[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines aktiven Fahrwerksystems eines
Kraftfahrzeugs, wobei aus Sensordaten wenigstens eines vorausschauenden Umfeldsensors
des Kraftfahrzeugs eine vor dem Kraftfahrzeug liegende, auszugleichende Unebenheiten
der Fahrbahn beschreibende Höhenprofilgröße zur Ansteuerung wenigstens eines die Lage
des Fahrzeugaufbaus beeinflussenden Aktors ermittelt wird. Daneben betrifft die Erfindung
ein Kraftfahrzeug.
[0002] Im Stand der Technik sind bereits aktive Fahrwerksysteme bekannt, die Aktoren aufweisen,
die Einfluss auf den Fahrzeugaufbau nehmen können. Im Hinblick auf derartige aktive
Fahrwerksysteme wurde bereits vorgeschlagen, die Aktoren so anzusteuern, dass das
Fahrwerk vorausschauend und aktiv auf Unebenheiten der Fahrbahn reagiert, so dass
als Ergebnis eine Beruhigung des Fahrzeugaufbaus und somit eine Erhöhung des Fahrkomforts
folgt. Hierfür sind dem aktiven Fahrwerksystem Umfeldsensoren zugeordnet, die die
Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug abtasten, um ein Höhenprofil zu ermitteln, welches
als Eingangsgröße zur Steuerung der beispielsweise hydraulischen oder elektrischen
Aktorik dienen kann. Auf diese Weise können Straßenunebenheiten ausgeglichen werden,
indem am Fahrzeugaufbau den durch die Straßenunebenheiten induzierten Bewegungen beziehungsweise
Schwingungen entgegengesetzte Bewegungen beziehungsweise Schwingungen erzeugt werden.
[0003] Das Dokument
US2013/0103259 A1 offenbart ein Verfahren zum Betrieb eines aktiven Fahrwerksystems eines Kraftfahrzeugs
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0004] Das Dokument
US2004/0046335 A1 offenbart ein anderes Verfahren zum Betrieb eines aktiven Fahrwerksystems eines Kraftfahrzeugs.
[0005] Als Umfeldsensoren werden dabei häufig Lasersensoren, 3D-Kameras und dergleichen
verwendet, die lediglich eine begrenzte Vorausschau auf die Fahrbahn liefern, typischerweise
circa 20 bis 30 Meter vor dem Kraftfahrzeug. Zudem liefern die Umfeldsensoren aufgrund
ihrer Einbaulage, beispielsweise hinter der Windschutzscheibe, und aufgrund des beschränkten
vertikalen Öffnungswinkels Messungen erst ab einer gewissen Entfernung vor dem Kraftfahrzeug,
beispielsweise ab 5 Meter Entfernung vor dem Kraftfahrzeug. Bestimmte Umfeldsensoren,
beispielsweise ein Laserscanner als Spezialfall eines Lasersensors, senden wenige
Strahlen aus, die auf den Boden auftreffen. Dies erschwert es, aus den wenigen Messpunkten,
die durch die Sensordaten beschrieben werden, das tatsächliche Höhenprofil der Fahrbahn
zu rekonstruieren.
[0006] Die genannten Eigenschaften der Umfeldsensoren haben Nachteile für die Ausregelung
der Straßenunebenheiten in einem aktiven Fahrwerksystem zur Folge. So ist es aufgrund
der beschränkten Vorausschau praktisch unmöglich, lange Bodenwellen zu erfassen und
zu repräsentieren. Dadurch kann das aktive Fahrwerk nicht adäquat auf diese langen
Wellen reagieren. Eine Erhöhung des Fahrkomforts in Fahrsituationen auf Autobahnen
oder auf Landstraßen, wo diese langen Bodenwellen typischerweise auftreten können,
ist deswegen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Der Grund hierfür ist darin zu
sehen, dass Unebenheiten der Fahrbahn sich in Stößen / Schwingungen des Fahrzeugaufbaus
äußern, die erst ab einer bestimmten Frequenz durch die Insassen überhaupt wahrnehmbar
sind. Je größer die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs ist, desto längere Straßenunebenheiten
erzeugen Bewegungen beziehungsweise Schwingungen des Fahrzeugaufbaus, die durch den
Insassen wahrnehmbar wären, mithin ausgeregelt werden sollten. Allerdings sind diese
mit der heutigen Umfeldsensortechnologie nicht mehr in ihrer Gesamtheit zu erfassen,
da die Vorausschau nur in einem beschränkten Bereich möglich ist. Ein Problem von
Umfeldsensoren, die nur Sensordaten in größeren Abständen liefern, ist, dass die Rekonstruktion
des Höhenprofils damit nur schwer oder nicht möglich ist und die Sensordaten für die
Ansteuerung des Fahrwerks mithin nicht verwendet werden können.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zum Betrieb eines
aktiven Fahrwerksystems zur Kompensation von Straßenunebenheiten im Fahrzeugaufbau
anzugeben, mit dem auch längere Bodenwellen erfasst und ausgeregelt werden können.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass wenigstens ein den nicht auszugleichenden Höhenverlauf der Fahrbahn
beschreibendes Bezugsprofil aus aktuell aufgenommenen, einen Vorschaubereich der Fahrbahn
vor dem Kraftfahrzeug beschreibenden Sensordaten der Sensoren und aus historischen,
einen bereits durch das Kraftfahrzeug überfahrenen Fahrbahnabschnitt beschreibenden
Sensordaten ermittelt wird, wobei die Höhenprofilgröße aus einer Differenz zwischen
dem Bezugsprofil und dem durch die Sensordaten beschriebenen Höhenprofil für wenigstens
einen Teil des Vorschaubereichs ermittelt wird.
[0009] Es wird mithin vorgeschlagen, bei der vorausschauenden Rekonstruktion des Höhenprofils
der Fahrbahn in der Längsrichtung vor dem Kraftfahrzeug bei Umfeldsensoren mit beschränkter
Vorausschau und bei Umfeldsensoren mit weniger dicht vorhandenen Sensordaten durch
das Einbeziehen der vergangenen Messungen sowie gegebenenfalls und bevorzugt auch
ihrer Unsicherheiten und weiterer Eigenschaften der Messungen (Intensität, Güte, ...)
so zu verbessern, dass eine Beschreibung von langen Bodenwellen und deren mittleren
Verlauf ermöglicht wird, wobei jedoch berücksichtigt wird, dass nicht jegliche Höhenänderung
im Fahrbahnverlauf, wie sie beispielsweise auch durch die Erdoberfläche hervorgerufen
sein kann, zu kompensieren ist, sondern nur jener Anteil, der tatsächlich zu durch
den Insassen des Kraftfahrzeugs wahrnehmbaren Anregungen des Fahrzeugaufbaus führen
würde, wobei die Aktoren so angesteuert werden, dass diesen Anregungen entgegengewirkt
wird, mithin die Unebenheiten der Fahrbahn ausgeglichen werden. Mithin stellt das
Bezugsprofil den Anteil der Straßenunebenheiten dar, der gerade nicht ausgeglichen
werden muss und lediglich dahingehend überhaupt bestimmbar ist, dass ein deutlich
größerer Bereich zur Analyse des Höhenprofils der Fahrbahn gegeben ist. Dies wird
erreicht, indem auch Sensordaten aus Bereichen, die durch das Kraftfahrzeug bereits
überfahren wurden, berücksichtigt werden.
[0010] Dabei sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass der Begriff der Sensordaten zwar
grundsätzlich die Rohdaten der Umfeldsensoren beschreiben kann, jedoch auch aus Rohdaten
der Umfeldsensoren extrahierte Merkmale beliebiger Abstraktion, mithin Auswertungsstufen,
umfasst. Beispielsweise können die Sensordaten mithin dreidimensionale Messpunkte
der Fahrbahn, Mittelwerte von mehreren Messungen und dergleichen umfassen. Insbesondere
kann auch mehr als ein Umfeldsensor vorgesehen sein, deren Rohdaten beziehungsweise
vorausgewerteten Sensordaten in einem Auswertungsprozess zu gemeinsamen Sensordaten
zusammengeführt werden.
[0011] Die eigentliche Regelgröße, die Höhenprofilgröße, ergibt sich dann aus der Differenz
zwischen dem Bezugsprofil und dem durch die Sensordaten beschriebenen Höhenprofil
für wenigstens einen Teil des Vorschaubereichs. Mithin können die Höhenprofilgrößen
auch als relative Höhenwerte im Bereich vor dem Kraftfahrzeug bezeichnet werden, die
die relevante Höheninformation darstellen, die ausgeregelt werden soll.
[0012] Durch die Berücksichtigung der vergangenen Messungen ist es mithin möglich, auch
das Straßenhöhenprofil langer Bodenwellen zu rekonstruieren, so dass der mittlere
Verlauf der entsprechend detektierten Bodenwellen auch im Vorschaubereich ermittelt
werden kann. Die Höhenprofilgröße kann dann relativ zu diesem Bezugsverlauf berechnet
werden. Damit ermöglicht es die Erfindung, den Nutzen eines aktiven Fahrwerksystems
mit einem vorausschauenden Fahrwerk trotz begrenzter Vorausschau durch die Umfeldsensoren
zu erhöhen. Auch erlaubt es die vorliegende Erfindung, einen Umfeldsensor zu benutzen,
der weniger dicht die vor dem Kraftfahrzeug liegende Fahrbahn abtastet, beispielsweise
einen Laserscanner mit wenigen vertikalen Ebenen, die auf den Boden treffen. Durch
das "Sammeln" der Sensordaten über die Zeit entsteht ein detailliertes Bild über das
Höhenprofil der Fahrbahn, wodurch mehr Informationen aus den Sensordaten extrahiert
werden können.
[0013] Dabei kann das erfindungsgemäße Verfahren selbstverständlich vollautomatisch durch
ein Steuergerät des aktiven Fahrwerksystems ausgeführt werden. Die Umfeldsensoren
liefern ihre Sensordaten über ein Bussystem des Kraftfahrzeugs an das Steuergerät,
welches die Sensordaten gemäß der Erfindung verarbeitet und eventuell fusioniert.
Aus den schließlich erhaltenen Höhenprofilgrößen werden Ansteuersignale berechnet,
die zu den Aktoren des Fahrwerks übertragen werden, so dass die Straßenunebenheiten
kompensiert werden können.
[0014] Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, dass die aktuell aufgenommenen Sensordaten und
die historischen Sensordaten unter Berücksichtigung von die Bewegung des Kraftfahrzeugs
beschreibenden Dynamikdaten in ein gemeinsames Koordinatensystem, insbesondere ein
mit dem Kraftfahrzeug bewegtes Fahrzeugkoordinatensystem, überführt werden. Es wird
mithin die Eigenbewegung des Kraftfahrzeugs (6 Freiheitsgrade) berücksichtigt, um
alle Sensordaten in einem gemeinsamen Koordinatensystem betrachten zu können. Durch
die Kompensation der Eigenbewegung des Kraftfahrzeugs können die Sensordaten konsistent
in einem festgelegten Koordinatensystem, bevorzugt dem aktuellen Fahrzeugkoordinatensystem,
beschrieben werden. Insbesondere wird eine Verschiebung für die einzelnen Punkte,
auf die sich die Sensordaten beziehen, ermittelt.
[0015] Eine zweckmäßige Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass das Bezugsprofil als
Teil eines Korridors ermittelt wird, der neben dem Bezugsprofil auch einen horizontalen
Fahrbahnverlauf wenigstens bezüglich des Vorschaubereichs umfasst. Dabei können im
Übrigen, worauf im Folgenden noch näher eingegangen werden wird, auch mehrere Korridore
betrachtet werden, insbesondere jeweils im Bereich der Reifen einer Seite des Kraftfahrzeugs,
da dies die (gegebenenfalls unterschiedlich unebenen) Bereiche sind, in denen die
Wechselwirkung des Kraftfahrzeugs mit der Fahrbahn stattfindet. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung kann es nun vorteilhaft sein, nicht nur das Bezugsprofil, welches den nicht
auszugleichenden Anteil der Höhenveränderungen der Fahrbahn beschreibt, zu ermitteln,
sondern diesem Bezugsverlauf zugeordnet auch einen horizontalen Fährbahnverlauf zu
bestimmen, insbesondere wenigstens für den Vorschaubereich. Ein horizontaler Fahrbahnverlauf
kann aus einem Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs und/oder Fahrbahnverlaufsdaten eines
Navigationssystems ermittelt werden. Selbstverständlich sind auch andere Quellen zur
Bestimmung des horizontalen Fahrbahnverlaufs innerhalb eines Korridors, welcher beispielsweise
eine bestimmte Breite haben kann, denkbar. Es können auch ein historischer Lenkwinkelverlauf
oder insgesamt historische Dynamikdaten berücksichtigt werden, um den horizontalen
Fahrbahnverlauf auch für die historischen Sensordaten zu bestimmen. Aus einem aktuellen
Lenkwinkel kann jedoch auch geschlossen werden, wie sich das Kraftfahrzeug in der
nächsten Zeit voraussichtlich weiterbewegen wird. Andere nützliche Fahrbahnverlaufsdaten
stammen aus einem Navigationssystem, in dem der Verlauf der Fahrbahn häufig ohnehin
abgebildet ist. Denkbar ist es jedoch auch, beispielsweise die Daten einer Kamera
oder dergleichen auszuwerten, insbesondere dann, wenn dies ohnehin durch ein anderes
Fahrzeugsystem, beispielsweise einen Spurhalteassistenten, erfolgt.
[0016] Die Nutzung eines horizontalen Fahrbahnverlaufs ermöglicht eine Einschränkung der
zu bearbeitenden Datenmenge, mithin eine Auswahl von relevanten Sensordaten. So kann
beispielsweise vorgesehen sein, dass abhängig von dem horizontalen Fahrbahnverlauf
eine Auswahl von Sensordaten wenigstens aus dem Vorschaubereich zur Ermittlung des
Bezugsprofils und/oder des Höhenprofils erfolgt. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde,
dass letztlich lediglich die Betrachtung der Sensordaten für die dreidimensionalen
Positionen zweckmäßig ist, die das Kraftfahrzeug auch überfahren hat beziehungsweise
überfahren wird. Das bedeutet, es muss nicht das Bezugsprofil und das Höhenprofil
für die gesamte Fahrbahn betrachtet werden, sondern lediglich dort, wo es auch für
die Ansteuerung und den Ausgleich der Fahrbahnunebenheiten benötigt wird.
[0017] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass
der Bezugsverlauf durch Regression mittels eines mathematischen Modells und/oder durch
eine Tiefpassfilterung der historischen und aktuell aufgenommenen Sensordaten ermittelt
wird. Dabei ist die Tiefpassfilterung letztlich auch eine Grundlage des mathematischen
Modells, da es ja darum geht, im Bezugsprofil die Höhenveränderungen festzustellen,
die vom Fahrer oder einem sonstigen Insassen nicht als Anregungen des Fahrzeugaufbaus
spürbar sind. Beispielsweise kann mithin eine Grenzfrequenz für die Tiefpassfilterung
betrachtet werden, die im Bereich von 0,5 Hertz liegt, nachdem sich gezeigt hat, dass
unterhalb dieser Frequenz liegende Anregungen des Fahrzeugaufbaus vom Fahrer oder
sonstigen Insassen nicht als störend empfunden werden. Letztlich entspricht die Ermittlung
des Bezugsverlaufs aus den historischen und aktuell aufgenommenen Sensordaten also
einer Glättung des Höhenverlaufs, um nicht auszugleichende Unebenheiten der Fahrbahn
zu ermitteln, so dass eine hervorragende Grundlage erhalten wird, um die relativen
Höhenwerte, mithin die Höhenprofilgröße, zu erhalten, nachdem Einflüsse ohnehin nicht
als störend empfundener Anregungen nicht vorliegen. Dabei sei an dieser Stelle darauf
hingewiesen, dass auch eine Interpolation im Rahmen der Ermittlung des Bezugsverlaufs
durchaus möglich ist, falls in bestimmten Bereichen nur mit großen Abständen Sensordaten
vorliegen und/oder diese aus anderen Gründen ausgeschlossen oder gering gewichtet
werden müssen.
[0018] Hierbei kann vorgesehen sein, dass das mathematische Modell ein Polynommodell oder
ein Polygonzug mit stückweisen Sigmoiden ist. Um auch für einen derartigen Fitvorgang
(Regression) die Tiefpassfilterung zu realisieren, sind geeignete Funktionen, an die
das Höhenprofil angefittet wird, auszuwählen, wobei sich Polynommodelle oder auch
Polygonzüge mit stückweisen Sigmoiden besonders anbieten. Ferner kann eine Einschränkung
des Parameterraums für die Fitparameter erfolgen, so dass tatsächlich nur langreichweitige,
langsame Änderungen der Höhe der Fahrbahn tatsächlich im Bezugsverlauf erhalten bleiben.
Zur Ermittlung des Bezugsverlaufs können allgemein bekannte Techniken eingesetzt werden.
[0019] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass
bei der Ermittlung des Bezugsverlaufs zusätzlich wenigstens ein eine Messeigenschaft
der einzelnen Sensordaten beschreibender Messeigenschaftswert berücksichtigt wird,
insbesondere hinsichtlich einer Gewichtung einzelner Sensordaten. Wie aus der Informationstheorie
allgemein bekannt, ist eine Verbesserung der Ermittlung des Bezugsverlaufs und letztlich
auch der Höhenprofilgröße möglich, wenn Eigenschaften der Messung der Sensordaten
in die Berechnungen miteinbezogen werden. Dabei können als Messeigenschaften beispielsweise
Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Sensordaten und/oder die Qualität der Messung und/oder
der Messzeitpunkt berücksichtigt werden. So ist es beispielsweise denkbar, mit einem
größeren Fehler behaftete Messpunkte weniger stark zu gewichten als einen mit einem
geringeren Fehler behafteten Messpunkt und dergleichen. So werden insgesamt alle verfügbaren
Informationen genutzt, um einen möglich exakten Bezugsverlauf und möglichst exakte
Höhenprofilgrößen zu bestimmen. So wird, allgemein gesagt, letztlich ein Bezugsverlauf
erhalten, der auch als das Sollverhalten des Fahrzeugaufbaus betrachtet werden kann,
woraus sich die vorgesehene Ermittlung der Höhenprofilgrößen als relative Höhenwerte
ergibt. Das Sollverhalten ist dabei mithin niederfrequent, also das Ergebnis einer
Tiefpassfilterung.
[0020] Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass die Berücksichtigung von Messeigenschaften
selbstverständlich auch bei anderen Ermittlungen im Rahmen der vorliegenden Erfindung
berücksichtigt werden können, beispielsweise bei der Ermittlung eines horizontalen
Fahrbahnverlaufs.
[0021] Die Länge des bereits durch das Kraftfahrzeug überfahrenen Fahrbahnabschnitts kann
in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit und/oder einer Grenzfrequenz ermittelt werden.
Je länger die Bodenwellen sind, die detektiert werden sollen, desto größer die benötigte
Gesamtlänge, über die Sensordaten vorliegen. Nachdem es im Rahmen der vorliegenden
Erfindung darum geht, von Insassen des Kraftfahrzeugs als störend empfundene Anregungen
des Fahrzeugaufbaus durch Straßenunebenheiten zu vermeiden, können jene beispielsweise
durch eine Grenzfrequenz für die Anregungen beschrieben werden, aus der gemeinsam
mit der aktuellen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs eine Länge des insgesamt zu betrachtenden
Bereichs, aus dem Sensordaten betrachtet werden, gefolgert werden kann. Insbesondere
kann die hinter dem Kraftfahrzeug betrachtete Länge proportional zur Geschwindigkeit
gewählt werden, bei einer hohen Geschwindigkeit also ein größerer Gesamtbereich betrachtet
werden als bei einer niedrigen Geschwindigkeit. Denkbar ist es im Übrigen auch, die
Gesamtlänge, über die Sensordaten betrachtet werden, so zu wählen, dass lediglich
noch zu oberhalb der Grenzfrequenz liegenden Frequenzen führende Straßenunebenheiten
berücksichtigt werden, wobei dann die Bestimmung des Bezugsverlaufs auch durch eine
lineare Regression denkbar ist.
[0022] Wie bereits angedeutet wurde, kann vorgesehen sein, dass mehrere Bezugsprofile, insbesondere
Bezugsprofile für den Bereich der Reifen an beiden Seiten des Kraftfahrzeugs, und
entsprechend Höhenprofilgrößen für die mehreren Bezugsprofile bestimmt werden. Nachdem
sich Straßenunebenheiten auf unterschiedlichen Seiten der Fahrbahn unterscheiden können,
mithin unterschiedliche Anregungen bei Rädern unterschiedlicher Seiten des Kraftfahrzeugs
entstehen können, kann es zweckmäßig sein, die seitlichen Bereiche des Kraftfahrzeugs,
die mit der Fahrbahn in Kontakt kommen, getrennt zu betrachten. Zweckmäßigerweise
können Korridore für beide Seiten des Kraftfahrzeugs definiert werden, wobei es zudem
zweckmäßig sein kann, auch für die Mitte des Kraftfahrzeugs einen Korridor zu betrachten
und zu analysieren, um beispielsweise Übergänge zwischen den äußeren Korridoren analysieren
zu können und dergleichen.
[0023] Zweckmäßig ist es ferner, wenn die Höhenprofilgrößen vor der Verwendung zur Ansteuerung
der Aktoren zeitlich gefiltert werden. Eine derartige zeitliche Filterung kann mittels
aus dem Stand der Technik bekannter Schätzmechanismen erfolgen, so dass eine Reduzierung
des Sensorrauschens möglich ist.
[0024] Als Umfeldsensor kann wenigstens ein Radarsensor und/oder wenigstens ein Lasersensor
und/oder wenigstens eine insbesondere dreidimensionale Daten liefernde Kamera verwendet
werden. Dabei ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders vorteilhaft einsetzbar,
wenn eine eher geringe Vorausschauweite besteht, eignet sich mithin besonders für
den Einsatz von Lasersensoren, insbesondere Laserscannern, und/oder 3D-Kameras.
[0025] Neben dem Verfahren betrifft die Erfindung auch ein Kraftfahrzeug, aufweisend wenigstens.einen
Umfeldsensor, wenigstens einen Aktor und ein aktives Fahrwerksystem mit einem zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildeten Steuergerät. Sämtliche
Ausführungen bezüglich des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich analog auf das
erfindungsgemäße Kraftfahrzeug übertragen, mit welchem mithin dieselben Vorteile erhalten
werden können.
[0026] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- einen Ablaufplan des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- eine Skizze zu Messungen im Vorschaubereich,
- Fig. 3
- eine Skizze zur Ermittlung des Bezugsprofils,
- Fig. 4
- ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug, und
- Fig. 5
- Erfassungsbereiche im erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug.
[0027] Fig. 1 zeigt einen Ablaufplan des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb eines
aktiven Fahrwerksystems eines Kraftfahrzeugs, bei dem Unebenheiten der Straße, die
zu störenden Anregungen des Fahrzeugaufbaus führen, kompensiert werden sollen. Hierzu
wird ein Bezugsprofil ermittelt, das ein niederfrequentes Sollverhalten des Fahrzeugaufbaus
beschreibt. Um dies zu ermöglichen, werden aktuell aufgenommene Sensordaten und historische
Sensordaten von Umgebungssensoren zusammengeführt.
[0028] Zunächst werden in einem Schritt S1 Rohdaten der Umfeldsensoren aufgenommen. Dies
ist schematisch durch Fig. 2 angedeutet. Dort befindet sich ein erfindungsgemäßes
Kraftfahrzeug 1 auf einer Straße 2, die die Fahrbahn 3 bildet. Eingezeichnet in Fig.
2 sind auch bereits Korridore 4a, 4b und 4c, wobei sich der Korridor 4a auf die linken
Reifen 5a des Kraftfahrzeugs 1 bezieht, der Korridor 4c auf die rechten Reifen 5b
des Kraftfahrzeugs 1. Der mittlere Korridor 4b betrifft die Mitte des Kraftfahrzeugs.
[0029] Durch die Umgebungssensoren des Kraftfahrzeugs 1 werden Messpunkte 6 der Fahrbahnoberfläche
in einem bestimmten Vorschaubereich 7 abgetastet.
[0030] In einem Schritt S2 werden die Rohdaten ausgewertet, vorwiegend auf die 3D-Positionen
von Oberflächenpunkten der Fahrbahn 3, die auch als Bodenpunkte bezeichnet werden
können. Zudem liegen zu den Sensordaten Messeigenschaftswerte vor, die Messeigenschaften
beschreiben, beispielsweise die Qualität der Messung, letztlich also auch deren abgeschätzten
Fehler, Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Sensordaten und den Messzeitpunkt.
[0031] In einem Schritt S3 werden die Sensordaten, falls notwendig, in das Fahrzeugkoordinatensystem
übertragen, so dass mithin die dreidimensionale Position der Bodenpunkte in dem Fahrzeugkoordinatensystem
vorliegt. Dieser Schritt ist optional und kann wegfallen, wenn in Schritt S2 die Sensordaten
ohnehin im Fahrzeugkoordinatensystem ermittelt werden.
[0032] In einem Schritt S4 erfolgt die Definition der Korridore 4a, 4b und 4c. Dabei können
der aktuelle Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs 1, aber auch Fahrbahnverlaufsdaten eines
Navigationssystems des Kraftfahrzeugs 1 berücksichtigt werden. Ebenso möglich ist
eine anderweitige Auswertung der Rohdaten der Umfeldsensoren. Optional werden die
Korridore 4a, 4b und 4c, die durch einen horizontalen Fahrbahnverlauf beschrieben
sind, auch für Bereiche hinter dem Kraftfahrzeug ermittelt, wobei wiederum Fahrbahnverlaufsdaten
des Navigationssystems und/oder Fahrdynamikdaten, die die vergangene Bewegung des
Kraftfahrzeugs beschreiben, berücksichtigt werden können. Nachdem der horizontale
Fahrbahnverlauf der Korridore 4a, 4b, 4c dennoch um das vertikale Bezugsprofil ergänzt
werden wird, bekannt ist, kann eine Auswahl von relevanten Sensordaten erfolgen, insbesondere
wenigstens für den Vorschaubereich 7, nachdem insbesondere relevante Sensordaten der
Vergangenheit aus vorausgegangen Ermittlungen von Bezugsprofilen bereits ohnehin bekannt
sind.
[0033] In einem Schritt S5 werden nun die Eigenbewegung des Kraftfahrzeugs beschreibende
Fahrdynamikdaten verwendet, um historische Sensordaten der Korridore 4a, 4b, 4c in
das Fahrzeugkoordinatensystem umzurechnen, so dass mithin die aktuell aufgenommenen
Sensordaten und die historischen Sensordaten in einem gemeinsamen Koordinatensystem
vorliegen. Dabei wird eine gewisse Rückschaulänge des von dem Kraftfahrzeug 1 bereits
überfahrenen Fahrbahnabschnitts herangezogen, die sich vorliegend aus einer Grenzfrequenz
und der aktuellen Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs ergibt. Die Grenzfrequenz gibt
dabei an, ab welcher Frequenz Anregungen durch Fahrbahnunebenheiten vom Fahrer als
störend empfunden werden.
[0034] Entsprechend werden in einem Schritt S6 die Sensordaten in die Korridore 4a, 4b,
4c einsortiert und alte Sensordaten, die aufgrund der Rückschaulängen nicht mehr benötigt
werden, entfernt. Somit liegen nun für jeden Korridor 4a, 4b und 4c aktuell aufgenommene
und historische Sensordaten vor, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel dreidimensionale
Bodenpunkte der Fahrbahn 3 beschreiben; das bedeutet, die vertikalen Positionen dieser
Bodenpunkte beschreiben das Höhenprofil der Fahrbahn 3.
[0035] In einem Schritt S7 werden die Sensordaten nun ausgewertet, um das Bezugsprofil zu
bestimmen. Dies sei durch die Prinzipskizze in Fig. 3 näher erläutert. Dort ist zunächst
das sich aus den historischen und aktuell aufgenommenen Sensordaten ergebende Höhenprofil
8 gezeigt, welches offensichtlich eine Vielzahl von Straßenunebenheiten enthält. Nicht
alle diese Straßenunebenheiten führen jedoch zu störenden Anregungen des Fahrzeugaufbaus,
so dass das Höhenprofil 8 gemäß dem Pfeil 9 einer Tiefpassfilterung unterzogen wird,
woraus das geglättete Bezugsprofil 10 resultiert, welches das niederfrequente Sollverhalten
des Fahrzeugaufbaus für den jeweiligen Korridor 4a, 4b oder 4c beschreibt. Die Tiefpassfilterung
kann dabei beispielsweise mit einer Grenzfrequenz von 0,5 Hz erfolgen. Alternativ
zu einer Tiefpassfilterung kann gemäß dem Pfeil 9 auch eine Regression erfolgen, indem
das durch die Sensordaten beschriebene Höhenprofil an ein mathematisches Modell angefittet
wird, wobei dieser Regressionsvorgang selbstverständlich auch die Glättung und den
Ausschluss von Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz betrifft. Als mathematisches
Modell kann beispielsweise ein Polynommodell oder ein Polygonzug, in dem stückweise
Sigmoiden die Abschnitte beschreiben, verwendet werden.
[0036] Dabei wird bei der Ermittlung des Bezugsprofils auch eine Gewichtung einzelner Sensordaten
in Abhängigkeit von den Messeigenschaftswerten vorgenommen, wie dies aus dem Bereich
der Informationstheorie grundsätzlich bekannt ist. Beispielsweise werden mit hohem
Fehler und/oder geringer Qualität aufgenommene Sensordaten niedriger bewertet als
mit geringem Fehler und/oder hoher Qualität aufgenommene Sensordaten.
[0037] In einem Schritt S8 wird eine Höhenprofilgröße aus einer Differenz zwischen dem Bezugsprofil
10 und dem durch die Sensordaten beschriebenen Höhenprofil 8 für zumindest einen Teil
des Vorschaubereichs 7 ermittelt. Es werden also relative Höhenwerte bestimmt, die
nach Abzug des Sollverhaltens des Fahrzeugaufbaus noch auszugleichen sind.
[0038] Die Höhenprofilgrößen werden, wie dies aus dem Stand der Technik grundsätzlich bekannt
ist, in einem Schritt S9 noch zeitlich gefiltert, um Effekte des Sensorrauschens zu
reduzieren.
[0039] In einem Schritt S10 wird die Höhenprofilgröße dann genutzt, um die Lage des Fahrzeugaufbaus
beeinflussende Aktoren derart anzusteuern, dass die durch die Höhenprofilgröße beschriebenen
Unebenheiten der Fahrbahn 3 beziehungsweise die von ihnen ausgelösten Anregungen des
Fahrzeugaufbaus kompensiert werden.
[0040] Selbstverständlich wird das durch die Schritte S1 bis S10 beschriebene Verfahren
zyklisch wiederholt, um immer aktuelle Auswertungen vorliegen zu haben.
[0041] Fig. 4 zeigt eine Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 1. Dieses weist
ein aktives Fahrwerksystem 11 mit einem zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgebildeten Steuergerät 12 auf. Über ein Bussystem 13, beispielsweise einen CAN-Bus,
ist das Steuergerät 12 mit Aktoren 14 des Fahrwerks und Umfeldsensoren 15a, 15b verbunden,
wobei es sich vorliegend bei dem Umfeldsensor 15a um einen Laserscanner, beim dem
Umfeldsensor 15b um eine 3D-Kamera handelt.
[0042] Fig. 5 zeigt die Erfassungsbereiche 16a und 16b der Umfeldsensoren 15a und 15b nochmals
genauer. Ersichtlich liegt eine beschränkte Vorausschauweite vor. Beispielhaft ist
zudem eine erfassbare Straßenunebenheit 17 gezeigt.
[0043] Die Aktoren 14 werden aufgrund der für die Korridore 4a, 4c ermittelten Höhenprofilgrößen
durch die Steuergerät 12 angesteuert, um Straßenunebenheiten wie die Straßenunebenheit
17 auszugleichen und einen komfortablen Betrieb des Kraftfahrzeugs 1 zu ermöglichen.
1. Verfahren zum Betrieb eines aktiven Fahrwerksystems (11) eines Kraftfahrzeugs (1),
wobei aus Sensordaten wenigstens eines vorausschauenden Umfeldsensors (5a, 5b) des
Kraftfahrzeugs (1) eine vor dem Kraftfahrzeug (1) liegende, auszugleichende Unebenheiten
(17) der Fahrbahn (3) beschreibende Höhenprofilgröße zur Ansteuerung wenigstens eines
die Lage des Fahrzeugaufbaus beeinflussenden Aktors (14) ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein den nicht auszugleichenden Höhenverlauf der Fahrbahn (3) beschreibendes
Bezugsprofil (10) aus aktuell aufgenommenen, einen Vorschaubereich (7) der Fahrbahn
(3) vor dem Kraftfahrzeug (1) beschreibenden Sensordaten der Umfeldsensoren (5a, 5b)
und aus historischen, einen bereits durch das Kraftfahrzeug (1) überfahrenen Fahrbahnabschnitt
beschreibenden Sensordaten ermittelt wird, wobei die Höhenprofilgröße aus einer Differenz
zwischen dem Bezugsprofil (10) und dem durch die Sensordaten beschriebenen Höhenprofil
(8) für wenigstens einen Teil des Vorschaubereichs (7) ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuell aufgenommenen Sensordaten und die historischen Sensordaten unter Berücksichtigung
von die Bewegung des Kraftfahrzeugs (1) beschreibenden Dynamikdaten in ein gemeinsames
Koordinatensystem, insbesondere ein mit dem Kraftfahrzeug (1) bewegtes Fahrzeugkoordinatensystem,
überführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bezugsprofil (10) als Teil eines Korridors (4a, 4b, 4c) ermittelt wird, der neben
dem Bezugsprofil (10) auch einen horizontalen Fahrbahnverlauf wenigstens bezüglich
des Vorschaubereichs (7) umfasst.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der horizontale Fahrbahnverlauf aus einem Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs (1) und/oder
Fahrbahnverlaufsdaten eines Navigationssystems ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von dem horizontalen Fahrbahnverlauf eine Auswahl von Sensordaten wenigstens
aus dem Vorschaubereich (7) zur Ermittlung des Bezugsprofils (10) und/oder des Höhenprofils
(8) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bezugsprofil (10) durch Regression mittels eines mathematischen Modells und/oder
durch eine Tiefpassfilterung der historischen und aktuell aufgenommenen Sensordaten
ermittelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das mathematische Modell ein Polynommodell oder ein Polygonzug mit stückweisen Sigmoiden
ist.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung des Bezugsprofils (10) zusätzlich wenigstens ein eine Messeigenschaft
der einzelnen Sensordaten beschreibender Messeigenschaftswert berücksichtigt wird,
insbesondere hinsichtlich einer Gewichtung einzelner Sensordaten.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Messeigenschaften Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Sensordaten und/oder die
Qualität der Messung und/oder der Messzeitpunkt berücksichtigt werden.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des bereits durch das Kraftfahrzeug (1) überfahrenen Fahrbahnabschnitts
in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit und/oder einer Grenzfrequenz ermittelt wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Bezugsprofile (10), insbesondere Bezugsprofile (10) für den Bereich der Reifen
(5a, 5b) an beiden Seiten des Kraftfahrzeugs (1), und entsprechend Höhenprofilgrößen
für die mehreren Bezugsprofile (10) bestimmt werden.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenprofilgrößen vor der Verwendung zur Ansteuerung der Aktoren (14) zeitlich
gefiltert werden.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Umfeldsensor (5a, 5b) wenigstens ein Radarsensor und/oder wenigstens ein Lasersensor
und/oder wenigstens eine insbesondere dreidimensionale Daten liefernde Kamera verwendet
werden.
14. Kraftfahrzeug (1), aufweisend wenigstens einen Umfeldsensor (5a, 5b), wenigstens einen
Aktor (14) und ein aktives Fahrwerksystem (11) mit einem zur Durchführung eines Verfahrens
nach einem der vorangehenden Ansprüche ausgebildeten Steuergerät (12).
1. Method for operating an active chassis system (11) of a motor vehicle (1), wherein
from sensor data of at least one ahead-looking environment sensor (5a, 5b) of the
motor vehicle (1) a height profile size, describing unevennesses (17) of the road
(3) for which compensation is to be made, said unevennesses lying in front of the
motor vehicle (1), is determined for actuating at least one actuator (14) influencing
the position of the vehicle body,
characterised in that
at least one reference profile (10), describing the height course of the road (3)
for which compensation is not to be made, is determined from currently received sensor
data from the environment sensors (5a, 5b), said data describing an ahead-looking
area (7) of the road (3) in front of the motor vehicle (1), and from historical sensor
data describing a route section which has already been traversed by the motor vehicle
(1), wherein the height profile size is determined from a difference between the reference
profile (10) and the height profile (8) described by means of the sensor data for
at least one part of the ahead-looking area (7).
2. Method according to claim 1, characterised in that the currently received sensor data and the historical sensor data are transferred
into a shared coordinate system, in particular a vehicle coordinate system moved with
the motor vehicle (1), taking into account dynamic data describing the movement of
the motor vehicle (1).
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the reference profile (10) is determined as part of a corridor (4a, 4b, 4c) which
in addition to the reference profile (10) also comprises a horizontal road course
at least with respect to the ahead-looking area (7).
4. Method according to claim 3, characterised in that the horizontal road course is determined from a steering angle of the motor vehicle
(1) and/or road course data from a navigation system.
5. Method according to claim 3 or 4, characterised in that depending on the horizontal road course there results a selection from sensor data
at least from the ahead-looking area (7) for determining the reference profile (10)
and/or the height profile (8).
6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the reference profile (10) is determined by regression by means of a mathematical
model and/or by means of a low-pass filtering of the historical and currently received
sensor data.
7. Method according to claim 6, characterised in that the mathematical model is a polynomial model or a polygonal course with piece -wise
sigmoids.
8. Method according to one of the preceding claims, characterised in that in determining the reference profile (10) in addition at least one measurement characteristic
value, describing a measurement characteristic of the individual sensor data, is taken
into consideration, in particular with respect to a weighting of individual sensor
data.
9. Method according to claim 8, characterised in that neighbourly relationships between sensor data and/or the quality of the measurement
and/or the point in time of the measurement are taken into consideration as measurement
characteristics.
10. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the length of the road section already traversed by the motor vehicle (1) is determined
depending on the speed and/or a frequency limit.
11. Method according to one of the preceding claims, characterised in that a plurality of reference profiles (10) is determined, in particular reference profiles
(10) for the area of the wheels (5a, 5b) at both sides of the motor vehicle (1) and
corresponding height profile sizes for the plurality of reference profiles (10).
12. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the height profile sizes are chronologically filtered prior to the use for actuating
the actuators (14).
13. Method according to one of the preceding claims, characterised in that as environment sensor (5a, 5b) are used at least one radar sensor and/or at least
one laser sensor and/or at least one camera delivering in particular three-dimensional
data.
14. Motor vehicle (1) having at least one environment sensor (5a, 5b), at least one actuator
(14) and an active chassis system (11) with a control device (12) designed to carry
out the method according to one of the preceding claims.
1. Procédé servant à faire fonctionner un système de train de roulement (11) actif d'un
véhicule automobile (1), dans lequel une dimension de profil en hauteur située devant
le véhicule automobile (1), décrivant des irrégularités (17) à compenser de la chaussée
(3), servant à piloter au moins un actionneur (14) influençant la position de la carrosserie
de véhicule est déterminée à partir de données de capteur d'au moins un capteur d'environnement
(5a, 5b) de prévision du véhicule automobile (1),
caractérisé en ce
qu'au moins un profil de référence (10) décrivant le tracé en hauteur qui ne doit pas
être compensé de la chaussée (3) est déterminé à partir de données de capteur, relevées
de manière instantanée, décrivant une plage de prévision (7) de la chaussée (3) devant
le véhicule automobile (1), des capteurs d'environnement (5a, 5b) et à partir de données
de capteur historiques, décrivant une portion de chaussée déjà empruntée par le véhicule
automobile (1), dans lequel la dimension de profil en hauteur est déterminée à partir
d'une différence entre le profil de référence (10) et le profil en hauteur (8) décrit
par les données de capteur pour au moins une partie de la plage de prévision (7).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les données de capteur relevées de manière instantanée et les données de capteur
historiques sont transférées dans un système de coordonnées commun, en particulier
un système de coordonnées de véhicule en mouvement avec le véhicule automobile (1)
en tenant compte de données dynamiques décrivant le mouvement du véhicule automobile
(1).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le profil de référence (10) est déterminé comme une partie d'un corridor (4a, 4b,
4c), qui comprend, outre le profil de référence (10), également un tracé de chaussée
horizontal au moins par rapport à la plage de prévision (7).
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le tracé de chaussée horizontal est déterminé à partir d'un angle de braquage du
véhicule automobile (1) et/ou de données de tracé de chaussée d'un système de navigation.
5. Procédé selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce qu'en fonction du tracé de chaussée horizontal, une sélection de données de capteur est
effectuée au moins parmi la plage de prévision (7) pour déterminer le profil de référence
(10) et/ou le profil en hauteur (8).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le profil de référence (10) est déterminé par régression au moyen d'un modèle mathématique
et/ou par une filtration par le filtre passe-bas des données de capteur historiques
et relevées de manière instantanée.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que le modèle mathématique est un modèle polynomial ou un contour polygonal avec des
sigmoïdes individuels.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors de la détermination du profil de référence (10), en supplément au moins une
valeur de propriété de mesure décrivant une propriété de mesure des diverses données
de capteur est prise en compte, en particulier eu égard à la pondération de diverses
données de capteur.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que des relations de voisinage entre des données de capteur et/ou la qualité de la mesure
et/ou le moment de mesure sont prises en compte en tant que propriétés de mesure.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la longueur de la portion de chaussée déjà empruntée par le véhicule automobile (1)
est déterminée en fonction de la vitesse et/ou d'une fréquence limite.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que plusieurs profils de référence (10), en particulier des profils de référence (10)
pour la zone des pneus (5a, 5b) au niveau des deux côtés du véhicule automobile (1),
et, de manière correspondante, des grandeurs de profil en hauteur pour les nombreux
profils de référence (10) sont définis.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les dimensions de profil en hauteur sont filtrées de manière temporelle avant l'utilisation
aux fins du pilotage des actionneurs (14).
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que sont utilisés en tant que capteur d'environnement (5a, 5b) au moins un capteur radar
et/ou au moins un capteur laser et/ou au moins une caméra fournissant en particulier
des données tridimensionnelles.
14. Véhicule automobile (1), présentant au moins un capteur d'environnement (5a, 5b),
au moins un actionneur (14) et un système de train de roulement (11) actif avec un
appareil de commande (12) réalisé pour mettre en oeuvre un procédé selon l'une quelconque
des revendications précédentes.