N
2-Verhältnis von 3:1 einzustellen. Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann der
solchermaßen hergestellte Synthesegasstrom in einer Ammoniaksynthese zu Ammoniak umgesetzt
werden. Eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens weist eine Sauergaswascheinheit
auf, die dazu ausgebildet ist, ein Sauergas, insbesondere in Form von CO
2, H
2S und/oder COS, aus einem Wasserstoff und Kohlenmonoxid aufweisenden Rohgasstrom zu
waschen, wobei bei der Sauergaswäsche bevorzugt ein organisches Lösungsmittel (typischerweise
Methanol) bei tiefen Temperaturen verwendet wird, und wobei bevorzugt CO
2 und Schwefelkomponenten in getrennten Fraktionen entfernt werden, und zwar unter
Entstehung eines CO
2-Produkts und einer H
2S/COS-reichen Fraktion (z.B. sogenannte Rectisol-Wäsche). Des Weiteren weist die Anlage
eine stromab der Sauergaswascheinheit angeordnete Temperaturwechseladsorptionseinheit
auf, die dazu ausgebildet ist, zur Erzeugung eines H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes zumindest eine Komponente, insbesondere Kohlendioxid
und Methanol bzw. Kohlendioxid und Wasser, aus dem besagten Rohgasstrom durch Adsorption
an einem Adsorber der Temperaturwechseladsorptionseinheit bei niedrigen Temperaturen
abzutrennen und den Adsorber durch Spülen mit Stickstoff bei vergleichsweise höheren
Temperaturen zu regenerieren, wobei die Temperaturwechseladsorptionseinheit vorzugsweise
zumindest zwei (parallel verwendete) Adsorber aufweist, die abwechselnd Adsorptions-
und Regenerierungsphasen durchlaufen, so dass im Wesentlichen kontinuierlich ein entsprechend
gereinigter H
2-reicher, CO-haltiger Synthesegasstrom bereitgestellt werden kann. Weiterhin weist
die erfindungsgemäße Anlage eine in die Temperaturwechseladsorptionseinheit führende
Stickstoffzuleitung zum Beschicken der Temperaturwechseladsorptionseinheit mit dem
zum Spülen der Adsorber benötigten Stickstoff auf, eine Stickstoffableitung, die zum
Abziehen von zum Spülen verwendeten Stickstoff aus der Temperaturwechseladsorptionseinheit
ausgebildet ist, sowie eine Verbrennungseinheit, insbesondere in Form einer Verbrennungsturbine
(Gasturbine), die dazu ausgebildet ist, einen H
2-reichen Teilstrom des H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes zur Energieerzeugung zu verbrennen, und eine
die Sauergaswascheinheit mit der Verbrennungseinheit verbindende Wasserstoffzuleitung,
die dazu ausgebildet ist, jenen H
2-reichen Teilstrom aus der Sauergaswascheinheit in die Verbrennungseinheit zu leiten,
wobei erfindungsgemäß die Stickstoffableitung zum Verdünnen des H
2-reichen Teilstromes mit Stickstoff vor dem Verbrennen des H
2-reichen Teilstromes, d.h., stromauf der Verbrennungseinheit bzw. -turbine, in die
Wasserstoffzuleitung einmündet bzw. mit dieser verbunden ist.
[0017] In einer Variante der Anlage ist eine Luftzerlegungseinheit vorgesehen, die dazu
ausgebildet ist, Luft kryogen in Stickstoff und Sauerstoff zu zerlegen, wobei die
Luftzerlegungseinheit über die Stickstoffzuleitung mit der Temperaturwechseladsorptionseinheit
verbunden ist, so dass Stickstoff zum Spülen des Adsorbers bzw. der Adsorber von der
Luftzerlegungseinheit in die Temperaturwechseladsorptionseinheit strömen kann.
[0018] Bevorzugt ist dabei eine weitere Stickstoffzuleitung vorgesehen, die in die Wasserstoffzuleitung
mündet bzw. mit dieser verbunden ist, so dass zusätzlich Stickstoff aus der Luftzerlegungseinheit
an der Temperaturwechseladsorptionseinheit vorbei direkt in die Wasserstoffzuleitung
(stromauf der Verbrennungseinheit) einspeisbar ist, um den H
2-reichen Teilstrom vor dem Verbrennen des H
2-reichen Teilstromes direkt mit Stickstoff zu verdünnen.
[0019] Zum Erzeugen des besagten Rohgasstromes ist gemäß einer Variante der Anlage ein Vergasungsreaktor
vorgesehen, der dazu ausgebildet ist, Kohlenstoff mittels partieller Oxidation mit
Sauerstoff zu vergasen, wobei insbesondere eine Sauerstoffzuleitung vorgesehen ist,
die dazu ausgebildet ist, den in der Luftzerlegungseinheit erzeugten Sauerstoff in
den Vergasungsreaktor zu leiten, um den Bedarf an Sauerstoff für die partielle Oxidation
zu decken. Stromab des Vergasungsreaktors und stromauf der Sauergaswascheinheit ist
weiterhin bevorzugt ein Wassergas-Shift-Reaktor vorgesehen, in dem im Rohgasstrom
enthaltenes Kohlenmonoxid durch eine Wassergas-Shift-Reaktion mit H
2O zu Wasserstoff und Kohlendioxid umgesetzt wird.
[0020] Gemäß einer weiteren Variante der Anlage ist stromab der Temperaturwechseladsorptionseinheit
eine Flüssigstickstoffwascheinheit vorgesehen, die dazu ausgebildet ist, Kohlenmonoxid
aus dem H
2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstrom mit Flüssigstickstoff zur Herstellung eines
H
2-reichen und entsprechend CO-abgereicherten Synthesegasstromes auszuwaschen. Die Entfernung
von Kohlenmonoxid aus dem Synthesegas ist insbesondere für die Ammoniaksynthese erforderlich,
da Kohlenmonoxid die Aktivität der üblicherweise in der Ammoniaksynthese verwendeten
Katalysatoren mindert. Bevorzugt weist die Flüssigstickstoffwascheinheit eine Kolonne
in einer Cold Box auf, in die der zu reinigende Synthesegasstrom in einem unteren
Abschnitt der Kolonne eingespeist wird, wobei der Flüssigstickstoff in den Kopf der
Kolonne eingegeben wird. Das Kohlenmonoxid sowie weitere Verunreinigungen (Edelgase,
Methan) können dann als stickstoffhaltiges Sumpfprodukt abgezogen werden, wohingegen
der entsprechend CO-abgereicherte Synthesegasstrom am Kopf der Kolonne abgezogen wird.
[0021] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sollen durch die nachfolgenden Figurenbeschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der Figur erläutert werden.
[0022] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Anlage bzw. eines Verfahrens zur Reinigung eines
Synthesegases, insbesondere für die Ammoniaksynthese.
[0023] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Verfahrens bzw. einer Anlage 1
zur Reinigung eines Synthesegases, insbesondere für die Ammoniaksynthese.
[0024] Dabei wird in einem Vergasungsreaktor 11 Kohle 21 mittels partieller Oxidation mit
Sauerstoff 28 vergast, so dass ein Rohgasstrom 22 entsteht, der u.a. Wasserstoff und
Kohlenmonoxid enthält. Der benötigte Sauerstoff 28 wird hierbei durch eine Luftzerlegungseinheit
17 bereitgestellt, in der Luft kryogen in Stickstoff (Hochdruck) 31 und besagten Sauerstoff
28 zerlegt wird.
[0025] Im Rohgasstrom 22 enthaltenes Kohlenmonoxid wird in einer anschließenden Wassergas-Shift-Reaktion
in einem entsprechenden Wassergas-Shift-Reaktor 12 mit Wasser zu Wasserstoff und Kohlendioxid
umgesetzt. Hiernach wird Sauergas wie z.B. Kohlendioxid 27, Schwefelwasserstoff und
Carbonylsulfid in einer Sauergaswascheinheit 13 entfernt, wobei der Rohgasstrom 23
mit Methanol im Gegenstrom in Kontakt gebracht wird und das Sauergas vom Methanol
absorbiert wird. Dabei erfolgt die Entfernung von CO
2 und den Schwefelkomponenten in getrennten Fraktionen (Rectisol-Wäsche). Hierbei entsteht
ein H
2-reicher, (noch) CO-haltiger Synthesegasstrom 26a, wobei ein Teil hiervon (H
2-reicher Teilstrom 26) in eine Verbrennungseinheit (Verbrennungsturbine) 18 geleitet
wird und dort zur Energieerzeugung verbrannt wird.
[0026] Der verbleibende Teil des H
2-reichen, CO-haltiger Synthesegasstroms 26a wird in einer Temperaturwechseladsorptionseinheit
14 durch Temperaturwechseladsorption von noch enthaltenen (gefrierbaren) Gaskomponenten
wie Kohlendioxid, Methanol und/oder Wasser befreit. Dabei durchströmt der Synthesegasstrom
26a einen insbesondere aluminiumsilikathaltigen Adsorber bei einer Temperatur von
z.B. -50 °C und hohem Druck, wobei besagte Komponenten am Adsorber adsorbiert werden.
Ist der Adsorber vollständig beladen, wird der zu reinigende Synthesegasstrom auf
einen regenerierten weiteren Adsorber umgelegt und der beladene Adsorber wird bei
vergleichsweise höheren Temperaturen regeneriert.
[0027] Zum Regenerieren werden die Adsorber vorzugsweise mit heißem Stickstoff 33, dessen
Druck oberhalb des Brenngases (Strom 26) liegt, aus der Luftzerlegungseinheit 17 gespült,
wobei der dann mit Kohlendioxid, Methanol und/oder Wasser beladene Stickstoff 35 zur
Verdünnung des H
2-reichen Teilstromes (Brenngas) 26 diesem vor dem Verbrennen in der Verbrennungseinheit
18 zugegeben wird. Des Weiteren kann Stickstoff 31 aus der Zerlegungseinheit 17 direkt
zum Verdünnen des H
2-reichen, zur Verbrennung vorgesehenen Teilstromes 26 dienen (wird vorher nicht zum
Regenerieren der Adsorber verwendet).
[0028] Der gereinigte Synthesegasstrom wird nach der Temperaturwechseladsorption 14 mit
flüssigem Stickstoff in einer Flüssigstickstoffwascheinheit 15 gewaschen, um Kohlenmonoxid
sowie ggf. Methan und Edelgase zu entfernen. Hierbei kann ggf. auch das H
2/N
2-Verhältnis durch Zugeben von Stickstoff auf den für die Ammoniaksynthese 16 benötigten
Wert von 3:1 eingestellt werden. Anschließend kann der H
2-reiche, CO-abgereicherte und N
2-haltige Synthesegasstrom 24 in einem Ammoniaksyntheseschritt 16 zu Ammoniak 25 umgesetzt
werden.
[0029] Im Ergebnis weist das erfindungsgemäße Verfahren die Vorteile auf, wonach ein Teil
des Stickstoffs für die Verdünnung des wasserstoffreichen Brennstoffes 26 auch für
die Temperaturwechseladsorption verwendet wird,
wodurch der für die Regenerierung der TWA benötigte Stickstoff in den Gesamtprozess
integriert wird, ohne einen zusätzlichen Verbrauch darzustellen. Weiterhin ist für
den zum Verdünnen verwendeten Stickstoff keine zusätzlich Druckstufe erforderlich.
Schließlich muss der beladene und verunreinigte Stickstoff aus der Temperaturwechseladsorption
aufgrund seiner erfindungsgemäßen Verwendung als Verdünnungsmittel nicht aufgearbeitet
werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Anlage |
| 11 |
Vergasungsreaktor |
| 12 |
Wassergas-Shift-Reaktion (WGSR) |
| 13 |
Sauergaswascheinheit |
| 14 |
Temperaturwechseladsorptionseinheit (TWA) |
| 15 |
Flüssigstickstoffwascheinheit |
| 16 |
Ammoniaksynthese |
| 17 |
Luftzerlegungseinheit |
| 18 |
Verbrennungseinheit |
| 21 |
Kohlenstoff |
| 22 |
Rohgasstrom (CO, H2) |
| 23 |
Rohgasstrom nach WGSR |
| 24 |
Synthesegasstrom (H2) |
| 25 |
Ammoniak |
| 26 |
H2-reicher Teilstrom (Rohwasserstoff) |
| 27 |
Kohlendioxid |
| 28 |
Sauerstoff |
| 29 |
Elektrische Energie |
| 31 |
Stickstoff als Verdünnungsmittel |
| 33 |
Stickstoff als Spülgas in TSA |
| 35 |
Beladener Stickstoff als Verdünnungsmittel |
1. Verfahren zum Reinigen von Synthesegas, insbesondere für die Ammoniaksynthese, wobei
- ein Teilstrom (26) eines H2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes verbrannt wird, insbesondere zur Erzeugung
elektrischer Energie, und wobei
- zumindest eine im verbleibenden H2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstrom (26a) enthaltene Komponente, insbesondere in
Form von Kohlendioxid, Methanol und/oder Wasser, bei niedrigen Temperaturen von einem
Adsorber (14) adsorbiert wird und anschließend jene mindestens eine adsorbierte Komponente
vom Adsorber (14) durch Spülen mit Stickstoff (33) bei höheren Temperaturen desorbiert
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Spülen des Absorbers (14) bei einem Druck zwischen 20 bis 40bar durchgeführt
und der H
2-reiche Teilstrom (26) vor dem Verbrennen mit zum Spülen verwendeten Stickstoff (35)
verdünnt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich Stickstoff (31), der zuvor nicht zum Spülen des Adsorbers (14) verwendet
worden ist, dem H2-reichen Teilstrom (26) vor dem Verbrennen zugegeben wird, um diesen zu verdünnen,
wobei insbesondere der zum Verdünnen verwendete Stickstoff (31, 33) durch kryogene
Zerlegung (17) von Luft hergestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des besagten H2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes (26a) durch Vergasung von Kohlenstoff (21)
mittels partieller Oxidation mit Sauerstoff (28) ein Wasserstoff und Kohlenmonoxid
enthaltender Rohgasstrom (22) erzeugt wird, wobei insbesondere jener Sauerstoff (28)
durch die besagte Zerlegung von Luft (17) bereitgestellt wird, und wobei insbesondere
im Rohgasstrom (22) enthaltenes Kohlenmonoxid durch eine Wassergas-Shift-Reaktion
(12) mit H2O zu Wasserstoff und Kohlendioxid umgesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem besagten Adsorbieren (14) der mindestens einen, im H2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstrom (26a) enthaltenen Komponente in dem Rohgasstrom
(23) enthaltenes Sauergas, insbesondere in Form von CO2, H2S und/oder COS, unter Entstehung des besagten H2-reichen, CO-haltigen Synthesegasstromes (26a) mittels eines Waschmittels herausgewaschen
wird (13), wobei als Waschmittel insbesondere Methanol verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der H2-reiche, CO-haltige Synthesegasstrom (26a) nach dem Adsorbieren (14) der mindestens
einen Komponente zum Entfernen von Kohlenmonoxid einer Flüssigstickstoffwäsche (15)
unterzogen wird, wobei ein H2-reicher und entsprechend CO-abgereicherter Synthesegasstrom (24) entsteht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der H2-reiche, CO-abgereicherte Synthesegasstrom (24) zu Ammoniak (25) umgesetzt wird.
1. Process for purifying synthesis gas, in particular for the synthesis of ammonia, where
- a substream (26) of an H2-rich, CO-containing synthesis gas stream is burnt, in particular to generate electric
energy, and
- at least one component present in the remaining H2-rich, CO-containing synthesis gas stream (26a), in particular in the form of carbon
dioxide, methanol and/or water, is adsorbed at low temperatures by an adsorbent (14)
and this at least one adsorbed component is subsequently desorbed from the adsorbent
(14) by flushing with nitrogen (33) at higher temperatures,
characterized in that the flushing of the adsorbent (14) is carried out at a pressure in the range from
20 to 40 bar and the H
2-rich substream (26) is diluted with nitrogen (35) used for flushing before being
burnt.
2. Process according to Claim 1, characterized in that nitrogen (31) which has previously not been used for flushing the adsorbent (14)
is additionally added to the H2-rich substream (26) before burning in order to dilute this substream, where, in particular,
the nitrogen (31, 33) used for dilution is produced from air by cryogenic fractionation
(17).
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that a raw gas stream (22) which contains hydrogen and carbon monoxide is produced by
gasification of carbon (21) by means of partial oxidation by oxygen (28) in order
to produce the said H2-rich, CO-containing synthesis gas stream (26a), where, in particular, this oxygen
(28) is provided by the fractionation of air (17) and, in particular, carbon monoxide
present in the raw gas stream (22) is converted by means of a water gas shift reaction
(12) with H2O into hydrogen and carbon dioxide.
4. Process according to Claim 3, characterized in that, before the said adsorption (14) of the at least one component present in the H2-rich, CO-containing synthesis gas stream (26a), acid gas, in particular in the form
of CO2, H2S and/or COS, present in the raw gas stream (23) is scrubbed out by means of a scrubbing
agent (13) to form the said H2-rich, CO-containing synthesis gas stream (26a), with, in particular, methanol being
used as scrubbing agent.
5. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the H2-rich, CO-containing synthesis gas stream (26a) after adsorption (14) of the at least
one component is subjected to a liquid nitrogen scrub (15) to remove carbon monoxide,
forming an H2-rich and correspondingly CO-depleted synthesis gas stream (24).
6. Process according to Claim 5, characterized in that the H2-rich, CO-depleted synthesis gas stream (24) is converted into ammonia (25).
1. Procédé de purification d'un gaz de synthèse, notamment pour la synthèse d'ammoniac,
selon lequel
- un courant partiel (26) d'un courant de gaz de synthèse riche en H2, contenant du CO, est brûlé, notamment pour la génération d'énergie électrique, et
- au moins un composant contenu dans le courant de gaz de synthèse restant riche en
H2, contenant du CO (26a), notamment sous la forme de dioxyde de carbone, de méthanol
et/ou d'eau, est adsorbé à des températures basses par un adsorbeur (14), puis ledit
au moins un composant adsorbé par l'adsorbeur (14) est désorbé par rinçage avec de
l'azote (33) à des températures plus élevées,
caractérisé en ce que
le rinçage de l'absorbeur (14) est réalisé à une pression comprise entre 20 et 40
bar, et le courant partiel riche en H
2 (26) est dilué avec l'azote (35) utilisé pour le rinçage avant la combustion.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que de l'azote (31) qui n'a pas auparavant été utilisé pour le rinçage de l'adsorbeur
(14) est en outre ajouté au courant partiel riche en H2 (26) avant la combustion afin de diluer celui-ci, l'azote (31, 33) utilisé pour la
dilution étant notamment fabriqué par décomposition cryogénique (17) d'air.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'un courant gazeux brut (22) contenant de l'hydrogène et du monoxyde de carbone est
formé pour la fabrication dudit courant de gaz de synthèse riche en H2, contenant du CO (26a) par gazage de carbone (21) par oxydation partielle avec de
l'oxygène (26), l'oxygène (28) étant notamment mis à disposition par ladite décomposition
d'air (17) et le monoxyde de carbone contenu dans le courant gazeux brut (22) étant
notamment transformé en hydrogène et dioxyde de carbone par une réaction de conversion
de gaz à l'eau (12) avec H2O.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'avant ladite adsorption (14) dudit au moins un composant contenu dans le courant de
gaz de synthèse riche en H2, contenant du CO (26a), le gaz acide contenu dans le courant gazeux brut (23), notamment
sous la forme de CO2, H2S et/ou COS, est éliminé par lavage (13) au moyen d'un agent de lavage avec formation
dudit courant de gaz de synthèse riche en H2, contenant CO (26a), du méthanol étant notamment utilisé en tant qu'agent de lavage.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le courant de gaz de synthèse riche en H2, contenant du CO (26a) est soumis après l'adsorption (14) dudit au moins un composant
à un lavage à l'azote liquide (15) pour l'élimination du monoxyde de carbone, un courant
de gaz de synthèse riche en H2 et ainsi appauvri en CO (24) étant formé.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le courant de gaz de synthèse riche en H2, appauvri en CO (24) est transformé en ammoniac (25).